…von der harmonischen Balance…

Bist Du im Gleichgewicht?

Unser fünfter Sinn ist einer, von dem wir wenig sprechen, den wir oft vergessen und der doch in jeder Hinsicht extrem wichtig ist.

Der Gleichgewichtssinn.

Vor Jahren ereilte mich eine Attacke, die mich voll aus der Bahn gehauen hat. Ich war mit meinen Jungs in Zermatt und alles war fein, bis wir abends in das schöne Spa gingen. Die Jungs plantschten im Bad. Ich erhob mich von meiner Liege und taumelte. Es war nicht einfach eine Kreislaufschwäche, sondern eine Schwindelattacke. Ich schwankte wie ein Schiff bei schwerem Seegang. Sicher kannst Du Dir vorstellen, wie übel es einem wird, wenn sich plötzlich die ganze Welt um einen herum bewegt.

Unser Gleichgewicht wird eigentlich im Ohr geregelt.

Es ist für unseren Gleichgewichtssinn von zentraler Bedeutung, denn im Innenohr befindet sich das Gleichgewichtsorgan. Es besteht aus drei annähernd kreisrunden Kanälen – den Bogengängen – und zwei Säckchen, den sogenannten Vorhofsäckchen (Otolithenorganen). Die Bogengänge und die Vorhofsäckchen sind mit Flüssigkeit gefüllt.

Jeder der drei Bogengänge ist für eine bestimmte Bewegungsrichtung des Kopfes zuständig: Jeweils einer registriert, wenn der Kopf

  • nach oben oder unten geneigt,
  • nach rechts oder links geneigt oder
  • seitwärts gedreht wird.

Die Otolithenorgane befinden sich schräg unter den Bogengängen und funktionieren ähnlich: In beiden Säckchen befinden sich ebenfalls feine Sinneshärchen. Der Unterschied zu den Bogengängen: Auf den Härchen haften kleine Kristalle – wie Steinchen auf einem Teppich. Fachleute nennen die Kristalle Otolithen. Mit den Vorhofsäckchen wird Beschleunigung wahrgenommen. Zum Beispiel das Gefühl, wenn man im Fahrstuhl fährt, fällt oder beim Autofahren losfährt oder abbremst.

Wenn uns schwindelig wird sind oft die kleinen Kristalle schuld, die in der Flüssigkeit des Innenohrs hin und her schwappen oder auch mal festhängen. Dann machen Ärzte gerne ein „Lagerungsmanöver“ bei dem sie versuchen die Kristalle wieder an die richtige Stelle zu bringen.

Soweit die physiologische Erklärung.

Aber es gibt auch ein Gleichgewicht, über das viele Menschen sprechen und das keinerlei Bezug nimmt zu unserem Ohr. Damals hat mich eine Kollegin gefragt, wo in meinem Leben ich mich gerade anschwindle und für mich war schnell gefunden, wo ich aus dem Gleichgewicht geraten war.

Gibt es bei dem was Du tust ein Gleichgewicht zwischen

Geben und Nehmen

Senden und Empfangen

Zuhören und Reden

Tun und Rasten?

Gibt es genug Raum für alles, was Dein Leben ausmacht?

Eine ganze Weile sprach man von der Work-Life-Balance. Da geht es um das Arbeiten, das Tun, das Sein, den Sinn von dem was Du machst, Deine Gesundheit, Deine Beziehungen, Deine Sicherheiten.

Wenn Du ins Ungleichgewicht mit einem Deiner Lebensinhalte gerätst, dann zieht das auch an allem anderen. Das System, die harmonische Ordnung wird gestört, es entsteht Chaos. Ganz oft greift dann der Körper ein und zwingt Dich zu mehr Ruhe. Macht eine Infektion gross und lässt Dich mit einer Erkältung ins Bett kriechen, bringt Dir Kopfschmerzen oder einen kleineren Unfall. Ruhezeit. Zeit, die Dinge wieder neu zu ordnen.

Ich erinnere mich an einen Klienten, es war ein wichtiger Manager. Eines Tages fiel er morgens beim Verlassen des Hauses über einen Ball und stürzte unglücklich, brach sich ein Bein, kam ins Spital. Der Arzt sagte ihm, es brauche ein paar Wochen bis er wieder laufen könne. Mein Klient sagte: „Machen Sie bitte irgendwas Schnelles. Für so einen Quatsch habe ich keine Zeit!“

Es war ein komplizierter Bruch, da war nichts zu beschleunigen. In der Erholungszeit hatte mein Klient viel Zeit zum Nachdenken. Nach vier Wochen ging er dann wieder auf beiden Beinen. Seinen Job hatte er umdefiniert, endlich einmal Dinge delegiert, sich Raum geschaffen für Stille und Freizeit, durchgeatmet und sich um Anderes gekümmert, das zu kurz gekommen war.

Noch einmal die Frage: Bist DU im Gleichgewicht Deiner Kräfte, deines Lebens?

Wo darfst Du jetzt freiwillig um Ausgleich sorgen damit Dein Leben Balance hat?

Es ist Herbst. Geniesse das Ende eines langen Sommers. Sieh die Harmonie in der Natur. Die Farben, die Früchte, das Ausgewogene, das Ordentliche im natürlichen Kreislauf. Schau Dir Dein Leben, deine Schätze und Reichtümer an. Geniesse. Alles ist gut.

 

Willkommen in der Adlerperspektive.

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