Die kleine Extravaganz

Karl Lagerfeld hat einmal gesagt: „Kreativität ist ein Muskel, Du musst ihn genauso trainieren wie Deine anderen Muskeln, sonst erschlafft sie“

Viele Menschen meinen, Kreativität sei basteln und malen und irgendwelche Dinge dekorativ herstellen oder verändern. Aber Kreativität ist sehr viel mehr und geht sehr viel tiefer. Erinnerst Du Dich an den letzten Blog? Ich habe darin erwähnt, dass wir nur 2% neue Gedanken haben während eines Tages. Meistens trauen wir uns gar nicht aus der Komfortzone des bereits Bekannten heraus zu denken.

Kreativität heisst kre-ieren. Also etwas erschaffen. Und alles Neue ist demnach Kreativität. In der Tat ist es meistens etwas Originelles, also etwas, das nur von Dir gemacht wird.

Können wir also einen Schritt weitergehen dann ist Kreativität ein Ausdruck von Deiner Authentizität und Individualität.

Du kennst das sicher, wenn Du Dir einmal Kunsthandwerk, ein Bild, etwas Selbstgemachtes ansiehst: Du erkennst darin denjenigen, der es erschaffen hat.Oder wenn Du einen Text liest, manchmal sogar wenn es sich um einen Zeitungsbeitrag handelt: Du erkennst die Melodie, die Aussagekraft, das Wesen des Schreibenden. Kreativität ist immer ganz nah an dem, der es erschafft. Man kann deutlich erkennen, ob etwas „mit Seele“ gemacht wurde oder nur konventionell erschaffen wurde.

In der vergangenen Woche war ich in einer grossen Buchhandlung in Zürich um zwei Bücher meiner Lieblingsautoren für meine Freundin zu kaufen. An der Kasse kam ich ins Gespräch mit der Buchhändlerin und wir gerieten ins Fachsimpeln. Am Ende waren wir beide von einem der beiden Autoren begeistert und hatten den selben Eindruck, von dem was er schreibt: Es ist immer eine eigenartige Form des Amüsements wenn man seine Texte liest. Er hat Schalk. Und seine Texte sind nicht reisserisch sondern verzaubern ein bisschen.

(Wer das gerne hat: Alex Capus: Königskinder)

Alles was Du kreativ erschaffen kannst trägt vor allem auch Dein Wesen in sich. Da geht es nicht mehr nur um Abrufen dessen, was Du schon weisst (unser Dinosaurier-Hirn mit 98% Prozent vollgestopften alten Wissens) sondern –

um die kleine Extravaganz, die Dich ausmacht.

Wie kann ich also meine 2% neue Gedanken erweitern und damit mein Gehirn und das ewige Denken damit ein bisschen ablenken?

Du brauchst dringend: I N S P I R A T I O N.

Und die bekommst Du vor allem durch Neues. Neue Menschen, neue Orte, neue Bücher, neue Gesprächsthemen, neue Fragen (an Dich und von Dir), neue Sinneseindrücke. Du musst Dir pro-aktiv und hungrig, offen und gierig (deshalb spricht man von Neugier) das Neue holen.

Manchmal reicht es schon, wenn Du Deine Aufmerksamkeit auf das Absurde lenkst. Du stellst Dir einfach vor, jetzt ein paar Wunder zu sehen und zu erleben. Das öffnet Deinen Geist sofort und Du erlebst Dinge, die wunder-bar sind.

Letzte Woche sah ich zum Beispiel eine Dame im Pelzmantel bei 30 Grad Hitze. Eine, die einen riesigen Stapel Teller balancierte. Ein Vater der drei Waffeln Eis hielt die alle über seine Hände liefen während seine Kinder mit einem Hund beschäftigt waren und ihm das Eis nicht abnehmen wollten. Eine alte Lady, die mit einem jungen Verkäufer flirten wollte und der dabei die Augen verdrehte.

Ich könnte die Liste ewig weiterführen.

Inspiration heisst – Den Geist erhellen, das Schöpferische, Erleuchtende erleben.

In der Medizin kommt Inspiration von lateinisch „inspiratio“: Einhauchen, einatmen.

Und das ist es, was Dein Gehirn braucht, wenn es kreativ sein will: Es muss den Dingen, dem Leben, den Gesprächen etwas Spannendes, Neues und Aussergewöhnliches einhauchen.

Hast Du Deinen Kreativitätsmuskel heute schon trainiert?

Öffne Deine Sinne und erlebe das, was ist, als neu. Das kannst Du immer. Du musst es eben einfach wollen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

4 Gedanken zu “Die kleine Extravaganz

  1. Du sagst es: Inspiration bekommt man durch Neugier. Allein auf meinem Weg der Wissensansammlung für ein bestimmtes Thema, tauchen 3 weitere neue Ideen auf, die irgendwie im Hirn keine Ruhe geben wollen und ebenso erforscht werden möchten.

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