Einzig – artig

Heute bekam ich eine Karte einer lieben Frau, die mir sagte ich solle so bleiben wie ich bin: Einzig aber nicht artig. Und ich dachte über dieses tolle Wort und ein daraus folgendes Wort nach:

Eigen-artig. Im Synonymwörterbuch steht für eigenartig:

absonderlich · eigenartig · kauzig · merkwürdig · schrullenhaft · schrullig · schräg · seltsam · skurril · sonderbar · speziell · spinnert · spleenig · ungewöhnlich · urig · verschroben · wie man ihn nicht alle Tage trifft · wunderlich · überspannt ● abgedreht.

Dabei ist diese Bezeichnung EIGEN-ARTIG doch auch eine Kunst (weil ART) und etwas extrem Individuelles (weil eigen). Ich mag das: Etwas Eigenes sein und tun und denken und sagen. Leute die eigenartig sind faszinieren mich schon immer und ich fliege auf solche Menschen. Weil sie eben einzig und eigen sind und nicht wie alle anderen.

Gerade diese Tage, nein, vielleicht sogar die letzten Monate sehe und höre und lese ich nämlich etwas, das mich total irritiert: Alle sagen plötzlich das Gleiche, mit den gleichen Worten und Phrasen. Kaum geht irgendwo auf der Welt der nächste Krisenherd los, schon kommen die immer gleichen Gedanken, Meinungen, Haltungen, Sinnsprüche. Niemand setzt sich tiefer auseinander. Es wird nachgeplappert, das Selbe angenommen und weiter verbreitet. Eine eigene Meinung oder wenigstens eine eigene Formulierung hört man ganz wenig.

Könnte Eigen-art also auch sein: Sich erstmal besinnen. Die Welt anschauen. In Worte fassen, was man dann fühlt oder darüber denkt. Und dann sehr individuell in die eigenen Worte fassen?

Haben wir Zeit für Eigen-artigkeit? Nehmen wir uns die Möglichkeit eine Meinung, ein Gefühl für etwas zu entwickeln bevor wir mit dem verbalen Hammer drauf hauen oder einfach etwas nachplappern was andere schon darüber gesagt haben?

Eigenartigkeit findet man ja vor allem bei den Kreativen dieser Welt. Ein schönes Beispiel ist Karl Lagerfeld. Oder Vivienne Westwood. Oder Joseph Beuys. Die hatten eine ganz eigene Interpretation der Welt.

Einmal, vor vielen viele Jahren stand ich in Kassel im Museum in einem Raum, der aussah wie ein Abstellraum mit Gerümpel. In der Mitte lag eine riesige Menge von Filzmatten, darauf eine Kupferplatte. Ich fand das sehr eigenartig und ging hin, um es mir näher anzusehen. Da sah ich ein kleines Schild:

„Joseph Beuys: Elefantenherde von oben“

Ich stand sprachlos da, mein Verstand drehte Kapriolen. Verstehen konnte ich das nicht. Aber ich fand es herrlich. Die nächsten Jahre war ich glühender Fan von Joseph Beuys. Er hat immer wieder verblüfft, meinen Geist verwirrt und der Typ hatte es mir wirklich angetan.

Eigen – art also.

Wie eigenartig bist Du? Gibt es Dich einzig?
Was an Dir ist extrem individuell?

Wo schwimmst Du alleine in deinem eigenen Fahrwasser, jenseits des Mainstream?

Oder

Bist Du artig?

Warum?

Nimm Dir doch diese Woche einmal folgende Möglichkeit mit in den All-tag: Betrachte was um Dich herum passiert. Schau es Dir möglichst genau an. Hinterfrage. Bilde Dir Deine eigene Meinung. Lass Dich überraschen, amüsieren oder schockieren. Stelle Fragen dazu, Dir selbst und auch anderen. Finde Deine Sicht auf die Dinge.

Jeder Mensch hat seinen ganz und gar individuellen Ausdruck.

Willst Du Dich zeigen?

Dann – musst Du einzigartig und eigen-artig sein.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich in Liebe meinen kreativen Freunden Pan und Georg, herrlich ver-rückte Menschen. Aber auch Pascale. Beatrice. Mirjam. Ben Becker. Und den Verpeilten dieser Welt. Ihr seid toll.

Und Happy Birthday to me, liebe Wiebke Maren Pipi Schmid. Schön, Dich zu amüsieren 🙂

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