Pflicht und Kür

In der vergangenen Woche sprach ich mit einer wunderbaren Frau, die unter der Last vieler vieler Pflichten zu ersticken droht. Es ist kein ungewöhnlicher Lebenslauf, sie muss Kind und Job, Sorge um und für die Eltern und das Zuhause Management unter einen Hut bringen. Ohne Begleitung durch einen Lebenspartner.

Sie wünschte sich, im Coaching eine Balance zu finden. Aber: Man kann nur ausbalancieren, wenn es verschiedene Kräfte gibt. Ihre Waage aber pendelte nur in eine Richtung – zu der Last, der Schwere der Pflichten. Die Liste ihrer To-Do’s war so lange, dass sie gar nicht mehr weiss, was ihr noch Spass machen könnte, danach stellte sich die Frage schon gar nicht. Als ich sie so ansah vermisste ich das Lebendige, das Glitzern in ihren Augen.

Wir haben alle sehr sehr viel Last in unserem Leben. Das Meiste davon ist selbst gewählt. Da erinnere ich mich an eine Dame mit mehreren Wohnsitzen die hin und her pendeln musste um die Häuser zu beleben, zu überwachen und dafür zu sorgen, dass sie alle gut gepflegt wurden. Oder einen Klienten, der Stunden damit verbrachte, seinen Fuhrpark instand zu halten. Oder einige Freunde, die ihren vielen Tieren gerecht werden wollten. Zusätzlich zu Job und Familie, Freundeseinladungen und gesellschaftlichen Verpflichtungen. Und dann gibt es Menschen, die ihr Zuhause niemals verlassen ohne dass alles tiptop organisiert und aufgeräumt ist. Und die akribische Planung von Ausflügen und Reisen zu einer detailgerechten mathematischen Aufgabe machen.

Wie viel Pflicht – und wieviel Kür

gibt es in Deinem Leben?

Der Begriff Pflicht und Kür kommt aus dem Eiskunstlauf. Da verlangt die Regie eines Turniers, zuerst ein Pflichtprogramm aus verschiedenen Techniken und Sprüngen zu zeigen und danach darf der Eistänzer eine Choreographie seiner Wahl zeigen.

Wir alle haben diese beiden Elemente in unserem Alltag. Es muss sehr viel erledigt werden, bevor wir uns mit Freizeit und Spass belohnen dürfen. So geht es uns auch jedes Jahr mit dem Urlaub. In der Regel arbeiten wir bis zum letzten Moment so viel wie möglich, um dann im Urlaub endlich einmal nur das zu tun, was unser Herz sich wünscht. Dann brauchen wir zunächst einmal Erholung vom Stress, bis dann das Kernstück der Ferien kommt: Dem Herzen folgen. Ganz egal ob es dann „dolce far niente“ oder etwas Sportliches und Kulturelles wird.

Das ist keine Balance, das ist ein gegensätzliches Spielen mit Elementen.

Und wie einfach wäre, wenn wir ein bisschen mehr loslassen könnten bei den Pflichten, wenn wir nicht ganz so perfektionistisch und streng mit uns wären.

Es gibt eine Strömung, die schon früh von verschiedenen Branchen entdeckt wurde und die viel Freies ermöglicht: Die Kunst des Weglassens.

Der Bauhaus Stil in der Architektur kam ohne Schnickschnack aus. Später wurde das Essentielle in vielen Varianten aufgegriffen. Hemingway schrieb schon auf das Nötigste reduziert. Er sagte: Lass weg, was ohnehin klar ist. Auch Steve Jobs hat seine Appleprodukte immer mehr vereinfacht, reduziert und dem Benutzer ein gewisses Mass an eigenem Kombinieren zugemutet.

„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann“. Dieser von Antoine de Saint-Exupéry formulierte Maßstab offenbart ein gewisses Veredelungspotential.

In einer komplexen Welt ist es absolut lebensverbessernd, Dinge weg zu lassen und „nur noch“ das Wichtigste zu tun.

Wie sehr kannst Du noch reduzieren?

Was könntest Du weglassen?
Was könntest Du loslassen?

Spürst Du, wie schon alleine der Gedanke daran, etwas loszulassen, das zu viel Pflicht von Dir verlangt, Dich leicht und frei macht?

Und wirst Du das Dir zuliebe tun?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Fremd vertraut

Kennst Du das auch?

Du bist in einer fremden Stadt, gehst durch Strassen und an Orte, die Du noch nie gesehen hast und fühlst Dich, als würdest Du irgendwie da hingehören. Oder es kommt Dir wenigstens auf eine seltsame Art heimisch vor.

Obwohl es nicht Deine Sprache oder Kultur ist, meinst Du: Da könnte ich auch irgendwie hin gehören.

Letzte Woche war ich das erste Mal in Reims, im Norden Frankreichs. Ich hatte nicht erwartet, dass es mich speziell ansprechen würde, weil ich gerade von meiner geliebten Insel kam und zudem eine Nacht in der wunderschönen Stadt St.Malo verbracht hatte. Am Abend, nach einer sehr langen Reise, lief ich noch ein bisschen durch Reims, um die Beine zu strecken.

Irgendwann kam ich auf eine „Rue Corteau“, stand plötzlich vor einem Haus. Ich schaute nach oben und dachte: da wohne ich auch.

Diese Erkenntnis traf mich im Bauch und Herz, weil mein Kopf selbstverständlich sofort protestierte. Warum sollte ich mir unbedingt Reims aussuchen? Die Stadt war nicht annähernd so bezaubernd wie St.Malo, auch nicht so geschichtsträchtig und pompös wie Paris oder Orleans.

Ich lief ein Stück weiter und setzte mich an einen Tisch auf einen Platz, der total voll war. Menschen sassen da und assen und tranken, alle waren fröhlich und glücklich, es gab Livemusik und Gelächter, es war ein wunderschöner Sommerabend. Schliesslich gelangte ich in einen Park, in den ein nahes Bistro seine Tischchen getragen hatte. Ein Mann sass alleine an einem Tisch und für einen Moment dachte ich, er wartet darauf, dass ich zum Essen komme.

Ich musste mich schütteln, um wieder in meine Realität zurück zu kommen. Auf dem Weg zurück zu meinem Hotel musste ich mir aufsagen wer ich bin, wo ich bin und warum ich gerade in Reims bin und wohin ich fahre.

Manchmal sind wir in Zwischenwelten unterwegs. Das Fremde wird vertraut, das Vertraute wird fremd. Wenn wir von einer langen Reise zurück kehren sehen wir unser Zuhause mit anderen Augen an. Wir müssen wieder hineinfühlen in das Leben, das wir eigentlich führen und uns lösen von dem Ort, an dem wir eben genauso ein gewohntes Leben geführt haben.

Geht es Dir auch so, wenn Du von Deinen Ferien zurück kommst?

Könntest Du auch problemlos da leben, wo Du dann bist?

Und: Warum tust Du es nicht?

Hast Du Sehnsucht nach einem anderen Leben?

Könntest Du Dir vorstellen, noch mal jemand anderes zu sein?

Du kannst das auch schriftlich tun. Es ist eine schöne Übung aus dem Buch: „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron. Da schlägt sie vor, man solle an einen Ort aus seinem Leben zurück gehen. Die Abzweigung diesmal nach rechts nehmen statt nach links. Losgehen in das dann anders Entschiedene. Was wäre gewesen wenn du das und das entschieden und getan hättest? Wo würdest Du leben? Mit wem? Von was? Wer wären Deine Freunde? Wie würdest Du Deine Abende, Wochenenden, Ferien verbringen?

Ich bin in Gedanken spazieren gegangen an dem Abend auf diesem schönen Platz in der Mitte von Reims. Habe mir Menschen angeschaut, die meine Freunde wären, ich sässe in deren Mitte, wir sprechen über Mode und unsere Arbeit. Sah ein kleines Mädchen, das mit ihrem Vater (mein Sohn?) alberte. Hörte die französischen Chansons und sang mit. Später musste ich mich verabschieden, weil im Park mein Verleger zum Abendessen wartete. Wir mussten noch über die Roadtour sprechen, bei der ich mein neustes Buch in den Buchläden des Landes vorstellen und aus ihm lesen sollte. Es war ein vergnügter Abend und als ich später in die Mansarde meines Zuhauses in der Rue Corteau 21 stieg, maunzte mein Kater schon von weitem, weil er unbedingt noch einen nächtlichen Snack brauchte.

Real – stand ich auf und schlenderte den Weg ins Hotel zurück, wo ich mein momentanes Leben wieder traf, kaum französisch sprach und sehr sehr allergisch gegen Katzen bin. Ich mag dieses Leben auch ganz besonders gern.

Aber – was wäre wenn?

Andre Heller hat mir einmal ein Buch signiert. Er schrieb: Für Wiebke Maren. „Die wahren Abenteuer sind alle im Kopf“.

Wo genau warst, bist und wirst du zuhause sein?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Ein neuer Tag

Wann hast du das letzte Mal einen Sonnenaufgang erlebt?
Was hast du dabei gefühlt?

Tust du das nur in den Ferien oder weisst Du auch sonst, während deines Alltags, was da jeden Tag aufs Neue passiert?

Hier auf Jersey ist das ein Schlüsselmoment. Am Tag nach der harten Arbeit stehen wir eine halbe Stunde vor dem Sonnenaufgang auf, fahren mit dem Auto in den Osten der Insel, setzen uns dort auf eine Klippe und beobachten, wie sich der Feuerball an den Himmel hebt. Während der Phase, in der die Sonne die Wolken durchdringt und erscheint, schreien die Möwen besonders laut. Auch die anderen Vögel stimmen in eine Art Motivationsgeschrei ein. Dann dringt der erste Strahl durch und das Glitzern auf dem Meer beginnt. Plötzlich ist Stille. Die Vögel scheinen andächtig lauschend auf ihren Bäumen und Felsen zu sitzen und den Moment zu umarmen. Das neue Leben, der neue Tag beginnt.

Unmittelbar danach segeln sie los und fliegen über die Bucht.

Auch für meinen Coachee ist das jeweils ein Zeichen, dass nun eine neue Zeit beginnt. Ein Neuanfang, ein Start in ein Leben mit einem neuen frischen und leichten Beginn.

Ohne dass ich sie dazu ermutigen muss, schreien sie aus Freude in die Weite des Ozeans. Und dann stehen sie da, strecken die Arme in den Himmel. Stolz auf sich wegen der geleisteten Arbeit, der tiefen Erkenntnisse, der befreienden Leichtigkeit, die sich einstellt, wenn man sich seine mentalen Programme neu geputzt hat und viel gedanklichen Müll entsorgt hat.

Ich trete zurück. Ich schaue auf den Mensch, der da steht. Ich bin glücklich.

Nicht stolz, weil ich der Begleiter des neuen Adlers war, bis er ausgeflogen ist. Sondern unendlich dankbar, dass der Coachee sich so tief auf sich einlassen konnte, dass er zurück gefunden hat in sein Herz. Auch über das Vertrauen, das er mir geschenkt hat. Ich bin glücklich, diese Insel entdeckt zu haben, die ein Coaching so leicht macht, weil sie mit Ihrer Schönheit und Weite und ihrem stetigen Wind, ihren schwindelnd hohen Klippen und der wunderschönen üppigen Vegetation eine Umgebung schenkt, die es dem Coachee leicht macht, sich zu ent-falten.

Der Sonnenaufgang findet jeden Tag statt. Meistens, auch ich, verschlafen wir ihn. Und dabei hat er doch so eine überwältigende Botschaft: Ein neuer Tag beginnt. Noch ein Tag, noch ein Tag. Jeden Tag.

Wir haben keine Garantie, dass es noch viele Tage gibt. Aber solange wir bewusst sind, dass jeder Tag neu und frisch ist, können wir auch diesen wieder aus der Fülle leben. Wie anders sollten wir das tun als frei. Das Gestern ist vorbei, das Morgen noch nicht da. Das Leben ist jetzt. Es ist immer jetzt.

Die Vögel hier auf der Insel erwarten jeden Tag euphorisch und laut den neuen Tag. Dann erscheint die Sonne, sie stossen sich ab und segeln und feiern, dass es weiter geht.

Worüber jubelst Du heute?

Was macht Dich jetzt gerade besonders glücklich?

Wirst auch DU ihn nutzen, diesen Tag?

Abstossen, abspringen in das neue Abenteuer, das sich heute bietet?

Nutzt Du diesen Tag?

Wofür?

WILLKOMMEN in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich in grosser Dankbarkeit Regina. Was für eine wunderschöne Coachingreise war das mit Dir! Flieg hoch! Bleib oben! Volle Kraft voraus!

Inselleben

Das Leben auf Jersey ist unendlich langsam. Und genügsam. Geduldig. Sehr höflich. Alles Dinge, die ich nur hier „aushalte“ und trotzdem – total bereichernd.

Auf Jersey, dieser kleinen Insel im Ärmelkanal zwischen Frankreich und Grossbritannien, gibt es nur ganz enge Strassen. So eng, das man sich ausweichen muss, wenn etwas Grösseres, wie ein Bus oder ein kleiner Lastwagen, einem entgegen kommen. Dann drängelt man sich ganz eng an die Mauer oder Hecke auf der einen Seite damit maximal Platz für das grössere Gefährt bleibt. Manchmal geht nicht einmal das, dann muss man selbst und vielleicht noch weitere Autos hinter dir rückwärts bis zur nächsten Ministrassenbucht fahren.

Und alles fliesst bei einer Maximalgeschwindigkeit von 48 km/h. Und auf der linken Strassenseite.

Der grösste Spass sind dann die *green lanes“. Da darf man nur 24 km/h fahren, die green lane ist so eng, dass keine zwei Autos aneinander vorbei passen. Man muss also damit rechnen sehr weit zurück zu fahren und darauf zu vertrauen, dass das geht, oder der Andere es besser kann.

Wenn man bedenkt, dass es so langsam ist, dann kann man kalkulieren. Von meinem Haus im Norden der Insel brauche ich 8,4 km bis zum Airport um meine Coachees abzuholen. Eine Fahrt von 25 Minuten, wenn es keine Ausweichmanöver gibt. Und unterwegs bist du so langsam dass du jedes Lächeln der Passanten siehst. Man winkt sich auch freundlich zu, wenn man besonders achtsam fährt. Lässt immer Vortritt. Nimmt eventuell Menschen ein Stück mit. Nickt sich zu.

Man spricht mit jedem über das Wetter. Bejubelt wird alles. Dass die Sonne wieder scheint. Dass es endlich mal wieder regnet. Dass heute so toller Wind ist. Dass heute endlich mal kein Wind ist. Es gibt immer etwas zu feiern. Immer etwas, das man toll findet. Und man spricht darüber. Wenn ich an meinem Lieblingsstrand sitze und dem Reinkommen der Flut zusehe, kommt immer jemand und sagt, dass das doch einfach wunderschön ist. Die Menschen sprechen sich auch gerne mit „Darling“ oder „Love“ an. Natürlich meinen sie das nicht so intim. Aber ich freue mich darüber, jedes Mal. Weil es Wertschätzung zeigt. Nur an diesem Ort in der Welt empfinde ich das so wertvoll.

Vielleicht ist Jersey deshalb für mich so eine Wohltat: Langsamkeit. Höflichkeit. Achtsamkeit. Auch weil hier alles so langsam ist, haben die Menschen Zeit, sich zu sehen. Und auch, weil alle auf einer Insel sind. Eine ganz kleine Welt in der Welt. Es fühlt sich ein bisschen an, wie die Zeit anzuhalten. Und vor allem – es ist ein bisschen altmodisch, nostalgisch, ja vielleicht sogar ein bisschen verschroben hier auf Jersey.

Können wir das mit in unser Leben nehmen, das Gefühl das wir in den Ferien haben? Oder an dem Ort, der uns entspricht? Wie schnell beschleunigen wir unser Tempo wieder, wenn wir zurück kehren?

Welche guten Gefühle lösen Deine Lieblingslebensorte bei Dir aus?

Wie transportierst Du sie zurück in Deinen Alltag?

Wie kannst Du Dein Leben so führen, wie Du es führst wenn Du dort bist, wo Deine Seele Gleichklang hat?

An solchen Orten ist es sehr einfach, die beste Version von Dir selbst zu sein. Wir reden uns ein, dass in den Ferien, oder zumindest wenn wir dort sind, wo wir uns wohl fühlen, ja schliesslich viele Pflichten und Einflüsse weg fallen. Dass wir nicht mehr getrieben sind. Aber: Das ist Deine Entscheidung wie Du dann auf den Alltag reagierst. Du lässt Dich hetzen. Du wirst re-aktiv statt pro-aktiv.

Wir lassen uns schnell wieder einlullen wenn wir zurück kehren von einem Ort, an dem wir uns total wohlfühlen. Dann gehen wir bald wieder mit dem Flow dort, mit den Pflichten, den Menschen die etwas von uns verlangen, den Sorgen und den Problemen die unser Alltag oft mit sich bringt.

Dabei wäre es leicht, da zu bleiben, in den Stimmungen, die unser „Inselleben“ uns schenkt: Konserviere die Leichtigkeit in einer inneren Schatzkiste. Wenn Du morgens deine erste Tasse trinkst dann schliesse für eine Minute die Augen und er-innere Dich. Und bevor Du den Zündschlüssel im Auto drehst oder auf dein Fahrrad steigst: Eine Minute nur. Kurz innehalten. Er-innern. Langsam in den Tag starten. Bei Dir bleiben. Diese kleinen Momente kannst Du einbauen in den Tag. Immer wieder zu Dir zurück finden: Zur besten Version von Dir selbst.

So nach und nach schleicht sich dann Dein Ferien-Ich in Dein Alltags-Ich ein. Das kann gelingen.

Du musst dran bleiben. Das ist Arbeit für Dich selbst, die mit Glück belohnt wird.

Nun, genug davon: Ich muss wieder Augen-Blicke sammeln gehen. Noch bin ich auf der langsamen Insel. Ich bin gespannt auf die nächsten Begegnungen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Ja oder Nein?

In der vergangenen Woche hatte ich es mit Entscheidungen zu tun. Grossartig!

Ich liebe so radikale Sachen. Ent-scheidung heisst eben auch: Scheiden. Nämlich etwas ausscheiden. Etwas weg schneiden, etwas nicht wählen.

Aber die meisten Menschen tun sich mit Ent-scheidungen fürchterlich schwer. Sie wägen ab, sie überlegen hin und her. Sie wollen keinen Fehler machen, den sie bereuen. Denn: Eigentlich will man ja gar nichts loslassen, sondern am liebsten alles haben. Auch alle Möglichkeiten. Alle Freiheiten. Immer die Wahl haben, das heisst: Nichts zu entscheiden, nichts weg zu geben.

Wie das Leben so spielt, fiel mir ein kluges Buch in die Hände, aus dem ich gerne zitieren möchte: „Es hilft, tief ein und wieder auszuatmen wenn Dich eine Entscheidung beschäftigt. Meist findest Du die Lösung, die zu Dir passt, wenn Du wieder ausatmest. Es muss nicht die richtigste oder vernünftigste Lösung sein. Aber Deine. Verstehst Du den Unterschied? Du kannst Dich immer entscheiden, etwas Vernünftiges oder genau das Gegenteil zu tun, weil es Deine eigene Freiheit ist.“

Welche Entscheidung steht bei Dir schon lange im Raum, aber Du ent-scheidest Dich nicht?

Kannst Du Dich erinnern, als Du das letzte Mal eine grosse Entscheidung getroffen hast? Wie hast Du Dich unmittelbar in dem Moment gefühlt, als sie getroffen war? …. genau! Du hast aufgeatmet! Du hattest nämlich endlich die ganze Spannung heraus genommen und einfach mal ausgeatmet.

Wenn wir Entscheidungen heraus zögern, dann ist das alles andere als entspannt. Wir halten etwas zurück, unser ganzer Körper verspannt sich und wir fühlen uns wie von harten Gummibändern gehalten, während wir weiter rennen wollen. Das kennst Du auch, ganz bestimmt.

Vor vielen Jahren stand ich einmal vor einer ganz grossen Entscheidung, die sehr weitreichende Konsequenzen haben würde. Ich fürchtete mich und nahm mir einen Mental Coach zur Hilfe. Er zeigte mir auf: Hier, das ist Dein Baum. An diesen Bäumen wachsen unendlich viele Äste. Alle sind schwer. Wenn Du nicht einen abschneidest, oder noch besser: mehrere, dann wird Dein Baum bald keine Kraft mehr haben. Er gab mir die Aufgabe, mir eine Woche später mitzuteilen, welchen Ast ich abschneiden würde. Bevor ich aber das Gespräch beendete, sagte er noch etwas Wichtiges:

„Ihr im deutschsprachigen Raum steht Euch oft selbst im Weg. Ihr denkt so lange über die Konsequenzen und möglichen Gefahren nach, die eine Entscheidung mit sich bringt, bis Ihr schliesslich gar keinen Schritt mehr macht“

Das nahm ich mir zu Herzen. Ich liebe das Radikale. Ich schnitt den ganzen Baum ab und – landete im freien Fall ins Nichts, von dem ich nicht wusste was es mir bringen würde.

So radikal musst Du nicht sein. Es braucht Mut und innere Stabilität und auch ein bisschen Wahnsinn so zu handeln.

Aber Du könntest doch einmal damit beginnen, Dir eine Liste der kleinen Dinge zu schreiben, die Du entscheiden musst. Und dann triffst Du die Entscheidungen so, wie es sich gerade richtig für Dich anfühlt. Mit jedem Haken an Deiner Liste wirst Du Dich erleichterter fühlen. Ausatmen. Aufatmen.

Du bist viel stärker, als Du denkst. Und viel freier, als Du Dir zutraust.

Wetten?


Willkommen in der Adlerperspektive!

Sanfte Kraft

In der vergangenen Woche war ich mit einem feinen Adler auf Jersey gesegnet. Die Coachin kam vor zwei Jahren zu mir. Damals war ihr feines zartes Herz zugemauert. Sie hatte sich jahrelang angepasst, geduckt, war ausgewichen. Die Grobheit in der Zeit, in der sie aufwuchs, hatte sie äusserlich gestählt und innerlich in den Rückzug gezwungen. Die Folge davon: Eine dicke Ritterrüstung, durch die bald nichts mehr durchkam, an der die Liebe abprallte, die sie hätte empfangen können. Und es kam auch nur noch spärlich etwas aus ihr heraus.

Wenn wir fein und zart fühlen, dann gibt es verschiedene Strategien, wie wir damit durch die Welt kommen. Wachsen wir unter Orchideen auf, dann wird ein zartes Miteinander möglich sein. Steht unsere Orchidee aber in einem Kartoffelacker, dann wird der Wind uns stählen und wir werden zunehmend verhärten.

Das Dilemma ist dann aber, dass uns jeder für eine Kartoffel hält und auch so mit uns umgehen wird. Der Wind, auch untereinander, wird dann nicht weich und ruhig sein, sondern mitunter aufbrausend und zerstörend. Die Orchidee in Dir zittert, nach aussen aber bebt sie und schlägt mit ähnlicher Härte zurück.

So geht es vielen feinen, zarten Menschen. Statt klar und deutlich zu zeigen, dass sie fein und liebevoll sind, zeigen sie ihre harte Schutzhülle, die oft nicht nur missverstanden, sondern sogar als real empfunden wird. Ein Kreislauf aus Zurückhaltung und neuer Verteidigung beginnt, der in der Regel nicht gut endet wenn … – ja wenn der Mensch nicht wenigstens ein paar wundervolle Begleiter hat, die ihn wirklich durchschauen und auf die feinen Antennen achten.

So ist es auch meiner Coachin ergangen. Der Weg zurück in ihr Herz war schmerzhaft und lang und ab und zu ist sie auch gestolpert. Aber sie ist weiter gegangen, denn die Sehnsucht, endlich sich selbst sein zu dürfen, war riesig.

Sie hat es geschafft. Sie hat auf Jersey das allerschönste Wetter bekommen für ihren Flug in die Freiheit. Der Blick in die Ferne war klar und lud sie ein, sich total auf sich einzulassen. Ihre Rede war still und bei sich, ihre Hand lag auf dem Herz, der Kopf nach oben gestreckt bekannte sie sich zu ihrer eigenen Grösse in ihrem eigenen Tempo, in ihrer Sprache, in ihrem Ausdruck.

Denn: Auch Zartheit kann stark sein. Auch Weichheit kann gerade stehen. Auch Stille macht einen Ton.

Was wäre, wenn wir uns alle mehr auf unsere feine Seele konzentrieren könnten? Wenn wir alle unser Herz sprechen lassen könnten?

Wenn wir uns Zeit nehmen könnten für Wahrheit – für Tiefe – für eine liebevolle Verbindung. Auch dann, wenn unser Ego mal wieder durchdreht?

Auch dann, wenn der Wind wieder aufbraust und uns weg zu wehen scheint?

Auch dann, wenn die Trigger kommen, die unsere Wut entfachen?

Zurücklehnen. Atmen. Spüren: Was will ich jetzt?

Dafür Zeit zu haben ist ein alltäglicher Luxus, den wir immer haben können.

Aber: Du musst Dich konzentrieren.

In fast allen Fällen ist die Liebe zu wählen eine Entscheidung.

Wählst Du sie?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Für Jacqueline. Flieg in einem weichen Strom weiter 🙂

Und für meine oft in einer Ritterrüstung steckende feine Freundin Nadia.

Es denkt in mir….

Mein Kopf ist so voll. Ich kann gar nicht denken! Ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Kennst Du das auch?

Hast Du auch so viel im Kopf?

Manchmal scheint es mir, unser Kopf ist eine Datenbank, ein Hochleistungscomputer. Es rechnet und rechnet. Möglichkeiten, Chancen, Prognosen.

Und: Die ganze Zeit denkt es Dinge, die es endlos wiederholt oder die es befürchtet.

Unser Denken beschäftigt sich mit Vergangenheit und Zukunft und vor allem mit Eventualitäten. Niemals, oder in den allerseltensten Fällen ist das Denken so offen, dass es kreativ werden kann. Dann könnte uns ja etwas „einfallen“. Ein Gedanke, der neu ist, könnte geschehen und die anderen verdrängen. Und vielleicht wäre der Gedanke schon deswegen genial, weil er frisch und neu ist.

Ich erinnere mich an mein Studium. Da dachte ich noch nicht so komplex und hatte noch Platz für Neues. Und: Wenn wir jung sind haben wir ja auch noch nicht so viel Datenmaterial. Die Sammlung ist sozusagen noch nicht voll.

Ich sass also nach einem langen, durchgelernten Wochenende am Montag mit Kommilitonen zusammen und wir sprachen über Diagnostik. Da sagte ich mit viel Stolz in der Stimme: Hey Leute, ich hatte eine geniale Einsicht! Ich glaube, es gibt eigentlich höchstens FÜNF! Probleme! Und die Menschen spielen diese wenigen Probleme einfach nur in verschiedenen Varianten aus! Ich strahlte und dachte ich hätte eine bahnbrechende Erkenntnis gehabt. Sonnte mich in dem Überraschungseffekt, den ich meinte, ausgelöst zu haben. Als eine Stimme aus dem Off kam: Nein. Ich glaube es gibt eigentlich nur EIN Problem.

Ich war total verblüfft und mein Kopf begann sofort zu rechnen. Wie vielleicht jetzt Deiner: Was könnte das sein? Was könnte das sein?

Dein Denken wird in seinem gedanklichen Archiv auf die Reise geschickt und sucht nach dem Verstehen. Vergleicht, wägt ab, verwirft, sucht weiter. In bekanntem Terrain!

Der wunderbare Albert Einstein hat einmal gesagt: Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Unser Denken blockiert uns oft und das meiste, was es denkt, ist Schrott, der schon lange entsorgt gehört. Nur leider ist es auch eine Datenbank, die nichts hergibt.

Gestern war ich im Auto unterwegs und hörte einen uralten Song: „Too much heaven“ von den Bee Gees. Ich musste lächeln als ich erkannte, dass ich mitsang. Den Song habe ich Jahrzente lang nicht gehört! Und dann ging es auch los das Denken, also das Loslösen aus dem Archiv: Wie hiessen die drei Typen der Bee Gees nochmals? Die waren doch Brüder? Sind die eigentlich fast alle noch am Leben? Waren das nicht vier Brüder aber nur drei waren in der Band? Heisst die Stimme nicht Falsett? Ich kramte in meinem Kopf. Den Rest der Fahrt fuhr ich wohl mit Autopilot. SO abgelenkt sind wir ständig!

Also was machen wir nun mit dem vollen Kopf?

Wir müssen uns auf etwas Anderes konzentrieren. Manchmal reicht es auch, wenn wir laut sagen: STOP. Ich will jetzt diesen Gedankenstrang hier lösen weil er mich nicht weiterführt. Man kann ihn nicht abschneiden, das ist leider ein Fakt. Deswegen konzentriere ich mich auf etwas anderes, vielleicht Gesünderes. Ich beobachte meine Atmung. Ich fühle in meinen rechten Fuss. Ich betrachte sehr genau etwas was gerade vor mir ist. Ich benutze meine Sinneswahrnehmungen.

Niemand hat das Denken und unsere Chance, in die Gegenwart zu kommen, so schön klar beschrieben wie Eckart Tolle. Ich nutze die Gunst der Stunde und empfehle Dir das Buch: „Eckart Tolle: JETZT. Die Kraft der Gegenwart.“

Du musst nicht länger Sklave Deiner „alten“ Gedanken bleiben. Du kannst ankommen im Jetzt. Du kannst so leer werden, dass Dir neue Dinge einfallen, die geniale Lösungen bieten oder Dich nachhaltig inspirieren.

Für den Anfang aber: Beobachte Deine Gedanken. Lass sie kommen und an Dir vorbeiziehen. Beobachten, sich amüsieren, was da geliefert wird. Erkennen: Ach! Den kenne ich schon, habe ich schon millionenmal gedacht! Ach! Den auch! Ach! Das weiss ich auch schon! Ach: Der ist Mist! Ach: der Gedanke zieht mich regelmässig runter! Ach: Das würde ich eigentlich gerne anders sehen. Ach: Das bringt mir gar nichts. Ach: Der gefällt mir, den träume ich ein bisschen weiter.

Lehn Dich zurück. Lächle. Fühl Deinen Atem unter der Nase wie einen kleinen Wind. … Siehst Du? Du bist hier!

Ich wünsche Dir herrliche Ein-Fälle!

Willkommen in der Adlerperspektive!

Ausatmen – Aufatmen

In der vergangenen Woche war eine liebe Coachee mit mir unterwegs im

Go-Wild-Tal, hinten im Maggiatal, zwischen den hohen Bergen und bei den lebendigen Wasserfällen. Die Coachee war etwas eng geworden, der Kummer hatte sie gefangen genommen in sich selbst. Wir setzten uns an einen wunderschönen Ort, bei angenehmen Temperaturen und blau-blauem Himmel. Die Sonne strahlte, das Wasser fiel in Kaskaden vor unseren Augen in einen tiefblauen kleinen See. Ganz unmerklich konnte meine Coachee … ausatmen.

Sehr oft halten wir den Atem an, wenn wir emotional berührt und auch gefangen sind. Ist Dir das schon aufgefallen? Wir hören auf einzuatmen. Mehr noch: Wir atmen auch nicht mehr aus. Oder nur so flach wie möglich, um genau zu sein. Es ist, als ob wir keinen Raum mehr einnehmen möchten oder uns der Welt auch nicht mehr geben können.

Im Laufe zweier Tage in dieser grossen und auch gewaltigen Landschaft passierte dann etwas, das ganz nebenbei geschah. Der Muskeltonus meiner Coachee, der nur angespannt gewesen war, entspannte sich zusehends. Sie atmete wieder. Sie seufzte sogar ab und zu und atmete tief und erleichtert aus. Sie nahm sich wieder den Raum im Leben, den sie brauchte. Sie verstand, was sie gefangen genommen hatte. Das heisst nicht, dass sie es schon loslassen konnte, hier reichte schon das Bewusstsein über das, was gerade mit ihr geschieht, um ihr ein bisschen mehr Spielraum zu geben.

Wenn man sich ganz eng und verloren fühlt, dann reicht es oft, sich dem Rhythmus der Natur anzunähern. Lange das fallende Wasser zu betrachten, oder den Wellenschlag des Meeres zu beobachten. Den Wind wahrzunehmen oder den Wald einzuatmen bei einem langen Spaziergang. Auch deshalb ist dieser neue Trend – das Waldbaden – entstanden.

Unter Waldbaden versteht man den achtsamen Aufenthalt im Wald, bei dem die Aufnahme der Waldatmosphäre und der enge Kontakt zu der Natur im Fokus stehen. Waldbaden soll dazu verhelfen, Entschleunigung zu finden, neue Lebensfreude zu schöpfen und Energiereserven einmal ordentlich aufzufüllen.

Man kann das überall tun, überall wo Grün ist. Und es muss nicht immer Wald sein. Der Fokus liegt vor allem an dem offenen Bewusstsein, mit dem wir in die Natur gehen. Vielleicht hörst Du Vogelstimmen oder Geräusche im hohen Gras. Du kannst Deine Sinne benutzen um die Natur aufzunehmen, sie wirklich wahrnehmen. Das ist nicht neu und revolutionär, das haben wir schon immer gemacht, bisher aber wohl vielfach nicht gewusst.

Die schöne junge Frau letzte Woche durfte eintauchen in herrliche Landschaft. Vor dem gewaltigen Wasserfall fühlt man sich vielleicht zunächst klein. Und dann, nach ganz kurzer Zeit, verschmilzt man mit dem Anblick und der Energie dort. Man wird Teil des Berges, des Waldes und des Sees. Kommt noch ein Lagerfeuer dazu, ein kaltes Bad im See, eine tiefe Meditation im Licht, das durch die Blätter fällt, dann wird die mentale Arbeit, die man bewältigen muss, plötzlich total einfach. In der Natur sein und der eigenen Natur zuhören, das scheint einen Gleichklang auszulösen.

Wenn Du wieder aufatmen möchtest, nach einer langen Zeit des angehaltenen Atems, dann bewege Dich in einer Landschaft, die Dir gut tut. Du wirst sehen, es gibt magische Plätze die Dich zu Dir zurück bringen und Dir die Last von den Schulter, oder vom Herz, nehmen können.

Glückspilze der nächsten Wochen – Jacqueline, Fleur, Regina – Ihr könnt über die Klippenpfade laufen und das wilde Meer des Atlantiks betrachten. Den Geist weiten, dem Golfstrom im Himmel und um die Insel herum Eure ziehenden Gedanken übergeben. Alte Bäume berühren, um Euch Euren Wurzeln bewusst zu werden: Die Gezeiten im Aussen mit den Gezeiten im Innen in Einklang bringen. Atmen – ausatmen, aufatmen. Es geht nach JERSEY. Auf die kleine Insel im grossen Meer. Die Adler dürfen wieder fliegen.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Luxuriööös

Was ist für Dich Luxus?

Luxus wird oft gleich gesetzt mit Dingen, die man haben kann. Es gibt eine Luxusgüterindustrie, Luxusautos, Pelze, Juwelen, 5 Sterne Hotels, Privatjets, Events der Extraklasse…. es nimmt kein Ende mit der Luxuskonsumation….

Aber was ist Luxus für Dich?

Im Duden steht, dass Luxus vom lateinischen „luxus“ kommt und eigentlich mit „Verschwendung“ übersetzt wird. Es heisst aber auch: „üppige Fruchtbarkeit“. Was mir persönlich sehr viel besser gefällt… üppige Fruchtbarkeit!

Am Wochenende durfte ich mein Geburtstagsgeschenk geniessen. Meine Freundin hatte mich für ein Wellness Weekend eingeladen, nach Österreich, ins Land in dem man das Wort „Gastfreundschaft“ wirklich lebt. Das Hotel war schön, sehr sauber und gepflegt. Vor allem aber waren die Menschen sehr sehr herzlich. Man fühlte sich wie im Schlaraffenland, kein Wunsch blieb unerfüllt. Alles wurde grosszügig zur Verfügung gestellt. Nicht nur Dinge, die man konsumieren konnte, vor Allem war es Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit. Wir haben nicht nur im schönen Wasser gebadet sondern auch in Zuwendung. Das war Luxus pur: Sich aufgehoben und willkommen fühlen. Balsam für die Seele.

Wenn also „üppige Fruchtbarkeit“ bedeutet, dass etwas fruchtbar ist, dann das: den Boden bereiten für Dinge, die wachsen und gedeihen können. Etwas zur Verfügung stellen aus dem etwas Neues, Frisches entstehen kann.

Zeit haben! Ist Zeit Luxus für Dich?

Bedient, umsorgt, gehalten werden – ist das Luxus für Dich?

Freunde haben, die dich einfach verstehen und fühlen, denen Du Dich nicht erst mühsam erklären musst… ist das Luxus für Dich?

Auswählen können – verstehst Du den Luxus dahinter?

Sich langsam und achtsam bewegen können, ist das Luxus für Dich?

Welchen Rahmen, welche Bedingungen des Lebens brauchst Du, um zu gedeihen? Welchen Boden musst Du Dir bereiten oder im Aussen antreffen, damit Du Dich entspannt entfalten kannst?

Weisst Du, dass alleine Atmen, sich bewegen, frisches Wasser trinken, gut schlafen, warm haben, sicher sein – schon Luxus sein kann?

Luxus ist Kultur. Man muss Luxus verstehen, um ihn gewohnheitsmäßig zu praktizieren und im Lebensstil anzuwenden. Heutzutage gibt es zwei verschiedene Arten von Luxus: den selektiven und den massentauglichen. Luxus heisst ja auch: Weit über den üblichen Lebensstandart der meisten hinaus zu gehen.

Wenn man diesen Gedanken verfolgt: Weit über den üblichen Lebensstandart hinaus gehen, dann bekommt Luxus auf einmal eine ganz neue Bedeutung. Denn: Was ist der übliche Lebensstandart? Lebt dieser Lebensstandart auch in Rhythmen von Arbeiten-Freizeit-Alltag-Wochenende? Und in der Normalität von Beziehungen, Wohnformen, Berufswahl?

Was ist dann also Luxus für Dich?

Dass Du den Beruf DEINER WAHL hast?
Deine Leidenschaften ausleben kannst?

Die Beziehungen in deinem Leben Dich zum Wachsen bringen?

Du klares frisches Wasser hast, die Wahl Deines Essens selbst bestimmst?

Dass Du diesen Blog lesen kannst, dass ich diesen Blog jede Woche schreiben kann, das ist auch Luxus. Denn dafür braucht man oder konsumiert man: Inspiration.

Etwas, das in den meisten Leben nicht mehr vorkommt. Etwas, das man oft im Einerlei (des durchschnittlichen) Lebens nicht mehr findet.

Gehe diese Woche doch einmal mit dem Augenmerk auf all den Luxus, der Dich umgibt, den Du geniessen kannst, der Dir gut tut, Dich bereichert, inspiriert, beschenkt, verwöhnt.

Siehst Du?

Willkommen in der Adlerperspektive!

Ach und wenn Du noch mehr davon möchtest, hier die ultimative Empfehlung:

https://fritschamberg.at/?gclid=EAIaIQobChMI5peQ1IGv9wIVEQOLCh1AwwXfEAAYASAAEgJZffD_BwE

Weit

Manchmal fällt die Adlerperspektive schwer. Dann ist unser Gesichtsfeld eingeschränkt weil wir zu stark in den Details hängen bleiben. Oder weil uns das Schicksal den Blick senkt. Oder weil plötzlich alles klein, klein, klein ist. Weil wir kleingeistig verharren, wo wir eigentlich weiter gehen sollten. Oder weil wir uns eingeengt fühlen. Oder überwältigt werden von einem Gefühl, einer Emotion. Oder uns freiwillig in einen Käfig gesperrt haben aus selbst gewählten Regeln.

Dann musst Du den Blick heben. Und wenn das gerade nicht geht, dann gehst du eben mit einer Gondel auf einen sehr hohen Berg (oder auf einen Aussichtsturm) und schaust von oben auf die Welt. Manchmal muss man einfach ein bisschen weiter schauen als ins Jetzt.
Das hört sich sehr einfach an und für viele ist es in einer so eingeengten Situation nicht so leicht. Aber es ist die einzige Lösung: Das grosse Bild wieder sehen. Nicht festhalten. Aufmachen. Dich weiten. Dann geht Dein Herz wieder auf. Der Blick hebt sich und Du siehst die Zusammenhänge deutlicher. Oder aber Du kannst dann einen Blick in die fernere Zukunft werfen: Wie wird sich alles entwickeln? Wohin steuert diese Reise? Was könnte passieren? Was könnte sich entfalten? Für was wäre das gut, was gerade ist?

In meinen Adlercoachings auf Jersey gibt es diesen Morgen, am Tag 4. Da stehen wir vor dem Sonnenaufgang auf. Laufen auf eine hohe Klippe, schauen gemeinsam in die Ferne und sehen den ersten Sonnenstrahl. Immer gibt das ein neues Bild. Immer neue Hoffnung. Immer Fort-schritt.

Und – Weite:

Wenn Du wieder klein-klein geworden bist und Du siehst dass alles ganz eng und frustrierend ist, dann ist die Weite das Allerheilmittel. Das soll nicht nur im Urlaub statt finden, sondern wir müssen es in unseren Alltag einbauen.

Das Herz immer wieder weiten. Dann hat alles darin Platz.

In der Adlerperspektive wirst Du sehen, wohin sich die Dinge entwickeln. Du siehst den ganzen Weg dahin. Und wenn Du den Kopf dann in den Nacken legst…



Der Himmel ist weit.

Ich wünsche Dir die Übersicht. Die Weite. Den Blick von oben – oder nach oben.

Nur niemals auf den Boden.

Wenn Dir eine Situation nicht entspricht – dann musst Du weggehen. Du bist kein Baum.

Willkommen in der Adlerperspektive.