Wertvorstellungen

 

Gestern durfte ich zwei wunderbare Menschen aus meinem Coaching entlassen. Beruflich sind sie meilenweit voneinander entfernt und doch waren sie mit dem selben Thema unterwegs: Selbstwert.

Wie wunderbar, wenn man nach einer langen und intensiven Arbeit im Coachingprozess sehen kann, wie sich die Schultern straffen, der Kopf gehoben und die Brust herausgedrückt wird. Die Körpersprache der beiden war eine völlig andere als bei ihrem ersten Gespräch. Sie waren beide gewachsen in sich.

Von den Kristallen weiss man, dass sie nach innen wachsen und dabei die Dichte des Minerals immer mehr Spannung aufbaut. Man kann auch sagen, es ist gebündelte Kraft, die sich immer mehr veredelt. Ähnlich geht es Menschen, die ihren Wert entdecken und kultivieren und schliesslich zu lieben beginnen.

Menschen, die ihren eigenen Wert kennen und aufgrund dieses grossen Geschenks in sich – nach aussen sichtbar handeln, beginnen, einen wirklich Wert für andere darzustellen. Wie wunderbar, wenn ein Mensch seiner eigenen Stimme folgt und unabgelenkt ist vom Lärm des Alltäglichen.

Wie steht es um Deinen Wert?

Bist Du glücklich mit Dir?

Kennst Du Deine schönsten Seiten, deine edelsten Züge?

Siehst du deinen Diamanten im Herz?

Ach, die Welt wäre so viel wunderbarer, wenn wir alle unsere eigenen Geschenke zu schätzen wüssten und sie inflationär der Welt schenken würden!

In einem Gespräch heute Abend hatte ich einen Coachee, der innerlich kocht, dessen Temperament für ihn herausfordernd ist. Er hat es erkannt, dass sein Feuer, seine Leidenschaft, einen Weg nach aussen braucht. Seit er erkannt hat, dass Wut auch eine kreative Kraft ist, ein Motor für grosses Schaffen, ist er lebensfroh unterwegs und bewegt jeden Tag ganze Berge. Ich musste schmunzeln als er sagte, er könne sich nun endlich besser leiden und auch annehmen dass er eben so ist wie er ist und das Ganze dann wertschöpfend für Andere zur Verfügung stellen.

Unternimm doch heute einmal eine Reise in dein Innerstes und frage Dich, was Deine grösste Gabe ist.

Eine Gabe wurde uns gegeben um sie zu geben. Ganz anderes als ein Talent, dessen Same in uns steckt, an dem wir aber zur Vollendung schleiffen müssen.

Was ist Dir gegeben?

Was kannst Du völlig anstrengungslos jederzeit abrufen und zur Verfügung stellen?

Was macht Dich wertvoll?

Ich freue mich auf Deine Rückmeldung. Feire Dich selbst, breite die Flügel aus und dann: Spring.

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

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In der Ruhe liegt die Kraft

„Man muss das Chaos in sich tragen, um einen tanzenden Stern zu gebären“ (Nietzsche)
Als ich noch ein Pferd hatte, gab es eine Regel jeden Frühling im Stall: Die Pferde nicht länger als 20 Minuten auf die Weide im Frühjahr. Das lag am frischen Gras, das zu dieser Zeit ganz besonders viel Eiweiss enthielt. Da ich schon immer ein Rebell gegen Regeln war, musste ich das unbedingt bewiesen haben. Wir hatten eine Reiterin, die immer viel redete und ewig lang da war um Sattelzeug zu putzen, aufzuräumen, zu fegen und so allerlei zu tun. An einem Tag im März also brachte sie ihr Pferd auf die Weide und schaute nicht auf die Uhr. Während wir anderen unsere Vierbeiner schnell wieder herein holten, blieb ihres grasend viel länger draussen. Das Schauspiel das sich mir bot, als ich es später beobachtete, war höchst amüsant. Es war, als hätte das edle Tier das „restless leg syndrom“ an allen vier Beinen individuell. Mit der in ihm entstehenden wilden Kraft konnte es kaum umgehen, es schien fast zu explodieren vor Energie und Tatendrang. Unnötig zu sagen dass die Reiterin ihre schöne Mühe hatte, auf dem Rücken des Pulverfass zu bleiben.

So geht es uns allen auch in diesem Frühling. Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen und angenehme Plusgrade, kaum bersten die ersten Knospen, schon geht es los das hektische Treiben. Mehr als eine meiner Freundinnen und Klienten erzählt mir diese Tage von endlosen To-do-Listen, von Dingen die zu erledigen sind, die aufgeschoben wurden, vom Aufräumen und Entrümpeln, von neuen Plänen und Visionen die möglichst gleich und sofort umgesetzt werden müssen. Zudem das neue Aufpolieren von Figur, Frisur und Outfit, alles muss neu, frisch, schön sein. Bereit, endlich bereit für das Jahr. Der Frühling hat immer eine explosive Kraft, auch und vor allem dann wenn der Winter lange, dunkel und kalt war.

Dass wir aber in der Hektik und Schnelligkeit oft das Tempo und den Einsatz überschätzen, darf auch ich schmerzhaft erkennen, wenn ich mal wieder eine meiner geliebt-gehassten Schnellfahrerbussen bekomme.

Nehmen wir uns also ein Beispiel an der Natur, Schritt für Schritt zu gehen, nicht alles auf einmal, nicht zu schnell zu viel.

Ein Freund sagte mir kürzlich: Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht. Also: Ruhe im Sturm?

Nein, aber ein bisschen mehr Achtsamkeit kann uns helfen, wenn das Leben wieder einmal überwältigend wird. Unter dem mörderischen Tempo leiden wir alle. Wie viele Fehler werden alleine dadurch gemacht, dass wir zu schnell sind.

Aus der Schnelligkeit kann schnell Chaos entstehen. Lorenz, ein bekannter Meteorologe hat 1963 die Chaostheorie begründet, bei der es darum geht, dass selbst kleinste Veränderungen aus der Ordnung/der Logik heraus riesige Auswirkungen haben können, die kaum mehr berechenbar sind.

Ein Schmetterling der zum Beispiel in Shanghai mit seinen Flügeln wackelt, könnte damit – so die plakative Vereinfachung und Übertreibung – einen Wirbelsturm in New York auslösen. Diese Metapher steht dafür, dass Wetter global und langfristig nicht vorhersagbar ist. Dafür sind die Zusammenhänge einfach zu komplex. Schon ein kleiner, unvorhergesehener Einfluss kann dafür sorgen, dass alles eben doch ganz anders wird.

Das ist zwar schön und kreativ – aber es kann auch viel Hektik auslösen und Dinge, die wir so nicht wollten. Also beides – Die Ordnung und die Unordnung hat ihre Wichtigkeit. Einen tanzenden Stern gebären wollen wir alle gerne. Aber dann darauf tanzen, weil wir unsere Füsse noch auf dem Boden haben, das wäre wirklich schön.

Die Dosis macht das Gift, sagt die Medizin.

Also: 20 Minuten das eiweissreiche Grünfutter essen wie die Pferde – und dann noch alle Beine unter Kontrolle haben.

Lasst Euch Zeit, die Aufbruchstimmung zu geniessen. Dann seht Ihr auch die Chancen besser.

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

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Durchhalten, der Frühling kommt!

Heute morgen ging ich durch unseren scheinbar traurigen Garten. Die Erde ist voll gesogen von Feuchtigkeit, das Grün hat weder Kraft noch Farbe, die Bäume sind noch nicht ganz offen, die ganze Landschaft wirkt wie in einer Zwischenstation zwischen Tod und Leben. Die wenigen Knospen sind noch ganz fest verschlossen und klein und zaghaft. Aber hallo, heute scheint die Sonne schon und der Himmel zeigt sein schönstes Blau. Die Temperaturen laden wohl noch nicht zum Draussen verweilen ein, aber das Licht ist wieder auf Frühling eingestellt.

Ähnlich wie in der Natur zeigt sich auch in meinem und dem Leben von Freunden und Klienten dieses zähe und mühsame langsame Ringen nach neuem Leben. Es scheint als ob gar nichts einfach fliesst. Alles ist irgendwie mühevoll und ungeschmeidig. Die Dinge rollen noch nicht. Alles ist wie festgezurrt und doch gibt’s da diese Schubkraft die das pralle Leben zurück will.

Als ich ein paar Schritte ging, hörte ich eine Dame sagen es müsse dann jetzt mal langsam losgehen mit dem Frühling, denn sie hätte es satt, die Kälte, das Karge und dieses Langsamsein und sie wolle jetzt sofort! Licht und Farben und nicht mehr darauf warten. Ich konnte da nur zustimmen. Ich hadere auch damit, dass die Dinge im Stocken sind, nicht im Fluss. Und das obwohl ich die Gezeiten so liebe. Die Ebbe, die Flut. Nie käme es dem Meer in den Sinn zu sagen es mache da nicht mehr mit, das Leben müsse nur Flut sein. Es erträgt die Ebbe, es räumt den Strand, es liebt das Zurückziehen und das Wiederkommen.

Mir fällt die wunderbare Anne Morrow-Lindbergh ein, die in ihrem Buch „Muscheln in meiner Hand“ genau dieses Phänomen so treffend verdichtet hat:

Wir jubeln der steigenden Flut entgegen und wehren uns erschrocken gegen die Ebbe.

Wir haben Angst, die Flut würde nie zurück kehren. Wir verlangen Beständigkeit, Haltbarkeit und Fortdauer; und die einzig mögliche Fortdauer des Lebens wie der Liebe liegt im Wachstum, im täglichen Auf und Ab – in der Freiheit im Sinne von Tänzern, die sich kaum je berühren und doch in der gleichen Bewegung sind. Die einzig wirkliche Sicherheit liegt nicht im Soll oder Haben, im Fordern oder Erwarten, nicht einmal im Hoffen. Die Sicherheit liegt allein im lebendigen Bekenntnis zum Augenblick. Denn auch unser Leben muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen wie sie ist, in ihrer Begrenzung – eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immerwährend vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt. Man muss die Sicherheit des beschwingten Lebens anerkennen, seiner Ebbe, seiner Flut und seiner Unbeständigkeit.

(Anne Morrow Lindbergh)

Nehmen wir uns also ein Beispiel an der Natur. Sie lässt sich Zeit beim Wachsen und muss auch durch karge und unwirtliche Zeiten. Niemand von uns hätte gerne mit dem Baum draussen im Garten getauscht, der den Winter so stoisch ertragen hat. Und schaut nur an den Fotos unten, es geht wieder los. Nur Geduld. Der Frühling kommt wie jedes Jahr.

Eins aber noch: Adler sind zwar im Allgemeinen still und zirpen nicht… Aber manchmal tut’s auch ganz gut mal ein bisschen zu jammern. Geteiltes „Leid“ hat auch seinen Wert. Also geniessen wir es, in dieser Zeit einmal einem lieben Menschen den ganzen Ballast von der Seele zu quatschen. Und dann: Heben wir den Blick wieder, schauen in den Himmel und wissen: Alles wird gut.

(in diesem Sinne ein herzliches Dankeschön an meine Freundin M.)

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

Die Kraft der Inspiration

Inspiration kommt aus dem Lateinischen und beruft sich auf: inspiratio, also die Beseelung, das Einhauchen des Geistes. (spiritus wird auch oft zurück geführt auf den Atem der Seele). Diese Inspiration ist oft der Anfang eines künstlerischen und kreativen Prozesses.

Nachdem das Jahr für mich eher etwas düster und sogar langsam/stockend anfing, wünschte ich mir zum Geburtstag meine Quelle der Inspiration wieder zu entdecken. Also auf ging es in die wunderbare Stadt Wien. Drei Tage Kunst, Theater, Musik, alte und neue Schönheiten, geschichtsträchtige Bauten, den Atem der ruhelosen künstlerisch-kreativen Kraft. Wien ist eine entspannte Stadt, sauber, respektvoll, freundlich, charmant und komplett unaufgeregt.

Der berühmte wienerische „Schmäh“ brachte mich sehr zum Lachen, da ich zwei der Ureinwohner als meine Stadtbegleiter erleben durfte.

Am meisten aber beschenkte mich das Burgtheater und die kunsthistorische Sammlung. Das erstere weil das Burgtheater in Wien eines ist, das sich das gemeine Volk leisten kann. Hier gibt es noch Stehplätze für 3,50 Euro und in der ersten Reihe sitzt man für 59 Euro, so dass jedem ein Theaterbesuch möglich ist. Eines der ältesten deutschsprachigen Sprechtheater verbirgt sich in einem beeindruckenden Bau mit unglaublich vielen helfenden Händen, die dafür sorgen, dass es ein Erlebnis der besonderen Art werden kann. Ein Zusammenspiel von Schauspielern, Statisten, Musikern, Technikern. Ein grosses Ganzes das ein unvergessliches künstlerisches Feuerwerk erschafft.

Und die kunsthistorische Sammlung bietet die grössten Meister, viele gemütliche Sofas in den Ausstellungsräumen und die Chance sich wirklich sehr lange mit den Gemälden zu befassen. Mehr als einmal sass ich gemeinsam mit anderen Besuchern schweigsam und in andächtiger Stille vor einem Werk. Da war er, der gemeinsame Atem, der gemeinsame poetische Himmelsritt. Es war schön, andere Besucher anzulächeln wenn einer von uns weiter ging. Wir sprachen oft nicht die gleiche Sprache aber hatten das Gleiche gesehen.

Am Abend hörten wir ein Konzert, ein Potpourri, aus dessen Repertoire ich das klassische Lied „Wiener Blut“ noch immer im Ohr habe.

Nach drei Tage waren mein poetisches Herz, mein feines Gehör, meine kalte Nase (wegen der -12 Grad), mein beschenktes Auge (die Kunst und die Lippizaner-Tänze in der spanischen Hofreitschule) und mein süsser Bauch (die Konditoreien sind einfach umwerfend) ordentlich gefüllt. Ich flog reich beschenkt zurück. Im Sinne der Inspiration hatte ich ihn wieder, den Funken, den mein kreatives Wesen von Zeit zu Zeit braucht, um den Blick wieder zu heben und in den Himmel zu schauen, wenn mir die kleine enge Welt des Alltags den Blick verschränkt.

Wir alle brauchen Inspiration, wir alle brauchen von Zeit zu Zeit etwas oder jemanden, das oder der uns an das erinnert, wer wir sind. Sehr oft im täglichen schnellen Leben vergessen wir, unser starkes Herz zu nähren. Scheinbare Probleme, ich nenne das gerne unsere Herausforderungen, bringen uns von dem weg, was unser Herz zum tanzen, freuen und feiern bringt. Und schlussendlich kann man am besten geben, wenn man etwas zum Geben hat. Sei es auch nur das glückliche Strahlen von einem neu angezündeten Lebensfeuer.

Nun kommen die Fragen:

Was be-geistert, inspiriert Dich?
Was ist deine tiefste Sehnsucht?

Was nährt Deine Seele, dein Herz?

Und wann gehst Du diesem so wichtigen Hunger nach und be-fried-igst ihn?

Lade Dich immer wieder auf mit dem, was Dich glücklich macht.

Dann hast Du die Adlerperspektive.

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Schönheit und die Wahl der Betrachtung

Heute morgen hatte ich einen sehr schönen Mensch im Coaching. Ihr Gang ist aufrecht und stolz wie eine afrikanische Gazelle, die Haut glatt und fein wie Seide und ihre Hände schmal und ausdrucksstark. Ich konnte fast nicht aufhören sie anzusehen denn sie ist so apart und anziehend.

Als ich anschliessend durch die kalte Stadt ging, kamen noch mehr Menschen in meine Aufmerksamkeit. Männer und Frauen, Alte und Kinder. Ein quirliger kleiner Junge der die Schneefetzen zusammen kratzen wollte für einen Schneeball. Eine Mutter die laut heraus lachte, ein Polizist der scheinbar mit seiner Kollegin scherzte, eine Dame die mir guten Appetit wünschte als ich mir einen Tisch suchte. Mir fiel ein junger Mann auf, der ein paar Tanzschritte machte auf dem Weg zum Tram. Eine Frau, die einen riesigen Wollschal um ihren Hals und die Hälfte des Oberkörpers gewickelt hatte. Mir schien, heute hätten sich alle schönen Menschen in der Stadt Zürich verabredet.

Aber es war nur meine Wahrnehmung, die eben durch den ersten Kontakt am Morgen auf „schön“ konzentriert war.

Wann finden wir einen Menschen schön?

Da ich ein bisschen Zeit hatte, streifte ich durch die Gassen und Läden und schaute mir Menschen an. Mir gefielen die Spontanen, die Lebendigen, die mit dem Glitzern im Auge oder mit der Spannung im Körper. Die, die ihr Gesicht gehoben hatten. Die mit der Präsenz, die die sich nicht hetzen liessen und nicht gehetzt aussahen, Menschen die Stoffe berührten oder lange vor einem Regal standen um die richtige Wahl bei der Kosmetika zu treffen. Kinder, die schauten wo sie ihr Taschengeld investieren wollten. Eine Oma die lange die Wolle befühlte. Eines war allen schönen Menschen gemeinsam: Sie strahlten eine gewisse wohlwollende Sinnlichkeit aus. Sie waren da, wo das Leben gerade statt fand. Nicht abgelenkt, nicht deprimiert von dem heutigen Grau-in-grau-Wetter. Sie alle sagten „Ja“ zum Leben.

Schliesslich ging ich zum Bahnhof und da sah ich es. Ein Werbebild, das genau das ausdrückte, was ich heute entdecken durfte. Einen Ausschnitt daraus siehst Du unter diesem Text. Aber vorher bitte, lass Dich inspirieren die folgenden Fragen zu überdenken:

Was ist schön?

Was ist Deine Wahl?

Und

Welches Gefühl hast Du heute gewählt, um Deinen Tag zu bestimmen?

Und:
Welche Absicht wird Dich morgen in einen neuen – so oder so schönen – Tag begleiten?

Willkommen in der Adlerperspektive!

 

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Gedanken zum Tag der Verliebten

Gedanken zum Valentinstag, Tag der Verliebten

Der Anfang, die Verliebtheits-Phase ist ein Riesen Blöff. Man sucht und findet Gemeinsamkeiten. Man erzählt sich viel. Ist ungestüm, rennt los, erobert das neue Land, das neue Herz. Alles findet man toll im neuen Partner, alles ist aufregend, schön, fantastisch. Man lebt in Superlativen. Die Hormone spielen verrückt… man ist in der vollen Projektionsphase. In allem erkennt man sich, ergänzt man sich. Die Haut des neuen Partners, der Duft, die Berührung, die Überraschungen… andauernd will man sich sehen, sich spüren, kommunizieren, in neue und unerwartete Höhenflüge aufbrechen….

Ein Freund hat mir mal gesagt, sich verlieben hiesse gegenseitige Selbsbefriedigung. Ich fand das unangemessen und geschmacklos. Wollte doch das Heilige und die Poesie in der Anfangsphase der Liebe finden und nichts als das. Ich war von Schicksal überzeugt, von Fügung. Wie es einem halt so zu-fällt, der Zufall…

Heute sehe ich etwas klarer. Der Anfang ist das Ver-lieben.

Noch nicht das Lieben. Und oft ver-liebt man sich dann auch. Die neue Beziehung hält der Realität, dem Alltag nicht stand. Schnell kommen erste Bitterstoffe auf. Bald weiss man auch die kleinen Macken und Unvollkommenheiten im Leben des Anderen. Sei es die Lebensweise, tiefe Ansichten, die fehlende Kompatibilität von Ansprüchen, Sehnsüchten und Wertvorstellungen. Wenn die Verliebtheitsphase vorbei ist, in der Regel nach einigen Monaten, kommt das erste Aufwachen. Die rosarote Brille, die das Spiegelbild verzerrt hat, wird klarer. Der Nebel des Rausches zieht sich aus dem Blick.

Gefällt mir jetzt noch, was ich sehe?

Was passiert als Nächstes?

Will ich weiter gehen? Will ich die nächste Ausfahrt von der Autobahn nehmen? Will ich im selben Gefährt sitzen wie mein Partner? Passen unsere Tempi, unser Temperament? Und wohin geht unsere Reise, wenn sie denn gemeinsam geht?

Ach, ich war gerne verliebt. Und oft entliebt. Und wieder verliebt. Das erste Drittel meines Lebens hat mich die Liebe gefoppt…

wie war das bei Dir?IMG_9230

Warum ich diesen Blog schreibe…

Liebe Leser,

mit diesem Blog möchte ich Raum schaffen für Gedanken, die weitergehen und gleichzeitig die Perspektiven wechseln. In unserer schnellen Zeit heben wir kaum je den Kopf um in den Himmel zu schauen.

Aber Einsichten und Ansichten bekommen wir vor allem, wenn unser Blick nicht hängen bleibt, wenn die Sicht nicht von einem Objekt gefangen werden kann, sondern sich verliert und Grenzenlosigkeit eröffnet.

Wer nach aussen schaut träumt, wer nach innen schaut, erwacht – hat schon C.G.Jung gewusst und darauf verwiesen, dass die Einsicht das ist, was unser Leben für uns individuell und lebenswert macht.

Welches Leben führst Du? Ist es Dein Leben? Bist Du Dir treu?

Mit meinen Texten und Fragen möchte ich Dich einladen, Dir immer wieder einen Impuls abzuholen um die Sicht in Dich und aus Dir heraus zu Deinem Wesenskern zu verschärfen. Du siehst die Welt durch Deine Augen. Die selbe Welt, die ich durch meine Augen sehe. Und doch werden wir sie nicht gleich wahrnehmen.

Lass Dich also verführen mit diesem Blog über den Horizont des Gewöhnlichen zu gehen. Wende Dein Gesicht der Sonne zu und die Schatten fallen hinter Dich.

Willkommen in der Adlerperspektive.