Gut genug

Letzte Woche ist mir wieder mal ein besonders dramatisches Exemplar von

„Ich bin nicht gut genug“ begegnet. Dramatisch deswegen, weil es mich jedes Mal wieder erschüttert. Eine Frau in den besten Jahren, attraktiv, sehr klug und erfolgreich, eloquent und geschmeidig und ein gutes Herz. Und dann kam im Gespräch postwendend wieder die Selbstanklage.

Warum?

Warum leiden so viele an einem gestörten Selbstwertgefühl?

Nun, zum einen, weil wir so erzogen werden. Nicht unbedingt von den Eltern, sondern auch von der Gesellschaft, in der Schule, im kleinen familiären aber auch im freundschaftlichen Umfeld. Wir schauen auf Mängel und Fehler statt auf Geschenke des Lebens. Zum anderen, weil wir uns vergleichen und bewerten mit der Leistung und dem Haben der anderen.

Dabei wäre es so leicht: Wir müssten einfach beginnen uns zu loben wenn wir etwas Tolles sehen oder mit dem anderen erlebt haben. Uns anzuerkennen, die Schönheit zu sehen. Sich gegenseitig in den Stärken zu stützen und uns anzufeuern, wenn wir in der Talsohle sind – und uns genau dann ! an unsere besten Gaben erinnern müssen.

Jeder und jede von uns hat Schönheit und Talente. Jeder und jede hat etwas, das sie ganz besonders gut kann. Und damit meine ich keinesfalls Dienstleistungen, die uns einen Wert für die Welt bringen. Wir sind nicht nur gut, wenn wir viel und hart und effizient und erfolgreich arbeiten. Wir sind gut weil wir gut sind.

Ich leite Menschen dann im Coaching gerne an, einmal aufzuschreiben welche wunderbaren Eigenschaften sie haben, was sie gut können (zum Beispiel sich einfühlen, lachen, andere mitreissen, sich begeistern, geniessen, Ruhe geben, Dankbarkeit ausdrücken, aufmerksam sein, Streit schlichten, den Überblick behalten, Geduld zeigen, eine Beziehung aufrecht erhalten)

Menschliche Qualitäten sind von unfassbarem Wert. Das macht einen Menschen wertvoll.

Für Leistung wird uns in nicht all zu fernen Zukunft die künstliche Intelligenz eine Assistenz anbieten. Sehr bald wird es nicht mehr um Leistung gehen. Sehr bald wird es auch nicht mehr um schneller, weiter, höher gehen. Wir werden die menschlichen Seiten brauchen. Die Berührbarkeit, das Mitgefühl, das Miteinander, das Menschliche, die liebevolle und wertschätzende Kommunikation.

Ich wünsche Dir, dass Du Dich sehen kannst in deiner wertvollen Essenz. Wie schön Du bist. Wie gut Du bist. Wie lebensfroh und hoffnungsvoll und dankbar und gescheit Du bist.

Das L e b e n d i g e in Dir ist es, was Dich ausmacht.

Und: Du kannst doch alles! Alles! Du kannst Dich am Tag freuen. Du kannst Deinen Liebsten sagen wie gern Du sie hast. Du kannst Eure Begegnung bereichern. Du kannst Mut zusprechen. Du kannst inspirieren. Du kannst anderen ein Vorbild sein. Du kannst begeistern. Du kannst weiterhelfen. Du kannst das Leben feiern. Du kannst Dich an Deinem Körper und an dem Deines Liebsten freuen. Du kannst umarmen. Du kannst die Hand reichen. Du kannst dafür sorgen dass Dein Leben einen Sinn macht. Du kannst Deine Sinne geniessen – hören, schmecken, tasten, sehen, riechen. Du kannst anderen Genuss aufzeigen. Du kannst die Aufregung des Lebendigseins auskosten.

Spürst Du das? Wie das Lebendige in Dir zirkuliert?

DA IST DEIN WERT.

Es geht um nichts anderes als Lebendigkeit.

Ich will das nicht mehr hören, dieses „Ich bin nicht gut genug“.

Du bist hier. Du bist am Leben.

Du bist das Leben!

Mach etwas daraus. Lebe! Geniesse! Feire das Leben! Spüre wie sie zirkuliert, diese unglaublich elektrische Energie in Dir!

Wenn Du das kannst: Das Leben spüren! … dann gibt es gar kein gut oder nicht gut.

Es gibt nur noch das Leben. Es steht Dir immer, 24/7 zur Verfügung. Du vergisst es nur hin und wieder.

Du bist gut!

Du lebst!

Du bist hier!

Feire Dich!

Halleluja!

Was denn auch sonst!

Willkommen in der Adlerperspektive.

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