Mutmacherei

Eine meiner Coachees kämpft die Schlacht David gegen Goliath. Sie hat beschlossen, ganz eigenverantwortlich in ihre schöne kunterbunte Realität zurück zu finden und die Psychopharmaka, die sie in einem Klinikaufenthalt bekommen hat, abzusetzen. Ohne Sicherheitsnetz und doppelten Boden, ohne langsam auszuschleichen (wie nett sich das anhört) und ohne es dem Arzt zu sagen, der ihr die Psychodroge gegeben hat. Es ist ein harter Prozess, sie windet sich. Der Kopf und die durcheinander gerüttelte Neurochemie gaukelt ihr allerhand Halluzinationen vor. Wie schwer ist es, zu unterscheiden was jetzt normal und was Phantasie ist!

Aber dahin will sie zurück – in die Autonomie. Ins Leben ohne Droge.

Denn ein Leben mit Droge, sei es Psychopharmaka, Alkohol, Substanzen oder das Stimulieren der körpereigenen Drogen (z.B. durch Spielsucht, Sex, Adrenalin-kicks) verändert alles in uns.

Es dämpft uns oder bringt uns in Parallelwelten, es enthemmt oder bestimmt eine andere Stimmung.

Vor allem aber bringen uns Drogen weg von unserer eigenen Identität, verändern uns nur selten zum Positiven. Leider sehe ich wunderschöne Leben zusammen brechen, weil wir uns den Drogen freiwillig zur Verfügung stellen. Schlussendlich ist das, was unter Drogen passiert, immer eine Lüge.

Meine Coachee also hat das Heft selbst in die Hand genommen. Sie hat beschlossen, dass jetzt Schluss damit ist und sich radikal dem gestellt, was jetzt auf sie zukommt: Eine gedankliche und gefühlte Achterbahn. Gefühle werden plötzlich überdimensional gross und jede Empfindung, jeder Impuls, jede Wahrnehmung, bedeutet Stress pur. Trotzdem zieht sie es durch. Sie hat es geschafft, schafft es täglich, verliebt zu sein in den Menschen, der sie wirklich ist. In ihr eigenes schönes Leben, das gut war, als es die Droge noch nicht gab.

Das Verordnen von Psychopharmaka ist inzwischen so natürlich geworden wie der Griff zur Flasche. Alleine zum Thema Alkoholmissbrauch könnte ich zehn Blogs schreiben, so empört bin ich darüber, wie das in unserer Gesellschaft gehandelt wird und was das alles zerstört.

Fakt ist, dass wir oft uns oft vom Leben überfordert fühlen. Und statt es zu betrachten, es zu verändern und anzupassen wo wir uns unwohl fühlen, werden wir gedämpft, betäubt, oder machen es frewillig.

Der Griff in den Medizinkasten ist inzwischen normal geworden. Probleme werden nicht mehr bearbeitet. Und wir meinen auch, keine Zeit dafür zu haben, denn wir müssen ja weiter, zu den nächsten Erfolgen oder Beweisen, dass wir unser Leben ja im Griff haben.

Auch mir wurde schon Psychopharmaka angeboten, als ich einmal unter einem langanhaltenden und starken Liebeskummer litt. Die Versuchung war riesig, den Schmerz einfach auszuschalten und aufzugeben.

Denn genau das ist es: Wenn man sich den Drogen überlässt, dann fällt man die Entscheidung, sich dem Problem nicht zu stellen.

Meine Coachee ist für mich eine Heldin. Sie sieht sich selbst. Sie nimmt sich und ihre Bedürfnisse ernst. Sie ist bereit jeden Schmerz, jede Hilflosigkeit, jede Ohnmacht zu ertragen und sich auf das zu konzentrieren was sie wirklich will:

Ein klares, echtes, authentisches Leben

Wann hast Du Dich das letzte Mal dazu entschieden ganz Du selbst zu sein?

Weisst DU wer Du bist? Was DU brauchst?

Wann warst DU das letzte Mal bereit für Dich einzustehen, auch wenn es ungemütlich wurde?

Hast Du durchgehalten?

Bist Du bereit Dich in den Wind zu stellen, der Dir entgegen wehen wird, wenn Du für Dich Deine eigenen Werte lebst?

Was bist Du bereit zu zahlen?

Bist Du BEI DIR? Bist Du FÜR DICH?

Go-wild heisst in meinen Augen nichts anderes als Authentizität. Radikale Individualität.

Frei von Substanzen, die Dich von Dir ablenken. Sigmund Freud nannte sie: Linderungsmittel.

Sie lindern den Schmerz, der tief in Dir brodelt.

Bist Du bereit echt und pur, authentisch und wirklich Dich selbst zu sein?

Dann warte nicht. Sei mutig. Sei radikal.

Du kannst nur gewinnen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich P.B. Ich verneige mich vor Dir.

Ein frischer Montag!

Gehst Du irgendwo eine „Extrameile“?

Warum?

Oder besser: Warum nicht?

Letzte Woche war ich an einem traumhaften, magischen Ort voller Schönheit und Geborgenheit. Ein Hotel in einem Schloss mit einem wunderschönen Garten und liebevoll arrangierten Details. Leider war der Service der Angestellten dort komplett uninspiriert. Die Mitarbeiter waren nicht darauf geschult, die Gäste als Gäste zu sehen und sie wertschätzend zu verwöhnen.

Nur einer stach aus dieser Service-Wüste heraus: Ein junger Mann, der stets gut gelaunt mit seinem Tablett umeinander lief und alle liebenswürdig fragte, wie er sie noch glücklicher machen konnte. Er verbeugte sich, lachte, sprach in drei Sprachen mit den Gästen, hatte ein Gentleman Verhalten und versprühte positive Energie. Man konnte spüren, dass er seinen Job liebt und machte stets ein kleines Extra an Wohlwollen.

Wir sagten zu ihm, dass er unseren Tag rund machte und er war fast erstaunt über das Kompliment. Ich konnte es hören, obwohl er es nicht sagte, dass er meinte, er mache ja nur seinen Job. Das tat er keineswegs. Die anderen Angestellten machten nur ihren Job. Er bediente, er verwöhnte, er schenkte Aufmerksamkeit und das Gefühl, das man willkommen war.

Dieser Luxus, wenn Dir jemand die ganze Aufmerksamkeit schenkt, sich richtig ins Zeug legt, Dir so gut es möglich, ist hilft. Das vermisse ich ganz oft bei Dienstleistungen. Ich sehe es mit Schaudern dass Menschen sich nicht in ihre Aufgabe verschenken sondern einfach „Dienst nach Vorschrift“ machen und dem langersehnten Feierabend, Wochenende und Urlaub entgegen streben.

Ich mag dann als Coach gerne sagen: Schmeiss den Job hin! Mach Dich frei von der Versklavung! Mach Dich frei! Versuche etwas anderes!

Niemand muss in einem Job verharren, den er nicht gerne macht. Niemand sollte dienen wo er nicht dienen will. Niemand ist gefesselt – jeder ist frei für die Wahl, das zu tun, was ihm Freude macht.

Vielleicht höre ich jetzt Protest, dass ja nicht alle die gleichen Chancen haben. Dass nicht jeder einen Traumjob haben kann. Das verstehe ich. Diese Einstellung kommt aber auch aus der Defensive. JEDER könnte, wenn er wollte, einen Job haben, der ihm gefällt. Dafür muss man einfach viele Extrameilen laufen. Den Wohnort vielleicht wechseln, eine Fortbildung machen, die Kontakte zu Menschen pflegen um an die guten Chancen zu kommen.

Vor allem aber: Du musst heraus finden was Dich glücklich macht. Was Dir Freude bereitet, mit was Du es gerne zu tun hast. Jeder Mensch hat Neigungen. Der eine kocht leidenschaftlich gerne, der andere beschützt gerne, einer feuert die Menschen gerne zu Höchstleistungen an, Menschen gehen gerne mit Hunden spazieren, andere streicheln gerne Schreibwaren, arrangieren Kleidung oder lieben den Duft von Parfüm…. das alles kann zu einem Traumjob führen.

Wer seinen Beruf liebt, der wird nie mehr arbeiten.

Ich wünsche Dir, dass Du in dieser Woche und auch für die nächsten Jahre glücklich bist und nicht mit den Boomtown Rats das Lied „I don’t like monday“ singen musst. Sondern sagen kannst: Juhu! Ich geh wieder arbeiten heute! Was für ein Glück!

Also, frisch in die neue Woche. Vielleicht wartet ja richtig viel Spass auf Dich?


Willkommen in der Adlerperspektive!

Lass los!

Ein Adler – so eine indianische Legende – kann bis zu 70 Jahre alt werden, wenn…? Wenn er sich mit etwa 40 einem radikalen Veränderungsprozess unterzieht! Ansonsten stirbt er. Unweigerlich.

Denn sein Federkleid wurde so schwer, dass er nicht mehr fliegen kann. Schnabel und Krallen so lang, dass seine einst besten „Werkzeuge“ ihn nun hindern, Beute zu schlagen. So ruft ihn das Leben an eine Weggabelung. Entweder ein naher Tod – oder ein schmerzhafter Prozess der Transformation, der sich über Monate erstreckt. Der Adler ist aufgerufen, mit schwindender Kraft in die Einsamkeit seines Horstes zu fliegen, sich dort selbst die Federn auszureissen, den langen Schnabel am Fels zu brechen und die Krallen dazu. Wird er das tun?

Wirst Du das tun?

Bist Du bereit die „alten Zöpfe“ abzuschneiden?

Bist Du bereit einmal radikal alles loszulassen was nicht zu Dir gehört?

Bist Du bereit etwas Liebgewonnenes aufzugeben um wieder leicht zu werden?

Bist Du bereit auf scheinbare Sicherheit zu verzichten?

Bist Du bereit Dich vollkommen neu zu erfinden?

Bist Du bereit endlich, endlich loszulassen was Dich schwer macht?

Der Adler stellt sich diesem Prozess, um zu leben. Nicht nur zum Überleben!

So beginnt der Adler im Aussen. Im Schutz seines Horstes reisst er sich die überflüssigen Federn aus. Denn sein Federkleid wurde so schwer, dass ihn das Gewicht in den Tod drücken würde. Es ist ein ebenso schmerzhafter wie heilender Prozess. Feder um Feder fällt – und auch die äussere Form des Adlers scheint sich zu verjüngen. Er gewährt sich Zeit für seine Heilung.

Als nächstes beginnt er, seine viel zu lang gewordenen Krallen zu stutzen. Denn die Krallen, mit denen er seine Beute schlug, wurden überlang. Jetzt sind sie kontraproduktiv. Sie behindern, statt zu unterstützen. Es ist, als wären sie ihren eigenen Weg gegangen, anstatt auf das Gesamte zu achten.

Nun kommt der letzte Schritt. Der Schnabel. Auch dieser: Viel zu lang! Viel zu gross! Viel zu dominant! Die Überlänge des Schnabels verhindert, dass sich der Adler selbst ernährt. Er leidet Hunger, obwohl die Natur ihm reichlich Nahrung bietet. So bricht er achtsam seinen Schnabel am nahen Fels und lässt sich leiten vom rechten Mass. Etwas in ihm weiss um Stimmigkeit, spürt den besten Moment und ermutigt ihn, den Schritt des Bruchs zu wagen. Er verlässt damit die Zone des Bekannten, gibt – um die Not zu wenden – Kontrolle auf und riskiert die Hinwendung zum Unbekannten. Er schlägt seinen Schnabel an den Felsen. Der poröse Teil des Schnabels bricht und die bekannte Schärfe beginnt sich zu zeigen.

Nun braucht der Adler Zeit, um diese Erfahrungen zu integrieren. Er will sich neu orientieren und das Geschenk des Lebens bewusst zelebrieren. Doch bald fliegt er hinaus, getragen vom Brennen seines Herzens, um seinen Beitrag zu geben und seine Ernte zu geniessen. Das grösste Geschenk ist: Der Adler ist nicht allein. Die guten Winde begleiten ihn, die Sonne lacht ihm zu und er sieht, über den nahen Tälern hinter den Bergen – andere Adler. Dieser Adler, so endet die Legende, bist du.

Echtes, authentisches Leben kann immer nur in Wellen, im Rhythmus gehen: Loslassen, festhalten, loslassen, festhalten,loslassen…

Am Ende müssen wir alle irgendwann loslassen.

Ich erinnere mich an mein Pferd, er ist heute vor 6 Jahren gestorben. Er galoppierte nach einem allerletzten Ritt auf die Weide. Er buckelte noch ein bisschen freudvoll, für sein biblisches Alter bereits auffällig. Dann knickte er seine langen schönen Beine, rieb sich ein bisschen am Gras, nahm einen tiefen einatmenden Luftzug und atmete genauso tief aus. Und nicht mehr ein. Es gibt keinen schöneren Abschied. Ausatmen, loslassen.

Du musst nicht Dein Leben loslassen heute, diese Woche.

Aber: Welche Federn, die Dich schwer machen kannst Du loslassen?

Welchen Zugriff, den Du klammernd machst kannst Du aufgeben?

Welche ungesagten Worte können aus Deinem Mund fliessen?

Welche Last kannst Du aufhören zu tragen?

Sei mutig, sei radikal. Stirb und werde. Gib auf und empfange die Geschenke eines neuen Anfangs.

Die Zeit ist JETZT.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Im besten Fall

Dieses wunderbare Bild bekam ich kürzlich von einer sehr talentierten Künstlerin zu sehen.

Es heisst: Im besten Fall.

In Pascale’s Fall geht der Satz so weiter: „Im besten Fall“ bin ich von der Welt, Natur, den Menschen und vom Universum total inspiriert.

Das Bild hat mich auch wegen dem Titel angesprochen. Wie oft fragen wir uns, was „im besten Fall“ passieren könnte? Es ist eine unlimitierte Frage und sie lässt uns träumen und hoffen und – aktiv die Zukunft gestalten. Weil wir etwas verlangen. Weil wir etwas erbitten. Weil wir etwas überhaupt für möglich halten!

Ich schrieb mir den Satz auf: Im besten Fall… und formulierte ihn weiter. Entdeckte alte Wünsche wieder, träumte mir ein Jetzt, wie es im Moment möglich wäre, einfach weil ich mich damit auseinander setzen und meine Aufmerksamkeit auf diesen besten Fall lenken kann.

Was ist für Dich der beste Fall, der eintreten könnte?

Wie wäre Dein bestes Leben, wenn alles wahr werden könnte, was Du Dir erträumst?

Erlaube Dir einmal, gedanklich in diese Richtung zu gehen. Beschränke Dich nicht auf die „Aber“-Formulierungen, denke nicht daran, warum alles nicht geht, was Dich abhalten könnte, was Du (noch) nicht hast. Gehe mutig in diese Denkrichtung.

Einmal angefangen wirst Du sehen, dass es noch viel zu erobern gibt, dass Du noch viele „Projekte“ realisieren kannst, dass es noch Wünsche gibt, die sich erfüllen lassen wollen.

Wie durch Magie kam gestern dann gleich eine Gelegenheit, meine neue Denkrichtung zu formulieren. Eine junge Frau war in grosse Schwierigkeiten geraten. Das Denken in die Umstände, die gerade nicht optimal laufen, liess sie in grosse Verzweiflung kommen. Hier konnte ich sie so abholen: Was würdest Du Dir im besten Fall wünschen? Für Deine Partnerschaft? Für Deine Kinder? Aus einer Lage, die in einer Sackgasse enden würde, entstand so ein kreativer Prozess: Wie wäre für Dich im besten Fall Deine Zukunft?

Wenn man über die beste Version nachdenkt, was sein könnte und was wir uns wünschen, kommen wir aus der Opfer- in die Täterrolle. Dann verlangen wir auch schon bald den besten Fall. Weil die Dinge sich immer dahin entwickeln, wo unsere Aufmerksamkeit ist. Weil wir dann entschieden sind, weil genug emotionale Kraft in unsere gewünschte Richtung läuft.

Also nochmals: Nimm Dir ein Blatt Papier. Formuliere:

Im besten Fall…

und dann richte Dich auf. Strecke Dich. Schöpfe Mut und Kraft. Und dann geh in diese Richtung.

Du schaffst das.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich der Künstlerin Pascale, mit dem Wunsch, dass viele Deine wunderschönen Werke sehen und sich davon inspirieren lassen. Ihre Homepage: Www.pascaleidia.com

und Elena mit den besten Wünschen für Deinen besten Fall, so wie Du es Dir wünschst.

C’est la vie!

In der vergangenen Woche hatte ich das grosse Vergnügen, mich wieder einmal mit der Biografiearbeit zu beschäftigen. Dabei geht es nicht nur darum, Jahreszahlen und Ereignisse zu sammeln, sondern vor allem, unsere eigene Entwicklung in Bezug auf Werte, Überzeugungen und Beziehungsfähigkeiten anzusehen.

Der Anlass war ein Coachee, der immer wieder in neue komplexe Beziehungen geriet und daran irgendeine Form von belustigtem Vergnügen zu haben schien. Es war eine wunderbare Arbeit mit ihm, wir haben viel gelacht und ich habe interessante Geschichten gehört und bin sehr abwechslungsreichen Lebensphasen und Protagonisten begegnet.

Biografiearbeit kann dabei helfen, dem Coachee sein Selbstbild näher zu bringen und es positiv zu stärken. Ausgehend von einem ganzheitlichen Menschenbild ist Biografiearbeit eine strukturierte Form der Selbstreflexion in einem professionellen Setting, in dem an und mit der Biografie gearbeitet wird. Die angeleitete Reflexion der Vergangenheit dient dazu, Gegenwart zu verstehen und Zukunft zu gestalten. Dadurch sollen neue Perspektiven eröffnet und Handlungspotenziale erweitert werden.

Ganz konkret und für Dich zur Anregung: Schau Dir einmal Deine momentane Lebenssituation an. Wähle Dir einen Bereich aus. Sei es Deine Beziehungen, Deine Haltung zum Beruf, Deine gesellschaftlichen Werte, Deine Ängste, Hoffnungen, Abneigungen oder Vorlieben. Und dann geh Deinen Lebensweg zurück und sieh Dir an, wie das alles entstanden ist und sich entwickelt hat. Es ist eine höchst spannende Reise!

Hier eine kleine Übung:

Mit wem und was hast Du gespielt als Du ein Kind warst?

Was hat Dich damals glücklich gemacht?

Wie hat sich das durch Deine Biografie weiter gezogen?

Wenn Du in Deiner Lebensgeschichte fortschreitest, wirst Du sehen, wie Du Dich immer wieder entschieden hast, dem zu folgen was Du kanntest und mochtest. So hast Du Deine Biografie ganz wesentlich beeinflusst. Daraus zeigt sich ein enorm schöpferischer Prozess: Du bist es, der Dein Leben gestaltet hat. Mit jeder Wahl. Mit jeder Entscheidung. Mit jeder Verbindung. Auch mit Irrwegen (die vielleicht an Deiner Extravaganz liegen?). Mit Deinem Scheitern und Deinem Wiederaufstehen. Und ja, auch mit den Ereignissen, die in Dein Leben kamen und denen Du Deine Aufmerksamkeit oder Energie gewidmet hast.

Biografiearbeit macht sehr viel Spass, auch mir als Coach. Ich ging in meiner eigenen Lebensgeschichte spazieren, als ich vom Coaching nach Hause kam. Und begegnete so vielen wunderbaren Lebensbegleitern wieder, fand alte Schätze und viel Gelächter, spannende Inspirationen und viele impulsive (weil exzentrische) spektakuläre Fehlentscheidungen und Kapriolen.

Und das Leben schenkte mir mit beiden Händen aus:

Ich fand zwei Menschen wieder, die mir einmal sehr wichtig waren.

Einen aus meiner frühesten Kindheit, der sich mit einem grossen Geschenk zurück meldete.

Und einen wunderbaren und wertvollen Wegbegleiter, mit dem ich nach einem halben Leben wieder Kontakt aufnehmen konnte. Wir hatten uns sehr viel zu erzählen. Als ich nach einem langen Gespräch mit dem Wegbegleiter aus früheren Zeiten das Telefongespräch beendete, fühlte ich mich reich beschenkt und fast noch mal so jung wie damals.

Biografiearbeit kann eine fantastische Reise zu Dir selbst werden.

Diese Woche kann Dich dazu einladen, ein kleines Mindmap zu machen:

Welche Menschen waren wichtige Wegbegleiter?

Welche Freunde waren mir wertvoll und warum?

Welche Wahl habe ich immer wieder getroffen, wenn es darum ging, eine Beziehung einzugehen?

Du wirst staunen, da sind sehr viele an Deiner Seite geflogen.

Ob sie wohl noch im Himmel für Dich sichtbar sind?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Dieser Blog ist in glücklicher Erinnerung für Lothar und Rudi geschrieben. Schön, dass Ihr in meinem Leben gewesen seid und nun wieder aufgetaucht sein! Was für ein Fest!

Farben sehen!

Manchmal hängt der Himmel voller Wolken. So wie in den letzten Wochen hier bei uns. Alles wird langsam, drückend. Der Regen fällt uns auf den Kopf. Kein Licht zu sehen. Das ist meterologisch geschehen in den letzten Tagen. Aber es ist auch metaphorisch gemeint. Viele von uns sind müde geworden in den letzten eineinhalb Jahren.

Eine meiner Coachees sah das Licht nicht mehr in ihrem dunklen Horizont. Es war mühsam geworden, das Leben. Sie hatte den Blick schon auf dem Boden und sah nichts mehr von der Schönheit, dem Wertvollen, dem Feinen. Und es war nicht gerade einfach, ihren Blick über das hinweg zu heben, was so schwer auf ihr lastete.

Und genau dann brauchen wir sie: Die Momente, die uns neue Hoffnung geben, das am Ende auch diese Phase nur eine Phase ist und vorbei ziehen wird. Nichts bleibt für ewig. Oder doch, vielleicht eins: Ganz sicher ist das Leben für uns und nicht gegen uns. Ab und zu wirft es uns ein paar Gesteinsbrocken hin und macht uns den Weg schwer. Aber auch da werden wir darüber steigen und weitergehen.

Es lohnt sich, dann ein paar Filme anzusehen, die uns Hoffnung machen, schöne Musik zu hören, ein paar wunderbare Bücher zu lesen oder Briefe zu schreiben. Oder einem anderen Menschen das Herz auszuschütten, der geduldig zuhören kann.

Im Falle meiner Coachee musste ich sie daran erinnern, wer sie wirklich ist, was sie ausmacht, wenn alle Last verschwunden ist. Was an ihr wertvoll und wunderbar ist. Worum es ihr eigentlich geht. Und: Dass hinter der Wolkenwand ein strahlender Sonnenschein zu sehen ist. Du weisst das, wenn Du in Deinem Leben geflogen bist: Egal wie das Wetter am Boden ist, über der Wolkenwand ist gleissender Sonnenschein, blauer, endloser, strahlender Himmel.

Frage Dich: Was macht mich schwer?

Und dann, sofort danach: Was macht mich leicht?

Frage Dich: Was drückt mich runter?
Und dann, sofort danach: Was gibt mir Flügel?

Frage Dich: Was macht mich traurig?

Und dann, sofort danach: Und was macht mich glücklich?

Frage Dich: Welchen Weg will ich gehen?

Und dann, sofort danach: Und welchen Schritt kann ich jetzt machen?

Bleibe unter allen Umständen positiv, auch wenn die Lage jetzt gerade aussichtslos, frustrierend, ohne Hoffnung aussieht. Es gibt aus allen Situationen einen Ausweg, auch wenn er noch so schwer zu finden ist. Du musst es versuchen. Jetzt gleich.

Wie immer, wenn sich ein Thema in einer Woche immer wieder überholt, darf dieses Thema in meinen Blog einfliessen. Letzte Woche hat es viel geregnet. Viele Menschen mit grauen Augen kamen in meine Praxis. Und immer, wenn sich ein Thema oft wiederholt, bitte ich um ein Zeichen um einen Aufhänger zu haben für eine Lösung.

In meinem Fall war es mein lustiger Hund, der einen ganz engen schwierigen Weg gewählt hatte um in den See zu steigen. Es war steil und voller Geröll und nachdem er im köstlichen Nass gebadet hatte, wusste er nicht mehr wie zurück hoch zu mir. Ich hätte es ihm einfach machen und ihn hoch ziehen können aber ich hörte mich sagen: „George, wenn es einen Weg da hin gab, dann gibt es auch einen zurück. Aber er wird vielleicht ein bisschen anstrengend werden.“ Er musste sich also mühsam nach oben rückwärts kämpfen. Am Ende stand er schwanzwedelnd und glücklich bei mir und ich konnte ihn fast stolz sagen hören, dass er es geschafft hat.

Als wir weiter gingen brach ein Lichtstrahl durch den dichten Himmel. Und an einer Stelle öffnete sich die dichte Wolkendecke und gab ein Loch darin frei, durch das man den herrlichen türkisblauen Himmel sehen konnte. Der Anblick war atemberaubend. Ich möchte Dir nicht nur das Bild zeigen, sondern auch sagen:

Es gibt immer einen Weg zurück in die Schönheit, das Wertvolle, das Glück.

Es könnte aber sein, dass es ein bisschen anstrengend sein.

Noch einmal, damit Du es nicht vergisst: Das Leben ist IMMER für uns.

Es braucht manchmal nur ein bisschen Zeit. Hebe Deinen Blick. Die Sonne ist da, gleich hinter den Wolken.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Den Blog widme ich heute Rosa, Veronika, Oliver, Tatyana und Susanne. Weiter gehen! Aufatmen!

Gar nichts MUSS ich!

In der letzten Woche habe ich mit vielen seufzenden Menschen gesprochen. Die Last, die sie tragen, habe ich Ihnen schon von Weitem angesehen. Im Gespräch stellte sich heraus, dass das, was sie tagtäglich und zum Teil schon sehr lange tun, nicht nur eine Pflicht ist, sondern ganz oft: Als Pflicht, als Last empfunden wird. Und dass die Pflichten zum Teil gar nicht von ihnen selbst erledigt werden müssten, sondern es so etwas wie eine „heilige Pflicht“ ist, zu der sie sich verpflichtet fühlen, für die sie sich auch verantwortlich fühlen „wollen“.

Als Beobachterin kann ich dann einwirken: Ihnen helfen zu sehen, dass das gar nicht, so wie sie es tun, nötig wäre. Dass man Dinge auch delegieren kann. Dass man auch nicht alles selbst machen muss. Dass man ganz grundsätzlich nicht alles machen muss. Und vor allem: Dass wir auch Klischees loslassen dürfen. Dass wir auch neu überdenken und entscheiden dürfen.

Ein klassisches Beispiel: Muss eine Frau, die 100% arbeitet auch noch nebenbei die perfekte Hausfrau sein? Also damit 200% arbeiten? Oder kann man auch da mal: Arbeit reduzieren oder delegieren? Wer erwartet von dieser Frau, alles perfekt zu machen obwohl sie müde von ihrer täglichen Arbeit kommt? Meistens ist es leider die Frau selbst, weil sie noch an alten Bildern hängt. Vielleicht hat sie früher nicht so viel gearbeitet oder sie hat noch mit dem alten Ehebild geheiratet, dass die Frau sich ums Haus (Nest) kümmert und der Mann auf die Jagd geht?

Ich erinnere mich da an eine Klientin, die vor vielen Jahren in meinem Coaching war. Beim Analysieren ihrer momentanen Situation sagte sie etwa 25 mal: Ich will leben! Ich will doch leben! Ich will nur das Leben leben!

Ich hörte das für meinen Geschmack zu oft und musste heftig intervenieren: DU lebst doch schon! Das hat nichts mit wollen zu tun! Du kannst höchstens wählen nicht mehr leben zu wollen! Aber leben tust Du! Sitzt vor mir, atmest, bewegst Dich, lebst? Was denn sonst?

Der Erkenntnisprozess traf die Klientin wie ein Schlag. Sie lebte ja! Wir hatten einen längeren Lach-flash. Und danach ging alles leichter.

Und ich denke an meinen Freund Pan, der in einem Haus und Garten lebt, das voll dekoriert ist wie Tausendundeine Nacht. In seinem Lebensraum finden sich unendlich viele Schätze, die bewundert, gepflegt, neu arrangiert und ständig noch weiter erweitert werden. Viele sehen in diesen tausenden schönen Sachen auch die Last, diese zu pflegen und sich darum zu kümmern. Er geht aber mit grossen, staunenden, leuchtenden Augen durch sein Reich und feiert sie. Er liebt die Pflege seiner Welt.

Aber nochmals zu unserem Denk-Gefängnis:

Was meinst D U zu müssen?

Ich behaupte gerne: Gar nichts musst Du. Ausser die Grundbedürfnisse deines Körpers befriedigen: Atmen. Schlafen. Essen. Trinken. Ihn warm und sicher halten.

Das ist es.

Alles andere: Ist LUXUS.

Wenn Du meinst unbedingt noch aufräumen, putzen, die Post erledigen zu müssen: Luxus. Das Auto waschen. Die Einkäufe machen. Die Fenster putzen. Die Möbel reparieren. Die Party planen: Luxus. Die Strasse kehren, Feriengepäck packen, den Zaun streichen, den Hund bürsten, das Recycling wegbringen, den Wein besorgen: Luxus. Den Grill reinigen, den Rasen mähen, die Wäsche bügeln, die Hemden aus der Reinigung holen: Luxus.

Du m u s s t gar nichts! Das ist Deine Wahl! Wer wollte das Haus, den Garten, das Auto, die Haustiere, ja auch die Kinder? Wer wollte heiraten? Freunde haben? Einladungen machen? Ferien? Wer wollte es schön und damit auch pflegeintensiv haben? Wer wollte Karriere machen? Wer wollte einen eigenen Laden? Wer wollte das zweite Auto, das E-Bike, die Skier, die Sportgeräte? Alles Deine Wahl. DEINE Wahl.

Du darfst Dir bewusst machen: Das ist alles selbst gewählt.

Du kannst diese Dinge gerne machen, dich darum „kümmern“ und zwar mit dem Gedanken, dass es Luxusaufgaben sind.

Und Du kannst sie auch einfach aufgeben. Den Job kündigen. Das Haus verkaufen. Den Fuhrpark reduzieren. Kein neues Tier anschaffen wenn das jetzige das Zeitliche segnet. Du kannst Dich auch trennen, wenn Dir Dein Partner zu nervig wird. Du kannst alles tun. Du hast immer die Wahl. Und Du kannst auch alles lassen. Das ist auch Deine Wahl.

Manchmal reicht es schon über diese Freiheit nachzudenken und man fühlt sich frei. Und dann, wenn man es gedanklich mal losgelassen hat kann man sich neu entscheiden: Will ich das? Ja? Dann liebe ich es.

Ich streichle jetzt mal meinem Husky über sein kuscheliges Fell. Er verliert jeden Tag tausende Haare in meinem Haus. Dann sauge ich. Auch jeden Tag. Was für ein Luxus!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Ein menschliches Wunder

Meine Freundin ist eine Heldin.

Ich muss diesen Satz so stehen lassen, er muss in seiner ganzen Aussagekraft wirken.

Und ich rede nicht einfach „sweet“ sondern: Sie IST eine Heldin.

Kürzlich gab es in meiner Stadt eine sehr gefährliche Messerstecherei. Zwei Jugendbanden waren übereinander her gefallen.

Meine Freundin ging gerade beschwingt nach Hause vom Einkaufen, als mehrere Kinder schreiend zu ihr liefen und sie baten die Polizei zu rufen. Die Kinder waren blutüberströmt und boten einen Anblick des Grauens. Die Passanten, an denen die kids bereits vorbei gerannt waren, hatten nicht geholfen. Sie aber legte die kids auf den Boden und verschaffte sich einen Überblick über die Situation.

Da sie Krankenschwester ist wusste sie, was zu tun war, sie begann sofort die Blutung des am schlimmsten Verletzten zu stoppen, in dem sie ihre Kleider auszog und auf die Wunde drückte. Sie rief um Hilfe. Die Polizei hatte eine Warteschleife. Die umgebenden Personen wichen zurück. Setzten sich zum Teil in einiger Umgebung oder stellten sich gaffend auf die Strasse. Niemand half oder gab auch nur ein Stück Stoff. Schon bald waren ihre Hände voll mit Blut, die Wunde sprudelte, die anderen Kinder drum herum brauchten auch Hilfe, aber sie hatte nur zwei Hände.

Zu ihrem guten Glück kam nach einiger Zeit ihre Tochter, auch eine Krankenschwester, aus dem Supermarkt und half sofort. Während beide tapfere Frauen um das Leben der Kinder kämpften bis die Polizei und die Rettungswagen da waren, wurde die Traube der Gaffenden grösser. Die Autos rollten langsam am Geschehen vorbei, einige filmten oder fotografierten. Eine Traube von anderen Kindern, aus der selben Gang, auch aus der gegnerischen Seite, standen am Hilfeort, jederzeit hätten die beiden Frauen selbst wegen ihrer Hilfeleistungin tödlicher Gefahr befinden können. Gott sei Dank eskalierte es nicht weiter. Eine Stunde später waren die kids im Spital und die wilde Polizeihatz auf die Täter begann.

Die Daten meiner Freundin und ihrer ebenso wundervollen Tochter wurden nicht aufgenommen. Niemand half den beiden, sich zu reinigen, sich wieder zu beruhigen. Sie hatten in höchster Not geholfen. Laut Aussage der Polizei „freiwillig“ und deshalb nicht erwähnenswert im Bericht.

Im Nachgang zu der Tat waren beide Frauen traumatisiert. Niemand hat ihnen geholfen. Niemand ihnen Anerkennung ausgesprochen. Die Kinder hätten diesen Überfall vermutlich ohne die Ersthilfe nicht, oder nur mit schweren Schäden vom Blutverlust überstanden.

Diejenigen meiner Leser, die mich persönlich kennen, wissen, dass ich laut und legendär fluchen kann. Und ihr wollt gar nicht hören was ich zu den Zuschauern zu sagen habe.

Ganz besonders erschüttert mich aber, dass wir in einer Zeit leben, in dem wir zusehends unmenschlicher werden. Und so darf ich diesen Blog dafür nutzen aufzurufen:

Für Heldentaten

Für Hilfe am Mitmenschen

Für Mitgefühl

Für Anerkennung

Die Zeit, in der wir alle wegschauen, statt einzuschreiten MUSS vorbei sein. Jeder und jede darf sich fragen: Wo kann ich helfen? Was kann ich tun?

Wie kann meine Anwesenheit in der Welt dazu beitragen dass sie etwas besser wird?

Wie kann ich HANDELN statt nur zu reden?
Wie kann ich etwas tun statt nur zuzuschauen?
Wie kann ich helfen?

Zurück zu meiner Freundin. Es war niemals ihre Pflicht zu handeln, auch wenn sie Krankenschwester ist. Auch nicht die ihrer Tochter, obwohl sie Krankenschwester ist. Auch nicht ihres Sohnes, der Feuerwehrmann ist, der gerne sofort gekommen wäre um zu helfen. Das ist eine Heldenfamilie.
Niemand, niemand! ist so selbstlos und hilfsbereit wie diese beiden Frauen gewesen.

Wenn Ihr das Bedürfnis verspürt etwas zu schicken, etwas mitzuteilen, so werde ich die Nachrichten gerne weiterleiten.

Schaut: Aus der ADLERPERSPEKTIVE gibt es nur eins, was hier zu tun ist:
Sich zu verneigen.

Für Daniela und Jenny. In tiefer Dankbarkeit.

Out of the blue

Letzte Woche habe ich es einmal wieder gehört: „Aber ich habe sie ja letzte Woche gerade noch getroffen“. Die Bemerkung kam von einer eigentlich sonst sehr realistischen Frau, als sie vom Tod einer lieben Bekannten hörte. Ich musste, trotz der tragischen Situation, doch ein bisschen schmunzeln. Warum sollte jemand nicht sterben, nur weil man ihn gerade noch gesehen hat?

Wir klammern solche Sachen lieber aus und tabuisieren den Umgang mit dem Tod. Weil es eben unbequem ist, darüber nachzudenken oder weil wir Angst davor haben, weil wir nicht damit rechnen, weil das ja noch Zeit hat für später. Das Gleiche gilt für Unfälle und Krankheiten, die scheinbar „plötzlich“ diagnostiziert werden. Der Umgang damit ist unbequem. Wir wollen lieber das alles so bleibt wie es ist und kalkulieren nicht, dass es auch anders sein könnte.

Im Englischen gibt es dafür einen feinen Ausdruck: Es kam „out of the blue“, also aus dem Blauen, dem endlosen Himmel heraus. So etwas kann jederzeit passieren, wenn es dem Schicksal eben gerade einfällt. Bist Du Dir zu jedem Moment darüber bewusst, was alles „out of the blue“ so kommen kann?

Am Sonntag sass ich mit meinem Herzensmann auf einer wunderschönen Bank und bestaunte ein herrliches Panorama, die Stille an dem Ort, die wunderschönen Farben und die Weite. Eine Stunde später lag ich auf einer Liege einer Notfallstation. Es war nichts Schlimmes passiert, aber es musste eine kleine OP gemacht werden. Als ich so da lag und auf den Arzt wartete, wurde mir wieder einmal bewusst, wie verwundbar wir sind, jederzeit, an jedem Ort. Und wie wenig wir darauf achten, dass alles immer gleichzeitig da ist…

die Freude und der Schmerz

die Liebe und der Verlust

die Angst und der Mut

das Einsteigen und das Ausbrechen

die Zeit und das Tempo

Achtsamkeit hat auch viel damit zu tun, uns bewusst zu sein, dass wir nicht unsterblich sind, das wir auch durch eine mangelnde Aufmerksamkeit verletzlich sein können, dass jederzeit etwas passieren kann, was uns aus unseren Plänen wirft.

Es gibt nur einen Weg aus dem Dilemma: Jeden Tag das Leben als kostbar behandeln. Jedes Wort, jede Freundlichkeit und jede Dankbarkeit aussprechen, alles leben was gelebt werden will. Dem inneren Ruf folgen, solange noch Zeit dafür ist. Den liebsten Menschen oft die Liebe zeigen. Impulse nicht unterdrücken, sondern ihnen spürend nachgehen. Die Schönheit sehen. Die Gesundheit wert schätzen. Und leben, aus dem Vollen. Mit vollem Einsatz, mit voller Achtsamkeit. Das Leben umarmen!

Nimm Dir doch diese Woche einmal vor, jeden Tag wertvoll und kostbar zu machen. So zu leben, als wäre es Dein letzter Tag.

Eine kleine Anregung kann Dir dieses Video geben:

Geniesse. JETZT ist die Zeit dafür.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Entfesselt

Hinten im Maggiatal, quasi am Ende der Welt, gibt es ein einsames, wildes Tal, das Bavona Tal. Hier gibt es keine Elektrizität, keinen Handyempfang und keinen Komfort, alles ist roh, wild, unwegsam. An ein paar Stellen hat man das Tal und seine wunderschönen Wasserfälle zugänglich gemacht, so dass man als Besucher dort hin gehen und in den Grotto ein feines Mahl, über Feuer gekocht, essen kann. Aber dennoch bleibt es eine wilde Gegend, voller Disteln und Steinen, Felsen, wild lebenden Tieren und Insekten, die man noch nie vorher gesehen hat. Schwimmt man irgendwo in einem der Becken, die aus den Wasserfällen gespeist werden, so kann man auch Auge in Auge mit einer der schwarzen Wasserschlangen in Berührung kommen. Nein, wirklich einladend ist es nicht dort. Nie sieht man so eine grosse Variation der verschiedensten Blutsauger, Mücken und Stechinsekten überall.

Einen Weg dort machen heisst oft, über Wurzeln und Steine gehen, bei jedem Schritt achtsam sein. Setzt man sich unter einen der Bäume, so fallen so allerlei Getier in die Haare und es kann sein, dass ein Esel vorbei kommt und in all dem, was Du dabei hast, nach einer Leckerei sucht.

Das Bavona Tal ist geradezu die perfekte Kulisse für ein Go-wild-Coaching. Denn dort kann man seinen Platz in der Welt besser begreifen, die Dinge wieder in die richtige Dimension rücken und erfahren, wie wenig es braucht, um sich gut zu fühlen. In der letzten Woche waren gleich zwei wunderbare wilde Frauen auf diesem Weg unterwegs und nach nur ganz wenigen Tagen spürten sie schon intensiv die Anbindung an die Natur. Die im Aussen und die eigene, innere, wilde Natur.

Das Gegenteil von wild ist nicht kultiviert, das Gegenteil von wild ist gefesselt!

So heisst es in der Beschreibung meiner Coachings. Und hier darfst und kannst Du einen grossen Schatz entdecken:

Was fesselt Dich?

Hast Du die Fesseln selbst angelegt oder jemand/etwas anderes?

Und warum meinst Du, in Fesseln leben zu müssen?

Welchem Plan folgst Du, welchem Diktat unterwirfst Du Dich, aus welcher Verbindung meinst Du, nicht mehr ausbrechen zu können?

Und schliesslich:

Fühlst Du Dich so frei, wie Du sein könntest? Innen und aussen?

Und wenn nein, warum nicht?

Jeder Mensch könnte die Fesseln lösen. Im Grunde sind sie hart bezahlt. Unsere Komfortzone ist gar nicht so komfortabel wie wir glauben. Sie macht uns schwach und kauft uns den Mut ab, ganz selbstständig zu entscheiden, wohin die eigene, individuelle Reise gehen kann und soll. Wir beugen uns schon früh. Der Erziehung, dem Schulplan, der Planung unserer beruflichen Entwicklung, später den Partnern, der gesellschaftlichen Norm, dem Fortlauf eines kalkulierten Lebens. Nie werden wir gefragt, was unser Herz bewegt und berührt, was wir wirklich wirklich tun möchten, wir folgen dem Strom wie alle anderen auch. Das ist fein, wenn man sich für ein solches Leben entscheidet. Wenn Du am Ende deines Lebens sagen kannst: „Es war erfüllt“, dann machst Du sicher alles richtig.

Spürst Du aber eine tiefe Sehnsucht in Dir, die immer noch unerfüllt ist, fühlst Dich nie so wirklich ganz, hast immer das Gefühl, da schlummert noch etwas, das gelebt werden will, dann musst Du auf Dein Herz hören. Folge diesem Ruf. Begreife ihn. Mach ihn wach und deutlich.

Dann hilft auch ein Gang in die wilde Natur, an einen grossen Wasserfall, dessen ungebremste Energie und Kraft Dich auftanken kann. In einen Wald, in die Begegnung mit dem Leben ausserhalb unserer gefesselten (weil bequemen) Welt, auf den sehr hohen Gipfel eines Bergs um von oben nach unten das gesamte Bild zu sehen. Oder in einen eiskalten Fluss, um jede Zelle Deines Körpers zu beleben.

Wann hast Du Dich das letzte Mal lebendig gefühlt?

Und warum?

Kannst Du mehr und mehr und mehr davon haben und kultivieren?

Und dann – vielleicht – die Fesseln sprengen?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Für Susanne und Nicole. Wie schön euch begegnet zu sein!

pass auf – geh leicht – flieg hoch – fall weich