Immerhin!

Manchmal gibt es ja eine Zeit, da geht gar nichts vorwärts. Und dann fällt noch die Heizung aus. Und die Waschmaschine war nicht richtig zu und überflutet alles mit Seifenwasser. Zusätzlich fällt Dir etwas Wertvolles aus der Hand und zerbricht und das Telefon klingelt für nerviges Telemarketing. Es gibt so Tage, da ballt sich der ganze Mist zusammen und erschlägt Dich wie eine Lawine.

Dann ist es Zeit für einen IMMERHIN Moment.

Letzte Woche hatte ich so etwas. Die Heizung war ausgefallen. Es war eisig. Ich sass unter Decken und mit ganz heissen Kirschkernkissen auf dem Sofa und versuchte zu lesen. Die Hände eiskalt, wurden immer wieder am Kissen aufgewärmt. Irgendwann ging ich ins Bad und spürte: Da ist eine Elektroheizung und die läuft! Es war mollig warm. Ich liess mir ein Bad ein, regnete ein paar Rosenblüten in das duftende ölige Wasser und liess mich hineingleiten, das Buch genüsslich lesend. Immerhin, dachte ich da, immerhin hab ich ein warmes Bad. Und als ich mal so dabei war dachte ich: Immerhin habe ich noch 6 Bände dieser genialen Buchreihe zu lesen. Immerhin habe ich einen super guten Tee. Immerhin war ich schon mit dem Hund draussen und kann gleich in mein kuscheliges Bett. Das Immerhin tat mir gut.

Und da ich schon mal so schön dabei war, machte ich einen Immerhin Tag am nächsten Tag.

Da gab es viel zu kompensieren, weil im Moment keine so ganz leichte Zeit ist. Ich lief wie immer in den Wald am Morgen und traf auch sofort auf eine Jammerin, die mir zitternd mit ihrem Hund begegnete und sich über den noch immer massiven Frost beschwerte, Ich konnte gleich kontern: Immerhin! Gibt es schon die ersten Schneeglöckchen! Immerhin haben wir jetzt eine Woche jeden Tag Sonnenschein!

Und dann die Nachbarin, die sagte ihre Putzfee könne nicht kommen weil sie krank wäre. Immerhin! Kannst Du dir eine Putzfee leisten! Immerhin hast Du damit den Wert der Fee wieder einmal vollständig verstanden (Trinkgeld?)….

So ging es den ganzen Tag und dieses Immerhin breitete sich in meinen Gedanken aus und bald las ich es sogar in Whatsapp. Meine Freundin geht durch eine schwere Zeit und sie schrieb: immerhin gehe ich am Mittwoch für ein paar Tage Skifahren!

IMMERHIN kann eine tröstende Formel sein. Und man kann es auch kultivieren. Also wenn Dir die Decke wieder einmal auf den Kopf fällt und Du alles schwer nimmst, dann drehe das, was Du denkst in Richtung Immerhin. Mal schauen, was Dir da alles einfällt!

Gerne denke ich da an eine kleine Anekdote. Vor vielen Jahren war ich mit einer lieben Freundin im teuersten Cafe in Zürich zum Frühstücken verabredet. Diesmal war es meine Einladung und wir bestellten munter alles was das Herz begehrte. Meine Freundin war an dem Tag ausnahmsweise mal im Jammer-Modus. Wir sprachen über eine schwierige wirtschaftliche Lage und sie klagte über dies und das. Irgendwann kam ihre Portion Lachs, eine wunderschöne hellrose Lachsportion, als Rose angerichtet. Sie nahm einen Schluck Prosecco und türmte den Lachs auf eine Weiche buttrige Brioche. Und dann, kurz bevor sie hineinbiss sagte sie: „Maren, das kann doch nicht so weiter gehen! Ich lebe immer nur von der Hand in den Mund“! Bis heute bedaure ich, das nicht fotografiert zu haben: Da sass sie, im edlen Cafe Felix am Bellevue in Zürich, in einer Hand das Sektglas, in der anderen das Lachs-schnittchen. Und ich sagte: „Ahhh! Von der Hand in den Mund! Na solange die Hände mit Lachs und Sekt gefüllt sind mache ich mir da gaaar keine Sorgen um Dich“! … unsere anschliessende Lachsalve war legendär.

IMMERHIN hatte immer eine von uns genug Geld um der anderen den Horizont zu erweitern.

Immerhin heisst ja auch: Trotz dem.

Also trotze doch diese Woche einfach mal all dem Mist, der auf deinen Kopf regnet. Und feire das Leben, wo es sich anbietet!

Immerhin hast Du auch gerade diese Zeit, diesen Blog zu lesen. Hebe Deinen Blick jetzt von deinem Computer oder Handy, schau Dich um. Du lebst im Paradies. Siehst Du das?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Einzig – artig

Heute bekam ich eine Karte einer lieben Frau, die mir sagte ich solle so bleiben wie ich bin: Einzig aber nicht artig. Und ich dachte über dieses tolle Wort und ein daraus folgendes Wort nach:

Eigen-artig. Im Synonymwörterbuch steht für eigenartig:

absonderlich · eigenartig · kauzig · merkwürdig · schrullenhaft · schrullig · schräg · seltsam · skurril · sonderbar · speziell · spinnert · spleenig · ungewöhnlich · urig · verschroben · wie man ihn nicht alle Tage trifft · wunderlich · überspannt ● abgedreht.

Dabei ist diese Bezeichnung EIGEN-ARTIG doch auch eine Kunst (weil ART) und etwas extrem Individuelles (weil eigen). Ich mag das: Etwas Eigenes sein und tun und denken und sagen. Leute die eigenartig sind faszinieren mich schon immer und ich fliege auf solche Menschen. Weil sie eben einzig und eigen sind und nicht wie alle anderen.

Gerade diese Tage, nein, vielleicht sogar die letzten Monate sehe und höre und lese ich nämlich etwas, das mich total irritiert: Alle sagen plötzlich das Gleiche, mit den gleichen Worten und Phrasen. Kaum geht irgendwo auf der Welt der nächste Krisenherd los, schon kommen die immer gleichen Gedanken, Meinungen, Haltungen, Sinnsprüche. Niemand setzt sich tiefer auseinander. Es wird nachgeplappert, das Selbe angenommen und weiter verbreitet. Eine eigene Meinung oder wenigstens eine eigene Formulierung hört man ganz wenig.

Könnte Eigen-art also auch sein: Sich erstmal besinnen. Die Welt anschauen. In Worte fassen, was man dann fühlt oder darüber denkt. Und dann sehr individuell in die eigenen Worte fassen?

Haben wir Zeit für Eigen-artigkeit? Nehmen wir uns die Möglichkeit eine Meinung, ein Gefühl für etwas zu entwickeln bevor wir mit dem verbalen Hammer drauf hauen oder einfach etwas nachplappern was andere schon darüber gesagt haben?

Eigenartigkeit findet man ja vor allem bei den Kreativen dieser Welt. Ein schönes Beispiel ist Karl Lagerfeld. Oder Vivienne Westwood. Oder Joseph Beuys. Die hatten eine ganz eigene Interpretation der Welt.

Einmal, vor vielen viele Jahren stand ich in Kassel im Museum in einem Raum, der aussah wie ein Abstellraum mit Gerümpel. In der Mitte lag eine riesige Menge von Filzmatten, darauf eine Kupferplatte. Ich fand das sehr eigenartig und ging hin, um es mir näher anzusehen. Da sah ich ein kleines Schild:

„Joseph Beuys: Elefantenherde von oben“

Ich stand sprachlos da, mein Verstand drehte Kapriolen. Verstehen konnte ich das nicht. Aber ich fand es herrlich. Die nächsten Jahre war ich glühender Fan von Joseph Beuys. Er hat immer wieder verblüfft, meinen Geist verwirrt und der Typ hatte es mir wirklich angetan.

Eigen – art also.

Wie eigenartig bist Du? Gibt es Dich einzig?
Was an Dir ist extrem individuell?

Wo schwimmst Du alleine in deinem eigenen Fahrwasser, jenseits des Mainstream?

Oder

Bist Du artig?

Warum?

Nimm Dir doch diese Woche einmal folgende Möglichkeit mit in den All-tag: Betrachte was um Dich herum passiert. Schau es Dir möglichst genau an. Hinterfrage. Bilde Dir Deine eigene Meinung. Lass Dich überraschen, amüsieren oder schockieren. Stelle Fragen dazu, Dir selbst und auch anderen. Finde Deine Sicht auf die Dinge.

Jeder Mensch hat seinen ganz und gar individuellen Ausdruck.

Willst Du Dich zeigen?

Dann – musst Du einzigartig und eigen-artig sein.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich in Liebe meinen kreativen Freunden Pan und Georg, herrlich ver-rückte Menschen. Aber auch Pascale. Beatrice. Mirjam. Ben Becker. Und den Verpeilten dieser Welt. Ihr seid toll.

Und Happy Birthday to me, liebe Wiebke Maren Pipi Schmid. Schön, Dich zu amüsieren 🙂

Im Nadelöhr

Bist Du da auch gerade? Der Winter, der Sturm, die Kälte, die über die zunehmend grün werdenden Wiesen immer wieder eine neue Glasur aus Eis und Schneeregen bringt, während die Blümchen intensiv wachsen wollen?

Fühlt es sich gerade so an, als wenn der Frühling nie kommen will?

Und immer immer ist es dieses Ringen. Die Glieder sind noch ungeschmeidig vom langen kalten Winter, wir alle haben uns zurück gezogen und eingemummelt. Nur so ganz langsam strecken wir die Nasen wieder aus dem sicheren Nest. Eingerostet ein bisschen die Energie in uns. Innen und aussen.

Die Produktion des Schlafhormons Melatonin ist an Licht geknüpft. Je dunkler es ist, desto höher ist der Melatoninspiegel, je heller es ist, desto niedriger. Damit steuert das Schlafhormon ganz essenziell deinen Schlafrhythmus.Lichtmangel in den Wintermonaten beeinflusst also deine Hormonproduktion im Gehirn und lässt dich ganz automatisch früher müde werden. Analog zu sinkendem Tageslicht steigt demnach dein Schlafbedürfnis und auch das Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe.

Gerade in der kalten Jahreszeit ist es auch deutlich unattraktiver, sich mit Freunden noch kurz draussen zu treffen. Ist es dunkel, lockt die Couch doch etwas mehr. Die fehlende soziale Interaktion macht den Alltag bewegungsärmer und lässt dich leicht in den Winterblues verfallen.

Jetzt ist dann endlich schon Ende Februar, in wenigen Wochen ist auch der meteorologische Frühlingsanfang. Wir dürfen uns erinnern: Wir sind alle da – im Nadelöhr. Im Flaschenhals. In der letzten und engsten Enge, bevor die Knospe aufspringt.

Kein Lebewesen kann 365 Tage im Jahr 24/7 volle Power geben. Im Winter pro Nacht 1–2 Stunden mehr im Bett zu verbringen und alles etwas langsamer angehen zu lassen, ist in Ordnung. Lasse dich von der Müdigkeit nicht unterkriegen, aber gib ihr den Raum und die Akzeptanz, die sie verdient.

Während Frühling und Sommer dazu einladen, möglichst viel Zeit draussen zu verbringen, sind Herbst und Winter ideal, um dir Zeit für dich zu nehmen. Welche Indoor-Projekte wolltest du schon lange mal angehen? Ob Bücher lesen, persönliche Ziele verfolgen oder dir einfach mehr Zeit für dich und deine Erholung geben: Nutze die dunkle Jahreszeit, um Kraft zu tanken. Forciere es nicht unnötig schon jetzt alles zu wollen und alles auspowern zu wollen.

Das erste Blümchen, das sich nach draussen wagt ist das Schneeglöckchen. Wenn ich das sehe weiss ich jeweils: Jetzt ist es dann bald soweit: Das Leben geht weiter, blüht wieder auf.

Dein Körper ist noch im Winterschlaf. Gib ihm noch drei Wochen Erholung. Geniesse noch ein bisschen die Stille, die Ruhe und das Warme drinnen. Zünde noch mal alle Kerzen an, schlucke Vitamin D, höre schöne Musik, kaufe einen Blumenstrauss und lies nährende Bücher.

Schon bald wird der Frühling mit seinen explosiven Kräften kommen und den Blues verjagen, dann wirst Du blühen. Versprochen!

Willkommen in der Adlerperspektive!

Von den Schätzen…

Gestern dachte ich über das Thema Verlust nach. Ich ging durch einen einst ganz dichten Wald. Die Bäume lagen wie Mikado-Stäbe kreuz und quer. Teilweise hatte der Sturm sie geholt, teilweise hatte die Motorsäge eingegriffen. Ich fühlte mich traurig, als ich die einst so lebhaft gewachsenen Baumstämme sah.

Unmittelbar davor hatte ich von einem Brand erfahren, der ein Restaurant heimgesucht hatte. Um das Restaurant mache ich mir keine Sorgen. Sie sind versichert, sie werden neu aufbauen und fast immer gibt es bei so einem Neuaufbau dann auch bessere Lösungen, moderner, schöner, frischer und eben neu. Ein Schicksalsschlag, der kaum erwähnenswert ist, man kann es ja einfach wieder aufbauen.

Aber diese Bäume?

Ist das nicht ein wirklicher Verlust? Das einst so schön gelebte Leben?

Wir alle haben mit Verlust zu tun. Tagtäglich verlieren wir etwas. Auch schrittweise unser eigenes Leben.

Welchen Verlust betrauerst Du (noch)?

Was hast Du eingebüsst, hergegeben, was Dir wirklich fehlt?

Wie gehst Du damit um?

Ich selbst bin eine fröhliche Loslasserin. Ich glaube an das Prinzip des Phönix. In der alten griechischen Mythologie muss der Phönix-Vogel in das Feuer fallen, vollkommen verbrennen, als Rauch wieder auferstehen und entsteht dann aus diesem Rauch im neuen Glanz. Ich gebe leichten Herzens her. Ich kann auch gut weggehen wenn etwas nicht mehr passt. Ja, sogar ganz und gar abbrechen, was nicht mehr stimmig ist.

Und doch holt mich manchmal eine Wehmut ein, wenn ich an vergangene Zeiten, Begegnungen, Lieben, Begleiter denke. Dann ertappe ich mich wie ich mich frage: Habe ich das genug wertgeschätzt? Habe ich es genug genossen? War ich genug glücklich, als ich es hatte? Habe ich es voll ausgekostet?

Wie ist es bei Deinem Verlust: Hast Du es genug genossen?

Wertgeschätzt?

Warst Du glücklich, als Du es hattest?

Wenn Du diese drei Fragen mit einem entschiedenen JA beantworten kannst, dann hast Du eigentlich keinen Verlust erlitten, sondern Du hast einen Schatz in Deinem Herzen. Er mag wohl vielleicht nicht mehr physisch hier sein. Aber als liebevolle, dankbare, glückliche Erinnerung „glüht“ das Feuer nachträglich nach.

Solltest Du ein NEIN haben, dann ist es Zeit:

Dich umzusehen: Welche Schätze sind heute in Deinem Leben? Was ist wertvoll?

Was hast Du gerade um Dich, was Du geniessen kannst? Geniesst Du es mit Haut und Haar?

Die Schätze von heute werden die wundervollen Erinnerungen von morgen.

Vielleicht nutzt Du diesen Valentinstag einmal dazu, Dir Deine Schätze aufzuzählen, bewusst zu machen, zu feiern, zu geniessen. Und die ein oder andere Nachricht zu schreiben.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Diesen Blog widme ich meinem wundervollen Begleiter Lavallo. Unvergesslich und immer dankbar und glücklich in meiner Herzensschatzkiste. Und meinen liebsten Menschen, Begegnungen und Dingen, die heute mein Leben begleiten. Na, Ihr wisst schon, wen ich da alles einschliesse….

Faugh a Ballaugh!

Diesen Satz hörte ich in der letzten Woche mit einem jubelnden Herzen. Und es war genau das, was ich brauchte: Es ist die gälische Sprache – und es ist ein Schlachtruf. Er heisst übersetzt:

Macht den Weg frei !

Und auch:

Jetzt kommen wir!

Manchmal brauchen wir so eine Anfeuerung. Jemand, der uns voran treibt. Und uns auch zurück in die eigene Kraft bringt. Ein kämpferisches Wort, das wir mit hoch erhobener Hand rufen können.

Und dann: LOS! Auf geht’s wieder zurück in die eigene Durchsetzungskraft, in die Entschiedenheit, in den Mut und in die eigene Stärke.

Die Iren, die Kelten, hatten legendäre Kämpfe. Mit und gegeneinander. Es ging fast immer um Freiheit. Um das Land. Um ein Weiterbestehen. Um Eigenbestimmung. Um Eroberung.

Wann hast Du das letzte Mal etwas erobert?

Wann hast Du das letzte Mal für etwas gekämpft?

Wann hast Du das letzte Mal die Zähne zusammen gebissen und Dich bewegt?

Ich meine nicht einfach vom Sofa aufgestanden, sondern wirklich bewegt. Auf einem radikalen Weg, sehr sehr weit weg von der Komfortzone?
Wann hast Du das letzte Mal zugebissen, durchgebissen?

Und was brauchst Du, damit Du mit aller Dir eigenen elementaren Kraft für etwas einstehst, Dich vollständig etwas verschreibst und es eroberst?

In der vergangenen Woche bewunderte ich einen ehemaligen Coachee, der Eisschwimmen gemacht hat. Bei Temperaturen um die Gefriergrenze schwamm er 50, 100, 250m – und das auch noch sehr schnell. Weisst Du, wie sich das anfühlt? Hast Du es schon einmal erfahren? Die Kälte beisst den Körper wie Nadeln. Und während der Körper in den Überlebensmodus schaltet, ruft man auch noch eine Leistung von ihm ab. Ein Kampf von David gegen Goliath, den man nur mit messerscharfem Willen und starker mentaler Kraft schafft.

Ich sass begeistert und schaute mir das an. Ein Mensch, der beisst.
Sehr weit weg von dem weichen Selbstmitleid, dem man öfters begegnet. Ein Mensch, der sich selbst überwinden kann und freiwillig aus jedem Rahmen gefallen ist.

Was meinst Du:

Für was könntest Du mit aller Vehemenz und mit jedem Einsatz kämpfen?

Wo hast Du Lust Deine gesamte Energie, Deinen Mut und deine Stärke einzusetzen?

Was brauchst Du, dass Du es auch wirklich tust?

Vielleicht genau das. Schulter an Schulter stehen. Sich schreiend gegenseitig unterstützen. Die Kraft sammeln. Den Körper in Alarmbereitschaft versetzen. Und dann:

Endlich endlich losrennen zu DEINEM ZIEL!

Warte nicht länger ab. Die Bedingungen werden niemals optimal sein. Du musst Dich focussieren.

Faugh a Ballaugh!

Den Weg frei machen! Jetzt kommst DU!

Willkommen in der Adlerperspektive.

für Beat.

Losgehen!

In jedem Anfang liegt ein Zauber.

Hast Du Dich letzte Woche nach meinem Blog „Der Schrei“ an das erinnert, was Du eigentlich einmal wolltest? Hat es sich bemerkbar gemacht, leise oder laut, deutlich oder über ein Bild? Manchmal spricht unser Herz nicht mit der Kopfsprache, sondern lässt uns Menschen begegnen, die uns erinnern, zeigt uns symbolisch etwas auf oder es spielt einen Song im Radio, der uns zurück katapultiert dahin, wo wir lange nicht waren.

Schlussendlich ist alles, was wichtig für uns ist, emotional aufgeladen. Wenn unser Herz berührt wird, dann hüpft es, klopft laut, macht im wahrsten Sinne des Wortes ein Beben in uns, dem unsere Aufmerksamkeit folgen wird.

Am Morgen nach dem Blog ging ich morgens mit dem Hund in Richtung Wald, als die Sonne gerade aufging und durch den Nebel durch strahlte. Unaufhörlich nahm sie sich ihren Raum und beleuchtete bald die ganze Landschaft. Sie machte Licht. Sie brachte etwas ans Licht. Auch ich hole mich mit dem Blog gerne selber ab. Mir wurde klar, was mein Herz will und mit viel Vehemenz erwachte auch diese unbändige Kraft in mir, dass es lebbar wird. So sei es.

In jeder tiefen Sehnsucht verbirgt sich auch die Kraft, sie zu erfüllen. Du musst losgehen. Den ersten Schritt machen, dann jeden weiteren. Alle Dinge, Situationen und Menschen, die Du brauchst um da anzukommen, wo Du hin möchtest und musst, werden zu Dir kommen. Das ist ein Magnetismus. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Mehr als ein Jahrhundert lang konzentrierte man sich in der Psychologie vor allem auf Erkrankungen. Psychische Gesundheit war durch diese Sichtweise eigentlich eher ein Sonderfall und wurde im Umkehrschluss einfach als Abwesenheit psychischer Störungen definiert.

Die 180-Grad-Wende kam mit Martin Seligman, einem studierten Philosophen und Psychologen, der heute als Vater der Positiven Psychologiegilt.

Sein Ansatz war, dass es nicht länger nur ums „Reparieren“ von Problemen gehen sollte, sondern ums Stärken der positiven Aspekte unserer Persönlichkeit.

Es ist erwiesen: Wenn wir uns auf das konzentrieren, was in uns angelegt ist, dann bleiben wir nicht nur gesund sondern sind erfolgreich, selbstwirksam und glücklich.

Was in Dir angelegt und emotional aufgeladen ist – eine Sehnsucht, ein Talent, ein tiefer Wunsch oder eine positive Kraft kann und muss sich irgendwann erfüllen.

Also: Fang an!

Erschliesse Dein Potential! Lass Deine Kraft, Dein Herz sich entfalten. Nutze Deine Chancen.

Geh den Schritt in die richtige Richtung! Nimm Dir den Raum! Mache den ersten Schritt.

Alle weiteren gehen dann ganz von allein.

Spürst Du, wie Dein Herz schon jetzt erwartungsfroh klopft?

Das ist Dein Leben, Dein Tag, Deine Entscheidung. Dein Ziel.

Du kannst alles erreichen was Du mit glücklichem Herzen anstrebst.


Willkommen in der Adlerperspektive!

Der Schrei

Letzte Woche begegnete ich einer netten älteren Dame, die sich vergessen hatte. Sie hatte sich über 30 Jahre vergessen. So lange ging ihre Ehe, bis sie eines Tages aufwachte und wusste, dass es jetzt genug war. Etwas hatte sie an sich selbst erinnert. Sie spürte plötzlich wieder: Da bin ich ja mal gewesen! Das habe ich ja mal gewollt, gefühlt, ersehnt!

Sie ist einfach aufgebrochen – ausgebrochen. Aus der schönen (schein-)heiligen Sicherheit in ihr eigenes Leben. Das, was im Tiefschlaf war, das sie verdrängt und abgetötet hatte.

Als sie von ihrem Neubeginn erzählte, strahlten ihre Augen. Sie griff mit beiden Händen in den Raum und sagte, was sie nun alles tun und ausprobieren würde. Dass sie nun keinem Diktat und keinen Gewohnheiten mehr folgen würde, sondern fortan selbstbestimmt weiter gehen würde. Dass sie jetzt endlich entscheiden würde was sie wann wie und mit wem tun würde. Ohne davon sprechen zu müssen, ohne es erklären oder gar rechtfertigen zu müssen.

Dabei war die Ehe nicht immer schlecht gewesen. Aber sie hatte sich eingelegen wie eine alte Matratze, oder Schuhe, die man zu lange trägt. Die Form passte exakt in ihre Form. Es war gemütlich, vertraut, bequem. Sie hätte auch bleiben können. Wenn sie an diesem einen Morgen diese alte Sehnsucht nicht gefühlt hätte, dann wäre sie geblieben. Nur: Als dieses Sehnen sie erreichte, sah sie wieder Farben. Spürte wieder ein Aufkeimen von neuer Kraft. Von Lust.

Die Geschichte macht mich nachdenklich.


Wo bist Du, bin ich, jetzt gerade und sind wir alle schon in der Komfortzone gelandet?

Und welche Sehnsucht ist noch unerfüllt?

Welchen Traum hattest Du einmal und hast ihn verdrängt oder begraben? Und warum?

Manchmal kommen diese Träume mit Vehemenz zurück. Ein kleiner Funke reicht und der Waldbrand ist nicht mehr aufzuhalten.

Und auch dann schrecken wir noch zurück und denken: Das geht doch nicht, das darf ich nicht, ich bin nicht gut genug. Vielleicht schon zu etabliert, zu alt, zu langsam. Oder der Preis wäre zu hoch.

In den vielen Jahren in meiner Praxis habe ich genau das immer wieder gehört:

EIGENTLICH wollte ich ja mal….

EIGENTLICH würde ich ja gern…

EIGENTLICH könnte ich ja…

Eigentl – ICH ! Ist es ja auch noch da, das bunte Leben. Du selbst hast die Tür zugestossen. Du selbst hast Dich in ein Gefängnis gesetzt. Du selbst hast Dich beschränkt. Du selbst hast entschieden wo Du heute bist.

Als Coach muss (und darf) ich Menschen daran erinnern, wer sie sind. Ich erfinde das Rad nicht neu. Ich helfe bei der

Ent – faltung.

der

Ent – wicklung

ES ist alles noch da, in Dir drin. ES ist nur ungelebt, verdrängt. Irgendetwas hat Dir den Mut geraubt oder Du hast es geopfert für eine andere Idee. Vielleicht bist Du super erfolgreich und gleichzeitig unerfüllt. Oder Du steckst fest in Verpflichtungen. Oder Du meinst, nicht zu viel vom Leben verlangen zu dürfen.

Nutze diese neue Woche doch einmal für eine Innenschau:

Welche Sehnsucht ist (noch) unerfüllt?

Welche Wünsche willst Du eigentl-ich unbedingt noch wahr machen?

Wo ruft Dich das Leben?

Was will Dein Herz?

Und nochmals:

Was will Dein Herz?

Spürst Du es? Flüstert es? Sehnt es sich? Ruft es? Schreit es? Wonach?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Auf Messers Schneide

In der vergangenen Woche ist mir dieses Thema wieder einmal über den Weg gelaufen: Was, wenn alles total angespannt ist und jede Bewegung, jeder Schritt ein Wagnis? Wenn es gefährlich intensiv ist und vielleicht, ziemlich sicher, sogar weh tun kann? Was, wenn es sich ein bisschen anfühlt wie auf Leben und Tod?

Was passiert dann, in diesem Moment der totalen Schärfe?

Konzentriere Dich: Wann warst Du das letzte Mal an diesem Punkt? Und was ist als nächstes passiert?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du Dich noch erinnern kannst an diesen Moment, sozusagen im Auge des Sturms, wenn alles ganz leise wird und du angespannt bist wie eine Feder. Ein fast unerträglich intensiver Zustand!

Und – hast Du es geniessen können?

Niemals sind wir so intensiv lebendig wie in dem Moment, in dem es zu einer Kehrtwendung kommen kann, wenn alles eng und klein und gleichzeitig scharf und gefährlich wird.

Ganz sicher bist Du viele Male an diesem Punkt gewesen. Das ist der Augenblick, in dem Du die grösstmöglichste Chance hast, alles zu wenden. Nur: Das weisst Du da noch nicht, weil Du eben noch auf Messers Schneide stehst.

Was, wenn Du Deinen Job verlierst?

Was, wenn Du gerade in einer gefährlichen Situation bist?

Was, wenn gerade alles zusammen bricht, was Dir Halt geben konnte?

Was, wenn die Entscheidung JETZT getroffen werden muss?

Ich schlage Dir etwas vor: Verharre einen Moment da, in diesem einen Moment. Spüre wie dein Herz schlägt, Dein Puls vielleicht rast, deine Muskeln angespannt sind, deine Atmung flach, fast angehalten.
Was spürst Du dann?

Das Leben! Es pulsiert in Dir! Deine Energie ist ganz präsent, Du bist total da! Du bist genau an diesem Ort, an dem das Leben eigentlich jeden Tag sein könnte, wenn Du nicht so abgelenkt wärst!

Das Leben ist JETZT!

Ganz ehrlich: es ist immer jetzt. Es ist zu jedem Moment so scharf wie jetzt. Wir blenden das nur aus und wiegen uns in scheinbarer Sicherheit. Diese Sicherheit gibt es niemals, keinen einzigen Moment in Deinem Leben. Denn: Jeden Moment könnte unser Herz aufhören zu schlagen. Jeden Moment könnten wir Opfer eines Unfalls werden, einer Gewalt-Tat, eines Überfalls. Wir könnten abstürzen, hinfallen, getroffen werden. Wir könnten ein Aneurysma im Hirn haben, das platzt. Wir könnten einen Herzstillstand erleiden oder einen allergischen Schock…. jeden Moment unseres Lebens sind wir in Gefahr – auf Messers Schneide. Weisst Du das? Bist Du Dir dessen bewusst?

Wenn Du diese Schärfe kultivieren kannst und auf dem Messer tanzt, statt es zu fürchten dann wird dein Leben zu jedem Moment superscharf sein, super intensiv und Du wirst es umarmen, weil Du weisst, dass Du es noch hast und Du noch etwas daraus machen kannst:

Wenn Du abstürzt vom Messer und Du wieder auf dem Boden landest….

nach einem Verlust, nach einer grossen Entscheidung, nach einem Ereignis, das Dich gewaltig durchgeschüttelt hat….

dann stehst Du wieder. Gehst weiter. Findest einen neuen Plan. Einen neuen Weg.

Das Leben bewegt sich, es geht nach vorne.


Du hast keine Zeit Dich da in Sicherheit zu wiegen. Du bist niemals ein Opfer, ausser wenn Du meinst es sein zu wollen. Denn ganz ehrlich:

Zu jedem Moment stehen wir auf Messers Schneide.

Tanze!

Das Leben ist jetzt. Und so lange Du lebst kannst Du alles tun. Das Leben ist für uns. Es ist scharf. Es ist intensiv. Was denn auch sonst.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Startschuss

Jetzt ist Deine Zeit! Fang an! Tue es, was Du schon so lange willst! Erfülle Dir den Traum! Warte nicht noch ein Jahr und noch ein Jahr und noch ein Jahr!

Am Anfang des Jahres sind wir immer stark. Vielleicht kommt daher die Angewohnheit, grosse Vorhaben zu planen und Vorsätze zu haben. Vor-Sätze heissen ja nur: Ich fange mal an, der Satz kommt dann später.

Diese Energie können wir meistens 2-3 Monate halten, dann nimmt das Jahr Fahrt auf. Ganz wie in der Natur: Im Januar ruht alles. Man hat Zeit zur Besinnung. Nichts lockt uns intensiv raus. Wir haben geistige Höhenflüge. Wir stellen uns etwas – genau: VOR. Wir stellen uns vor etwas zu tun, etwas zu erreichen, etwas zu erobern. Aber eben. Die Tat muss folgen. Am Tun scheitert es den meisten Menschen spätestens nach Monat 4. Denn dann geht es ja drum, die Saat in die Erde zu bringen. Dafür muss der Boden bereitet, aufgelockert, durchgegraben werden. Das ist anstrengend und wir beginnen die Vorhaben zu hinterfragen oder legen sie als Phantasien ab.

Ein erfülltes, abenteuerliches Leben wird uns nicht geschenkt. Es braucht unsere Hingabe, es braucht unsere Konzentration und wir müssen auch durchhalten.

Bist Du bereit?

Hast Du Dir auch die Konsequenzen überlegt, die dein Vorhaben von Dir verlangt? Blut, Schweiss, Tränen? Oder einen Verzicht, ein Abschied, einen Verlust? Was wirst Du Dir abverlangen müssen um Deine Ziele und Pläne zu verwirklichen?

Das neue Jahr liegt ganz unschuldig und unbeschrieben vor uns. Jetzt ist es an Dir, die Zeit zu nutzen, etwas daraus zu machen, es zu füllen mit dem, was Du vom Leben willst.

Steh auf! Jetzt!

Bleib nicht mehr in deiner Komfortzone sitzen!

Tu es!

Spürst Du die Kraft der Lust und Vorfreude in Dir?

Was wirst Du tun aus diesem Jahr 2022? Was willst Du? Wie soll es enden? Wie willst Du Dich fühlen?

Nimm diese Dynamik mit, wie sie uns der Jahreslauf in der Natur vorgibt:

Januar und Februar: Pläne schmieden, planen

März und April: Reifen lassen, aufbrechen, die Lust steigern, die Kraft bündeln

Mai und Juni: Den Boden bereiten, säen, bearbeiten, pflegen, die Saat unterstützen

Juli und August: Mit der grössten Kraft (Licht) bescheinen, reifen lassen

September und Oktober: Ernten, aufsammeln, neues Saatgut daraus gewinnen

November: Geniessen, ruhen, inspirieren, schwelgen.

Dezember: Feiern

Nun nimm Dir ein Stück Papier und schlüssle Deine neuen Vorhaben und Vorsätze auf in dieses Gerüst: Dann wird es Dich durchs Jahr tragen und Du kannst dabei bleiben.

Das ist Dein Jahr! Du musst es nutzen! Nutze Deine Zeit. Nutze Dein Leben. Erfülle es. Lass es Dich und andere beschenken. Sei präsent. Nimm die Vorfreude mit in diese Tage. Du wirst es schaffen. Bleib stark, aufrecht, frech und wunderbar.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Für Zedric, Roman, Fabian, Lukas, Leonie, Kati, Meryem und Jana. DEIN JAHR!