Triffst Du nur das Zauberwort…

Kennst Du das, man redet und spricht trotzdem nicht die gleiche Sprache? Irgendwie wollen die Worte nicht durchdringen, egal wie gut man sich erklärt, der andere hört es nur durch seine eigenen Ohren. Ohren die nicht so sehr mit dem Hörsinn, sondern vielmehr mit dem Ding zu tun haben, was zwischen unseren Ohren ist – unser ach so schlauer Kopf, der meint schon alles zu wissen, zu kennen, richtig zu interpretieren und auch – zu verurteilen.

Diese Tage wurde ich gleich mehrmals damit konfrontiert, was für ein schwieriges Thema die angemessene Kommunikation ist. Zwischen Paaren, Partnern und in zwischenmenschlichen Beziehungen, so behaupte ich, ist es das problematischste Thema überhaupt. Denn: Jeder kann immer nur von seiner eigenen Warte aus dem anderen begegnen (siehe letzter Blog).

Einer der besten Ansätze die ich kenne, um in Konflikten gut miteinander sprechen zu können ist die „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Rosenberg.

Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist ein Prozess, der von Dr. Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde. Er ermöglicht Menschen, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zwischen ihnen verbessert wird.

GFK kann sowohl beim Kommunizieren im Alltag als auch beim friedlichen Lösen von Konflikten im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Sie versteht sich nicht als Technik, die andere Menschen zu einem bestimmten Handeln bewegen soll, sondern als Grundhaltung, bei der eine wertschätzende Beziehung im Vordergrund steht.

Das Modell baut auf einer Haltung, die sagt: Menschen möchten grundsätzlich miteinander im Austausch sein, in einer Balance von Geben und Nehmen. Mit jeder Handlung versuchen sich Menschen Bedürfnisse zu erfüllen, um das Leben wirklich leben zu können in seiner ganzen Fülle und Herausforderung.

Also sprechen, um Bedürfnisse zu erfüllen?

Wie einfach wäre es, würden wir ehrlich sagen: Das und das brauche ich jetzt von Dir, statt Vorwürfe und Verurteilungen in den Raum zu bringen, der die gemeinsame Atmosphäre vergiftet.

Ein schöner Gedanke, ein Gespräch, das auf Wertschätzung, Wohlwollen und der ehrlichen Bekundung der eigenen Wünsche oder Empfindungen beruht.

Das ist es, was ich an nonverbaler Kommunikation und Körpersprache so mag. Es ist immer ehrlich. Und immer sanft, miteinander und gemeinsam gelebte Sprache.

Nicht jeder Mensch kann unsere Sprache sprechen (Du erinnerst Dich an das Ding zwischen den Ohren?). Und nicht jeder Körper kann mit dem anderen kommunizieren, wir sind nun mal alle unterschiedlich.

Eine ganz einfache Regel einzuhalten, würde schon viel Frieden in die Welt bringen. Sie stammt von Rumi, einem persischen Dichter aus dem Mittelalter und empfiehlt:

Bevor du sprichst, lasse deine Worte durch drei Tore schreiten. Beim ersten Tor frage: „Sind sie wahr?“ Am zweiten frage: „Sind sie notwendig?“ Am dritten Tor frage: „Sind sie freundlich?“

Geh diese Woche einmal mit diesen drei Fragen durch Deinen Alltag. Oder, wenn Du keine Zeit hast, keinen Nerv oder das Ding zwischen den Ohren ist schon so voll, dass es kaum mehr Speicherplatz hat, dann nimm die letzte Frage mit in den Tag. Entweder wirst Du die ganze Woche schweigen oder Du erkennst selbst wieder, dass die einzig wahre Kommunikation im Herz stattfindet. Geniesse.

Willkommen in der Adlerperspektive.

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