Schön locker bleiben…

In der vergangenen Woche hatte ich es viel mit Widerstand und Hingabe zu tun. Vor allem wohl, weil das die beiden Optionen sind im Moment. Die Weltlage ist angespannt und wir alle verkrampfen uns auch in privaten Kreisen, in der Zeit kurz vor den grossen Festen, in den Erwartungen an unsere Liebsten, in den kollektiven Ängsten.

Wie von alleine durfte ich dann eine Erfahrung machen, die mich genau an diesen Punkt gebracht hat. Ich fuhr durch den längsten Tunnel der Schweiz und bei Kilometer 10 von insgesamt knapp 17 gab es einen Totalhalt. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass dieser Halt aus Sicherheitsgründen provoziert war, weil es auf der anderen Seite wie verrückt schneite und der Verkehr langsam voran geleitet wurde. Da stand ich nun, eingeklemmt zwischen anderen Autos und Lkws und mit der Tunnelröhre um uns herum. Ich spürte, wie die Wände immer mehr auf mich zuzukommen schienen… und nun hatte ich die Wahl: Widerstand (nein nein nein, das darf nicht sein, ich will weiter!) oder Hingabe (es ist wie es ist, es wird schon nicht ewig dauern).

In dieser Lage sind wir alle hin und wieder. Wollen wir dann mit dem Fluss der Situation gehen, weil es eben gerade nicht anders geht, oder schalten wir auf stur und halten an unseren Plänen fest?

Widerstand ist immer schwierig. In der Psychotherapie spricht man davon, dass Widerstände, also Ablehnung, immer dann entstehen, wenn man ganz nah an einer Verdrängung ist, wenn es also dem Problem, das zur Lösung bereit wäre, besonders nahe kommt. Dann sagen wir gerne trotzig „Nein“ und beharren auf unserem eigenen „Ding“. Jetzt geht alles nur noch zäh und harzig und nichts begünstigt den Lauf der Dinge, weil es eben nicht läuft.

Wo leistest Du gerade Widerstand?

Und wie geht es Dir damit?

Macht es Dich leicht, geschmeidig tanzend, freudvoll?

Hast Du Spass daran und damit?

Hilft es Dir zu wachsen, Dich zu fühlen, ist es zielführend?
Dient es dem, was Du zu erreichen versuchst?

Oder steht der Widerstand Dir, der Sache, dem Vorhaben im Weg?

Ich meine keinesfalls, dass man zu allem Ja und Amen sagen sollte, gerade jetzt nicht. Es ist schon gut, wenn man die kritische Haltung behalten kann um nicht dumm und blind ins Verderben zu laufen. Achtsam sein geht immer.

Aufmerksam zu was man zustimmt – unbedingt!

Aber Widerstand ist eben auch eine Mauer, die den Fluss verhindert.

Wohin möchtest Du gerade und Dein innerer Widerstand steht Dir im Weg?

Und wie wäre es, wenn es hier zum Frieden käme und Du Dich einfach hingibst?

Vor vielen Jahren las ich einmal:

Natürlich hatte ich auch dagegen Widerstand! Man kann die Dinge ja nicht schön reden! Und doch: In den allermeisten Fällen folgte auf meine Hingabe ein Wunder.

Also: In einer Situation, in der Du den Widerstand total spürst, nimm eine etwas lockere Haltung ein und frage Dich: Welches Geschenk würde mich erwarten, wenn ich jetzt mit dem Fluss der Situation gehe? Was tut mir jetzt gut? Welches Wunder erwarte ich? Was kann ich dazu beitragen, dass es passiert?

Lass mal einen Moment los. Spürst Du, wie gut es Dir damit geht?

Zurück zu dem Tunnel. Ich musste tief, sehr tief ein und aus atmen (mein Widerstand sagt: Hier gibts gar keine Luft, musst Du also gar nicht erst versuchen) dann mich inspirierende Musik auflegen (mein Widerstand sagt: Was willst du jetzt mit Irland, Du hängst in einem verdammten Tunnel in der Schweiz) und dann meine Füsse spüren, mit den Fingern auf das Lenkrad trommeln und mich vorfreuen auf die andere Seite des Tunnels.

Nach einigen Minuten ging es weiter… und am anderen Ende….

Wunderschöne Winterlandschaft…

Lass los. Alles wird gut.

Willkommen in der Adlerperspektive!

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