Happy new Year!

Nun wird es rund, dieses lange Jahr. Hast Du es auch so empfunden? War es lang und voll, war es wertvoll für Dich? Und wie fühlst Du Dich wenn Du an 2018 zurück denkst?

Mit welchem Wort, Gefühl, Bild verbindest Du es?

Wer waren Deine Menschen des Jahres?

In meiner Praxis in Zürich machen wir jedes Jahr eine Collage fürs neue Jahr, die uns fürs nächste Jahr vorbereiten kann. Wir schauen uns das alte Jahr an, mit all seinen Geschenken, Verlusten und Herausforderungen und daraus ergibt sich dann ganz geschmeidig, was wir uns für das nächste Jahr wünschen. Nicht selten beginnt die „Magie“ die Dinge gleich in die richtige Richtung zu lenken.

Jetzt, in den Rauhnächten, wäre Zeit für ein Resümee, eine Bilanz und einen ersten Ausblick fürs neue Jahr.

Die Rauhnächte, auch Glöckelnächte, Rauchnächte oder Weihnächte, sind die Tage von Weihnachten bis nach dem Jahreswechsel. In den meisten Regionen beginnen die zwölf heiligen Nächte in der Nacht auf den 25. Dezember um 0:00 Uhr und enden am 6. Januar, dem Dreikönigstag, um 24:00 Uhr. Die magische Zeit ist voller Legenden, Märchen und Mythen. An Rauhnächten führen die Menschen bis heute altbekannte Rituale durch wie das Bleigiessen, das Räuchern der Häuser und Ställe oder das Sternensingen am 6. Januar.

Die Positionen des Sonnen- und Mondjahres bilden den Jahreskreis. Im Hinblick auf die jahreszeitlichen Eckpunkte bestimmt die Sonne die grossen Rhythmen wie die Jahreszeiten, während der Mond die erdgebundenen Zyklen im Jahreskreis bestimmt.

Jetzt ist Zeit zur Innenschau, zum Lesen, Wachen und Träumen. Oder eben genau das: Ein Papier nehmen und mal aufschreiben wie das Jahr war. Was war besonders an diesem Jahr 2018.

Gerne gebe ich Dir dafür einen Fragebogen, der es Dir leicht fällen lässt, dankbar zurück zu schauen, das Leben nochmals aus der Adlerperspektive zu betrachten. Und dann geht’s volle Kraft voraus in das neue Jahr.

Rück-schau: Schreibe ein Resümee über 2018

Wie habe ich mich anfangs des Jahres gefühlt?

Welche Menschen habe ich neu begrüsst in diesem Jahr?

Welche Ereignisse haben mich überrumpelt?

Was war das Geschenk des Jahres?

Was habe ich neu gelernt?

Was habe ich aufgegeben oder beendet oder verabschiedet?

Wann war mein dunkelster und wann mein hellster Moment?

Was ist mein Motto für dieses Jahr?

Welche Begegnung habe ich besonders geschätzt?

Worauf hätte ich gerne verzichtet?

Welche Landschaft hat mich dieses Jahr beseelt?

Wofür bin ich dankbar in diesem Jahr?

Und nun:

Voraus-schau 2019

Beschreibe welchen Weg Du dieses neue Jahr einschlagen willst.

Beschreibe wie Du Dich am Ende dieses Jahres fühlen willst.

Beschreibe für welche Erfahrungen, Menschen und Ereignisse Du Dich ab sofort

öffnen willst.

Beschreibe Deine Wünsche für das neue Jahr.

Beschreibe Dein wichtigstes Ziel.

 

Nimm den Focus im neuen Jahr in Dein Blickfeld. So möge Dir alles gelingen.

Ich wünsche Dir ein grossartiges neues Jahr 2019. Und ein dankbares Zurückschauen auf das alte Jahr. Denn nichts ist jemals umsonst.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

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Ein Weihnachtswunder

Was war Euer Weihnachtswunder dieses Jahr? Eine Einsicht, eine Begegnung, ein Moment der Stille? Was hat Euch berührt?

Nun, ich hoffe Ihr hattet eins und Ihr habt es auch gesehen?

In meinem letzten Blog ging es um das Geschenk der Weisen und viele wunderbare Reaktionen kamen darauf an mich zurück. Längst ahnen wir, dass die materiellen Geschenke sehr viel weniger wert sind als die menschlichen Gesten, die uns das Herz wärmen und den eigentlichen Geist der Weihnacht weiter geben.

Wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir, dass wir vor allem Freude an den glücklichen Gesichtern haben, wenn ein Geschenk gelingt und dem anderen etwas gibt, das ihm Spass macht oder das ihn tief berührt.

Unvergessen die Spieleabende, die entstehen, wenn wir unsere neuen Sachen ausprobiert haben. Nicht selten war dann die ganze Aufmerksamkeit in der Familie, es wurde gemeinsam gegessen, genossen und gelacht.

An solche Feste denke ich gerne zurück. Auch an die Grosszügigkeit, die immer wieder entstehen konnte, damit meine ich keinesfalls die Geschenke, sondern vor allem Liebe, Toleranz, Wertschätzung uns Sanftheit. Wir alle können uns an solche Momente erinnern. Ich vergesse nie, dass ich als kleines Kind gerne in die weichen Arme meiner Grossmutter Leni gehüllt war. Eine Nähe, die ich an anderen Tagen nur selten bekam.

Dieses Jahr ereilten mich gleich zwei Weihnachtswunder und eins davon liegt gerade zu meinen Füssen und schaut mich aus grossen blauen Augen an und kuschelt sein weiches Fell in meine Beine.

Dass dieses Jahr für mich noch eine Wende nehmen würde hatte ich selbst „programmiert“. Ich fand eine Karte, auf der steht:

„Lass Puderzucker auf den Dezember rieseln, bitte!“

…. da gab es sehr viel süssen Zucker für mich dieses Weihnachtsfest.

Gestern erzählte mir ein lieber Freund, dass er seine Eltern nach langer Zeit wiedersah und den sonst so widerspenstigen Vater mit Liebe beschenken konnte, bis dieser ganz weich und friedvoll wurde.

Auch das ist ein Weihnachtswunder – wenn wir in der Lage sind, Herzen zu berühren und die Liebe zu teilen.

Wo hast Du an diesem Weihnachtsfest die Liebe geteilt?

Welchen wunderschönen Moment kannst Du benennen, der Dich tief berührt hat?

Ja, darum geht es nun mal – die Rückkehr des Lichts (am 21. Dezember, die Wintersonnenwende) das zuerst in uns und erst später in den anderen scheint.

Ich wünsche Euch schöne Weihnachten. Und wie man es in meiner britischen Heimat zu sagen pflegt: Many happy returnings of these days.

Heute mal keine Adlerperspektive von oben im Himmel: Willkommen in Deinem Herz.

Das Geschenk der Weisen

Diese Tage geht es viel um Geschenke und das Schenken, für viele bedeutet es vor allem: Stress noch das Richtige zu finden.

Ich schenke auch gerne, meistens sammle ich das ganze Jahr wenn mir etwas in den Blick fällt oder wenn ich an etwas vorbei laufe, von dem ich weiss, dass es dem anderen gefällt.

Eigentlich ging es ja einmal um die heiligen drei Könige, die dem frisch geborenen Jesuskind Gaben brachten, ja genau, Gold, Weihrauch, Myrrhe.

Bei Gold war das klar, es galt schon damals als sehr wertvoll. Aber Weihrauch und Myrrhe? Beides sind Baumharze, die aus Afrika, Indien und Arabien eingeführt wurden. Schon die alten Ägypter benutzten Weihrauch und Myrrhe zum Einbalsamieren ihrer Toten. Griechische und römische Ärzte stellten entzündungshemmende Salben und Räuchermittel daraus her. Weihrauch und Myrrhe gehören also zu den ältesten Naturheilmitteln der Welt. Zur damaligen Zeit waren sie wegen ihrer Heilkraft wertvoller als Gold!

Aus den Gaben von damals sind längst andere geworden und leider geht es manchmal verloren, warum Geschenke gemacht werden und was eine Gabe wirklich bedeutet.

Wenn wir in den übertragenen Sinn gehen, dann ist die Gabe so etwas wie ein göttliches Geschenk, etwas, das mehr wert ist als ein Talent und das uns aus einem bestimmten Grund „gegeben“ wurde, nämlich: Um es zu geben.

Manche Menschen geben der Welt etwas ganz Besonderes, einfach weil es sie gibt. Denn es gibt Menschen, mit deren Wertschätzung, Liebe und Fürsorge wir wachsen können. Die uns ermuntern, Mut zusprechen und uns nach bestem Wissen unterstützen. Oder uns zum Lachen bringen, uns leicht machen, uns verzaubern, uns an wunderbare Orte zu grossartigen Erlebnissen führen können. Oder gute Zuhörer sind, gute Freunde, wertvolle Ratgeber, achtsame Begleiter…

Wir alle tragen eine Gabe in uns, die einzigartig ist, die wir völlig anstrengungslos geben können. In der vergangenen Woche war ich in einer Familie zu Gast, in der sehr viel Liebe fliesst. So kam das kleine vierjährige Mädchen zum Papa gelaufen und sagte: „Papa kannst Du mich mal knuddeln?“ und der Papa sagte: „selbstverständlich!“ In diesem Haus geht es nicht ums Perfektionieren, sondern darum, sich zu spüren und aufeinander zu achten. Dieses Klima sorgt bei mir immer für tiefen Frieden und ich erkenne die Gabe, die diese wunderbaren Menschen haben: Sie geben sich Geborgenheit und Sicherheit. Danke für dieses Geschenk.

Zeit also, sich einmal Gedanken zu machen, was wir wirklich an die Welt im absoluten Überfluss geben können. Ohne irgendetwas zurück zu halten, ohne es dosieren zu müssen, ohne zu denken dass wir es verschwenden könnten.

Was ist Deine Gabe an die Welt?

Hast Du sie dieses Jahr im Überfluss verschenkt?
Wo bringst Du Deine wirklichen Geschenke zum Vorschein?

Was gibst Du von Dir?

Was verschenkst Du immer und zu jeder Zeit, nicht nur Weihnachten?

Und könnte das etwas mit Hin-Gabe zu tun haben?

Ich freue mich über alles, was die Menschen mir schenken. Aber vor allem, wenn sie aus vollstem Herzen schöpfen. Das kann man gut spüren. Um diese Gabe ist auch kein Geschenkband geschlungen, es strahlt aus ihnen heraus.

Und dann noch eine Frage: Was hat das Leben Dir dieses Jahr geschenkt?

Ich wünsche Euch Wunderbares.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

Das Gold im Dezember

Habt Ihr das Jahr schon Revue passieren lassen? Oder seid Ihr vom Endjahres/Weihnachts-Tempo getrieben? Dann könnt Ihr das vielleicht „zwischen den Jahren“ noch machen, in den letzten Tagen des Jahres.

Warum aber nicht heute schon ein bisschen darüber meditieren was das Jahr Euch gebracht hat, was es mit Euch gemacht hat.

Gestern bekam ich von einem lieben Freund einen Link zu einer Meditation über Dankbarkeit und Glückseligkeit (ist das nicht ein wunderbares Wort). Ich habe die Meditation einige Male gemacht und fühlte mich sehr beschenkt. Denn – die Geschenke des Lebens verlieren wir manchmal aus den Augen.

Der Regen, die Kälte und der Wind drängten auch Menschen in der Sonnenstube der Schweiz gestern in Ihre Häuser. Ich hatte das Vergnügen an einem Haus meiner Nachbarin, die kaum ein Wort Deutsch spricht, vorbei zu gehen und sie winkte mich herein, liess mich einen Espresso und ein Weihnachtsplätzchen verspeisen und wir redeten mit ein paar wenigen Worten über das Wetter, die Stimmung draussen (so einfach, es ist das Wort „Ambiente“) und das bevorstehende Weihnachtsfest. Als ich mich bedankte ergriffen wir uns die Hände und lachten uns herzlich zu.

Ich spürte tiefe Dankbarkeit für die Begegnung und zuhause begann ich, allen Menschen zu danken, die um mich herum und in meinem Leben sind. Ich schrieb sechzig Weihnachtsbriefe und war damit den ganzen Tag wunderbar beschäftigt. Einmal im Jahr den Menschen danken für ihr gutes Herz, ihre Schönheit, ihre Grazie, ihren Mut, ihre Hingabe. Ist das nicht wunderbar? Haben wir nicht alle solche Geschenke um uns herum?

Wer hat Dich dieses Jahr beeindruckt?
Wer hat Dich dieses Jahr verzaubert?

Wer hat Dich dieses Jahr inspiriert?

Wer hat Dich dieses Jahr verändert?
Wer hat Dir Mut gemacht?

Wer hat Dich gehalten wenn es schwer wurde?

Wer hat an Dich geglaubt und Dich weiter ermuntert?

Wir alle haben solche Geschenke um uns herum. Menschen, die unser Leben bereichern und Menschen, die uns voran bringen. Das sind die wahren Geschenke zur Weihnacht: Menschen die mit uns fühlen, uns stärken, mit uns lachen und manchmal auch weinen, Menschen, die solidarisch sind und Menschen die sich kümmern, die die uns geniessen und die, die wir geniessen. Das ist der wahre Reichtum.

Zurück kommend auf die schöne Meditation. Da heisst es, man solle diese Dankbarkeit auf alle ausdehnen, denen wir begegnen.

Für mich ist das der wahre Geist der Weihnacht: Das Menschliche. Die Schönheit im anderen sehen. Auch die Verletzlichkeit. Die Liebe. Und die Perlen.

Geht diese Woche doch einmal mit offenen Augen und offenem Herzen durchs Leben. Schaut den Menschen in die Augen, sprecht aus, was Ihr Wunderbares fühlt, wenn ihr ihnen begegnet. Zu einem Freund, einer Freundin sagen können: Ich liebe es wie Du lachst. Oder: Ich schau Dich gerne an, weil Du so ein schöner Mensch bist. Oder auch einfach nur: Schön, dass es Dich gibt.

Ihr werdet sehen, das macht warm, hell, lichtvoll und einfach nur: Dankbar.

Wenn ich an meine Adlerperspektive denke heute, dann würde ich gerne von oben dabei zusehen wie Menschen sich anschauen und berühren, sich wertschätzen und zusammen sind. Ahhhhh…..

Willkommen in dieser Adlerperspektive.

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Halt Dich!

In meiner kalten windigen Heimat grüssen die Menschen zum Abschied mit: „Halt Dich!“ Was so viel heissen soll wie: „Halt Dich aufrecht!“

Die aufrechte Haltung war immer wichtig für die Deutschen, besonders für die Preussen – und ich habe oft darüber geschmunzelt und es auch oft genug in Frage gestellt. Muss man denn in jeder Situation Haltung bewahren, keine Schwäche zeigen, aufrecht bleiben? Das brachte mich dazu, etwas über Haltung und Aufrechtes nachzudenken.

Nach einigen Wochen in schmerzgebeugter Haltung und ungeschmeidigem Gang erlebte ich das dann gleich am eigenen Körper: Wie wohltuend es ist, wieder aufrecht zu sein, sich strecken und durchstrecken zu können, die ganze Körperlänge wieder auszufüllen.

Wie durch Zauberei erlebt man dann auch etwas, das sich wie ein inneres Aufrichten anfühlt.

Anatomisch gesehen verringert eine gebückte Haltung das Versorgen des Zwerchfells mit der so notwendigen tiefen Atmung und damit den Sauerstoffgehalt im Blut und im ganzen Körper.

Bleibt die Frage, wie die Körperhaltung konkret die Psyche beeinflusst.
Ein Weg führt über die diversen Rezeptoren in Muskeln und Sehnen, die das Gehirn exakt über die aktuellen Spannungszustände im Körper informieren. Hinzu kommt der Gleichgewichtssinn im Innenohr und natürlich auch so dominante Sinne wie etwa die Augen. Wer dauerhaft den Blick senkt, schmälert sein Selbstbewusstsein. All diese Informationen werden vor allem in den unbewussten Arealen des Gehirns verarbeitet und mit entsprechenden nervösen und hormonellen Signalen beantwortet.

Wir alle wissen wie aufrecht gehende Menschen wirken. Denkt nur an die afrikanischen Frauen, die kerzengerade gehen, auch wenn sie schwere Lasten auf dem Kopf tragen. Die Massai, die mit ihrer Körperhaltung demonstrieren: Ich bin hier, ich bin stolz, ich bin der Meister meines Lebens. Wir kennen diese Haltung von vielen ethnischen Richtungen. Auch die Indianer, die Skandinavier, natürlich die Deutschen, zeigen sich gerne auf Fotografien aufrecht. Das Kinn gehoben, den Blick geradeaus, das verändert das Bild und die Ausstrahlung.

Wenn Du einen Hund hast weisst Du: der aufrechte Gang des Menschen an seiner Leine gibt ihm Sicherheit.

Von der aufrechten Haltung zur Aufrichtigkeit ist es dann nur ein kleiner Gedankensprung.

Aufrichtig – der Begriff hat sich aus ‚aufrecht gehen‘ entwickelt und bezeichnete zunächst nur eine Körperhaltung. Heute nennt man so ein Handeln, dem ein ethisch gutes Denken zugrunde liegt. Der aufrichtige Mensch verzichtet auf Imponiergehabe oder Fassadentechnik. Er muss nicht Eindruck schinden, sein Wissen heraushängen lassen, professionelles Gehabe an den Tag legen. Der aufrichtige Mensch bleibt sich selbst treu. Dazu gehört es, die eigene Überzeugung, die eigenen Gefühle authentisch auszudrücken.

In der Interaktion mit anderen Menschen sind wir aufrichtig, solange wir mit ihnen so sprechen, wie sie mit uns reden können, ohne dass unsere Beziehung dadurch gefährdet würde. Störungen entstehen durch Herabsetzung oder Bevormundung des Gesprächspartners.

Etymologisch ist ein Philosoph der Liebende oder Suchende der Wahrheit und die Aufrichtigkeit ist die Liebe zur Wahrheit und die Achtung vor dieser.

Wer aufrecht ist, steht zu seinen Überzeugungen und verbiegt sich nicht, ist senkrecht wie eine Säule zwischen Himmel und Erde. Dies zeigt sich auch in der Körperhaltung und im freien und offenen Blick, der seinem Gegenüber nicht ausweicht.

Dieser Moment, wenn Du nach einer Weile in Schmerz gebeugter Haltung oder nach langem in sich versunkenen Sitzen wieder aufrecht gehen kannst – verbindet Dich also auch wieder mit Deiner eigenen Authentizität, macht Dich wieder stark und motiviert, Du fühlst Deine Kraft, Dein wahres Selbst und Deine Wirkung auf andere wird deutlich erkennbar sein.

Verbiegen wir uns also nicht, sondern stehen zu uns selbst, unserer Wahrheit, unserem Wesen und zeigen damit Haltung.

… am besten natürlich die Haltung eines Adlers, frei, stolz und in seiner eigenen Kraft ruhend.

Nutze die kleine Inspiration und strecke Dich – jetzt. Und gehe so mal ein paar Meter. Spürst Du die Präsenz?

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

Das Leben, unser Spielraum

Diese Woche hatte ich nach sehr langer Zeit wieder einmal einen Tag an dem ich mit Freunden an einem Spieltisch sass. Wir spielten ganz altmodisch mit Karten und Brettspielen, lachten, waren emotional und frei und es machte den Kopf auf und uns untereinander zu Kindern. Wie herrlich so ein Tag ohne digitale Medien, ohne Ernsthaftigkeit, ohne Sorgen und ohne Alltag!

Wie entspannend das Spielen war! Erstaunlich, dass ich vergessen hatte wie es gut tut zu spielen! Wieso spielen wir so wenig im Leben?

Auch die fortgeschrittenste Gesellschaft kann weder Luft noch Nahrung noch Liebe und Beziehungen ersetzen und sie braucht Menschen, deren innere Lebendigkeit und spielerische Erfindungskraft noch nicht ganz eingeschlafen sind. Es geht nicht um Spielerei, wenn wir fragen, inwieweit Leben Spiel sein kann.

Warum haben wir so viel Ernsthaftigkeit und Regeln, Vorschriften und All-tag zu bewältigen, sind so oft gestresst und „in Schienen“ unterwegs?

Die Antwort ist leicht: Weil die Gesellschaft eine ORDNUNG verlangt, dem sich alles zu beugen hat. Wo kämen wir denn da hin,  wenn jeder nur noch machen würde, was er will?

Ja, wo kämen wir denn da hin?

Vielleicht in den Eigensinn?

Vielleicht in die Kreativität?

Vielleicht sogar auf neue Gedanken?
Vielleicht auf neue Lebenskonzepte?

Vielleicht auf Lösungen, die man gar noch nicht kennt!

INS SPIEL?

Spiel ist keine Form des blossen Zeitvertreibs, den wir uns leisten können oder nicht. Spiel ist das Grundprinzip des Lebens – und Spielräume sind die Räume, in die hinein sich Leben entfaltet.

Spielen ist – wie im althochdeutschen „spelan“ enthalten – die suchende Bewegung durch die Welt, eine Lebensbewegung, die keinen ungebahnten Weg scheut, Umwege gerade nicht meidet und zugleich immer auf der Suche ist.

Der spielerischen Qualität und Haltung des Lebens haben wir eine gesellschaftliche Struktur und Ordnung entgegen gesetzt, die Spielräume gar nicht ertragen kann, oder diese zugebaut/gemauert hat – oder zugestuhlt hat damit kein Bewegungs-, eben kein Spielraum mehr besteht.

Wir alle träumen den Traum eines bewegten, abenteuerlichen, lustvollen, spontanen, freien, lustigen Lebens, wir alle träumen davon, das Leben selbst zu gestalten, vielleicht sogar ein Stück weit für die Gesellschaft anders zu gestalten, neue Spielräume zu erobern, auszubrechen aus den Schienen, der Langeweile, der vorgezeichneten Konzepte. Ich behaupte sogar, wir alle träumen davon, aus der ORDNUNG auszusteigen die die Gesellschaft uns aufdoktriert.

Wer sich frei durch Räume bewegt, ist schwer kontrollierbar. Werden wir wohl deswegen alle so gerne von der Karrierelaufbahn, den gesellschaftlichen Normen, der Medienlandschaft, dem TV, dem Internet, dem sitzenden Spiel vor der Playstation betäubt? Damit wir ruhiggestellt sind und unseren inneren und äusseren Bewegungs- und Eroberungsdrang unter Kontrolle haben?

Ich behaupte: Der Verlust unserer Spielfähigkeit und der Fähigkeit der Entdeckung und Eroberung von gegenteiligen neuen Lebensformen hat eine körperliche, geistige und emotionale Panzerung zur Folge. Wir sind ja schon alle völlig ungeschmeidig vom vielen Sitzen!

Ich glaube: Wir alle wollen zurück ins Spiel.

Wo ist Dein Spielraum?

Spielst Du mit dem Leben oder spielt das Leben mit Dir?

Und wie wäre es, das Leben mal als Spiel zu betrachten?

Heute mal willkommen in eine Kapriolen Adler-Perspektive.

 

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Die äussere und die innere Freiheit

„Alle Meister die ich je kennen gelernt habe, waren die, die ihre persönliche Meisterschaft bewältigt haben“, hörte ich mich kürzlich zu einer Coachee sagen. Und sie verstand sofort – die persönliche Meisterschaft, das grösste Battle, das uns herausfordert.

In diesem Zusammenhang denke ich über Freiheit nach. Ein Thema, das wohl jeden schon einmal intensiv beschäftigt hat. Vor vielen Jahren sagte mir ein Klassenkamerad: „Als wenn wir je die Wahl gehabt hätten“. Es war zu Zeiten des Wettrüstens, in den Achtzigern, als die Welt den Atem anhielt und wir nicht wussten, was als Nächstes passieren würde. Und ein paar Jahre später ging die Mauer, zwischen Ost und West in Deutschland, auf und man sprach von einer Wende, einer neuen Freiheit.

Freiheit im Aussen wird oft mit Entscheidungen, mit eigen gewähltem Leben, mit finanziellen und beruflichen Möglichkeiten gleich gesetzt. In einer Zeit, in der wir fast alles haben, ist es schwer, sich vorzustellen, dass Menschen tatsächlich auch unentschieden in der Freiheit eingeschränkt sind, unter einem Diktat, in einem unguten politischen Millieu, unter einem körperlichen Handicap oder einer gewalttätigen Gefangenschaft leiden und für ihre blosse Freiheit, ohne zusätzliche Benefits, alles geben würden.

Die äusserliche totale Freiheit, können wir sie erreichen? Oder ist es immer nur partiell möglich, sind wir nicht auch alle abhängig von der Befriedigung der Grundbedürfnisse wie Essen, Schlafen, Wärme, Schutz und sozialen Kontakten?

In diesem Zusammenhang müssen wir innere Freiheit als Meisterschaft ansehen, wie steht es bei uns um diese sehr intime Freiheit? Sind wir frei von Scham und Schuld, Angst und altem Groll, frei von Selbstvorwürfen und Klage, frei von Selbstmitleid, frei von Begierden auf Kosten von anderen, von Ressourcen oder Menschen, frei von Wünschen, Sehnsüchten, Süchten überhaupt, frei von Wollen und Müssen, frei von Urteilen und frei von Ego ganz allgemein? Was meinen wir denn, unbedingt noch zu brauchen, bevor wir frei sind?

Bist Du frei?

Kannst Du Dich wagen Du selbst zu sein?

Kannst Du es wagen ganz authentisch, ganz ehrlich zu sein und ganz bei Dir zu bleiben?
Wo verleumdest Du Deine wahre Identität? Und zu welchem Preis?                               Zahlst Du etwa mit der Freiheit dafür?

Für uns alle, die wir in einer relativ grossen äusserlichen Freiheit leben, ist es geradezu elementar wichtig, sich damit zu beschäftigen wie frei wir innen sein können. Und damit auch: Wie selbst bestimmt. Wie verantwortungsbewusst. Wie respektvoll wir mit uns selbst umgehen.

Schwingen wir uns also auf in die Freiheit, gewinnen wir sie zurück.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Freiheit

Die Veträge sind gemacht
Und es wurde viel gelacht
Und was Süsses zum Dessert
Freiheit, Freiheit

Die Kapelle, rum-ta-ta
Und der Papst war auch schon da
Und mein Nachbar vorneweg

Freiheit, Freiheit,
Ist die einzige, die fehlt
Freiheit, Freiheit,
Ist die einzige, die fehlt

Der Mensch ist leider nicht naiv
Der Mensch ist leider primitiv

Freiheit, Freiheit,
Wurde wieder abbestellt

Alle, die von Freiheit träumen,
Sollen’s Feiern nicht versäumen,
Sollen tanzen auch auf Gräbern

Freiheit, Freiheit,
Ist das einzige, was zählt
Freiheit, Freiheit,
Ist das einzige, was zählt

(Marius Müller-Westernhagen)