Die letzte Woche habe ich über ein Phänomen nachgedacht… Über Zufälle. Über Schicksal. Über Vorbestimmung… ich wurde mir nicht einig mit mir selbst also habe ich recherchiert. Vorausgegangen waren ein paar „Zeichen“, wie ich sie nenne.
Nach acht Monaten kam ich zurück in mein Domizil, das ich im Sommer verlassen hatte. Ich war damals zum Umpacken kurz dort gewesen für zwei Tage und hatte die Sonntags NZZ gelesen. Sie war durchgelesen und trotzdem entsorgte ich sie nicht, liess sie auf einem Sessel liegen. Mir gefiel das Wortspiel, das als Titel dick gedruckt war… schau selbst…

Im Nachhinein, jetzt, nach acht Monaten, schien es wie eine Zukunftserinnerungen, ein Omen, ein Zeichen, wohin das Aufbrechen mich führen würde. Und auch weitere Zeichen hatte ich erhalten, dass das grosse Abenteuer vielleicht ein anderes Ende nehmen würde als von mir beabsichtigt. Ich ging dem nach. Wenn es sehr viele Zeichen in die gleiche Richtung gibt, dann muss ich das ernst nehmen.
Ich las ein paar populär gewordene Gedankenexperimente aus der Anfangszeit der Modernen Physik, beschäftigte mich mit Quantenphysik und Zufälligkeiten, dem Nachweisen was Bewusstsein in Bezug auf unser Leben macht. Über das hatte ich in einem früheren Blog Post schon einmal geschrieben: https://adler-perspektiven.blog/2026/01/05/das-unsichtbare-netz
Und jetzt kam ich zu einem ganz neuen Spektrum: Das Herrmann Gitter.
Es ist „eigentlich“ eine klassische optische Täuschung, bei der an den Kreuzungspunkten eines weißen Gitters auf schwarzem Grund (oder umgekehrt) flimmernde, graue Flecken erscheinen. Diese Flecken verschwinden, wenn man sie direkt fixiert. „Eigentlich“ also ein neurologisches Phänomen, das vor allem im Aufbau des Auges, der Netzhaut und der Wahrnehmung existiert. Aber es wirft eben auch Fragen auf: Wenn Dinge einfach verschwinden, wenn man sie fixiert, heisst das dann auch, dass sie vielleicht von Anfang an nicht existiert haben?
Im Gitter der Welt, klar gezogen in Schwarz und Weiß, beginnt etwas zu flimmern, das nie dort war. An den Kreuzungen entstehen Schatten, flüchtige Punkte, wie Zweifel, die nur im Augenwinkel leben. Schaust du sie an, verschwinden sie. Hältst du inne, sind sie wieder da als hätte dein Blick sie erschaffen und zugleich vertrieben.

So arbeitet das Innere: Es ergänzt, verdichtet, erfindet,wo die Welt eigentlich still und eindeutig wäre. Und vielleicht ist das die leiseste Wahrheit: Nicht alles, was dich beunruhigt, ist wirklich da – aber es ist wirklich in dir entstanden.
Das heisst ganz konkret: Das Hermann-Gitter zeigt etwas Grundlegendes:
Wir sehen nicht einfach die Realität
Wir sehen eine Interpretation unseres Gehirns.
Können wir also – im Umkehrschluss – auch Dinge erschaffen, die wir sehen wollen, die wir erleben sollen? Wieviel Power hat unser Bewusstsein, die Dinge zu bewegen, die Realität zu erschaffen? Im besten Fall: Das was wir wünschen wird Realität. Im schlimmsten Fall: unsere Befürchtungen/Prognosen/Ängst wahr werden lassen, weil wir sie lange genug fixiert haben?
Puhhh, das war ein spannender und herausfordernder Gedanke.
Das Indra-Netz sagt: Alles hängt miteinander zusammen
Das Hermann-Gitter sagt: Was du siehst, entsteht in dir
Zusammengenommen entsteht ein dritter Gedanke:
Die Welt, die du erlebst, ist
ein Zusammenspiel aus äusserer Vernetzung und innerer Deutung.
Oder noch klarer:
- Aussen: ein Netz aus Beziehungen
- Innen: ein Netz aus Bedeutungen
Und beide spiegeln sich.
Und, wie krass. Das ist keine Esoterik. Es ist Physik die zu Erkenntnis und zur Forschung unseres Bewusstseins dient
Vielleicht also ist die Welt ein Gewebe, so fein, dass kein Anfang und kein Ende sichtbar ist. Ein Netz, in dem alles mit allem spricht –leise, spiegelnd, ohne Worte.
Und mitten darin: Dein Blick.
Er wandert über die Knotenpunkte und beginnt zu deuten, zu ergänzen, zu erfinden.
Hier ein Schatten, der keiner ist. Dort ein Zusammenhang, der entsteht, weil du ihn siehst.
So treffen sich zwei Geheimnisse: Dass alles miteinander verbunden ist –und dass du es bist, der diese Verbindung sichtbar macht.
Vielleicht ist Wirklichkeit genau dort: wo das Netz der Welt und das Netz in dir
sich für einen Augenblick ineinander erkennen.
Das war sehr viel zum Denken. Ich weiss, es ist ein überaus anstrengender Blog. Aber die Welt kann eben nicht immer in der Oberfläche betrachtet werden. Es laufen so viele Dinge zusammen, ich lade gerne ein, weiter zu denken, weiter zu erkennen. Ich persönlich glaubte immer schon an Zeichen, an Wendungen, die ich selbst provoziert habe, an Dinge die Dinge begünstigt haben. An Orte, die Entwicklungen stimuliert oder auch erst möglich gemacht haben.
In diesem Zusammenhang hat mir gestern ein Freund ein schönes neues Wort kreiert: „Eigentlichkeiten“. Manchmal sind wir so sehr damit beschäftigt, in die falsche Richtung zu blicken, dass wir nicht sehen, was direkt vor unseren Augen ist. Und in anderen Momenten sehen wir, was noch gar nicht da ist – und erschaffen es. Wo ist der Anfang und das Ende?
Ich glaube wir sind mitten drin im spannendsten aller Leben.
Und ganz fest glaube ich: La vie est belle – Das Leben ist schön!


















