Zauberhaft

Hast Du Den Zauber in der Natur schon gesehen?

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Jetzt ist der Frühling nicht mehr so explosiv, so wild. Der Sommer atmet schon in den Wiesen und im Wald. Es duftet intensiv. Die Tage habe ich meine ersten Maiglöckchen, den Flieder und die duftenden Bäume genossen.

Und auch mein Hund ist erwacht, hat das frisch geschnittene Gras erfolgreich nach Feldmäusen durchforstet, hat sich in den Wiesen gewälzt und gezeigt: Schau, es ist warm!

Hast Du Zeit den Zauber zu sehen?

Letztes Jahr um diese Zeit schrieb ich einen Blog über das Thema Schönheit. Auch da schon: Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Im Öffnen für das, was gesehen werden kann. Niemandem gelingt das besser als einem Fotografen – oder einem Menschen, der sich intensiv und auch zeitlich unbeschränkt mit der Natur auseinander setzen kann.

Aber auch Du könntest, wenn Du wolltest: Einen Nasenspaziergang machen. Einen kleinen, achtsamen Gang nach dem täglichen Pflichtprogramm, raus in die Natur, in einen kleinen Park in Deiner Nähe und: Atmen, ankommen, wahrnehmen.

Gestern hatte ich das Vergnügen mit zwei jungen Menschen einen 10-Minuten-Spaziergang zu machen. Und was diese kleine Person da alles an Abenteuerlichem gesehen hat! Den Duft, das Gurgeln des Bachs, die Blüten, das üppige Grün. Es waren nur 10 Minuten in einer Stadt, aber es hat meinen Tag beschenkt.

Natürlich hab ich gut reden, ich höre es schon, ich bin selbstständig und lebe an wunderschönen Plätzen. Aber Schönheit – Zauber – ist überall! Wir sind nur zu beschäftigt mit der Jagd nach Gütern, mit dem Aufrechterhalten unseres Lifestyles, zu abgelenkt von Smartphone und Medienlandschaft. Kaum jemand geht am Abend noch raus. Meist versanden die Menschen irgendwann vor dem TV, versuchen zu entspannen. Ich nenne das: Ablenken.

Geht doch mal raus, brecht diese Alltagsregel jeden Abend nur zu „chillen“ und lauft in Eurem Quartier, im nächsten Park, im Wald, am Fluss, am Meer, was sich eben gerade findet.
Es gibt gerade JETZT viel zu entdecken, zu erfahren, zu tasten, riechen, sehen und spüren. DAS ist wirklich Entspannung. Den Körper wieder mit der Natur verbinden. Die Sinne arbeiten lassen.

Die Natur kann uns immer aufladen. Und sie lädt Dich immer ein.

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Probiere es aus. Am besten gleich heute. Weil Montag ist.

Und dann vielleicht noch ein paar Mal mehr diese Woche.

Spürst Du den Zauber?

Willkommen in der Adlerperspektive.

(diesen Beitrag widme ich meinem Lieblingsmann, von ihm sind auch die wunderschönen Bilder)

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Wo die wilden Winde wehen

Wenn der Wind Dir direkt entgegen weht, ist es schwer zu atmen. Dann muss man einen kleinen Handfächer machen damit man selbst genug Luft bekommt und diese kontrolliert in die Lungen eingeatmet werden kann.

Ach. Der Wind!

Eigentlich wollte ich diese Woche über etwas ganz anderes schreiben. Provokant sollte es werden und aufrüttelnd, der Titel stand schon fest. Und dann ereilte mich dieser Wind, der meine Gedanken einfach weg geblasen hat. Wie auch alles andere, was mir gerade im Weg zu stehen schien. Er war sehr sehr kräftig und ungeheuerlich dominant und pffff—– alles weg, alles verweht, alles nicht mehr wichtig.

Wie herrlich so ein Wind und wie gewaltig. Auf meinem Spaziergang sah ich viele gefallene Bäume, wunderschönes Durcheinander in den Gärten. Und auch meinen Balkon hat er gefegt, Dankeschön dafür….

 

Wann bricht ein Baum? Was braucht es, dass er bricht? Und wann brechen wir, wenn der Wind allzu stark ist für uns? Was lässt uns gerade stehen, wann sind wir biegsam und wann müssen wir brechen, weil wir vielleicht in unserer Haltung zu sehr erstarrt sind? Sind wir trockenes Holz oder geschmeidiger Bambus? Wie gehen wir mit den Winden in unserem Leben um? Lassen wir uns mitreissen oder durchschütteln, reinigen oder brechen vom Wind? Kann der Wind das Überflüssige in uns frei legen oder wird er uns mitsamt den Wurzeln ausreissen? Wie gehst Du ganz persönlich damit um, wenn der Wind Dich packt?

Wind ist etwas sehr Polares. Ich kenne nur Windliebhaber wie mich und Windhasser wie viele meiner liebsten Freunde. Der Wind ist eben aufdringlich und lässt nicht allzu viel Platz für eigene Kapriolen. Der holt sich was er will. Bügelt so manches glatt, wie das lange Gras, die Weiden. Und wirbelt durcheinander wozu er Lust hat.

Vor vielen Jahren kam ich auf einem Segeltörn einmal in ganz besonderen Wind. Wir waren in einem Sturm zwischen den Virgin Islands und der Karibik und nichts blieb mehr an Ort und Stelle. Und wir hingen alle über der Reling, so elend ging es uns. Aber ach, dieser Wind, der in die Fock blies und unser Boot fast aus dem Wasser hob… gewaltig war das, gnadenlos…

Und dann ein paar Jahre später der Mistral in der Provence. Wir hatten eigentlich zelten wollen aber es gab kein Entkommen vor den wilden Wirbeln und wir mussten in ein Hotel gehen und wurden tagelang von warmem Wind zur Migräne getrieben. Und irgendwie spinnten die Franzosen alle ein bisschen wegen dem Wind.

Wie die Magie so oft spielt fiel mir dann auch das passende Buch in die Hände. Eine wunderbare Geschichte von einem Mann, der den Winden nachreist. Wer den Wind liebt, wird an diesem Buch grosse Freude haben.

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Herrlich, wenn man mit Rückenwind laufen kann. Und herrlich wenn der Gegenwind einem ins Haar greift. Und dann der Aufwind, der die Vögel, besonders den Adler, im Girlandenflug nach oben trägt, ganz anstrengungslos…

Wohin weht der Wind Dich gerade?

Und wohin soll er Dich wohl wehen?

Welche unterstützende Kraft wünschst Du Dir?

Und wo kannst Du sie Dir holen?

Wir reden im Volksmund oft über „Bruder Wind“. Denn er kann das ja sein, der Bruder, der Begleiter, die helfende Hand.

Lassen wir uns also mit viel Rückenwind dahin gleiten, wohin wir als nächstes wollen.

Wohin fliegst Du?

Willkommen in der Adlerperspektive

Pusteblume

Heute war Nordwind und er war sehr stark. Ich lag eine schöne Weile in einer Wiese mit sehr langem Gras und vielen bunten Wiesenblumen und der Wind spielte in den langen Halmen, brachte sie wunderbar durcheinander und dann wieder „kämmte“ er sie durch, ein wunderbares Naturschauspiel.

Als ich schliesslich schweren Herzens den Rückweg antrat, bekamen mein Hund und ich ein ganz besonderes Geschenk: Eine grosse Wolke voller Blütensamen. Wir waren ganz eingedeckt davon, schüttelten sie kräftig aus, damit sie weiterfliegen konnten. Irgendwo auf der Wiese liessen sie sich wohl nieder und wurden zu neuen Löwenzähnen…. Die Samen der Löwenzahn Pflanze sehen ein bisschen aus wie kleine Schirmchen. Sie fliegen oft kilometerweit und die Pflanze, die daraus entsteht, ist sehr robust und lässt sich kaum je von einem Hindernis am Wachsen aufhalten.

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Mir kam der Gedanke der Besamung und dadurch dann: Den Samen setzen.

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In meiner Arbeit als Coach darf ich das oft: Einen neuen Gedanken-Samen, eine Inspiration, eine neue Lösung oder eine andere Sichtweise anbieten. Manchmal entstehen dadurch neue, schöne, wertvolle Früchte. Viele Male durfte ich erleben, was durch einen kleinen Schubbs in eine neue Richtung entstehen konnte. Wichtig war aber immer, dass der Same auf einen fruchtbaren Boden fällt, dass der Coachee den Samen auch annehmen und zur Blüte bringen wollte.

So ein Same kann auch ein Satz sein, eine kleine Intervention im Alltag, eine Idee, die wir aufschnappen und weiter verfolgen. Oder ein Gedanke, den wir entwickeln, eine Inspiration, die wir erhalten und die neue Blüten in uns treibt.

Kennst Du das auch, dass Du einmal einen Satz, ein Wort gehört hast und das eine ganze Kettenreaktion auslösen konnte?

Oder dass die Tat, das Wirken eines anderen Menschen in Dir etwas zum Anklingen brachte das bis dahin geschlummert hatte?

Was inspiriert Dich?

Und darauf folgert ganz natürlich: Und mit was inspirierst Du Andere?

Das kann etwas sein, das Du vorlebst, etwas das Du zu erzählen hast, etwas das bei anderen etwas auslösen kann. Es sind manchmal die ganz nebenbei gesprochenen oder gehandelten Dinge, die bei Anderen einen Schub auslösen.

Denke diese Woche einmal darüber nach: Was gebe ich an Inspiration weiter?

Was in meinem Alltag kann dazu beitragen, dass es neue Blüten geben kann?

Lass den Samen, der in Deinem Herz, in Deinem Kopf, in Deiner Kreativität steckt frei fliegen, an dem richtigen Ort ankommen. Nimm Deine Worte und Deine kreativen Ideen als Ausdruck, als wertvollen Input für die Welt und dann – geniesse das Blütenmeer, das daraus entstehen kann.

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Willkommen in der Adlerperspektive.

Radikal

Ich habe das Wort „Radikal“ schon immer geliebt. Weiss ich doch noch, als ich es das erste Mal hörte: In einer Mathematikstunde im Gymnasium. Da war es das Ergebnis des Wurzelziehens in der Algebra. Mathematik habe ich nie verstanden aber dieses Wort – radikal – das liebte ich. Weil es eben heisst: Jetzt ist das Echte, das Grösste, das Mutigste erreicht.

Gestern ereilte mich auf dem Sofa sitzend eine Textnachricht über eine radikale Tat und ich konnte, trotz all der Dramatik, die das Ereignis zeigte, innerlich nur schmunzeln. Ich mag das – etwas radikal tun. Denn es heisst ja auch: Nicht mehr lauwarm. Nicht unentschieden. Nicht an moralische oder erzogene Regeln gebunden: Pur und echt. Jetzt und vollständig. Über die Norm hinaus.

Es hat viel Mut in einem radikalen Schritt. Und egal wie Du es wendest: Wenn Du das Wort „radikal“ dazu ziehst, dann ist es: total. Eine radikale Entscheidung, ein radikaler Schritt, eine radikale Tat.

Nicht umsonst nennen wir auch die politisch Engagierten die „Radikalen“ wenn es darum geht, wirklich bis zum äussersten Ende des Anstands zu gehen.

Ist es nicht auch irgendwie herrlich, wenn man etwas radikal tut oder beschliesst?

Was wäre der radikalste Schritt, die radikalste Entscheidung, die Du heute, oder gerade zum Wochenanfang, bald zum Monatsanfang, tun könntest?

Siehst Du, wie es sofort richtig viel gedanklichen Platz gibt, wenn Du auch nur darüber nachdenkst?

Das ist innerer Spielraum – oder auch innerliche Freiheit, die sich dann eröffnet.

Die Freundin, die sich gestern einen radikalen Schritt erlaubte, hat unter eine lange ungute Situation einen radikalen Schlusspunkt gesetzt. Hat gehandelt und ist nicht mehr im Denken und Reden, im Leiden und Verharren geblieben, sondern hat einen echten Standpunkt manifestiert. Trotz der Tragweite ihres Handelns zeigt es mir als Coach, dass es eben auch mutige Menschen gibt, die in die Handlung gehen und nicht stumm bleiben, wenn ihnen Leid geschieht.

Wie wünschte ich mir noch viel mehr Radikales.

Wie wäre es mit: Radikal echt?

Radikal entschieden?

Radikal lieben?

Radikal aus der Komfortzone?

Da gibt es diesen „coolen“ Typen, der Löcher in zugefrorene Seen sägt und sich dann in das eiskalte Wasser gleiten lässt um dort einige Minuten intensiv die eigene Kraft zu spüren.

Und die Managerin, die ihren gut bezahlten, angeblich sehr sicheren Managementposten kündigt um auf dem Pacific Crest Trail 8000km durch Amerika zu wandern und dabei zu entdecken, dass das Leben JETZT statt findet und man immer eine Wahl hat.

Wie radikal traust DU Dich zu sein?

Spiele diesen Gedanken einmal durch: Was könnte das Radikalste sein, zu dem Du Dich diese Woche entschliesst?

Bist Du mutig genug für die Handlung?

Radikal bedeutet ursprünglich: Von der Wurzel auf, gründlich.

Was bist DU bereit von der Wurzel auf, gründlich zu verändern?

Machst Du es? Bist Du bereit für die Freiheit?

Herrlich.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Scheiden tut weh?

Als ich acht Jahre alt war, stellte ich die erste provokante Frage. Ich sass an einem Tisch, der für das Geburtstagskränzchen meiner Mutter dekoriert war. Nach Kaffee und Kuchen gingen die Männer hinaus zum Rauchen. Meine Tante begann sofort, als mein Onkel aus dem Raum war, schlecht über ihn zu sprechen, ihre unglückliche Ehe und insbesondere seine Unzulänglichkeiten zu beklagen. Die anderen Frauen in der Runde stimmten in das Klagelied ein. Der bald gefundene kollektive Glaube war: Alle Männer sind schlecht. Ich war sehr erstaunt.

Als die Männer zurück kamen, stellte ich verwundert fest, dass alle wieder die Maske der liebenden Ehefrauen trugen. Ich war überrascht und fragte laut und deutlich: „Warum bist du denn mit dem Onkel Hans verheiratet, Tante Rosi, wenn Du ihn doch gar nicht leiden kannst?“

Die Antwort war eine schallende Ohrfeige. In dem Moment wusste ich schon ganz sicher: Ich will alles wissen. Ich will die unangenehmen Fragen stellen. Vor allem aber: Ich will verstehen, was in Menschen, was in Partnerschaften, was in Ehen vor sich geht.

Nach all den Jahren bin ich über die Motive von Menschen in Partnerschaften nicht wirklich viel schlauer geworden. Diese eigenartige Art, miteinander um zu gehen, scheint durchaus gesellschaftlich anerkannt und sogar normal zu sein. Wenn ich mich umschaue, sehe ich nur wenige Partnerschaften, die dieses Prädikat verdienen. Und noch weniger Ehen, die im Himmel geschlossen wurden und auch da geblieben sind.

Manchmal mit dem Herzen, selten mit der Seele,
Kaum je mit Kraft. Wenige – lieben überhaupt.
Emily Dickinson

Liebevolle Beziehungen sind rar, die Scheidungsrate in Deutschland war 1960 bei knapp 11 Prozent, im Jahr 2005 bei 52 Prozent und 2017 waren es noch 38 Prozent. In der Schweiz liegt sie auch jetzt noch etwas unter 50 Prozent.

Ist das traurig?

Ich bin froh, wenn sich Menschen trennen, wenn es nicht mehr klappt. Wenn sie schon jeden Weg versucht haben aber es einfach nicht mehr gut läuft. Wenn einer (oder beide) der Partner das Vertrauen massgeblich verletzt oder sich so benimmt, dass ein Zusammenleben zur Qual wird.

Warum muss man etwas aushalten, ertragen?

Warum halten Menschen an etwas fest, das lange schon vorbei ist?

Warum wird so oft der schöne Schein aufrecht erhalten?

Warum gönnen wir uns nicht alle eine neue Chance?

Warum geben wir uns nicht einfach in Liebe frei für ein neues Morgen?

Natürlich kann man bedauern, dass etwas nicht so geklappt hat, wie man sich das ursprünglich mal vorgestellt hat. Es beruhte eben auf einer

Vor-Stellung – meist auf der Idee, das man es zusammen schaffen würde. Etwas, das alle anderen nicht so gut schaffen. Rosarot und voller wunderschöner Träume starten wir in Ehen und Partnerschaften. Die eigentliche Beziehung beginnt dann nach Jahren. Wenn die rosarote Brille abgesetzt wird, sehen wir plötzlich wieder scharf und leider meistens das, was nicht passt. Gehen wir dann trotzdem weiter oder sind so ehrlich und fair, das Leiden nicht unnötig zu verlängern, die Ent-scheidung heraus zu zögern?

Ich freue mich, wenn Menschen sich für eine Scheidung entscheiden. Denn das heisst, dass sie in Würde und Achtung und irgendwie auch noch ein bisschen mit Restliebe die Konsequenzen ziehen und wieder alleine weiter gehen.

Es könnte doch auch unser Wunsch sein, einander nicht zu „ge-brauchen“ sondern zu ergänzen. Und wenn die Ergänzung nicht mehr wertschätzend und glücksbringend und freudvoll ist, dann eine klare Trennung auszusprechen.

Das Leben ist zu kurz für unglückliche Paarungen.

Der Adler macht das konsequent: Die Adlerin wählt jedes Jahr aufs Neue den Partner für das Brüten und die Partnerschaft. Wenn sich der Partner aus dem vergangenen Jahr als wertvoll erwiesen hat, dann wählt sie ihn – nach der neuen Werbung des Männchens um ihre Gunst – erneut. Wenn es aber nicht mehr reicht, dann trennen sich ihre Wege. An anderer Stelle finden sich neue Paarungen.

Also, Hand auf’s Herz: Geht Ihr noch auf den gleichen, oder auf den anderen Wegen?

Ein wunderschöner Song von Andreas Bourani zeigt: Scheiden / Trennen muss nicht weh tun. Man kann sich auch in Liebe loslassen, damit beide wieder im hellen Licht stehen können.


Seid lieb zu einander – aber auch zu Euch selbst.

(mit diesem Text grüsse ich meine Freundin T.)


Willkommen in der Adlerperspektive.

 

Auf anderen Wegen

Du willst gehen, ich lieber springen
Wenn du redest, will ich singen
Du schlägst Wurzeln, ich muss fliegen
Wir haben die Stille um uns totgeschwiegen
Wo ist die Liebe geblieben

Ich fühl‘ mich jung und du dich alt
So fallen wir um, uns fehlt der Halt
Wir müssen uns bewegen
Ich bin dafür, du dagegen
Wir gehen auf anderen Wegen

Mein Herz schlägt schneller als deins
Sie schlagen nicht mehr wie eins
Wir leuchten heller allein,
Vielleicht muss es so sein

Mein Herz schlägt schneller als deins
Sie schlagen nicht mehr wie eins
Wir leuchten heller allein
Vielleicht muss es so sein

Dam dam dam dam
Dam dam

Wir sind ein festgefahrenes Ritual,
Das immer stärker brennt
Und ich frage nicht mehr nach,
Was uns verbindet oder trennt,

weil ich weiss

wir fahren weiter im Kreis…

Wir müssen atmen, wieder wachsen
Bis die alten Schalen platzen
Und wo wir uns selbst begegnen,
Fallen wir mitten ins Leben
Wir gehen auf anderen Wegen

Mein Herz schlägt schneller als deins,
Sie schlagen nicht mehr wie eins
Wir leuchten heller allein,
Vielleicht muss es so sein

Mein Herz schlägt schneller als deins,
Sie schlagen nicht mehr wie eins
Wir leuchten heller allein,
Vielleicht muss es so sein

Ich geb‘ dich frei
Ich werd‘ dich lieben
Is‘ ein Teil von dir geblieben

Geb‘ dich frei
Ich werd‘ dich lieben
Frei ich werd‘ dich lieben

Oh, mein Herz schlägt schneller als deins
Sie schlagen nicht mehr wie eins
Wir leuchten heller allein,
Vielleicht muss es so sein
Vielleicht muss es so sein
So sein

Songwriter: Andreas Bourani / Julius Hartog

Hier ist der Song: https://www.youtube.com/watch?v=m-Ik3yy728Y

Wo kein Schlamm ist, da ist auch kein Lotus…

Die Lotusblüte ist eines der stärksten Symbole für unsere ganz persönliche Entwicklung. Ihr Same muss im dicken Schlamm spriessen, erst dort im Dreck Wurzeln schlagen und sich dann langsam aber stetig sehr mühsam durch trübe schmutzige Gewässer den Weg ans Licht an die Oberfläche bahnen. Und wie wunderbar ist es dann, wenn die Lotusblüte an dem Tag aller Tage ihre vollendete Schönheit zeigen kann. Sie ist gut verankert, hat all ihre Kraft in die Blüte gegeben, hat sich aus dem Dunkel ins Licht gekämpft – und jetzt kann sie sich feiern, bewundern, scheinen, sich offenbaren und zeigen.

 

Ein bisschen erinnert mich das an das wunderbare Paar, das wir letztes Wochenende coachen durften. In eineinhalb Jahren haben sie sich etliche Male getrennt, haben sich gestritten und entzweit, haben sich auseinander- und wieder zusammen gesetzt. Und sich dann die allerletzte Chance gegeben es nochmals auszuarbeiten. Noch einmal über die Bücher zu gehen und alle Täler nochmals zu betrachten um zu einer neuen Blüte zu kommen. Sie haben sich mit ihren eigenen Schattenseiten beschäftigt, ihre Streitpunkte in Frage gestellt und ihre Egos überwunden. Nach all dem Schlamm und trüben Wasser kamen sie gemeinsam zurück an die Luft und atmeten auf. Und – zeigten ihre schöne Liebe, die stärker geworden und an den gemeinsamen Kämpfen auch gewachsen ist. Die beiden hatten ein starkes Fundament, sogar im Streit – und konnten sich nun so zeigen, wie sie es eigentlich einmal gemeint hatten – in der Schönheit und dem Glanz, die sie beide sind.

Per aspera ad astra, wörtlich: „durch das Raue zu den Sternen“, ist eine lateinische Redewendung, sie bedeutet: „Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen“ oder „Durch Mühsal gelangt man zu den Sternen“.

Diese Redewendung hat ihren Ursprung bei Seneca. Sie stammt aus seiner Tragödie Hercules furens (Der wildgewordene Herkules). Dort heisst es: „Non est ad astra mollis e terris via“, deutsch „Es ist kein weicher (= bequemer) Weg von der Erde zu den Sternen“.

Wir alle sind Lotusblüten, die sich ihren Weg bahnen müssen.

Das kann belastend sein und manchmal denken wir vielleicht, wir werden das Licht nie mehr sehen. Und doch ist es nur – Nährboden für etwas Grösseres. Nährboden für die Schönheit, die daraus wachsen kann. Die etwas härteren Bedingungen für den Weg in den Himmel.

In dieser Zeit, in der es immer wieder mal „eiskalt“ wird, der Schnee in der Schweiz oder die harten Stürme mit viel Regen an der Küste, können wir bisweilen nicht glauben, dass es wirklich Frühling ist und die Wärme, das Blühen, das Duften und die Farben zurück kehren werden.

Ein bisschen Geduld – ein bisschen noch – dann stösst die Blüte an die Oberfläche und AAAAHHH – staune über das, was sich so lange durch den Dreck und die Dunkelheit durch entwickeln musste. Siehst Du? Es hat sich gelohnt.

Vertraue. Die Schönheit ist bald wieder da.

 

Willkommen in der Adlerperspektive.

Triffst Du nur das Zauberwort…

Kennst Du das? Du hörst ein Wort, einen Ton, eine Melodie und sofort beginnen eine ganze Reihe an Körperreaktionen Dich zu beschäftigen. Dein Herz schlägt schneller oder zieht sich melancholisch zusammen, Dein Gesicht wird ganz weich, deine Augen schwärmerisch… irgendetwas wird immer angekickt bei diesem Wort, dem Ton, dem Lied.

So hörte eine Freundin von mir in der vergangenen Woche melancholische Cellomusik um zu ihren tiefen Antworten zu kommen. Die Musik öffnete ihr den Zugang zu ihren Gefühlen, die sie schon eine Weile wirkungsvoll vergraben hatte.

Wie oft verbieten wir uns berührbar zu sein, zu tief einzutauchen, weil wir meinen, das nicht auszuhalten, die Relation von unseren seelenvollen Gefühlen und die Ratio, die uns im täglichen Berufsalltag, mit Pflichten und Anforderungen am Laufen hält, zu verbinden. Wie wenig leben wir in unserem Leben das, was unserer SEHNSUCHT entspricht?

Und was ist das eigentlich, dieses Ding Sehnsucht?

Eine der ältesten und am meisten bekannten Sehnsüchte ist eine Theorie, die einst Platon erschuf: Dem Mythos zufolge hatten die Menschen ursprünglich kugelförmige Rümpfe sowie vier Hände und Füsse und zwei Gesichter auf einem Kopf. In ihrem Übermut wollten sie den Himmel stürmen. Dafür bestrafte sie Zeus, indem er jeden von ihnen in zwei Hälften zerlegte. Diese Hälften sind die heutigen Menschen. Sie leiden unter ihrer Unvollständigkeit; jeder sucht die verlorene andere Hälfte. Die Sehnsucht nach der einstigen Ganzheit zeigt sich in Gestalt des erotischen Begehrens, das auf Vereinigung abzielt.

Sehnsucht also als „schmerzliches“ Begehren?

Ich möchte da weiter gehen. Es gibt nicht nur Sehnsucht nach der zweiten Hälfte. Es gibt auch Sehnsucht nach anderem, was uns scheinbar vollständig macht – Sehnsuchtsorte, -töne, -farben, -dichtung, -worte, -berührungen. Es sind immer Dinge, die einen Cocktail an Gefühlen für uns auslösen und die uns irgendwie ergänzen, beglücken, erfüllen.

Sehnsucht kann aber auch eine schöpferische Kraft sein, die uns da hin bringt, was wir uns erträumen – oder eben ersehnen. An Orte aber auch zu Menschen, zu Lebensumständen, die wir uns innig wünschen. Zu einer Form des Umgangs, des Miteinander, nach dem wir uns sehnen.

Und Sehnsucht kann uns auch intrinsisch motivieren unsere Schritte so zu machen dass wir da ankommen, wo wir am allerliebsten sein möchten. Sei es an einem Ort oder auch – in einer beruflichen oder emotionalen Ausrichtung auf das, was wir wirklich wirklich wollen.

Vor vielen Jahren hörte ich einen Lehrer sagen: Wenn man sein innerstes Streben, seinen grössten Herzenswunsch entdeckt hat und ihn formulieren kann, wenn man der Sehnsucht einen Namen geben kann – dann kann man nicht mehr anders, als diesem Herzenswunsch gehorchen. Man hat keine Wahl mehr, als dem eigenen Herzen zu folgen.

Was also ist Deine tiefste Sehnsucht?

Ganz einfach ist es, wenn Du schaust, was sie auslöst. Ist es eine spezielle Musik? Das Meer, die Frische der Bergwelt, das Rauschen eines Flusses? Sind es Bäume, Tiere, Begegnungen? Ist es Dichtung, Kunst? Landschaften, Städte? Mit was kannst DU Deine innerste Sehnsucht immer wieder stimulieren?

Und wohin führt Dich das?

Ein kleines Beispiel: Eine liebe Freundin hat immer wieder die Sehnsucht nach Paris. Angesprochen was genau es ist, sagt sie: Das Savoir vivre, die Kunst, die Mode, das elegante Lässige, die melodische Sprache, die Weite des Himmels, das köstliche Essen, Strassencafes und Zeit haben zum Schlendern. Kannst Du sehen, wonach sie sich sehnt? Und wird sie ihr Leben danach ausrichten?

Ich wünsche es ihr von Herzen.

Ein weiterer spiritueller Lehrer, dem ich aktuell sehr viel zu verdanken habe, hat einen Youtube Clip gemacht zum Thema Sehnsucht. Wenn Du noch mehr eintauchen willst in dieses Thema und es Dich wirklich bewegt, dann schau es Dir an:

https://www.youtube.com/watch?v=AyncrnmrsX0

Ich wünsche Dir, dass Du Deiner Sehnsucht nicht nur folgst, sondern ihr sogar gehorchst. Das wird Dein Leben erfüllen. Glücklich machen. Vollständig machen.

Willkommen in der Adlerperspektive.