Flug aus der Komfortzone in den grossen Raum

Gerne reden wir immer alle über unsere Komfortzone und wie wichtig es wäre, diese regelmässig zu verlassen. Das Nachdenken darüber hat mich letzte Woche mit einem Paragliding Piloten zusammen gebracht. Schon viele Jahre kenne ich diesen fliegenden Adler auf zwei Beinen und habe ihm schon oft bei seinen geistigen Höhenflügen über die Schulter schauen dürfen. Nun aber ging es ums wirklich ganz reale Fliegen.

Er schenkte mir eine Stunde seiner Zeit und ich durfte ihn ausfragen und reinspüren, was das Paragliden mit dem Piloten macht. Ich flog gerne gedanklich mit ihm, fasziniert von seinem Erzählen und von dem Mut, den es meiner Meinung nach braucht, sich so ins Leben stürzen zu können.

Der Pilot sagte dann ein paar Dinge, die mich ganz nah an das brachten, was ich über das Verlassen der Komfortzone teilen möchte.

Zum einen sagte er, man fliege ab in eine neue, eine dritte Dimension, in den unendlichen Raum des Himmels. Nirgends kann man sich mehr festhalten, nichts ist greifbar, keine Sicherheitsebene mehr vorhanden als das eigenen Können, das Umgehen mit dem Schirm, den Winden, der Thermik. Wenn man beim Fliegen zum Beispiel ohnmächtig würde oder eine andere Schwäche hätte, so wäre man dennoch gezwungen, seine gesamte mentale und physische Kraft und das Zusammenspiel mit dem Material aufzurufen um sicher wieder zu landen. Beeindruckend!

Auf meine Frage, was denn der eigentliche Benefit wäre, was das Ultimative bei diesem Erlebnis ausmacht, antwortete er etwas, was ich nicht gedacht hätte: Es sei das Verlassen des sicheren Bodens, der jedes Mal wieder das Adrenalin nach oben treibt, etwas das jedes mal wieder neu „gefährlich“ und gleichzeitig enorm herausfordernd ist. Er erzählte mir jedes Detail, aber das blieb mir am meisten: Dieser eine entscheidende Schritt den man macht, den Sprung in das Neue, das Unsichere, das Abenteuer. Das ist der Kick.

Als wir nach dem bereichernden Gespräch zurück liefen, sagte er dann noch etwas, das tiefer ging: Es sei eigentlich einfach diesen einen Sprung in den offenen Raum des Himmels zu machen, wenn man es oft genug getan hätte. Aber wieviel mehr würde ihn manchmal herausfordern, diesen einen Telefonanruf zu machen, das Gespräch zu beginnen, eine Frage zu stellen die einen auf unsicheres Terrain bringe, ohne Sicherheitsleine sich selbst nackt zu machen in der eigenen Ansicht, der geäusserten Absicht oder auch, wenn man einmal Gedanken äussern möchte, die nicht „gesellschaftskonform“ sind und weit riskanter sind, als viele Menschen denken.

Ich staunte sehr, hat dieser wunderschöne Mensch mich doch so oft damit bezaubert, dass er wirklich zwischen Himmel und Erde unterwegs ist. Nicht nur mental als Adler, sondern ganz und gar. Dem Himmel, der Thermik und den Wetterkapriolen ausgesetzt.

Nun, wie gehst Du also mit dem Verlassen der Komfortzone um?

Wann verlässt Du den sicheren Raum und traust Dich, ganz ohne „Versicherung“ ganz authentisch und ganz und gar Dich selbst zu zeigen?

Wie handelst Du, wenn Du nur noch auf Dich selbst gestellt bist? Gehst Du mutig diesen einen Schritt ins scheinbar Leere oder verharrst Du ängstlich auf dem sicheren Boden?

Beobachte Dich diese Woche einmal. Wann springst Du ab?

Und was braucht es für Dich, ganz und vollständig in den Mut zu springen das Abenteuer Authentizität zu leben?

Ich wünsche Dir – und dem Paraglider – das Herz eines Adlers. Entschlossen und frei von jeglicher Angst. Gross und weit und ganz mutig und selbstsicher.

Und dann – fliegen!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Ein Gedanke zu “Flug aus der Komfortzone in den grossen Raum

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