Das Leben, unser Spielraum

Diese Woche hatte ich nach sehr langer Zeit wieder einmal einen Tag an dem ich mit Freunden an einem Spieltisch sass. Wir spielten ganz altmodisch mit Karten und Brettspielen, lachten, waren emotional und frei und es machte den Kopf auf und uns untereinander zu Kindern. Wie herrlich so ein Tag ohne digitale Medien, ohne Ernsthaftigkeit, ohne Sorgen und ohne Alltag!

Wie entspannend das Spielen war! Erstaunlich, dass ich vergessen hatte wie es gut tut zu spielen! Wieso spielen wir so wenig im Leben?

Auch die fortgeschrittenste Gesellschaft kann weder Luft noch Nahrung noch Liebe und Beziehungen ersetzen und sie braucht Menschen, deren innere Lebendigkeit und spielerische Erfindungskraft noch nicht ganz eingeschlafen sind. Es geht nicht um Spielerei, wenn wir fragen, inwieweit Leben Spiel sein kann.

Warum haben wir so viel Ernsthaftigkeit und Regeln, Vorschriften und All-tag zu bewältigen, sind so oft gestresst und „in Schienen“ unterwegs?

Die Antwort ist leicht: Weil die Gesellschaft eine ORDNUNG verlangt, dem sich alles zu beugen hat. Wo kämen wir denn da hin,  wenn jeder nur noch machen würde, was er will?

Ja, wo kämen wir denn da hin?

Vielleicht in den Eigensinn?

Vielleicht in die Kreativität?

Vielleicht sogar auf neue Gedanken?
Vielleicht auf neue Lebenskonzepte?

Vielleicht auf Lösungen, die man gar noch nicht kennt!

INS SPIEL?

Spiel ist keine Form des blossen Zeitvertreibs, den wir uns leisten können oder nicht. Spiel ist das Grundprinzip des Lebens – und Spielräume sind die Räume, in die hinein sich Leben entfaltet.

Spielen ist – wie im althochdeutschen „spelan“ enthalten – die suchende Bewegung durch die Welt, eine Lebensbewegung, die keinen ungebahnten Weg scheut, Umwege gerade nicht meidet und zugleich immer auf der Suche ist.

Der spielerischen Qualität und Haltung des Lebens haben wir eine gesellschaftliche Struktur und Ordnung entgegen gesetzt, die Spielräume gar nicht ertragen kann, oder diese zugebaut/gemauert hat – oder zugestuhlt hat damit kein Bewegungs-, eben kein Spielraum mehr besteht.

Wir alle träumen den Traum eines bewegten, abenteuerlichen, lustvollen, spontanen, freien, lustigen Lebens, wir alle träumen davon, das Leben selbst zu gestalten, vielleicht sogar ein Stück weit für die Gesellschaft anders zu gestalten, neue Spielräume zu erobern, auszubrechen aus den Schienen, der Langeweile, der vorgezeichneten Konzepte. Ich behaupte sogar, wir alle träumen davon, aus der ORDNUNG auszusteigen die die Gesellschaft uns aufdoktriert.

Wer sich frei durch Räume bewegt, ist schwer kontrollierbar. Werden wir wohl deswegen alle so gerne von der Karrierelaufbahn, den gesellschaftlichen Normen, der Medienlandschaft, dem TV, dem Internet, dem sitzenden Spiel vor der Playstation betäubt? Damit wir ruhiggestellt sind und unseren inneren und äusseren Bewegungs- und Eroberungsdrang unter Kontrolle haben?

Ich behaupte: Der Verlust unserer Spielfähigkeit und der Fähigkeit der Entdeckung und Eroberung von gegenteiligen neuen Lebensformen hat eine körperliche, geistige und emotionale Panzerung zur Folge. Wir sind ja schon alle völlig ungeschmeidig vom vielen Sitzen!

Ich glaube: Wir alle wollen zurück ins Spiel.

Wo ist Dein Spielraum?

Spielst Du mit dem Leben oder spielt das Leben mit Dir?

Und wie wäre es, das Leben mal als Spiel zu betrachten?

Heute mal willkommen in eine Kapriolen Adler-Perspektive.

 

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