Ende der Maskerade

Die Tage wurden wir alle mit dem Thema „Masken“ konfrontiert. Was aussen ein Spass an der Fastnacht, dem Karneval, ist, hat einen viel tieferen Charakter.

Im Gespräch mit einer jungen Frau habe ich gestern erfahren, wie sehr die neue Generation der Twenties darunter leidet, dass so vieles unecht geworden ist. Angeklebte Haare, Nägel, Wimpern, tätowierte Augenbrauen, aufgespritzte Formen und Rundungen, Piercings, Maskerade um anders zu sein, als man ist. Eine dicke Schicht von Make-up friert Gesichter ein, auch ausserhalb der närrischen Tage.

Kaum mehr jemand zeigt seine wirkliche, authentische Persönlichkeit. Das ist nicht neu, aber es wird zusehends ein grosses gesellschaftliches, vor allem aber ein menschliches Thema.

Ich erinnere mich an eine Seminarteilnehmerin, die vor mehr als zehn Jahren alles von mir wissen wollte, was im Seminar „Spielräume“ stattfindet, denn sie wolle nicht teilnehmen, wenn sie dabei ihr Gesicht verlieren würde. Ich sagte damals, sie werde nicht ihr Gesicht, sondern allenfalls ihre Maske verlieren. Und so kam es: Es erschien eine ganz neue Persönlichkeit, die wir alle sogar mehr mochten als die aufgesetzte Attitüde, die sie vorher präsentierte.

Tragen wir nicht alle hin und wieder ein Pokerface? Natürlich, wir alle. Wir müssen ja funktionieren, mitspielen, repräsentieren, etwas darstellen, vor allem im beruflichen Umfeld. Wie wohltuend, wenn jemand mal die „Fassung verliert“, wenn man sich zeigt, etwas aufblitzt, das liebenswerter ist und den Menschen menschlich macht. Nie vergesse ich einen wunderbaren Coachee, der mich mit seinem jungenhaften Auftreten, dem spätpubertierenden Macho Gehabe und seinem Spielen eines coolen Typs in den Wahnsinn trieb. Wie wunderschön war das Juwel, das da ent-wickelt werden konnte! Er ist ein Freund von mir geworden weil er den Mut hatte, sich ganz und gar zu zeigen und erwachsen zu werden (einen lieben Gruss an L.)

Aber es gibt leider auch unerfreuliche Maskierungen. Die Menschen die etwas vorspielen, etwas darstellen und zeigen, was von Anfang an einfach nur Lüge ist. Wie unappetitlich, wenn sich diese Maske lüpft und darunter etwas zum Vorschein kommt, was man keinesfalls vermutet, auf keinen Fall dem Menschen zugetraut hätte. Dann wird das eigene Gesicht zur Fratze und all die Schönheiten, die man in dem Menschen gesehen hat werden plötzlich hohle Phrasen und essenzlose Unwahrheiten. Mein Mitgefühl an alle, die von diesem Erlebnis betroffen werden.


So gibt es oft nur eins: SICH zeigen. Der Falkner Norman sagt gerne, wenn er seinen Adler ausfliegen lässt: Schau was passiert! Der Adler am Himmel zeigt sich – und alle verhalten sich korrekt. Denn jetzt geht es um Leben und Tod!

Wie mutig bist DU in Deinem täglichen Leben, Dich zu zeigen, Dich berührbar und sichtbar zu machen?

Wann meinst Du eine Maske zu brauchen und warum?

Wer bist Du wenn Du vollständig nackt bist?

Und wer darf Dich sehen, authentisch und ehrlich und offen und ganz Du?

Bist Du bereit Dich dem Leben auf Leben und Tod auszuliefern?

Diesen Blog möchte ich heute in Liebe der Adlerin Kathi widmen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

 

Emoji-Mask

2 Gedanken zu “Ende der Maskerade

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