Der siebte Sinn

In den letzten Wochen habe ich sehr gerne über unsere fünf definierten Sinne geschrieben. Bei einigen Lesern hat es eine „sinnliche“ Erfahrung ergeben, sie haben sich ganz bewusst einmal darauf konzentriert zu sehen, hören, riechen, schmecken, zu tasten. Bei anderen hat der sechste Sinn, das Gleichgewicht, eine kleine Kursänderung ergeben.

Was aber meinen wir mit dem „siebten Sinn“? Meist sagt man dass man einen siebten Sinn hat, wenn man eine Erfahrung macht, die wenig oder gar nichts mit unseren körperlichen Fähigkeiten zu tun hat. Es geht um „Ahnung“, um Intuition, etwas fühlen ohne es zu fühlen.

Den siebten Sinn kann man ganz gut spüren. Ein inneres Wissen, das von aussen nicht manipuliert oder beeinflusst werden kann. Unser siebter Sinn ist so etwas ganz Leises, Feines. Egal wie sehr uns die Realität etwas vorgaukelt und wie sehr die optische Täuschung gelingt, irgendwie wissen wir, das es nicht so ist wie es tut. Die Illusion ist nicht stark genug, unser inneres Wissen ist meistens untrüglich auf der absolut richtigen Fährte.

In der vergangenen Woche hatte ich gleich mehrere Male die Gelegenheit meinem siebten Sinn zu begegnen und irgendwie erkannte ich: Eigentlich ist es nicht viel mehr als ein perfektes Zusammenspiel aller anderen Sinne: Die totale Wachheit führt uns da hin, die vollkommene Präsenz, das Dasein. Eigentlich können wir nur siebtsinnig spüren wenn wir total hier und jetzt da sind.

Meistens sind wir das leider nicht. Wir sind abgelenkt vom Leben, von den Ereignissen, den stimulierenden Sinneswahrnehmungen, dem Lauten, Schnellen und auch Auf-dringlichen. Wie schnell lassen wir uns fangen von Sensationen!

Lustig, dass hier schon die Lösung liegt:

Sensationen – Sense – sensus

kommt ja von den Sinneseindrücken – und zeigt ein Ereignis, das erhöht von unseren Sinnen aufgenommen und wahrgenommen wird. Meist ist es etwas Aussergewöhnliches, wir betiteln zum Beispiel ein schönes Menü als „sensationell“ wenn es ganz besonders überraschend köstlich ist. Oder ein Konzert, das sensationell gut und damit besonders schmeichelnd für die Ohren und die Sinne war.

Sensationen bestimmen unser aller Alltag, entweder real, wenn wir zum Beispiel unseren Sinnen besonders gutes Futter geben (eine Augenweide bei einer Wanderung, eine Massage, ein gutes Essen, ein Konzert, ein feines Parfüm)

im Zweifelsfall bekommen wir aber auch Sensationen vorgegaukelt im Fernsehen, im Internet, in der erlogenen Welt in den sozialen Medien.

Sensationell ist es in den wenigsten Fällen, wenn es virtuell ist. Dann fühlen wir die Berührtheit nicht wirklich, sondern meinen, dass es so ist, weil es eben so sein muss. Eine ganze Industrie nährt ihre Umsätze aus vorgegaukelten Sensationen. Die Werbung, das TV, die Filmindustrie, um nur ein paar zu nennen.
Wie viel anders kann es sein, wenn wir bewusst unsere Sinne spüren lassen, mit einem wachen Bewusstsein in die Welt gehen. Bei uns selbst sind und doch im Aussen. Der Beobachter und gleichzeitig das Objekt unserer Wahrnehmung.

In der Authentizität liegt das wahre Gold: Ich bleibe bei mir und nehme wahr was wirklich ist.

Der siebte Sinn ist also für mich nur – Bewusstwerden was wirklich ist.

Manchmal sagen wir: Ich konnte es doch riechen dass das eine Lüge war! Ich konnte es kommen sehen, ich habe geschmeckt dass da was faul war.
Eigentlich haben wir alle den inneren Beobachter, den der wahrnimmt und es wirklich WEISS weil er es wirklich spürt.

Machen wir uns also wieder auf den Weg wach und bewusst, wahrnehmend und sinnlich zu sein. Da liegt es doch das Gold. In Dir. Und in der Resonanz im Aussen dann: Überall. Dazu ist es wichtig alle Sinne zu benutzen. Sinnlich wahrzunehmen.

Oder auch: ÜBERSINNLICH.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

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