Mach langsam…

Immer mit der Ruhe… kennst Du das auch? Meistens meinen wir: Für Ruhe habe ich jetzt wirklich keine Zeit! Ich muss doch noch, ich geh mal schnell, ich erledige das noch rasch… Wir sind doch meistens auf der Rennspur statt die Dinge schön langsam, achtsam, gründlich zu machen. Das Herumeilen ist längst unsere Gewohnheit geworden.

Die Tage wurde ich damit konfrontiert was passiert, wenn wir zum Beispiel an einer Erkältung erkranken. Für fast alle Menschen, die ich kenne, geht es dann aufs Sofa oder ins Bett und plötzlich „können“ wir ganz langsam laufen, weil der Körper eben jetzt nicht mehr schnell kann. Und wie köstlich, wenn plötzlich alles langsam gemacht wird. Wir den Tee geniessen können, die stillen Stunden, das Lesen…

Von unseren Haustieren, ich von meinem Zenmeister Hund, können wir lernen, dass Aktion und Entspannung in einer wunderbaren Balance sein können. Er ruht einfach nach dem Essen, nach einem langen Spaziergang und auch mal so, zwischendurch. Während ich mich dabei ertappe, die Dinge schnell erledigen zu wollen, einige Male an dem entspannten Hund vorbei zu rennen und ihn sehnsüchtig neidisch betrachte, wie er es sich einfach gemütlich macht.

Warum müssen wir alles schnell machen? Wer um Himmels willen hat denn unsere Geschwindigkeit ständig erhöht? Das Leben war doch nicht dafür gedacht möglichst schnell zu rennen. Wie wäre es mal mit Schlendern?

In einem weltweit durchgeführten Hektik Experiment wurde beobachtet, dass die Fussgänger in Singapur für 60feet knapp 10 Sekunden brauchten, in Malawi dagegen fast 40 Sekunden. Die Afrikaner haben es nicht eilig, oft sieht es ja sogar so aus, als tanzten sie. Oder sie beobachten was um sie herum passiert, ob Gefahr droht oder etwas sehen können, was sie brauchen könnten. Sie lassen sich Zeit. Vielleicht auch, weil sie Zeit haben.

Was mich dazu führt zu fragen ob wir nicht alle die selbe Zeit haben? Warum denn so schnell und wohin und vor allem: Ist das wirklich nötig?

Ich hatte mal einen Autounfall vor vielen Jahren, da hatte ich mich wirklich sehr beeilt weil ich nicht zu spät kommen wollte. Nachdem der Unfallgegner in mich hineingerast war, hatte ich plötzlich s e h r viel Zeit um wieder alles zusammen zu sortieren. Die Eile hatte sich nicht gelohnt. Wäre ich eine oder zwei Minuten später an der Stelle gewesen hätte er mich nicht erwischt.

Was wäre wenn… was würde passieren wenn Du Dir mal Zeit nimmst?

Und nun sag nicht, das gehe nicht weil Du keine Zeit für die Zeit hast. Es geht immer etwas, um die Zeit zu verlangsamen. Genüsslich essen vielleicht. Den Abwasch geniessen, das Atmen verlangsamen oder auch mal ganz langsam gehen. Wenn ich mit meinem Hund langsam gehe, weil er überall schnüffeln muss, spüre ich, wie sich Entspannung in mir Raum nimmt.

Viele Jahre war mein zweiter Vorname „Ungeduld“, ich musste lernen langsam zu machen und natürlich zwingt uns auch das Leben dazu. Hin und wieder anhalten und sagen: JETZT. Ah! Das Leben findet gerade statt während ich renne. Langsam also, langsam…

Natürlich kann auch ich nicht warten bis die Schneeglöckchen endlich wachsen. Wie lange will denn der Winter auch noch dauern? Ich kann ihn nicht mehr sehen, den Schnee. Da hilft mir der Spruch eines Zenmeisters: „Ich freue mich wenn etwas lange dauert. Denn wenn ich mich nicht freue, dann dauert es genauso lang“.

Achte diese Woche einmal auf Dein Zeitgefühl. Geniesse jeden Tag etwas langsam. Nimm Dir Zeit und Raum. Schau Dir die Schönheit an im Moment.

Der Frühling kommt dann schon, wenn er Lust dazu hat.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Weisst Du noch?

Kennst Du das, das Weisst-Du-noch? Ach, wie schön, in Erinnerungen zu schwelgen. Vergangene Woche hatte ich meine Freundin zu Besuch, die schon über 20 Jahre an meiner Seite tanzt. Wir hatten viele Weisst-Du-noch-Geschichten. Am Schönsten aber war, dass wir herzhaft lachen konnten über uns selbst. Denn unabhängig von den Situationen, Orten und Menschen an die wir uns erinnerten, waren da auch kleine Erinnerungsfetzen aneinander.

Was wir mal gesagt und mit dem Brustton der Überzeugung behauptet hatten. Woran wir glaubten, wofür wir demonstrierten oder gar kämpften und welche Glaubensbekenntnisse wir verrieten. Wie wir uns getäuscht hatten. Wie wir auf dem falschen Weg eingebogen waren und aus Freundschaft einander zwar beistanden, aber nicht eingriffen auf dem Irrweg. Ja und dann noch die Dinge die wie nicht gesagt oder sogar bewusst verschwiegen hatten.

Wir alle kennen das, dass wir nach sehr vielen Jahren jemanden wieder treffen, in den wir einmal verliebt waren und dann sagen können: Weisst Du noch damals? Da war ich unsterblich in Dich verschossen. Nicht selten bedauern wir dann, dass wir Wichtiges nicht gesagt haben, dass wir nicht geholfen haben oder etwas nicht bemerkt haben obwohl wir doch dachten das sei für alle offensichtlich gewesen.

Ich hatte heute morgen einen solchen Weisst-Du-noch Moment. Ich musste ein paar Dinge im Bad aufräumten und mir fiel ein kleiner Rest eines Kajal-Stifts in die Hand. Die perfekte Farbe für meine türkisfarbenen Augen. Ich liebte diesen Stift immer und inzwischen, das fiel mir ein, ist er nahezu 30 Jahre alt. Gekauft hatte ich ihn auf der Maximilianstrasse in München in einer winzigen Parfümerie mit meinem damaligen Herzmann, einem kühlen, egozentrischen Mann aus Hamburg, der mich immer gerne geschminkt und zurecht gemacht sah. Der Flashback war amüsant, denn neben der Erinnerung an den Moment kam ja auch das alte Ego zum Vorschein, das Lebensgefühl von damals, die 80er, die Schulterpolster und Sturmfrisuren, die Coolness und die Musik. Herrlich, diese kleine Zeitreise!

Was macht das mit uns, dieses Weisst-Du-noch? Im günstigsten Fall amüsiert und bereichert uns das. Zeigt uns auf, was in der Schatzkiste verborgen ist.

Und im günstigsten Fall erinnern wir uns an die schönen, spannenden Momente in unserem Leben, an Menschen, die uns einmal viel bedeutet haben, an Orte, die wir immer noch gerne erinnern.

In manchen Fällen erinnern wir uns aber auch an Dinge, die wir nicht mehr mit uns herum tragen wollen und die dann getriggert werden, wenn wir jemandem begegnen, der sie noch weiss. Oder die Weisst-Du-noch Geschichten, die nicht gut ausgegangen sind. Die verpassten Chancen, die unerledigten Geschichten in unserem Herzen, die Lieben ohne Happy-end. Die Umzüge und Verluste, die Kränkungen und Fehlentscheide und immer wieder – die Momente in denen wir etwas verpasst und das nachher bereut haben.

Ich wünsche Dir, dass Deine Weisst-Du-noch Geschichten schöne Geschichten sind, die Du wie ein Foto betrachten kannst aus einer alten vergilbten Kiste und dann zurück legen kannst. Vielleicht mit einem kleinen Seufzer der Melancholie, vielleicht mit einem lieben Dankesagen, mit einem belustigten Lächeln. Und dann – nach vorne gehen.

Im Italienischen sagt man gerne „Tempi passati“ – die Zeiten sind vorbei.

Verpassen wir also vor lauter Vergangenheit das JETZT nicht. Denn: Sich feiern wegen der alten Erinnerungen macht viel Freude. (In diesem Sinne vielen lieben Dank an Dich, meine Freundin H.J.S.W.)

Wir sind ja immer noch da. Und haben jeden Tag die Chance für einen Neubeginn.

Der Adler klebt nicht an Vor-stellungen und Rück-blicken. Er muss aus der Situation heraus entscheiden, jedes Mal wieder neu die Bedingungen einschätzen, wie das Leben jetzt ist. Die alten (Jagd-)erfolge sind passati. Die alten Gefährten vielleicht längst weiter geflogen. Das Wetter hat sich geändert, die Winde sowieso.

Was ist denn nun das JETZT?

Ich wünsche Euch viel Freude wenn Ihr Euch an Weisst-Du-noch-Geschichten erinnert. Und dann, das ist das Gesetz der Stunde: Volle Kraft voraus in die Tage die (noch) auf uns warten.

Geniesse den aufkommenden Frühling, er duftet schon, der Winter ist bald vorbei. Die Weisst-Du-noch-Geschichten auch.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Flug aus der Komfortzone in den grossen Raum

Gerne reden wir immer alle über unsere Komfortzone und wie wichtig es wäre, diese regelmässig zu verlassen. Das Nachdenken darüber hat mich letzte Woche mit einem Paragliding Piloten zusammen gebracht. Schon viele Jahre kenne ich diesen fliegenden Adler auf zwei Beinen und habe ihm schon oft bei seinen geistigen Höhenflügen über die Schulter schauen dürfen. Nun aber ging es ums wirklich ganz reale Fliegen.

Er schenkte mir eine Stunde seiner Zeit und ich durfte ihn ausfragen und reinspüren, was das Paragliden mit dem Piloten macht. Ich flog gerne gedanklich mit ihm, fasziniert von seinem Erzählen und von dem Mut, den es meiner Meinung nach braucht, sich so ins Leben stürzen zu können.

Der Pilot sagte dann ein paar Dinge, die mich ganz nah an das brachten, was ich über das Verlassen der Komfortzone teilen möchte.

Zum einen sagte er, man fliege ab in eine neue, eine dritte Dimension, in den unendlichen Raum des Himmels. Nirgends kann man sich mehr festhalten, nichts ist greifbar, keine Sicherheitsebene mehr vorhanden als das eigenen Können, das Umgehen mit dem Schirm, den Winden, der Thermik. Wenn man beim Fliegen zum Beispiel ohnmächtig würde oder eine andere Schwäche hätte, so wäre man dennoch gezwungen, seine gesamte mentale und physische Kraft und das Zusammenspiel mit dem Material aufzurufen um sicher wieder zu landen. Beeindruckend!

Auf meine Frage, was denn der eigentliche Benefit wäre, was das Ultimative bei diesem Erlebnis ausmacht, antwortete er etwas, was ich nicht gedacht hätte: Es sei das Verlassen des sicheren Bodens, der jedes Mal wieder das Adrenalin nach oben treibt, etwas das jedes mal wieder neu „gefährlich“ und gleichzeitig enorm herausfordernd ist. Er erzählte mir jedes Detail, aber das blieb mir am meisten: Dieser eine entscheidende Schritt den man macht, den Sprung in das Neue, das Unsichere, das Abenteuer. Das ist der Kick.

Als wir nach dem bereichernden Gespräch zurück liefen, sagte er dann noch etwas, das tiefer ging: Es sei eigentlich einfach diesen einen Sprung in den offenen Raum des Himmels zu machen, wenn man es oft genug getan hätte. Aber wieviel mehr würde ihn manchmal herausfordern, diesen einen Telefonanruf zu machen, das Gespräch zu beginnen, eine Frage zu stellen die einen auf unsicheres Terrain bringe, ohne Sicherheitsleine sich selbst nackt zu machen in der eigenen Ansicht, der geäusserten Absicht oder auch, wenn man einmal Gedanken äussern möchte, die nicht „gesellschaftskonform“ sind und weit riskanter sind, als viele Menschen denken.

Ich staunte sehr, hat dieser wunderschöne Mensch mich doch so oft damit bezaubert, dass er wirklich zwischen Himmel und Erde unterwegs ist. Nicht nur mental als Adler, sondern ganz und gar. Dem Himmel, der Thermik und den Wetterkapriolen ausgesetzt.

Nun, wie gehst Du also mit dem Verlassen der Komfortzone um?

Wann verlässt Du den sicheren Raum und traust Dich, ganz ohne „Versicherung“ ganz authentisch und ganz und gar Dich selbst zu zeigen?

Wie handelst Du, wenn Du nur noch auf Dich selbst gestellt bist? Gehst Du mutig diesen einen Schritt ins scheinbar Leere oder verharrst Du ängstlich auf dem sicheren Boden?

Beobachte Dich diese Woche einmal. Wann springst Du ab?

Und was braucht es für Dich, ganz und vollständig in den Mut zu springen das Abenteuer Authentizität zu leben?

Ich wünsche Dir – und dem Paraglider – das Herz eines Adlers. Entschlossen und frei von jeglicher Angst. Gross und weit und ganz mutig und selbstsicher.

Und dann – fliegen!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Vom wilden Denken

In meinem heutigen Beitrag möchte ich ein bisschen in die Gedankenwelt von „Go wild“ einführen. Das neue Coaching, das derzeit entsteht und das so voll mit Inspiration ist, so dass es mich – und ganz sicher auch Euch beflügelt.

Wildheit hat enorm viele Seiten, es ist nicht einfach ein Motto, mit dem man sich gerne schmückt. Wildheit heisst: Authentizität. DAS Echte, das Ursprüngliche. Eine heilige Reise zurück zu den Wurzeln.

Heute soll es zunächst Deinen Geist inspirieren. Heute geht es ums Denken, denn längst haben wir alle Dinge millionenfach wiederholt und immer wieder gedacht. Aus dem endlosen Wiederholungsstrang sind neue Glaubens- und Überzeugungsansätze geworden, die uns in einer gedanklichen Enge zurücklassen, aus der es kaum ein Entkommen gibt – es sei denn, wir verändern etwas ganz Wesentliches.

Wir brauchen heute ein Denken, freier und beweglicher, fliessender und kreativer, das uns erlaubt, den Bezug zur dynamischen (nicht stoischen/dogmatischen) Ordnung herzustellen und aus dem Undenkbaren zu schöpfen. Nur so können auf allen Ebenen neue Wege entstehen.

Der Begriff „wildes Denken“ (franz. pensee sauvage) wurde von dem französischen Ethnologen Claude Levi-Strauss geprägt, der als Mitbegründer des Strukturalismus in den 60er Jahren die Geisteswissenschaften revolutionierte.

Sein Ziel war es, universale Strukturen des Denkens aufzudecken. Obwohl sein Ansatz in eine ganz andere Richtung zielte, waren seine Grundgedanken Zündfunken für neue Kreativität und geistige Freiheit.

Hier eine kleine Erklärung: Levi-Strauss deckte auf, dass unser rationales Denken vor allem in Gegensätzen stattfindet und damit dual und binär ist (vergleichendes Denken, Abwägen von Wahrheit durch Überprüfen des Gegensätzlichen). Dagegen ist das „wilde Denken“ eine magische Weltsicht, die alle Wesen, Erscheinungen und Phänomene in einem unsichtbaren Zusammenhang vereint. Das wilde Denken ist verbindend, assoziativ und eng mit der sinnlichen Wahrnehmung und der Imaginationskraft verknüpft. Hier entsteht nicht nur „gefühlte Wahrheit“ sondern auch Mythos und Symbolik.

Das „wilde Denken“ also verbindet Intuition und Intellekt, Wissenschaft und Weisheit. Ein ganzes Bild also, statt nur eine punktuelle Betrachtung.

So entsteht auch ein „Wir“, eine beseelte Welt, ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein Austausch und eine Zusammengehörigkeit.

Das Eingebundensein vermittelt Sinn und Urvertrauen (ganz ehrlich: Wie oft denkst du, ob etwas Sinn macht? Siehst Du dann das „big picture“ oder hältst Du Dich an kleine Details?)

Wenn wir das Ganze im wilden Denken betrachten, finden wir uns in einer Ordnung, von der wir ein Teil sind, also mittendrin gleichermassen. Das ermöglicht uns, im Lot zu bleiben, auch in stürmischen Zeiten.

Manchmal fallen wir durch das binäre Denken aus dieser Ordnung heraus, dann gibt es: Mich und der Andere, Mich und das was geschieht, Mich und das was gerade ist. Dieses vergleichende Denken macht uns kaputt. Wir sind abgetrennt und in einer Zeugenperspektive statt mitten drin und auch dabei.

Zurück zur Adlerperspektive: Der Adler hat den Blick auf das Ganze. Und das Verständnis des Ganzen. Die Winde, das Wetter, die Gefahr, die Chancen, die eigenen Kräfte, die Instinkte, die Intuition, die Energie, die er abrufen kann, das Zusammenspiel von Natur und ihm selbst. Er betrachtet von oben – aber er ist gleichzeitig auch ein Teil des Oben. Er ist mittendrin. Nicht Zeuge sondern Mispieler.

Willst Du wild denken?

Betrachte heute alles was Dir geschieht, alles was Du hörst, alles was Du siehst mit einem verbindenden Geist, mit dem wilden Denken.

Und? Was spürst Du?

Frieden?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Bist Du sicher?

Die letzten Tage habe ich intensiv über Sicherheit nachgedacht. Ein Wort das oft in Verbindung gebracht wird mit Materiellem, Verträgen oder Versicherungen. Was für ein köstliches Wort: Versicherung!

Gibt es das, eine Versicherung? Kann man sich versichern? Und gibt es eine Garantie auf Sicherheit?

Gestern fuhr ich 150km lang in Eis- und Schneesturm, die Strassen wechselten alle paar Kilometer ihren Wetterzustand. Es schneite, regnete, fror, taute, die Schneepflüge brachten eine spiegelglatte Fahrbahn und warfen Unmengen Salz auf die Strasse. Sicher fühlte sich das nicht an. An einer Stelle überholte ein grosser Jeep unsere Kolonne aus sicher fahrenden Autos (50 km/h und mit sehr viel Distanz). Der Jeep überholte mit hohem Tempo und wir alle auf der rechten Fahrbahn zuckten zusammen. Offenbar fühlte sich der Jeepfahrer sicher. Ein paar Kilometer weiter sah ich ihn in der Leitplanke, offenbar war er dann doch ins Rutschen gekommen. Auch einige andere Autos wurden abgeschleppt, versorgt, vom Winterdienst wieder aus den Schneewehen gezogen…

Niemand konnte sich sicher fühlen, egal in welchem Auto wir unterwegs waren, egal wie gut wir fahren konnten und wie sehr wir erfahren waren mit dem Fahren auf glattem Untergrund.

In dieser Zeit versorgte mich mein Lieblingsmann mit Voicemails und seiner totalen Aufmerksamkeit und Präsenz. Er sah sich auf der Karte meine Route an und gab mir Sicherheit, in dem er mir spiegelte wie sehr er meinem Fahrstil und meinem Focus auf die Strasse vertraute. Natürlich musste ich mit der Situation umgehen und es war angespannt und gefährlich. Aber wie sehr gab mir das Sicherheit, dass er daran glaubte dass ich alles richtig machen würde.

Was gibt uns wirklich Sicherheit im Leben?

Im Vorfeld zu der halsbrecherischen Fahrt hatte ich ein Coaching, in dem meine Klientin erkannte, dass sie sich sicher fühlt, wenn sie mit ihrem Wesenskern verbunden ist. Und dass sie sich sofort unsicher fühlt, wenn sie eine Rolle spielen muss oder sich an Gegebenheiten anpassen muss, die sie nicht möchte.

Das Handeln in einem anderen Tempo als unserem eigenen, mit anderen Werten, mit erzwungenem Verhalten schwächt uns alle.

Wann fühlst Du Dich sicher? Und warum dann genau?

Vielleicht wenn Du ganz bei Dir sein kannst? Wenn Du Deine Kraft erkannt hast und abrufen kannst?

Wo kannst Du Dich verankern wenn die wilde See um Dich tobt?

Sicherheit ist weltweit die grösste Sehnsucht von uns allen. Dass dem so ist, kann man an seinem eigenen Lebensgefühl, seiner persönlichen Befindlichkeit nachvollziehen. Wer „selbst-sicher“ ist, sprich: sich seiner selbst sicher ist, hat es leichter. Mit anderen Worten: Sicherheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Geborgenheit zu erleben.

Was hat aber Sicherheit nun mit Geborgenheit zu tun?

Sicherheit liegt viel tiefer als Angst. Es verankert uns. Das ist die Geborgenheit, die wir oft vergebens im Aussen suchen.

Als ich das erste Mal einen Adler sah, wie er in den Flug startet, war ich verblüfft: Er springt ab und lässt sich fallen, fast ohne Flügelschlag. Ich dachte wirklich, er stürzt ab. Sehr zum Amüsement des Falkners. Er sagte: Der Adler geht immer auf Leben und Tod. Weil er es kann. Und warum kann er es? Weil er total verankert ist in seine eigene Sicherheit der Wahrheit. Er weiss, dass er ein Adler ist und mit jeder Luft- oder Lebenssituation umgehen kann. Er ist ganz tief verbunden mit seinem mutigen Herzen.

Ich wünsche Dir, dass Du die eigene Kraft erkennst und nutzt. Dass Du sicher sein kannst, über Dich, Dein Können, Deine Möglichkeiten. Und dann, wenn es einmal nötig ist, einen Menschen hast, der Dich daran erinnert, was in Dir steckt.

Mehr Sicherheit gibt es nicht. Vertraue Dir selbst.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Der Dialog

Gerade war der Tag der heiligen drei Könige, der 6.te Januar. Man kennt die drei Freunde, Caspar, Melchior, Balthasar, als die Drei, die Geschenke brachten, den Weihrauch, die Myrrhe, das Gold. In den letzten Wochen haben wir öfters mal über Geschenke nachgedacht…

Daraus ergab sich für mich ein genaueres Hinsehen auf etwas, das uns alle tagtäglich beschäftigt: Das Geben und Nehmen.

Meist steht Geben und Nehmen im Ungleichgewicht. Fast keine Beziehung, die ich kenne, oder die ich coachen durfte, hatte da ein ausgewogenes Verhältnis. Meistens gibt eine Seite sehr viel, die andere aber immer weniger.
Ein Mensch, der altruistisch veranlagt ist, hat oft Freude an der Grosszügigkeit. Das Geben geht für solche Menschen ganz leicht und ihr Herz ist davon erfüllt, sich zu verschenken und anderen Menschen mit Rat und Tat, mit Materiellem, aber vor allem mit der reichen emotionalen Fülle zur Verfügung zu stehen. Es fliesst aus solchen Menschen heraus, meistens deswegen weil sie einfach gerne leben und sich und anderen gerne jede Freude gönnen.

Der Empfangende ist aber bisweilen überfordert mit dieser Fülle, weiss nicht wie er es annehmen soll. Vor allem aber: Wie kann das Gegengewicht wieder hergestellt werden? Ist der Empfänger nicht grosszügig veranlagt, so wird es ihm immer schwerer fallen, angemessen zurück zu geben. Daraus entsteht ein Ungleichgewicht, das Beziehungen zerstören kann, denn der Gebende hört ja nicht auf zu liefern und der Empfangende hat schon lange genug. Psychologisch gesehen wird das gefährlich: Der Empfangende wird sich ins Gegenteil verwandeln und nicht mehr dankbar sondern genervt auf die Geschenke reagieren, weil er sich zunehmend ohnmächtig oder in der Schuld fühlt.

Wie kann man also ein Geben und Nehmen praktizieren, das für beide passt?
Zuerst einmal mit der richtigen Wahl des Partners oder der Freunde. Grosszügige Menschen, die mit grosszügigen Menschen zusammen kommen, haben viel Freude miteinander, baden gerne gegenseitig in der Fülle. Damit meine ich keineswegs das Materielle. Es ist essentiell, das beide Seiten gleichviel geben wollen und können. Das beginnt im Kleinen. In der Aufmerksamkeit, der Achtsamkeit, der Zeit, die man sich füreinander nimmt.

Vor allem aber der gelebten Wertschätzung, der gegenseitigen Toleranz.

Und ein wichtiger Faktor mit dem Gleichgewicht ist Dankbarkeit. Kultivierte Dankbarkeit macht ein sanftes Empfangen aus. Und daraus ergibt sich ganz geschmeidig und natürlich die Gegengabe.

Für diejenigen unter uns, die gerne viel geben: Ich wünsche Euch, dass Ihr ein Pendent findet, Freunde, Bekannte, Kunden, die ihre Dankbarkeit auch dadurch zeigen, dass sie gerne zurück geben und es ihnen wichtig ist, es in schönster Weise zu tun. Wie erfüllend ist es dann, gemeinsam eine schöne Basis miteinander zu feiern!

In diesem Sinne bedanke ich mich gleich zu Jahresbeginn einmal bei denen, die meine Gaben zu schätzen wissen, sie dankbar annehmen und zurück spiegeln. Das ist der wahre Reichtum: Einander sehen zu können mit all dem Schönen, was wir füreinander tun können.

Ich wünsche Euch immer viele wunderbare Geschenke, das ganze Jahr über. Und dass Eure Geschenke, sei es ein Lächeln, ein Händedruck, eine Nachricht, eine Umarmung, ein Mitbringsel, offen und leicht angenommen werden kann, voller Wertschätzung und Dankbarkeit.

Das ist das echte Glück. Teilen und mitteilen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Happy new Year!

Nun wird es rund, dieses lange Jahr. Hast Du es auch so empfunden? War es lang und voll, war es wertvoll für Dich? Und wie fühlst Du Dich wenn Du an 2018 zurück denkst?

Mit welchem Wort, Gefühl, Bild verbindest Du es?

Wer waren Deine Menschen des Jahres?

In meiner Praxis in Zürich machen wir jedes Jahr eine Collage fürs neue Jahr, die uns fürs nächste Jahr vorbereiten kann. Wir schauen uns das alte Jahr an, mit all seinen Geschenken, Verlusten und Herausforderungen und daraus ergibt sich dann ganz geschmeidig, was wir uns für das nächste Jahr wünschen. Nicht selten beginnt die „Magie“ die Dinge gleich in die richtige Richtung zu lenken.

Jetzt, in den Rauhnächten, wäre Zeit für ein Resümee, eine Bilanz und einen ersten Ausblick fürs neue Jahr.

Die Rauhnächte, auch Glöckelnächte, Rauchnächte oder Weihnächte, sind die Tage von Weihnachten bis nach dem Jahreswechsel. In den meisten Regionen beginnen die zwölf heiligen Nächte in der Nacht auf den 25. Dezember um 0:00 Uhr und enden am 6. Januar, dem Dreikönigstag, um 24:00 Uhr. Die magische Zeit ist voller Legenden, Märchen und Mythen. An Rauhnächten führen die Menschen bis heute altbekannte Rituale durch wie das Bleigiessen, das Räuchern der Häuser und Ställe oder das Sternensingen am 6. Januar.

Die Positionen des Sonnen- und Mondjahres bilden den Jahreskreis. Im Hinblick auf die jahreszeitlichen Eckpunkte bestimmt die Sonne die grossen Rhythmen wie die Jahreszeiten, während der Mond die erdgebundenen Zyklen im Jahreskreis bestimmt.

Jetzt ist Zeit zur Innenschau, zum Lesen, Wachen und Träumen. Oder eben genau das: Ein Papier nehmen und mal aufschreiben wie das Jahr war. Was war besonders an diesem Jahr 2018.

Gerne gebe ich Dir dafür einen Fragebogen, der es Dir leicht fällen lässt, dankbar zurück zu schauen, das Leben nochmals aus der Adlerperspektive zu betrachten. Und dann geht’s volle Kraft voraus in das neue Jahr.

Rück-schau: Schreibe ein Resümee über 2018

Wie habe ich mich anfangs des Jahres gefühlt?

Welche Menschen habe ich neu begrüsst in diesem Jahr?

Welche Ereignisse haben mich überrumpelt?

Was war das Geschenk des Jahres?

Was habe ich neu gelernt?

Was habe ich aufgegeben oder beendet oder verabschiedet?

Wann war mein dunkelster und wann mein hellster Moment?

Was ist mein Motto für dieses Jahr?

Welche Begegnung habe ich besonders geschätzt?

Worauf hätte ich gerne verzichtet?

Welche Landschaft hat mich dieses Jahr beseelt?

Wofür bin ich dankbar in diesem Jahr?

Und nun:

Voraus-schau 2019

Beschreibe welchen Weg Du dieses neue Jahr einschlagen willst.

Beschreibe wie Du Dich am Ende dieses Jahres fühlen willst.

Beschreibe für welche Erfahrungen, Menschen und Ereignisse Du Dich ab sofort

öffnen willst.

Beschreibe Deine Wünsche für das neue Jahr.

Beschreibe Dein wichtigstes Ziel.

 

Nimm den Focus im neuen Jahr in Dein Blickfeld. So möge Dir alles gelingen.

Ich wünsche Dir ein grossartiges neues Jahr 2019. Und ein dankbares Zurückschauen auf das alte Jahr. Denn nichts ist jemals umsonst.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

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Ein Weihnachtswunder

Was war Euer Weihnachtswunder dieses Jahr? Eine Einsicht, eine Begegnung, ein Moment der Stille? Was hat Euch berührt?

Nun, ich hoffe Ihr hattet eins und Ihr habt es auch gesehen?

In meinem letzten Blog ging es um das Geschenk der Weisen und viele wunderbare Reaktionen kamen darauf an mich zurück. Längst ahnen wir, dass die materiellen Geschenke sehr viel weniger wert sind als die menschlichen Gesten, die uns das Herz wärmen und den eigentlichen Geist der Weihnacht weiter geben.

Wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir, dass wir vor allem Freude an den glücklichen Gesichtern haben, wenn ein Geschenk gelingt und dem anderen etwas gibt, das ihm Spass macht oder das ihn tief berührt.

Unvergessen die Spieleabende, die entstehen, wenn wir unsere neuen Sachen ausprobiert haben. Nicht selten war dann die ganze Aufmerksamkeit in der Familie, es wurde gemeinsam gegessen, genossen und gelacht.

An solche Feste denke ich gerne zurück. Auch an die Grosszügigkeit, die immer wieder entstehen konnte, damit meine ich keinesfalls die Geschenke, sondern vor allem Liebe, Toleranz, Wertschätzung uns Sanftheit. Wir alle können uns an solche Momente erinnern. Ich vergesse nie, dass ich als kleines Kind gerne in die weichen Arme meiner Grossmutter Leni gehüllt war. Eine Nähe, die ich an anderen Tagen nur selten bekam.

Dieses Jahr ereilten mich gleich zwei Weihnachtswunder und eins davon liegt gerade zu meinen Füssen und schaut mich aus grossen blauen Augen an und kuschelt sein weiches Fell in meine Beine.

Dass dieses Jahr für mich noch eine Wende nehmen würde hatte ich selbst „programmiert“. Ich fand eine Karte, auf der steht:

„Lass Puderzucker auf den Dezember rieseln, bitte!“

…. da gab es sehr viel süssen Zucker für mich dieses Weihnachtsfest.

Gestern erzählte mir ein lieber Freund, dass er seine Eltern nach langer Zeit wiedersah und den sonst so widerspenstigen Vater mit Liebe beschenken konnte, bis dieser ganz weich und friedvoll wurde.

Auch das ist ein Weihnachtswunder – wenn wir in der Lage sind, Herzen zu berühren und die Liebe zu teilen.

Wo hast Du an diesem Weihnachtsfest die Liebe geteilt?

Welchen wunderschönen Moment kannst Du benennen, der Dich tief berührt hat?

Ja, darum geht es nun mal – die Rückkehr des Lichts (am 21. Dezember, die Wintersonnenwende) das zuerst in uns und erst später in den anderen scheint.

Ich wünsche Euch schöne Weihnachten. Und wie man es in meiner britischen Heimat zu sagen pflegt: Many happy returnings of these days.

Heute mal keine Adlerperspektive von oben im Himmel: Willkommen in Deinem Herz.

Das Geschenk der Weisen

Diese Tage geht es viel um Geschenke und das Schenken, für viele bedeutet es vor allem: Stress noch das Richtige zu finden.

Ich schenke auch gerne, meistens sammle ich das ganze Jahr wenn mir etwas in den Blick fällt oder wenn ich an etwas vorbei laufe, von dem ich weiss, dass es dem anderen gefällt.

Eigentlich ging es ja einmal um die heiligen drei Könige, die dem frisch geborenen Jesuskind Gaben brachten, ja genau, Gold, Weihrauch, Myrrhe.

Bei Gold war das klar, es galt schon damals als sehr wertvoll. Aber Weihrauch und Myrrhe? Beides sind Baumharze, die aus Afrika, Indien und Arabien eingeführt wurden. Schon die alten Ägypter benutzten Weihrauch und Myrrhe zum Einbalsamieren ihrer Toten. Griechische und römische Ärzte stellten entzündungshemmende Salben und Räuchermittel daraus her. Weihrauch und Myrrhe gehören also zu den ältesten Naturheilmitteln der Welt. Zur damaligen Zeit waren sie wegen ihrer Heilkraft wertvoller als Gold!

Aus den Gaben von damals sind längst andere geworden und leider geht es manchmal verloren, warum Geschenke gemacht werden und was eine Gabe wirklich bedeutet.

Wenn wir in den übertragenen Sinn gehen, dann ist die Gabe so etwas wie ein göttliches Geschenk, etwas, das mehr wert ist als ein Talent und das uns aus einem bestimmten Grund „gegeben“ wurde, nämlich: Um es zu geben.

Manche Menschen geben der Welt etwas ganz Besonderes, einfach weil es sie gibt. Denn es gibt Menschen, mit deren Wertschätzung, Liebe und Fürsorge wir wachsen können. Die uns ermuntern, Mut zusprechen und uns nach bestem Wissen unterstützen. Oder uns zum Lachen bringen, uns leicht machen, uns verzaubern, uns an wunderbare Orte zu grossartigen Erlebnissen führen können. Oder gute Zuhörer sind, gute Freunde, wertvolle Ratgeber, achtsame Begleiter…

Wir alle tragen eine Gabe in uns, die einzigartig ist, die wir völlig anstrengungslos geben können. In der vergangenen Woche war ich in einer Familie zu Gast, in der sehr viel Liebe fliesst. So kam das kleine vierjährige Mädchen zum Papa gelaufen und sagte: „Papa kannst Du mich mal knuddeln?“ und der Papa sagte: „selbstverständlich!“ In diesem Haus geht es nicht ums Perfektionieren, sondern darum, sich zu spüren und aufeinander zu achten. Dieses Klima sorgt bei mir immer für tiefen Frieden und ich erkenne die Gabe, die diese wunderbaren Menschen haben: Sie geben sich Geborgenheit und Sicherheit. Danke für dieses Geschenk.

Zeit also, sich einmal Gedanken zu machen, was wir wirklich an die Welt im absoluten Überfluss geben können. Ohne irgendetwas zurück zu halten, ohne es dosieren zu müssen, ohne zu denken dass wir es verschwenden könnten.

Was ist Deine Gabe an die Welt?

Hast Du sie dieses Jahr im Überfluss verschenkt?
Wo bringst Du Deine wirklichen Geschenke zum Vorschein?

Was gibst Du von Dir?

Was verschenkst Du immer und zu jeder Zeit, nicht nur Weihnachten?

Und könnte das etwas mit Hin-Gabe zu tun haben?

Ich freue mich über alles, was die Menschen mir schenken. Aber vor allem, wenn sie aus vollstem Herzen schöpfen. Das kann man gut spüren. Um diese Gabe ist auch kein Geschenkband geschlungen, es strahlt aus ihnen heraus.

Und dann noch eine Frage: Was hat das Leben Dir dieses Jahr geschenkt?

Ich wünsche Euch Wunderbares.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

Das Gold im Dezember

Habt Ihr das Jahr schon Revue passieren lassen? Oder seid Ihr vom Endjahres/Weihnachts-Tempo getrieben? Dann könnt Ihr das vielleicht „zwischen den Jahren“ noch machen, in den letzten Tagen des Jahres.

Warum aber nicht heute schon ein bisschen darüber meditieren was das Jahr Euch gebracht hat, was es mit Euch gemacht hat.

Gestern bekam ich von einem lieben Freund einen Link zu einer Meditation über Dankbarkeit und Glückseligkeit (ist das nicht ein wunderbares Wort). Ich habe die Meditation einige Male gemacht und fühlte mich sehr beschenkt. Denn – die Geschenke des Lebens verlieren wir manchmal aus den Augen.

Der Regen, die Kälte und der Wind drängten auch Menschen in der Sonnenstube der Schweiz gestern in Ihre Häuser. Ich hatte das Vergnügen an einem Haus meiner Nachbarin, die kaum ein Wort Deutsch spricht, vorbei zu gehen und sie winkte mich herein, liess mich einen Espresso und ein Weihnachtsplätzchen verspeisen und wir redeten mit ein paar wenigen Worten über das Wetter, die Stimmung draussen (so einfach, es ist das Wort „Ambiente“) und das bevorstehende Weihnachtsfest. Als ich mich bedankte ergriffen wir uns die Hände und lachten uns herzlich zu.

Ich spürte tiefe Dankbarkeit für die Begegnung und zuhause begann ich, allen Menschen zu danken, die um mich herum und in meinem Leben sind. Ich schrieb sechzig Weihnachtsbriefe und war damit den ganzen Tag wunderbar beschäftigt. Einmal im Jahr den Menschen danken für ihr gutes Herz, ihre Schönheit, ihre Grazie, ihren Mut, ihre Hingabe. Ist das nicht wunderbar? Haben wir nicht alle solche Geschenke um uns herum?

Wer hat Dich dieses Jahr beeindruckt?
Wer hat Dich dieses Jahr verzaubert?

Wer hat Dich dieses Jahr inspiriert?

Wer hat Dich dieses Jahr verändert?
Wer hat Dir Mut gemacht?

Wer hat Dich gehalten wenn es schwer wurde?

Wer hat an Dich geglaubt und Dich weiter ermuntert?

Wir alle haben solche Geschenke um uns herum. Menschen, die unser Leben bereichern und Menschen, die uns voran bringen. Das sind die wahren Geschenke zur Weihnacht: Menschen die mit uns fühlen, uns stärken, mit uns lachen und manchmal auch weinen, Menschen, die solidarisch sind und Menschen die sich kümmern, die die uns geniessen und die, die wir geniessen. Das ist der wahre Reichtum.

Zurück kommend auf die schöne Meditation. Da heisst es, man solle diese Dankbarkeit auf alle ausdehnen, denen wir begegnen.

Für mich ist das der wahre Geist der Weihnacht: Das Menschliche. Die Schönheit im anderen sehen. Auch die Verletzlichkeit. Die Liebe. Und die Perlen.

Geht diese Woche doch einmal mit offenen Augen und offenem Herzen durchs Leben. Schaut den Menschen in die Augen, sprecht aus, was Ihr Wunderbares fühlt, wenn ihr ihnen begegnet. Zu einem Freund, einer Freundin sagen können: Ich liebe es wie Du lachst. Oder: Ich schau Dich gerne an, weil Du so ein schöner Mensch bist. Oder auch einfach nur: Schön, dass es Dich gibt.

Ihr werdet sehen, das macht warm, hell, lichtvoll und einfach nur: Dankbar.

Wenn ich an meine Adlerperspektive denke heute, dann würde ich gerne von oben dabei zusehen wie Menschen sich anschauen und berühren, sich wertschätzen und zusammen sind. Ahhhhh…..

Willkommen in dieser Adlerperspektive.

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