Wo die wilden Winde wehen

Wenn der Wind Dir direkt entgegen weht, ist es schwer zu atmen. Dann muss man einen kleinen Handfächer machen damit man selbst genug Luft bekommt und diese kontrolliert in die Lungen eingeatmet werden kann.

Ach. Der Wind!

Eigentlich wollte ich diese Woche über etwas ganz anderes schreiben. Provokant sollte es werden und aufrüttelnd, der Titel stand schon fest. Und dann ereilte mich dieser Wind, der meine Gedanken einfach weg geblasen hat. Wie auch alles andere, was mir gerade im Weg zu stehen schien. Er war sehr sehr kräftig und ungeheuerlich dominant und pffff—– alles weg, alles verweht, alles nicht mehr wichtig.

Wie herrlich so ein Wind und wie gewaltig. Auf meinem Spaziergang sah ich viele gefallene Bäume, wunderschönes Durcheinander in den Gärten. Und auch meinen Balkon hat er gefegt, Dankeschön dafür….

 

Wann bricht ein Baum? Was braucht es, dass er bricht? Und wann brechen wir, wenn der Wind allzu stark ist für uns? Was lässt uns gerade stehen, wann sind wir biegsam und wann müssen wir brechen, weil wir vielleicht in unserer Haltung zu sehr erstarrt sind? Sind wir trockenes Holz oder geschmeidiger Bambus? Wie gehen wir mit den Winden in unserem Leben um? Lassen wir uns mitreissen oder durchschütteln, reinigen oder brechen vom Wind? Kann der Wind das Überflüssige in uns frei legen oder wird er uns mitsamt den Wurzeln ausreissen? Wie gehst Du ganz persönlich damit um, wenn der Wind Dich packt?

Wind ist etwas sehr Polares. Ich kenne nur Windliebhaber wie mich und Windhasser wie viele meiner liebsten Freunde. Der Wind ist eben aufdringlich und lässt nicht allzu viel Platz für eigene Kapriolen. Der holt sich was er will. Bügelt so manches glatt, wie das lange Gras, die Weiden. Und wirbelt durcheinander wozu er Lust hat.

Vor vielen Jahren kam ich auf einem Segeltörn einmal in ganz besonderen Wind. Wir waren in einem Sturm zwischen den Virgin Islands und der Karibik und nichts blieb mehr an Ort und Stelle. Und wir hingen alle über der Reling, so elend ging es uns. Aber ach, dieser Wind, der in die Fock blies und unser Boot fast aus dem Wasser hob… gewaltig war das, gnadenlos…

Und dann ein paar Jahre später der Mistral in der Provence. Wir hatten eigentlich zelten wollen aber es gab kein Entkommen vor den wilden Wirbeln und wir mussten in ein Hotel gehen und wurden tagelang von warmem Wind zur Migräne getrieben. Und irgendwie spinnten die Franzosen alle ein bisschen wegen dem Wind.

Wie die Magie so oft spielt fiel mir dann auch das passende Buch in die Hände. Eine wunderbare Geschichte von einem Mann, der den Winden nachreist. Wer den Wind liebt, wird an diesem Buch grosse Freude haben.

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Herrlich, wenn man mit Rückenwind laufen kann. Und herrlich wenn der Gegenwind einem ins Haar greift. Und dann der Aufwind, der die Vögel, besonders den Adler, im Girlandenflug nach oben trägt, ganz anstrengungslos…

Wohin weht der Wind Dich gerade?

Und wohin soll er Dich wohl wehen?

Welche unterstützende Kraft wünschst Du Dir?

Und wo kannst Du sie Dir holen?

Wir reden im Volksmund oft über „Bruder Wind“. Denn er kann das ja sein, der Bruder, der Begleiter, die helfende Hand.

Lassen wir uns also mit viel Rückenwind dahin gleiten, wohin wir als nächstes wollen.

Wohin fliegst Du?

Willkommen in der Adlerperspektive

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