Extravaganz

Letzte Woche lernte ich wieder einmal eine herrlich ver-rückte Frau kennen. Ich hatte sie noch nie vorher gesehen, aber als sie kam, erkannte ich sie sofort als meine Coachee: Sie grinste einmal um den ganzen Kopf und schmetterte mir ein lebendiges lustiges „Hi“ entgegen. Wir hielten uns nicht zu lange mit Höflichkeiten auf. Es ging sofort und ohne Umwege in die Tiefe.

Die sprudelnde Frau offenbarte ihr Leben, ihr Anliegen und ihre Befindlichkeit schnellstmöglich und liess mich teilhaben. Mit-tauchen. Mit-atmen und mit-tanzen. Zu keinem Moment stand sie mit beiden Beinen auf dem Boden der Realitäten, sondern liess sich immer Umwege, Auswege und Schleichwege offen. Ach wie herrlich diese Kapriolen!

Ich musste schmunzeln als sie Haut um Haut abstreifte (wie eine Libelle, viele viele Male) und dann ein kunterbunter riesiger Schmetterling heraus kam. Ob sie landen wird, im Garten ihres Lebens, ist noch nicht zu sagen. Vielleicht zieht es sie auch in neue Spielräume, neue Abenteuer und neue ferne Länder.

Es gibt sie noch, diese Menschen, die ihre Kreativität und Spontanität trotz der Härten des Lebens lebendig halten. Menschen, die sich wagen, sich selbst zu sein, viel zu verlangen, überall ein bisschen mitspielen, weiterziehen, da und dort ein bisschen kosten und sich dann doch wieder umentscheiden. Ich nenne diese Menschen gerne:

Die Extravaganten.

Das Wort kommt aus dem Französischen des 18.Jahrhunderts und heisst in seiner adjektiven Form: „in ausgefallener und oder in übertriebener, überspannter Weise bewusst abweichend und dadurch auffallend“. Betrachtet man es im lateinischen ist es: extravganse…. umherschweifend, unstet, ungereimt handen.

Entlehnt ist die Extravaganz auch beim Vagabund. Einer, der umherschweift und da und dort ein Örtchen sucht, an dem er sich eine Weile vergnügen will um dann weiter zu ziehen, wenn es zu langweilig ist.

Extravaganz ist anstrengend. Aber es ist auch: herrlich. Denn dabei bleibt der eigene Geist, die Augen und die Sinne offen und suchend, auch empfangend. Das ist auch eine Art Tantra: Die Welt suchend begreifen. Für Sensationen offen sein.


Die Coachee hat diese Extravaganz in einer ganz grossen Portion ab bekommen.

Ich freue mich darauf, mit ihr zu tanzen, weil sich diese Haltung auch immer ein bisschen überträgt, wenn man selbst einen Hang dazu hat. Die Coachingarbeit ist dann oft ein ganz besonders inspirierendes Vergnügen für beide Seiten und kann sich in Richtungen entwickeln, die nicht vorherzusehen sind.

Ein kleines bisschen Extravaganz haben wir alle, hast auch Du:

Wohin wandert dein Blick wenn Du durch Deinen Alltag gehst?


Was bewunderst Du?

Was amüsiert Dich?

Wenn Du Dich wagst, diesen drei Fragen einmal ganz bewusst nach zu gehen wirst Du erkennen, dass auch Dein Leben bunt und unvorhersehbar sein kann. Wir lassen uns oft zu wenig von der Lust leiten und geben der Vernunft und den to-do-Listen den Vorrang. Dabei findet das Leben eigentlich da statt, wo unser Herz laut und stürmisch schlägt, wo wir aufjuchzen wollen vor Vergnügen und wo wir uns einen Schritt ins Unbekannte wagen.

Feire diese Woche doch einmal das Ungestüme, das Spannende und das Ungewöhnlichste in Dir selbst. Beobachte Dich: Was amüsiert mich jetzt?

Was macht mein Herz gross und weit, was lässt mich lächeln und tanzen?

Geh dem nach – es bringt dich in neue Spielräume! Und zurück in Dein kindliches und offenes und glückliches Inneres.

Das Leben ist da! Spürst Du wie es Purzelbäume schlägt?

Willkommen in der Adlerperspektive.

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