Die gute Nachricht

Als ich noch ganz jung war und schon lesen konnte sah ich manchmal freundlich lächelnde Menschen mit einer Zeitschrift in der Hand, deren Titel war „Die gute Nachricht“. Ich wollte sofort, dass meine Mutter sie kauft. Sie zog mich weiter und raunte mir zu, dass das Leute von einer Sekte sind (natürlich wusste ich nicht was das ist) und ich nie nie nie mit denen sprechen sollte. In den folgenden Jahren sah ich die Leute oft, sie klingelten manchmal auch an den Türen und einmal bekam ich so eine Zeitschrift, die ich meiner Mutter geben sollte. Ich blätterte sie durch und verstand: Gar nichts.

Ich fragte meine Mutter, was denn nun die gute Nachricht wäre. Sie konnte mit derlei Fragen (und ich hatte sehr viele davon) nichts anfangen. „Was willst Du denn nur! Die gute Nachricht! Was willst Du nur immer wissen?“. Ich schmollte. Ich wollte eine gute Nachricht. Unbedingt.

Auch heute bin ich immer noch in Vorfreude auf gute Nachrichten. Ich begehre sie immer noch leidenschaftlich. Ich will, dass Dinge gut ausgehen. Ich will, dass etwas gelingt.

Im Moment will ich, dass etwas, das uns alle nervt, endlich vorbei geht. Jeden Tag hoffe ich auf diese gute Nachricht.

Nun durfte ich am Weekend mal wieder meinen Visionboard Workshop geben und hörte mich selbst sagen: Kein Jahr ist schlecht. In jedem Jahr gab es Momente und Begegnungen, die einfach wunderbar waren. Als Hausaufgabe hatten die Teilnehmer ein kleines Resümee geschrieben und da waren sehr viele gute Nachrichten. Es waren wunderbare, helle Momente im Jahr 2021.

Vielleicht ist das ja die gute Nachricht?

Dass es kein schlechtes Jahr gibt. Es gibt einfach welche, in denen wir lernen. Und welche, in denen wir ernten. Es gibt Jahre die randvoll mit Glück sind. Und andere die fast ausschliesslich anstrengend sind. Aber immer gibt es schöne Momente, in jedem Jahr.

Was war Dein Highlight im 2021?

Wer ist der Mensch des Jahres für Dich 2021?

Was war der schönste Moment, der eine einzige Augenblick, den Du immer noch erinnerst?

Was war eine Überraschung in 2021?

Was hat Dir dieses Jahr wirklich gut getan?

Und was hast Du Neues erlebt, begonnen und bekommen, was Dir Freude macht?

Siehst Du? Richtig gute Nachrichten. In Zeiten, die angespannt sind, müssen wir uns die wieder holen. Erinnern. Uns daran wärmen.

In der vergangenen Woche hatten wir einmal richtig dicken Nebel. Man sah keine 10 Meter weit. Aber ich wusste: Da steht der schöne Baum. Da gibt es die wunderschöne Fernsicht bei schönem Wetter. Das Gute ist immer da. Vieleicht nur von Nebel eingehüllt. Die guten Nachrichten müssen wir manchmal selbst kreieren.

Hier eine gute Nachricht für Dich: Ich werde auch nächstes Jahr, 2022, das vierte Jahr – meinen Blog schreiben und jeden Montag in Deine Email Box liefern. Jeden Montag eine mentale Vitaminspritze, damit Du die Welt wieder etwas bewusster und schöner wahrnehmen kannst. Na, wenn das keine Gute Nachricht ist!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Und täglich grüsst das Murmeltier

Kennst Du den Film? Und täglich grüßt das Murmeltierist eine US-amerikanisch Filmkomödie aus dem Jahr 1993. Bill Murray spielt darin einen arroganten, egozentrischen und zynischen Wetteransager, der in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer wieder erlebt, bis er als geläuterter Mann sein Leben fortsetzen kann.

Ein bisschen so etwas erlebe ich gerade im Leben einiger Coachees. Endlose Wiederholungen der immer gleichen destruktiven Verhaltensweisen, immer wieder die selben Stolpersteine und Ausweichstrategien. Schier niemals endende Widerstände, die jeden Fortschritt und jede Weiterentwicklung verhindern. Sehr mühsam. Sehr nervenaufreibend.

Kennst Du das auch, dass du manchmal die gleichen Dinge erlebst nur in unterschiedlicher „Besetzung“ des Theaterstücks? Und wie gehst Du damit um?

Wiederholst Du Dich gerne oder kennst Du keinen anderen Weg hinaus aus dem Dilemma? Und warum – lässt Du nicht einfach mal endgültig los?

Hast Du einen Benefit davon, das festzuhalten was Dir nicht gut tut?

Weichst Du Dir selbst aus, weil Du immer wieder das Gleiche tust, denkst oder vermeidest?

Ich bin in jedem Fall. Immer. Immer. Für radikale Lösungen.

Wenn sich etwas in einer Endlosschleife wiederholt, dann MUSST Du etwas ändern. Sonst wird schliesslich das Problem Dich mit Haut und Haar verschlingen. Wenn sich nichts weiter entwickelt, dann ist es eben doch irgendwann: Stillstand. Willst Du ein Leben auf der Null-Linie machen?

Weisst Du, was das bedeutet?

Eine Null-Linie führt in den Tod. Das ist physisch völlig klar. Und wenn Du nur ewig immer wieder das Gleiche wiederholst, nichts dazu lernst, nichts änderst, Dir nicht eingestehst dass Du wieder ausweichst, dann kommt es schliesslich zu einem totalen Verlust Deiner Lebenskraft.

Willst Du das?

Als Coach verlasse ich Menschen, die auf einer Nullinie sind. Ich habe keine Lust immer wieder anzuschieben. Auch in meiner Arbeit gibt es einen Moment, in dem ich kapituliere und sage: Hier gibt es keine Energie.

In der Medizin gibt es einen Weg aus diesem Dilemma: den Defibrillator. Automatische externe Defibrillatoren können auch von ungeübten Personen verwendet werden; sie können die Überlebensrate bei plötzlichem Herzstillstand um bis zu 75 Prozent erhöhen, indem innerhalb der ersten Minuten nach dem Herzstillstand ein lebensrettender Schock verabreicht wird.

In der Psychologie können wir auch mit dem Schock arbeiten. Meistens wird das in der Provokationstherapie eingesetzt. Meiner Meinung nach die einzige und beste Lösung um einen Mensch aus seiner Schockstarre und seinem Verweigern der Lösung zu holen.

Wenn das Murmeltier also wieder erscheint, dann ist die beste Lösung, die Du hast, einen wirklich

radikalen Schritt zu machen. Geh in eine Richtung, in der Du noch nie warst. Sprich etwas aus, das Du Dich noch nie gewagt hast. Fälle eine schmerzhafte Entscheidung, die Dich erlöst.

Tu in jedem Fall etwas Radikales, was Dich in eine bessere Situation bringt.

Hast Du das jetzt richtig gelesen? In eine bessere Situation! Das heisst, dein radikaler Schritt bringt dich aus der Endlosschleife in einen neuen Spielraum. Jetzt kannst Du neu wählen. Der Zauber des Neuanfangs wird wirken. Immer.

Wage Dich auszusteigen aus dem, was Dir nicht gut tut. Radikal. JETZT.

Du hast immer die Kraft. Du musst sie Dir nur bewusst machen.

Ich glaube an Dich.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Die Qual oder die Lust? Die Wahl haben!

In der vergangenen Woche wurde ich wieder einmal mit Menschen zusammen gebracht, die selten gewählt hatten. Ein Phänomen, das mir immer wieder einmal begegnet. Natürlich werden wir alle auch ein bisschen gelenkt durch unsere „Vorbilder“ und natürlich auch durch die „Rat-Schläge“ unserer Erzieher, Lehrer und Ratgeber.

Ganz oft kommt es dann vor, dass wir einem Pfad folgen, der ganz und gar nicht unserem eigenen Wunsch entspricht. Besonders oft bei der Berufswahl. Auch auf mich hatte ein Lehrer einmal eine solche fatale Wirkung: Er sagte: „Studiere ja nichts Logisches! Das wirst Du nie schaffen!“. Ich habe dann nach vielen Umwegen doch etwas Logisches studiert, die Psycho-logie, aber erst, als ich mir auf allen möglichen anderen Wegen ein bisschen anderes Wissen abgeholt habe, darüber hinaus aber auch ziemlich viel Zeit verloren hatte.

Ich hörte auch als Kind sehr oft: „Du hast zwei linke Hände“. Viel später habe ich dann erkannt: Genau so ist es, ich mache alles mit links! Und mir wurde auch sehr oft spöttisch gesagt ich wäre ja nicht anwesend/realistisch, ausgedrückt durch den Satz: „Die schwebt in höheren Sphären“. Heute denke ich amüsiert: Genau so ist es, der Adler flattert schliesslich nicht, er schwebt! Ganz oben übrigens 😉

Was hast Du als Kind oft gehört?

Hat es Dich gestärkt und unterstützt oder von deinem Weg abgebracht?

Was wurde Dir vorgeworfen, mit was wurdest Du entmutigt?

Was wurde Dir angeraten und somit aufgedrängt?

Kannst Du das im Nachhinein für dich umdrehen und nutzbar machen?

Wir wachsen alle mit Manipulation auf. Nicht nur von den Eltern, auch von Werbung, sozialem Umfeld, in der Schule und Berufsberatung. Wir entscheiden entweder uns anzupassen oder zu rebellieren. Manchmal entscheiden wir uns auch für die absolut kreuzunglücklich falschen Wege. Dann gehen wir dort und sind massiv unzufrieden und manchmal wissen wir nicht (mehr) warum. Dann kann es vorkommen dass wir eines Tages im „falschen“ Leben sind. Wir schauen uns an und fragen uns: Wie bin ich an diesen Ort, diesen Partner, diesen Job, dieses Leben gekommen?

Leider vergeuden wir mit der Frage, wie das passieren konnte, wieder kostbare Zeit. Wir analysieren, schauen zurück, bereuen, ja manchmal hauen wir uns auch den mentalen Gummihammer auf den Kopf. Damit sollte man ganz schnell aufhören.

Denn die Lösung ist ganz einfach. So einfach, dass wir uns gar nicht trauen, so zu denken, weil wir glauben, keine Wahl (mehr) zu haben. Ein ganz wichtiger Schritt bringt uns jetzt in die richtige Richtung:

Eine Wahl die ganz und gar keine Qual mehr ist. Sondern nur herzliche Ehrlichkeit von uns erwartet.

Was will mein Herz?

Das ist die allerwichtigste Frage. Und darauf baut alles auf:

Wie will ich leben?

Mit welcher Art von Partner wäre ich am glücklichsten?

Wie wäre meine ideale Wohnsituation? Ja – sogar: In welchem Land? Welcher Landschaft? Welche Sprache? Welche Behausung? Welche Umgebung?

Welchen Herzenswunsch möchte ich mir erfüllen?
Welcher Beruf würde mich glücklich machen?

Und dann ins Detail:
Welche Branche interessiert mich am meisten?
Wie will ich meine Berufung feiern?

Welche Ernährung macht mir Freude?
Wie möchte ich mich kleiden?

Wann möchte ich morgens aufstehen? Aus welcher Art von Nachtlager?

Wer soll mich im Leben amüsieren?

Welchen Interessen möchte ich mehr Zeit einräumen?

Ein Tier haben?

Ein Auto, Motorrad, Schiff, Bike besitzen? Welches?

Welche Sprache hören und sprechen?

Reisen? Wohin?

Welche Bilder sind in Dir entstanden, wenn Du diese Fragen liest? Hast Du gespürt wie dein Herz aufgeregt hüpft, wenn Du es fragst was es möchte? Und wie deckungsgleich ist das mit Deiner Realität?

Du bist der einzige Mensch, der Einfluss auf das hat was Du lebst: DU hast die volle Verantwortung dafür, Dich glücklich zu machen! DU musst und darfst wählen!


Und, ganz ganz wichtig: DU darfst Dich auch umentscheiden!

Dass Du es nicht tust, dafür gibt es gar keine Ausrede.

Ganz ehrlich: Ich habe mich einige Male kolossal falsch entschieden in meinem Leben. In fast allen Bereichen meines Lebens. Damit habe ich zwar einige Zeit verloren, es hat mir aber auch gezeigt, wie wichtig und elementar es ist, auf mein Herz zu hören. Heute bin ich am Ort meiner Wahl. Mit den Menschen meiner Wahl. In dem beruflichen Umfeld meiner Wahl. Es fühlt sich unglaublich gut an! Und ich schaue nicht mehr zurück, wo ich falsch abgebogen war vom Weg. Das hat mich alles Geld, Zeit und auch Herzschmerz gekostet. Und es war unnötig. Und trotzdem, das ist wichtig:

Niemand hat uns je beigebracht wie wichtig es ist mit dem Herz und nach unseren VOR-LIEBEN zu wählen.

Du kannst das. Tu es jetzt. Kreiere Dir das Leben DEINER WAHL.

Vielleicht die wichtigste Aufgabe Deines Lebens.

Du schaffst das. Dein Herz kennt die Antwort.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Raus aus der Defensive!

Lähmt er Dich auch, der graue November?

Letzte Woche hatten wir tagelang Nebel und einen grauen Himmel. Kein Sonnenstrahl konnte durch die dichte Wolkendecke dringen. Das Leben im Wald war fast zum Stillstand gekommen. Man hörte nichts, man sah nichts. Die Schritte durch nasses Laub waren leise und verhalten.

Und ein bisschen übertrug sich das auch auf die Stimmung.

Einige Menschen um mich herum erzählten mir, wie sehr sie sich eingeschränkt fühlen, wie wenig voran geht, wie wenig sich bewegt. Innerlich und äusserlich. Irgendwie war alles in Zeitlupen Tempo gekommen. Lethargie. Tristesse.

Ich sass zuhause und zählte mir die Wunder und Geschenke des Jahres auf. Bastelte an einem Foto Potpourri des schönen Sommers. Ass die Marmelade einer reichen Beerenernte. Ein perfektes Jahr für Beeren. Viel Wasser, viel Sonne und keine Eile zum Reifen. Die Äpfel sind dieses Jahr auch ganz besonders köstlich. Und die Zeit, die man hatte, um Freundschaften zu pflegen war wertvoll.

Warum lähmen wir uns, wenn es draussen langsam wird? Hast Du eine Wahl, wie Du die Dinge sehen möchtest, die gerade wieder das gesellschaftliche Leben einschränken? Stehst Du auch ängstlich in der verharrenden Haltung und schaust auf die Entwicklungen?

Wie gut, das man in solchen Momenten immer die richtige Inspiration finden kann. In meinem Fall – und in diesem Fall auch als Geschenk für diesen Blog: Einen Sinnspruch den ich fand:

Fühl Dich frei! Du hast immer noch die Wahl! Du bist immer noch da! Du bist immer noch heil!

Schwing die Füsse! Mach so viel Bewegung wie Du kannst! Verändere was Du verändern kannst! Gestalte etwas um, mache die schönen Erinnerungen an dieses Jahr sichtbar. Drucke Fotos aus, hänge sie an gute Stellen. Bastle an einer Collage. Kaufe Dir Blumen und dekoriere neu. Schreib einmal wieder ein paar schöne Karten oder Briefe an Freunde (mit Hand, mit Briefmarke, mit Liebe).

Vielleicht fällt Dir ein Webinar ein, das Du machen könntest oder etwas, das Du neu lernen kannst. Oder Du engagierst Dich da, wo Du gebraucht wirst. Oder Du machst etwas Kreatives. Initiierst eine Bewegung mit anderen, erschaffst einen neuen Spielraum.

Letztes Wochenende hatten wir lieben Besuch. Nach einem langen Hundespaziergang haben wir zusammen gesessen, gegessen, geredet und uns erzählt über unser Leben. Das allgemein omnipräsente Thema, über das wir alle kollektiv reden und jammern in der Aussenwelt fand an diesem Tisch fast nicht statt. Wir taten uns einfach gut.

Der November zeigt uns Stillstand in der Natur. Aber er ist dennoch reich. Die Blätter sind grösstenteils von den Bäumen. Überall Farben am Boden. Das Rascheln der Tiere kannst Du schon hören, wenn Du Dir Mühe gibst. In der vergangenen Woche holte ich einen grossen Sack zerstossene Erdnüsse im Farmshop und bei jedem Spaziergang streute ich zwei, drei Hände in den Wald für die Eichhörnchen. Ich freute mich bei dem Gedanken wie sie dieses „Wunder“ wohl erlebten, wie sie emsig die Vorräte für den Winter sammeln und sich freuen, dass alles so sehr in der Fülle vorhanden ist.


Diese Fülle ist auch in unserem Leben. Wir neigen nur dazu, sie nicht zu sehen, weil wir beschäftigt damit sind zu jammern und zu klagen über alles, was gerade nicht gut ist oder nicht geht.

Also nimm Deine Hände und zähle an den Fingern ab, was alles gut ist. Wofür Du dankbar bist in diesem Jahr. Was Wunderbares in Deinem Leben ist, was Du alles (noch) geniessen kannst.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Finger voller Glück?

Und jetzt fang von vorne an.

Auf wieviele Hände voller Glück kommst Du?

Komm aus der Defensive. Das Leben ist jetzt. Und es ist gut.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich den Glücklichen von letzter Woche. Meinem liebsten Remko. Mona und Lionel. Daniela. Markus. Jolanda. Maria. Leonie. Katalin. Zedric. Ann. Und meiner momentan liebsten Autorin Louise Penny. Was für ein Glück!

Zusammen wachsen – zusammenwachsen

Eine Liebe, welche die Begegnung mit der Wirklichkeit

nicht verträgt,

ist keine Liebe.

<Albert Camus>

Wie geht es bei Dir weiter?

Und wie bei Euch?

Geht etwas weiter?

In der letzten Woche hatte ich mit einigem Liebeskummer zu tun. Es ging um Beziehungen und Partnerschaften. Und es ging um unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte.

Das Thema Liebeskummer kenne ich selbst sehr gut, ich habe viele Jahre an dieser Krankheit gelitten. Wie gut, dass das nun vorbei ist. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie sehr es die eigene Lebenskraft einschränkt, wie alle Energie heraus und in dieses Thema hineinfliesst. Auch ich war einmal fast zwei Jahre bei einer Psychologin und musste mir den Kummer heraus weinen.

Erleichterung tut in diesem Fall gut. Sich ausweinen, erzählen, Fragen stellen, austauschen.

Aber was steckt dahinter?

In fast allen Fällen, die mir begegnet sind, ist es vor allem ein Problem mit unserem Selbstwert und der daraus folgenden emotionalen Abhängigkeit. Der Partner soll uns glücklich machen, unsere Wünsche erfüllen, für uns da sein, unser Leben versüssen. Und wenn er es nicht tut, dann beginnt man zu kämpfen, die Anfangseuphorie soll wieder hergestellt werden, die Nähe wieder neu aufblühen. Häufig beginnt eine ungute Spirale aus Anhänglichkeit und Leiden. Spätestens dann wissen wir: Es ist nicht mehr gesund.

Wie hast Du Dich gefühlt, bei Deinem letzten Liebeskummer? Und wie siehst Du das heute?

Wenn Menschen in meine Praxis kommen um ihren Liebeskummer abzulegen, dann vor allem weil sie sich vor lauter Suche nach dem, was sie retten möchten, selbst verloren haben. Dann bauen wir gemeinsam wieder auf. Denn Dein Leben ist ja immer noch wertvoll und schön, auch wenn der Partner nicht mehr darin vorkommt! Dein Leben ist noch immer 24/7 ein Geschenk! Was kannst Du jetzt als Nächstes angehen, um Dich in Deinem Leben wieder einzurichten?

Nun, vor allem eins: Du musst aus der Defensive heraus kommen. Die unglückliche Beziehung hat Dich schrumpfen lassen. Du hast Dich klein gemacht oder dem anderen angeboten, Dich klein zu machen. Du hast Lebensfreude eingebüsst, die Dinge, die Dir wichtig sind, aus den Augen verloren. Und nicht gut für Dich selbst gesorgt.

Vor allem aber: Du hast aufgehört zu wachsen!

Und wachsen willst Du. Alles was lebt, wächst auch. Das Leben bleibt nicht stehen. Es ent-wickelt sich. Meistens zu Deinem Vorteil. Vor allem aber, um zu reifen, erfüllt zu werden, die beste Version von sich selbst zu werden.

Ich behaupte: In einer guten Beziehung muss man sich gegenseitig die Möglichkeit zum Wachsen geben und lassen. Und sich gegenseitig fördern und unterstützen. Man muss sich auf Augenhöhe begegnen, sich gegenseitig anspornen. Und natürlich auch die romantischen Dinge: Die Schönheit des Anderen sehen, sich gerne berühren, einander verwöhnen und beschenken. Aber vor allem vom Miteinander wachsen wird eine Partnerschaft gelingen.

Entfernt man sich zu weit voneinander, wird man sich aus den Augen verlieren. Ist man zu nah beieinander, verliert man den Blick auf ICH und DU, die beide im WIR Platz haben müssen.

Partnerschaft und Liebe sind komplizierte Dinge, die sich immer wieder neu formieren und mit deren Entwicklung man geschmeidig mitgehen muss, um sie dauerhaft auf einem wertvollen Niveau zu halten.

Frage Dich: Tun mir die Menschen gut, die um mich herum sind?

Bringen sie das Beste in mir zum Vorschein?

Glauben sie an mich?

Können wir gemeinsam wachsen?

Dann bleibe.

Und sonst: Zieh weiter, schau nicht zurück. Du kannst durch die Käfigtür hinaus spazieren und die grosse weite Welt erobern.

In jedem Fall wirst Du gewinnen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Wer loslässt hat die Hände frei

Was bleibt, wenn ich alles verliere? Vielleicht sogar meine Familie? Dann bin ich doch immer noch ich?

Letzte Woche durfte ich einige Male in genau dieses Thema blicken. Ich hörte einen Podcast, in dem es um eine Geschlechtsangleichung ging. Ich sprach mit einer Freundin, ob man das eigene erfolgreiche Geschäft verkauft und was danach kommen könnte. Ein Klient im Herbst hatte Angst seine feste Anstellung zu kündigen um in die Selbstständigkeit zu wechseln. Und eine andere Coachee hat den Kampf gegen ihre psychischen Herausforderungen verloren. Und dann kam dieser Satz aus dem Mund einer lieben Freundin…

Was bleibt also von Dir, wenn Du alles verlierst?

Dein Leben?

Dein Dasein?

Vielleicht auch noch deine Sehnsüchte, Träume, deine Kraft, deine Leidenschaft? Dein wahres nacktes Wesen, das nicht mehr mit allerlei Tand überschüttet wird, sondern vielleicht das erste Mal frei ist?

Vielleicht wärst Du dann endlich f r e i ?

Was wäre wenn diese ganze Last aus Pflichten, Rollen, Gewohnheiten, Verfügbarkeit, scheinbarer Sicherheit, Rechtfertigung und verdammt noch mal: Sklaverei! endlich wegfallen würde?

Wir alle schleppen ein Leben aus Pflichten, Moral, Scham, Schuld, Ver-sprechen mit uns herum und trauen uns nicht auszubrechen in die freie Welt. Wir meinen die Sachen geben uns halt, die Materie, die Familie, der Freundeskreis, die Verträge, die Versprechungen, die Abmachungen.

Das ist schon richtig: Es gibt uns Halt. Es hält uns. Es hält uns fest.

Kannst Du das mal auf den Prüfstand stellen? Ist es das wert?

Gerne zitiere ich in diesem Zusammenhang ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, das es nicht besser beschreiben könnte:

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Vielleicht kannst Du Dich fragen, ob die Liebe, an der Du Dich festhältst, eine ist, die Bedingungen an Dich stellt? Ob die Kinder inzwischen gross und erwachsen genug sind, um selbstständig zu laufen (ganz ehrlich: Unsere Hand dazu brauchen sie nur bis sie ca. 2 Jahre alt sind) ob der Job auch ohne dich weitergehen würde? Ob Du wirklich diese Last tragen musst, Deine eigene und oft genug auch die der Anderen?

All diese Fragen bringen Dich vermutlich nirgendwohin weil Du Dich eben verantwortlich fühlst. Selbst gewählt oder auch anerzogen.


Es gibt eine wirklich wichtige Frage, die Du Dir stellen kannst:

Wofür will ich frei sein?

Wenn Du die Frage so drehst, dass sie Dir ein Potential schenken kann, dann kannst Du viel leichter los lassen! Dann ist der Weg plötzlich klar, dann kannst Du gehen. Dann kannst Du auch verlieren was Du vielleicht schon lange nicht mehr tragen kannst und willst. Dann bist Du immer noch da. Dann bist Du vielleicht das erste Mal richtig da seit langem.

Zum Schluss dieses Themas noch eine kleine Anekdote: Als ich 2012 meine eigene Praxis auflöste, brachte ich die gesammelten Papiere und Dossiers von 10 Jahren in die Kehricht-Verbrennungsanlage. Meine Praxis hiess „Phönix“. Ich wollte also unbedingt sehen wie die Papiere – und die Geschichten – ins Feuer fallen und transformiert werden. Mein Auto war sehr voll. Ich nahm Kiste um Kiste mit den Dossiers meiner Kunden und mein Herz war dann doch ein bisschen schwer, sie gehen zu lassen. Ich las die Namen an dem Rücken der Ordner und wurde ein bisschen sentimental. Da kam ein Mitarbeiter der Anlage und wollte mir helfen, das ein bisschen „schneller zu erledigen“. Er riss die Kartons heraus und schleuderte sie in den Kamin. Bevor ich mich versehen hatte öffnete er auch noch meine Beifahrertür vom Landrover. Da stand noch eine kleine Schachtel, mit Dingen, die ich aufheben musste. Darin waren: Zeugnisse, Diplome, Urkunden, Pässe, Bescheinigungen, Fortbildungsnachweise, mein ganzes Leben auf Papier. Er warf es in hohem Bogen ins Feuer. Ich konnte es in Zeitlupe sehen.

Was passiert, wenn wir alles verlieren?

Sind wir dann immer noch wir selbst?

Welchen Schatz in Dir kannst Du niemals verlieren?

Willkommen in der Adlerperspektive!

Der Lack ist ab!

Kennst Du das auch, dass Du Dich nach „früher“ sehnst?

Dass Du meinst, dass früher alles toll war? Das Leben leicht, die Liebe noch prickelnd frisch, der Alltag noch spannend und beglückend? Also kurz: alles war besser?

In meiner Arbeit werde ich oft damit konfrontiert, dass Menschen an einen Punkt in ihrem Leben zurück wollen, an dem alles scheinbar so viel besser war. Oft auch in die Anfangszeit ihrer Beziehung, als man sich noch permanent umgarnt, viel miteinander gelacht und ständig einfallsreich vergnügt hat.

Leider ist das nicht möglich. Man wird niemals die Zeit zurück drehen können.

„Niemand kann zweimal in denselben Fluss steigen, denn alles fliesst und nichts bleibt. “ Mit diesen Worten soll der griechische Philosoph Heraklit seine Lehre zusammengefasst haben: Alles ist in Bewegung, nichts bleibt stehen.

Ist es denn so schlimm, wenn alles weiter fliesst? Welche Geschenke hast Du auf dem Weg bekommen, den Du von damals nach heute zurück gelegt hast? Wie hast Du Dich selbst weiterentwickelt? Wer war wie an deiner Seite, was hat Dich beschäftigt, was verändert, was kam neu dazu?

Und was ist geblieben?

Wir haben Werte, die ein Leben lang bleiben, sich sogar vielleicht sogar noch stabilisieren. Und Sehnsüchte, die gleich bleiben, auch wenn sie sich ein klein wenig konkretisieren oder anpassen an das, was (noch) möglich ist.

Und Orte bleiben ja in unseren Erinnerungen und real, Erlebnisse, Wegabzweigungen, Düfte, Erinnerungen, Gewohntes und Vertrautes.

In den letzten Tagen durfte ich mit meiner Freundin 30 Jahre Freundschaft feiern und in die Stadt zurück reisen, in der wir uns kennengelernt haben. Wir schlenderten zu den Orten von damals und erinnerten uns gerne an die ein oder andere Anekdote. Aber etwas Spannendes passierte uns auch: Unser Blick hatte sich verändert. Vieles, das wir damals glücklich angestaunt hatten, war jetzt irgendwie gewöhnlich. Dinge und Orte, die einen Nebel der rosaroten Verklärung hatten in der Retrospektive, waren jetzt trivial. Irgendwie auch beruhigend, weil ja auch wir uns weiter entfernt haben, älter geworden sind und auch anspruchsvoller. Sie sagte irgendwann: „Das ist wie bei uns. Auch in München ist der Lack irgendwie ab.“

Warum denn nur machen wir einen Glitzerlack über Erinnerungen?

Vor allem, weil wir damals geträumt haben. Das gilt besonders, wenn wir noch jung und voller Vorfreude waren. Auch damals lebten wir keineswegs in der Gegenwart. Vieles war zukunftsgerichtet, vieles eine Art Prognose, wie sich unser Leben wohl weiter entwickeln würde.

Wir alle träumen am Anfang einer neuen Liebe immer davon, dass es ewig so wundervoll und leichtfüssig weiter gehen würde.

Und dann kommt das Leben, der Alltag, die Pflichten, die Herausforderungen, die Schicksalswendungen, der Stress, die Abzweigungen vom Weg. Und wir verlieren dieses rosarote Bild aus den Augen, haben keine Zeit mehr für die kleinen Gesten und den liebevollen weichen Blick. Wir beginnen uns zu beeilen, uns anzustrengen, reissen uns zu oft zusammen, entfernen uns von der spielerischen Melodie.

Das geht uns allen so!

Der Lack, den wir bisweilen über Orte, Menschen, Situationen giessen, um das Schöne zu konservieren und festzuhalten, muss abblättern. Weil wir gar nichts festhalten können. Auch nicht unser Leben. Wir müssen uns wandeln, entwickeln, neue Formen annehmen, der Blick wird sich immer wieder verändern, weil die Welt sich verändert.

Kommen wir also in unser heutiges Leben: Die Gegenwart ist JETZT.

Wieviel Schönheit ist um Dich herum?

Was ist alles wunderbar in Deinem Leben?
Was betrachtest Du mit dem liebevollen, weichen Blick?

Was sind die täglichen Geschenke, die Du empfängst?
Wofür bist Du dankbar?

Ziehen wir ruhig den Lack ab. Das was darunter zum Vorschein kommt ist sowieso um einiges besser! Wir sind ja da! Wir sind am Leben! Wir sind schön! Das Leben ist gut zu uns!

Feire doch in dieser Woche einfach das, was ist.

Jede Wette: Es strahlt auch sein Wunder aus, wenn Du es als solches erkennst.


Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich Nadia. Und unserer Stadt München. Schön, dass wir hier waren! Es ist alles viel besser geworden als in der glorreichen Vergangenheit erträumt!

Komm mit mir ins Abenteuerland…

Welches Abenteuer ruft Dich aktuell?

Wirst Du es tun?

In der vergangenen Woche und in der kommenden Woche habe ich wieder einmal das Privileg in der wilden Natur zu arbeiten. Wir sitzen, liegen auf den ungemähten Wiesen und am Feuer, an gewaltigen Wasserfällen, laufen über Stock und Stein, werden kalt und suchen die Sonne, lesen die Sprache der Natur und schliesslich unsere eigene Innensicht.

Hier lockt es ganz gewaltig das Abenteuer, diese Landschaft ist herausfordernd. Jeder Schritt will gut platziert sein, wir müssen auf Schlangen und allerlei Bodengetier achten. Und den Elementen ausgesetzt sein. Wenn alles was unwesentlich ist wegfällt, erscheint ganz von alleine Dein Kern, schält sich heraus wie ein wahrer Schatz. Manchmal begegnet uns dann etwas, das wir tief vergraben oder sogar verdrängt haben… in der vergangenen Woche sind mir ein herrlich brachialer wütender Bär in Menschengestalt und eine feine stille indianische Seele begegnet.

Wenn alles was uns ablenkt seinen Sinn verliert, dann können wir ihn hören: Den inneren (Auf-)Ruf in ein Abenteuer.

Niemand hat das so wunderbar in Szene gesetzt wie Mark Twain:

In zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein über das,was Du nicht getan hast, als über das, was Du getan hast. Also lichte den Anker, segle fort aus dem sicheren Hafen. Fang den Wind in den Segeln! Erforsche. Träume. Entdecke!

(Mark Twain)

Go wild – Das Abenteuer ruft!

Es gibt fünf Prinzipien eine neue Idee anzuschauen und dann zu einer Entscheidung zu kommen.

Realisiere aus dem Bauchgefühl, was gerade ansteht. Was fühlt sich für Dich gerade spannend an und lockt Dich, verwirklicht zu werden?

Wozu hättest Du JETZT ungebändigte Lust?

Was willst Du schon immer tun und jetzt wäre der richtige Moment?

Wessen inständiges Sehnen und Ziehen willst Du nicht mehr widerstehen?

Da sind vier Sichtweisen die Hinweise geben, ob sich die Idee weiter entwickeln kann:

Der innere Kritiker: Was ist blöd an der Idee? Was könnte mich blockieren?

Mein eigenes Ich mit 85: Wie schaue ich aus der Jahres-Distanz auf diese neue Sache zurück?

Die Vorsicht: Was ist damit gefährdet und was ist daran gefährlich?

Die Stimme meines Mutes: Was gibt es zu gewinnen dabei? Was traue ich mir zu?

Und wie ist jetzt Deine Entscheidung?

Natürlich kannst Du in der gewohnten langweiligen und scheinbar so sicheren Welt bleiben. Dann ist Dein Leben ein grauer lauwarmer Strom. Oder Du kannst ausbrechen, egal ob für eine Tat, eine Reise, eine Weile oder ein Leben.

Wieviel kochendes Blut strömt denn noch in dir?

Willst Du es?

Mein Glück ist vollkommen. In der letzten Woche hat mir ein Coachee zugerufen, dass er es will. Und ich weiss, dass er es tut. Ich sehe ihn schon. Nicht erst mit 85. Schon in ganz kurzer Zeit wird er mich anrufen und mir zeigen was entstanden ist aus seinem voll ambitionierten Aufbruch ins Abenteuerland. Sein Leben wird explodieren. Er wird sich überall ausbreiten wo er es will. Er wird jeden Tag energiegeladen und glücklich aufstehen und seine Worte werden sein: mehr mehr mehr davon!!!

Du hast es in der Hand. Du hast es vor Dir, das Abenteuer.
Sei mutig!

Spring!

Noch klopft Dein Herz!

Willkommen in der Adlerperspektive!

Für Lukas. Veronika und Daniela. Ich verneige mich vor Eurem Mut.

Von Opfern und Tätern

Steh endlich auf! Kriech nicht weiter!

Das möchte ich manchmal sagen wenn ich sehe, dass Menschen sich klein machen oder die Opferrolle gebucht haben…. da gibt es ein feines Bild:

Wenn man nichts ändern will. Wenn man meint die Anderen seien schuld. Wenn man die Umstände verantwortlich macht. Wenn man keine Eigenverantwortung wahrnimmt. Wenn man alles für zu schwierig, zu anstrengend und vor allem als unmöglich empfindet… dann hat man sie gepachtet, die Rolle als „armes Opfer“. Ganz schön bequem! Oder doch nicht?

In der Regel gibt es gar keine Opfer. Mit einer Ausnahme: Wenn man zu jung war und in einer Zwangslage, um sich nicht wehren zu können. Oder wenn einem etwas zugestossen ist, bei dem man keinerlei eigenes Zutun hatte. Dann nenne ich es Schicksal. Und auch das ist abwendbar. Wenn auch vielleicht nicht in der Situation.

Denn dann frage ich: Und was tust Du JETZT?

Bist Du bereit dein Leid, deinen Verlust, deinen Schmerz loszulassen?

Oder wirst Du dein Schicksal weiterhin dafür missbrauchen um jetzt nicht in die Gänge zu kommen?

Niemand muss für immer Opfer sein!

Wir sind alle. Alle! Nur einen Schritt davon entfernt vom Opfer zum Täter zu werden.

Wenn du die Dinge verändern willst dann bewege Dich! Du bist kein Baum!

Spürst Du noch Mut und Aufbäumen in Dir? Willst Du Dir Deine eigene Welt erschaffen? Möchtest Du für Dich selbst einstehen? Deine Wahrheit leben?

Walk your talk?

In den vergangenen Jahren hatte ich einige Coachings mit Menschen, die ein sehr schweres Schicksal erlitten hatten. Schon, dass sie sich in ein Coaching wagten, zeigte mir, dass sie das Blatt wenden wollten. Sie waren bereit die Last von ihrem Rücken zu nehmen und aufzustehen. Schliesslich die Flügel auszubreiten und von ganz oben abzuspringen, damit der Aufwind sie in den Himmel trägt. Ganz ehrlich: Der Weg war nicht leicht, das wussten sie von Anfang an. Es brauchte sehr viel Kraft.

Hast Du noch Kraft?

Dann steh auf. Du wurdest nicht zum Kriechen geboren. Du bekamst einen aufrechten Gang. Einen scharfen Geist. Ein mutiges Herz.

Vielleicht ist jetzt, genau jetzt, mit so viel Gegenwind, der genau richtige Moment, in Deine Kraft zu kommen. Einfach weil Du es willst und Du den ersten Schritt machst.

Du schaffst das! Du schaffst das!

Steh auf!

Spring ab!

Fliege!

Willkommen in der Adlerperspektive!

Den Kopf im Sand

Manchmal hilft ja nur noch das: Den Kopf in den Sand stecken und damit einfach mal eine Weile nicht hinsehen.

Kennst Du das auch? Ich ertappe mich bei Kinofilmen, wenn eine schlimme Szene kommt, dass ich die Augen zuhalte. Dann ist sie auch nicht so (schein-)real. Ich bedecke meine Augen sogar mit den Händen, quasi als Verstärkung…. obwohl ich sie ja eigentlich einfach schliessen könnte.

In der vergangenen Woche hatte ich meine Hände oft vor den Augen und habe das beobachtet.

Ich legte meinen Kopf nach vorne, bedeckte die Augen und schüttelte den Kopf. Körpersprachlich: Ich kann gar nicht hinsehen. Ich will es gar nicht sehen. Das darf doch nicht wahr sein. Das ist einfach zu viel für mich. Ich will, dass das gar nicht passiert.

Eigentlich aber ist es ein Reflex, der durchaus gesund sein kann: Man verschliesst sich zwar nach aussen aber nach innen gibt es eine gewisse Ruhe. In dieser Geste kann man seinen Atem beobachten. Berührt und damit beschwichtigt sich. Geht in sich und kommt dann wieder nach aussen.

Manchmal ist das genau die richtige Lösung: Innehalten.

Dagegen ist gar nichts zu sagen! Mal einen Moment Auszeit zu nehmen von den Ein-drücken.

Sich kurz erholen. Sich sammeln. Und dann: Augen auf und weiter machen.

Wir sind alle, gerade jetzt, in Situationen, denen wir lieber ausweichen würden.

Wenn es zu anstrengend wird, wenn alles zu viel wird, dann lohnt es sich eine kurze Bremsung zu machen. Wie es angeblich der Vogel Strauss tut. Den Kopf in den Sand stecken und sich vorstellen, die Gefahr, das Ärgernis wäre jetzt gar nicht da. Damit nehmen wir uns Zeit um zu atmen, zu uns zurück zu kommen und uns zu beruhigen.

Das ist durchaus legitim!

Du musst Dir nur vornehmen, wieder aufzutauchen. Nimm Dir ruhig Deine Auszeit. Kapituliere. Leg das Schwert aus der Hand. Jeder kluge Krieger tut das. Kurz innehalten. Bis 10 zählen, alle Muskel entspannen und dann jede Kraft zurück ziehen in den Körper.

Weisst Du wie schnell so ein Strauss rennen kann? 70 km/h!

Dafür braucht man nicht nur eine solide Beinmuskulatur sondern auch eine starke Motivation.
Die Motivation, die Kraft, wird innen abgerufen. Sie explodiert, manchmal sogar aus dem Stand.

Wenn wir das also so könnten: Den Kopf in den Sand stecken. Einen Moment sammeln. Durchatmen. Aufrichten… und dann los!

Stattdessen verhalten wir uns oft wie kleine Kolibris. Diese Vögel flattern sich zu Tode. Das Leben in Hochgeschwindigkeit kostet viel Kraft und Energie. Deshalb brauchen Kolibris mehr Sauerstoff als jedes andere Wirbeltier: 400 mal pro Minute schlägt ihr Herz – wenn sie sitzen. Beim Flug kommt es auf 1.200 mal, das sind 20 Herzschläge pro Sekunde! Kolibris führen ihren Schwirrflug mit einer sehr hohen Frequenz von 40 bis 50 Flügelschlägen pro Sekunde aus. Während des Flugs beschreiben die Bewegungen ihrer Flügelspitzen eine liegende Lemniskate. Mit ihren beweglichen Flügeln können sie auf der Stelle fliegen, um zum Beispiel Nektar zu trinken… sie fressen also sogar im Fliegen, weil sie keine Zeit zu haben scheinen.

Wo bist Du gerade unterwegs?

Bist Du gestresst?

Flatterst Du Dich halb krank, um alles unter Kontrolle zu bekommen?

Bist Du von den vielen Eindrücken überrannt?

Wann hast Du das letzte Mal „abgeschaltet“ um Dich auszuruhen?

Schlussendlich werden wir nur effektiv handeln können, wenn wir uns auch Zeiten der Ruhe gönnen. Die Augen schliessen und uns entspannen. Eine Zeit lang aussteigen. Um dann wieder – aus dem Stand – volle Kraft voraus – ins pralle Leben weiter zu fliegen.

Übrigens: Dass der Vogel Strauss seinen Kopf in den Sand steckt ist eine Legende.

Er hat etwas Interessantes im Sand gesehen. Jetzt senkt er den Kopf. Durch eine Luftspiegelung meint man, der Vogel steckt den Kopf in das niedrige Gras oder den Sand. In Wahrheit pickt er nur – und kommt mit einem Leckerbissen wieder nach oben!

Ganz egal ob Vogel Strauss oder Kolibri. Du brauchst Ruhe- und Atempausen. Nimm sie Dir. Verschwende Deine Energie nicht. Nutze sie da, wo Du sie brauchst. Und lade auch immer wieder deine Batterien auf. So kommst Du durch schwere Zeiten.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Wenn Du einen kleinen Boost brauchst: Hör Dir das Lied an… solange kannst Du Deine Hände auf die Augen legen… https://www.youtube.com/watch?v=hgwytOPOR5E