Auf einen Augenblick

Kürzlich ist es mir wieder passiert: Ich war im Supermarkt und wusste nachher nicht mehr, ob ein Mann oder eine Frau oder jemand alt, jung, apart, befremdlich oder ausgeflippt, an der Kasse sass. Ich war mit meinen Waren einfach so beschäftigt und schnell schnell eingepackt und weg. Höflich war ich wahrscheinlich schon. Aber ich habe das Wesen hinter der Kasse nicht wahrgenommen. Nicht in die Augen geschaut.

Passiert Dir das auch?

Jeden Tag begegnen wir Menschen. Wissen wir, dass es Menschen sind? Nehmen wir wahr? Geben wir Wertschätzung?

Eigentlich will ich das immer tun, überall wo ich bin, mit jedem, mit dem ich in Verbindung gehe für einen kleinen Moment. Darüber dachte ich heute morgen nach, als ich mit meinem Hund durch den Wald ging. Und dann kam mir ein anderer Hundeläufer entgegen und lächelte mich an. Wir wünschten uns einen schönen Tag. Das hat mir den Morgen versüsst.

Nimmst Du die Menschen um Dich herum wahr? Siehst Du sie an?

Jeder Mensch, dem Du begegnest, hat eine Geschichte. Hat Freud, Leid, Ängste, Sehnsüchte, Fragen und Weisheit. Wir leben.

Wir leben noch!

Der kleinste Nenner von Deinem freundlichen Wesen kann ein Blick sein.

Wir sind nicht allein auf der Welt. Der Nächste könnte Dein Lebensretter sein. Deine helfende Hand. Dein offenes Ohr. Dein situatives Amüsement. Oder Dein Mörder. Dein Mobber, dein Querulant. Es könnte auch sein, dass er in seinem Leben so verzweifelt ist, dass er irrational handelt und um sich schlägt, verbal oder physisch. Oder er sucht sehnsüchtig nach Nähe und einem Gespräch. Oder er wälzt gerade ein Problem, das einfach zu lösen wäre, wenn er Dich fragt.

Er könnte auch jemand sein, der frisch verliebt ist und die ganze Welt anstrahlt. Oder eben etwas Wunderbares erlebt hat und es gerne in die Welt hinaus schreien würde.

Wir wissen es eben nicht, was uns alle bewegt. Und wir werden es auch nicht wissen können wenn wir den Blick nicht zuwenden. Wenn wir alle so abgelenkt sind vom Alltag, von unseren eigenen Gedanken. Oder getrieben von irgendwelchen komischen E-motionen, die uns blind und taub machen.

Achte diese Woche doch einmal mit totalem Focus auf die Menschen um Dich herum. Schau ihnen in die Augen, nimm sie wahr. Mache Verbindung. Von Mensch zu Mensch. Vielleicht sogar, wenn Du Dich traust, von Herz zu Herz – mit einem Lächeln (das geht auch mit den Augen, wenn Deine Lippen von einer Maske bedeckt sind).

Ein bisschen mehr Wärme täte uns allen gut. Das wäre dann so etwas wie ein kleines Weihnachtswunder.

Du weisst nie, welchen Menschen Du mit dieser Wahrnehmung – Zuwendung – den Tag versüsst.


Willkommen in der Adlerperspektive.

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