Was für eine Zumutung!

Das habe ich kürzlich aus dem Mund einer wütenden Frau gehört. Sie bezog sich auf irgendetwas, das sie nicht tun wollte, oder nur unter grösstem Widerstand.

Der Satz lief mir nach, als ich ins Auto stieg und ich nahm ihn auseinander:

„ Zu – Mut – ung“. Eigentlich ein Zugeständnis von einem Umstand, der unseren Mut herausfordert. So gefällt mir das: Jemand möchte, dass ich mit Mut in eine Sache hineingehe. Oder mit Mut genau das Gegenteil mache: Mich ihr widersetze.

Mut sieht man nicht mehr so oft. Mut braucht Überwindung von Angst. Mut braucht Dynamik und Engagement. Man braucht eine klare, möglichst intrinsische Motivation. Mut braucht auch ein bisschen Aggression. Ich sehe nicht mehr viel Mut. Unser Leben ist sehr gemütlich geworden, die Komfortzone hat die meisten Territorien übernommen.

Mut würde doch auch heissen: Gegen alle Widerstände: Ich entscheide mich, meinen ganz eigenen individuellen und selbst gewählten Weg zu gehen. Weil er zu meinem Wesen passt, weil er will, dass ich meinem Herz folge.Sofort wenn man Mut aufbringt und sich für sein Herz entscheidet, bekommt man: Euphorische Freude. Wenn man Mut bewiesen hat, setzt das einen riesigen Endorphin Cocktail in Gang.

Besonders schön kann man das bei Kindern sehen: Wenn sie sich trauen, die grosse Rutschbahn runter zu sausen, das riesige Tier zu berühren, auf einem Pferderücken zu sitzen, die erste Runde mit dem Fahrrad zu fahren…. die Kinder brauchen die Zu-mut-ung der Eltern, denn sonst würden sie deren schützende Hand niemals loslassen.

Wann hast Du Dir das letzte Mal etwas zugemutet?

Wozu brauchst Du aktuell viel Mut?

Was empfindest Du als Zumutung? Wie gehst Du damit um?

Ganz ehrlich: Die meisten Menschen knicken ein bei einer Zumutung. Sie schimpfen und dann machen sie es unter Protest doch. Um die Sicherheit nicht zu verlieren. Um nicht ausgeschlossen zu werden. Um die Komfortzone nicht verlassen zu müssen. Um nicht unangenehm für andere zu sein. Den Mutigen gehört zwar die Welt, aber ich in meinem kleinen Garten hier bin sicher, gut aufgehoben, eingebettet.

Es gibt einen Song, der einmal die Eurovision bereichern wollte, da hiess es:

„Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund, die Sonne brennt da oben heiss. Wer zu hoch hinaus will, der ist in Gefahr!“

Kennst Du diesen Mist noch? Hier, Du kannst es Dir anhören:

Na, hast Du mitgesungen? Geschrieben hat das Werk der bekannte Schlagerkomponist Ralph Siegel, der es versteht einen Schunkelsong zu komponieren, den jeder mit trällern will. Die Melodie gefällt mir auch! Aber ganze Heerscharen von Menschen haben das damals mitgesungen.

Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund! Was für ein Witz! Aber: Das ist der Tenor derer, die dann auch gerne unten sitzen bleiben und sich nichts zu-muten oder zu-trauen.

Es geht auch anders. Man könnte auch den ganzen sicheren, scheinheiligen „Boden der Tatsachen“ hinter sich lassen und seinem wilden Herzen folgen: Sich mutig von einer hohen Schanze zu stürzen und ein ganz anderes Leben erobern.

In dem folgenden Song geht es genau darum und ich möchte auch hier eine wichtige Zeile zitieren:

Hier oben, wo die Luft am dünnsten ist. Wo nur Mut nicht vor Angst die Augen schliesst. Ist der Traum vom Fliegen so erfüllbar nah….

Wenn Du magst sieh und höre dir auch diesen Song an:

Und jetzt schau:

Wo brauchst Du gerade Mut?

Wohin kämst Du denn, wenn Du Mut hättest?

Mutest Du Dir diesen Schritt zu – oder zögerst Du?

Dann möchte ich Dich er-mutigen. Dich Dir zu-muten: DU KANNST DAS.

Das Leben war niemals dafür gedacht zu verharren, es Dir bequem einzurichten und Dich möglichst wenig in gefährliche Gefilde zu wagen. Das Leben ist nicht bequem! Du kannst es Dir bequem einrichten, ja, das ist wahr. Du kannst noch den Rest deines Lebens „flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“ singen und immer schön am Boden bleiben. Dem Diktat des Anderen folgen. Dich ducken oder klein machen oder davon rennen. Du kannst da bleiben wo du bist, weil Du nichts Neues wagen möchtest. Ausreden findest Du ganz gewiss genug. Und alle werden das Lied mit Dir singen.

Oder Du nimmst es so, wie es zu Deinem Herz passt. Du eroberst Dein eigenes Land. Du stehst aus dem bequemen Sessel auf und tust was Du in Dir selbst als richtig fühlst. Du sprichst aus, was Du längst als Kropf in deiner Kehle spürst, weil Du es immer zurück hältst. Du beendest eine lange Leidensphase. Du verlässt Menschen, die Dir nicht gut tun, den Job der Dich noch in den Tod langweilen oder zu Tode Kraft kosten wird. Oder Du verlässt die sichere Basis, das tragende Luftschloss, das Dir andere gebaut haben um Dich bei sich zu behalten. DU HAST IMMER DIE WAHL.

Was für eine Zumutung dieser verdammte Blog! 🙂

Willkommen in der Adlerperspektive.

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