Ja oder Nein?

In der vergangenen Woche hatte ich es mit Entscheidungen zu tun. Grossartig!

Ich liebe so radikale Sachen. Ent-scheidung heisst eben auch: Scheiden. Nämlich etwas ausscheiden. Etwas weg schneiden, etwas nicht wählen.

Aber die meisten Menschen tun sich mit Ent-scheidungen fürchterlich schwer. Sie wägen ab, sie überlegen hin und her. Sie wollen keinen Fehler machen, den sie bereuen. Denn: Eigentlich will man ja gar nichts loslassen, sondern am liebsten alles haben. Auch alle Möglichkeiten. Alle Freiheiten. Immer die Wahl haben, das heisst: Nichts zu entscheiden, nichts weg zu geben.

Wie das Leben so spielt, fiel mir ein kluges Buch in die Hände, aus dem ich gerne zitieren möchte: „Es hilft, tief ein und wieder auszuatmen wenn Dich eine Entscheidung beschäftigt. Meist findest Du die Lösung, die zu Dir passt, wenn Du wieder ausatmest. Es muss nicht die richtigste oder vernünftigste Lösung sein. Aber Deine. Verstehst Du den Unterschied? Du kannst Dich immer entscheiden, etwas Vernünftiges oder genau das Gegenteil zu tun, weil es Deine eigene Freiheit ist.“

Welche Entscheidung steht bei Dir schon lange im Raum, aber Du ent-scheidest Dich nicht?

Kannst Du Dich erinnern, als Du das letzte Mal eine grosse Entscheidung getroffen hast? Wie hast Du Dich unmittelbar in dem Moment gefühlt, als sie getroffen war? …. genau! Du hast aufgeatmet! Du hattest nämlich endlich die ganze Spannung heraus genommen und einfach mal ausgeatmet.

Wenn wir Entscheidungen heraus zögern, dann ist das alles andere als entspannt. Wir halten etwas zurück, unser ganzer Körper verspannt sich und wir fühlen uns wie von harten Gummibändern gehalten, während wir weiter rennen wollen. Das kennst Du auch, ganz bestimmt.

Vor vielen Jahren stand ich einmal vor einer ganz grossen Entscheidung, die sehr weitreichende Konsequenzen haben würde. Ich fürchtete mich und nahm mir einen Mental Coach zur Hilfe. Er zeigte mir auf: Hier, das ist Dein Baum. An diesen Bäumen wachsen unendlich viele Äste. Alle sind schwer. Wenn Du nicht einen abschneidest, oder noch besser: mehrere, dann wird Dein Baum bald keine Kraft mehr haben. Er gab mir die Aufgabe, mir eine Woche später mitzuteilen, welchen Ast ich abschneiden würde. Bevor ich aber das Gespräch beendete, sagte er noch etwas Wichtiges:

„Ihr im deutschsprachigen Raum steht Euch oft selbst im Weg. Ihr denkt so lange über die Konsequenzen und möglichen Gefahren nach, die eine Entscheidung mit sich bringt, bis Ihr schliesslich gar keinen Schritt mehr macht“

Das nahm ich mir zu Herzen. Ich liebe das Radikale. Ich schnitt den ganzen Baum ab und – landete im freien Fall ins Nichts, von dem ich nicht wusste was es mir bringen würde.

So radikal musst Du nicht sein. Es braucht Mut und innere Stabilität und auch ein bisschen Wahnsinn so zu handeln.

Aber Du könntest doch einmal damit beginnen, Dir eine Liste der kleinen Dinge zu schreiben, die Du entscheiden musst. Und dann triffst Du die Entscheidungen so, wie es sich gerade richtig für Dich anfühlt. Mit jedem Haken an Deiner Liste wirst Du Dich erleichterter fühlen. Ausatmen. Aufatmen.

Du bist viel stärker, als Du denkst. Und viel freier, als Du Dir zutraust.

Wetten?


Willkommen in der Adlerperspektive!

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