Wann, wenn nicht sofort?

Kennst Du die Geschichte von Samuel Koch?

Er stolperte vor einigen Jahren bei dem Versuch einer akrobatischen Leistung. Er brach sich viermal das Genick. Seitdem ist er querschnitts-gelähmt. Aber: Er hat sich Stückchen für Stückchen ins Leben zurück gekämpft. Heute kann er vieles wieder tun, obwohl er nach wie vor schwer gelähmt ist. Und dennoch ist seine Geschichte exemplarisch für einen Mensch, der nicht aufgibt sondern nach Möglichkeiten sucht statt nach Bremsen.

Dieses berührende Video habe ich vor kurzem von ihm gesehen:

Vielleicht hast Du ein bisschen Zeit, oder Du nimmst sie Dir, um ihm zu zuhören. Er ist seit so vielen Jahren Inspiration und Mutmacher und ein wertvoller und grossherziger Mensch.

Am Ende des Videos gibt er, vor allem jungen Menschen, einen Tip.
„Schwierig“ – gibt’s nicht. Sagt er da.

Und genau so ist es ja auch, jetzt spreche ich nicht nur zu den jungen Menschen: ALLE haben wir manchmal das Gefühl etwas wäre zu schwierig, nicht machbar, zu anstrengend, zu unmöglich. Die Ressourcen wären nicht da, die Gesundheit nicht mehr so stark, die Möglichkeiten limitiert.

In allen Fällen müssen wir uns dann mal ehrlich fragen, ob wir uns selbst blockieren. Mit den Gedanken dass etwas nicht geht. Mit dem fehlenden Mut. Dem fehlenden Biss. Der fehlenden Motivation.

In einem der letzten Blogs habe ich schon von Motivation gesprochen. Also von „motivare“ – bewegen kommend.

Was bewegt Dich denn?


Wohin zieht es Dich?

Was willst Du unbedingt erreichen, erleben und: Wie willst Du Dich fühlen?

Als Coach behaupte ich, dass 90% der Menschen weit unter ihrem Potential bleiben. Weil es eben bequem ist, sich rauszureden. Weil zwischen sprechen und handeln sehr oft eine riesige Diskrepanz ist. Weil es eben leichter ist, die Welt oder das Umfeld, die Familie, die Gesellschaft oder vermeintliche Limits verantwortlich zu machen, warum wir etwas nicht können oder eben: Nicht tun.


Es liegt an Dir! DU hast es in der Hand, im Bauch, im Herz, ob Du da hin kommen wirst wohin Du mit jeder Faser deines Herzens sehnst – oder ob Du eben sitzen bleibst, Dein kostbares Leben an Dir vorbei ziehen lässt und nichts tust.

Wie sagt Samuel so schön? Ich wünschte Du hättest mehr

Mut – Ausbrüche

statt immer nur

Wut – Ausbrüche

Was brauchst Du denn noch? Leg los! Mach den ersten Schritt, auch wenn er noch so klein ist. Und dann geht es Schritt für Schritt weiter bis Du da angekommen bist, wo Du hinwillst und musst.

Leb Dein Leben! JETZT!

Mach etwas, das Dich glücklich macht, das Dich inspiriert, Dich weiter bringt, dein Herz zum Singen und Deine Füssen zum Tanzen bringt.

Es wird Zeit. Du hast nichts mehr zu verlieren ausser deinem Widerstand.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Vom wundern

Letzte Woche hat mich tatsächlich ein Radrennen inspiriert. Ganz lustig. Gar nicht mein Sport. Wenn ich die Tour de France früher zufällig beim Zappen im TV sah, ging es mir, wie wenn ich ein Eishockey Spiel sehe – da sieht man auch keinen Puck (weil er zu schnell ist) aber jede Menge Aufregung. Das Rennen also: Ein Haufen schnell bewegende Räder, die irgendwohin fahren.

Aber diesmal waren es die Geschichten um die Fahrer. Ein feingliedriger, kühler und schüchterner Däne, der einst in einer Fischfabrik arbeitete, dann als Talent entdeckt wurde und dieses Jahr zum zweiten Mal die Tour gewonnen hat. Ein Belgier, dessen Name während der gesamten Tour nicht erwähnt wurde und dann sehr überraschend die Etappe in Paris für sich entscheidet und damit die Stars deklassiert. Wunder-bare Geschichten.

Das Leben ist voll mit solchen Wundern. Ganz sicher hast Du auch schon welche erlebt oder es ist Dir von einigen Wundern erzählt worden. Manchmal gibt es Fügungen, die überraschend sind. Die neue Perspektiven aufmachen, die das Leben von einem Moment zum anderen verändern. Hoffentlich zum Guten.

Wann hast Du das letzte mal über das Wundern nachgedacht?

Wann hast Du ein Wunder erlebt?

Wann hast Du eins zu Dir eingeladen?

Genau: Eingeladen. Wunder sind auch eine Haltungsfrage!

Bist Du denn bereit für ein Wunder?

Gab es in Deiner Lebensbiografie schon Dinge, Ereignisse, die sich zu Deinem totalen Wohl entwickelt haben? Vielleicht Menschen, die Du getroffen hast? Oder Fügungen, die sich für Dich ergeben haben und die Dich an den richtigen Ort gebracht haben?

Wenn ich hier schreibe, dass Wunder eine Haltungsfrage sind, dann heisst es auch, dass Du aufhören musst die Dinge rational zu planen und hochzurechnen, zu durchdenken und zu kontrollieren. Wenn du die Kontrolle und die starre Durchführung aufgeben kannst, dann gibst Du vor allem auch die Angst vor dem Scheitern, dem Verlust und dem Versagen auf. Alles, was wir planen, an dem wir krampfhaft festhalten, das wir uns durch „Vor-Stellung“ (wie etwas zu sein hat) ruinieren, kann sich nirgends wo hin entwickeln.

Da gibt es keinen Platz mehr für das, was vielleicht durch einen Glücksmoment, durch ein magisches Zusammenspiel möglich wäre.

Ich rede hier keineswegs über Magie im (be-)zaubernden Sinne.

Sondern über die Haltung, dass es auch Dinge gibt, die ohne unsere Anstrengung passieren. Die sich ohne unser Zutun einfach so ergeben.

Bert Hellinger, der Gründervater der systemischen Psychologie, hat immer wieder darüber gesprochen, dass wir nicht mit dem Staunen aufhören dürfen, dass es wichtig ist, diese Haltung einzunehmen: Auf eine Lösung zu vertrauen und den Dingen ihren „Flow“ zu erlauben. Also: Die Probleme loszulassen und zu sagen: Jetzt komm, fliess mal zu einer Lösung hin.

In diesem Zusammenhang denke ich auch sehr gerne an meinen allerersten Blick auf einen Adler: Der Falkner hatte die Adlerdame ausfliegen lassen und sie schien in ein Tal zu „fallen“. Ich wurde ganz panisch und sagte: Sie stürzt ab! Du musst sie zurück rufen! Der Falkner schmunzelte nur: Die Adlerin „fiel“ vom Himmel, weil sie unten in der Senke einen Aufwind „gesehen“ hatte. Als sie die kleine Böe erreicht hatte, öffnete sie ihre Flügel und liess sich anstrengungslos im Girlandenflug nach oben tragen. Das war eine wichtige Lektion für mich.

Und darf es für uns alle sein:

Öffne Deine Hände und lass einfach diese Woche mal alle Probleme los. Du hast sie ohnehin schon in alle Richtungen zer-dacht und ausgerechnet. Das hat Dich nicht weiter gebracht. VERTRAUE. Auf ein Wunder. Auf eine Fügung. Auf die Magie des Unvorhersehbaren.

Wetten, dass es funktioniert?

Ich wünsche Dir eine wunder-bare Woche.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Lost and found

In der vergangenen Woche hatte ich es mit den Verlorenen zu tun. Menschen, die sich

so stark in ihren Partnerschaften, ihrem Job und ihren Pflichten engagiert haben und hatten, dass sie selbst kein Gespür mehr für sich hatten. Mehr als einmal hörte ich: „Ich hab gar kein Leben mehr. Ich spüre mich gar nicht mehr. Ich kenne meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse gar nicht mehr.“

Das ist eine Entwicklung, die ich leider immer wieder sehe. Vor allem bei den frisch Verliebten im Hormonrausch, die alles, alles, für den neuen Partner tun und alle Antennen auf Empfang auf diese eine neue Person einstellen. Das ist toll, solange es überall kribbelt und kitzelt und uns glücklich macht. Aber – eigentlich ist dieser Glückscocktail nach einigen Monaten ausgeschöpft – und dann stellen sich Gewohnheiten ein, die man nicht mehr hinterfragt.

In der Psychologie nennt man das eine „Übermotivation“.

Motivation kommt von „movare“ – die Bewegung, also eine Handlung, die einen Mangel beseitigen soll und zwar schnell und umfangreich. Wenn wir noch ein bisschen genauer hinschauen, dann finden wir in Motivation auch das Wort „Motiv“. Und hier liegt das Geheimnis:

Was ist das innere Motiv soviel zu tun/bewegen/leisten/aufzuopfern?

In Beziehungen geht es meistens um den Wunsch, selbst genug Liebe zu bekommen, quasi als Gegenleistung. Wir streben dann mit unserem Tun danach, eine ausgeglichene Geben/nehmen Beziehung zu haben. Manchmal schwächt die eine Seite nach einiger Zeit die eigene Handlung ab und dann tritt ein Phänomen ein, das tragisch ist: Die bedürftigere Person der beiden in einer Partnerschaft leistet mehr und mehr um doch wenigstens noch ein bisschen Anerkennung zu bekommen.

Ganz oft ist es auch im Job das gleiche Motiv: Man will sich wichtig, unentbehrlich und wertvoll fühlen und strebt nach Wertschätzung. Eine Aufopferung beginnt, die bald nicht mehr gesund ist.

In meinen vielen Jahren als Therapeutin für Burnout Erkrankungen habe ich zudem ein tragisches Instrument der Manipulation kennengelernt. Einige Branchen zahlen ein viel zu hohes Gehalt. Meist bekommen so Studienabgänger frisch aus der Universität eine extrem hohe finanzielle Gratifikation. Oder er wird sehr hoch gelobt und als unenbehrlich/wertvoll und wichtig dargestellt, ein Druck wird aufgebaut. Der Arbeitnehmer fühlt sich in der Bringschuld und leistet und leistet. Schon bald fühlt er sich wie ein Arbeitssklave.

In jedem Fall aber bringt uns Übermotivation in eine Schieflage, die sich aufbaut und uns auslaugt und uns alles abverlangt. In fast allen Fällen spürt der Mensch bald keine Grenzen mehr. Die eigenen Bedürfnisse schon gar nicht. Der Ruf des Körpers nach Ruhepausen wird überhört, das eigene Herzensbedürfnis ignoriert.

Die Übermotivation hat häufig die Funktion, eine andere Schieflage im Leben zu kaschieren und uns mit einer Sache, die wir eigentlich verändern müssten, länger zu arrangieren als es uns gut tut. Wir motivieren uns immer wieder zum Durchhalten und Weitermachen.

Der Denkfehler Übermotivation lässt sich allerdings schwer erkennen, da er häufig mit dem Gefühl extremer Euphorie verbunden ist. Wir sehen unser Leben oder unsere Partnerschaft als eine einzige Erfolgsgeschichte oder romantische Märchengeschichte und fühlen uns gut und unverwundbar. Es fehlt die Balance zwischen Ich und Du. Zwischen meinen Herz- und meinen Kopfwünschen. Zwischen Leisten und Ruhen. Zwischen Geben und Nehmen.

Doch die meisten Menschen kommen im Laufe ihres Lebens zu dem Punkt, an dem sie nicht mehr die Kraft haben, ihren Denkfehler der Übermotivation aufrechtzuerhalten.

Und dann kommt dieses Phänomen des Verlorenseins.

Hast Du Dich auch verloren? Aus den Augen, aus dem Herz?

Kümmerst Du Dich genug um Dich?

Schaust Du zu deinen Wünschen und Sehnsüchten?

Gönnst Du Dir selbst auch das, was Du Deinem Partner so freizügig schenkst?

Gibst Du Dir die gleiche Aufmerksamkeit wie dem, dem Du Dich widmest?

Geniesst Du Dich, dein Leben, Deine kleinen Glücksmomente?

Weisst Du, was Du brauchst? Gibst Du es Dir?

Wenn Du einen „lost and found“ Schalter brauchst, um Dich wieder zu finden,

na dann weisst Du ja, wohin Du Dich wenden kannst: www.go-wild-coaching.ch

Willkommen in der Adlerperspektive.

BUMM

Kürzlich habe ich diese wunderbare verrückte italienische Frau wieder gesehen. Sie ist voller Power und ihr Blut scheint immer zu kochen. Ich muss ein bisschen lachen. Einmal habe ich einen Abend mit einem wilden Italiener gesprochen, dessen Gestik, Argumentation und Sprechtempo atemberaubend war. Ich konnte die ganze Nacht nachher kein Auge zutun, so sehr hatte er mich „aufgeregt“. Manche Menschen brennen einfach lichterloh.

Meine Kundin jedenfalls hatte ihr Temperament nur sehr schwer unter Kontrolle. Die Pferde gehen leicht mit ihr durch und dann wird es – genau: Explosiv.

Wir sprachen eine Weile über ihre Im- und Explosionen. Denn beide Kräfte sind in ihr vorhanden.

Implosion und Explosion gehen beide auf eine Überflutung zurück. Bei beiden ist der kritische Punkt überschritten und es kommt zu einer Ent-ladung der Gefühle, die überkochen.

Bei der Implosion geht es vor allem um den Aussendruck, der zu einem kompletten Zusammenbruch führt. Das kann ein Burnout sein, ein Nervenzusammenbruch, ein Schock, eine Reizüberflutung infolge eines traumatischen Erlebens. Aber es kann auch die Folge von einer langen zunehmenden Anhäufung von Druck sein (infolge von Gegebenheiten oder Pflichten/Aufgaben/Verantwortlichkeiten)

Die Explosion kommt wesentlich öfter vor und ist sichtbarer. Die klassischste Explosion von Gefühlen ist wohl vor allem Wut, Rage, Ärger, Angst, Aggressionen – aber auch sexuelle Leidenschaft. Bei der Explosion wird viel Energie freigesetzt. Und es kommt immer auch zu einer Schockwelle.

Schaut man sich die beiden Phänomene psychologisch an, so haben wir das alle schon einmal erlebt.

Implodierst Du oder

Explodierst Du mehr?

Und warum?


Welche Gefühle sind in Dir im Maximum angelegt?

Sind es mehr Stress und Überforderung, Sensibilität und Angst?

Oder ist es mehr Leidenschaft, Wut, Ärger, Eifersucht, Antrieb, Lust?

Welche Bomben sind in Dir vorhanden und wo können sie Dich hinführen?

Meine wilde Italienerin (Du ahnst es, sie ist eine Explosive) muss lernen, ihre Bomben zu entschärfen. Der erste Schritt dabei ist, die Trigger, die sie provozieren, zu meiden oder zu mildern. Also achtsam mit Situationen umzugehen, die sie „hochgehen“ lassen. Mit explodierenden Gefühlen kann man umgehen, wenn man sie bespricht, bekennt oder auch einmal warnt: Achtung, du betrittst gerade vermintes Gebiet. Geh hier nicht weiter.

Und bei explosiven Menschen ist auch immer wieder gut, das Angestaute loszuwerden. Solche Menschen müssen unbedingt auspowern, also Sport, Tanzen, Schreien, Adrenalinkicks. Die Ladung abbauen. Denn sie wird bei diesen intensiven Menschen ohnehin wieder nachwachsen. Explosive Menschen sind einfach ein paar Grade heisser als die anderen. Das kann amüsant und anregend sein und sie können andere gut mitreissen. Aber: Diesen Überschuss an Energie abzubauen ist eine lebenslängliche Aufgabe, die sie ihrem Umfeld zuliebe tun dürfen.

Die Implodierenden sind da mehr in Gefahr, man sieht ihnen nicht an, dass sie innerlich ansammeln, was nicht gut für sie ist. Manchmal braucht es dann nur noch den allerletzten Tropfen im vollen Fass und es kommt zu einem Totalzusammenbruch. Meistens zum Erstaunen des Umfelds. Die Lösung für diese feinfühligen Menschen sind – Abstand zum Aussen. Der Druck von Aussen muss immer wieder zurück gestossen werden. Der innere Platz muss eingenommen werden. Ruhepausen. Denkpausen. Atempausen. Und Distanz, bitte viel Distanz zu dem, was Druck macht.

Nichts im Aussen ist so wichtig dass es uns anspannen sollte. Menschen, die zur Implosion neigen, müssen sich immer wieder auf ihren Körper zurück besinnen. Atmen. Massage. Schwimmen (die Schwerkraft aufgeben), in den Flow gehen, tagträumen, gut essen, meditieren, ausruhen ohne Ablenkung (also nicht mit den üblichen Gadgets), schlafen. Der Druck von aussen nimmt nur ab, wenn sich ein solcher Mensch klar macht: Hier bin ich —————– und das Aussen ist da.

Wie fühlst Du Dich diese Tage? Hin und her gerissen zwischen Im- und Explodieren?

Dann musst Du auf jeden Fall gut zu Dir schauen. Du bist verantwortlich für Dein Glück.

Atme. Tanze. Tagträume. Ruh dich aus. Oder gib Gas um die überschüssige Energie abzubauen.

Der Sommer ist da und bietet Dir alle Gelegenheiten für deine Balance. Die Hitze macht uns langsam. Die Gewitter lassen uns die Energie fühlen, die sich abbaut. Unsere Natur zeigt uns jeden Weg zurück zu uns. Das Leben ist gut.

Willkommen in der Adlerperspektive.

für die expolisiven Sabrina und Rocco.

und die implosiven Nadia und Joli.

Mit Liebe für alle, die sich gesund bewegen nach innen und aussen.

Hände

Als ich ein Kind war, hörte ich oft: „Mach das nicht, Du hast zwei linke Hände!“ Ich fand das fein. Nicht, dass ich etwas extra falsch gemacht hätte, ich war wirklich ein Schussel. Aber irgendwie wusste ich, dass die zwei linken Hände etwas Tolles verbargen.

Und in den letzten Tagen hörte ich einen spannenden Podcast, in dem erzählt wurde, dass man nicht nur alles machen sollte, was wir rechtshändig machen. Denn rechtshändig ist das Erlernte, Antrainierte, die Routine, die Gewohnheit, das was wir gut können. Ich sage dazu auch gerne: Da tragen wir auch die Waffe, die Faust, die Tat, die Arbeit.

Wieviel anders ist da die linke Hand. Sie ist auf der Herzensseite und anders als unsere dominante rechte Hand ist sie die feinere, die intuitivere Seite in uns.

Ja, nimm doch mal deine linke Hand! Tu das, was Dir näher am Herzen liegt. Nimm das Untrainierte, das Unvertraute, das Ungelenke und das, wozu Du mehr Geschick und Konzentration und auch mehr Zeit brauchst.

Vergiss doch mal die Pflicht. Nimm mal zurück Deine niemals endenden Pflichten!

Als junge Mutter setzen wir unsere Kinder gerne auf unsere linke Hüfte, um die rechte Hand frei zu haben um damit etwas anderes „schnell zu erledigen“. Mit der rechten Hand sind wir stärker und genauer, dominanter und eben – ge-übter.

Aber die linke Hand zeigt unser künstlerisches, kreatives, feines und liebe-volleres Potential.

Es leben die linken Hände. Juhu! Ich hab zwei davon 🙂

Frag Dich: Was machst du mit links ? Also geradezu skandalös einfach und leicht?

Wann wendest Du Dich dem Herzen zu? Wann tust DU das, was Dir am Herzen liegt?

Nimmst Du Dir ausreichend Zeit für die Herzensangelegenheiten?

In der vergangenen Woche hatte ich mit einer wunderbaren feinen jungen Frau zu tun, die Dank ihrer tätigen Hand immer sehr fleissig war. Und die rechte Hand auch zum Kämpfen gebrauchte. Auch um sich zu verteidigen. Auch um durchzugreifen. Auch um zuzufassen. Auch um anzupacken.

Sie darf jetzt auch wieder lernen, feiner zu werden, durchlässiger, femininer, liebevoller. Nicht einfach in einer Welt der rechten Hände und der Ellenbogen! Aber möglich allemal.

Aus der Neuropsychologie wissen wir, dass vor allem die Synchronizität beider Gehirnhälften für ein umfassendes und kreatives und ganzheitliches Ergebnis unserer Projekte wichtig ist. Also, lassen wir doch zu, dass unsere linke Hand die gleiche Wertigkeit bekommt.

Achte doch in der kommenden Woche einmal darauf, wieviel Du mit deinem Herz entscheidest, tust, anpackst, gestaltest (und damit auf Dein Herz hörst) und wieviel deine rechte Hand vor lauter Betriebsamkeit zur Faust geworden ist.

Entspanne Dich. Der Sommer ist da. Für jede Aktivität ist es sowieso zu heiss. Also nimm den kühlen Drink in die linke Hand. Relax. Atme tief durch.

Das Leben ist gut, da wo das Herz schlägt.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Verirrt

Letzte Woche bin ich verloren gegangen und das mit richtig viel Spass. Mein GPS hat mich in die Irre geleitet, wie herrlich! Ich wollte um Paris herum fahren. Und war abgelenkt, weil ich schöne Musik hörte und meiner Zeit in der Bretagne nachträumte. Da meldete mein GPS, dass es einen Stau gäbe, wegen eines gesperrten Tunnels, und schlug mir eine Ausweichroute vor. Blind und gutgläubig, wie ich der Technik gegenüber stehe, stimmte ich zu. Und das elektrische Leitsystem brachte mich in die spannendste aller Routen. Es hätte mir auffallen sollen, dass ich der schönen Seine schon lange folgte. Ich freute mich auch noch über die Hausboote und träumte mich in eine Geschichte, die ich vor kurzem von einem Bücher-Hausboot gelesen hatte.

Dann bewunderte ich die schönen Strassencafes und die schönen Menschen. Und die eleganten Damen mit Sonnenhut. Irgendwann dann realisierte ich: Ich war MITTEN in Paris! Ich fuhr durch das allergrösste Chaos. Über die Champs Elysee. Am Louvre vorbei! Am Siegestor! Und plötzlich waren gefühlte eine Million Menschen um mich herum. Allerlei Gefährte, von der Rikscha über Motorroller, Touristenbusse, Fahrräder, Bikes – und Autos in 5 Linien, obwohl es nur drei Fahrspuren gab. Von allen Seiten kam etwas und ich war genau in der Mitte. Unmöglich die Richtung zu wechseln. Ich war eingekeilt und sah wie rücksichtslos der Verkehr hier floss. Das Gesetz des Frechheit. Alle schlängelten sich durch, einer boxte mir aufs Dach. Ich geriet kurz in Panik ….

… und dann entspannte ich mich. Einfach so. Irgendwann würden sie das kleine Schweizer Auto rauslassen aus diesem gordischen Knoten. Ich beobachtete, tastete mich Zentimeter für Zentimeter vor und genoss die Szenerie. Denn: Alle lächelten. Die Sonne schien. Der Duft von Kaffee und Gebäck strömte über die Strassen. Die Menschen waren schön. Die kleinen Bücherstände an der Seine waren gut gefüllt, wie gerne hätte ich da auch gestöbert. Auf einer Bank sass ein Mann und blätterte versonnen in einem Bildband. Menschen mit Hunden waren unterwegs, kleine Kinder mit Eis in der Hand, Leute mit einem Baguette im Korb. Diskutierende Männer vor einer Boucherie. Das war PARIS! Ich hatte einfach so eine kleine Stadtführung bekommen, wenn auch im heissen Auto und in einer brenzligen Situation im Verkehr. Ich wollte das geniessen.

Irgendwann war der Spuk vorbei. Ich kam an einen Knotenpunkt, an dem es in verschiedene Himmelsrichtungen ging und wusste den nächsten Ort auf meiner Route nicht. Also wartete ich, dass das GPS mit mir sprach und genau dann fiel es aus. Es schwieg und fand die Route nicht. Also kreiste ich gefühlte 5,6 mal um diesen Abzweigungskreisel. Überall Autos, viele ungeduldig. Und auch hier geschah etwas, das für mich unerwartet war: nachdem ich das GPS angebrüllt hatte (das ist mein normales Autofahrer-Ich) gab ich mich einfach der Situation hin. Irgendwann, so war ich überzeugt, würde das GPS wieder wissen wo wir waren und wie wir da hin kommen würden, wo es hingehen sollte. Und als ich mich entspannte, nahm ich intuitiv einfach die richtige Ausfahrt.

Der Rest der Reise war geschenkt. Wer Frankreich kennt, der weiss, dass Autobahnen auch mal zwischendurch aufhören und es durch kleine Dörfer über Land geht, in denen die Hühner noch über die Strasse laufen.

Ich hatte mich verirrt und etwas Schönes erlebt, statt einfach stupide der Autobahn zu folgen. Ich genoss den kleinen Film noch, den ich gesehen hatte. Paris hatte wie immer eine amüsierende Wirkung auf mich.

Wie oft denken wir, dass der Weg nicht weiter geht und dass es doch anders sein müsste als es gerade ist? Schmerz entsteht vor allem durch eins: Durch Widerstand. Wenn wir uns entspannen können, obwohl wirklich alles dagegen spricht, dann können kleine Wohltaten zu uns kommen. Dann wird das Leben unerwartet leicht. Dann können wir uns amüsieren statt Angst zu haben. Dann finden wir vielleicht intuitiv die richtige Lösung und den richtigen Weg.

Und wenn es mal keinen (Aus-)weg gibt?

Dann müssen wir uns erst recht entspannen. Weil eben Verspannung nirgends hinführt und uns den Blick zudem verschliesst was in der gegenwärtigen Situation noch gut sein könnte.

Wir müssen einfach alles loslassen was uns fesselt und vom Lebensgenuss abhält.

Einfach?

Das hört sich leicht an! Und das ist es auch. Manchmal braucht es nur einen kleinen Moment der Ruhe und die Entscheidung: Das ist jetzt so. Ich akzeptiere. Ich gebe mich hin (nicht ich gebe mich auf!). Ich entspanne mich. Ich lasse das Leben durch mich fliessen. Ich greife nicht ein. Ich schaue was kommt.

Probiere es aus. Jetzt gleich!


Was kannst Du jetzt einfach mal akzeptieren dass es so ist wie es ist?

Du schaffst das. Lass das Leben die Überraschungen arrangieren.


Alles wird gut.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Neubeginn

Wann hast Du das letzte Mal einen Tag vom Anfang bis zum Ende wirklich ER-LEBT?

Hier auf Jersey starten wir an Tag 4 des Adlercoachings mit einem Sonnenaufgang. Das neue freie Leben muss gebührend gefeiert werden. Und während die Coachees dem neuen Tag, dem neuen Leben entgegen jubeln, schaue ich zu und bin einfach nur dankbar für das, was alles geschehen darf, wenn ein Mensch sich auf die Reise zu dem selbst gewählten Leben macht.

Wie oft fühlen wir diese Kraft des Neuen?

Gestern sprach ich mit einer anderen Coachee, die mir am Telefon sagte, es würde alles stagnieren und nichts Neues würde passieren. Dieses Gefühl kennen wir alle ganz gut. Wie oft haben wir den Eindruck alles würde gleich bleiben, die Routine uns lähmen und es würde keinen Fortschritt geben. Aber dem ist nicht so. Das Leben ist jeden Tag neu!

Das Leben braucht ganz ganz dringend Neubeginne.

Wenn wir ein Leben führen, das nicht zu uns passt, dann wird uns alles Engagement der Welt nichts bringen. Irgendwann werden wir uns eingestehen müssen, dass eine Veränderung her muss. Spätestens dann, wenn die eigenen Ressourcen am Limit sind. Die Soziologin Annelie Keil spricht in diesem Zusammenhang in ihrem Buch „Wenn das Leben um Hilfe ruft“, andernfalls von einem “ungelebten Leben“. Sie ist sich sicher: Wer sich immer wieder dem Neuanfang verwehrt, der macht sich nicht nur unglücklich, sondern auf Dauer auch krank.

Trotzdem handeln wir oft erst, wenn wir uns schon längst in einer waschechten Lebenskrise befinden. Man kann die Impulse, die uns wirklich zu einem Neuanfang bringen, grob auf zwei große Motivatoren herunterbrechen: Leid und Leidenschaft. Entweder, der Leidensdruck ist grösser als unsere evolutionär bedingte Angst vor der Ungewissheit, die ein Neuanfang mit sich bringt – oder unsere Leidenschaft für ein Ziel oder ein Traum überschattet die potenziell negativen Seiten eines Lebenswandels.

Aber vor was fürchten wir uns eigentlich? Damit etwas Neues beginnen kann, müssen wir uns von etwas Altem verabschieden. Und wir Menschen sind nicht fürs Loslassen gemacht. Wir sind Jäger, Sammler und Herdentiere – wir brauchen Gesellschaft und ein gewisses Mass an Struktur und Sicherheit, um uns wohlzufühlen. Wenn wir uns nun für einen Neuanfang entscheiden, dann müssen wir alte Muster, Träume und Werte hinter uns lassen.

Aber wenn wir einmal genauer hinsehen, werden wir feststellen, dass das Leben von Natur aus schon aus einer Aneinanderkettung von etlichen Neuanfängen und Abschieden besteht.

All das, was unser Leben heute ausmacht – sei es unsere Beziehungen, der Job oder unser Freundeskreis – haben wir, weil wir irgendwann einmal im richtigen Moment “Ja“ zu einem Neuanfang gesagt haben. Damit sind Neuanfänge etwas ganz Natürliches. Klar erfordert es trotzdem Mut, einen neuen Weg im Leben einzuschlagen. Aber wenn es uns gelingt, die Ehrfurcht vor dem Neuanfang zu verlieren und stattdessen die Chancen im Neuen zu sehen, dann eröffnen sich mitunter ganz neue Möglichkeiten.

Es ist doch so: Wir alle haben (vermutlich) nur dieses eine Leben. Und das Leben verläuft nur in den seltensten Fällen wirklich geradlinig. Vor allem die vielen Abbiegungen in unbekanntes Terrain fernab der eigenen Komfortzone machen das Leben doch aus.

Also, schau doch mal genau hin:

Auf welchen Neubeginn hättest Du so richtig viel Lust?

Dann musst Du anfangen. Atmen. Tanzen. Feiern.

Jeder Tag ist Dein Tag. Jeder Tag ist DEIN TAG.

Willkommen in der Adlerperspektive!

Die Zeit läuft….

Hast Du Dich schon einmal gefragt, wieviel Lebenszeit Du wohl noch hast? Wie gehst Du dann vor? Schaust Du Dir eine Statistik an? Eine Hochrechnung? Eine mittlere Lebensprognose?

Und, macht Dich das sicher?

Die Lebenserwartung von Männern liegt bei 78,3 und bei Frauen bei 83,4 Jahren.

Wieviel bleibt Dir noch, wenn alles gut geht?

Und – wenn es nicht gut geht?

Gerade an diesem Pfingstwochenende habe ich viele tragische Unfälle in den News gelesen. Die Leute waren anfangs 30, eine sogar nur 18, eine Gruppe von feiernden Menschen unter 40. Alle kamen durch den Fehler von anderen um Leben. Pffffffff… die Lebenskerze ausgeblasen. Aus und vorbei. Alle Zukunftspläne, alle Versicherungen, alle Vorsicht – vorbei.

Was meinst Du, wie lange hast Du noch?

Wenn es gut geht?

Wenn es nicht gut geht?

Und, natürlich, du weisst worauf ich hinaus will:

Nutzt du dieses wertvolle Geschenk?

Machst Du etwas Wertvolles aus jedem Tag?

Sammelst Du glückliche Momente oder „Ich muss noch, ich sollte noch, ich fordere von mir, ich erwarte von mir, ich sehe mich gezwungen, ich habe keine andere Wahl als“….

Wie frei bist Du mit Dir selbst? Wie gut bist Du mit Dir selbst?

Gerade in Jersey habe ich eine wunderbare Frau im Coaching die seit mehr als 6 Jahrzehnten anderen Menschen mit Fürsorge, Hilfsbereitschaft und als Blitzableiter dient. Und dabei ihr eigenes Glück niemals – wirklich niemals – ernst genug genommen hat. Wie tragisch das ist, spürt sie selbst, sie ist ein Spielball ihrer Emotionen, von Wut zu unendlicher Traurigkeit, von Frustration und Ungeduld über Kontrollzwang, mitten hinein in die Selbstablehnung. Und alles nur, weil sie brav und für ANDERE wertvoll sein wollte! Eine Rechnung die niemals aufgehen wird.

Denn: Du bist immer zuallererst für dich selbst zuständig, wichtig, wertvoll und gut.

Das heisst ganz klipp und klar: DU bist zuständig für dein Glück.

Wäre es nicht sogar eine Art von Missbrauch, andere Menschen für das eigene Glück zu instrumentieren? Man empfindet eine Leere – und diese soll von anderen Menschen gefüllt werden. Doch sind andere Menschen dazu da? Wäre es nicht sogar eine Bankrotterklärung, wenn man sagen würde: „Ich brauche andere Menschen, um mich glücklich zu machen. Ich selbst kann nicht für mein eigenes Glück sorgen.“? Wenn man zuerst sich selbst glücklich macht, demonstriert man damit nicht nur, dass man es kann, sondern auch Autonomie: Ich bin nicht auf andere angewiesen.

Und damit darf man selbst auch anerkennen: Ich lasse mich nicht instrumentalisieren für anderer Menschen Glück.

Und noch einmal: Nützt Du Dein Leben, deine Glücksmomente, deine Gesundheit, deine Möglichkeiten auch wirklich, wirklich aus?

Spürst du, wie reich du bist? WEIL DU LEBST?

Noch hast Du dieses wertvolle Leben. Was machst Du damit?

Konzentriere dich auf folgende Fragen:

Was tut mir heute gut?

Was macht mich heute glücklich?

Was kann ich mir Gutes tun um das Leben vollständig zu geniessen?

Und dann: Tue es.

Es gibt keine Alternative.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Schrei!

Kennst Du das auch, dass Du manchmal einfach mal nur schreien könntest?

Und?

Tust Du es?

Wir werden dazu erzogen, nicht zu schreien. Ich verstehe das total. Als junge Mutter dachte ich selbst, dass ich ausrasten würde, wenn jetzt nicht endlich mal ein bisschen mehr Ruhe herrscht. Das lustvolle Schreien der Kinder regte mich auf. Was ich damals nicht wusste: Ich hätte so gerne mitgemacht!

Wieviel Wut und Lust und Übermut steckt in uns fest? Wieviel Schmerz und Ohnmacht und glühende Rage halten wir zurück? Wieviel Frustration bleibt uns buchstäblich im Halse stecken?

Niemand möchte gerne angeschrien werden. Es tut in den Ohren weh, klingt bedrohlich und einschüchternd. Auch in der Wissenschaft waren Schreie lange Zeit nicht gerade ein Lieblingsthema. Aber das ändert sich. Denn zunehmend erkennen Forschende, wie vielfältig und strukturiert Schreie sein können und wie wichtig sie für das menschliche Leben sind. Und zwar schon, wenn das Leben gerade anfängt. Als Baby haben wir alle geschrieen und wurden davon auch wieder entspannt und ruhig.

Wenn ein Erwachsener „schreit“, woran können wir dann erkennen, welche Bedeutung die Ausrufe haben? Ist es Freude, Überraschung, Wut oder Schmerz? Dem ist Sascha Frühholz vom Institut für Psychologie der Universität Zürich nachgegangen. Er liess Menschen in seinem Labor Schreie ausstossen, die dann von Versuchspersonen klassifiziert werden sollten.

Frühholz entdeckte, dass sie dabei sechs verschiedene Emotionen unterschieden. Vier Alarmschreie für Furcht, Ärger, Schmerz und Trauer. Und zwei positive Schreie, bei denen die Versuchspersonen zum einen Freude wahrnahmen oder extreme Zustände von Vergnügen.

Freudenschreie haben mehr Melodie

Tatsächlich konnten die Versuchspersonen diese Schreie mithilfe verschiedener Eigenschaften relativ gut unterscheiden. Denn Angst- und Ärgerschreie klingen oft viel rauer als Freudenschreie. Und Ärgerschreie bevorzugen die tieferen Frequenzen.

Wenn wir vor Freude schreien, hört sich das melodiöser und heller an als bei anderen Schreien. Trotzdem geht die Evolutionsforschung davon aus, dass sich Freudenschreie erst recht spät entwickelt haben. Am Anfang der Evolution sollen die Angst- und Alarmschreie stehen, weil sie das Überleben sichern konnten.

Das Konzept, dass Schreien einen therapeutischen Nutzen haben kann, wurde in den 70er Jahren von dem Psychotherapeuten Arthur Janov propagiert, der sich durch zwei berühmte Patienten einen Namen gemacht hat: John Lennon und Yoko Ono.

Dr. Janov glaubte, dass Schreien ein ursprünglicher Drang ist, der uns in unsere Kindheit zurückversetzt, wo wir möglicherweise ein verdrängtes Trauma festhalten. Durch die Teilnahme an der so genannten Urschrei-Therapie können wir diese aufgestauten Emotionen wieder aufgreifen und loslassen, indem wir ihnen eine Stimme geben.

In den letzten Jahren haben viele Psychologen die Wirksamkeit dieser Therapie bewiesen, und sie wird als anerkannte Form der psychosozialen Intervention angesehen.

Soviel zur Erklärung.

Gestern am Strand hatten wir einen wunderbaren Rahmen, bei Sonnenuntergang und in menschenleerer Umgebung mal so richtig laut raus zu brüllen. Und wie lustvoll haben meine beiden Coachees das getan. Schreien tut gut, baut Negativität ab und beruhigt die aufkochenden und verdrängten negativen Emotionen.

Ich liebe es, das zu sehen. Und ich schreie auch super gerne. Am liebsten vor Freude. Aber auch mal wenn ich wütend bin. Für mich eine Befreiung, für viele andere extreme Belästigung.

Hier auf Jersey, in der Bucht, in der wir wohnen, gab es schon sehr viel Geschrei. Einige Male wollten meine britischen höflichen Nachbarn dann schon die Polizei holen, weil sie dachten, da wäre ein schweres Kapitalverbrechen passiert. Inzwischen aber wissen sie: Ach, Maren ist da, mit ihren ausgeflippten Coachees. Alles gut. Sie schmunzeln über uns und das tun wir auch.

Und jetzt Du: Sind Dir Deine Schreie im Hals stecken geblieben?

Ist es Dir manchmal nach Schreien zumute?

Na dann los, folge dem Impuls. Mache es an einem sicheren Platz oder im Wald.

Lass den Dampf ab. Dann kann die Ruhe zu Dir zurück kommen. Viel Spass damit!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Heldenreise

Gestern in Orleans habe ich wie immer, wenn ich hier bin, meine Heldin der Geschichte besucht, zu Ihren Füssen ein Glas Champagner getrunken, zusammen mit meiner Freundin-Heldin. Wir haben auf die Kraft der Frauen angestossen und das Leben und den Moment. Auf unseren Roadtrip durch Frankreich, unsere eigene „Thelma und Luoise“-Story (wie aus dem Hollywood Streifen von Ridley Scott von 1991). Und eben – auf Jeanne dÀrc.

Johanna von Orleans ist auch bekannt als Jeanne d’Arc. Sie selbst nannte sich die Jungfrau von Orléans. Es gibt keine genaue Quelle, doch der Legende zufolge, wurde sie am 6. Januar 1412 in Domrémy, einer Region in Frankreich, als Tochter von Bauern geboren. Zu dieser Zeit tobte gerade der Hundertjährige Krieg, in dem England versuchte, Frankreich zu besetzen. Englische Truppen hatten den Norden Frankreichs bereits komplett eingenommen und den damaligen König, Heinrich V., vom Thron gestürzt. Es schien, als sei das Ende des Landes nahe.

Gerichtsprotokolle aus dieser Zeit belegen, dass Jeanne d’Arc schon im Alter von 13 Jahren erste Visionen hatte. Darin erschienen Heilige, die ihr befahlen, ihr Land zu befreien. Vier Jahre später durfte sie vor dem französischen Königshaus sprechen. Sie beschrieb sich dort als Engel und sagte, dass sie im Namen des Himmels geschickt worden sei.

Man prüfte ihren Glauben und ließ sie am 29. April 1429 in einer Ritterrüstung und mit der Unterstützung einer ganzen militärischen Truppe nach Orléans ziehen. Ihr Siegeszug war beeindruckend: Innerhalb von nur zwei Monaten waren alle Engländer aus dem südlichen Teil des Landes vertrieben worden.

Trotz Verletzung blieb Jeanne d’Arc damals auf dem Pferd und kämpfte. Als Karl VII. im Juli wieder zum König gekrönt wurde, erhielt Jeanne d’Arcs Vater Dank. Die Kämpferin selbst schien erreicht zu haben, was sie wollte und wurde zu übermütig. Bei ihrer Bemühung, Paris zu befreien, wurde sie von englischen Soldaten verhaftet.

Man warf ihr vor, abergläubisch zu sein und Verbrechen gegen die göttliche Hoheit begangen zu haben. Der anschließende Prozess dauerte mehrere Monate und Jeanne d’Arc wurde in zwölf von 67 Anklagepunkten für schuldig erklärt. Unter anderem auch für Mord: Da sie als weiblicher Soldat nicht offiziell anerkannt wurde, sah man alle Männer, die sie in den Schlachten besiegt hatte, als Mordopfer an.

Am 30. Mai 1431, im Alter von nur 19 Jahren, verbrannte man Jeanne auf dem Scheiterhaufen.

Eine tragische Geschichte, der man in Orleans überall begegnen kann. Jeanne wird in Frankreich 500 Jahre später heilig gesprochen und seitdem glühend verehrt.

Wir sitzen also bei Jeanne’s Denkmal und reden über die starken Frauen, die wir sind, die die wir kennen, diejenigen die ein Stück Geschichte geschrieben haben und auch über die modernen Heldinnen.

Ein schöner Gedanke und eine wertvolle Erinnerung. Und natürlich kommen daher auch meine heutigen Fragen, nicht nur an Frauen, genau an Dich, liebe Leserin und lieber Leser:

Hast Du Heldenmut?

Wann hast Du das letzte Mal leidenschaftlich ein Ziel verfolgt und gegen alle Widerstände erreicht?

Welches Feuer brennt ganz tief in Deiner Brust und lässt Dich aushalten, weiter machen, kämpfen, (be-)siegen der eigenen Limits und überwinden aller Bedenken?

Trägst Du das Herz einer Heldin, eines Helden in Dir?

Und was machst Du damit?

Es ist Zeit. Draussen explodiert gerade die Natur. Allerhöchste Zeit aufzublühen und die explosive Kraft für DICH zu nutzen.

Schwing Dich auf und kämpfe. Du wirst das schaffen!

Schau sie Dir nur an…..

Willkommen in der Adlerperspektive.

Für meine starken Freundinnen: Nadia, Kathi, Heidrun und Miriam und alle, die ein starkes Heldenherz in sich nähren und leben und zeigen. Die Welt braucht Euch.