Was für eine Zumutung!

Das habe ich kürzlich aus dem Mund einer wütenden Frau gehört. Sie bezog sich auf irgendetwas, das sie nicht tun wollte, oder nur unter grösstem Widerstand.

Der Satz lief mir nach, als ich ins Auto stieg und ich nahm ihn auseinander:

„ Zu – Mut – ung“. Eigentlich ein Zugeständnis von einem Umstand, der unseren Mut herausfordert. So gefällt mir das: Jemand möchte, dass ich mit Mut in eine Sache hineingehe. Oder mit Mut genau das Gegenteil mache: Mich ihr widersetze.

Mut sieht man nicht mehr so oft. Mut braucht Überwindung von Angst. Mut braucht Dynamik und Engagement. Man braucht eine klare, möglichst intrinsische Motivation. Mut braucht auch ein bisschen Aggression. Ich sehe nicht mehr viel Mut. Unser Leben ist sehr gemütlich geworden, die Komfortzone hat die meisten Territorien übernommen.

Mut würde doch auch heissen: Gegen alle Widerstände: Ich entscheide mich, meinen ganz eigenen individuellen und selbst gewählten Weg zu gehen. Weil er zu meinem Wesen passt, weil er will, dass ich meinem Herz folge.Sofort wenn man Mut aufbringt und sich für sein Herz entscheidet, bekommt man: Euphorische Freude. Wenn man Mut bewiesen hat, setzt das einen riesigen Endorphin Cocktail in Gang.

Besonders schön kann man das bei Kindern sehen: Wenn sie sich trauen, die grosse Rutschbahn runter zu sausen, das riesige Tier zu berühren, auf einem Pferderücken zu sitzen, die erste Runde mit dem Fahrrad zu fahren…. die Kinder brauchen die Zu-mut-ung der Eltern, denn sonst würden sie deren schützende Hand niemals loslassen.

Wann hast Du Dir das letzte Mal etwas zugemutet?

Wozu brauchst Du aktuell viel Mut?

Was empfindest Du als Zumutung? Wie gehst Du damit um?

Ganz ehrlich: Die meisten Menschen knicken ein bei einer Zumutung. Sie schimpfen und dann machen sie es unter Protest doch. Um die Sicherheit nicht zu verlieren. Um nicht ausgeschlossen zu werden. Um die Komfortzone nicht verlassen zu müssen. Um nicht unangenehm für andere zu sein. Den Mutigen gehört zwar die Welt, aber ich in meinem kleinen Garten hier bin sicher, gut aufgehoben, eingebettet.

Es gibt einen Song, der einmal die Eurovision bereichern wollte, da hiess es:

„Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund, die Sonne brennt da oben heiss. Wer zu hoch hinaus will, der ist in Gefahr!“

Kennst Du diesen Mist noch? Hier, Du kannst es Dir anhören:

Na, hast Du mitgesungen? Geschrieben hat das Werk der bekannte Schlagerkomponist Ralph Siegel, der es versteht einen Schunkelsong zu komponieren, den jeder mit trällern will. Die Melodie gefällt mir auch! Aber ganze Heerscharen von Menschen haben das damals mitgesungen.

Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund! Was für ein Witz! Aber: Das ist der Tenor derer, die dann auch gerne unten sitzen bleiben und sich nichts zu-muten oder zu-trauen.

Es geht auch anders. Man könnte auch den ganzen sicheren, scheinheiligen „Boden der Tatsachen“ hinter sich lassen und seinem wilden Herzen folgen: Sich mutig von einer hohen Schanze zu stürzen und ein ganz anderes Leben erobern.

In dem folgenden Song geht es genau darum und ich möchte auch hier eine wichtige Zeile zitieren:

Hier oben, wo die Luft am dünnsten ist. Wo nur Mut nicht vor Angst die Augen schliesst. Ist der Traum vom Fliegen so erfüllbar nah….

Wenn Du magst sieh und höre dir auch diesen Song an:

Und jetzt schau:

Wo brauchst Du gerade Mut?

Wohin kämst Du denn, wenn Du Mut hättest?

Mutest Du Dir diesen Schritt zu – oder zögerst Du?

Dann möchte ich Dich er-mutigen. Dich Dir zu-muten: DU KANNST DAS.

Das Leben war niemals dafür gedacht zu verharren, es Dir bequem einzurichten und Dich möglichst wenig in gefährliche Gefilde zu wagen. Das Leben ist nicht bequem! Du kannst es Dir bequem einrichten, ja, das ist wahr. Du kannst noch den Rest deines Lebens „flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“ singen und immer schön am Boden bleiben. Dem Diktat des Anderen folgen. Dich ducken oder klein machen oder davon rennen. Du kannst da bleiben wo du bist, weil Du nichts Neues wagen möchtest. Ausreden findest Du ganz gewiss genug. Und alle werden das Lied mit Dir singen.

Oder Du nimmst es so, wie es zu Deinem Herz passt. Du eroberst Dein eigenes Land. Du stehst aus dem bequemen Sessel auf und tust was Du in Dir selbst als richtig fühlst. Du sprichst aus, was Du längst als Kropf in deiner Kehle spürst, weil Du es immer zurück hältst. Du beendest eine lange Leidensphase. Du verlässt Menschen, die Dir nicht gut tun, den Job der Dich noch in den Tod langweilen oder zu Tode Kraft kosten wird. Oder Du verlässt die sichere Basis, das tragende Luftschloss, das Dir andere gebaut haben um Dich bei sich zu behalten. DU HAST IMMER DIE WAHL.

Was für eine Zumutung dieser verdammte Blog! 🙂

Willkommen in der Adlerperspektive.

Was für ein Schatz!

Jetzt kommt er, der Herbst!

Hast Du die Veränderung des Lichts schon gesehen? Hast Du den Duft von Herbst schon gerochen? Sind schon Blätter am Boden? Siehst Du die Fülle auf den Obstbäumen? Abends, wenn die Sonne untergegangen ist, wird es schon feucht und kühl. Das ist das Ende eines Sommers…

Wie war Dein Sommer?

Oder noch besser: Wie war Dein Jahr?

Am 21. September ist die Herbst Tag-und-Nacht-gleiche. Und das Erntedankfest. Die Tage nehmen nun kontinuierlich ab, ebenso die Wärme. Wir spüren, dass sich der Sommer dem Ende und dem Herbst zuneigt.

Wieder sind wir an einem Gleichgewichtspunkt angelangt: Der Tag, die Helligkeit, und die Nacht, die Dunkelheit, halten sich die Waage, sie sind etwa gleich lang an diesem Tag.

An dieser Stelle beginnt die Zeit der Wendung nach innen, sowohl zu den inneren Themen als auch in den wärmenden Schutz der Häuser und Wohnungen. Es ist die Zeit des Verwertens.

Es ist noch eine Woche Zeit bis dahin. Eine schöne Woche, um eine erste Bilanz zu ziehen. Aufzuschreiben:

Was waren die Schätze des Jahres?

Was habe ich Wunderbares erlebt?

Was hat mein Leben hell und luftig, leicht und glücklich gemacht?

Denn von diesen Schätzen kannst Du leben, wenn es draussen dunkel und kalt wird. Dann wärmt uns das innere Feuer, die Glut, die Herzenswärme.

Früher machte man Obst ein, hatte das Feuerholz im Herbst parat, bekam noch eine Ladung Kohlen. Man trocknete Blumen und goss Kerzen, verwertete alles, was uns der Garten, die Natur, das Jahr hatte heran reifen lassen. Die Vorräte wurden gefüllt.

Am 21. September aber wurde gefeiert. Das schönste Essen kam auf den Tisch, der junge Wein, man schmückte mit Herbstblumen und Kränzen aus Getreide und Hagebutten, das bunte Laub wurde gepresst, die Kastanien und Nüsse gesammelt und geröstet.

Heute kaufen wir ein, das ganze Jahr, es ist immer alles verfügbar.

Oder doch nicht?

Weisst Du, das nichts selbstverständlich ist?

Das hat uns vielleicht dieses verrückte Jahr gelernt: Dass wir nicht wissen, was als nächstes kommt. Ob alles noch da, noch möglich sein wird, woran wir uns gewöhnt haben.

Und nochmal: Hast Du genug Sonne, Wärme, Schönes gesammelt für die dunkle Zeit?

Schreib es Dir auf. Kaufe Dir Blumen. Bereite deinen Erntedank vor.

Und dann: DANKE.

Auch in diesem Jahr, das ist ganz sicher, bist Du beschenkt worden.

Was war, was ist Dein grösster Schatz?

Willkommen in der Adlerperspektive.

1 + 1 = 3

Wie lebst Du gerade in deiner Beziehung?

In den letzten Jahren habe ich viele Paarcoachings machen dürfen. Es ging oft darum, dass sich die Partner nicht (mehr) sehen konnten und sich in endlosen Wiederholungsschleifen um das Selbe stritten. Ganz oft liegen die Paarprobleme – die paar Probleme – in der Kommunikation. Bisweilen auch ist die gegenseitige riesige Erwartungshaltung ein Ansatzpunkt, den man wieder korrigieren kann.

Vor allem aber liegt es daran, dass Paare vergessen haben, sich gegenseitig Freiräume zu geben, in die sie nicht eingreifen sollten. Schlussendlich ist eine gesunde Partnerschaft eine Gleichung:

1 + 1 = 3

Denn ICH und DU und WIR sind die Zauberformel.

Wie es der Zufall so will, fand ich bei einem meiner Strandläufe ein Äquivalent im Sand. Eine Mytilus, eine Miesmuschel… sie hing noch zusammen. Und so zeigte sie eine Herzform. Ich musste ein bisschen schmunzeln, weil ihre Bedeutung so deutlich zu erkennen war.

Wenn Du in einer Partnerschaft bist – oder derzeit eine wünschst, dann solltest Du nicht nur auf deins und seines/ihres schauen, sondern vor allem auf die Schnittmenge. Was teilt Ihr miteinander? Was sind Eure gemeinsamen Werte? Was hält Euch zusammen? Was macht Eure Verbindung wertvoll? Was macht Euch zusammen schön? Was ist Euer Fundament?

Diese Schnittmenge ist gewissermassen der „heilige Raum“, den Ihr gemeinsam beschützen müsst.

Darüber müsst Ihr Euch Gedanken machen, müsst es ehren und wertschätzen und pflegen. Der Partner mag seine Macken haben, Dinge, die Dich an ihm nerven und aufreiben oder herausfordern. Das wird sich fast immer nicht ändern lassen, sondern muss meistens einfach liebevoll angenommen werden. Was rundherum passiert – in deinem Leben oder im Leben Deines Partners, deiner Partnerin, ist zweitrangig.

Niemand hat besser darüber geschrieben als Anne Morrow-Lindbergh, in ihrem Buch „Muscheln in meiner Hand“:

„Denn eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen wie sie ist, in ihrer Begrenzung – eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immerwährend vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt. Man muss die Sicherheit des beschwingten Lebens anerkennen, seine Ebbe, seine Flut und seine Unbeständigkeit.”

Alles kann sich ständig verändern und das tut es auch. Und viele „Macken“ der Partner scheinen manchmal unerträglich. Oder die Art, wie mein Pendant etwas tut, was er/sie zu diesem und jenem denkt, das kann alles unterschiedlich, manchmal sogar gegensätzlich sein. Aber was hier, in der Schnittmenge, dem gemeinsamen inneren Raum passiert, muss ein-ig sein. Muss für-einander sein, muss Priorität haben.

Diese Schnittmenge gibt es für alle Deine Beziehungen. Für deine Liebesbeziehung, für Deine Kinder und Geschwister, Eltern und Freunde, für die Menschen, mit denen Du gerne eine Insel teilst. Vielleicht magst Du Dir eine kleine Liste mit Deinen Beziehungsmenschen machen. Und dann eine Schnittmenge malen:


Was hält euch zusammen?


Welche gemeinsamen Werte habt Ihr?

Was an dieser Verbindung ist wertvoll?

Was macht Euch zusammen schön?

Was ist Euer Fundament?

Darüber zu diskutieren, es zu bestimmen, wird Euch einen riesigen Schritt zueinander bringen und auch wieder aufzeigen, was Ihr aneinander habt. So kann Partnerschaft wirklich wertschätzend gelingen.

Die Muschel zeigt uns auf, dass es ein Miteinander-Bindeglied gibt und auch eine freie Entfaltung, wie ein Flügel. Oder ein ausgestreckter Arm. Da fällt mir noch ein weiteres schönes Zitat ein:

Wir alle sind Engel

mit nur einem Flügel

um fliegen zu können

müssen wir uns umarmen.

Ich wünsche Dir eine schöne, herzenswarme Woche. In der Du erkennen kannst, welche wunderschönen Schätze Deine liebsten Beziehungen in sich tragen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesmal für meinen Bruder Ralf. Eine fantastische Schnittmenge, die uns vereint. Schön, dass es Dich gibt!

Weite!

Ist Dein Blick noch weit?

Oder schon ganz eng, der Tunnelblick sozusagen?

Nirgends kann man den Blick so weiten wie an einem Strand oder auf der Klippe/dem Berggipfel.

Der weite Blick tut uns immer gut. Die Augen über das, was gerade vor uns liegt, heben und weiter schauen, das löst schon sehr oft auch unsere Anspannung, unser klein-und-eng-sein, unsere einseitige Sichtweise auf das, was gerade ist.

Es nützt ja nichts, das Problem so lange zu betrachten. Meist meinen wir, wir könnten den hypnotischen Blick auf etwas werfen und dann würde es sich ganz von alleine lösen, weil wir alles genau betrachtet haben. Aber das ist nicht so, keineswegs. Auch in der Psychotherapie reiten die Therapeuten gerne ewig auf dem Problem herum, statt die Lösung ins Auge zu nehmen. Sie ist nur zu sehen wenn man weit schaut. Den Blick hebt. Das sehen, was vorher nicht da war.

Überhaupt: Kann man etwas sehen, wenn man immer das selbe betrachtet?

Wenn man sogar dieses Betrachten und eventuell das Beurteilen von dem, was man sieht, von anderen übernommen hat?

Zurück also – in die Weite. Im besten Fall für mich: Ans Meer.

Vielleicht für Dich eher auf einen Berg, auf eine Klippe. Da, wo die Weite entsteht. Suche Dir eine Landschaft, die für Dich die ermöglicht. Und dann schau, was passiert. Mit dem Blick werden auch Deine Gedanken weit. Deine weite Landschaft eröffnet dir deinen Horizont.

Psychologen sprechen dabei von der Geopsyche. So hat der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung bereits festgestellt, dass das Meer in den Träumen und Fantasien für das Unbewusste steht. Affekte und Impulse werden dann ins Meer hineinprojiziert. Jede Landschaft hat eine Wirkung auf unsere Psyche. Wenn Du ganz eng geworden bist und nur noch im allerkleinsten Kreise drehst, sich die Gedanken endlos wiederholen, dann musst Du schauen, dass Du Deine Sinne in die Weite oder ins Unbekannte schicken kannst.

Der deutsche Poet Rainer Maria Rilke hat den Zustand der inneren Enge einmal so verdichtet:

DER PANTHER

IM JARDIN DES PLANTES, PARIS

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Wenn Du auch spürst, dass Du eng geworden bist, Dich wie in einem Käfig fühlst, die immer gleichen Routinen Dich lähmen, dann ist es an der Zeit auszubrechen in die grosse „ w e i t e“ Welt und den Blick schweifen zu lassen.

Wie fühlt sich das Problem jetzt an?

Ich wette, es schrumpft. Wenn wir uns mit der Weite im Aussen beschäftigen, können wir auch ein bisschen Abstand gewinnen zu uns selbst und unserem kleinen (alltäglichen) Lebensraum.

Aus der Ophthalmologie (Augenheilkunde) weiss ich, dass unsere Pupille sich weitet, wenn wir etwas lange betrachten. Aus einigen klinischen Studien ist erwiesen, dass sich dabei der Puls und die Hautspannung verändern. Man bedenke den langen Blick in andere Augen, schon nach 3,3 Sekunden verändert sich unsere gesamte Gefühlsstruktur. Richten wir also unseren Blick auf die Weite einer Landschaft, so wird sich ein ganzer Gefühlscocktail in uns auslösen. Aufatmen. Weiter schauen, weiter denken, weiter sehen.

Nichts ist für ewig. Keine Situation, egal wie eng sie sich gerade anfühlt, dauert ewig an. Wir müssen wieder weit werden. Im Blick, im Herz, im Denken. Dann haben wir auch Platz für neue Entscheidungen. Und für die Freude.

Das Leben ist gut. Die Welt ist gross. So einfach ist es.


Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesmal für meinen Zaubersohn. Heb Deinen Blick. Das Gute liegt genau vor Dir.

Schöne Perlen

Es gibt sehr viele schöne Menschen.

Letzte Woche war ich wieder einmal im Schlaraffenland. Nicht kulinarisch. Sondern umgeben von schönen Menschen. Es war eine verliebte Woche. Weil man solche Menschen einfach nur herz-lich wahrnehmen kann.

Und darüber hinaus dufte ich ein herzwärmendes Konzert hören von vier Streichinstrumenten Spielerinnen aus aller Welt, die uns alle im Publikum verzaubert haben.

Dabei war gar nichts Besonderes los in dieser Woche. Ganz im Gegenteil. Eher eine Ebbe Woche. Und das brachte dann auch die nötige Leere um die Perlen am Strand zu finden.

Kurzum… ich war verzaubert. Von einem sanften und tiefen Menschen und seiner Zugewandtheit. Von einer Stimmfarbe im Gespräch. Von einer Bewegung. Von einer Geste, die selbstverständlich und liebevoll war. Von vielen wirklich wachen Augen. Von Begeisterung. Von einigen Durchbrüchen im Coaching. Von Mut, der durch die Augen strahlte. Und ja, auch von äusserlicher Schönheit. Kleine Details, nicht das grosse Gesamtwerk. Einen Halsbogen. Locken. Feinen Händen. Schönen Unterarmen mit sanft seidigen Haaren.

Wann hast Du das letzte Mal Schönheit gesehen?

Und siehst Du Deine Schönheit?

Was muss passieren damit Du Schönheit erkennen, suchen, ausstrahlen, entdecken kannst?

Müssen wir ruhig bleiben um Schönheit wahr-zu-nehmen?

Ich glaube wir brauchen Zeit und Raum. Und davon viel. Wirklich glasklare Aufmerksamkeit. Nur so kann man Schönheit sehen. Unsere Herzen und unsere Sinne sind im Alltag oft verstopft und nicht offen genug. Wir sind beschäftigt mit anderem. Und ganz ehrlich: Wir sehen leider auch zu viel Unschönes. Das geht mir auch so. Aber man kann das trainieren: Sich nicht blenden lassen von dem allgegenwärtigen Dreck und der Ablenkung. Auch nicht von Horrornachrichten und Angstschlagzeilen …sondern: Die Aufmerksamkeit auf das richten, was jetzt gerade da und schön ist.

Vor einigen Jahren hatte ich einen Mann kennengelernt, der mir interessant schien. Wir gingen zusammen spazieren, wir lernten uns gerade kennen. Er zeigte mir Müll in die Ecke geworfen. Graffiti. Zigarettenstummel neben einem Ascher. Eine weg geworfene Tüte in einem Parkstück. Ich liess ihn wissen, das meine Augen anderes suchen wenn ich schlendere. Er war wütend und beschimpfte mich, dass ich mich über ihn lustig mache und die Realitäten nicht sehe.

Ach so?

Was sind denn die Realitäten?

Das Schöne oder das Unschöne?

Ich behaupte: Das Schöne überwiegt. Wir sehen es nur nicht mehr gut genug. Nicht in uns. Nicht in anderen. Nicht im Aussen.


Wir brauchen eine Haltung, die uns wahrnehmen lässt, was ist. Das was gut ist. Das was liebe-voll und bezaubernd ist. Diese Haltung wird uns das ganze Leben versüssen.

Das Schöne sehen ist am Anfang schwierig.Wir meinen vielleicht sogar, dass es schwierig zu finden ist. Es verlangt aber nur: Den inneren Focus darauf zu richten.

Was ist gerade schön?

Was ist schön an dem, was Du gerade betrachtest?

Und dann: Was ist schön an Dir?

Ach, ich könnte Dir viel erzählen was an Dir schön ist. Ich sehe es. Ich liebe es.

Du auch?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Dieser Blog ist exemplarisch für Remko. Tom. Kathi. Rosa. Mona. Zedric. Roman. Fabian. Lukas. Beat. Heba. Steven. Und mich 🙂 Und das ist nur die Perlen-Ausbeute von einer einzigen präsenten Woche!

Hunger!

Letzte Woche traf ich einen hungrigen Coachee. Eigentlich hat er ein sehr gutes Leben. Eine hübsche, liebe Frau, zwei tolle Kinder, einen gutbezahlten Job, Eigenheim und gesunden Background, keinerlei Probleme weit und breit. Aber trotz all dem wunderbaren Leben hungert er gewaltig. So sehr, dass dieser Hunger in immer kürzer werdenden regelmässigen Abständen laut schreit und befriedigt werden will.

Der Hunger heisst „Sinnhaftigkeit“. Der Hunger heisst „Wertschätzung“ und er heisst auch: „Leidenschaft“. Es geht um die Berufung. Um das, was das Herz von Dir will und was Dich jeden Tag fröhlich starten lässt.

Irgendwann, mitten in deinem Leben kann dieser Ruf erscheinen. Der Ruf nach dem, was von Dir gelebt werden will. Wenn die Quelle in deinem Herzen übersprudelt und du einfach gar nichts mehr anderes kannst als das zu tun, was es von Dir verlangt. Mein alter Freund Carl Gustav (Jung) sagte dazu: „Der Spiegel Moment“. Und hatte dafür ein wunderbares Zitat:

„Du musst Dich entscheiden, willst Du gut sein, oder ganz“

C.G.Jung

C.G.Jung nannte den „Spiegel-Moment“ den Zeitpunkt des Erwachens. Jeder Mensch kommt in der Lebensmitte an diesen Punkt. Und danach beginnt die „Individuation“, die Befreiung unseres wahren Wesenskerns. Es geht nicht mehr darum, sich danach zu richten, was man tun sollte und was im Allgemeinen richtig wäre, sondern um die eigene innere Wahrheit.

„Individuation bedeutet: zum Einzelwesen werden, und, insofern wir
unter Individualität unsere innerste, letzte und unvergleichbare Einzigartigkeit verstehen, zum eigenen Selbst werden. Man könnte ,Individuation‘ darum auch als ,Verselbstung‘ oder als Selbstverwirklichung‘ übersetzen“ (C.G.Jung 1933)

In der letzten Woche wurde ich nicht nur von diesem tollen Coachee an den Hunger in uns erinnert, sondern auch von einigen anderen Menschen, die aufgrund ihres „eigentlichen Hungers“ von dem eigenen Lebensweg abgekommen sind. Dann fügt es sich schnell, dass man in eine Sucht abzurutschen droht. Oder eine Ersatzbefriedigung wählt, statt dem zu folgen was das Herz von uns will. Wir alle betäuben eine Weile unseren Hunger mit Dingen, die uns ermöglichen ihn nicht zu spüren. Und wir werden ihn immer wieder spüren, er hört nicht auf zu uns zu sprechen. Er schreit „mehr, mehr, mehr“ und lässt uns wieder hungrig die Hände öffnen, um es uns zu holen.

Die Lösung liegt unbedingt darin, wieder heraus zu finden was uns wichtig ist. Woran wir glauben (auch an uns und unsere Kraft) und was wir in unserem Leben ersehnen. Je besser wir wissen, was uns wichtig ist, worauf es uns ankommt und was wir anstreben, um so glücklicher werden wir den Weg gehen, an dessen Ende wir zu unserem erfüllten Leben kommen. Denn das ist es ja, was unser Herz brennen lässt: Dass sich das Leben lohnt.

Carl Gustav hat auch einmal gesagt: „Wenn man einmal seine Berufung gefunden hat, dann kann man nicht mehr wählen. Dann muss man sich ihr mit Leib und Seele widmen. Man muss das Herz sprechen lassen, dann wird man nicht arbeiten. Man wird nur sich selbst ausschöpfen bis zum Grund, ohne jede Anstrengung. Wer seine Berufung gefunden hat, den brennenden Wunsch in seinem Herzen, der muss ihm gehorchen, bedingungslos.“
.

Das hört sich sehr einfach an. Und das ist es auch. Aber: Deinem Herzen zu folgen wird Dich auch etwas kosten. Du wirst ein paar lieb gewonnene Gewohnheiten aufgeben müssen. Du wirst alte Zöpfe abschneiden, Menschen verlassen, Pläne und Ideen aufgeben, die Komfortzone verlassen müssen. Der Hunger kann Dich da hin treiben, wo Du hinwillst, vielleicht sogar hin musst.

Frage Dich:

Wonach hungert mein Herz?


Was macht mich gierig, hungrig?

Was will ich unbedingt?

Was brauche ich, um wirklich glücklich zu sein?


Welchen Hunger will ich jeden Tag spüren?

Und – bist Du schon auf dem Weg?

Warum nicht?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Mutmacherei

Eine meiner Coachees kämpft die Schlacht David gegen Goliath. Sie hat beschlossen, ganz eigenverantwortlich in ihre schöne kunterbunte Realität zurück zu finden und die Psychopharmaka, die sie in einem Klinikaufenthalt bekommen hat, abzusetzen. Ohne Sicherheitsnetz und doppelten Boden, ohne langsam auszuschleichen (wie nett sich das anhört) und ohne es dem Arzt zu sagen, der ihr die Psychodroge gegeben hat. Es ist ein harter Prozess, sie windet sich. Der Kopf und die durcheinander gerüttelte Neurochemie gaukelt ihr allerhand Halluzinationen vor. Wie schwer ist es, zu unterscheiden was jetzt normal und was Phantasie ist!

Aber dahin will sie zurück – in die Autonomie. Ins Leben ohne Droge.

Denn ein Leben mit Droge, sei es Psychopharmaka, Alkohol, Substanzen oder das Stimulieren der körpereigenen Drogen (z.B. durch Spielsucht, Sex, Adrenalin-kicks) verändert alles in uns.

Es dämpft uns oder bringt uns in Parallelwelten, es enthemmt oder bestimmt eine andere Stimmung.

Vor allem aber bringen uns Drogen weg von unserer eigenen Identität, verändern uns nur selten zum Positiven. Leider sehe ich wunderschöne Leben zusammen brechen, weil wir uns den Drogen freiwillig zur Verfügung stellen. Schlussendlich ist das, was unter Drogen passiert, immer eine Lüge.

Meine Coachee also hat das Heft selbst in die Hand genommen. Sie hat beschlossen, dass jetzt Schluss damit ist und sich radikal dem gestellt, was jetzt auf sie zukommt: Eine gedankliche und gefühlte Achterbahn. Gefühle werden plötzlich überdimensional gross und jede Empfindung, jeder Impuls, jede Wahrnehmung, bedeutet Stress pur. Trotzdem zieht sie es durch. Sie hat es geschafft, schafft es täglich, verliebt zu sein in den Menschen, der sie wirklich ist. In ihr eigenes schönes Leben, das gut war, als es die Droge noch nicht gab.

Das Verordnen von Psychopharmaka ist inzwischen so natürlich geworden wie der Griff zur Flasche. Alleine zum Thema Alkoholmissbrauch könnte ich zehn Blogs schreiben, so empört bin ich darüber, wie das in unserer Gesellschaft gehandelt wird und was das alles zerstört.

Fakt ist, dass wir oft uns oft vom Leben überfordert fühlen. Und statt es zu betrachten, es zu verändern und anzupassen wo wir uns unwohl fühlen, werden wir gedämpft, betäubt, oder machen es frewillig.

Der Griff in den Medizinkasten ist inzwischen normal geworden. Probleme werden nicht mehr bearbeitet. Und wir meinen auch, keine Zeit dafür zu haben, denn wir müssen ja weiter, zu den nächsten Erfolgen oder Beweisen, dass wir unser Leben ja im Griff haben.

Auch mir wurde schon Psychopharmaka angeboten, als ich einmal unter einem langanhaltenden und starken Liebeskummer litt. Die Versuchung war riesig, den Schmerz einfach auszuschalten und aufzugeben.

Denn genau das ist es: Wenn man sich den Drogen überlässt, dann fällt man die Entscheidung, sich dem Problem nicht zu stellen.

Meine Coachee ist für mich eine Heldin. Sie sieht sich selbst. Sie nimmt sich und ihre Bedürfnisse ernst. Sie ist bereit jeden Schmerz, jede Hilflosigkeit, jede Ohnmacht zu ertragen und sich auf das zu konzentrieren was sie wirklich will:

Ein klares, echtes, authentisches Leben

Wann hast Du Dich das letzte Mal dazu entschieden ganz Du selbst zu sein?

Weisst DU wer Du bist? Was DU brauchst?

Wann warst DU das letzte Mal bereit für Dich einzustehen, auch wenn es ungemütlich wurde?

Hast Du durchgehalten?

Bist Du bereit Dich in den Wind zu stellen, der Dir entgegen wehen wird, wenn Du für Dich Deine eigenen Werte lebst?

Was bist Du bereit zu zahlen?

Bist Du BEI DIR? Bist Du FÜR DICH?

Go-wild heisst in meinen Augen nichts anderes als Authentizität. Radikale Individualität.

Frei von Substanzen, die Dich von Dir ablenken. Sigmund Freud nannte sie: Linderungsmittel.

Sie lindern den Schmerz, der tief in Dir brodelt.

Bist Du bereit echt und pur, authentisch und wirklich Dich selbst zu sein?

Dann warte nicht. Sei mutig. Sei radikal.

Du kannst nur gewinnen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich P.B. Ich verneige mich vor Dir.

Ein frischer Montag!

Gehst Du irgendwo eine „Extrameile“?

Warum?

Oder besser: Warum nicht?

Letzte Woche war ich an einem traumhaften, magischen Ort voller Schönheit und Geborgenheit. Ein Hotel in einem Schloss mit einem wunderschönen Garten und liebevoll arrangierten Details. Leider war der Service der Angestellten dort komplett uninspiriert. Die Mitarbeiter waren nicht darauf geschult, die Gäste als Gäste zu sehen und sie wertschätzend zu verwöhnen.

Nur einer stach aus dieser Service-Wüste heraus: Ein junger Mann, der stets gut gelaunt mit seinem Tablett umeinander lief und alle liebenswürdig fragte, wie er sie noch glücklicher machen konnte. Er verbeugte sich, lachte, sprach in drei Sprachen mit den Gästen, hatte ein Gentleman Verhalten und versprühte positive Energie. Man konnte spüren, dass er seinen Job liebt und machte stets ein kleines Extra an Wohlwollen.

Wir sagten zu ihm, dass er unseren Tag rund machte und er war fast erstaunt über das Kompliment. Ich konnte es hören, obwohl er es nicht sagte, dass er meinte, er mache ja nur seinen Job. Das tat er keineswegs. Die anderen Angestellten machten nur ihren Job. Er bediente, er verwöhnte, er schenkte Aufmerksamkeit und das Gefühl, das man willkommen war.

Dieser Luxus, wenn Dir jemand die ganze Aufmerksamkeit schenkt, sich richtig ins Zeug legt, Dir so gut es möglich, ist hilft. Das vermisse ich ganz oft bei Dienstleistungen. Ich sehe es mit Schaudern dass Menschen sich nicht in ihre Aufgabe verschenken sondern einfach „Dienst nach Vorschrift“ machen und dem langersehnten Feierabend, Wochenende und Urlaub entgegen streben.

Ich mag dann als Coach gerne sagen: Schmeiss den Job hin! Mach Dich frei von der Versklavung! Mach Dich frei! Versuche etwas anderes!

Niemand muss in einem Job verharren, den er nicht gerne macht. Niemand sollte dienen wo er nicht dienen will. Niemand ist gefesselt – jeder ist frei für die Wahl, das zu tun, was ihm Freude macht.

Vielleicht höre ich jetzt Protest, dass ja nicht alle die gleichen Chancen haben. Dass nicht jeder einen Traumjob haben kann. Das verstehe ich. Diese Einstellung kommt aber auch aus der Defensive. JEDER könnte, wenn er wollte, einen Job haben, der ihm gefällt. Dafür muss man einfach viele Extrameilen laufen. Den Wohnort vielleicht wechseln, eine Fortbildung machen, die Kontakte zu Menschen pflegen um an die guten Chancen zu kommen.

Vor allem aber: Du musst heraus finden was Dich glücklich macht. Was Dir Freude bereitet, mit was Du es gerne zu tun hast. Jeder Mensch hat Neigungen. Der eine kocht leidenschaftlich gerne, der andere beschützt gerne, einer feuert die Menschen gerne zu Höchstleistungen an, Menschen gehen gerne mit Hunden spazieren, andere streicheln gerne Schreibwaren, arrangieren Kleidung oder lieben den Duft von Parfüm…. das alles kann zu einem Traumjob führen.

Wer seinen Beruf liebt, der wird nie mehr arbeiten.

Ich wünsche Dir, dass Du in dieser Woche und auch für die nächsten Jahre glücklich bist und nicht mit den Boomtown Rats das Lied „I don’t like monday“ singen musst. Sondern sagen kannst: Juhu! Ich geh wieder arbeiten heute! Was für ein Glück!

Also, frisch in die neue Woche. Vielleicht wartet ja richtig viel Spass auf Dich?


Willkommen in der Adlerperspektive!

Lass los!

Ein Adler – so eine indianische Legende – kann bis zu 70 Jahre alt werden, wenn…? Wenn er sich mit etwa 40 einem radikalen Veränderungsprozess unterzieht! Ansonsten stirbt er. Unweigerlich.

Denn sein Federkleid wurde so schwer, dass er nicht mehr fliegen kann. Schnabel und Krallen so lang, dass seine einst besten „Werkzeuge“ ihn nun hindern, Beute zu schlagen. So ruft ihn das Leben an eine Weggabelung. Entweder ein naher Tod – oder ein schmerzhafter Prozess der Transformation, der sich über Monate erstreckt. Der Adler ist aufgerufen, mit schwindender Kraft in die Einsamkeit seines Horstes zu fliegen, sich dort selbst die Federn auszureissen, den langen Schnabel am Fels zu brechen und die Krallen dazu. Wird er das tun?

Wirst Du das tun?

Bist Du bereit die „alten Zöpfe“ abzuschneiden?

Bist Du bereit einmal radikal alles loszulassen was nicht zu Dir gehört?

Bist Du bereit etwas Liebgewonnenes aufzugeben um wieder leicht zu werden?

Bist Du bereit auf scheinbare Sicherheit zu verzichten?

Bist Du bereit Dich vollkommen neu zu erfinden?

Bist Du bereit endlich, endlich loszulassen was Dich schwer macht?

Der Adler stellt sich diesem Prozess, um zu leben. Nicht nur zum Überleben!

So beginnt der Adler im Aussen. Im Schutz seines Horstes reisst er sich die überflüssigen Federn aus. Denn sein Federkleid wurde so schwer, dass ihn das Gewicht in den Tod drücken würde. Es ist ein ebenso schmerzhafter wie heilender Prozess. Feder um Feder fällt – und auch die äussere Form des Adlers scheint sich zu verjüngen. Er gewährt sich Zeit für seine Heilung.

Als nächstes beginnt er, seine viel zu lang gewordenen Krallen zu stutzen. Denn die Krallen, mit denen er seine Beute schlug, wurden überlang. Jetzt sind sie kontraproduktiv. Sie behindern, statt zu unterstützen. Es ist, als wären sie ihren eigenen Weg gegangen, anstatt auf das Gesamte zu achten.

Nun kommt der letzte Schritt. Der Schnabel. Auch dieser: Viel zu lang! Viel zu gross! Viel zu dominant! Die Überlänge des Schnabels verhindert, dass sich der Adler selbst ernährt. Er leidet Hunger, obwohl die Natur ihm reichlich Nahrung bietet. So bricht er achtsam seinen Schnabel am nahen Fels und lässt sich leiten vom rechten Mass. Etwas in ihm weiss um Stimmigkeit, spürt den besten Moment und ermutigt ihn, den Schritt des Bruchs zu wagen. Er verlässt damit die Zone des Bekannten, gibt – um die Not zu wenden – Kontrolle auf und riskiert die Hinwendung zum Unbekannten. Er schlägt seinen Schnabel an den Felsen. Der poröse Teil des Schnabels bricht und die bekannte Schärfe beginnt sich zu zeigen.

Nun braucht der Adler Zeit, um diese Erfahrungen zu integrieren. Er will sich neu orientieren und das Geschenk des Lebens bewusst zelebrieren. Doch bald fliegt er hinaus, getragen vom Brennen seines Herzens, um seinen Beitrag zu geben und seine Ernte zu geniessen. Das grösste Geschenk ist: Der Adler ist nicht allein. Die guten Winde begleiten ihn, die Sonne lacht ihm zu und er sieht, über den nahen Tälern hinter den Bergen – andere Adler. Dieser Adler, so endet die Legende, bist du.

Echtes, authentisches Leben kann immer nur in Wellen, im Rhythmus gehen: Loslassen, festhalten, loslassen, festhalten,loslassen…

Am Ende müssen wir alle irgendwann loslassen.

Ich erinnere mich an mein Pferd, er ist heute vor 6 Jahren gestorben. Er galoppierte nach einem allerletzten Ritt auf die Weide. Er buckelte noch ein bisschen freudvoll, für sein biblisches Alter bereits auffällig. Dann knickte er seine langen schönen Beine, rieb sich ein bisschen am Gras, nahm einen tiefen einatmenden Luftzug und atmete genauso tief aus. Und nicht mehr ein. Es gibt keinen schöneren Abschied. Ausatmen, loslassen.

Du musst nicht Dein Leben loslassen heute, diese Woche.

Aber: Welche Federn, die Dich schwer machen kannst Du loslassen?

Welchen Zugriff, den Du klammernd machst kannst Du aufgeben?

Welche ungesagten Worte können aus Deinem Mund fliessen?

Welche Last kannst Du aufhören zu tragen?

Sei mutig, sei radikal. Stirb und werde. Gib auf und empfange die Geschenke eines neuen Anfangs.

Die Zeit ist JETZT.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Im besten Fall

Dieses wunderbare Bild bekam ich kürzlich von einer sehr talentierten Künstlerin zu sehen.

Es heisst: Im besten Fall.

In Pascale’s Fall geht der Satz so weiter: „Im besten Fall“ bin ich von der Welt, Natur, den Menschen und vom Universum total inspiriert.

Das Bild hat mich auch wegen dem Titel angesprochen. Wie oft fragen wir uns, was „im besten Fall“ passieren könnte? Es ist eine unlimitierte Frage und sie lässt uns träumen und hoffen und – aktiv die Zukunft gestalten. Weil wir etwas verlangen. Weil wir etwas erbitten. Weil wir etwas überhaupt für möglich halten!

Ich schrieb mir den Satz auf: Im besten Fall… und formulierte ihn weiter. Entdeckte alte Wünsche wieder, träumte mir ein Jetzt, wie es im Moment möglich wäre, einfach weil ich mich damit auseinander setzen und meine Aufmerksamkeit auf diesen besten Fall lenken kann.

Was ist für Dich der beste Fall, der eintreten könnte?

Wie wäre Dein bestes Leben, wenn alles wahr werden könnte, was Du Dir erträumst?

Erlaube Dir einmal, gedanklich in diese Richtung zu gehen. Beschränke Dich nicht auf die „Aber“-Formulierungen, denke nicht daran, warum alles nicht geht, was Dich abhalten könnte, was Du (noch) nicht hast. Gehe mutig in diese Denkrichtung.

Einmal angefangen wirst Du sehen, dass es noch viel zu erobern gibt, dass Du noch viele „Projekte“ realisieren kannst, dass es noch Wünsche gibt, die sich erfüllen lassen wollen.

Wie durch Magie kam gestern dann gleich eine Gelegenheit, meine neue Denkrichtung zu formulieren. Eine junge Frau war in grosse Schwierigkeiten geraten. Das Denken in die Umstände, die gerade nicht optimal laufen, liess sie in grosse Verzweiflung kommen. Hier konnte ich sie so abholen: Was würdest Du Dir im besten Fall wünschen? Für Deine Partnerschaft? Für Deine Kinder? Aus einer Lage, die in einer Sackgasse enden würde, entstand so ein kreativer Prozess: Wie wäre für Dich im besten Fall Deine Zukunft?

Wenn man über die beste Version nachdenkt, was sein könnte und was wir uns wünschen, kommen wir aus der Opfer- in die Täterrolle. Dann verlangen wir auch schon bald den besten Fall. Weil die Dinge sich immer dahin entwickeln, wo unsere Aufmerksamkeit ist. Weil wir dann entschieden sind, weil genug emotionale Kraft in unsere gewünschte Richtung läuft.

Also nochmals: Nimm Dir ein Blatt Papier. Formuliere:

Im besten Fall…

und dann richte Dich auf. Strecke Dich. Schöpfe Mut und Kraft. Und dann geh in diese Richtung.

Du schaffst das.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich der Künstlerin Pascale, mit dem Wunsch, dass viele Deine wunderschönen Werke sehen und sich davon inspirieren lassen. Ihre Homepage: Www.pascaleidia.com

und Elena mit den besten Wünschen für Deinen besten Fall, so wie Du es Dir wünschst.