Out of the blue

Letzte Woche habe ich es einmal wieder gehört: „Aber ich habe sie ja letzte Woche gerade noch getroffen“. Die Bemerkung kam von einer eigentlich sonst sehr realistischen Frau, als sie vom Tod einer lieben Bekannten hörte. Ich musste, trotz der tragischen Situation, doch ein bisschen schmunzeln. Warum sollte jemand nicht sterben, nur weil man ihn gerade noch gesehen hat?

Wir klammern solche Sachen lieber aus und tabuisieren den Umgang mit dem Tod. Weil es eben unbequem ist, darüber nachzudenken oder weil wir Angst davor haben, weil wir nicht damit rechnen, weil das ja noch Zeit hat für später. Das Gleiche gilt für Unfälle und Krankheiten, die scheinbar „plötzlich“ diagnostiziert werden. Der Umgang damit ist unbequem. Wir wollen lieber das alles so bleibt wie es ist und kalkulieren nicht, dass es auch anders sein könnte.

Im Englischen gibt es dafür einen feinen Ausdruck: Es kam „out of the blue“, also aus dem Blauen, dem endlosen Himmel heraus. So etwas kann jederzeit passieren, wenn es dem Schicksal eben gerade einfällt. Bist Du Dir zu jedem Moment darüber bewusst, was alles „out of the blue“ so kommen kann?

Am Sonntag sass ich mit meinem Herzensmann auf einer wunderschönen Bank und bestaunte ein herrliches Panorama, die Stille an dem Ort, die wunderschönen Farben und die Weite. Eine Stunde später lag ich auf einer Liege einer Notfallstation. Es war nichts Schlimmes passiert, aber es musste eine kleine OP gemacht werden. Als ich so da lag und auf den Arzt wartete, wurde mir wieder einmal bewusst, wie verwundbar wir sind, jederzeit, an jedem Ort. Und wie wenig wir darauf achten, dass alles immer gleichzeitig da ist…

die Freude und der Schmerz

die Liebe und der Verlust

die Angst und der Mut

das Einsteigen und das Ausbrechen

die Zeit und das Tempo

Achtsamkeit hat auch viel damit zu tun, uns bewusst zu sein, dass wir nicht unsterblich sind, das wir auch durch eine mangelnde Aufmerksamkeit verletzlich sein können, dass jederzeit etwas passieren kann, was uns aus unseren Plänen wirft.

Es gibt nur einen Weg aus dem Dilemma: Jeden Tag das Leben als kostbar behandeln. Jedes Wort, jede Freundlichkeit und jede Dankbarkeit aussprechen, alles leben was gelebt werden will. Dem inneren Ruf folgen, solange noch Zeit dafür ist. Den liebsten Menschen oft die Liebe zeigen. Impulse nicht unterdrücken, sondern ihnen spürend nachgehen. Die Schönheit sehen. Die Gesundheit wert schätzen. Und leben, aus dem Vollen. Mit vollem Einsatz, mit voller Achtsamkeit. Das Leben umarmen!

Nimm Dir doch diese Woche einmal vor, jeden Tag wertvoll und kostbar zu machen. So zu leben, als wäre es Dein letzter Tag.

Eine kleine Anregung kann Dir dieses Video geben:

Geniesse. JETZT ist die Zeit dafür.

Willkommen in der Adlerperspektive.

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