Die äussere und die innere Freiheit

„Alle Meister die ich je kennen gelernt habe, waren die, die ihre persönliche Meisterschaft bewältigt haben“, hörte ich mich kürzlich zu einer Coachee sagen. Und sie verstand sofort – die persönliche Meisterschaft, das grösste Battle, das uns herausfordert.

In diesem Zusammenhang denke ich über Freiheit nach. Ein Thema, das wohl jeden schon einmal intensiv beschäftigt hat. Vor vielen Jahren sagte mir ein Klassenkamerad: „Als wenn wir je die Wahl gehabt hätten“. Es war zu Zeiten des Wettrüstens, in den Achtzigern, als die Welt den Atem anhielt und wir nicht wussten, was als Nächstes passieren würde. Und ein paar Jahre später ging die Mauer, zwischen Ost und West in Deutschland, auf und man sprach von einer Wende, einer neuen Freiheit.

Freiheit im Aussen wird oft mit Entscheidungen, mit eigen gewähltem Leben, mit finanziellen und beruflichen Möglichkeiten gleich gesetzt. In einer Zeit, in der wir fast alles haben, ist es schwer, sich vorzustellen, dass Menschen tatsächlich auch unentschieden in der Freiheit eingeschränkt sind, unter einem Diktat, in einem unguten politischen Millieu, unter einem körperlichen Handicap oder einer gewalttätigen Gefangenschaft leiden und für ihre blosse Freiheit, ohne zusätzliche Benefits, alles geben würden.

Die äusserliche totale Freiheit, können wir sie erreichen? Oder ist es immer nur partiell möglich, sind wir nicht auch alle abhängig von der Befriedigung der Grundbedürfnisse wie Essen, Schlafen, Wärme, Schutz und sozialen Kontakten?

In diesem Zusammenhang müssen wir innere Freiheit als Meisterschaft ansehen, wie steht es bei uns um diese sehr intime Freiheit? Sind wir frei von Scham und Schuld, Angst und altem Groll, frei von Selbstvorwürfen und Klage, frei von Selbstmitleid, frei von Begierden auf Kosten von anderen, von Ressourcen oder Menschen, frei von Wünschen, Sehnsüchten, Süchten überhaupt, frei von Wollen und Müssen, frei von Urteilen und frei von Ego ganz allgemein? Was meinen wir denn, unbedingt noch zu brauchen, bevor wir frei sind?

Bist Du frei?

Kannst Du Dich wagen Du selbst zu sein?

Kannst Du es wagen ganz authentisch, ganz ehrlich zu sein und ganz bei Dir zu bleiben?
Wo verleumdest Du Deine wahre Identität? Und zu welchem Preis?                               Zahlst Du etwa mit der Freiheit dafür?

Für uns alle, die wir in einer relativ grossen äusserlichen Freiheit leben, ist es geradezu elementar wichtig, sich damit zu beschäftigen wie frei wir innen sein können. Und damit auch: Wie selbst bestimmt. Wie verantwortungsbewusst. Wie respektvoll wir mit uns selbst umgehen.

Schwingen wir uns also auf in die Freiheit, gewinnen wir sie zurück.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Freiheit

Die Veträge sind gemacht
Und es wurde viel gelacht
Und was Süsses zum Dessert
Freiheit, Freiheit

Die Kapelle, rum-ta-ta
Und der Papst war auch schon da
Und mein Nachbar vorneweg

Freiheit, Freiheit,
Ist die einzige, die fehlt
Freiheit, Freiheit,
Ist die einzige, die fehlt

Der Mensch ist leider nicht naiv
Der Mensch ist leider primitiv

Freiheit, Freiheit,
Wurde wieder abbestellt

Alle, die von Freiheit träumen,
Sollen’s Feiern nicht versäumen,
Sollen tanzen auch auf Gräbern

Freiheit, Freiheit,
Ist das einzige, was zählt
Freiheit, Freiheit,
Ist das einzige, was zählt

(Marius Müller-Westernhagen)

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