Blinde Passagiere

Für einmal möchte ich die Worte einem anderen Poeten überlassen. Besser hätte ich sie diese Woche nicht wählen können. Denn immer wieder begegnete mir diese Frage: Wann ist ein Leben gelungen und vollendet? Wann können wir sagen, dass es sich gelohnt hat?

Aber höre selbst. Johannes Oerding, ein Songpoet aus dem hohen Norden, hat eine wunderschöne Ballade daraus gemacht:

Wir können die Brücken nicht mehr sehen
Zu viele Mauern aus Zement
Wir spüren nicht mehr, was uns verbindet
Nur diese Kälte, die uns trennt


Wir sind ’n kleiner Teil des Ganzen
Doch können das Ganze, das Ganze nicht mehr teilen
Sind so unendlich viele Menschen
Aber viel zu oft allein

Wir sind wie blinde Passagiere
Treiben einfach so umher
Auf ’ner kleinen blauen Kugel
Durch das grosse, schwarze Meer
Wir sind wie blinde Passagiere
Wissen nicht, wohin es geht
Und wenn man irgendwann aussteigt
Will doch jeder sagen
Wir ha’m geliebt, wir ha’m gelebt

Es lag noch nie in unseren Händen
Wir werden irgendwo geboren
Manchmal mit Löchern in den Taschen
Manchmal in Silber ohne Sorgen
Mal haben wir weniger als nichts
Doch machen mehr als alles, mehr als alles draus
Mal kriegen wir ’nen Platz am Fenster, ohh
Aber gucken gar nicht raus

Wir sind wie blinde Passagiere
Treiben einfach so umher
Auf ’ner kleinen blauen Kugel
Durch das grosse, schwarze Meer
Wir sind wie blinde Passagiere
Wir wissen nicht, wohin es geht
Und wenn man irgendwann aussteigt
Will doch jeder sagen
Wir ha’m geliebt, wir ha’m gelebt
Wir ha’m geliebt, wir ha’m gelebt

Wir sind wie blinde Passagiere
Treiben einfach so umher
Und wenn man irgendwann aussteigt
Will doch jeder sagen
Wir ha’m geliebt, wir ha’m gelebt

Frage Dich heute, diese Woche, bevor Du aussteigst. Ja bitte, lange – lange bevor du aussteigst. Vielleicht sogar eine Woche jeden Abend wenn Du abends ins Bett gehst:

Hast Du geliebt?

Hast Du gelebt?

Willkommen in der Adlerperspektive!

Ein Ohrenschmaus:

Die harte Nuss

Letzte Woche hatte ich einen schönen Kontakt mit einer Frau, die sagte, sie sei als „harte Nuss“ bezeichnet worden. Ich fand das eine lustige Bezeichnung und googelte schnell.. ich bekam das hier:

Halten Sie die Nuss ganz locker zwischen den Fingern. Ein beherzter Schlag auf die obere Nusshälfte reicht und die Schale bricht – gewöhnlich unregelmässig auf oder an. Dann werden die restlichen Nüsse mit dem Hammer geknackt. Jetzt können Sie die Kerne recht leicht aus der Schale pellen.

Besonders interessant fand ich, dass die Nuss locker gehalten werden sollte. Und der Schlag „beherzt“ erfolgen sollte. Beides trifft auf mein Coaching zu:

Ich nehme es locker, auch wenn der Coachee meint, er sei eine harte Nuss.

Und: Im Zweifelsfall schlage ich mit Herz einmal kräftig, damit die Schale bersten kann. Keine Schale hält für ewig.

Warum? Weil die Nuss die Schale ja nur macht um ihre köstliche Frucht zu schützen. Die Schale schliesst sich und die Frucht, der Kern wächst in seine Vollendung. Manche Menschen verschliessen ihre Schale genau deshalb fest: Weil etwas Wunderschönes darin ist, das schützenswert ist.

Du kennst sie sicher auch, diese etwas versteinerten, harten Menschen nach aussen, die kaum jemanden an sich heran lassen und sich gerne hart und undurchdringlich zeigen. Fast immer findet sich darin das Allerfeinste, ein schönes sanftes Wesen.

Warum kommt es zu diesen Verhärtungen? Meist, weil es ein Ereignis (in der Psychologie heisst das „Trauma“) gegeben hat, das den Mensch erschüttert, irritiert oder verletzt hat. Dann entwickelt der Mensch eine Überlebensstrategie, die verhärten kann. Oder die klare Sicht nach aussen nimmt. Eine zunächst dünne Schicht aus Angst vor neuer Verletzung entsteht, die im Laufe der Jahre wieder und wieder um die Frucht gelegt wird.

Das sehen wir auch bei den Perlen, bei denen diese Schichten schliesslich zu einem wunderschönen Edelstein werden.

Wieso also muss man solche Menschen „knacken“ oder öffnen?

Weil diese harte Schale eigentlich gar nicht ihrem edlen Inhalt entspricht sondern nur vermeintlichen Schutz bietet.

Vor einigen Jahren las ich den Satz: „Ein Herz wird solange gebrochen bis es sich öffnet“.

Ein knallharter Satz für die, die an Liebeskummer leiden, und das eigentlich selbst verschuldet, wie sie meinen.

In allen Fällen von versteinerten Herzen habe ich Schönheiten gefunden. Überall gab es eine köstliche Frucht, die über alle Massen hinaus genüsslich war. Der Mensch war oft erstarrt vor Angst, dass nochmals eine Verletzung auftreten könnte. Und die Angst hatte sich verselbstständigt. So schliessen sich Schalen. Nur: Dann dringt auch nichts Gutes mehr ein. Dann prallt alles an ihnen ab. Dann verliert der Mensch die Feinheit, Zartheit, Sanftheit.

In der vergangenen Woche sprach ich auch mit der jungen Frau, deren Kerze an zwei Enden brennt. Sie erläuterte mir ihre Strategie, wie sie der harten Realität entflieht. Es flossen viele heisse Tränen. Und ich war erschüttert von ihrer Schönheit hinter dem Schmerz.

Wie also die Nuss knacken, wenn man kein Coach ist, der das sehr oft und routiniert macht? Halte sie locker in der Hand. Dann greife beherzt zu Deinem Werkzeug. Es muss kein Hammer sein, in fast allen Fällen reicht eine ehrliche Frage:

Und wie geht es Dir wirklich?

Und was brauchst Du jetzt für Dein feines Herz?

Siehst Du wie schön Du bist?

Magst Du mit mir teilen?

Alle Nüsse, alle Menschen, vereint doch eins: Tief im Inneren schlummert eine delikate, exquisite Essenz, die sich selbst und andere zum Schwärmen bringen wird.

Also auf geht’s lass es knacken, herausspringen, geniessbar machen.

Was denn auch sonst!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Lust bis zum Ausbrechen

Letzte Woche lernte ich diese wunderbar wilde Frau kennen. Ein Tausendsassa. Eine Frau mit sehr vielen Talenten und noch mehr übersprudelnder Lebensfreude. Ihre Augen gross und offen und ihre Hände nehmen viel Raum in sich auf – mit beiden Händen greift sie in die Welt, ist neu-gierig auf der Suche nach Inspiration und Aufregung, will alles und mehr, sich ausdrücken, das Leben in sich aufsaugen. Was für eine Wohltat, mit einem so inspirierten und hungrigen Menschen zu sprechen. Ich habe es sehr genossen. Aber ich weiss leider auch um die Gefahr, die ein derart euphorisches Leben mit sich bringt.

Im Deutschen sagt man: Diese Kerze brennt an zwei Enden.

Im Laufe der Jahre als Coach habe ich einige solche Menschen kennengelernt. Meiner Meinung nach: Zu wenige. Und trotzdem. Sie sind da und sie brennen lichterloh. Ob das gut ist?

Als ich in meinen Zwanzigern ebenso gierig war, die Welt auf den Kopf stellen und am liebsten alles gleichzeitig erleben wollte, kam ich, nach einer illegalen politischen Aktion, einmal in „wohlwollende Hände“. Die ältere Dame sagte zu mir: „Du wirst auch noch ruhiger!“. Es schien mir wie eine Drohung. Und noch heute ist es das für mich. Warum denn ruhiger werden? Warum denn nicht brennen bis alles ausgebrannt ist?

Unsere Gesellschaft geht nicht gut mit Menschen um, die so sehr brennen. Sie sind nicht einfach zu handeln. Mit dem Speed eines derart wilden Menschen wird den anderen oft bewusst, wie hypnotisiert oder komatös sie schon lange leben. Statt dann das Feuer zu verteilen, verbrennen solche Menschen an ihrer Lust und Leidenschaft.

Ich glaube: Das wirkliche Burnout besteht darin, dass der Mensch sein Feuer nicht an der Stelle eingesetzt hat, an der sein Herz gebrannt hat. Sondern sich irgendwo anders zu lange angestrengt hat, während die Flammen im eigenen Herzen verkümmert sind.

Wir alle kommen mit einem brennenden Wunsch auf die Welt. Wir alle haben eine tiefe Sehnsucht. Wir alle wollen etwas tun mit diesem wilden Herzen. Nach und nach aber wird es betäubt, fremd gesteuert, beeinflusst und oft schliesslich gelöscht. Das beginnt schon in der Schule, in der wir nie gefragt werden, was uns interessiert, wo unsere Talente liegen, was wir begehren zu lernen.

Es gibt einige Beispiele von brennenden Menschen, deren Charisma umwerfend war, die riesige Talente hatten und schliesslich doch daran verzweifelt sind, weil sie es nicht gelernt hatten, sie „vernünftig“ und dosiert zu geniessen. Ein paar Beispiele: Michael Jackson, Whitney Houston, Amy Winehouse, Yves Saint Laurent, Marilyn Monroe, JFK, Kurt Cobain, Klaus Mann… die Liste wäre sehr lange. Oft waren es Künstler, Menschen in der Öffentlichkeit, Menschen mit Strahlkraft und gesegneten Talenten.

Wie also umgehen, dass die Kerze nicht zu früh verbrennt?

Der erste Schritt muss immer sein: Herauszufinden wofür man brennt, welche Sehnsucht man in seinem Herzen trägt, was ausgedrückt werden will. Auch: Was für andere von Nutzen sein kann, wenn wir es zur Verfügung stellen.

Und dann unseren Verstand zu benutzen um das Gefährt zu lenken.

Es hört sich einfach an. Und ist dennoch sehr schwer, weil viele von uns das Herz schon beschwert haben mit den falschen Inhalten, mit dem Durchhalten von Ungeliebtem.

Es wird Zeit, wieder auf unser Herz zu hören und zu fragen:

Was willst Du wirklich leben und ausleben?

Geniessen und entfalten?

Ent-wickeln?

Im Grunde brennen wir alle. Manche nur noch auf Sparflamme. Einige, wie meine Coachee der letzten Woche, als Waldbrand aus sich heraus.
So lange wir leben brennen wir.

Wofür brennst DU?

Und was tust Du damit?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Dieser Blogg steht für die, die (wieder) auf ihr Herz hören. Und damit Du Dich wieder daran erinnern kannst ist hier noch ein Video für Dich. Amüsiere Dich. Dann: Öffne Dein Herz so weit wie ein Scheunentor und frage, was es begehrt.

Storytelling

Ich liebe Geschichten. Vielleicht bin ich nur deswegen ein Coach geworden. Wegen der Geschichten. In diesem Beruf bekomme ich unendlich viele Geschichten erzählt und ich staune, amüsiere mich, fühle mit, bin begeistert oder entsetzt. Und immer hänge ich an den Lippen der Menschen, die mir ihre Geschichten offenbaren. Und in meinem Lebes habe ich auch viele Geschichten für mich selbst gesammelt. Ich bin reich geworden an Geschichten und erzähle sie auch gerne und oft. Dann hängen die Zuhörer an meinen Lippen. Manchmal wünschte ich, ich wäre hauptberuflich Storyteller, würde sammeln und weiter geben und die Menschen damit unterhalten. Geschichten mit Fragezeichen oder mit Happy End, Geschichten die bewegen und solche die uns wie eingelullt mit Wärme und Süssigkeiten zurücklassen, solche die uns aufwühlen und weiterbringen oder unsere Gefühle tief berühren.

Im Mittelalter gab es Troubadoure, sie zogen von Ort zu Ort und sangen und erzählten Geschichten. Manche von ihnen waren Hofnarren, sie waren die einzige Figur am Hofe, die die Wahrheit offenbaren durften, oft in Parabeln oder Rätseln versteckt. Troubadoure waren unterhaltsam und gerne gesehen und sie hatten ein riesiges Repertoire an Wortkünsten.

Welche Geschichten schlummern wohl in Deinem Erinnerungsschatz?

Sind sie süss und verführerisch? Wild und unbeugsam? Amüsant? Schockierend? Wühlen sie andere auf? Lernen wir etwas daraus?

Vor fast fünfzehn Jahren war jemand bei mir im Coaching, der endlos Geschichten erzählte. Und alle waren sie spannend und neu, unterhaltsam und lustig. Ich erinnere mich noch an viele. Ich hing ihm an den Lippen bis ich spürte, dass er der Arbeit mit mir auswich. Ich sollte doch an diesem Tag eine Analyse von ihm machen! Und er fesselte mich mit seinen Geschichten. Er hatte eine ganz besondere Technik: Er beantwortete mir eine (von etwa 200) Fragen und dann sagte er begeistert: Ach! Da muss ich Dir eine Geschichte erzählen! Die musst Du hören! Er erzählte und erzählte. Irgendwann am Nachmittag eines langen Tages fiel es ihm wohl auf und er sagte allen Ernstes: Du Maren, das ist ja alles ganz amüsant bisher, aber kommen wir denn so weiter?

Ich musste sehr lachen. Er auch.

Am folgenden Tag, ich hatte die Analyse dann doch noch erreicht, ging das Spiel weiter und ich fürchtete er quasselt mich unter den Tisch. Es war wirklich sehr verführerisch seinem aufregenden Leben zu folgen. Wir machten einen Waldspaziergang, bei dem er etwa 100m vor mir her gehen musste, schweigend und über eine Frage nachdenken sollte.

Und hier beginnt eine magische Geschichte. Wir liefen lange tief in den Wald hinein und ich ging hinter ihm und beobachtete ihn. Der Mann hatte mich ein bisschen an den Rand meiner rhetorischen Künste gebracht. Jetzt, das wusste ich intuitiv, musste ich etwas Zauber anwenden, um ihn zurück ins Herz zu bringen. Mit Worten konnte ich bei ihm nichts erreichen. Als wir nach einer ganzen Weile an einem Feuerplatz ankamen, bat ich ihn, auf einem Blatt aufzuschreiben was er alles aus seinem Leben entlassen wollte, worauf er verzichten könnte, was verschwinden sollte.

Ich entfachte ein kleines Feuer und bat ihn um das Feuer zu gehen und dann rituell den Zettel zu verbrennen und zu zuschauen wie sich die Dinge auflösen. Er war ein bisschen misstrauisch, was das wohl bringen sollte. Ganz ehrlich: Ich wusste auch nicht, warum wir das machten. Es war wie eine Eingebung gewesen.

Der Zettel verbrannte und zerfiel. Ich schaute noch etwas intensiver in das Feuer und erkannte, das eine kleine Zettel-Scherbe, ein winziges Stück Papier nicht ganz verbrannt war. Ich war total erstaunt, was ich sah.

Drehte mich zu ihm und fragte: Was genau war die Frage, die Du in Deinem Coaching beantworten wolltest? Und er darauf: Ich befinde mich an einem Scheideweg und wollte wissen, nach welcher Richtung ich mich wenden sollte.

Ich schaute nochmals die kleine Papierscherbe an und bat ihn die Frage laut zu sagen und dann diese Scherbe vorzulesen. Er sagte: Wohin genau soll ich mich wenden?

Die Antwort stand auf dem Papierfetzen: ZU LIEBE.

Der Rest des Coachings war nicht mehr gefüllt mit Geschichten, sondern mit vielen Tränen, Demut, tiefem Verstehen, Berührtheit und Tiefe.

Das ist nur eine meiner vielen wertvollen und wunderbaren Geschichten.

Ich habe so viel Glück. Mein Leben ist voll davon und stetig werden es mehr und mehr. Ich bin so reich.

Diesen Blogg möchte ich als Dank schreiben für die Geschichten, die mir erzählt werden, für die, die uns allen erzählt werden. Die, die wir erzählen und erleben, weitergeben und damit etwas bewegen.

Im Englischen sagen wir: Thank you for sharing. Danke fürs Teilen.

Danke fürs Mitteilen.


Willkommen in der Adlerperspektive.

Dieser Blog ist dem Scherbenfinder gewidmet. Er hat den Blogg abonniert und erinnert sich sicher lebenslänglich an den Tag im Wald.

Wenn man „trotzdem“ lacht…

Nimm Dir wenige Minuten Zeit hierfür:

Früher war das doch auch ganz leicht. Wir haben uns einfach kaputt gelacht. Über dies und das, einfach mal ohne Grund – oder ansteckend weil irgendjemand damit anfing. Lachen war immer einfach. Leider ist uns der Humor dann irgendwann abhanden gekommen. Das Leben wurde seriös und es gab scheinbar weniger zu lachen…

Manchmal sagt man ja auch: „Der geht zum Lachen in den Keller“, wenn jemand humorlos zu sein scheint.

Ich erinnere mich an einen ganz besonders tragischen Fall. Ich coachte ein Paar, die Frau war herrlich quicklebendig und wild. Der Mann war schwer, trocken, sorgenvoll, sehr ernst. In einem der Gespräche, es ging um Streitkultur, da sagte ich: So und jetzt nimmst Du die kleine Extravaganz, die Prise Humor mit dazu, in die Lösung. Er schaute mich entgeistert an und sagte: Es gibt nichts zum Lachen! Die Lage ist zu ernst! Wo kämen wir denn da hin wenn wir über alles lachen!

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Das hast Du sicher auch schon gehört. Wir entfernen uns von dem herrlichsten aller Gefühle, aber wir können auch wieder da hin kommen. Manchmal schaue ich mir einfach so ein paar Videos zum Lachen an. Dann geht es mir besser. Denn Lachen ist nun mal gesund. Es verbessert die Lungenfunktion, es gibt dem Gehirn eine Sauerstoffdusche und es massiert sogar die Organe von innen.

Lachen baut Stresshormone ab, fördert die Immunstärke, schüttet Glückshormone aus. Ein ganzer Cocktail guter Gefühle drängt sich in unser Wesen. Es gibt sogar eine ganze Wissenschaft, die sich damit beschäftigt: Die Gelotologie (gelos-Lachen).

Der Pariser Neurologe Henri Rubinstein, der sich schon seit Jahren mit der Lachforschung beschäftigt, definiert das Lachen als „eine unwillkürliche Körperreaktion auf eine als angenehm empfundene Emotion“. Diese Reaktion scheint keinen anderen biologischen Nutzen zu haben, als den Menschen vorübergehend vom Stress zielgerichteter Tätigkeiten zu erlösen. Folgerichtig spricht der Literat Arthur Koestler von einem „Luxusreflex“, der nur dem Menschen zu eigen ist.

Also sollen wir einfach mehr lachen, damit es uns besser geht?

So einfach?

Ja, es ist so einfach. Eigentlich ist das ganze Leben einfach. Wir machen es uns nur unnötig schwer mit schweren Gedanken und schweren Emotionen. Wir meinen, so wie mein Coachee damals, dass es ja gerade jetzt wirklich keinen Grund zum Lachen gibt. Wir verbieten es uns sogar oft, schieben es weg, heben es für später auf. Ganz ehrlich: Ein „später“ gibt es dafür nie.

Wenn Du zurück denkst an die wirklich wunderbaren Momente, in denen Du so richtig herzhaft lachen konntest, dann fallen Dir sicher schnell wieder welche ein. Auch wenn es nur ein Besuch bei einem Comedian war. Zum Beispiel: Kaya Yanar. Da Du, lieber Leser, vermutlich deutschsprachig bist, dann schau Dir eins seiner Bühnenprogramme an. Geht auch virtuell. Unschlagbar seine Betrachtungen über die Deutschen oder die Schweizer. Ich kann es mir immer wieder anschauen und mich dazu amüsieren, weil er selbst sogar auch immer wieder darüber lacht während des Vortrags.

Nimm Dir heute, jetzt, diese Woche viele Momente in denen Du lachen kannst. Triff Dich mit Menschen, mit denen Du lachen kannst. Mit frohen Gemütern. Mit Menschen, die das Leben nicht so ernst nehmen.

Wir haben immer – immer! – die Wahl das Leben ernst zu nehmen oder etwas zu finden, das uns amüsiert.

Ich denke gerne an ein Seminar 2007 oder 08. Es war ein intensives Seminar, an dem ich schon vier Tage eine hohe Energie halten musste für meine Teilnehmer. Wir hatten auch Spass, sehr viel sogar (es hiess „Spielräume“). Aber für mich als Seminarleiterin war es auch enorm kräftezehrend. An einem der letzten wichtigen Momente bekam ich plötzlich, ausgelöst von meinem liebsten Freund Georg, eine Lachsalve. Wir konnten nicht mehr aufhören, es ging über eine Stunde. Wir schrien, giggelten, warfen uns weg vor Lachen. Mussten sogar aus dem Seminarraum raus, weil die Teilnehmer an etwas Wichtigem arbeiten wollten… niemand wusste wie das begonnen hatte und Georg und ich konnten nicht aufhören damit. Am Ende habe ich mir vor Lachen in die Hosen gemacht.


Eine der köstlichsten Erinnerungen meines Lebens.

Nimm das Leben leicht. Gönn Dir eine Lachpause. Befreie Dich. Es ist Deine Wahl.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich meiner Freundin Mirjam, mit der ich immer lachen kann. Und lieber Georg, eines Tages lachen wir uns tod, so haben wir das damals beschlossen. Und Alf, ein Mensch, der das Leben so humorvoll nimmt und meine Freundin Heidrun so köstlich viel zum Lachen bringt.

Immer mit der Ruhe

Man könnte meinen ich habe die Ungeduld erfunden. Aber das stimmt so nicht. Ich kenne nämlich extrem viele Ungeduldige und sehr wenig Geduldige.

In der jetzigen Zeit muss ohnehin alles schnell gehen. Wir wollen nicht warten, auf nichts. Es muss schnell gehen. Wir wollen es schnell haben. Schnell tun. Schnell erreichen.

Es ist ein running Gag, dass ich immer das Gleiche sage, wenn Menschen zu mir sagen: „Ich muss mal schnell aufs WC“. Dann sage ich: „Geh langsam und lass es gemütlich aus Dir heraus laufen“. Es ist doch auch schön, mal einen Moment nichts anderes zu tun zu haben! Wenn Du nicht mit dem Smartphone oder der Zeitung auf dem WC thronst dann hast Du ein paar Minuten, die Du innehalten kannst. Vielleicht die einzigen heute?

Wie wäre es, die Dinge einmal l a n g s a m zu machen?

Was tut das mit Dir, wenn Du Dir Zeit nimmst und ganz wie ein Zen-Mönch alles achtsam machst?

Was schenkt Dir dann die Zeit und das heraus genommene Tempo?

Vielleicht Genuss? Vielleicht Wachheit?

Wie lange dauert zum Beispiel Deine Morgenroutine?

Lässt Du Dir Zeit zum Aufstehen? Räkelst Du noch ein bisschen im Bett bevor Deine Füsse Dich in die nächsten Schritte tragen? Geniesst Du eine lange schöne genüsslich duftende Dusche? Das vorgewärmte Handtuch? Und dann – ein tolles Frühstück? Lässt Du Dir Zeit?

Vor einigen Jahren war ich so gestresst dass ich fast zum Randalieren begann wenn etwas nicht zack-zack gehen konnte. Ich erinnere mich an einen Morgen, an dem ich wieder einmal gegen die Uhr rannte. Da sah ich, dass mein Sprit nicht mehr in die Praxis reicht. Es war unheimlich kalt an dem Morgen, ich hielt an einer Tankstelle und weil die Zeit knapp war tankte ich nur ein paar Liter. Danach wollte ich die Tür meines Beetle öffnen und sie war inzwischen wegen dem Kondenswasser vorher eingefroren. Ich trat mein süsses Auto in die Reifen und schrie es an: „Du musst jetzt gefälligst funktionieren Du Scheissding!“ Aber der Wagen öffnete die Tür nicht. Ich musste meinen Kunden anrufen, klar das Handy war greifbar in meiner Jackentasche. Ich sagte ihm ab, weil ich wusste dass ich es nicht mehr schnell schaffe. Einen Moment dachte ich nach, dann sagte ich auch noch alle weiteren Kunden ab.

Ich fuhr nach Hause, nachdem mein Beetle von einem freundlichen Mit-Tanker enteist worden war. Dann machte ich mir ein Frühstück und legte mich aufs Sofa. Ich gönnte mir eine Vollbremsung. Erst da wusste ich, wie mörderisch mein Tempo schon wieder geworden war.

Ich sag es ehrlich: Das ist mir oft, sehr oft, passiert.
Gas geben, vollbremsen. Gas geben, mich selbst überholen, vollbremsen.

Erst nach einigen Jahren und etlichen verbrannten Bremsmanövern habe ich erkennen können, dass beständiges und langsames Vorgehen viel besser gesünder und nachhaltiger ans Ziel bringt. Auch in meinen Coachings konnte das wohltuend einfliessen. Jeder hat ein anderes Tempo, sich vorwärts zu bewegen. Jeder braucht seine eigene Zeit, seinen eigenen Rhythmus, kleine oder grosse Schritte, Radikales oder Sanftes.

Welches Tempo brauchst Du, um Dich entspannt dahin zu bewegen wo Du hin willst?

Hast Du die Zeit, die Dinge reifen zu lassen?

Kannst Du abwarten?

Kannst Du beobachten, wann es richtig ist, wann die Gegebenheiten optimal sind für den nächsten Schritt?

Gibst Du Dir Zeit?

Meinst Du es gut mit Dir?

Vielleicht ist das die wichtigste Frage überhaupt: Meinst Du es gut mit Dir?

Tue nichts – und lass nichts ungetan. Das ist eine wunderbare Weisheit von einem meiner Lehrer: Wayne Dyer. Und das heisst: Tue nichts um die Dinge zu beschleunigen. Lass nichts ungetan, zu was Du jetzt gerade in der Lage wärst.

Geh langsam, lass Dir Zeit, geniesse. Und ab und zu muss man auch mal hängen können. Die Akkus laden, durchatmen, den Moment wahrnehmen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Hier noch ein kleines musikalisches Pralinenstückchen zu diesem Thema:

Habe die Ehre…

Letzte Woche war ich im Gespräch mit einigen Menschen und immer wieder kam das Thema „Ehre“ darin zum Vorschein. Ein Begriff, der scheinbar nicht mehr oft verwendet oder gelebt wird. Ehre kommt vor allem dann vor, wenn jemand oder etwas besondere Wertschätzung verdient, also wenn etwas als besonders wertvoll anerkannt wird.

In Wien sagt man „Ich habe die Ehre…“ wenn man vorgestellt wird. Da ist es vielleicht nur eine höfliche Floskel, aber wie schön wäre es, wenn das tatsächlich unsere Haltung wäre: Dem Anderen die Ehre erweisen. Etwas in seinem Wert unterstützen und diesen auch aktiv auszudrücken.

Wie viel leichter und freudvoller ist das Leben wenn Du den Dingen einen Wert zusprichst. Das schafft ganz von alleine ein reiches Leben. Voller Wertschätzung und Wunder und auch Resonanz, also Wert, der auch zu Dir zurück kommen kann. Sich einander die Ehre schenken, wie wertvoll ist das!

Ich habe das Vergnügen, dass Menschen in meinem Coaching sind, die mir die Ehre erweisen, sich mir anzuvertrauen. Und ich ehre sie für ihren Mut, sich einem Prozess zu stellen, der nicht immer nur einfach und freudvoll ist. Ich weiss das zu schätzen, dass Menschen sich selbst in Frage stellen, erkennen, neu ausrichten und dann mit dem ganzen Potential weiter gehen, manchmal keine einfache Ent—wicklung.

Aber auch im täglichen Leben lässt sich das leben: Auch Dinge haben einen Wert. Auch sie weisst Du zu schätzen. Den besonders leckeren Kaffee, den Menschen für Dich gepflanzt, gepflegt, geerntet, geröstet, gemahlen und verpackt haben. Den bequemen Stuhl, auf dem Du jetzt vielleicht gerade sitzt, den ein Mensch mit den Händen geschaffen hat. Die Kleidung, die Du trägst, vielleicht aus Baumwolle, die ein Bauer angepflanzt, gepflegt, geerntet und weiter verarbeitet hat. Und dann gehst Du aus Deinem Haus und siehst andere Menschen, die einem Plan nachgehen, vielleicht zur Arbeit, oder die Kinder in die Schule begleiten, ihren Hund ausführen, Besorgungen machen, zur Hilfe eilen, etwas für andere tun.

Wenn Du einmal mit dem Focus auf die Ehre gehst dann siehst Du auch Ehrenhaftes. Wenn Du es schaffst, die Wertschätzung zu fühlen, dann ist es ganz einfach, sich erkenntlich zu zeigen. Dankbarkeit, eine innere Freude, ein anerkennendes Wort, ein Feedback, ein Lob zu geben.

Siehst Du denn noch, was sich ehren lässt?

Oder bist Du auch bereits im Tunnelblick, nimmst alles für garantiert, bist mit anderem (im schlimmsten Fall mit jammern über die Einschränkungen) beschäftigt.

Oft müssen wir Dinge erst verlieren, damit wir sie wieder zu schätzen wissen. Ich erinnere mich, dass ich vor der Corona Krise oft gesehen habe, wie wenig Wertschätzung und Anerkennung das Gastgewerbe, der Handel bekommen hat. Wie wenige gute Worte wir für Dienstleister, Nachbarn, Mitmenschen hatten.

Jeder kann von uns etwas ehren. Du wirst Dich wundern wie viele Gelegenheiten Du dafür hast, wenn Du Dich darauf konzentrierst den Wert der Dinge und Dienstleistungen wieder zu sehen. Wie sich plötzlich alles klarer sehen lässt, wie kostbar manche Dinge werden, wenn Du sie ehrst.

Ich lade Dich diese Woche ein, ein Ehrenmann, eine Ehrenfrau zu sein.

Den Dingen einen hohen Wert zu spiegeln. Die alltäglichen Dinge und Gegebenheiten dazu zu nutzen, sie nicht als selbstverständlich sondern als wertvoll zu behandeln.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Radikal JA

In der vergangenen Woche war dieser ganz junge Mann bei mir im Coaching, Ich kenne ihn, seit er ganz jung war. Jetzt ist er im Coaching, um seine persönliche Verankerung zu finden, weil er Ziele hat, die er mit Disziplin angehen möchte. Er macht das super, ist frisch und herrlich eigensinnig und lernt gut, versteht, setzt um. Ganz toll. Die Arbeit mit jungen Menschen erfrischt auch mich.

Bei einer Übung, in der er seine Wahrheiten laut und deutlich aussprechen, darstellen oder sogar schreien sollte, mussten wir mehrere Anläufe nehmen. Seine Zurück-haltung war enorm. Sein Anstand stand ihm im Weg. Ich bat ihn, etwas wirklich Radikales zu sagen und er hatte Hemmungen, weil mich dieser Satz verletzen könnte. Ich musste ihn meinerseits provozieren und heraus fordern aus dem gut gepolsterten Schneckenhaus.

Er blieb, wie eigentlich alle, seit Jahren unter seinem Potential, weil er sich zurück nahm. Aus Höflichkeit, aus Anstand, aus Scham, aus antrainierter Bescheidenheit.

Schluss damit!

Warum halten wir alle zurück, was eigentlich längst in uns da ist?

Wann haben wir sie zuletzt gespürt, die Lebenskraft, die Leidenschaft, die Lust, die Begeisterung?

Wann ist das passiert, dass wir alle so verdammt angepasst wurden?

Für einige von uns dreht sich das Leben von Bett in die Küche, aufs Sofa, zurück an den Tisch und ins Bett.

Wann hast Du das letzte Mal vor Begeisterung geschrien?

Wann in einem open Air oder Konzert die Kontrolle über Deine Körperbewegungen verloren und einfach gemacht?

Wann hast Du Menschen spontan umarmt und ihnen gesagt, was sie Dir bedeuten, was Du schön an ihnen findest?

Wann bist Du, ohne Ziel und ohne Termindruck raus gegangen und hast ein Wunder gesucht? Wann neue Leute angesprochen? Wann fremde Hunde gestreichelt?

Wann hast Du zuletzt etwas „ G e f ä h r l i c h e s “ gesagt oder getan?

Unser aller Leben ist schon lange vor Corona eingeschlafen! Schon lange vor Corona haben wir an Sicherheiten gedacht, an Rentenkasse, an Bausparverträge und Eigenheim, an Schulden und Verpflichtungen, an den goodwill der anderen, die Nachbarn die sich stören könnten, die Partner die erschreckt wären über das was wirklich in uns ist!

Schon lange vor Corona war Schluss mit lustig! Gib es zu!

Das Leben war verdammt g e m ü t l i c h geworden! Immer schön in der Komfortzone bleiben, immer fein das tun, was von uns erwartet wird!

Anständig, ordentlich, zuverlässig, vertrauenswürdig, kontrolliert sollte es sein, dieses Leben.

Der Wind war auch da schon rauh. Und auch vor Corona haben sich schon Leute daran gestört, wenn man den Mut hatte, gegen den Strom zu schwimmen, auszubrechen, wild zu sein.

DAS GEGENTEIL VON WILD IST NICHT KULTIVIERT – DAS GEGENTEIL VON WILD IST: GEFESSELT !

Wie lange willst Du noch gefesselt sein? So tun als ob KEIN wildes Herz in Dir schlägt, Dein Dopamin sparen, Dich anpassen, brav sein, kalkulierbar und vorhersehbar?

Hast Du den Eindruck Deine Zurück-haltung nützt Dir?

Und was machst Du mit dem, was Du zurück hältst?

Es verkümmert, das sage ich Dir. Du trocknest aus. Du stirbst! Lange vor Deiner abgelaufenen Zeit wirst Du schon tot sein. Am Ende wirst Du neben Deinem Grab stehen und sagen: Hätte ich doch nur, wäre ich doch nur, könnte ich doch nur….

Aber JETZT ist doch Dein Leben! Spürst Du es noch? Pulsiert es? Bist Du nicht im Grunde Deines Herzens über die Massen stark, wild, leidenschaftlich, sehnsüchtig, wütend, entschlossen, mutig? Und was machst Du damit!

Sprenge Deine verdammte Zurückhaltungs-Rüstung! Gib Gas! Leb Dein leben! Drück Dich aus! Mach Dir Platz! Erobere das Objekt Deiner Begierde! Hol Dir Deine innere Freiheit! Spür es: Das Pulsieren des Lebens in Dir!

Du stirbst! Du läufst jeden Tag einen Schritt mehr auf die Kante der Klippe zu! Jeder Tag mehr, den Du in Angst, in Zurückhaltung, in bescheidener Demut verbringst, jedes ungesagte Wort, jede ungetane Tat, jede mutige Wendung deines Lebens ist völlig nutzlos!

Du musst es leben das Leben! Du musst es tun!

Sei MUTIG sei WILD sei Du SELBST.

Etwas anderes gibt es nicht zu tun!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Und damit Du noch mal richtig diese Euphorie spüren kannst hier ein Poetry Slam, den ich Dich bitte so oft zu hören bis Du endlich in die Gänge kommst:

Dieser Blog ist exemplarisch mit viel Aufwind für Roman.

UND FÜR JEDEN MEINER LESER.

Mache Dich sichtbar

In der vergangenen Woche war eine junge Frau bei mir ihre Essenz aus ihrem Coaching ziehen konnte. Es ging ihr darum, Raum zu schaffen. Wie sehr sie das berührt hat konnte ich in ihren Augen gesehen. Die Wunderbare hatte in ihrem Leben nicht viel Raum gehabt, war in der Kindheit übersehen und dann von allerlei Pflichten und Menschen in die Ecke gedrückt worden. Dass sie nun Raum schaffen kann, für sich und andere, ist für sie wie ein Durchbruch aus der schützenden Ei-schale, ein radikaler Schritt in die Eigenverantwortung.

In der Folge dachte ich über Räume nach.

Wieviele Räume in unserem Leben betreten wir? Da gibt es den Beziehungsraum, den Arbeitsraum, den Lebensraum, den Familienraum, Raum für Sport Spiel und Spass und auch den Kreativitätsraum.

Kreativität wird oft missverstanden. Im Grunde ist Kreativität etwas, mit dem wir etwas kre-ieren, also erschaffen, ausschöpfen.

Und schliesslich landete ich dann im Wirkungsraum.

Und diesen Raum betreten wir alle. Wir wirken. Wir haben eine Wirkung auf andere, auf das Umfeld, in dem wir uns bewegen. Wir be-wirken etwas, wenn wir uns bewegen, wenn wir sprechen und handeln.

Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Du auf andere wirkst?

Oder, noch besser: Was Du bewirkst?

Wir alle wirken auf andere, manchmal verändern wir etwas mit unserem Erscheinen, manchmal inspirieren wir, manchmal verändern wir die Stimmung. Wir geben etwas von uns, wir erschaffen ein Klima, eine Atmosphäre. Im besten Fall ist es etwas Positives. Etwas, mit dem wir verändern, verbessern und bereichern können.

Diesen Satz hast Du sicher schon oft gehört: „Und das/dieser Mensch hat in mir bewirkt, dass ich das oder das konnte/sah/erkannte/veränderte“

Wieviel Wirkung hast Du auf andere? Was ist Dein Beitrag bei dem was geschieht?

Und: In welchen Wirkungsräumen bewegst Du Dich? Wo bringst Du Dich ein, wo gibst Du etwas von Dir dazu, was etwas Neues erschafft?

Ein bisschen viel Fragen auf einmal, nicht wahr? Und trotzdem ist es so wertvoll darüber nachzudenken, was Du mit Deiner Anwesenheit hier gerade tust. Dir über Deine Wichtigkeit, deinen Einfluss auf andere klar zu werden.

Es gibt ja seit Neustem eine „Berufsbezeichnung“ über die ich oft schmunzeln muss, weil sie von Menschen ausgefüllt wird, denen ich lieber nicht begegnen möchte. Der „Influencer“ in den sozialen Medien.

Womit wirkst Du, was erschaffst Du also?

Ich wünsche Dir eine schöne, reflektierte Woche, in denen Du erkennst, dass auch Du Raum schaffen kannst für das individuelle Geschenk, das Du bist.

Willkommen in der Adlerperspektive

Ich bin’s mir wert

Ein Thema, das ich immer wieder in meinen Coachings antreffe, ist das Thema Selbstwert und Minderwertigkeitsgefühle. Unglaublich, wie stark dieses Gefühl in uns Menschen vorhanden ist. So wenige von uns kennen ihren eigenen, unverkennbaren Wert, ihre wertvollen Seiten, ihren inneren Diamanten.

Ist es nicht bedauerlich, dass wir uns alle zu wenig wertschätzen?

Ich meine nicht einander – obwohl das auch immer wieder einmal der Fall ist – sondern sich selbst. Wie wenig schätzen wir unsere Eigen- und Einzigartigkeit, unser Menschsein, unsere Schätze, die wir mit beiden Händen in die Welt geben könnten, wenn wir sie erkennen.

Ich habe eine liebe Freundin, die das „sweet talking“ unglaublich gut beherrscht. Sie kann das, Menschen lieblich ansprechen, ihnen Mut, Zuversicht, Hoffnung und Liebe geben. Ich habe sie dabei beobachtet und sie bewundert. Ich selbst bin da weitaus trockener, trage mein Herz zwar gerne auf der Zunge, aber ich fühle mich da bisweilen etwas hölzern und ungeschmeidig. Aber sie – sie macht es einfach so, leicht und unbeschwert und mit einer grossartigen Warmherzigkeit. Darauf angesprochen wiegelte sie ab und sagte: „Ach was, das ist doch nichts Besonderes“.

Eine andere Freundin fühlt sich als Dienerin, als zuverlässigen Garant für Problemlösungen jeder Art. Sie sagt, sie sei eben einfach immer da. Abrufbar, verlässlich, anwesend. Für mich ist sie das nicht. Diese Freundin ist für mich einfach Luxus. Kein täglich Brot, eher Kaviar – oder das Sahnehäubchen.

Warum schätzen wir uns so wenig Wert? Warum geben wir einem anderen mehr Wert? Warum meinen wir „nichts Besonderes“ zu sein wäre richtig?

Was ist Deine stärkste Kraft? Was ist Deine Leidenschaft? Was ist das, was Du ganz tief in Dir trägst und was aus Dir heraus sprudelt, ganz einfach so und ohne Zutun?

Ich habe gestern so viel Liebe gespiegelt bekommen. So viel wunderbare Herzenswärme. Und unter all der wunderbaren Wertschätzung hörte ich, dass ich den Menschen das Gefühl geben kann, in das Leben zu vertrauen. Zuversichtlich zu bleiben. Weiter zu machen, das Beste zu erwarten. Die Menschen dazu einzuladen, das Leben zu leben und zu geniessen.

Es ist etwas, das aus mir heraus kommt, von Kindesbeinen an, das einfach da ist, ohne jede Anstrengung: Ich liebe es einfach, das Leben. Das Kunterbunte, das Freie und Wilde und Echte und Überschwängliche. Daraus entwickelt sich ganz von alleine ein Wert, der sich teilen und vervielfachen lässt.

Du hast es auch – diesen speziellen Funken. Den einen Auftrag. Deine Mission, Deine Botschaft, Deinen Grund warum die Welt durch Deine Anwesenheit zu einem besseren Ort wird.

Was mag das sein?

Was ist Dein grösster Wert?

Mit was bist Du reich gesegnet worden?

Mit Deiner Liebe, Deiner Hingabe? Deiner Durchhaltekraft? Deine Grosszügigkeit? Dein Mut dem Leben immer und immer wieder zu begegnen? Deine Verantwortung? Deine Ethik? Deine Poesie und Deine Kunst?

Einer meiner liebsten Freunde ist ein Musiker. Wenn er in die Saiten seiner Harfe fasst, berührt er Menschen ganz tief. Ein anderer ist ein Maler, der mit seinen Bildern die Farben in dem Betrachter zum Leuchten bringt. Einer meiner Lieblingsmenschen bekocht andere und schenkt ihnen mit den Aromen seiner Küche Genuss und gute Stimmung. Ich kenne viele Menschen mit einem riesigen Herzen. Mit sweet talking und Empathie und Mitgefühl. Andere die als leuchtendes Vorbild voran gehen und andere mitziehen in die richtige Richtung. Menschen mit unheimlich grosser Geduld. Menschen mit dem magic touch in den Händen. Menschen mit Überzeugungskraft und Begeisterungsfähigkeit. Menschen mit Willensstärke und Menschen, die Fehler machen und wieder aufstehen. So viele wunderbare, starke und liebevolle Menschen.

Was ist Dein Beitrag, ganz persönlich, ganz intim, ganz individuell – für diese Welt?

Was in Dir ist wertvoll?

Nie im Leben hätte ich geglaubt dass meine grösste innere Kraft – der Hedonismus – einmal ein Geschenk für andere sein könnte. Und doch ist das die Quelle von allem, was ich tue. Es ist mein ganz individuelles Geschenk. Es kommt ohne Anstrengung und zeigt sich in vielen verschiedenen Formen.

Noch einmal:

Was an Dir ist wertvoll?

Ich sehe Dich. Siehst Du Dich auch?


Willkommen in der Adlerperspektive.

Gewidmet: Mirjam, Daniela, Remko, Zedric, Georg, Pan, Kathi, Jolanda, Nadia, Rose, Markus, Bernadette, Coco, Roman, Fabian, Sven, Yvonne, Diana, Inge, Tanya, Heidrun, Beatrice, Edith und Sabine und allen, die mir vielleicht jetzt nicht gleich eingefallen sind 🙂