Wenn man „trotzdem“ lacht…

Nimm Dir wenige Minuten Zeit hierfür:

Früher war das doch auch ganz leicht. Wir haben uns einfach kaputt gelacht. Über dies und das, einfach mal ohne Grund – oder ansteckend weil irgendjemand damit anfing. Lachen war immer einfach. Leider ist uns der Humor dann irgendwann abhanden gekommen. Das Leben wurde seriös und es gab scheinbar weniger zu lachen…

Manchmal sagt man ja auch: „Der geht zum Lachen in den Keller“, wenn jemand humorlos zu sein scheint.

Ich erinnere mich an einen ganz besonders tragischen Fall. Ich coachte ein Paar, die Frau war herrlich quicklebendig und wild. Der Mann war schwer, trocken, sorgenvoll, sehr ernst. In einem der Gespräche, es ging um Streitkultur, da sagte ich: So und jetzt nimmst Du die kleine Extravaganz, die Prise Humor mit dazu, in die Lösung. Er schaute mich entgeistert an und sagte: Es gibt nichts zum Lachen! Die Lage ist zu ernst! Wo kämen wir denn da hin wenn wir über alles lachen!

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Das hast Du sicher auch schon gehört. Wir entfernen uns von dem herrlichsten aller Gefühle, aber wir können auch wieder da hin kommen. Manchmal schaue ich mir einfach so ein paar Videos zum Lachen an. Dann geht es mir besser. Denn Lachen ist nun mal gesund. Es verbessert die Lungenfunktion, es gibt dem Gehirn eine Sauerstoffdusche und es massiert sogar die Organe von innen.

Lachen baut Stresshormone ab, fördert die Immunstärke, schüttet Glückshormone aus. Ein ganzer Cocktail guter Gefühle drängt sich in unser Wesen. Es gibt sogar eine ganze Wissenschaft, die sich damit beschäftigt: Die Gelotologie (gelos-Lachen).

Der Pariser Neurologe Henri Rubinstein, der sich schon seit Jahren mit der Lachforschung beschäftigt, definiert das Lachen als „eine unwillkürliche Körperreaktion auf eine als angenehm empfundene Emotion“. Diese Reaktion scheint keinen anderen biologischen Nutzen zu haben, als den Menschen vorübergehend vom Stress zielgerichteter Tätigkeiten zu erlösen. Folgerichtig spricht der Literat Arthur Koestler von einem „Luxusreflex“, der nur dem Menschen zu eigen ist.

Also sollen wir einfach mehr lachen, damit es uns besser geht?

So einfach?

Ja, es ist so einfach. Eigentlich ist das ganze Leben einfach. Wir machen es uns nur unnötig schwer mit schweren Gedanken und schweren Emotionen. Wir meinen, so wie mein Coachee damals, dass es ja gerade jetzt wirklich keinen Grund zum Lachen gibt. Wir verbieten es uns sogar oft, schieben es weg, heben es für später auf. Ganz ehrlich: Ein „später“ gibt es dafür nie.

Wenn Du zurück denkst an die wirklich wunderbaren Momente, in denen Du so richtig herzhaft lachen konntest, dann fallen Dir sicher schnell wieder welche ein. Auch wenn es nur ein Besuch bei einem Comedian war. Zum Beispiel: Kaya Yanar. Da Du, lieber Leser, vermutlich deutschsprachig bist, dann schau Dir eins seiner Bühnenprogramme an. Geht auch virtuell. Unschlagbar seine Betrachtungen über die Deutschen oder die Schweizer. Ich kann es mir immer wieder anschauen und mich dazu amüsieren, weil er selbst sogar auch immer wieder darüber lacht während des Vortrags.

Nimm Dir heute, jetzt, diese Woche viele Momente in denen Du lachen kannst. Triff Dich mit Menschen, mit denen Du lachen kannst. Mit frohen Gemütern. Mit Menschen, die das Leben nicht so ernst nehmen.

Wir haben immer – immer! – die Wahl das Leben ernst zu nehmen oder etwas zu finden, das uns amüsiert.

Ich denke gerne an ein Seminar 2007 oder 08. Es war ein intensives Seminar, an dem ich schon vier Tage eine hohe Energie halten musste für meine Teilnehmer. Wir hatten auch Spass, sehr viel sogar (es hiess „Spielräume“). Aber für mich als Seminarleiterin war es auch enorm kräftezehrend. An einem der letzten wichtigen Momente bekam ich plötzlich, ausgelöst von meinem liebsten Freund Georg, eine Lachsalve. Wir konnten nicht mehr aufhören, es ging über eine Stunde. Wir schrien, giggelten, warfen uns weg vor Lachen. Mussten sogar aus dem Seminarraum raus, weil die Teilnehmer an etwas Wichtigem arbeiten wollten… niemand wusste wie das begonnen hatte und Georg und ich konnten nicht aufhören damit. Am Ende habe ich mir vor Lachen in die Hosen gemacht.


Eine der köstlichsten Erinnerungen meines Lebens.

Nimm das Leben leicht. Gönn Dir eine Lachpause. Befreie Dich. Es ist Deine Wahl.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich meiner Freundin Mirjam, mit der ich immer lachen kann. Und lieber Georg, eines Tages lachen wir uns tod, so haben wir das damals beschlossen. Und Alf, ein Mensch, der das Leben so humorvoll nimmt und meine Freundin Heidrun so köstlich viel zum Lachen bringt.

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