Entfesselt

Hinten im Maggiatal, quasi am Ende der Welt, gibt es ein einsames, wildes Tal, das Bavona Tal. Hier gibt es keine Elektrizität, keinen Handyempfang und keinen Komfort, alles ist roh, wild, unwegsam. An ein paar Stellen hat man das Tal und seine wunderschönen Wasserfälle zugänglich gemacht, so dass man als Besucher dort hin gehen und in den Grotto ein feines Mahl, über Feuer gekocht, essen kann. Aber dennoch bleibt es eine wilde Gegend, voller Disteln und Steinen, Felsen, wild lebenden Tieren und Insekten, die man noch nie vorher gesehen hat. Schwimmt man irgendwo in einem der Becken, die aus den Wasserfällen gespeist werden, so kann man auch Auge in Auge mit einer der schwarzen Wasserschlangen in Berührung kommen. Nein, wirklich einladend ist es nicht dort. Nie sieht man so eine grosse Variation der verschiedensten Blutsauger, Mücken und Stechinsekten überall.

Einen Weg dort machen heisst oft, über Wurzeln und Steine gehen, bei jedem Schritt achtsam sein. Setzt man sich unter einen der Bäume, so fallen so allerlei Getier in die Haare und es kann sein, dass ein Esel vorbei kommt und in all dem, was Du dabei hast, nach einer Leckerei sucht.

Das Bavona Tal ist geradezu die perfekte Kulisse für ein Go-wild-Coaching. Denn dort kann man seinen Platz in der Welt besser begreifen, die Dinge wieder in die richtige Dimension rücken und erfahren, wie wenig es braucht, um sich gut zu fühlen. In der letzten Woche waren gleich zwei wunderbare wilde Frauen auf diesem Weg unterwegs und nach nur ganz wenigen Tagen spürten sie schon intensiv die Anbindung an die Natur. Die im Aussen und die eigene, innere, wilde Natur.

Das Gegenteil von wild ist nicht kultiviert, das Gegenteil von wild ist gefesselt!

So heisst es in der Beschreibung meiner Coachings. Und hier darfst und kannst Du einen grossen Schatz entdecken:

Was fesselt Dich?

Hast Du die Fesseln selbst angelegt oder jemand/etwas anderes?

Und warum meinst Du, in Fesseln leben zu müssen?

Welchem Plan folgst Du, welchem Diktat unterwirfst Du Dich, aus welcher Verbindung meinst Du, nicht mehr ausbrechen zu können?

Und schliesslich:

Fühlst Du Dich so frei, wie Du sein könntest? Innen und aussen?

Und wenn nein, warum nicht?

Jeder Mensch könnte die Fesseln lösen. Im Grunde sind sie hart bezahlt. Unsere Komfortzone ist gar nicht so komfortabel wie wir glauben. Sie macht uns schwach und kauft uns den Mut ab, ganz selbstständig zu entscheiden, wohin die eigene, individuelle Reise gehen kann und soll. Wir beugen uns schon früh. Der Erziehung, dem Schulplan, der Planung unserer beruflichen Entwicklung, später den Partnern, der gesellschaftlichen Norm, dem Fortlauf eines kalkulierten Lebens. Nie werden wir gefragt, was unser Herz bewegt und berührt, was wir wirklich wirklich tun möchten, wir folgen dem Strom wie alle anderen auch. Das ist fein, wenn man sich für ein solches Leben entscheidet. Wenn Du am Ende deines Lebens sagen kannst: „Es war erfüllt“, dann machst Du sicher alles richtig.

Spürst Du aber eine tiefe Sehnsucht in Dir, die immer noch unerfüllt ist, fühlst Dich nie so wirklich ganz, hast immer das Gefühl, da schlummert noch etwas, das gelebt werden will, dann musst Du auf Dein Herz hören. Folge diesem Ruf. Begreife ihn. Mach ihn wach und deutlich.

Dann hilft auch ein Gang in die wilde Natur, an einen grossen Wasserfall, dessen ungebremste Energie und Kraft Dich auftanken kann. In einen Wald, in die Begegnung mit dem Leben ausserhalb unserer gefesselten (weil bequemen) Welt, auf den sehr hohen Gipfel eines Bergs um von oben nach unten das gesamte Bild zu sehen. Oder in einen eiskalten Fluss, um jede Zelle Deines Körpers zu beleben.

Wann hast Du Dich das letzte Mal lebendig gefühlt?

Und warum?

Kannst Du mehr und mehr und mehr davon haben und kultivieren?

Und dann – vielleicht – die Fesseln sprengen?

Willkommen in der Adlerperspektive.

Für Susanne und Nicole. Wie schön euch begegnet zu sein!

pass auf – geh leicht – flieg hoch – fall weich

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