Die Würde und das Wertvolle

Kürzlich hatte ich wieder einmal das Vergnügen über ein Thema nachzudenken, das mir sehr am Herzen liegt.

Ich habe eine Freundin, die durch harte Zeiten gegangen ist. Finanziell, emotional und auch familiär. Einige Male in ihrem Leben hatte sie mit Respektverlust zu tun und ihr wurden immer wieder die Flügel gestutzt.

Kürzlich sah ich sie nach längerer Zeit wieder. Sie hat den Kopf nun erhoben, sie ging aufrecht und mit Spannung in der Haltung. Ich bewunderte ihre Erscheinung. Und ihre edlen Boots, die sie mit grosser Selbstverständlichkeit trug. Sehr edle und teure Boots, die sie sich selbst gekauft hatte. So wunderbar sie so zu sehen. Als wir auf das Thema Geldfluss kamen, sagte sie, das sei ihr wichtig: Schöne Dinge zu haben und zu tragen. Gute Qualität. Sie sagte das habe mit Würde zu tun, sie brauche das, damit sie noch besser um ihren Wert weiss. (der, by the way, pures Gold ist)

Das Thema „Würde“ findet sich kaum noch im alltäglichen Sprachgebrauch und ist doch so ein wichtiges Thema. So steht ja im deutschen Grundgesetz, Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Leider ist es gerade in Deutschland so, dass die Würde des Menschen vermehrt mit Füssen getreten wird. Die Strömungen dort sind klar sichtbar und es wird noch zu wenig darüber berichtet. Natürlich ist es auch so, dass wir das gar nicht wirklich wissen, sehen wollen. Wir alle schauen gerne weg und betäuben uns lieber mit schönen Nachrichten.

Ich gehöre ja auch zu denen, die die positive Psychologie praktizieren. Also nach Lösungen suchen, statt Probleme gross zu machen, auf Potentiale eingehen, statt Mangel zu thematisieren, Möglichkeiten zu sehen statt Hindernisse.

Aber es macht mir schon Sorgen, wenn ich sehe wie mit Menschen umgegangen wird, die zu einer Randgruppe gehören. Egal wie diese Randgruppe heisst. Künstler, Homosexuelle, Menschen mit ethnisch anderen Wurzeln, Aussteiger, psychologisch Originelle…

Was ist also dran am Thema Würde? Und wie kann man seine Würde zeigen?

Hier ein paar Stimmen:

Eine Coachee sagte einmal zu mir: Würde ist für mich die Möglichkeit, die Person zu sein, die ich sein kann.

Eine Andere: Dass jeder so leben kann wie er es möchte, ohne ausgeschlossen zu werden.

Eine Andere: Ein Schutz, der mir tagtäglich das Gefühl gibt, dass ich mich frei bewegen kann.

Ein Anderer: Das Recht, da zu sein und zu existieren. Der Mensch zählt grundsätzlich. Ohne die Würde des Anderen zu respektieren, geht es einfach nicht miteinander.

Ein Anderer: Wenn ich Respekt für meine Mitmenschen habe, dann garantiere ich damit ihre Würde.

Würde ist also ein Aspekt, den wir durchaus in unseren Gedanken haben. Ich füge da gerne ein, dass man sich selbst auch als „würdig“ erweisen kann. Eins der schönsten Worte in diesem Zusammenhang ist:

liebens – würdig.

Also der Liebe würdig.

Wie viele Menschen meinst Du, behandelst Du liebens-würdig?

Achtest Du auf die Würde des anderen – und zwar jederzeit?

Und: Auf Deine eigene Würde?

Es ist ein Ausdruck von Stärke, wenn man sich seiner Würde bewusst ist und sie auch einfordert. Das heisst manchmal auch, Menschen aus dem Leben zu entlassen, die unsere Würde mit Füssen treten. Sich lieber an Menschen zu orientieren, die unsere Würde aufrecht erhalten, die uns würdevoll behandeln und unseren Wert vergolden.

Oder – wie im Beispiel meiner Freundin: Sich der eigenen Würde bewusst sein, egal wie das Leben gerade mit uns umgeht.

Bleib bei Deiner Stärke! Sei Du selbst! Zeige Deine Grösse! Zeige Deine Brillanz! Lebe vertrauens-würdig, liebens-würdig, strahle Deine Würde aus. Sei einer Sache würdig. Vertrete sie mit der entsprechenden Ehre.

Wunderbar – würdevoll.

Ich wünsche Dir eine Woche, die sich Dir würdig erweist. Denn Du bist das Gold. Und Du verdienst Gold.

(diesen Blog widme ich in grossem Respekt Coco)

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

Wer weiterlesen möchte: Gerald Hüther: Würde

 

würde

Think ! Big !

„Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein – und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein“… kennt Ihr auch diese Sprüche?

Ich fand das Veilchen schon immer furchtbar. Die Rose auch, weil sie irgendwie in meinen Augen kompliziert ist. Aber eine Sonnenblume? So richtig ausladend gross? Oder eine Papageienblume, so kapriziös und schön und GROSS?

Bescheidenheit ist schon okay. Ich finde es auch wunderbar, wenn jemand angenehm bescheiden ist. Für mich ist das: Bei sich bleiben, den eigenen Werten folgen, das Leben selbst in der Hand haben, sich selbst versorgen. Keinen anderen brauchen für das eigene Glück. Mit den eigenen Ressourcen umgehen.

Aber die moralische Bescheidenheit, die uns gepredigt und moralisch eingefordert wird? Auf keinen Fall! Was soll das?

Hast Du schon einmal in der Natur ganz genau hingesehen? Alles in der totalen Fülle! Überall wo es Platzt hat, wächst es üppig, die Bäume strecken sich in den Himmel. Ich habe eine Clematis Blume vom Nachbarn, die inzwischen meinen ganzen Sitzplatz eingenommen hat, fröhlich wächst sie mein Kellerfenster zu, hangelt sich bereits den Balkon hoch, ich freu mich an ihr, die nimmt den Raum ein, der sich bietet. Und sie fragt auch gar nicht ob sie das darf. Ich liebe ihre Frechheit. Wie auch das Efeu der Nachbarin, das inzwischen die Rückseite des Hauses erobert hat. Die Nachbarin ist seit April auf der Alp, die wird ihre Freude haben wenn sie zurück kommt. Die Natur ist üppig.

Dieses Jahr hatten wir so viele Maroni und Baumnüsse auf den Wegen dass wir sie mit dem Rechen ernten konnten. Und auch die Feigen waren satt auf den Bäumen, jetzt die Kakis. Es war ein gutes Jahr. Genug Wasser und es ist überall gewachsen bis zum Geht-nicht-mehr. Die Natur liebt es, sich auszubreiten.

Noch nie habe ich einen Baum, der zu nah an einem anderen stand, sagen hören: „Nimm Du nur das Wasser aus dem Boden, ich bin bescheiden. Ich trinke dann ein anderes Mal.“

Ich glaube ganz ehrlich, dass Bescheidenheit mal hinterfragt werden müsste. Heute morgen bekam ich eine Mail, in der eine wunderschöne Coachee sagte: Ich denke jetzt mal gross, das hast Du mir ja auch geraten. Natürlich! Bitte!

Warum solltest Du nicht GROSS von Dir denken? Warum solltest Du Dich zurück halten, damit andere einen grösseren Raum beanspruchen?

Wir sind doch in der Fülle! Wir haben alle genug Liebe, genug Mut, genug Kreativität, genug Ideen, genug Intelligenz, genug Freude, genug Dopamine! genug Lust und Leidenschaft!

Wieso denn zurück halten? Aufsparen?

Geh doch i n f l a t i o n ä r mit dem um, was Du hast! Schmeiss Dich selbst komplett ins Leben, erobere Spielraum, nimm Dir Kraft und Energie und entfalte Deine besten Anlagen. Zeig was in Dir steckt! Stell das, was Du hast in Hülle und Fülle zur Verfügung! Gib Dich hin, der Welt, den Freunden, den Menschen, dem Job. Zeig was Du kannst! Sag wer Du bist und was DU zu bieten hast.

Sei eine Sonnenblume, ein riesiger orange farbener Kürbis, ein voller Nussbaum, eine Trauerweide. Oder – um uns von der Materie zu lösen:
Sei ganz einfach mal ein N A T U R E R E I G N I S.

Ein Donnersturm, eine Springflut, ein Morgenrot (nicht das Morgengrauen, das nicht). Ein wilder Wind. Ein Geisir. Oder verdammt noch mal:

Ein Vulkanausbruch!

Brich diese Woche einmal aus, lieber Leser, liebe Leserin. Stell Dich ins Licht, zeig Dich, gib Gas, lass Dich aufblühen. Das tut die Natur auch. Es ist natürlich sich zu zeigen, Raum einzunehmen.

Bescheidenheit ist für die allermeisten Menschen eine tolle Ausrede und eine antrainierte Kleinheit, damit die Gesellschaft keinen Anstoss an ihnen nimmt. Die Gesellschaft hat gerne kleine Menschen, weil sie sich leichter verwalten, kontrollieren und unterdrücken lassen.

Mach Gegendruck. Wachse in Deine eigene Grösse. Nimm Raum ein. Zum Spielen, zum Entfalten, zum Wirken und Ausschöpfen und zum Dasein.

Die Welt braucht mehr denn je andere, die sich und ihre besten Eigenschaften und ihren Mut für Wachstum zeigen. Zeig Dich am Himmel. Du bist ein Adler und kein Huhn. Du pickst nicht bescheiden nach den paar miesen Körnchen sondern holst Dir das, was Dir schmeckt.

Wach auf aus der Bescheidenheit. Sie ist eine Lüge und ein Irrtum.

Komm in Dein Potential. Die Welt braucht Dich.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Der Tod und das Leben im November

Jetzt stehen Sie wieder in den Supermärkten, die roten Totenkerzen, die Gestecke für die Gräber. Die Menschen gehen auf die Friedhöfe und pflegen die Gräber. Halloween, eigentlich Samhain, ist längst vorbei. Der Allerheiligen, der Totensonntag, das Gedenken an unsere Vorfahren, die Verstorbenen.

Und auch in der Natur hat das grosse Loslassen begonnen, die letzten Blätter fallen von den Bäumen, alles Leben zieht sich zurück, es wird kalt, das Wachsen und Blühen hat aufgehört, fast alles abgeerntet. Ich sehe vielen Kakibäume, an denen orangeleuchtend die Früchte noch hängen, während sich die Blätter schon auf den Weg nach unten gemacht haben.


Wir rücken zusammen, entfachen Feuer im Kamin, stecken unsere Kerzen an, lesen zusammengerollt auf dem Sofa, kochen Eintöpfe und probieren den ersten Lebkuchen. Es ist eine Zeit der Stille.

Und immer wieder auch – eine Zeit der Erinnerung.

Genau dann bekam ich das neue Lied von Silbermond zu hören im Radio, ein Lied der Erinnerung. Auch ich konnte meine Liste machen von Menschen, von denen ich mich bereits verabschieden musste. Auch junge Leben dabei, die, die nicht damit gerechnet hatten keine Lebenszeit mehr zu haben. Schon so viele Jahren sind vergangen, während ich ohne ihre Anwesenheit weiter leben durfte und musste.

Ich dachte zurück. Zum Beispiel an Martin, der sich im zarten Alter von 23 das Leben nahm, zwei Monate später Marius, sein Bruder, der mit dem wortlosen Abschied seines Vertrauten nicht zurecht kam. Stefan, der mit 27 einer akuten Leukämie erlag. Arno, der nach dem Militärdienst endlich leben wollte und dann mit seinem Auto an einem Brückenpfeiler hängen blieb. Franzi, Andrea und Edith, die ihrer Krankheit das Leben gaben. Noch viele andere Schicksale kamen mir in den Sinn. Ich kramte ein paar Fotos heraus und schaute in Stefan’s Augen. Erinnerte mich.

Und dann kam – die Erinnerung an mich mit Stefan. Mich mit Martin und Marius… mich mit meinen lieben Wegbegleitern. Inzwischen sind so viele Jahre vergangen. Auch die junge Frau, die ich einmal war, ist weg. Auch dieses Leben kann nicht mehr zurück geholt werden. Wir leben zwar weiter – aber linear gehen wir auf das selbe Ende zu. Wir laufen jeden Tag ein Stück weg von dem Leben, das wir einmal geführt haben.

Kürzlich sprach ich mit einem Mann, der gerade 60 wurde und der festhielt an seinem Bild. Er war einmal schön, athletisch, sportlich, begehrt, ein Abenteurer, auf der Höhe des Erfolgs, reich, beliebt, wichtig und mächtig. Inzwischen – vorbei – ist er ein Anderer. Und trotzdem beschwört er alte Erfolge, alte Lebensweisen, längst vergangene Abenteuer, um sich besser zu fühlen und nicht mit der Endlichkeit konfrontieren zu müssen.

In unserer Gesellschaft wird das Thema Tod ausgeklammert, verschwiegen, verdrängt. Wir wollen ewig jung, dynamisch, erfolgreich, begehrt und voll im Saft sein. Aber das sind wir nicht. Und wir leben auch nicht ewig. Wir bleiben nicht ewig geschmeidig und straff, duftend und dynamisch. Nichts ist von Dauer. Auch eine zugemauerte Strasse wird früher oder später aufbrechen und neue Blumen heraus wachsen lassen. Das Leben geht weiter, das Leben bahnt sich den Weg. Ob mit oder ohne unsere Lieben. Mit oder ohne uns.

Nehmen wir doch mal diese stille Zeit zum Anlass zurück zu fühlen, zu lachen, zu erinnern, zu danken, zu schmunzeln, Geschichten zu erzählen. Und dann: LOSLASSEN.

Lassen wir los. Wie die Blätter, die Natur.

Der nächste Schritt?

Feiern wir doch das Leben, solange wir es haben. Machen wir doch schöne Erinnerungen, für uns, für unsere Freunde und Familien. Nehmen wir doch jeden Tag die Chance einen grossartigen Tag daraus zu machen. Ganz egal wo Du heute stehst. Ganz egal, was gerade passiert, was Dich quält oder beschäftigt. Es geht weiter.

Seneca hat gesagt: Man kann niemals in den gleichen Fluss zweimal steigen. Weil er eben weiter fliesst. Alles ist in Bewegung.

Bleiben wir also in Bewegung, fühlen zurück und nach vorne, sind dankbar für Begegnungen, auch mit Menschen, die nicht mehr da sind. Aber vor allem: Für die, die jetzt (noch) da sind.

La vie e belle – Das Leben ist schön.

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

In meiner Erinnerung, Text von Silbermond

Auf einmal steh‘ ich hier allein
Hier im März 2003
Und es war viel zu zeitig
Es war viel zu zeitig
Und ich hab‘ noch zu dir gesagt
Wie immer: „Bis zum nächsten Mal“
Und es war viel zu zeitig
Viel zu zeitig
Ich hör‘ sie sagen: „Jetzt hast du’s geschafft
Bist jetzt an einem besseren Platz“
Meine Ohren verstehen das
Doch das Herz sagt, es fehlt was

Mit jedem Tag der vergeht, lebst du weiter
In meiner Erinnerung
Hab‘ all die Bilder mit dir gespeichert
In meiner Erinnerung
Alles endlich, alles verglüht
Geht so schnell eh du dich versieht
Ich hab‘ dich hier, ich trag‘ dich bei mir
In meiner Erinnerung

Schönen Gruß von deiner kleinen Madame
Aus Frankreich, hier wollten wir hin zusammen
Du hast gesagt: „Ich nehm‘ dich mit
Wenn du groß genug bist“
Jetzt steh‘ ich hier und frage mich
Würdest du unsere Lieder feiern?
Wärst du stolz auf mich?
Was würdest du sagen, könntest du mich sehen?
Sag mir, kannst du mich sehen?
Verrätst du mir, was bleibt
Übrig von der Lebenszeit?

Mit jedem Tag der vergeht, lebst du weiter
In meiner Erinnerung
Hab‘ all die Bilder mit dir gespeichert
In meiner Erinnerung
Alles endlich, alles verglüht
Geht so schnell eh du dich versieht
Ich hab‘ dich hier, ich trag‘ dich bei mir
In meiner Erinnerung

Verrätst du mir, was bleibt
Übrig von der Lebenszeit?

In meiner Erinnerung
Alles endlich, alles verglüht
Geht so schnell eh du dich versieht
Ich hab‘ dich hier, ich trag‘ dich bei mir
In meiner Erinnerung
In meiner Erinnerung
In meiner Erinnerung

Wertvoll

„Was hat denn heute schon noch Wert?“ hörte ich kürzlich eine Nachbarin fragen. Es ging um Qualität und in ihrem speziellen Fall um etwas Selbstgemachtes, das ich bewunderte. Es brachte mich zu diesem Thema – Werte – und damit zu etwas, das ich schon seit vielen Jahren beobachte.

Warum meinen so viele Menschen, sie seien

nicht – gut – genug ?

Irgendwie hat sich dieser Satz: „Ich bin nicht gut genug“ in so vielen Köpfen eingebrannt, dass es inzwischen quasi ein Negativ-Mantra geworden ist, das mir mittlerweile in fast jedem Coaching über den Weg läuft.

Wann ist ein Mensch wertvoll?

Wie viel Wert geben wir uns?

Welche Werte vertrittst Du in Deinem Leben, was ist für Dich sozusagen in Stein gemeisselt und wird unter keinen Umständen verraten?

Nur selten sind Werte veränderlich, in der Regel leben wir fast unser ganzes Leben danach und nicht selten prägen unsere tiefsten Werte auch unsere Ziele. Hier ein paar Gedankensplitter

Selbst-wert-gefühl

etwas wertschätzen

einen Eigenwert und Fremdwert bestimmen

Ist es das mir wert?

wertvolle Gedanken/Gefühle/Handlungen

Wertsachen

unter/über dem Wert verkaufen

sichere Werte

In meinem Coaching lasse ich Menschen jeweils drei Werte bestimmen, die sie federführend für ihre Entscheidungen, für ihre Haltung und ihre Lebensethik wählen. Eine feine junge Frau sagte kürzlich zu mir: Das fühlt sich an wie Säulen, das gibt irgendwie Stabilität.

An unseren Werten entscheidet sich Vieles. Ich habe beobachtet, dass wenn wir die Werte unserer Mitmenschen verletzen, wir sie wirklich bis ins Mark treffen. Für mich ist das jeweils Match-entscheidend. Wenn jemand über diese Schwelle, diese Linie tritt, dann gibt es für mich nur noch ein freundliches aber radikales Abschiednehmen.

Wie wert-voll wenn wir das uns und anderen klar machen können:

Worauf ist Dein Haus gebaut?

Welche Säulen tragen Dich?

Was ist für Dich elementar?

Woran willst Du Dich halten, was ist für Dich also quasi ein Gradmesser?

Und dann, bitte, setze Dich mit Deinem wahren Wert auseinander.

Was macht Dich wertvoll?

Was sind Deine besten und wertvollsten Eigenschaften?

Wo handelst Du so, dass Dein Wert erkannt werden kann?

Und: Bekommst Du den echten Gegenwert?

Wenn jemand Dich wertlos behandelt, dann verlasse diese Person.
Wenn jemand Dich wertschätzen kann, dann sei glücklich.

Vor allem aber: Danke Dir für Deine wertvollen Seiten. Erkenne sie an.

Hör auf zu suchen. Das Gold ist in Dir. Immer. Du musst es nur sehen.

Gehe diese Woche doch einmal mit diesen Fragen in eine innere Auseinandersetzung. Ganz sicher wirst Du Dich stabiler fühlen, wenn Du das definieren konntest.

Willkommen in der Adlerperspektive.

werte

Jetzt.endlich.machen

Irgendwann muss es auch mal gut sein.

In der letzten Woche war ich konfrontiert mit gleich mehreren „Geschichten“ meiner Klienten. Und gleich eins drauf: Auch ich erlebte einige, die es richtig in sich hatten.

Die Geschichten handelten von Verrat, von gebrochenen Beziehungen und Versprechungen, von Betrug, Verlusten, von Demütigungen, von Selbst-Mitleid, von Hoffnungsverlust und von Frechheiten, die von anderen Menschen begangen wurden. Sie handelten von scheinbar unlösbaren Problemen, Hoffnungsverlust, von Ohn-macht und von Scheitern.

Einmal mehr dachte ich darüber nach. Und sinnierte darüber: Warum reden wir nur. Warum klagen wir nur. Warum beklagen wir nur.
Der Schritt in die Handlung fehlt fast immer. Wir winden uns in nimmermüdem Jammern, wir flüchten in die Ohnmacht, in die Erschöpfung, in das Ausweichen, das Er-leiden. Oder in den Widerstand, die Wut, die Anklage, die Kriegszustände im Innen und Aussen. Wir reden und reden. Aber wir handeln nicht.

Fast scheint es, als ob all das Reden über die Probleme irgendeine Lösung bringen würden. Aber das ist keinesfalls so: Mit dem Aussprechen des Unsäglichen machen wir es grösser, bedeutungsschwerer, wir teilen schlechte Energie, wir ziehen andere mit in den Sumpf. Ja, wir vergiften unsere Freundschaften und Beziehungen, unsere Umwelt und unseren Alltag mit dem, was wir erleben – aber auch mit unserer Reflexion darüber.

Damit muss aufhören, wer frei sein will.

Ich muss einmal mehr den Adler bedienen: Wenn es ihm zu bunt wird – sucht er sich eine auftreibende Thermik und lässt sich nach oben tragen. Er schwebt über den Dingen.

Wie können wir das tun?

Das erste ist: Sich den Fall-Winden zu entziehen.

Durchatmen.

Und dann schauen: Was gibt mir jetzt Kraft. Was kann ich TUN?

Was kann ich ändern an der Situation? Was kann ich anpassen? Was kann ich als Gegeben akzeptieren und darin entspannen?

Was kann ich dazu beitragen, dass der Wind sich dreht?

Natürlich können wir den Wind nicht drehen. Und auch die Berge nicht versetzen. Aber wir können AKTIV nach dem Aufwind suchen: Dazu müssen wir ganz genau hinschauen wo er ist, der Aufwind. Und dann mutig und entschlossen in die Handlung kommen.

Handeln heisst manchmal auch: Etwas sein lassen. Etwas aktiv aus unserem Leben entlassen. Eine unbequeme Entscheidung fällen. Eine radikale Wendung herbei führen. Etwas aussprechen, das die Wahrheit ist und zu einer riesigen Welle führt. Sich wehren. Sich auflehnen.

Für mich heisst Handeln immer wieder: Die Komfortzone verlassen.

GO WILD gehen.

GO WILD heisst nicht ein Abenteuer, das es zu erleben gilt. Es heisst nicht einen kleinen Adrenalinschub bei einem Bungee Sprung. Go wild heisst:

ECHT SEIN. AUTHENTISCH SEIN. BEI SICH UND FÜR SICH SEIN.

Hör auf, es allen anderen Recht zu machen. Mach es wie es für Dich stimmig ist. Forme Dein Leben nach Deinen Werten. Nach Deinem Glück.

Wie immer wenn ich in meiner leidenschaftlichen Arbeit unterstützt werde, fiel mir dann auch ein Text in die Hände, den ich an diesen Blogg anhänge. Möge er Dir die Kraft geben, Dich aufzuschwingen und Dir Aufwind geben, damit Du da hinfliegen kannst, wo es Dich nach oben trägt.

Was Du dazu machen musst?

Du musst handeln. JETZT.

Mach die Flügel auf. Tu was. Mach den ersten Schritt. Raus aus der Bequemlichkeit.

Diesen Blogg schreibe ich in der geschenkten Stunde zum Zeitwechsel. Wir haben eine Stunde mehr bekommen, eben gerade. Wie wirst DU sie nutzen wenn Du diesen Blogg liest? Handle. Mach einen ersten Schritt in die richtige Richtung.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

 

Ich kann nicht bleiben, Mutter.
Ich liebe dich, aber ich bin nicht geboren, um dir zu gefallen.
Ich bin nicht geboren, um dich glücklich zu machen.
oder deinem Leben einen Sinn geben.
Ich bin nicht geboren, um unter deinen Flügeln zu verrotten.
wie ein ungeschlüpftes Ei.
Ich kann nicht bleiben, Lehrer.
Ich bin nicht geboren, um in deine Kisten gesteckt zu werden.
um nach deinen Vorstellungen zu denken.
oder um sich deine Fakten zu merken.
Ich wurde geboren, um unabhängig zu denken.
Ich kann nicht bleiben, meine Liebe.
Ich wurde nicht geboren, um deine Bedürfnisse zu befriedigen.
um sich um dich zu kümmern.
oder sich in deinen Armen zu verstecken.
Ich wurde nicht geboren, um mich kleiner zu machen.
oder als selbstverständlich angesehen werden.
Ich kann nicht bleiben, Boss.
Ich wurde nicht geboren, um Geld für andere zu verdienen.
Ich wurde nicht geboren, um Befehle zu befolgen.
oder den gleichen Tag immer und immer wieder zu wiederholen.
Ich wurde nicht aus Langeweile geboren.
Ich kann nicht bleiben, Meister.
Ich wurde nicht geboren, um deinen Vorstellungen davon zu folgen, was Wahrheit ist.
oder nach deinen Dogmen zu leben.
Ich wurde geboren, um meine eigene Wahrheit zu finden.
und mache meine eigenen Regeln.
Ich wurde geboren, um das Leben voll zu erleben.
Sich in indischen Zügen zu verirren.
Von gefährlichen Männern verführt zu werden.
Um verschiedene Gesichter, Orte und Kulturen zu treffen.
um die ganze Nacht im Dschungel zu sein.
Um mit Wölfen zu laufen.
Um von meinen Füßen gefegt zu werden.
Im Sturm zu erobern
Um ein gebrochenes Herz zu haben.
Am Boden zerstört
Betäubt
Schockiert
Verloren
In die Tiefe geworfen
Ich wurde geboren, um mir die Hände schmutzig zu machen.
Um Sand in meinen Mund zu bekommen.
Schlamm auf meinen Kleidern
Dornen unter meinen Füßen
Ich wurde geboren, um in den Abgrund zu springen.
Ich wurde geboren, um Ausserirdische zu treffen.
Rituale durchzuführen
Um in der Zeremonie geknackt zu werden.
Um über Zeit und Raum hinauszugehen.
Um die Magie zu begrüßen
Mich völlig zu verlieren.
Ich wurde geboren, um alles zu spüren.
Um alles zu schmecken
Der bittere Geschmack der Trauer
Der üble Geschmack von Täuschung
Der süsse Geschmack der Liebe
Ich wurde geboren, um zu lernen, wie man mit Veränderungen elegant umgeht.
Ich wurde geboren, um die Wahrheit zu erfahren.
um zu lernen, wie man fliegt.
Ich wurde geboren, um zu lernen, wie man die Sprache der Liebe spricht.
Wie ich mein Herz entfesseln kann.
Wie man alles vergisst
Wie man alle Erwartungen loslässt.
Ich wurde geboren, um zu lernen, wie es sich anfühlt, alles zu verlieren.
ausser dem, was wirklich wichtig ist.
Ich wurde geboren, um ein Leben zu führen, das alles, was nicht real war, wegnimmt.
das war nicht wahr.
das war nicht ich.
Ich bin ein Phönix.
Ich bin geboren, um meine Flügel zu spreizen und zur Sonne zu fliegen.
Um zu verbrennen und zu Asche zu werden.
Um auf die Erde zu fallen und wieder aufzustehen.
Wenn ich alt bin
Ich werde stolz auf meine Narben sein.
Meine Falten
Meine Erinnerungen
Meine Geschichten
Meine Weisheit
Meine Freiheit.
Ich wurde geboren, um frei zu sein.
Und deshalb kann ich nicht bleiben.

Autor: Sanne Burger

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Lieben ist ein Verb

Letzthin las ich eine schöne buddhistische Parabel. Der Schüler fragte den Lehrer: „Wer bist Du“ und der Lehrer antwortete:“Wenn ich nicht weiss wer ich bin, diene ich Dir. Wenn ich weiss, wer ich bin, dann bin ich Du.“

Das war die Belehrung über das tiefste Mitgefühl.

Sie erinnerte mich daran, wie mein Ideal einer liebevollen Verbindung zwischen zwei Menschen sein kann – und meiner Meinung nach auch sein sollte: Liebe sollte ein Verb sein. Es sollte viel Aktivität beinhalten. Tun für den anderen. Und auch, ja: Dienen.

Dem gemeinsamen Wohl dienen, das ist für mich schon die totale Hingabe aneinander und an den Partner.

Vor Jahren hatte ich eine liebe Kundin, die zur Therapie kam. Ihr Mann brachte sie und fragte sie nach ihrem Autoschlüssel. In der Zeit, die sie bei mir war, hat er ihr das Auto gewaschen und getankt. Ich war wirklich sehr überrascht und sagte: „Da hast Du aber ein richtiges Goldstück erwischt“.

Sie sagte, das sei in ihrer Ehe normal, sie würden sich gerne kleine Wohltaten geben.
Es geht aber nicht immer um das „Extra“ sondern um die Kleinigkeiten die man mit grosser Selbstverständlichkeit tut. Die ganz kleinen Gesten von Aufmerksamkeit und Fürsorge. Wie das total unaufgeforderte selbstverständliche Helfen. Das Marmeladeglas das Dir Dein Partner aus der Hand nimmt und aufdreht, die Tasche die er Dir trägt, das Kissen, das er Dir reicht weil er weiss dass Du leicht eine Blasenentzündung bekommst, wenn Du kalt sitzt. Die Jacke, die er auszieht, weil er sieht dass Du kalt bekommst, die Hand die er unter Deinen Arm schiebt weil der Boden schlüpfrig ist. Die Aspirintablette die Du auflöst wenn Du siehst dass er einen schweren Kopf hat, die Zahnbürste die man ersetzt, weil man sieht, das die alte schon knittert, das Kochen vom Lieblingsgericht, das Hereinnehmen der Schuhe, wenn der Regen auf den Balkon spritzen wird. Alles einfach so, ohne grosses Aufheben getan. Kleine Gesten, einfach weil der Partner Dein Wohlsein möchte.

Ich habe das viele Jahre betrachtet und besonders fällt mir ein Paar ein, Nadia und Stefan, die sind so aufeinander eingestellt, dass man sich gar nicht vorstellen kann, das eine(r) ohne den anderen könnte. Da sah ich sie, die Harmonie der Selbstverständlichkeit, das gegenseitige Füreinander-Dasein. Auch in dieser Beziehung flogen schon die Fetzen, aber sie haben immer wieder den Weg zueinander gefunden – über das Tun. Weil sie einfach wissen was sie brauchen und was dem anderen jetzt gut tut.

Fürsorglichkeit scheint ein Wert zu sein, auf dem gute Partnerschaften gebaut sind. FÜR den Partner da sein, FÜR ihn etwas tun, ohne eine Gegenleistung zu erwarten ist etwas, das eine wirkliche Tiefe in die Liebe bringen kann.

Der Psychologe Erich Fromm hat einmal gesagt: „Wirkliche Liebe ist ein Ausdruck der inneren Produktivität, umfasst Fürsorge, Respekt, Verantwortlichkeit und Wissen“.

Frage Dich einmal selbst, in welchen Verbindungen Du AKTIV fürsorglich bist?

Wo bist Du für Deine Lieben da?

Gibst Du Deinem Partner genug von dem, was Eure Liebe trägt?

Wie selbstverständlich ist es für Dich Deinen Partner gut zu behandeln?

Und trägt er das selbe dazu bei?

Wie steht es um das TUN füreinander?

Wie viele liebevolle Gesten habt ihr im alltäglichen Miteinander? Konzentriere Dich darauf, danke ihm dafür, zeige es auf, freue Dich daran, auch an deinem eigenen Tun.

Als Coach sage ich das immer sehr entschieden: Wenn der Partner nichts mehr für Dich tut – und zwar aus eigenem Antrieb – und Du nichts mehr für ihn tun möchtest – aus eigenem Wollen – dann ist die Beziehung zu Ende.

Dann diene Dir selbst, sei sorgsam mit Dir, tu viel für Dich…

Dann geh weiter, liess das nächste Goldstück auf und freue Dich an dem Flow, wenn Ihr einander dienen möchtet.

Noch ein ganz kleines Detail aus dem Nähkästchen geplaudert. Mir fiel auf, dass mein Lieblingsmann immer wieder den Ärmel meiner Kleidung hoch zog, wenn wir Hand in Hand miteinander liefen. Irritiert fragte ich ihn, warum er das tut. Er sagte: Ich will Deine Haut spüren, nicht Deine Kleider.

Siehste? Goldstück und Glück gehabt.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Ich geh Dir auf die Geschmacksnerven :-)

Glas of Marmelade

Wann hast Du das letzte Mal ein kleines Amusement gehabt? Weisst Du, dass solche Minimomente dauernd stattfinden?

Heute morgen hatte ich einmal mehr das Amusement des kleinen Augenblicks. Ich ging zu unserem einzigen Bäcker, einer, der noch alles mit der Hand macht und in dessen Backstube es noch echt duftet und wo man noch Brote und Gebäckstücke bekommen kann, die individuell aussehen und der Massenware nicht gleichen. In der Einfahrt des Bäckers stand ein Lieferwagen, sie bekamen eine grosse Lieferung Mehl, Butter, Zucker. Eine der riesigen Paletten war schon ausgeladen, eine andere wurde gerade auf eine Rollenschiene geladen.

Die Einfahrt zur Garage und den Lagerräumen der Bäckerei liegt im Kellergeschoss und eine steile Zufahrt führt hinunter. Zwei der Bäcker und der Lieferant mühten sich ab mit dem schweren Gefährt, die Zuckersäcke rutschten – und einer löste sich. Natürlich platzte er auf und 25kg feinster Zucker stob in alle Richtungen, wie Schnee bedeckte es den ganzen Weg. Die Männer waren erschrocken, versuchten aber erfolgreich den Rest der Lieferung heil nach unten zu bringen. Einer der Bäcker kam mit einer Schaufel zurück und ich war gespannt was er nun mit dem Rest des aufgeplatzten Sacks wohl machen würde. Er schaute sich um…. dann steckte er den Zeigefinger in den Mund und anschliessend in den Zucker. Und wieder zurück in den Mund. Dabei lächelte er versonnen wie ein kleiner Bub, der sich einen Streich erlaubt.

Ich musste schmunzeln und einmal mehr dachte ich: In jedem All-Tag stecken solche kleinen Geheimnisse, spontane und kleine Situationen, die einem die Gelegenheit geben, dem Leben mit einem Lächeln zu begegnen. Man muss nur die Augen und die Sinne aufmachen und wirklich am Leben teil-nehmen.

Wie oft gehen wir schnell, blind, abgelenkt, in Gedanken in unsere Welt und übersehen diese Momente, die uns ein bisschen inne halten und staunen lassen könnten, wenn wir sie doch nur wahrnehmen könnten. Und verpassen dabei das kleine Glück.

Achte diese Woche doch einmal auf die Kleinigkeiten. Mach die Augen auf, die Ohren, die Nase. Rieche wieder einmal das Laub, den Herbst, höre die Geräusche die der Wind macht, das strömende Wasser irgendwo in der Natur, da wo es gerade für Dich geht. Folge den Wolken, hebe den Blick. Benutze Deine Sinne um Dich reich zu fühlen. Denn: Beschenkt wirst Du immer!

Nach dem Bäcker durfte ich dann nochmals geniessen. Ich besorgte mir noch eine Marmelade und sah im Regal einen Tiegel, der mit „Glück“ beschriftet war. Köstlich! Das pure Glück auf dem frischen Brot.

Wenn Du keine Situation findest, über die Du lächeln kannst, dann erschaffe selbst eine: Schenke dem Nächsten etwas Glück, dem Du begegnest. Ein Lächeln, eine Geste, ein warmes Wort, eine Blume die Du abzupfen kannst. Oder eine glatte Kastanie, die gerade frisch aus der Schale gesprungen ist und die Du als Glücks-Erinnerungs-Stück in Deine Hosentasche nimmst.

Es ist so einfach, das Leben mit Wundern.

Wunderst Du Dich noch?

Ich wünsche Dir eine bezaubernde Woche.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Der siebte Sinn

In den letzten Wochen habe ich sehr gerne über unsere fünf definierten Sinne geschrieben. Bei einigen Lesern hat es eine „sinnliche“ Erfahrung ergeben, sie haben sich ganz bewusst einmal darauf konzentriert zu sehen, hören, riechen, schmecken, zu tasten. Bei anderen hat der sechste Sinn, das Gleichgewicht, eine kleine Kursänderung ergeben.

Was aber meinen wir mit dem „siebten Sinn“? Meist sagt man dass man einen siebten Sinn hat, wenn man eine Erfahrung macht, die wenig oder gar nichts mit unseren körperlichen Fähigkeiten zu tun hat. Es geht um „Ahnung“, um Intuition, etwas fühlen ohne es zu fühlen.

Den siebten Sinn kann man ganz gut spüren. Ein inneres Wissen, das von aussen nicht manipuliert oder beeinflusst werden kann. Unser siebter Sinn ist so etwas ganz Leises, Feines. Egal wie sehr uns die Realität etwas vorgaukelt und wie sehr die optische Täuschung gelingt, irgendwie wissen wir, das es nicht so ist wie es tut. Die Illusion ist nicht stark genug, unser inneres Wissen ist meistens untrüglich auf der absolut richtigen Fährte.

In der vergangenen Woche hatte ich gleich mehrere Male die Gelegenheit meinem siebten Sinn zu begegnen und irgendwie erkannte ich: Eigentlich ist es nicht viel mehr als ein perfektes Zusammenspiel aller anderen Sinne: Die totale Wachheit führt uns da hin, die vollkommene Präsenz, das Dasein. Eigentlich können wir nur siebtsinnig spüren wenn wir total hier und jetzt da sind.

Meistens sind wir das leider nicht. Wir sind abgelenkt vom Leben, von den Ereignissen, den stimulierenden Sinneswahrnehmungen, dem Lauten, Schnellen und auch Auf-dringlichen. Wie schnell lassen wir uns fangen von Sensationen!

Lustig, dass hier schon die Lösung liegt:

Sensationen – Sense – sensus

kommt ja von den Sinneseindrücken – und zeigt ein Ereignis, das erhöht von unseren Sinnen aufgenommen und wahrgenommen wird. Meist ist es etwas Aussergewöhnliches, wir betiteln zum Beispiel ein schönes Menü als „sensationell“ wenn es ganz besonders überraschend köstlich ist. Oder ein Konzert, das sensationell gut und damit besonders schmeichelnd für die Ohren und die Sinne war.

Sensationen bestimmen unser aller Alltag, entweder real, wenn wir zum Beispiel unseren Sinnen besonders gutes Futter geben (eine Augenweide bei einer Wanderung, eine Massage, ein gutes Essen, ein Konzert, ein feines Parfüm)

im Zweifelsfall bekommen wir aber auch Sensationen vorgegaukelt im Fernsehen, im Internet, in der erlogenen Welt in den sozialen Medien.

Sensationell ist es in den wenigsten Fällen, wenn es virtuell ist. Dann fühlen wir die Berührtheit nicht wirklich, sondern meinen, dass es so ist, weil es eben so sein muss. Eine ganze Industrie nährt ihre Umsätze aus vorgegaukelten Sensationen. Die Werbung, das TV, die Filmindustrie, um nur ein paar zu nennen.
Wie viel anders kann es sein, wenn wir bewusst unsere Sinne spüren lassen, mit einem wachen Bewusstsein in die Welt gehen. Bei uns selbst sind und doch im Aussen. Der Beobachter und gleichzeitig das Objekt unserer Wahrnehmung.

In der Authentizität liegt das wahre Gold: Ich bleibe bei mir und nehme wahr was wirklich ist.

Der siebte Sinn ist also für mich nur – Bewusstwerden was wirklich ist.

Manchmal sagen wir: Ich konnte es doch riechen dass das eine Lüge war! Ich konnte es kommen sehen, ich habe geschmeckt dass da was faul war.
Eigentlich haben wir alle den inneren Beobachter, den der wahrnimmt und es wirklich WEISS weil er es wirklich spürt.

Machen wir uns also wieder auf den Weg wach und bewusst, wahrnehmend und sinnlich zu sein. Da liegt es doch das Gold. In Dir. Und in der Resonanz im Aussen dann: Überall. Dazu ist es wichtig alle Sinne zu benutzen. Sinnlich wahrzunehmen.

Oder auch: ÜBERSINNLICH.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

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…von der harmonischen Balance…

Bist Du im Gleichgewicht?

Unser fünfter Sinn ist einer, von dem wir wenig sprechen, den wir oft vergessen und der doch in jeder Hinsicht extrem wichtig ist.

Der Gleichgewichtssinn.

Vor Jahren ereilte mich eine Attacke, die mich voll aus der Bahn gehauen hat. Ich war mit meinen Jungs in Zermatt und alles war fein, bis wir abends in das schöne Spa gingen. Die Jungs plantschten im Bad. Ich erhob mich von meiner Liege und taumelte. Es war nicht einfach eine Kreislaufschwäche, sondern eine Schwindelattacke. Ich schwankte wie ein Schiff bei schwerem Seegang. Sicher kannst Du Dir vorstellen, wie übel es einem wird, wenn sich plötzlich die ganze Welt um einen herum bewegt.

Unser Gleichgewicht wird eigentlich im Ohr geregelt.

Es ist für unseren Gleichgewichtssinn von zentraler Bedeutung, denn im Innenohr befindet sich das Gleichgewichtsorgan. Es besteht aus drei annähernd kreisrunden Kanälen – den Bogengängen – und zwei Säckchen, den sogenannten Vorhofsäckchen (Otolithenorganen). Die Bogengänge und die Vorhofsäckchen sind mit Flüssigkeit gefüllt.

Jeder der drei Bogengänge ist für eine bestimmte Bewegungsrichtung des Kopfes zuständig: Jeweils einer registriert, wenn der Kopf

  • nach oben oder unten geneigt,
  • nach rechts oder links geneigt oder
  • seitwärts gedreht wird.

Die Otolithenorgane befinden sich schräg unter den Bogengängen und funktionieren ähnlich: In beiden Säckchen befinden sich ebenfalls feine Sinneshärchen. Der Unterschied zu den Bogengängen: Auf den Härchen haften kleine Kristalle – wie Steinchen auf einem Teppich. Fachleute nennen die Kristalle Otolithen. Mit den Vorhofsäckchen wird Beschleunigung wahrgenommen. Zum Beispiel das Gefühl, wenn man im Fahrstuhl fährt, fällt oder beim Autofahren losfährt oder abbremst.

Wenn uns schwindelig wird sind oft die kleinen Kristalle schuld, die in der Flüssigkeit des Innenohrs hin und her schwappen oder auch mal festhängen. Dann machen Ärzte gerne ein „Lagerungsmanöver“ bei dem sie versuchen die Kristalle wieder an die richtige Stelle zu bringen.

Soweit die physiologische Erklärung.

Aber es gibt auch ein Gleichgewicht, über das viele Menschen sprechen und das keinerlei Bezug nimmt zu unserem Ohr. Damals hat mich eine Kollegin gefragt, wo in meinem Leben ich mich gerade anschwindle und für mich war schnell gefunden, wo ich aus dem Gleichgewicht geraten war.

Gibt es bei dem was Du tust ein Gleichgewicht zwischen

Geben und Nehmen

Senden und Empfangen

Zuhören und Reden

Tun und Rasten?

Gibt es genug Raum für alles, was Dein Leben ausmacht?

Eine ganze Weile sprach man von der Work-Life-Balance. Da geht es um das Arbeiten, das Tun, das Sein, den Sinn von dem was Du machst, Deine Gesundheit, Deine Beziehungen, Deine Sicherheiten.

Wenn Du ins Ungleichgewicht mit einem Deiner Lebensinhalte gerätst, dann zieht das auch an allem anderen. Das System, die harmonische Ordnung wird gestört, es entsteht Chaos. Ganz oft greift dann der Körper ein und zwingt Dich zu mehr Ruhe. Macht eine Infektion gross und lässt Dich mit einer Erkältung ins Bett kriechen, bringt Dir Kopfschmerzen oder einen kleineren Unfall. Ruhezeit. Zeit, die Dinge wieder neu zu ordnen.

Ich erinnere mich an einen Klienten, es war ein wichtiger Manager. Eines Tages fiel er morgens beim Verlassen des Hauses über einen Ball und stürzte unglücklich, brach sich ein Bein, kam ins Spital. Der Arzt sagte ihm, es brauche ein paar Wochen bis er wieder laufen könne. Mein Klient sagte: „Machen Sie bitte irgendwas Schnelles. Für so einen Quatsch habe ich keine Zeit!“

Es war ein komplizierter Bruch, da war nichts zu beschleunigen. In der Erholungszeit hatte mein Klient viel Zeit zum Nachdenken. Nach vier Wochen ging er dann wieder auf beiden Beinen. Seinen Job hatte er umdefiniert, endlich einmal Dinge delegiert, sich Raum geschaffen für Stille und Freizeit, durchgeatmet und sich um Anderes gekümmert, das zu kurz gekommen war.

Noch einmal die Frage: Bist DU im Gleichgewicht Deiner Kräfte, deines Lebens?

Wo darfst Du jetzt freiwillig um Ausgleich sorgen damit Dein Leben Balance hat?

Es ist Herbst. Geniesse das Ende eines langen Sommers. Sieh die Harmonie in der Natur. Die Farben, die Früchte, das Ausgewogene, das Ordentliche im natürlichen Kreislauf. Schau Dir Dein Leben, deine Schätze und Reichtümer an. Geniesse. Alles ist gut.

 

Willkommen in der Adlerperspektive.

Alles eine Geschmacksfrage…

Hast Du schon mal eine Auster gegessen?

Sie schmeckt nach – Salz. Nach Wasser. Nur ein ganz klein bisschen wie Fisch. Sie ist glibberig und sanft im Mund. Viele Menschen streiten sich, ob man sie nun kauen oder einfach ganz runter schlucken soll. Ob man Zitrone drauf träufelt. Ganz ehrlich, wenn Du Zitrone dazu nimmst dann schmeckst Du nur Zitrone. Eine Auster ist einfach ein Stück vom Meer. Es ist die „mouth sensation“, das Erlebnis wie es sich anfühlt, das Fühlen im Mund, was die Auster ausmacht. Denn eigentlich schmeckt sie nicht wirklich wie „etwas“ und trotzdem eben speziell.

Geschmack ist harte Arbeit: Damit wir wahrnehmen, wie ein Lebensmittel schmeckt, müssen wir es in den Mund nehmen und zerstören. Wir müssen beissen, wir müssen schmelzen, wir müssen es mit der Zunge bearbeiten erst dann entfaltet sich ein Geschmack.

Vor Jahren hat mir ein Barista erklärt warum Espresso in dickwandigen Tassen serviert wird: Damit der Kaffee nicht an der Zungenspitze ankommt (wie zum Beispiel Tee, aus einem ganz dünnen Tässchen… so kann sich die feine Blume eines Darjeelings bemerkbar machen, die nicht sehr aufdringlich schmeckt).

Espresso ist bitter, aromatisch, stark, geröstet, intensiv. Der gehört in den hinteren Teil der Zunge, da kann er sein Aroma entfalten.

Die eigentlichen Geschmacksorgane der Zunge sind die Geschmacksknospen. Sie liegen in den sogenannten Geschmackspapillen. Dies sind die kleinen Erhebungen, die Du auf Deiner Zunge erkennen kannst. Ein Erwachsener hat etwa 2000 bis 4000 Papillen auf der Zunge. Isst Du also eine salzige Suppe oder eine süsse Nachspeise, so werden die Sinneszellen in den Geschmacksknospen aktiviert und Dein Gehirn wird darüber informiert, wie salzig oder süss das Essen ist. Etwa die Hälfte der Sinneszellen reagiert auf alle fünf Grundgeschmacksrichtungen, die restlichen sind spezialisiert auf einen bestimmten Geschmack.

Fantastisch also was sich tagtäglich auf unserer Zunge und im Mund abspielt!

Wie alle anderen Sinne wird auch der Geschmackssinn spannend und ein absolutes Wunder, wenn man sich damit beschäftigt. Wer hätte das gedacht, dass unser Körper uns jeden Tag Abenteuer liefert! Wir müssen uns ja nur darauf konzentrieren und können jeden Tag sinnliche Erfahrungen machen – und das Beste daran – im Alltag! Denn wir alle essen und trinken ja jeden Tag! Schmecken! Ein fantastisches vielfältiges tägliches Ritual!

Riechen und schmecken liegen ja ganz nah beieinander und helfen sich gegenseitig, z.B. besonders deutlich bei der Weinverkostung.

Gerade jetzt im Herbst gibt es wieder so viel Köstliches und Wunderbares auf dem Teller, auf dem Markt, im Angebot.

In der Schweiz sagt man dann auch noch zum Geruch Geschmack. So kann es vorkommen, das jemand neben einem steht der sagt: „Du schmeckst so fein“. Mehr als einmal habe ich mich darüber amüsiert.

Aber auch in meiner englischen Wahlheimat spricht man vom „taste“ und das ist dann gleich einiges: Geschmack mit und ohne sinnlichen Geschmack, Vorlieben, Kostproben, Duft, erleben, Vorgeschmack.

Nun aber die Frage der Fragen:

Was schmeckt Dir ganz besonders gut?

Welches Gewürz findest Du unentbehrlich?

Welchen Rohstoff möchtest Du beim Kochen immer dabei haben?

Was schmeichelt Deiner Zunge?
Welcher Geschmack ist Deine liebste Kindheitserinnerung?

Welchen Geschmack kannst Du nicht ausstehen?

Und welcher Geschmack verführt Dich?

Heute gibt es ja moodfood, ein Essen, das die Stimmungslage verändert, das beruhigt, anregt, aphrodisiert… und kürzlich sagte eine Freundin, als ich ihr einen Quarkschmarrn machte, das sei „comfortfood“. Und das ist es auch. Oma-Essen…

woran erinnerst Du Dich in Bezug auf Essen, das Deiner Seele gut tut?

Ich wünsche Dir eine herrliche köstliche Woche und – streu ein bisschen Zimt drauf, das wärmt Dein Herz.

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

 

Falls Du noch ein bisschen in den Geschmäckern schwelgen möchtest: Der Film Zimt und Koriander ist eine wunderbare Reise in diese Welt.