Push oder Pull

Kennst du die Türen, an denen „Drücken“ oder „Ziehen“ steht? Hast Du das auch schon falsch gemacht? Letzte Woche bin ich in Jersey in so eine gelaufen. Volle Geschwindigkeit. Ich war schnell unterwegs, zu schnell… Wollte „Push“ – drücken, ging voll rein mit dem Druck und donnerte mit dem Kopf an die Glasscheibe. Ich musste – genau! – zwei Schritte zurück machen, um sie aufzuziehen. Die beiden Rückwärtsschritte haben mich extrem entschleunigt.

Anschliessend habe ich mich gefragt, warum ich denn überhaupt so schnell unterwegs war. Es gab gar keinen Grund, so viel Druck zu machen, weder in der Geschwindigkeit, noch im Handeln. Aber ich habe mich daran gewöhnt zu Pushen.

Ich machte eine Vollbremsung. Setzte mich in einen Tearoom und nahm die berühmte Tasse Tee, um darüber nachzudenken: Mache ich (mir) zu viel Druck? Und, was noch schlimmer wäre, mache ich anderen auch zu viel Druck?

Wir leben in einer extremen Leistungsgesellschaft. Es geht immer um Optimierung. Es geht ums Dynamische, ums Durchhalten, ums Beweisen von Kraft und Erfolg. Nur ganz selten können wir relaxen und durchatmen, alles soll schnell gehen. Kennst Du das auch „Ich muss man schnell aufs WC?“. Warum denn nicht langsam? Ich sage dann gerne: „Nicht schnell, nimm Dir Zeit, lass es gemütlich aus Dir herauslaufen…“

Wie ist das bei Dir? Pushst Du? Dich und andere? Versuchst Du die Dinge mit möglichst viel Kraft und Aufwand nach vorne zu treiben? Strengst Du Dich an? Stösst Du einen riesigen Haufen Arbeit vor dir her?
Oder machst Du auch mal die zwei Schritte zurück, im Zweifelsfall zum Atmen, um zu ziehen?

Ich gebe es zu, ich bin ein Push-Typ. Ich liebe das. Ich liebe auch Energie und Kraftaufwenden und Fleiss. Ich bewundere Menschen, die Dinge bewegen. Ich bewundere Leute, die sich anstrengen, die Extrameile laufen. Und damit auch voran kommen. Ich denke da an einen Coachee von mir, den Eisenadler, der seine Karriere als Fitnesscoach sehr pusht und das mit Recht, weil er es kann und weil es das braucht, wenn man im Schwung-holen ist.

Und das andere – Pull – das Ziehen hat auch seinen ganz eigenen Reiz. Weil man damit die Dinge eben an sich zieht, sich entspannter Platz macht, weil man dabei noch Luft bekommt, weil man das besonnen machen kann.

Beides hat seine Berechtigung und beides ist wichtig.

Ziehst Du?

Drückst Du?
Wieviel und in welchem Verhältnis?

Beide Tätigkeiten öffnen Dir Türen. Und Türen öffnen willst Du, immer wieder. Und musst Du auch, wenn Du voran kommen möchtest.

Pushen ist laut, braucht Kraft, Anstrengung, Energie, Dynamik, Stärke, eine explodierende Lust. Pull braucht Gelassenheit, Konzentration, innere und äussere Sammlung, auch eine Lust auf die Leistung, Entschlossenheit. Zusammen sind diese beiden unschlagbar.

Nur – beim Pullen, beim Ziehen, entsteht ein Magneteffekt, es reisst mit (weil es eben reisst). Im Marketing ganz sicher die überzeugendere Strategie. Und es scheint mir beim genaueren Hinschauen ganz sicher die klügere Methodik.

Es ist wohl eine Charaktersache: Bist Du der dynamische und schnelle Typ, dann tendierst Du dazu, zu pushen. Ich sehe mich da nochmal selbst aus der Adlerperspektive: Ich renne durch St.Helier und stürze auf das Geschäft zu. Ganz nach dem Motto: „Aus dem Weg!“ – „pushe“ ich die Tür auf und knalle dagegen. In der Retrospektive denke ich: Es wäre mal besser gewesen ich hätte mir die Zeit genommen genau hinzuschauen. Langsam geht es manchmal besser. Jedenfalls wäre ich nicht ein paar Stunden mit einem roten, hämmernden Hörnchen auf meiner Stirn herumgelaufen.

Müssen wir alle, musst Du selbst auch so viel pushen, dass Du Dir kaum je Zeit zum Innehalten gönnst?

Weisst Du, dass ein erfolgreicher Sportler sich Zeit nimmt zum Ausruhen?

Tust Du das auch?

Oder verharrst Du eher im „Pull-Modus“ und wartest ab, statt zu pushen?

Bleibst Du (schon zu lange) in der Komfortzone?

Na, darüber reden wir dann nächste Woche.

Vorerst: Beobachte Dich – Drücken oder ziehen? Wieviel wovon und warum?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Ich widme den Blog diese Woche dem Eisenadler Fabian (Du machst alles richtig) und meiner lieben Freundin Mona in solidarischem Pushmodus.

Das Joch

In der vergangenen Woche hatte ich ein Coaching mit einem wunderbaren Menschen, der sein Leben vergessen hatte. Er war schon ein bisschen zusammen gefaltet als ich ihn vor Jahren kennenlernte. Aber inzwischen ging er schon fast gebückt, weil er so viel Last trug. Freiwillig und auch unfreiwillig und auch aus Gründen, die ihm nicht bewusst waren.

Wir tragen alle sehr viel mit uns herum. Keineswegs nur die Lasten, die aus Pflichten bestehen. Auch die Sorgen. Auch die ungelösten Kränkungen aus unserer Vergangenheit. Auch die auferlegten moralischen Verpflichtungen. Auch die Menschen, die wir uns als „Sorgenkinder“ in unser Leben geholt haben. Und vor allem auch unbewusste Muster, die wir schon seit Kindheit haben und die niemals an eine Oberfläche kommen können, weil sie sehr früh geprägt wurden.

Dabei geht uns mehr und mehr der Zugang zu uns selbst verloren, verlieren wir die Lebensfreude und die Freiheit im Herz, die Spontanität und ganz oft auch die Genussfähigkeit.

Auch mein Coachee sagte im Vorgespräch, dass er keinen Spielraum mehr sieht, etwas zu verändern, weil er ja all diese Dinge „muss“ und sich auch verantwortlich fühlt, dass es allen gut geht, dass alle haben, an was sie sich (und er sie) auch gewöhnt haben. Das Leben ist ja bei uns allen durch organisiert, auch festgemacht an Verträge,Versprechen und Verpflichtungen.

Es gibt etwas, das ganz früh geprägt wird: Eine Wenn-Dann-Reizreaktion. Schon im Alter zwischen Geburt und dem sechsten Lebensjahr beginnen wir, das Leben verstehen zu wollen. Etwas passiert und wir leiten daraus Schlussfolgerungen ab. Das passiert keineswegs in einer „erwachsenen“ und überlegten Weise, vielmehr re-agieren wir auf das, was sich im Aussen zeigt.

Ein ganz einfaches Beispiel: Wenn das Baby lächelt und alle glücklich sind und zurück lächeln, könnte es den Eindruck haben, dass man nur lächeln muss und alles so leicht bekommen wird.

Und im eher schwierigeren Fall: Die Mama/der Papa sind gerade scheinbar unglücklich und das Kind „tut“ etwas, damit sich die Stimmung zum Positiven wendet. Diese Menschen werden im späteren Leben verlässliche Arbeitstiere und „Soldaten“. Sie tun und tun – ihr Leben lang – und stellen diese Leistung nie mehr in Frage. Aber: Sie vergessen den Grund, warum sie endlos tun und das Tun wird zum Selbstläufer. Der ursprüngliche Grund ist schon lange vorbei. Die Motivation des Kindes war situativ für Erleichterung zu sorgen. Nun aber leistet der Mensch auch als Erwachsener viel mehr als es für seine Ressourcen und sein eigenes Glück gesund ist.

Jetzt kommen wir zum „eigentlich“. Eigentlich war das Kind bis zu dem Moment, in dem es anfing zu leisten um Liebe zu bekommen, ein fröhliches und offenes, spontanes und wildes Kind. Das wird nun zugunsten der „Aufopferung“ aufgegeben. Die kleine wilde, freie, verspielte Seele schreit (in Form von Sehnsucht, Sabotage, innerem Groll auf das eigene Tun) um das Verändern der Muster. Aber das geht nicht mehr. Der Arbeitsdrang hat längst den Autopilot übernommen.

Das „Joch“ wird getragen…

Was und wieviel meinst Du zu müssen?

Was meinst Du muss unbedingt sein – und aus welchem Grund?

Wozu fühlst Du Dich verpflichtet?

Vor allem aber: WOZU hast Du Lust?

Es ist vollkommen okay, fleissig und energiegeladen zu sein, vielen Menschen eine Freude zu machen, immer mit anzupacken, gerne für alle da zu sein, fleissig zu sein, viel zu arbeiten, viel zu bewegen, wenn, ja: WENN

es Deiner Lebensfreude dient!

Wenn Du Lust und Spass und eigene Motivation dafür hast, was Du tust, dann musst Du es tun!

Aber wenn Du das Joch trägst für Dich und andere und andere sogar noch darauf abladen und sich auf Dich verlassen! Dann musst Du es hinterfragen!

Wenn Du wegen diesem Joch schon ganz gebückt gehst und Du meinst, keinen Spielraum zu haben es abzusetzen dann musst Du es klären ob das wirklich Deine Aufgabe ist.

Eigentlich ist es ganz einfach: Frage Dich bei allem, was Du tust: Vergrössert das meine Lebensfreude? Fühle ich mich glücklich dabei? Mache ich das, um mein Leben zu verbessern oder zu erleichtern?

Mein Coachee hat sich wieder gefunden in den eigenen Entscheidungen, dem eigenen Spielraum in seinem grossen schönen Herz. In seinem eigenen Glück. In seiner eigenen Liebe. In seinem schönen Wesen.

Das Joch hat er in grossem Bogen weg geworfen. Er geht jetzt im wahrsten Sinne erleichtert und freudvoll in sein eigenes Leben. Der Spielraum ist in ihm.

Er soll ewig ewig jubelnd fliegen!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Candle in the wind…

Denkst Du manchmal an deine ganz persönliche Endlichkeit?

Kürzlich lernte ich einen tollen neuen Coachee kennen. Er hat ein schönes Leben, ist glücklich verheiratet, ist Papa und erfolgreicher Unternehmer, ist gesund und attraktiv. Und er will in die Tiefe. Er will das Leben „so richtig“ und möglichst erfüllt leben, denn – er ist sich dessen bewusst, dass das Leben endlich ist. Das Coaching will er, um sich besser aus-zu-drücken. Um das Leben so intensiv, echt und ehrlich wie möglich zu leben. Abtauchen in seine Tiefen, aufsteigen in seine Höhen.

Ist auch Dir bewusst, dass Dein Leben endlich ist?

Dass Dir die Zeit wie der Sand durch die Finger rinnt und irgendwann das letzte Sandkorn fallen wird?

Was macht der Gedanke mit Dir? Verdrängst Du es? Denkst Du: Ach, da hab ich ja noch genug Zeit, darum kümmere ich mich später? Weisst Du das denn sicher? Lebst Du bewusst und wach genug? Spürst Du dieses kostbare Geschenk jeden Tag?

Der wunderbare Eckart Tolle hat das einmal sehr bildlich beschrieben. Er sagte, man springe direkt nach der Geburt von einem hohen Felsen ab. Ab jetzt geht es nur noch in eine einzige Richtung. Auf dem Fall nach unten mag man sich manchmal an einen Ast halten, der bedeutsam zu sein scheint. Man geniesse, was der „Aufenthalt“ zu bieten habe. Aber irgendwann liesse man auch diesen Ast los und es ginge eben immer weiter in diese eine Richtung.

Während er das in einem Vortrag erzählte schmunzelte er, lachte über unsere Idee, das irgend etwas wichtig sein könnte.

Schlussendlich geht es darum, was Du daraus machst aus dieser Reise. Lässt Du Deine Zeit an Dir vorbei ziehen? Nutzt Du sie? Geniesst Du sie? Lachst Du genug?

Hast Du die Hände immer offen, damit das Leben seine Geschenke hinein legen kann?

Oder hältst Du immer etwas fest, weil Du denkst, dass es Dir sonst verloren geht?

Wir werden alles verlieren, früher oder später. Wir können nichts und niemanden fest halten. Alles verändert sich fortwährend. Alles kommt und geht. Das können wir so gut in der Natur, hier in der westlichen Welt, auch mit den Jahreszeiten im Jahreslauf sehen. Wir jubeln dem neuen Frühling entgegen, geniessen die aufkommende Wärme und die Rückkehr des Lichts. Stehen auf dem Zenith des Jahres in der Hitze im Sommer, tanzen mit den fallenden Blättern im Herbst, ziehen uns zurück im kalten Winter. Kommen und gehen, überall.

Nur wir Menschen sind uns am liebsten unserer Sterblichkeit nicht allzu bewusst. Dabei würde das Gewahrsein, dass wir endlich sind, unser Leben ungeheuer verschärfen. Antreiben. Motivieren. Wir würden erkennen: Ich muss ich will ich soll diesen Tag nutzen! Ich leben JETZT ich muss alles tun was ich will was ich brauche was ich ersehne. ES SOLL MIR GUT GEHEN HEUTE!

Ganz ehrlich: Tust Du etwas dafür oder wartest Du (noch) auf ein Wunder, einen Schubbs vom Schicksal, einen Mentor, einen Impuls?

Worauf genau wartest Du? Was meinst Du zu brauchen damit Dein Leben lebenswert ist?

Hast Du die Hände offen, für die Geschenke?

Bist Du offen für die Wendungen? Gehst Du geschmeidig mit in den Veränderungen?

Holst Du Dir vom Leben das, was Du begehrst?

Es ist keine Zeit mehr zu verlieren. Sei Dir bewusst: Das könnte der letzte Tag sein, an dem Du bewusst leben kannst. Sag was Du (immer schon mal) sagen willst. Trau Dich weit aus deiner Komfortzone heraus. Schreibe die Nachricht. Wechsle deine Lebensumstände bis sie passen. Oute Dich mit deinen Wünschen und Sehnsüchten. Ändere alles, was nicht mehr stimmig ist. Umarme die Menschen die Du liebst. Achte auf das was Du siehst in der Natur, sei dankbar für die Sinne, die Dir die kleinen Sensationen liefern. Sei wild, frei, umgezähmt, ganz authentisch, ganz Du.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Eckart Tolles kleine Anregung zu diesem Thema:

Heute widme ich den Blog einer ganz besonderen Lady, deren Leben heute den ganzen Tag feierlich gewürdigt wird.

Nachruf

Gab es „die Queen“ auch bei Dir Dein ganzes Leben lang?

Was bleibt in deinem Kopf und Herz, wenn Du hörst, dass wir sie nun nie mehr live sehen werden? Was hat sie bei Dir ganz persönlich hinterlassen?

Es wird sehr viel interpretiert und gibt unzählige Meinungen über öffentliche Personen. Eigentlich weiss niemand so recht, was daran richtig und wahr ist. Aber etwas ganz Persönliches verbindet man in der Regel mit einer Person. Etwas bleibt, meist ein Gefühl.

Im vergangenen Jahr hatte ich gleich einige enge Todesfälle im nahen Umkreis und jedes Mal fragte ich mich: Was hat die Person für mich da gelassen? Gibt es schöne Erinnerungen? Bleibt ein Rat, eine Vorbildfunktion, eine Lehre aus diesem Leben? Gibt es ein Gefühl, das mich den Rest meines Lebens begleiten wird, wenn ich an sie denke? Was hat die Person für mich bedeutet? Welche Gefühle habe ich immer noch?

Der französische Philosoph Gabriel Marcel sagte einmal: „Lieben, das bedeutet zum anderen zu sagen: Du, du wirst nicht sterben.“ In fast allen Fällen von einem gelungenen Leben bleibt Liebe zurück. In den Partnern und Angehörigen. Auch in den Kollegen und Zufallsbekanntschaften. Liebe bleibt auch dann noch, wenn das Leben vollendet ist. Verbindungen bestehen weiterhin.

Ich bin seit 30 Jahren (allein) mit einem Mann befreundet, der Stefan Amandi hiess. Er starb 28jährig an einer akuten Leukämie. Und noch immer spüre ich seine Sanftheit, sehe durch seine Augen, höre sein feines Wesen sprechen. Viele Jahre trug ich auch sein Parfüm. Er ist noch immer bei mir, er lebt weiter, weil er mich mit seinem Menschsein berühren konnte und mir meine Welt damals um Vieles wertvoller gemacht hat. Das tut er heute noch, auch wenn ich nicht weiss, wie unsere Geschichte wohl weiter gegangen wäre. Er war wertvoll. Er hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet. Andere Menschen sind an mir vorbei gezogen, haben nichts hinterlassen als sie aus meinem Leben verschwanden. Aber er berührt mich noch immer, hat Liebe da gelassen, nicht nur bei mir.

Und natürlich bringt Dich dieser Blog in diese Richtung:

Was wirst Du da lassen, wenn Du gehst?

Welchen Einfluss hast Du auf andere Menschen?

Was löst Du in anderen aus?

Gehst Du mit Deinem Herz auf der Zunge in jeden Tag? Lässt Du Samen der Liebe fallen, wenn Du Dich bewegst? Bewegst Du?

Inspirierst Du andere? Wozu?

Verschenkst Du Deine Aufmerksamkeit und Hingabe, Dein Wohlwollen und Deine Wertschätzung mit beiden offenen Händen?

Tust Du etwas für die Welt? Was?

Bist Du ein Geschenk für andere? Warum?

Oder… warum … (noch) nicht?


Unser aller Leben ist endlich. Warum bist Du hier?

Was tust Du mit dieser wertvollen Zeit?

Ach, und meine Lieblingsfrage: Feierst DU das Leben?

Die Queen hat etwas Wesentliches für mich getan. Neben den vielen Dingen, die ich an Ihr bewunderte, gab es diesen einen Satz, der mich total eingenommen hat:
Sie pflegte zu sagen, dass sie nicht amüsiert sei über das was gerade an Negativem passierte.

„I am amused“ „I am not amused“

das waren wunderbare Sätze der Queen. Ich habe daraus gelernt, dass Amusement etwas Wesentliches und Wichtiges war, nach dem sie strebte.

Bei aller Wichtigkeit und Würde, Respekt und Hingabe an die Aufgabe war Amusement ihr Gradmesser. Und ist es auch für mich geworden. Ich will amüsiert sein, auch dann, wenn die Welt wieder einmal durchdreht.

Are you amused?


Willkommen in der Adlerperspektive.

Das Leben feiern

Auf Jersey waren schon viele wunderbare Coachees für den Adlerflug. Ich könnte über jeden eine spannende Geschichte erzählen. Mein Schatz ist: Diese Geschichten miterlebt zu haben. Zu sehen, wie sie sich entfaltet, erleichtert und entschieden haben, künftig glücklich und selbstbestimmt durchs Leben zu gehen. Immer wenn ich auf Jersey bin gehe ich an diese Stellen, gehe auf die höchsten Klippen, an denen sie ihre Adlerrede gehalten haben, zur grössten Eiche auf einem Friedhof, an der sie das Bild des Lebensbaums verinnerlichen konnten und zu den kleinen Buchten, an denen sie mit mir sassen und sehr tief über ihr Leben nachdachten. Vielleicht ist Jersey deshalb so wertvoll für mich: Es ist gefüllt mit wertvollen Erinnerungen.

Eine solche erzähle ich gerne heute. Er heisst Martino und ist ein sehr feinsinniger und ruhiger Mann, ein Herzensmensch. Zu meinem allergrössten Erstaunen passierte mit ihm auf Jersey etwas, womit ich in dieser Form nicht gerechnet hatte. Es begann schon ganz früh. Wir gingen am ersten Tag, nachdem ich ihn vom Flughafen abgeholt hatte, auf eine der Steilklippen im Norden, um die Insel und vor allem das raue, nordatlantische Meer zu betrachten. Da rannte er plötzlich los und kletterte auf einen nahen riesigen Felsbrocken und breitete die Arme aus. Ich sah es genau: Dieser Coachee wollte weit oben fliegen.

Das Coaching ging dann trotzdem noch etwas langsam und verhalten. Ganz tief drin aber reifte in Martino ein Vulkan, der am letzten Tag ausbrach, gewaltig und radikal, entschieden und waghalsig. Keine Rede hat mich jemals so berührt wie seine. Weil sie total unerwartet für mich war, weil er über sich hinaus wuchs und – explodierte. Seit diesem Moment hat sich dieser feine Mann in mein Herz gebrannt wie eine ganz besonders Juwel.

Es ist nun ein paar Jahre her. Seitdem war ich oft an der Klippe, auf der er stand. Ich musste immer lächeln. Wir haben nicht viel Kontakt, weil wir beide weiter gezogen sind in unserem Lebenslauf. Aber wenn, dann ist alles wieder¨präsent und das geht uns beiden so. Ich möchte gerne den Text von ihm teilen, den er vor einigen Tagen an mich geschickt hat.

Vor ein paar Jahren war ich, was man eine hart gesottene Führungskraft nennt – ich leistete Überstunden, ass Mittagessen an meinem Schreibtisch. „Work-Life-Balance! Was für ein Witz!“, sagte ich zu meinen Kollegen.

Bis zu einer besonderen Nacht…

Ich ging mit Freunden aus und sass plötzlich neben einem Menschen, der mich sehr interessierte. Aber wenn ich mich zu ihm drehte, um mit ihm zu sprechen…

Kam nichts aus meinem Mund.

Ich war leer. Mein Gehirn war vernebelt.

Nach all den Jahren des harten Schuftens – in der Überzeugung, dass ich so schneller zu meinem Ziel komme – war ich nur noch ausgebrannt.

Das war mein Weckruf.

Damals lernte ich eine lebenswichtige Lektion über Verhaltensänderung – man muss sich die Zeit zum Feiern nehmen.

Man kann nicht einfach weiter rennen, ohne anzuhalten, um sich zu erholen oder seine Erfolge zu geniessen – wo ist der Sinn? Das Erreichen endloser Ziele, ohne seine Fortschritte auf dem Weg zu würdigen, ist bedeutungslos. Will jemand wirklich diese Art von Leben?

Martino, nimm dir die Zeit, deine Durchbrüche zu feiern.

Nimm dir die Zeit, die kleinen Erfolge jedes einzelnen Tages zu geniessen.

„Aber was ist, wenn ich heute nichts Heldenhaftes getan habe?“, höre ich dich fragen.

An jedem Tag, an dem du gute Gewohnheiten in dein Leben integrierst, bist du fabelhaft. Jede Anstrengung, die du unternimmst, sollte anständig gefeiert werden.

Mal sehen, was die Wissenschaft dazu zu sagen hat.

Gewohnheiten beginnen sich einzubetten, wenn sie mit einer angenehmen, darauf folgenden Emotion assoziiert werden. Ganz egal, ob diese Emotion in der Gewohnheit beinhaltet ist oder du diese für sich selbst schaffst, sobald du eine gesunde Gewohnheit befolgst, selbst eine kleine, solltest du deinen Erfolg umgehend feiern.

Stanford Universitätsprofessor und Experte für Gewohnheiten B.J. Fogg machte das Feier-Konzept als Erster populär. Es ist wirklich sehr einfach…

Unmittelbar nach dem Abschluss einer gesunden Gewohnheit entsteht in deinem Kopf eine Gedankenprägung. Im Laufe der Zeit lernst du, diese Gewohnheit mit den positiven Gefühlen zu assoziieren. Keine Sorge, wenn du die positive Emotion zuerst selbst kreieren musst – letztendlich wird es eine selbstverständliche Gewohnheit werden.

Warum ist es so schwer, süchtig machende Gewohnheiten wie Drogenkonsum oder Pornos anschauen loszuwerden? Weil ein positives, kraftvolles Feedback-Gefühl umgehend danach eintritt. Diese Emotion sagt deinem Gehirn, dass es toll war, diese Gewohnheit auszuführen – Du fühlst dich glücklicher und es war sehr angenehm.

Mit anderen Worten: Du wirst für eine Gewohnheit geistig gesehen belohnt, unabhängig davon, ob diese für deine Gesundheit auf lange Sicht sehr schlecht sein könnte. So beginnst du, süchtig zu werden, da du versuchst, dieses positive Gefühl wieder und wieder zu erleben.

Wir wollen dieses Prinzip nun nutzen, um dein Gehirn umzuprogrammieren, so dass es sich bei gesunden Gewohnheiten toll fühlt – selbst bei denen, die am Anfang schmerzhaft sein können.

Sport kommt uns dabei zuerst in den Sinn. Wenn du beginnst, regelmäßig zu trainieren, fühlt die Bewegung sich an wie ein Monster, welches du jeden Morgen besiegen musst. Du empfindest Schmerz.

Aber wenn du über einen langen Zeitraum am Ball bleibst, wirst du lernen, dieses Gefühl des Schmerzes zu genießen – es wird zu einer Quelle der Freude und du wirst dich selbst dabei ertappen, wie du dich auf deine nächste Trainingseinheit freust.

Beginne mit dem neuen Ich, Martino!

Nimm dir die Zeit, nach jeder der Gewohnheiten und nachdem du dein gesamtes Ritual abgeschlossen hast, zu feiern.

Erledige das sofort nach jeder Gewohnheit und umgehend nach dem Abschließen des gesamten Rituals.

Auch wenn du am Anfang nur fünf Liegestütz machst, feiere, dass du damit begonnen und diese Liegestütze vollendet hast.

Wenn du das gesamte Ritual abschließt, feiere das Gefühl dieser Errungenschaft und bereite dich auf einen fabelhaften Tag vor!

Es ist sehr wichtig, zu feiern, sobald du die Gewohnheit durchführst, um positive Emotionen damit zu verbinden.

Merkst du, wie dein Gehirn neu verkabelt wird, Martino?

Was wird das nächste Mal passieren, wenn du darüber nachdenkst, dieses Morgenritual zu beginnen?

Du erinnerst dich an das Gefühl des Glücks. Die Erinnerung an das Feiern wird zu dir zurückkommen.

Deshalb ist es so wichtig, das Feiern wirklich einprägsam zu machen – es ist nicht nur eine Sache des Denkens: „Nun, ich stelle mich gut an“. Wenn du keine Emotion damit assoziierst, zählt es nicht als Feiern. Hinter dem Kreieren einer wirkungsvollen Feier, die deine Gewohnheiten wissenschaftlich verändern, steckt echte Wissenschaft und Kunst.

Finde heraus, was für dich funktioniert – laut mit sich selbst sprechen, sich selbst im Spiegel ansprechen, einen kleinen Tanz aufs Parkett legen oder eine andere Bewegung (denke nur an Fussballer, die ein Tor feiern)

Was wichtig ist, ist das Gefühl, das du dabei empfindest. Spürst du die Freude, die durch dich hindurch fliesst?Du hast deine Ziele trotz aller Hindernisse erreicht.

Zeit zu Feiern, Martino!

Wie kann ich meine Erfolge feiern?

Mach, was auch immer für dich am besten funktioniert, solange es wirklich effektiv ist. Stelle dir die Frage: „Glaube ich an diese Emotion? Oder schwindle ich sie mir nur vor?“

Mach‘ dir klar, dass es schon eine kleine Heldentat in sich selbst ist, sich jeden Morgen dazu aufraffen, fünf Liegestütze zu machen. Es bedeutet, dass du die Willenskraft hattest, aufzuwachen und diese fünf Liegestütze auszuführen. Das ist ein Anlass zum feiern.

Deine Aufgabe

In der nächsten Woche, jedes Mal, wenn du eine deiner fabelhaften Gewohnheiten abschliesst und am Ende des Rituals…

Feiere deinen Erfolg!

Führe es 3 Tage hintereinander durch, um erfolgreich zu sein

Das Feiern, unmittelbar nachdem Sie eine gesunde Gewohnheit ausgeführt haben, verankert eine positive Erinnerung in deinen Gedanken. Im Laufe der Zeit wirst du lernen, die Gewohnheit mit einer positiven Emotion in Verbindung zu bringen.

Sorge dafür, dass du den Nervenkitzel der Emotion in deinen Venen spürst. Teste daher verschiedene Arten des Feierns, um herauszufinden, was wirklich für dich funktioniert.

Programmiere deinen Verstand um

Merkst du etwas? Du lernst, wie du dein Gehirn neu programmieren und neu vernetzen kannst, um es dazu zu bringen, fast alles zu schaffen.

Dies ist eine der wichtigsten Fähigkeiten im Leben, die man nicht in der Schule lernt.

Unser Gehirn spielt uns die ganze Zeit Streiche.

Es geht nur darum, dein Gehirn und deine Emotionen zu meistern.

Und hartnäckig zu sein.

Martino war und ist hartnäckig am Leben, am Arbeiten UND am Feiern. Nach seiner emotionalen und lauten Rede damals auf der Klippe hatte er fünf Tage Heiserkeit, weil er alles herausgeschrien hatte. Der Knoten war geplatzt. Der Mann war frei gesetzt. Er flog. Und er fliegt noch immer.


Was für ein Glück – und ein Grund zu Feiern!


Willkommen in der Adlerperspektive.

La vie e belle?

Wie warst Du so, als Du klein warst?

In der letzten Woche hatte ich zwei wunderbare Coachees im Gespräch über ihre Biografie. Biografiearbeit ist ein fantastisches Tool im Mental Coaching, mit dem es heraus gekitzelt werden kann, welche tief eingeprägten Verhaltensmuster aus unserer Kindheit heraus entwickelt worden sind. Meist sind wir jahrzehntelang in diesen Mustern gefangen, hinterfragen sie nicht, weil sie so gewohnt und auch bequem für uns geworden sind wie ein Autopilot. Wir folgen den immer gleichen Eigen-arten, ohne sie nochmals auf den Prüfstand zu stellen, ob sie heute noch angebracht sind.

Biografiearbeit wird oft in der Retrospektive als Methode angewendet, um einen roten Faden durch die eigene Lebensgeschichte zu ziehen. Ganz oft findet der Coachee dabei eine Art Sicherheit, dass er zu jeder Zeit in einem stabilen Muster gehandelt hat. Nicht in allen Fällen war dieses Handeln förderlich, manchmal sieht man dabei auch auf Muster, die uns im Blindflug durch alle Ereignisse geführt haben. Aber: Ein Verständnis für die eigene Geschichte entsteht und das ist in den meisten Fällen auch eine Versöhnung mit sich selbst.

Sich mit der eigenen Biografie zu beschäftigen kann in der Alterspflege als Lebensbilanz dienen. In der Psychologie ist es „nur“ ein Leitfaden – manchmal auch ein Lei(d)faden, mit dem sich die Lebensführung erklärt. Unsere Muster prägen uns, geben uns auch immer eine Überlebensstrategie zur Lebensführung und dienen oft als Perspektive als Lebensplanung.

Und nochmals frage ich Dich:

Wie warst Du so als Kind?

Warst Du relativ schnell brav weil Du Deinen Eltern, speziell der Mama, keinen Schmerz zufügen wolltest?

Warst Du rebellisch und bist bei jeder Gelegenheiten aus den engen Grenzen ausgebrochen?

Warst Du still und hast Dich zurück gezogen und bist ausgewichen?

Hast Du Dich unsichtbar gemacht, weil Du nicht auffallen wolltest, damit es zu keinen Restriktionen kommt?

Hast Du Dich in die Ecke gedrängt damit die anderen Platz haben?

Hast Du früh zu viel Verantwortung übernommen weil kein anderer dazu mehr zur Verfügung stand?

Bist Du in Tagträume geflüchtet und hast Dich der Realität entzogen, weil sie Dir zu laut, zu grob, zu vulgär war?

Hast Du Dir alles erobert und alles genommen was Du wolltest, weil Du „wenigstens für Dich“ ein schönes Leben kre-ieren wolltest?

Warst Du überangepasst um jeden Stress zu vermeiden?

In allen aufgezählten Fällen ist ein Verhaltensmuster gewachsen und in all diesen Fällen ist zeitgleich mit der Überlebensstrategie ein Schatten mitgewachsen, der Dir Dein Erwachsenenleben, meist unbewusst, negativ beeinflusst hat.

In diesen Fällen kann Biografiearbeit ganz wichtige Impulse geben, um eine neue Entscheidung zu treffen. NICHT um Deine Verhaltensmuster zu ändern, das wird nicht mehr möglich sein. Wir werden immer – immer – zurück rutschen in den bequemen Schuh. Aber wir können es bewusster tun. Wir können erreichen, dass Du sagst: Ah! Da ist wieder die Bequemlichkeit! Ich bin gerade dabei, wieder zu tun, was ich immer tue. Weil ich mich damit auskenne, weil es meine Komfortzone ist! Aber! HEUTE sehe ich das mal und versuche etwas anderes, weil mein Plan A heute nichts Gutes bewirken wird. Weil es mich nicht weiterbringt. Weil es mir im Weg stehen wird, mir wirklich gut zu tun.

Denn: Unsere Überlebensstrategie wurde unbewusst gewählt, meistens im Alter zwischen 3 und 6. Ein wichtiger Vorgang im Rahmen des kindlichen Lernen ist die Prägung. Vom Lernen aus Erfahrung oder durch Versuch und Irrtum unterscheidet sich diese Form allerdings in einem wichtigen Punkt: Sie findet unwillkürlich statt und ist weder mit gestellten Aufgaben, mit Belohnung oder Bestrafung verbunden (z.B. durch ein Anlächeln oder einen bösen Blick) Prägung findet in einer frühkindlichen Lebensphase statt, die Ergebnisse sind kaum oder nur teilweise reversibel und kann sie auch nicht nachgeholt werden.

HEUTE brauchst Du diese Muster nicht mehr. Auch wenn sie eingeprägt sind: Du kannst Dich neu entscheiden. Du kannst wählen wie Du heute sein willst, was Dir heute gut tut, was Dir gefällt, was Dich glücklich macht. Du bist schon lange frei zu sein, wer Du sein willst.

Es ist eine intensive Arbeit, wenn Du beginnst, Dich an neue Entscheidungen zu gewöhnen. Nichts ist anstrengender als eine Gewohnheit zu durchbrechen und neue Gewohnheiten anzunehmen. Aber so lohnenswert, so beglückend, so frei, so leicht und so kindlich glücklich. Denn: Lange bevor Du anfingst Dich für ein Muster zu entscheiden warst Du genau das: Frei, glücklich, leicht und unbeschwert.

Wir sind es gewohnt, unsere Geschichte und Kindheit als Ausrede zu nehmen warum wir dies und das nicht können oder nicht gelernt haben. Das ist aber nur Feigheit, sich vor der eigenen Verantwortung zu drücken. Du kannst JETZT selbst entscheiden wer Du sein willst. Du bist kein Opfer!

Wenn Du Dich mit Deiner Biografie auseinander setzen willst, kannst Du das im besten Falle mit einem versierten Coach tun. Oder Du kannst dazu Bücher lesen oder bearbeiten. Zwei die ich gerne empfehle:

Stefanie Stahl: Das Kind in Dir muss Heimat finden

Anja Mannhard: Biografiearbeit. Die innere Schatzsuche.

Wie immer – und immer wieder: Auf geht’s in die Freiheit.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Die kleine Extravaganz

Warst Du schon mal in der Halle in einem edlen Luxushotel? Oder in einem Stadtteil, in dem es alte Villen und Gärtner mit Chinesenhüten gibt? Oder hast Du Dir schon mal ein Geschmeide um den Hals legen lassen, das Du Dir ohnehin nicht kaufen kannst? Surfst Du auf Seiten für Premium Immobilien oder Luxusautos, nur so zum Spass? Was tut es mir Dir?

Und wie geht es Dir, wenn Du auf eine Vernissage eines total abgedrehten Künstlers gehst und ein Glas Champagner trinkst und Dir dabei die Bilder betrachtest? Oder wenn Du mit jemandem sprichst, der eine Passion hat, von der Du rein gar nichts verstehst und trotzdem amüsiert zuhörst?

Bist Du schon einmal ohne Unterwäsche aus dem Haus gegangen? Oder hast Dir die Nägel in einer unmöglichen Farbe lackieren lassen? Hast ein total verrücktes Kleid getragen oder die Haare unter einem Turban versteckt? Hast Du einen Fremden angesprochen, mit einem Polizisten geflirtet, einen Komplimente Tag gemacht? Etwas zu Essen probiert, was Du nicht kanntest?

Wie steht es in Deinem Leben mit den kleinen Fluchten aus der Normalität?

Manchmal tut das gut: Einen Schritt auf die Seite tun und das Leben anders betrachten. Den natürlichen Lebensraum verändern. Etwas Neues ausprobieren. Etwas ganz Anderes geniessen.

In der letzten Woche hatte ich das Vergnügen gleich zweimal mit meiner Freundin in der Halle eines Luxushotels zu sitzen. Ich kenne die beiden schönen Orte schon, aber durfte sie noch mal aus ihren Augen sehen. Wusstest Du, dass die Hallen der Hotels für alle Menschen offen sind und Du auch da Deinen Kaffee trinken kannst? Du begibst Dich einfach in Deinen schönsten Kleidern in diese edlen Hallen, nimmst Platz in einem der wunderbar komfortablen Sesseln und geniesst.

Die Atmosphäre: Fantastisch! Die Gespräche sind ganz unaufgeregt und diskret. Der Kellner behandelt Dich wie eine VIP und der Tee, Kaffee, das Gebäck dazu, schmecken eine Klasse besser als gewöhnlich. Und auch der Austausch mit Dir und Deinem Gast wird unmerklich auf ein höheres Niveau gehoben, weil Du Dich so aufgewertet fühlst. Wenn Du das Etablissement dann wieder verlässt, fühlst Du Dich im wahrsten Sinne des Wortes bereichert.

Das Spiel in der Halle eines 5-Sterne Hotels habe ich schon als ganz junge Frau gespielt, als ich kaum Geld hatte. Ich wollte einfach ab und zu mal etwas Aussergewöhnliches haben und das war abrufbar und stets bereit. Die Atmosphäre und das Komfortable eines solchen Ortes hat sich kaum verändert. Schon Ende der Achtziger sass ich da mit Nadia, wir waren jung und noch ungeschliffen vom Leben und tauchten ein und genossen. Auch letzte Woche, mit Jeanne, konnte ich das so sehr geniessen: Das Gefühl, dass das „auch“ Platz hat in unserem Leben: Das Ausleben der kleinen Extravaganz.

Ohnehin ein so schönes Wort: Extravaganz. Es kommt aus dem Französisch des 18.ten Jahrhunderts und bedeutet: Ausgefallen, überspannt, aussergewöhnlich.

Wieviel Extravaganz leistest Du Dir? Wo führt sie Dich hin?

Was an Dir ist aussergewöhnlich?

Wo suchst Du die kleinen Fluchten aus dem Alltag?

Was macht es für Dein Herz?

Oder hast Du das bislang vernachlässigt? Hast Du mit dem Träumen aufgehört vor lauter All-Tag und Pflichterfüllung?

Nimm Dir vom Leben das, was Dich inspiriert, was Dir gut tut, was Dich aus dem Strom der Normalität kurz heraus führt und in eine fremde Welt, in eine andere Welt. So werden sich Deine Sinne wieder schärfen.

Du darfst das Leben auch geniessen und musst nicht nur funktionieren.

Was kannst Du diese Woche Abenteuerliches und Ungewöhnliches entdecken?

Mach Dein Leben bunt!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Bleiben oder gehen?

Bist Du schon einmal weg gegangen aus einer Verbindung zu einem Menschen?

Wie hast Du Dich dabei gefühlt? Hast Du es leichten Herzens getan?

Oder hattest Du ein schlechtes Gewissen?

In der vergangenen Woche habe ich mit einigen Menschen darüber gesprochen ob es okay ist, sich zu verlassen wenn die Beziehung nicht mehr gut ist. Viele Menschen verharren in Systemen, Familien und Versprechen, die sie gegeben haben und bleiben in Verbindungen, die ihnen im besten Falle nichts mehr geben und im schlechtesten Falle sogar schaden, sie einsperren, kränken und behindern.

Als Coach bin ich unbedingt dafür, das man sich jederzeit von allem und jedem trennen sollte, der uns nicht gut tut.

Auch von Familienmitgliedern.

Auch von „Versprechen“ wie eine Ehe oder eine Schicksalsgemeinschaft.

Auch von Liebesbeziehungen, die nicht mehr liebevoll bereichernd sind.

Auch von alten Träumen, die nicht mehr zu realisieren sind.

Auch von einer Arbeitsstelle, an der wir nicht gut behandelt werden.

Auch von „Schuldigkeiten“ die wir uns moralisch aufgebürdet haben.

Viele Menschen „opfern“ sich für andere, funktionieren weiterhin, meinen sie seien etwas schuldig oder es wäre doch angemessen, etwas zurück zu geben. Ich möchte das mal exemplarisch am Thema „Eltern-Kind“ darstellen: Die Eltern hatten den Wunsch ein Kind zu bekommen. Das Kind hat nicht danach gefragt. Die Eltern kümmern sich um das Kind, viele Jahre. Und nehmen es oft in die Pflicht: Viele Kinder haben das Gefühl etwas zurück geben zu müssen, wenn sie dann auf eigenen Beinen stehen. Das ist nicht so, ganz und gar nicht. Wenn die Kinder dankbar für die Liebe und die Geschenke des Lebens sind und den dringenden Wunsch haben jetzt im umgedrehten Sinne für die Eltern Liebe und Geschenke schenken zu wollen, dann ist das sehr schön und die Verbindung ist auf beiden Seiten wertschätzend verlaufen. Wenn die gegenseitige Liebe das Fundament einer Beziehung ist, dann ist alles erlaubt.

Aber: Niemand schuldet dem anderen irgend etwas. Auch den Eltern nicht. Warum auch?

Überprüfe Deine Beziehungen und Verbindungen einmal dahin gehend: Ist es auf beiden Seiten ein ausgeglichenes Geben und Nehmen? Inspiriert Ihr Euch? Wertschätzt Ihr Euch? Wie steht es um das Gefühl, wenn du den Menschen nach deinem Wiedersehen wieder verlässt: Bleibt dann Wärme und Liebe für einige Tage? Denkst Du noch über Euer Gespräch nach? Hast Du das Gefühl Dich bedanken zu wollen für den Austausch? Fühlst Du Dankbarkeit, dass der Mensch in Deinem Leben ist? Freust Du Dich jedes Mal über den Kontakt? Dann ist es eine wundervolle Beziehung, die es sich lohnt weiter zu pflegen.

Alle anderen Beziehungen, bei denen nicht diese Art des wertvollen, wohlwollenden Miteinanders stattfindet, kannst Du sorgen- und problemlos verlassen. Weg gehen. Abschneiden. Verlassen. Die Brücken abbrechen.

Du schuldest niemandem etwas.

Du musst zu Dir schauen: Dein Leben ist wertvoll. Du bist die meiste Zeit mit Dir selbst zusammen. Dir musst Du gut schauen, liebevoll mit Dir sein. Deine Lebenszeit mit Qualität und Wohlwollen füllen. Nur dann wirst Du für andere ein Wert sein. Ein Mensch, der andere beglückt und beschenkt und erfüllt. Weil Du in Dir selbst beglückt, ein Geschenk für das Leben und erfüllt von Lebensfreude bist.

Sei frei. Und mache Dich auch frei. So oft und so intensiv Du kannst.

Schau nicht zurück. Geh Deinen Weg mit den richtigen Menschen an Deiner Seite. Das bist Du wert.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich den Menschen, an die ich gerade denke, weil sie immer etwas in mir hinterlassen, was mich für Tage wärmt und beglückt. Es sind glücklicherweise wirklich viele Wundervolle. Ich nehme mal einen einzigen raus: Meinen Freund Pan. Wir haben nicht viel Kontakt durch das Jahr. Aber wenn wir uns sehen, dann glüht lange etwas nach. Danke dafür!

Die kleine Lieblichkeit

Es gibt schon ausgesprochen schöne kleine Gesten. Meine Nachbarin macht so eine. Eine ältere Dame, die Hunde mag. Sie installiert jeden Tag eine Trinkstation mit frischem Wasser für die Hunde, die an ihrem Haus vorbei laufen (und auch oft in ihren Vorgarten pinkeln). Dann freut sie sich, wenn die Hunde stehen bleiben und ihren Durst bei diesen hohen Temperaturen stillen können.

Eine andere wirft immer ihr altes Brot und die Kerne von ihrem Obst in den Wald. Für die Waldtiere und Vögel. Und dass die Kerne dann unerwartet Zwetschgen- und Aprikosenbäume spriessen lassen.

Auf Jersey fand ich in den letzten Jahren immer wieder Freesien und Lilien zwischen dem dornigen Heidegestrüpp. Ich hörte, dass eine alte Lady jedes Jahr im Gartencenter Samen kauft und sie einfach so überall auf der Insel vertreut.

Und auch kleine liebevolle Gesten kann man mitunter auf dem Markt, am Postschalter und auch bei der Parkplatzsuche beobachten. Hast Du Dein Parkticket schon einmal weiter gereicht weil Du schon weggefahren bist und noch Guthaben darauf war? Hast Du kürzlich mal jemandem beim Einladen von etwas Schwerem geholfen, ohne dass er gefragt hat? Vielleicht einer anderen Person etwas an einem Tankautomat erklärt? Oder wenigstens ein Lächeln geschenkt und freundlich MIT einem Blick in die Augen „Dankeschön“ gesagt?

Als meine Kinder klein waren, half ich mal einer älteren Dame, die nicht wusste wie man einen Kaffee selbst zapft in einem Restaurant. Mein Grosser sagte: Mama, du musst immer anderen helfen oder? Es hat mir gefallen, dass ihm das aufgefallen war, weil er sonst ein sehr introvertiertes Kind war. Heute weiss ich, dass er auch hilfsbereit ist und sogar charmant sein kann. Es macht mich stolz, dass er das kann: Über seine Scheuheit hinweg springen in die Freundlichkeit.

Kleinigkeiten machen den Tag. Das haben meine Jungs auch bei den Pfadfindern gelernt:
Jeden Tag eine gute Tat!

Was hast du heute schon Liebevolles getan? Die letzten Tage? Kannst Du es an zwei Händen abzählen? Oder erinnerst Du dich nicht? Dann war es eindeutig zu wenig!

Würden wir jeden Tag! Jeden Tag! 10 Dinge tun, die das menschliche Klima ein bisschen erwärmen würden, dann wäre uns bald allen geholfen. Und: Es macht uns ja eigentlich auch selbst glücklich, wenn die Lieblichkeiten durch uns geschehen können.

Wenn Du gerade keine Handlung ausmachen kannst, die Du für andere tun kannst, dann schreibe doch wenigstens ein paar freundliche, liebevolle Nachrichten, an die Menschen, die Du magst und denen Du schon lange nichts mehr Gutes gesagt hast.

Albert Schweitzer hat einmal gesagt:

„Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren.“

Was tust Du heute und in den nächsten Tages Gutes in die Welt?

Wo kannst Du noch mehr Freundlichkeit, Lieblichkeit ausleben?

Wie kannst Du mit deiner Anwesenheit etwas Gutes in die Welt geben?

Warum freue ich mich, Dich zu sehen?

In diesem Zusammenhang danke ich GINO. Ich habe ihn nach seinem Coaching vor einigen Jahren nie mehr gesehen. Aber Woche für Woche bekomme ich nach der Veröffentlichung meines Blogs sehr rasch ein Herz. Das schätze ich sehr und es bringt mir immer ein Lächeln aufs Gesicht.

Sei freundlich und erwärme das menschliche Klima. Damit tust Du Dir selbst etwas Gutes und es gibt immer jemanden, der glücklich darüber ist.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Jetzt erst recht!

In der vergangenen Woche begegnete ich jemandem mit grossem Groll. Der Coachee hatte jemanden jahrelange sehr freundlich und respektvoll behandelt. Hatte jede Extrameile gelaufen um das eigene Engagement für die Verbindung hoch zu halten. War freund-lich und empathisch gewesen und hatte Unterstützung gegeben wo er nur konnte. Aber am Ende wurde er wie ein lästiges Anhängsel entsorgt.

Mein Coachee war stinksauer und unversöhnlich und gekränkt. Das ging bis zur Selbstablehnung: Hätte ich nur nicht so viel für diese Person getan! Wie dumm von mir! Das habe ich jetzt davon! Er beschimpfte sich als naiv und schwor, er würde sich nie mehr so engagieren!

In unserem klärenden Gespräch mussten wir das eine vom anderen trennen: Der Schmerz, den der andere ihm zugefügt hatte war massiv. Das war wirklich gemein und verletzend. Auch ich musste ein paar mal Luft holen, ein bisschen erschüttert das immer meinen Glauben an das Gute im Menschen. Das war Fakt: Der Freund hatte sich unmöglich und bösartig verhalten.

Mein Coachee aber bereute sogar seine Lieblichkeit zu diesem Freund und hier musste ich eingreifen. Denn: Er hatte sein schönes Herz gezeigt. Seine Fähigkeit ein guter Freund zu sein, in Verbindung zu bleiben, etwas auszuhalten und mitzutragen. Und: Er konnte wirklich lieben. Das ist gross und schön!

Das ist an sich schon etwas, worüber mein Coachee sich freuen, für das er sich würdigen und anerkennen kann.

Statt dessen kehrte es, wie in vielen Fällen, ins Gegenteil: Man meint selbst zu viel zu geben, viel zu viel Liebe, Respekt, Einsatz gegeben zu haben und meint, das habe der andere nicht verdient gehabt, das wäre wie Perlen unter die Säue zu werfen.

Aber es geht ja gar nicht darum, WEM Du etwas Gutes tust! Sondern: DASS. Und dass Du diese Qualitäten in Dir trägst: DU bist ja der gute Freund, die liebe Freundin, Du bist ja der und diejenige, die ihre Qualitäten verschenkt.

Kannst Du das auch bei Dir sehen? Wieviel Du zu geben hast, was Du tust und gibst und bist? Siehst Du, was für ein liebevoller und guter Mensch Du bist? Wie Du das Leben bereicherst? Nicht nur das von demjenigen, an den Du adressiert hast. Auch für andere. Vielleicht sogar für Menschen, von denen Du gar nicht weisst, wieviel Einfluss Du hast auf sie: Vielleicht als Vorbild?

Oder Du bist für einige Menschen ein Geschenk?

Am Ende sind es die kleinen Akte von Güte und Freundlichkeit, die zählen.

Nicht, weil jemand sie beklatscht. Nicht weil Du sie auf den sozialen Medien postest. Nicht weil jemand sie lobt und reflektiert und Dir dafür dankt.

Geben, sich selbst verschenken, die besten Eigenschaften leben, das ist auch ein Geschenk an Dich, das Du an Dir selbst lieben kannst.


Eine einfache Übung ist dabei, in die Zeugenperspektive zu gehen: Beobachte Dich von aussen, wie Du mit Menschen umgehst, was Du sagst und schreibst und tust. Wem Du beistehst weil DU das möchtest, was Dein Herz Dir sagt wenn Du Dich um andere kümmern möchtest. Sieh Dich selbst an: Als Freund als Freundin.

Bist Du ein guter Mensch?

JA!

Gibt es auch schlechte Menschen? Ehrlich gesagt: NEIN.
Ich pflege zu sagen, dass die, die sich ekelhaft benehmen, eigentlich nur verwirrt sind, von den eigenen ungelösten Problemen und Verletzungen, fehlgeleitet durch Manipulation und Hormone…sie können nicht anders, sie begegnen ihrem eigenen Schmerz nur durch Kompensationshandlungen und Projektion auf andere. Solche Menschen musst DU nicht begleiten oder auffangen. Dafür gibt es Profis. Lass die Finger davon. Mit einem solchen Menschen wirst Du Dir nur Leid antun, was Du nicht brauchst.

Wenn Du in Dir selbst den Liebenden, Den Freund, das gute Herz wiedergefunden hast, dann überprüfe Dein Umfeld und tu Dir einen Gefallen: Gib es nur an Menschen, die es zu schätzen wissen und Dir widerspiegeln.

Es ist Zeit, Dich zu feiern. Fang HEUTE damit an.



Willkommen in der Adlerperspektive.