Komm mit mir ins Abenteuerland…

Welches Abenteuer ruft Dich aktuell?

Wirst Du es tun?

In der vergangenen Woche und in der kommenden Woche habe ich wieder einmal das Privileg in der wilden Natur zu arbeiten. Wir sitzen, liegen auf den ungemähten Wiesen und am Feuer, an gewaltigen Wasserfällen, laufen über Stock und Stein, werden kalt und suchen die Sonne, lesen die Sprache der Natur und schliesslich unsere eigene Innensicht.

Hier lockt es ganz gewaltig das Abenteuer, diese Landschaft ist herausfordernd. Jeder Schritt will gut platziert sein, wir müssen auf Schlangen und allerlei Bodengetier achten. Und den Elementen ausgesetzt sein. Wenn alles was unwesentlich ist wegfällt, erscheint ganz von alleine Dein Kern, schält sich heraus wie ein wahrer Schatz. Manchmal begegnet uns dann etwas, das wir tief vergraben oder sogar verdrängt haben… in der vergangenen Woche sind mir ein herrlich brachialer wütender Bär in Menschengestalt und eine feine stille indianische Seele begegnet.

Wenn alles was uns ablenkt seinen Sinn verliert, dann können wir ihn hören: Den inneren (Auf-)Ruf in ein Abenteuer.

Niemand hat das so wunderbar in Szene gesetzt wie Mark Twain:

In zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein über das,was Du nicht getan hast, als über das, was Du getan hast. Also lichte den Anker, segle fort aus dem sicheren Hafen. Fang den Wind in den Segeln! Erforsche. Träume. Entdecke!

(Mark Twain)

Go wild – Das Abenteuer ruft!

Es gibt fünf Prinzipien eine neue Idee anzuschauen und dann zu einer Entscheidung zu kommen.

Realisiere aus dem Bauchgefühl, was gerade ansteht. Was fühlt sich für Dich gerade spannend an und lockt Dich, verwirklicht zu werden?

Wozu hättest Du JETZT ungebändigte Lust?

Was willst Du schon immer tun und jetzt wäre der richtige Moment?

Wessen inständiges Sehnen und Ziehen willst Du nicht mehr widerstehen?

Da sind vier Sichtweisen die Hinweise geben, ob sich die Idee weiter entwickeln kann:

Der innere Kritiker: Was ist blöd an der Idee? Was könnte mich blockieren?

Mein eigenes Ich mit 85: Wie schaue ich aus der Jahres-Distanz auf diese neue Sache zurück?

Die Vorsicht: Was ist damit gefährdet und was ist daran gefährlich?

Die Stimme meines Mutes: Was gibt es zu gewinnen dabei? Was traue ich mir zu?

Und wie ist jetzt Deine Entscheidung?

Natürlich kannst Du in der gewohnten langweiligen und scheinbar so sicheren Welt bleiben. Dann ist Dein Leben ein grauer lauwarmer Strom. Oder Du kannst ausbrechen, egal ob für eine Tat, eine Reise, eine Weile oder ein Leben.

Wieviel kochendes Blut strömt denn noch in dir?

Willst Du es?

Mein Glück ist vollkommen. In der letzten Woche hat mir ein Coachee zugerufen, dass er es will. Und ich weiss, dass er es tut. Ich sehe ihn schon. Nicht erst mit 85. Schon in ganz kurzer Zeit wird er mich anrufen und mir zeigen was entstanden ist aus seinem voll ambitionierten Aufbruch ins Abenteuerland. Sein Leben wird explodieren. Er wird sich überall ausbreiten wo er es will. Er wird jeden Tag energiegeladen und glücklich aufstehen und seine Worte werden sein: mehr mehr mehr davon!!!

Du hast es in der Hand. Du hast es vor Dir, das Abenteuer.
Sei mutig!

Spring!

Noch klopft Dein Herz!

Willkommen in der Adlerperspektive!

Für Lukas. Veronika und Daniela. Ich verneige mich vor Eurem Mut.

Von Opfern und Tätern

Steh endlich auf! Kriech nicht weiter!

Das möchte ich manchmal sagen wenn ich sehe, dass Menschen sich klein machen oder die Opferrolle gebucht haben…. da gibt es ein feines Bild:

Wenn man nichts ändern will. Wenn man meint die Anderen seien schuld. Wenn man die Umstände verantwortlich macht. Wenn man keine Eigenverantwortung wahrnimmt. Wenn man alles für zu schwierig, zu anstrengend und vor allem als unmöglich empfindet… dann hat man sie gepachtet, die Rolle als „armes Opfer“. Ganz schön bequem! Oder doch nicht?

In der Regel gibt es gar keine Opfer. Mit einer Ausnahme: Wenn man zu jung war und in einer Zwangslage, um sich nicht wehren zu können. Oder wenn einem etwas zugestossen ist, bei dem man keinerlei eigenes Zutun hatte. Dann nenne ich es Schicksal. Und auch das ist abwendbar. Wenn auch vielleicht nicht in der Situation.

Denn dann frage ich: Und was tust Du JETZT?

Bist Du bereit dein Leid, deinen Verlust, deinen Schmerz loszulassen?

Oder wirst Du dein Schicksal weiterhin dafür missbrauchen um jetzt nicht in die Gänge zu kommen?

Niemand muss für immer Opfer sein!

Wir sind alle. Alle! Nur einen Schritt davon entfernt vom Opfer zum Täter zu werden.

Wenn du die Dinge verändern willst dann bewege Dich! Du bist kein Baum!

Spürst Du noch Mut und Aufbäumen in Dir? Willst Du Dir Deine eigene Welt erschaffen? Möchtest Du für Dich selbst einstehen? Deine Wahrheit leben?

Walk your talk?

In den vergangenen Jahren hatte ich einige Coachings mit Menschen, die ein sehr schweres Schicksal erlitten hatten. Schon, dass sie sich in ein Coaching wagten, zeigte mir, dass sie das Blatt wenden wollten. Sie waren bereit die Last von ihrem Rücken zu nehmen und aufzustehen. Schliesslich die Flügel auszubreiten und von ganz oben abzuspringen, damit der Aufwind sie in den Himmel trägt. Ganz ehrlich: Der Weg war nicht leicht, das wussten sie von Anfang an. Es brauchte sehr viel Kraft.

Hast Du noch Kraft?

Dann steh auf. Du wurdest nicht zum Kriechen geboren. Du bekamst einen aufrechten Gang. Einen scharfen Geist. Ein mutiges Herz.

Vielleicht ist jetzt, genau jetzt, mit so viel Gegenwind, der genau richtige Moment, in Deine Kraft zu kommen. Einfach weil Du es willst und Du den ersten Schritt machst.

Du schaffst das! Du schaffst das!

Steh auf!

Spring ab!

Fliege!

Willkommen in der Adlerperspektive!

Den Kopf im Sand

Manchmal hilft ja nur noch das: Den Kopf in den Sand stecken und damit einfach mal eine Weile nicht hinsehen.

Kennst Du das auch? Ich ertappe mich bei Kinofilmen, wenn eine schlimme Szene kommt, dass ich die Augen zuhalte. Dann ist sie auch nicht so (schein-)real. Ich bedecke meine Augen sogar mit den Händen, quasi als Verstärkung…. obwohl ich sie ja eigentlich einfach schliessen könnte.

In der vergangenen Woche hatte ich meine Hände oft vor den Augen und habe das beobachtet.

Ich legte meinen Kopf nach vorne, bedeckte die Augen und schüttelte den Kopf. Körpersprachlich: Ich kann gar nicht hinsehen. Ich will es gar nicht sehen. Das darf doch nicht wahr sein. Das ist einfach zu viel für mich. Ich will, dass das gar nicht passiert.

Eigentlich aber ist es ein Reflex, der durchaus gesund sein kann: Man verschliesst sich zwar nach aussen aber nach innen gibt es eine gewisse Ruhe. In dieser Geste kann man seinen Atem beobachten. Berührt und damit beschwichtigt sich. Geht in sich und kommt dann wieder nach aussen.

Manchmal ist das genau die richtige Lösung: Innehalten.

Dagegen ist gar nichts zu sagen! Mal einen Moment Auszeit zu nehmen von den Ein-drücken.

Sich kurz erholen. Sich sammeln. Und dann: Augen auf und weiter machen.

Wir sind alle, gerade jetzt, in Situationen, denen wir lieber ausweichen würden.

Wenn es zu anstrengend wird, wenn alles zu viel wird, dann lohnt es sich eine kurze Bremsung zu machen. Wie es angeblich der Vogel Strauss tut. Den Kopf in den Sand stecken und sich vorstellen, die Gefahr, das Ärgernis wäre jetzt gar nicht da. Damit nehmen wir uns Zeit um zu atmen, zu uns zurück zu kommen und uns zu beruhigen.

Das ist durchaus legitim!

Du musst Dir nur vornehmen, wieder aufzutauchen. Nimm Dir ruhig Deine Auszeit. Kapituliere. Leg das Schwert aus der Hand. Jeder kluge Krieger tut das. Kurz innehalten. Bis 10 zählen, alle Muskel entspannen und dann jede Kraft zurück ziehen in den Körper.

Weisst Du wie schnell so ein Strauss rennen kann? 70 km/h!

Dafür braucht man nicht nur eine solide Beinmuskulatur sondern auch eine starke Motivation.
Die Motivation, die Kraft, wird innen abgerufen. Sie explodiert, manchmal sogar aus dem Stand.

Wenn wir das also so könnten: Den Kopf in den Sand stecken. Einen Moment sammeln. Durchatmen. Aufrichten… und dann los!

Stattdessen verhalten wir uns oft wie kleine Kolibris. Diese Vögel flattern sich zu Tode. Das Leben in Hochgeschwindigkeit kostet viel Kraft und Energie. Deshalb brauchen Kolibris mehr Sauerstoff als jedes andere Wirbeltier: 400 mal pro Minute schlägt ihr Herz – wenn sie sitzen. Beim Flug kommt es auf 1.200 mal, das sind 20 Herzschläge pro Sekunde! Kolibris führen ihren Schwirrflug mit einer sehr hohen Frequenz von 40 bis 50 Flügelschlägen pro Sekunde aus. Während des Flugs beschreiben die Bewegungen ihrer Flügelspitzen eine liegende Lemniskate. Mit ihren beweglichen Flügeln können sie auf der Stelle fliegen, um zum Beispiel Nektar zu trinken… sie fressen also sogar im Fliegen, weil sie keine Zeit zu haben scheinen.

Wo bist Du gerade unterwegs?

Bist Du gestresst?

Flatterst Du Dich halb krank, um alles unter Kontrolle zu bekommen?

Bist Du von den vielen Eindrücken überrannt?

Wann hast Du das letzte Mal „abgeschaltet“ um Dich auszuruhen?

Schlussendlich werden wir nur effektiv handeln können, wenn wir uns auch Zeiten der Ruhe gönnen. Die Augen schliessen und uns entspannen. Eine Zeit lang aussteigen. Um dann wieder – aus dem Stand – volle Kraft voraus – ins pralle Leben weiter zu fliegen.

Übrigens: Dass der Vogel Strauss seinen Kopf in den Sand steckt ist eine Legende.

Er hat etwas Interessantes im Sand gesehen. Jetzt senkt er den Kopf. Durch eine Luftspiegelung meint man, der Vogel steckt den Kopf in das niedrige Gras oder den Sand. In Wahrheit pickt er nur – und kommt mit einem Leckerbissen wieder nach oben!

Ganz egal ob Vogel Strauss oder Kolibri. Du brauchst Ruhe- und Atempausen. Nimm sie Dir. Verschwende Deine Energie nicht. Nutze sie da, wo Du sie brauchst. Und lade auch immer wieder deine Batterien auf. So kommst Du durch schwere Zeiten.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Wenn Du einen kleinen Boost brauchst: Hör Dir das Lied an… solange kannst Du Deine Hände auf die Augen legen… https://www.youtube.com/watch?v=hgwytOPOR5E

Donnergrollen

Grollt es bei Dir auch so?

In der letzten Woche habe ich viel Grollen abbekommen. Von allen Seiten wird sich geärgert, dafür und dagegen, in Widerstand und in Ohnmacht, Grollen gegen die jeweils andere Sichtweise, gegen die Massnahmen, gegen die Stimmung, gegen die Einschränkung, gegen dies und das.

Ich habe auch gegrollt. Weil mir das Grollen auf die Nerven geht.

Ich mag nicht, wenn etwas nicht im Flow ist. Wenn Hindernisse im Weg liegen und man nicht leichtfüssig darüber springen kann. Ich sehe gerade einen langen Weg und überall liegen Steine. Aber vor jedem Stein, über den man doch locker springen könnte, sammelt sich eine kleine Menschenmenge und ärgert sich, dass er da liegt. Zum einen lauthals, zum anderen durch passiven Widerstand, in der Gruppe darüber schimpfend oder ohnmächtig dagegen tretend.

Bleiben wir doch gerne bei diesem Bild: Ein Mensch will einen geraden Weg gehen und da liegt ein Stein vor ihm. Eigentlich könnte er locker darüber springen. Stattdessen schimpft und zetert er und schliesslich tritt er fest dagegen und verletzt sich.

So ist gerade die Stimmung.

Was also jetzt? Soll ich motivieren darüber zu springen?
Den Stein versuchen aus dem Wege zu räumen für den, der davor steht?

Gut auf ihn einreden? Ihn davon überzeugen, dass es auch eine andere Sichtweise oder Handlungsweise gäbe?

Oder, das Schlimmste: zum Umkehren und Aufgeben raten?

Ich möchte gar nichts davon tun. Ich bringe Dich lieber in die Selbsterkenntnis.

Wir können was tun gegen den Groll. Ich habe ein paar gute Fragen für Dich:

Welche Dinge geschehen Dir einfach und für welche bist Du selbst verantwortlich?

Was kannst Du beeinflussen und was nicht?

Wieso könnte es für Dein Leben hinderlich sein, diese Dinge zu verwechseln?

Lohnt es sich, wenn Du Dich über Dinge grämst, die Dir ohne Dein Zutun widerfahren?

Kannst Du aus der Situation, die Dir widerfährt, handeln und sie in etwas anderes verwandeln?

Kannst Du eine besondere Form von Würde in Deiner Handlungsfähigkeit endecken?

Kannst Du die immense Freiheit wertschätzen, die darin liegt, dass Du fähig bist, dich gegen ein vermeintlich unausweichliches Schicksal aufzulehnen?

Kannst Du der Welt ein freudiges und zugleich trotziges „Jetzt erst recht!“ zurufen?

Was möchtest Du als deine eigene Handlung und Haltung ins Leben einbringen? Und wann fängst Du damit an?

Egal vor welchem Stein Du gerade stehst: Stell Dir diese Fragen. Dann kommst Du aus der Opferrolle heraus zurück in die Autonomie – die Dir im Übrigen auch, als Geschenk, ohne Dein Zutun, gegeben worden ist.

Diese Woche ist nicht dem Grollen gewidmet. Es soll endlich mal regnen. Das Gewitter kann kommen. Es reinigt. Und es bringt die Sachen wieder zurück in den Fluss.

Spring jetzt!

Jetzt!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Was für eine Zumutung!

Das habe ich kürzlich aus dem Mund einer wütenden Frau gehört. Sie bezog sich auf irgendetwas, das sie nicht tun wollte, oder nur unter grösstem Widerstand.

Der Satz lief mir nach, als ich ins Auto stieg und ich nahm ihn auseinander:

„ Zu – Mut – ung“. Eigentlich ein Zugeständnis von einem Umstand, der unseren Mut herausfordert. So gefällt mir das: Jemand möchte, dass ich mit Mut in eine Sache hineingehe. Oder mit Mut genau das Gegenteil mache: Mich ihr widersetze.

Mut sieht man nicht mehr so oft. Mut braucht Überwindung von Angst. Mut braucht Dynamik und Engagement. Man braucht eine klare, möglichst intrinsische Motivation. Mut braucht auch ein bisschen Aggression. Ich sehe nicht mehr viel Mut. Unser Leben ist sehr gemütlich geworden, die Komfortzone hat die meisten Territorien übernommen.

Mut würde doch auch heissen: Gegen alle Widerstände: Ich entscheide mich, meinen ganz eigenen individuellen und selbst gewählten Weg zu gehen. Weil er zu meinem Wesen passt, weil er will, dass ich meinem Herz folge.Sofort wenn man Mut aufbringt und sich für sein Herz entscheidet, bekommt man: Euphorische Freude. Wenn man Mut bewiesen hat, setzt das einen riesigen Endorphin Cocktail in Gang.

Besonders schön kann man das bei Kindern sehen: Wenn sie sich trauen, die grosse Rutschbahn runter zu sausen, das riesige Tier zu berühren, auf einem Pferderücken zu sitzen, die erste Runde mit dem Fahrrad zu fahren…. die Kinder brauchen die Zu-mut-ung der Eltern, denn sonst würden sie deren schützende Hand niemals loslassen.

Wann hast Du Dir das letzte Mal etwas zugemutet?

Wozu brauchst Du aktuell viel Mut?

Was empfindest Du als Zumutung? Wie gehst Du damit um?

Ganz ehrlich: Die meisten Menschen knicken ein bei einer Zumutung. Sie schimpfen und dann machen sie es unter Protest doch. Um die Sicherheit nicht zu verlieren. Um nicht ausgeschlossen zu werden. Um die Komfortzone nicht verlassen zu müssen. Um nicht unangenehm für andere zu sein. Den Mutigen gehört zwar die Welt, aber ich in meinem kleinen Garten hier bin sicher, gut aufgehoben, eingebettet.

Es gibt einen Song, der einmal die Eurovision bereichern wollte, da hiess es:

„Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund, die Sonne brennt da oben heiss. Wer zu hoch hinaus will, der ist in Gefahr!“

Kennst Du diesen Mist noch? Hier, Du kannst es Dir anhören:

Na, hast Du mitgesungen? Geschrieben hat das Werk der bekannte Schlagerkomponist Ralph Siegel, der es versteht einen Schunkelsong zu komponieren, den jeder mit trällern will. Die Melodie gefällt mir auch! Aber ganze Heerscharen von Menschen haben das damals mitgesungen.

Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund! Was für ein Witz! Aber: Das ist der Tenor derer, die dann auch gerne unten sitzen bleiben und sich nichts zu-muten oder zu-trauen.

Es geht auch anders. Man könnte auch den ganzen sicheren, scheinheiligen „Boden der Tatsachen“ hinter sich lassen und seinem wilden Herzen folgen: Sich mutig von einer hohen Schanze zu stürzen und ein ganz anderes Leben erobern.

In dem folgenden Song geht es genau darum und ich möchte auch hier eine wichtige Zeile zitieren:

Hier oben, wo die Luft am dünnsten ist. Wo nur Mut nicht vor Angst die Augen schliesst. Ist der Traum vom Fliegen so erfüllbar nah….

Wenn Du magst sieh und höre dir auch diesen Song an:

Und jetzt schau:

Wo brauchst Du gerade Mut?

Wohin kämst Du denn, wenn Du Mut hättest?

Mutest Du Dir diesen Schritt zu – oder zögerst Du?

Dann möchte ich Dich er-mutigen. Dich Dir zu-muten: DU KANNST DAS.

Das Leben war niemals dafür gedacht zu verharren, es Dir bequem einzurichten und Dich möglichst wenig in gefährliche Gefilde zu wagen. Das Leben ist nicht bequem! Du kannst es Dir bequem einrichten, ja, das ist wahr. Du kannst noch den Rest deines Lebens „flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“ singen und immer schön am Boden bleiben. Dem Diktat des Anderen folgen. Dich ducken oder klein machen oder davon rennen. Du kannst da bleiben wo du bist, weil Du nichts Neues wagen möchtest. Ausreden findest Du ganz gewiss genug. Und alle werden das Lied mit Dir singen.

Oder Du nimmst es so, wie es zu Deinem Herz passt. Du eroberst Dein eigenes Land. Du stehst aus dem bequemen Sessel auf und tust was Du in Dir selbst als richtig fühlst. Du sprichst aus, was Du längst als Kropf in deiner Kehle spürst, weil Du es immer zurück hältst. Du beendest eine lange Leidensphase. Du verlässt Menschen, die Dir nicht gut tun, den Job der Dich noch in den Tod langweilen oder zu Tode Kraft kosten wird. Oder Du verlässt die sichere Basis, das tragende Luftschloss, das Dir andere gebaut haben um Dich bei sich zu behalten. DU HAST IMMER DIE WAHL.

Was für eine Zumutung dieser verdammte Blog! 🙂

Willkommen in der Adlerperspektive.

Was für ein Schatz!

Jetzt kommt er, der Herbst!

Hast Du die Veränderung des Lichts schon gesehen? Hast Du den Duft von Herbst schon gerochen? Sind schon Blätter am Boden? Siehst Du die Fülle auf den Obstbäumen? Abends, wenn die Sonne untergegangen ist, wird es schon feucht und kühl. Das ist das Ende eines Sommers…

Wie war Dein Sommer?

Oder noch besser: Wie war Dein Jahr?

Am 21. September ist die Herbst Tag-und-Nacht-gleiche. Und das Erntedankfest. Die Tage nehmen nun kontinuierlich ab, ebenso die Wärme. Wir spüren, dass sich der Sommer dem Ende und dem Herbst zuneigt.

Wieder sind wir an einem Gleichgewichtspunkt angelangt: Der Tag, die Helligkeit, und die Nacht, die Dunkelheit, halten sich die Waage, sie sind etwa gleich lang an diesem Tag.

An dieser Stelle beginnt die Zeit der Wendung nach innen, sowohl zu den inneren Themen als auch in den wärmenden Schutz der Häuser und Wohnungen. Es ist die Zeit des Verwertens.

Es ist noch eine Woche Zeit bis dahin. Eine schöne Woche, um eine erste Bilanz zu ziehen. Aufzuschreiben:

Was waren die Schätze des Jahres?

Was habe ich Wunderbares erlebt?

Was hat mein Leben hell und luftig, leicht und glücklich gemacht?

Denn von diesen Schätzen kannst Du leben, wenn es draussen dunkel und kalt wird. Dann wärmt uns das innere Feuer, die Glut, die Herzenswärme.

Früher machte man Obst ein, hatte das Feuerholz im Herbst parat, bekam noch eine Ladung Kohlen. Man trocknete Blumen und goss Kerzen, verwertete alles, was uns der Garten, die Natur, das Jahr hatte heran reifen lassen. Die Vorräte wurden gefüllt.

Am 21. September aber wurde gefeiert. Das schönste Essen kam auf den Tisch, der junge Wein, man schmückte mit Herbstblumen und Kränzen aus Getreide und Hagebutten, das bunte Laub wurde gepresst, die Kastanien und Nüsse gesammelt und geröstet.

Heute kaufen wir ein, das ganze Jahr, es ist immer alles verfügbar.

Oder doch nicht?

Weisst Du, das nichts selbstverständlich ist?

Das hat uns vielleicht dieses verrückte Jahr gelernt: Dass wir nicht wissen, was als nächstes kommt. Ob alles noch da, noch möglich sein wird, woran wir uns gewöhnt haben.

Und nochmal: Hast Du genug Sonne, Wärme, Schönes gesammelt für die dunkle Zeit?

Schreib es Dir auf. Kaufe Dir Blumen. Bereite deinen Erntedank vor.

Und dann: DANKE.

Auch in diesem Jahr, das ist ganz sicher, bist Du beschenkt worden.

Was war, was ist Dein grösster Schatz?

Willkommen in der Adlerperspektive.

1 + 1 = 3

Wie lebst Du gerade in deiner Beziehung?

In den letzten Jahren habe ich viele Paarcoachings machen dürfen. Es ging oft darum, dass sich die Partner nicht (mehr) sehen konnten und sich in endlosen Wiederholungsschleifen um das Selbe stritten. Ganz oft liegen die Paarprobleme – die paar Probleme – in der Kommunikation. Bisweilen auch ist die gegenseitige riesige Erwartungshaltung ein Ansatzpunkt, den man wieder korrigieren kann.

Vor allem aber liegt es daran, dass Paare vergessen haben, sich gegenseitig Freiräume zu geben, in die sie nicht eingreifen sollten. Schlussendlich ist eine gesunde Partnerschaft eine Gleichung:

1 + 1 = 3

Denn ICH und DU und WIR sind die Zauberformel.

Wie es der Zufall so will, fand ich bei einem meiner Strandläufe ein Äquivalent im Sand. Eine Mytilus, eine Miesmuschel… sie hing noch zusammen. Und so zeigte sie eine Herzform. Ich musste ein bisschen schmunzeln, weil ihre Bedeutung so deutlich zu erkennen war.

Wenn Du in einer Partnerschaft bist – oder derzeit eine wünschst, dann solltest Du nicht nur auf deins und seines/ihres schauen, sondern vor allem auf die Schnittmenge. Was teilt Ihr miteinander? Was sind Eure gemeinsamen Werte? Was hält Euch zusammen? Was macht Eure Verbindung wertvoll? Was macht Euch zusammen schön? Was ist Euer Fundament?

Diese Schnittmenge ist gewissermassen der „heilige Raum“, den Ihr gemeinsam beschützen müsst.

Darüber müsst Ihr Euch Gedanken machen, müsst es ehren und wertschätzen und pflegen. Der Partner mag seine Macken haben, Dinge, die Dich an ihm nerven und aufreiben oder herausfordern. Das wird sich fast immer nicht ändern lassen, sondern muss meistens einfach liebevoll angenommen werden. Was rundherum passiert – in deinem Leben oder im Leben Deines Partners, deiner Partnerin, ist zweitrangig.

Niemand hat besser darüber geschrieben als Anne Morrow-Lindbergh, in ihrem Buch „Muscheln in meiner Hand“:

„Denn eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen wie sie ist, in ihrer Begrenzung – eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immerwährend vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt. Man muss die Sicherheit des beschwingten Lebens anerkennen, seine Ebbe, seine Flut und seine Unbeständigkeit.”

Alles kann sich ständig verändern und das tut es auch. Und viele „Macken“ der Partner scheinen manchmal unerträglich. Oder die Art, wie mein Pendant etwas tut, was er/sie zu diesem und jenem denkt, das kann alles unterschiedlich, manchmal sogar gegensätzlich sein. Aber was hier, in der Schnittmenge, dem gemeinsamen inneren Raum passiert, muss ein-ig sein. Muss für-einander sein, muss Priorität haben.

Diese Schnittmenge gibt es für alle Deine Beziehungen. Für deine Liebesbeziehung, für Deine Kinder und Geschwister, Eltern und Freunde, für die Menschen, mit denen Du gerne eine Insel teilst. Vielleicht magst Du Dir eine kleine Liste mit Deinen Beziehungsmenschen machen. Und dann eine Schnittmenge malen:


Was hält euch zusammen?


Welche gemeinsamen Werte habt Ihr?

Was an dieser Verbindung ist wertvoll?

Was macht Euch zusammen schön?

Was ist Euer Fundament?

Darüber zu diskutieren, es zu bestimmen, wird Euch einen riesigen Schritt zueinander bringen und auch wieder aufzeigen, was Ihr aneinander habt. So kann Partnerschaft wirklich wertschätzend gelingen.

Die Muschel zeigt uns auf, dass es ein Miteinander-Bindeglied gibt und auch eine freie Entfaltung, wie ein Flügel. Oder ein ausgestreckter Arm. Da fällt mir noch ein weiteres schönes Zitat ein:

Wir alle sind Engel

mit nur einem Flügel

um fliegen zu können

müssen wir uns umarmen.

Ich wünsche Dir eine schöne, herzenswarme Woche. In der Du erkennen kannst, welche wunderschönen Schätze Deine liebsten Beziehungen in sich tragen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesmal für meinen Bruder Ralf. Eine fantastische Schnittmenge, die uns vereint. Schön, dass es Dich gibt!

Weite!

Ist Dein Blick noch weit?

Oder schon ganz eng, der Tunnelblick sozusagen?

Nirgends kann man den Blick so weiten wie an einem Strand oder auf der Klippe/dem Berggipfel.

Der weite Blick tut uns immer gut. Die Augen über das, was gerade vor uns liegt, heben und weiter schauen, das löst schon sehr oft auch unsere Anspannung, unser klein-und-eng-sein, unsere einseitige Sichtweise auf das, was gerade ist.

Es nützt ja nichts, das Problem so lange zu betrachten. Meist meinen wir, wir könnten den hypnotischen Blick auf etwas werfen und dann würde es sich ganz von alleine lösen, weil wir alles genau betrachtet haben. Aber das ist nicht so, keineswegs. Auch in der Psychotherapie reiten die Therapeuten gerne ewig auf dem Problem herum, statt die Lösung ins Auge zu nehmen. Sie ist nur zu sehen wenn man weit schaut. Den Blick hebt. Das sehen, was vorher nicht da war.

Überhaupt: Kann man etwas sehen, wenn man immer das selbe betrachtet?

Wenn man sogar dieses Betrachten und eventuell das Beurteilen von dem, was man sieht, von anderen übernommen hat?

Zurück also – in die Weite. Im besten Fall für mich: Ans Meer.

Vielleicht für Dich eher auf einen Berg, auf eine Klippe. Da, wo die Weite entsteht. Suche Dir eine Landschaft, die für Dich die ermöglicht. Und dann schau, was passiert. Mit dem Blick werden auch Deine Gedanken weit. Deine weite Landschaft eröffnet dir deinen Horizont.

Psychologen sprechen dabei von der Geopsyche. So hat der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung bereits festgestellt, dass das Meer in den Träumen und Fantasien für das Unbewusste steht. Affekte und Impulse werden dann ins Meer hineinprojiziert. Jede Landschaft hat eine Wirkung auf unsere Psyche. Wenn Du ganz eng geworden bist und nur noch im allerkleinsten Kreise drehst, sich die Gedanken endlos wiederholen, dann musst Du schauen, dass Du Deine Sinne in die Weite oder ins Unbekannte schicken kannst.

Der deutsche Poet Rainer Maria Rilke hat den Zustand der inneren Enge einmal so verdichtet:

DER PANTHER

IM JARDIN DES PLANTES, PARIS

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Wenn Du auch spürst, dass Du eng geworden bist, Dich wie in einem Käfig fühlst, die immer gleichen Routinen Dich lähmen, dann ist es an der Zeit auszubrechen in die grosse „ w e i t e“ Welt und den Blick schweifen zu lassen.

Wie fühlt sich das Problem jetzt an?

Ich wette, es schrumpft. Wenn wir uns mit der Weite im Aussen beschäftigen, können wir auch ein bisschen Abstand gewinnen zu uns selbst und unserem kleinen (alltäglichen) Lebensraum.

Aus der Ophthalmologie (Augenheilkunde) weiss ich, dass unsere Pupille sich weitet, wenn wir etwas lange betrachten. Aus einigen klinischen Studien ist erwiesen, dass sich dabei der Puls und die Hautspannung verändern. Man bedenke den langen Blick in andere Augen, schon nach 3,3 Sekunden verändert sich unsere gesamte Gefühlsstruktur. Richten wir also unseren Blick auf die Weite einer Landschaft, so wird sich ein ganzer Gefühlscocktail in uns auslösen. Aufatmen. Weiter schauen, weiter denken, weiter sehen.

Nichts ist für ewig. Keine Situation, egal wie eng sie sich gerade anfühlt, dauert ewig an. Wir müssen wieder weit werden. Im Blick, im Herz, im Denken. Dann haben wir auch Platz für neue Entscheidungen. Und für die Freude.

Das Leben ist gut. Die Welt ist gross. So einfach ist es.


Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesmal für meinen Zaubersohn. Heb Deinen Blick. Das Gute liegt genau vor Dir.

Schöne Perlen

Es gibt sehr viele schöne Menschen.

Letzte Woche war ich wieder einmal im Schlaraffenland. Nicht kulinarisch. Sondern umgeben von schönen Menschen. Es war eine verliebte Woche. Weil man solche Menschen einfach nur herz-lich wahrnehmen kann.

Und darüber hinaus dufte ich ein herzwärmendes Konzert hören von vier Streichinstrumenten Spielerinnen aus aller Welt, die uns alle im Publikum verzaubert haben.

Dabei war gar nichts Besonderes los in dieser Woche. Ganz im Gegenteil. Eher eine Ebbe Woche. Und das brachte dann auch die nötige Leere um die Perlen am Strand zu finden.

Kurzum… ich war verzaubert. Von einem sanften und tiefen Menschen und seiner Zugewandtheit. Von einer Stimmfarbe im Gespräch. Von einer Bewegung. Von einer Geste, die selbstverständlich und liebevoll war. Von vielen wirklich wachen Augen. Von Begeisterung. Von einigen Durchbrüchen im Coaching. Von Mut, der durch die Augen strahlte. Und ja, auch von äusserlicher Schönheit. Kleine Details, nicht das grosse Gesamtwerk. Einen Halsbogen. Locken. Feinen Händen. Schönen Unterarmen mit sanft seidigen Haaren.

Wann hast Du das letzte Mal Schönheit gesehen?

Und siehst Du Deine Schönheit?

Was muss passieren damit Du Schönheit erkennen, suchen, ausstrahlen, entdecken kannst?

Müssen wir ruhig bleiben um Schönheit wahr-zu-nehmen?

Ich glaube wir brauchen Zeit und Raum. Und davon viel. Wirklich glasklare Aufmerksamkeit. Nur so kann man Schönheit sehen. Unsere Herzen und unsere Sinne sind im Alltag oft verstopft und nicht offen genug. Wir sind beschäftigt mit anderem. Und ganz ehrlich: Wir sehen leider auch zu viel Unschönes. Das geht mir auch so. Aber man kann das trainieren: Sich nicht blenden lassen von dem allgegenwärtigen Dreck und der Ablenkung. Auch nicht von Horrornachrichten und Angstschlagzeilen …sondern: Die Aufmerksamkeit auf das richten, was jetzt gerade da und schön ist.

Vor einigen Jahren hatte ich einen Mann kennengelernt, der mir interessant schien. Wir gingen zusammen spazieren, wir lernten uns gerade kennen. Er zeigte mir Müll in die Ecke geworfen. Graffiti. Zigarettenstummel neben einem Ascher. Eine weg geworfene Tüte in einem Parkstück. Ich liess ihn wissen, das meine Augen anderes suchen wenn ich schlendere. Er war wütend und beschimpfte mich, dass ich mich über ihn lustig mache und die Realitäten nicht sehe.

Ach so?

Was sind denn die Realitäten?

Das Schöne oder das Unschöne?

Ich behaupte: Das Schöne überwiegt. Wir sehen es nur nicht mehr gut genug. Nicht in uns. Nicht in anderen. Nicht im Aussen.


Wir brauchen eine Haltung, die uns wahrnehmen lässt, was ist. Das was gut ist. Das was liebe-voll und bezaubernd ist. Diese Haltung wird uns das ganze Leben versüssen.

Das Schöne sehen ist am Anfang schwierig.Wir meinen vielleicht sogar, dass es schwierig zu finden ist. Es verlangt aber nur: Den inneren Focus darauf zu richten.

Was ist gerade schön?

Was ist schön an dem, was Du gerade betrachtest?

Und dann: Was ist schön an Dir?

Ach, ich könnte Dir viel erzählen was an Dir schön ist. Ich sehe es. Ich liebe es.

Du auch?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Dieser Blog ist exemplarisch für Remko. Tom. Kathi. Rosa. Mona. Zedric. Roman. Fabian. Lukas. Beat. Heba. Steven. Und mich 🙂 Und das ist nur die Perlen-Ausbeute von einer einzigen präsenten Woche!

Hunger!

Letzte Woche traf ich einen hungrigen Coachee. Eigentlich hat er ein sehr gutes Leben. Eine hübsche, liebe Frau, zwei tolle Kinder, einen gutbezahlten Job, Eigenheim und gesunden Background, keinerlei Probleme weit und breit. Aber trotz all dem wunderbaren Leben hungert er gewaltig. So sehr, dass dieser Hunger in immer kürzer werdenden regelmässigen Abständen laut schreit und befriedigt werden will.

Der Hunger heisst „Sinnhaftigkeit“. Der Hunger heisst „Wertschätzung“ und er heisst auch: „Leidenschaft“. Es geht um die Berufung. Um das, was das Herz von Dir will und was Dich jeden Tag fröhlich starten lässt.

Irgendwann, mitten in deinem Leben kann dieser Ruf erscheinen. Der Ruf nach dem, was von Dir gelebt werden will. Wenn die Quelle in deinem Herzen übersprudelt und du einfach gar nichts mehr anderes kannst als das zu tun, was es von Dir verlangt. Mein alter Freund Carl Gustav (Jung) sagte dazu: „Der Spiegel Moment“. Und hatte dafür ein wunderbares Zitat:

„Du musst Dich entscheiden, willst Du gut sein, oder ganz“

C.G.Jung

C.G.Jung nannte den „Spiegel-Moment“ den Zeitpunkt des Erwachens. Jeder Mensch kommt in der Lebensmitte an diesen Punkt. Und danach beginnt die „Individuation“, die Befreiung unseres wahren Wesenskerns. Es geht nicht mehr darum, sich danach zu richten, was man tun sollte und was im Allgemeinen richtig wäre, sondern um die eigene innere Wahrheit.

„Individuation bedeutet: zum Einzelwesen werden, und, insofern wir
unter Individualität unsere innerste, letzte und unvergleichbare Einzigartigkeit verstehen, zum eigenen Selbst werden. Man könnte ,Individuation‘ darum auch als ,Verselbstung‘ oder als Selbstverwirklichung‘ übersetzen“ (C.G.Jung 1933)

In der letzten Woche wurde ich nicht nur von diesem tollen Coachee an den Hunger in uns erinnert, sondern auch von einigen anderen Menschen, die aufgrund ihres „eigentlichen Hungers“ von dem eigenen Lebensweg abgekommen sind. Dann fügt es sich schnell, dass man in eine Sucht abzurutschen droht. Oder eine Ersatzbefriedigung wählt, statt dem zu folgen was das Herz von uns will. Wir alle betäuben eine Weile unseren Hunger mit Dingen, die uns ermöglichen ihn nicht zu spüren. Und wir werden ihn immer wieder spüren, er hört nicht auf zu uns zu sprechen. Er schreit „mehr, mehr, mehr“ und lässt uns wieder hungrig die Hände öffnen, um es uns zu holen.

Die Lösung liegt unbedingt darin, wieder heraus zu finden was uns wichtig ist. Woran wir glauben (auch an uns und unsere Kraft) und was wir in unserem Leben ersehnen. Je besser wir wissen, was uns wichtig ist, worauf es uns ankommt und was wir anstreben, um so glücklicher werden wir den Weg gehen, an dessen Ende wir zu unserem erfüllten Leben kommen. Denn das ist es ja, was unser Herz brennen lässt: Dass sich das Leben lohnt.

Carl Gustav hat auch einmal gesagt: „Wenn man einmal seine Berufung gefunden hat, dann kann man nicht mehr wählen. Dann muss man sich ihr mit Leib und Seele widmen. Man muss das Herz sprechen lassen, dann wird man nicht arbeiten. Man wird nur sich selbst ausschöpfen bis zum Grund, ohne jede Anstrengung. Wer seine Berufung gefunden hat, den brennenden Wunsch in seinem Herzen, der muss ihm gehorchen, bedingungslos.“
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Das hört sich sehr einfach an. Und das ist es auch. Aber: Deinem Herzen zu folgen wird Dich auch etwas kosten. Du wirst ein paar lieb gewonnene Gewohnheiten aufgeben müssen. Du wirst alte Zöpfe abschneiden, Menschen verlassen, Pläne und Ideen aufgeben, die Komfortzone verlassen müssen. Der Hunger kann Dich da hin treiben, wo Du hinwillst, vielleicht sogar hin musst.

Frage Dich:

Wonach hungert mein Herz?


Was macht mich gierig, hungrig?

Was will ich unbedingt?

Was brauche ich, um wirklich glücklich zu sein?


Welchen Hunger will ich jeden Tag spüren?

Und – bist Du schon auf dem Weg?

Warum nicht?

Willkommen in der Adlerperspektive.