Jersey – Mein Eiland. Eine Liebeserklärung

Kennst Du das – eine Herzensheimat?

Wenn man wie ich keine echte Heimat hat – oder wenn man sich nicht irgendwo wirklich verankern konnte – oder mit den tatsächlichen Wurzeln nichts anfangen kann, dann tut es gut, einen Ort zu finden an dem man sich zuhause und angekommen fühlt.

Hast Du das mal erlebt, dass Du an einen Ort kommst und weisst, das ist es jetzt? Das schwingt mit mir, das fühlt sich richtig an. Hier gehöre ich hin?

Nun, Jersey ist nur der eine Ort. Die kleine Insel im Meer. Dazu kommt bei mir die grosse Insel im Meer namens Irland. Und beide sind im wilden Atlantik, besser dem Nordatlantik. Da wo der raue Sturm braust und 20 Grad schon ein Grund sind zu jubeln. Wo der Wind, die Wellen, die Gezeiten ordentlich Gas geben und scheinbar alles Unnötige wegwehen und wegspülen. Der Nordatlantik ist kein säuselndes Meer, keins das einfach nur einladend ist und ruhig und beständig fliesst. Dieser Ozean ist einer, der sich holt was er will (auch einst das „unsinkbare Schiff“). Einer der radikal ist und scharf, der gefährlich ist und leidenschaftlich und unbeirrbar. Wunderbar, das entspricht meinem wilden Herzen.

Nun aber Jersey und weil es so schön ist, darf ich sie Euch vorstellen, die Insel im Ärmelkanal, zwischen der fantastisch schönen Bretagne und dem grosse Britannien auf der anderen Seite. Der Golfstrom umströmt die Insel beständig. In der Luft und im Wasser. Hier ist immer Bewegung, kein Stillstand. Die Menschen sind nicht ganz so schrullig wie in der Bretagne oder in England, aber eben auch ein bisschen so wie eine Mischung aus beiden. Sehr höflich, lustig, gemütlich, korrekt, präsent und auch ein bisschen old-School. Vor allem aber haben die Menschen auf Jersey verstanden, dass sie in der selben Welt, der selben Insel leben. Und das ist wie ein Planet hier, einer der immer den gleichen Einflüssen ausgeliefert ist. Der Sonne, dem Wind, dem stürmischen Regen. Ich habe nirgends auf der Welt so viel Solidarität erlebt. Man gehört ganz einfach zusammen, behandelt einander mit Respekt, Augenzwinkern und Freundlichkeit. Fast täglich kann man hier erleben wie menschliches Miteinander funktioniert, man hilft einander, lächelt sich zu, spricht sich hemmungslos an, liebt die „Royals“, unsere besondere Kartoffelsorte, trinkt und isst regional und immer ist das, was aus Jersey kommt, das, was wir besonders bevorzugen.

Zudem kommt die Vegetation, die dank den Regenfällen aber auch der fruchtbaren Erde und dem Golfstrom üppig ist wie im Dschungel, grüngrün und bunt, Palmen, Blumen, Orchideen, Lavendel und die Agrarwirtschaft, die fast ohne Supplemente betrieben wird.
Und es ist langsam dieses Jersey. Die Höchstgeschwindigkeit ist 40 m/h, was ungefähr 65 km/h entspricht und nur auf zwei Strassen erlaubt ist. Sonst kriechen wir hier über schmale Strassen, lassen Vögel und Menschen passieren ohne Hast, machen uns Platz und warten auch mal in den wenigen Buchten wenn der Gegenverkehr etwas breiter ist. Es gibt keinen Stress hier auf Jersey, alles hat seine Zeit.

Jersey ist eine Insel der Gegensätze. Die rauen und hohen Klippen im Norden, der Wind, die peitschenden Wellen bei der Flut und die vergleichsweise sandigen sonnigen und glatten Buchten und Strände im Süden, mit dem Gesicht nach Frankreich. Unsere kleine Hauptstadt St.Helier beherbergt etwa ein Drittel der Einwohner, der Rest verteilt sich in kleinen Ortschaften, die fast alle mit St. beginnen. St.Peter, St.Lawrence, St.John, St.Mary, St.Martin, St.Brelade, St.Aubin, St.Saviour…und in grossen Landhäusern mit viel Land und sehr oft der Aussicht auf die verschiedenen Gesichter des Meeres.

Die Woche war ich in der Stadt und wollte zur Mittagszeit nur einen Drink nehmen. Ich steuerte auf einen Platz am Fenster zu und die Bedienung kam angesprungen. Schon erwartete ich, dass ich zur Lunchzeit einen weniger populären Tisch wählen sollte. Aber sie entschuldigte sich nur für die sandig verwaschenen Fenster, die nicht frisch geputzt wären und brachte mir lächelnd meinen Kaffee und Wasser. Ich liebe diese Freundlichkeit, die echte Hingabe an Gastfreundschaft und Welcoming. Lange schon wundere ich mich nicht mehr mit „love“ oder „darling“ angesprochen zu werden. Die Busfahrer, die Leute an der Kasse und im Postoffice. Alle einfach freundlich. Ach, was für eine Wohltat es doch ist, hier zu sein. Willkommen. Immer wieder mit offenen Armen willkommen geheissen auch als Schweizerin mit meinem „weird accent“.

Ich fühle mich zuhause. Ich bin dankbar. Ich freue mich jeden Tag, hier die wilde Atlantikluft zu atmen und zu wissen, dass meine Seele ein Heimat gefunden hat.

Erzähle uns von Deiner Seelenheimat. Und freu Dich, denn da ist er, dein Adlerhorst:

Willkommen in der Adlerperspektive

Ein Land verloren dort im Meer
Nur Sonne und Himmel über mir
Alleine die Insel meiner Träume
Ein Eiland berührt von keiner fremden Hand
Meine Insel mein Eiland
Wie finde ich zu ihr
Ein Land im weichen Abendrot
Im Meer ein weisses Segelboot
Der Wind weht und merkst du wie die Zeit steht
Ich fliege und hab doch keine Flügel
Mein Eiland, ein Eiland
Im weichen Abendrot

Dort möcht‘ ich sein wenn alles um mich schwer ist
Sein wenn alles in mir leer ist
Allein um zu mir selbst zu finden
Um zu verstehen was Leben heisst
Dort möcht‘ ich sein wenn alles um mich laut ist
Wenn selbst der Regenbogen grau ist
Allein mit mir und meiner Welt
Und meiner Zeit und meiner Einsamkeit

Ein Land verloren dort im Meer
Nur Sonne und Himmel über mir
Alleine die Insel meiner Träume
Ein Eiland berührt von keiner fremden Hand
Ein Eiland mein Freiland
Die Insel bist du
Dort will ich sein um alles zu vergessen
Nach meiner Zeit die Zukunft messen
Ohne einen Blick zurück
Nur du und ich einen Augenblick
Dort will ich sein um meinen Stolz zu brechen
Lieber schweigen als sprechen
Allein mit mir und meiner Welt

Ein Land verloren dort im Meer
Nur Sonne und Himmel über mir
Alleine die Insel meiner Träume
Ein Eiland berührt von keiner fremden Hand
Ein Eiland mein Freiland
Die Insel bist du
Bist du bist du

(Songtext N.Mouskouri)

 

Die beste Zeit des Tages – der Sonnenaufgang, der neue Beginn, der Neubeginn

Wann hast Du das letzte Mal bewusst einen Sonnenaufgang erlebt? Bist also sehr früh aufgestanden und hast ganz bewusst auf den ersten Sonnenstrahl gewartet?

Hier auf Jersey machen das meine Coachees am dritten Tag ihres Adlercoachings. Denn dieser wichtige Tag ist der Neubeginn, der erste Moment des neuen Tages, an dem alles beginnt. Und sie empfinden es immer als Geschenk, denn es ist ein meditativer, fast schon heiliger Moment, wenn wir gemeinsam sehen, wie die Sonne hinter dem Horizont erscheint und dann irgendwann den ersten Lichtstrahl schickt. Hier auf Jersey machen wir das ganz im Nordosten der Insel, auf einer hohen Klippe, um auch wirklich diesen magischen Augenblick zu erleben.

Aber wo geht die Sonne zuhause auf? Und wann? Und wann hast Du das zuletzt erlebt? Meistens liegen wir noch gemütlich im Bett und drehen uns nochmal genüsslich um, wenn die Sonne schon an dem Himmel wandert, zumindest jetzt und bis zum Herbst. Im Winter haben wir mehr die Chance, das zu erleben. Aber dann sind wir meist beschäftigt mit unserer Morgenroutine, oder wir arbeiten bereits.

Die Sonne erscheint jeden Tag, dieses Spektakel gibt es seit ewigen Zeiten. Zu allen Zeiten, egal was geschah, egal was auf unserem Planeten gerade vorging, erschien die Sonne morgens um einen neuen Tag zu beginnen.

Wie hältst Du es mit den Neubeginnen? Hast Du Zeit, Gelegenheit, Muse, um zu sehen dass es dafür jeden Tag eine neue Chance gibt? Dass ein Tag jeden Tag ein Geschenk ist? Dass es immer wieder neu beginnt das Leben?

Und was machst Du damit? Wie kannst Du Deine Wahrnehmung so weit ausdehnen dass Du dieses Geschenk wirklich annimmst und das Beste daraus machst? Kannst Du Dir am Morgen etwas vornehmen für diesen Tag? Vielleicht sogar einen wirklich Sinn darin finden dass dieser Tag auch für Dich neu beginnt?

Gehst Du selbstverständlich damit um, so als ob es nichts Besonderes wäre? Gibt es eine Garantie, dass die Sonne morgen wieder kommt?

Und was, wenn nicht?

Das Licht ist etwas ganz Entscheidendes für unser Wachstum, unsere Lebendigkeit. Wir nehmen es hin als ob es ganz selbstverständlich wäre und das ist es ja auch. Aber nichts und niemand spricht dagegen, es wieder einmal real zu begrüssen und dafür dankbar zu sein.

Einstein hat gesagt: Man kann auf zweierlei Arten leben: So als ob nichts ein Wunder wäre, oder so, als ob alles ein Wunder wäre.

Es ist Deine Wahl.
Der Adler würde sagen: Nimm die Dinge immer im JETZT wahr. Achte auf Kleinigkeiten. Begrüsse das Wunder. Feire das Leben.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

 

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Nur ein Schritt

Geht es Dir auch manchmal so? Dass Du nur einen Schritt machen musst und Du damit in eine ganz neue Welt eintauchen kannst? Weisst Du, dass Du die Wahl hast, jeden Moment neu Deine Wahrnehmung, Deine Sicht auf die Welt zu verändern?

Wir sehen zu wenig, dass wir frei sind. Denn allzu oft steht man vor einer Wand und sieht nur diese kleine Wahrnehmung der Welt.

Vor Jahren sagte ein fremder Mensch zu mir, ich solle immer den Blick zum Himmel heben, denn dann würden meine Augen auch blau bleiben. Wenn ich ihn aber immer am Boden hätte, würden meine Augen grau und das Feuer würde verlöschen. Ich habe mir das stets vor Augen geführt und auch deswegen sind meine Adler-Perspektiven entstanden. Ich muss etwas Neues sehen. Woanders hinschauen, die Grenzen sprengen oder zumindest ausdehnen um die Welt klar zu sehen.
Dafür gibt es eine kleine leichte Übung: Geh an einen Ort an dem Du noch nie warst. Iss oder trinke etwas, das Du noch nie gekostet hast. Probiere etwas, das fremd ist, das Du noch nie getan hast. Lerne etwas oder jemanden Neues kennen. Erweitere Deinen Radius, Deinen Lebenskreis. Schmecke, rieche, taste, höre Dinge die Du nicht kennst. Und lass Deine Fantasie dazu eine neue Geschichte finden.

Die Tage sass ich in einem Bistro in Orleans. Ich bestellte die Spezialität des Tages. In der Hoffnung es mögen keine Schnecken sein. Dann kam etwas total erstaunliches, eine Mixtur aus Sellerie, Kirschen, Chilli, etwas Klebriges etwas Scharfes, etwas Knackiges. Ich weiss bis heute nicht was es war. Danach ein Glas Absinthe-l’Eau. Ich war überrascht. Noch mehr, als zwei Franzosen herein kamen und sich an den Tisch nebenan setzten. Sie sprachen so lebendig, geistreich, lustig miteinander, dass ich einfach ein Bild machen musste. Natürlich habe ich kein Wort verstanden von dem was sie in einem schnellen bretonischen Französisch sprachen. Aber es war eine Freude, ihnen zuzusehen. Ganz neue Körpersprache, Mimik, Gestik. Ich stellte mir im Geist vor, über was sie wohl reden und hatte einen Haufen Spass ein bisschen „Voyeur“ der Herren zu sein.

Am nächsten Tag ging ich durch Rennes und auch hier wieder: Neue Bewegungen, andere Blicke, offenes Lächeln. Neue Düfte, neue Lebensmittel in den Auslagen, selbstverständliches Auftreten der jungen Frauen in gewagten Outfits. Flirten auf der Strasse, Offenheit. Ein herrliches Theater!

Ich musste an die letzten Tage davor denken, als ich mit einigen unschönen Vibes konfrontiert war und da war es wieder: Das Gefühl, dass die andere Welt immer nur einen Schritt entfernt ist. Wenn man etwas Neues braucht, um den Blickwinkel zu ändern und damit auch zu neuen Gedanken und Lösungen kommen möchte, dann muss man ab und zu die Komfortzone verlassen.

Was wirst Du als Nächstes tun um Deinen Horizont zu erweitern?

Der Adler schaut sich alle Welten an um zu seinen Antworten zu kommen. Und niemals ist die Welt gleich, denn sie verändert sich ständig und jeden Moment. Dann neu zu entscheiden was nun das Richtige ist, ganz situativ und bisweilen auch amüsiert – das ist Freiheit.
Du hast immer die Wahl die Dinge auch mal anders zu sehen. Schau nach oben.

Willkommen in der Adler-Perspektive.

 

 

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Folge den Zeichen! Synchronizität für deine Entscheidungen

Geht es Euch auch manchmal so? Man steht vor einem Berg, einer Wand, einer Leinwand die noch ganz weiss ist und man weiss nicht mehr weiter. Manchmal fehlt er, der entscheidende erste Schritt, der in die richtige Richtung führt. Es geht nicht vor und nicht zurück und dann schaut man etwas sehnsüchtig zum Himmel und bittet um ein Zeichen. Und es kommt: IMMER.

Denn das was jetzt passiert nennt sich „Synchronizität“.

Man kann es auch einfacher haben: Der Zufall.

Alles was uns im Leben so einfach zufällt hat eine Bedeutung. Und das was uns zufällt hat immer mit dem zu tun, was uns gerade beschäftigt, was in unseren Gedanken gerade so los ist. Es ist eben auch Zufall, wenn sich etwas gerade dann im Leben zeigt, wenn es für uns richtig ist.

Hattest du auch schon einen perfekten Tag, wo alles genau so lief, wie du es wolltest? Dass Menschen und Dinge genau im richtigen Zeitpunkt erschienen? Das ist Synchronizität. Wenn das Ereignis nur ein paar Sekunden früher oder später eingetroffen wäre, dann wäre das Ergebnis nicht möglich gewesen. Alles war im richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

Wenn du dich „synchronisiert“ hast mit der Sache, die du möchtest, dann wirst du sie auch höchstwahrscheinlich erhalten, dann wird sie dir zufallen.

So können wir auch die Leute treffen, welche unserer momentanen Sachen dienlich sind. Wenn unsere Energie übereinstimmt mit dem, was wir suchen, dann wird es uns irgendwann begegnen.

Mit den Zeichen ist es auch so. Achte darauf, wenn Du auf der Autobahn fährst: Was steht auf dem Lastwagen vor Dir? Bekommst Du vielleicht ein Zeichen in Form eines Bildes, einer Begegnung, eines Wortes? Diese Zeichen sind dann da, wenn wir sie sehnsüchtig erhoffen, dann wird es einfach diesem Weg zu folgen, der so spielerisch leicht von einer gewissen Magie begünstigt wird.

Diese Tage hatte ich eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen. Ich sass im Auto als mir einfiel wie ich das lösen könnte. Als ich auf mein Armaturenbrett schaute, sah ich meine absolute Lieblingsglückszahl auf dem Uhrdisplay. Zuhause schrieb ich die passende Email zu meiner Entscheidung. Das Herz klopfte mir wild bis zum Hals denn es hatte wie immer ein gewisses Risiko in der Sache. Ich schickte die Mail ab und blieb noch einen Moment vor dem Bildschirm sitzen und schaute auf die Mailbox, aus der soeben meine folgenreiche Email verschwunden war. Da poppte eine neue Mail auf. Die Werbung von Jeep, von dem Objekt meiner Begierde, dem neuen Modell mit dem Namen „Freedom“. Und ganz unten, da stand mein Zeichen: „Freiheit ist Ihre Entscheidung“. Aaaahhhh, dieses Zeichen tat so gut denn da war sie wieder meine Autonomie, aus der heraus ich diese riskante Entscheidung getroffen hatte.

Danke sagte ich und musste lächeln denn es war nur ein Reminder. Freiheit ist immer unsere Entscheidung!

Wie frei fühlst Du Dich den Zeichen zu folgen, die es auf dem Weg gibt?

Hast du offene Augen dafür?

Bist Du bereit, die Magie des Augenblicks zu empfangen?

Welches Zeichen hat dich zuletzt beglückt?

 

Sieh die Dinge wie sie sind, sagt der Adler.

Willlkommen in der Adlerperspektive!

Essen was das Herz begehrt

In der letzten Zeit begegnen mir allerlei Unverträglichkeiten. Menschen die gegen diverse Nahrungsgruppen allergisch oder irritiert reagieren. Und das Angebot, die Meinungen und die Anleitungen zum gesunden Leben sind riesig. Manch ein lieber Mensch ist damit komplett überfordert und weiss gar nicht mehr was er essen kann und soll.


Heute morgen stand ich an der Kasse und eine Dame steckte ihre Fleisch-produkte in eine extra braune Papiertüte. Der junge Mann an der Kasse fragte, warum sie das tue und sie sagte sie lebe mit zwei Veganern zusammen die kein Fleisch im gemeinsamen Kühlschrank anschauen wollen. Anschliessend ging ich frühstücken und hörte am Nachbartisch wie eine Kundin verzweifelt versuchte ein Getränk ohne Milch, Zucker, Koffein und Zusatzstoffe zu finden.

Essen macht ganz viele Menschen inzwischen krank. Warum ist das so?

Als ich das Thema im Netz zu googeln begann, gab es ebenso viele Erklärungen wie Gegenargumente, die Unverträglichkeiten wurden auf unendliche Weise versucht zu therapieren. Nahrungsergänzungen und Empfehlungen wie man dies oder jenes aufgrund von Aminosäuren, basischen Produkten und Vitaminzugaben besser verstoffwechseln könnte.

Was ist Essen für uns? Von was ernähren wir uns?

Vor vielen Jahren hörte ich mal von einer sehr lustigen Theorie: Man solle Nahrungsmittel überprüfen nach: Welches Essen winkt nach mir?

Welches Essen summt in mir?


Im Grunde war es ganz einfach: Das winkende Essen wollte uns verführen, war oft sogar ein Lifestyle Produkt, das gerade jeder isst. Oder man isst das, was es auf einer Einladung gibt oder alle anderen bestellen. Oder das obligatorische Gipfeli oder den Keks zum Kaffee. Oder das Brot vor dem Essen. Dieses Essen winkt – meistens wollen wir es gar nicht zu uns nehmen.

Das summende Essen war ein Signal unseres Körpers, was er gerade braucht. Das konnten sehr lustige Sachen sein wie Rote Beete oder Bittermandel, Zimt oder Apfelmus. Aber auch einfach Kohlenhydrate, die heute so gerne weg rationalisiert werden. Oft hatte das Summen mit Gewürzen zu tun, Kräutern oder mit Geschmacksrichtungen wie bitter, süss, salzig.

Vielleicht sollten wir uns mal anders herum fragen:
Was ist meinem Körper eine echte Lust?

Was ist meine Verträglichkeit?
Was tut mir gut?

Ist es warm oder kalt? Welche Konsistenz mag mein Körper besonders?

Wenn DU entscheiden müsstest: Welche fünf Lebensmittel machen dich dann IMMER glücklich und tun dir auch immer gut?

Lass Deinen Körper summen. Denn nur dein Körper selbst weiss, was er will, braucht und was sein Stoffwechsel damit tut.

(einen Gruss an M., sie liebt ihr Porridge und ich durfte sie am Montagabend genüsslich seufzen hören als sie es kochte und der Duft ihr in die Nase stieg)

Und dann: Nimm Dein Lieblingsessen so oft wie möglich zu Dir.


Ach, übrigens: Der Adler frisst am liebsten Fuchsfleisch. Ziemlich rar zu erbeuten aber wenn er es hat, dann geniesst er es so richtig.

Also essen was das Herz (und der Rest des Bodys) begehrt. Und dann das Leben feiern. So soll es sein.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

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Wenn wir uns verirren dann lernen wir uns kennen

Wie geht es Euch, wenn Ihr mal vom Weg abgekommen seid?

In der letzten Woche war das ein Thema für mich. Zum einen weil ich selbst erkennen musste, dass ich mich etwas verirrt hatte, weil ich bei einer Entscheidung nicht völlig klar mit meinen tiefsten Wünschen verbunden war.

Zum anderen weil ich gleich drei Menschen im Coaching begleiten durfte, die einen scheinbaren Irrweg genommen hatten.

Wie oft verlassen wir den Pfad, der für uns vorgesehen war, weil uns etwas anzog, was vermeintlich die bessere Wahl wäre. Und dann erkennen wir, dass wir im Wald stehen, vor einer Mauer oder einfach im Niemandsland und nichts geht mehr weiter.

Wie reagieren wir dann? Werden wir hektisch, suchen nach dem ursprünglichen Weg und versuchen zu korrigieren in dem wir den ganzen Irrweg zurück gehen um dem einmal eingeschlagenen Weg wieder zu folgen? Oder arrangieren wir uns neu, schauen was jetzt das Richtige wäre und gehen auf eine neue Reise?

Ich erinnere mich, dass ich mich einmal mit einem Hund im Wald verirrt hatte. In der Hektik, die daraus entstand, weil ich mir plötzlich über Zeitverlust und mögliche Konsequenzen bewusst wurde, machte ich fatale Fehler. Verlor meinen Schlüssel (einen Schlüsselbund im Laub zu finden, Halleluja!) und schrie sogar den Hund an, dass er schuld wäre wenn ich mich jetzt verspäte und jede Menge Stress hätte. Im Blick des Hundes sah ich komplettes Unverständnis. Er schien mich zu fragen ob ich den Verstand verloren hätte. Hatte ich auch, um ehrlich zu sein. Gott sei Dank. Denn ohne Verstand konnte ich meiner Intuition folgen. Sie lud mich ein, mich hinzusetzen, zu atmen und mich zu sammeln. Dann natürlich eine sehr grosse Entschuldigung bei dem Hund. Und schliesslich ganz langsames und achtsames Gehen. Schritt für Schritt.

Ein anderen Hundeläufer kam mir entgegen und fragte mich, ob das mein Schlüsselbund sei. Unnötig zu sagen dass ich schamvoll nach Hause fuhr.

Wenn ich mich verliere, verirre, dann begegne ich mir selbst. Und nicht immer ist das, was man dabei sieht. wirklich sympathisch. Daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, was man in einer solchen Situation erkennen durfte, kann sehr erfrischend und auch bereichernd sein.

Ich habe damals alle Termine abgesagt und mir eine Woche Ruhe gegönnt weil ich erkennen musste, dass sich im Inneren sehr viel Ungeduld und Stress gesammelt hatte. Danke für den Umweg also.
In einem Coaching heute erkannte ich, dass beide Partner sich gefährlich entfernt hatten, als sie auf einen Irrweg kamen. Der kleine Seitenschlenker war kaum zu korrigieren und braucht von beiden viel neue Vertrauensarbeit.

Wie geht es Euch, wenn Ihr verloren gegangen seid?

Und wo findet Ihr dann die neue Sicht?

Am besten: Hoch hinauf in den Himmel und von oben das Muster neu erkennen.

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

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Wertvorstellungen

 

Gestern durfte ich zwei wunderbare Menschen aus meinem Coaching entlassen. Beruflich sind sie meilenweit voneinander entfernt und doch waren sie mit dem selben Thema unterwegs: Selbstwert.

Wie wunderbar, wenn man nach einer langen und intensiven Arbeit im Coachingprozess sehen kann, wie sich die Schultern straffen, der Kopf gehoben und die Brust herausgedrückt wird. Die Körpersprache der beiden war eine völlig andere als bei ihrem ersten Gespräch. Sie waren beide gewachsen in sich.

Von den Kristallen weiss man, dass sie nach innen wachsen und dabei die Dichte des Minerals immer mehr Spannung aufbaut. Man kann auch sagen, es ist gebündelte Kraft, die sich immer mehr veredelt. Ähnlich geht es Menschen, die ihren Wert entdecken und kultivieren und schliesslich zu lieben beginnen.

Menschen, die ihren eigenen Wert kennen und aufgrund dieses grossen Geschenks in sich – nach aussen sichtbar handeln, beginnen, einen wirklich Wert für andere darzustellen. Wie wunderbar, wenn ein Mensch seiner eigenen Stimme folgt und unabgelenkt ist vom Lärm des Alltäglichen.

Wie steht es um Deinen Wert?

Bist Du glücklich mit Dir?

Kennst Du Deine schönsten Seiten, deine edelsten Züge?

Siehst du deinen Diamanten im Herz?

Ach, die Welt wäre so viel wunderbarer, wenn wir alle unsere eigenen Geschenke zu schätzen wüssten und sie inflationär der Welt schenken würden!

In einem Gespräch heute Abend hatte ich einen Coachee, der innerlich kocht, dessen Temperament für ihn herausfordernd ist. Er hat es erkannt, dass sein Feuer, seine Leidenschaft, einen Weg nach aussen braucht. Seit er erkannt hat, dass Wut auch eine kreative Kraft ist, ein Motor für grosses Schaffen, ist er lebensfroh unterwegs und bewegt jeden Tag ganze Berge. Ich musste schmunzeln als er sagte, er könne sich nun endlich besser leiden und auch annehmen dass er eben so ist wie er ist und das Ganze dann wertschöpfend für Andere zur Verfügung stellen.

Unternimm doch heute einmal eine Reise in dein Innerstes und frage Dich, was Deine grösste Gabe ist.

Eine Gabe wurde uns gegeben um sie zu geben. Ganz anderes als ein Talent, dessen Same in uns steckt, an dem wir aber zur Vollendung schleiffen müssen.

Was ist Dir gegeben?

Was kannst Du völlig anstrengungslos jederzeit abrufen und zur Verfügung stellen?

Was macht Dich wertvoll?

Ich freue mich auf Deine Rückmeldung. Feire Dich selbst, breite die Flügel aus und dann: Spring.

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

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In der Ruhe liegt die Kraft

„Man muss das Chaos in sich tragen, um einen tanzenden Stern zu gebären“ (Nietzsche)
Als ich noch ein Pferd hatte, gab es eine Regel jeden Frühling im Stall: Die Pferde nicht länger als 20 Minuten auf die Weide im Frühjahr. Das lag am frischen Gras, das zu dieser Zeit ganz besonders viel Eiweiss enthielt. Da ich schon immer ein Rebell gegen Regeln war, musste ich das unbedingt bewiesen haben. Wir hatten eine Reiterin, die immer viel redete und ewig lang da war um Sattelzeug zu putzen, aufzuräumen, zu fegen und so allerlei zu tun. An einem Tag im März also brachte sie ihr Pferd auf die Weide und schaute nicht auf die Uhr. Während wir anderen unsere Vierbeiner schnell wieder herein holten, blieb ihres grasend viel länger draussen. Das Schauspiel das sich mir bot, als ich es später beobachtete, war höchst amüsant. Es war, als hätte das edle Tier das „restless leg syndrom“ an allen vier Beinen individuell. Mit der in ihm entstehenden wilden Kraft konnte es kaum umgehen, es schien fast zu explodieren vor Energie und Tatendrang. Unnötig zu sagen dass die Reiterin ihre schöne Mühe hatte, auf dem Rücken des Pulverfass zu bleiben.

So geht es uns allen auch in diesem Frühling. Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen und angenehme Plusgrade, kaum bersten die ersten Knospen, schon geht es los das hektische Treiben. Mehr als eine meiner Freundinnen und Klienten erzählt mir diese Tage von endlosen To-do-Listen, von Dingen die zu erledigen sind, die aufgeschoben wurden, vom Aufräumen und Entrümpeln, von neuen Plänen und Visionen die möglichst gleich und sofort umgesetzt werden müssen. Zudem das neue Aufpolieren von Figur, Frisur und Outfit, alles muss neu, frisch, schön sein. Bereit, endlich bereit für das Jahr. Der Frühling hat immer eine explosive Kraft, auch und vor allem dann wenn der Winter lange, dunkel und kalt war.

Dass wir aber in der Hektik und Schnelligkeit oft das Tempo und den Einsatz überschätzen, darf auch ich schmerzhaft erkennen, wenn ich mal wieder eine meiner geliebt-gehassten Schnellfahrerbussen bekomme.

Nehmen wir uns also ein Beispiel an der Natur, Schritt für Schritt zu gehen, nicht alles auf einmal, nicht zu schnell zu viel.

Ein Freund sagte mir kürzlich: Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht. Also: Ruhe im Sturm?

Nein, aber ein bisschen mehr Achtsamkeit kann uns helfen, wenn das Leben wieder einmal überwältigend wird. Unter dem mörderischen Tempo leiden wir alle. Wie viele Fehler werden alleine dadurch gemacht, dass wir zu schnell sind.

Aus der Schnelligkeit kann schnell Chaos entstehen. Lorenz, ein bekannter Meteorologe hat 1963 die Chaostheorie begründet, bei der es darum geht, dass selbst kleinste Veränderungen aus der Ordnung/der Logik heraus riesige Auswirkungen haben können, die kaum mehr berechenbar sind.

Ein Schmetterling der zum Beispiel in Shanghai mit seinen Flügeln wackelt, könnte damit – so die plakative Vereinfachung und Übertreibung – einen Wirbelsturm in New York auslösen. Diese Metapher steht dafür, dass Wetter global und langfristig nicht vorhersagbar ist. Dafür sind die Zusammenhänge einfach zu komplex. Schon ein kleiner, unvorhergesehener Einfluss kann dafür sorgen, dass alles eben doch ganz anders wird.

Das ist zwar schön und kreativ – aber es kann auch viel Hektik auslösen und Dinge, die wir so nicht wollten. Also beides – Die Ordnung und die Unordnung hat ihre Wichtigkeit. Einen tanzenden Stern gebären wollen wir alle gerne. Aber dann darauf tanzen, weil wir unsere Füsse noch auf dem Boden haben, das wäre wirklich schön.

Die Dosis macht das Gift, sagt die Medizin.

Also: 20 Minuten das eiweissreiche Grünfutter essen wie die Pferde – und dann noch alle Beine unter Kontrolle haben.

Lasst Euch Zeit, die Aufbruchstimmung zu geniessen. Dann seht Ihr auch die Chancen besser.

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

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Durchhalten, der Frühling kommt!

Heute morgen ging ich durch unseren scheinbar traurigen Garten. Die Erde ist voll gesogen von Feuchtigkeit, das Grün hat weder Kraft noch Farbe, die Bäume sind noch nicht ganz offen, die ganze Landschaft wirkt wie in einer Zwischenstation zwischen Tod und Leben. Die wenigen Knospen sind noch ganz fest verschlossen und klein und zaghaft. Aber hallo, heute scheint die Sonne schon und der Himmel zeigt sein schönstes Blau. Die Temperaturen laden wohl noch nicht zum Draussen verweilen ein, aber das Licht ist wieder auf Frühling eingestellt.

Ähnlich wie in der Natur zeigt sich auch in meinem und dem Leben von Freunden und Klienten dieses zähe und mühsame langsame Ringen nach neuem Leben. Es scheint als ob gar nichts einfach fliesst. Alles ist irgendwie mühevoll und ungeschmeidig. Die Dinge rollen noch nicht. Alles ist wie festgezurrt und doch gibt’s da diese Schubkraft die das pralle Leben zurück will.

Als ich ein paar Schritte ging, hörte ich eine Dame sagen es müsse dann jetzt mal langsam losgehen mit dem Frühling, denn sie hätte es satt, die Kälte, das Karge und dieses Langsamsein und sie wolle jetzt sofort! Licht und Farben und nicht mehr darauf warten. Ich konnte da nur zustimmen. Ich hadere auch damit, dass die Dinge im Stocken sind, nicht im Fluss. Und das obwohl ich die Gezeiten so liebe. Die Ebbe, die Flut. Nie käme es dem Meer in den Sinn zu sagen es mache da nicht mehr mit, das Leben müsse nur Flut sein. Es erträgt die Ebbe, es räumt den Strand, es liebt das Zurückziehen und das Wiederkommen.

Mir fällt die wunderbare Anne Morrow-Lindbergh ein, die in ihrem Buch „Muscheln in meiner Hand“ genau dieses Phänomen so treffend verdichtet hat:

Wir jubeln der steigenden Flut entgegen und wehren uns erschrocken gegen die Ebbe.

Wir haben Angst, die Flut würde nie zurück kehren. Wir verlangen Beständigkeit, Haltbarkeit und Fortdauer; und die einzig mögliche Fortdauer des Lebens wie der Liebe liegt im Wachstum, im täglichen Auf und Ab – in der Freiheit im Sinne von Tänzern, die sich kaum je berühren und doch in der gleichen Bewegung sind. Die einzig wirkliche Sicherheit liegt nicht im Soll oder Haben, im Fordern oder Erwarten, nicht einmal im Hoffen. Die Sicherheit liegt allein im lebendigen Bekenntnis zum Augenblick. Denn auch unser Leben muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen wie sie ist, in ihrer Begrenzung – eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immerwährend vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt. Man muss die Sicherheit des beschwingten Lebens anerkennen, seiner Ebbe, seiner Flut und seiner Unbeständigkeit.

(Anne Morrow Lindbergh)

Nehmen wir uns also ein Beispiel an der Natur. Sie lässt sich Zeit beim Wachsen und muss auch durch karge und unwirtliche Zeiten. Niemand von uns hätte gerne mit dem Baum draussen im Garten getauscht, der den Winter so stoisch ertragen hat. Und schaut nur an den Fotos unten, es geht wieder los. Nur Geduld. Der Frühling kommt wie jedes Jahr.

Eins aber noch: Adler sind zwar im Allgemeinen still und zirpen nicht… Aber manchmal tut’s auch ganz gut mal ein bisschen zu jammern. Geteiltes „Leid“ hat auch seinen Wert. Also geniessen wir es, in dieser Zeit einmal einem lieben Menschen den ganzen Ballast von der Seele zu quatschen. Und dann: Heben wir den Blick wieder, schauen in den Himmel und wissen: Alles wird gut.

(in diesem Sinne ein herzliches Dankeschön an meine Freundin M.)

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

Die Kraft der Inspiration

Inspiration kommt aus dem Lateinischen und beruft sich auf: inspiratio, also die Beseelung, das Einhauchen des Geistes. (spiritus wird auch oft zurück geführt auf den Atem der Seele). Diese Inspiration ist oft der Anfang eines künstlerischen und kreativen Prozesses.

Nachdem das Jahr für mich eher etwas düster und sogar langsam/stockend anfing, wünschte ich mir zum Geburtstag meine Quelle der Inspiration wieder zu entdecken. Also auf ging es in die wunderbare Stadt Wien. Drei Tage Kunst, Theater, Musik, alte und neue Schönheiten, geschichtsträchtige Bauten, den Atem der ruhelosen künstlerisch-kreativen Kraft. Wien ist eine entspannte Stadt, sauber, respektvoll, freundlich, charmant und komplett unaufgeregt.

Der berühmte wienerische „Schmäh“ brachte mich sehr zum Lachen, da ich zwei der Ureinwohner als meine Stadtbegleiter erleben durfte.

Am meisten aber beschenkte mich das Burgtheater und die kunsthistorische Sammlung. Das erstere weil das Burgtheater in Wien eines ist, das sich das gemeine Volk leisten kann. Hier gibt es noch Stehplätze für 3,50 Euro und in der ersten Reihe sitzt man für 59 Euro, so dass jedem ein Theaterbesuch möglich ist. Eines der ältesten deutschsprachigen Sprechtheater verbirgt sich in einem beeindruckenden Bau mit unglaublich vielen helfenden Händen, die dafür sorgen, dass es ein Erlebnis der besonderen Art werden kann. Ein Zusammenspiel von Schauspielern, Statisten, Musikern, Technikern. Ein grosses Ganzes das ein unvergessliches künstlerisches Feuerwerk erschafft.

Und die kunsthistorische Sammlung bietet die grössten Meister, viele gemütliche Sofas in den Ausstellungsräumen und die Chance sich wirklich sehr lange mit den Gemälden zu befassen. Mehr als einmal sass ich gemeinsam mit anderen Besuchern schweigsam und in andächtiger Stille vor einem Werk. Da war er, der gemeinsame Atem, der gemeinsame poetische Himmelsritt. Es war schön, andere Besucher anzulächeln wenn einer von uns weiter ging. Wir sprachen oft nicht die gleiche Sprache aber hatten das Gleiche gesehen.

Am Abend hörten wir ein Konzert, ein Potpourri, aus dessen Repertoire ich das klassische Lied „Wiener Blut“ noch immer im Ohr habe.

Nach drei Tage waren mein poetisches Herz, mein feines Gehör, meine kalte Nase (wegen der -12 Grad), mein beschenktes Auge (die Kunst und die Lippizaner-Tänze in der spanischen Hofreitschule) und mein süsser Bauch (die Konditoreien sind einfach umwerfend) ordentlich gefüllt. Ich flog reich beschenkt zurück. Im Sinne der Inspiration hatte ich ihn wieder, den Funken, den mein kreatives Wesen von Zeit zu Zeit braucht, um den Blick wieder zu heben und in den Himmel zu schauen, wenn mir die kleine enge Welt des Alltags den Blick verschränkt.

Wir alle brauchen Inspiration, wir alle brauchen von Zeit zu Zeit etwas oder jemanden, das oder der uns an das erinnert, wer wir sind. Sehr oft im täglichen schnellen Leben vergessen wir, unser starkes Herz zu nähren. Scheinbare Probleme, ich nenne das gerne unsere Herausforderungen, bringen uns von dem weg, was unser Herz zum tanzen, freuen und feiern bringt. Und schlussendlich kann man am besten geben, wenn man etwas zum Geben hat. Sei es auch nur das glückliche Strahlen von einem neu angezündeten Lebensfeuer.

Nun kommen die Fragen:

Was be-geistert, inspiriert Dich?
Was ist deine tiefste Sehnsucht?

Was nährt Deine Seele, dein Herz?

Und wann gehst Du diesem so wichtigen Hunger nach und be-fried-igst ihn?

Lade Dich immer wieder auf mit dem, was Dich glücklich macht.

Dann hast Du die Adlerperspektive.

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