Ausatmen – Aufatmen

In der vergangenen Woche war eine liebe Coachee mit mir unterwegs im

Go-Wild-Tal, hinten im Maggiatal, zwischen den hohen Bergen und bei den lebendigen Wasserfällen. Die Coachee war etwas eng geworden, der Kummer hatte sie gefangen genommen in sich selbst. Wir setzten uns an einen wunderschönen Ort, bei angenehmen Temperaturen und blau-blauem Himmel. Die Sonne strahlte, das Wasser fiel in Kaskaden vor unseren Augen in einen tiefblauen kleinen See. Ganz unmerklich konnte meine Coachee … ausatmen.

Sehr oft halten wir den Atem an, wenn wir emotional berührt und auch gefangen sind. Ist Dir das schon aufgefallen? Wir hören auf einzuatmen. Mehr noch: Wir atmen auch nicht mehr aus. Oder nur so flach wie möglich, um genau zu sein. Es ist, als ob wir keinen Raum mehr einnehmen möchten oder uns der Welt auch nicht mehr geben können.

Im Laufe zweier Tage in dieser grossen und auch gewaltigen Landschaft passierte dann etwas, das ganz nebenbei geschah. Der Muskeltonus meiner Coachee, der nur angespannt gewesen war, entspannte sich zusehends. Sie atmete wieder. Sie seufzte sogar ab und zu und atmete tief und erleichtert aus. Sie nahm sich wieder den Raum im Leben, den sie brauchte. Sie verstand, was sie gefangen genommen hatte. Das heisst nicht, dass sie es schon loslassen konnte, hier reichte schon das Bewusstsein über das, was gerade mit ihr geschieht, um ihr ein bisschen mehr Spielraum zu geben.

Wenn man sich ganz eng und verloren fühlt, dann reicht es oft, sich dem Rhythmus der Natur anzunähern. Lange das fallende Wasser zu betrachten, oder den Wellenschlag des Meeres zu beobachten. Den Wind wahrzunehmen oder den Wald einzuatmen bei einem langen Spaziergang. Auch deshalb ist dieser neue Trend – das Waldbaden – entstanden.

Unter Waldbaden versteht man den achtsamen Aufenthalt im Wald, bei dem die Aufnahme der Waldatmosphäre und der enge Kontakt zu der Natur im Fokus stehen. Waldbaden soll dazu verhelfen, Entschleunigung zu finden, neue Lebensfreude zu schöpfen und Energiereserven einmal ordentlich aufzufüllen.

Man kann das überall tun, überall wo Grün ist. Und es muss nicht immer Wald sein. Der Fokus liegt vor allem an dem offenen Bewusstsein, mit dem wir in die Natur gehen. Vielleicht hörst Du Vogelstimmen oder Geräusche im hohen Gras. Du kannst Deine Sinne benutzen um die Natur aufzunehmen, sie wirklich wahrnehmen. Das ist nicht neu und revolutionär, das haben wir schon immer gemacht, bisher aber wohl vielfach nicht gewusst.

Die schöne junge Frau letzte Woche durfte eintauchen in herrliche Landschaft. Vor dem gewaltigen Wasserfall fühlt man sich vielleicht zunächst klein. Und dann, nach ganz kurzer Zeit, verschmilzt man mit dem Anblick und der Energie dort. Man wird Teil des Berges, des Waldes und des Sees. Kommt noch ein Lagerfeuer dazu, ein kaltes Bad im See, eine tiefe Meditation im Licht, das durch die Blätter fällt, dann wird die mentale Arbeit, die man bewältigen muss, plötzlich total einfach. In der Natur sein und der eigenen Natur zuhören, das scheint einen Gleichklang auszulösen.

Wenn Du wieder aufatmen möchtest, nach einer langen Zeit des angehaltenen Atems, dann bewege Dich in einer Landschaft, die Dir gut tut. Du wirst sehen, es gibt magische Plätze die Dich zu Dir zurück bringen und Dir die Last von den Schulter, oder vom Herz, nehmen können.

Glückspilze der nächsten Wochen – Jacqueline, Fleur, Regina – Ihr könnt über die Klippenpfade laufen und das wilde Meer des Atlantiks betrachten. Den Geist weiten, dem Golfstrom im Himmel und um die Insel herum Eure ziehenden Gedanken übergeben. Alte Bäume berühren, um Euch Euren Wurzeln bewusst zu werden: Die Gezeiten im Aussen mit den Gezeiten im Innen in Einklang bringen. Atmen – ausatmen, aufatmen. Es geht nach JERSEY. Auf die kleine Insel im grossen Meer. Die Adler dürfen wieder fliegen.

Willkommen in der Adlerperspektive!

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