C'est la vie! Ist der Blog, der Dich anspricht und inspiriert, wachrüttelt und aufmerksam macht, dass das Leben jetzt stattfindet und gelebt genossen gefeiert und wertgeschätzt werden will. C'est la vie - das bin ich. Nicht nur Coach. Nicht nur Mutter. Nicht nur Schweizerin. Nicht nur Frau. Nicht nur Freundin. Nicht nur Kollegin. Nicht nur Rebellin. Nicht nur Therapeutin. C'est la vie - moi. Jenseits aller Rollen: Eine Beobachterin und Dichterin (weil verdichten meine Passion ist) und eine, die das Leben liebt. Lasst es uns erleben, geniessen und spüren. Dafür ist es da.
Vor einigen Jahren hatte ich ein Gespräch mit meinem Herzensbruder, in dem er mir sagte ich käme immer mit so einer „Liebeslawine“. Ich musste sehr schmunzeln. Er meinte, ich bin manchmal ziemlich lange abwesend und dann komme ich mit einer ganz hohen Präsenz, schütte eine riesige Menge Liebe in seinen Hof und die muss er dann erst mal Stück für Stück abtragen.
Das stimmt wohl – bei mir ist es irgendwie ganz oder gar nicht. Ich kann distanziert und kühl sein, durch Abwesenheit glänzen und dann wieder genau das Gegenteil.
Wie ist das so bei Dir? Liebst Du gleichmässig und immer warm und aufmerksam? Bist Du loyal und treu und zuverlässig und abrufbar? Oder schlägt Dein Herz Kapriolen, eroberst Du gerne und wird es Dir dann langweilig, sobald eine gewisse Routine eingekehrt ist? Spürst Du Deine Liebe täglich und tust Du was damit? Oder geniesst Du still Deine reiche Gefühlswelt und teilst sie nicht zwingend mit?
In der vergangenen Woche beobachtete ich alle Formen von Liebe und Freundschaft. Auch ein Paar, das sich liebt, aber die ganze Zeit mit den Bedingungen ihrer Beziehung kämpft. Und einen wunderbaren Partner eines anderen Paares, der alles versucht um eine gewisse Stabilität zu erreichen, aber seine Liebste will einfach nicht immer so konstant sein. Eine andere schöne Frau, die hin und her gerissen ist zwischen Bleiben und Gehen. Eine, die mit aller Macht versucht zu bleiben aber deren wildes Herz weiterziehen muss. Und schliesslich sah ich noch einen Teil einer sehr sehr langen Ehe, die darüber sprach, dass sie jeden Tag feiert, wenn ihr Liebster noch neben ihr aufwacht.
Wieviel Liebe hast Du?
Wieviel davon gibst Du?
Vielleicht wäre das eine Idee: Denke mal darüber nach, wen Du liebst. Ich meine damit keinesfalls die romantische Liebe. Denke nach, wer Dir viel bedeutet und warum. Wen Du wertschätzt. Auf wessen Anwesenheit Du nur ungern verzichten würdest. Vielleicht auch, wen Du bewunderst.
Wollen wir gemeinsam einen Waldbrand initiieren?
Ich meine das natürlich nur im übertragenen Sinne. Draussen will, zumindest hier in der Schweiz, der Frühling nicht so richtig kommen. Vielleicht können wir das „Klima“ ein bisschen erhöhen?
Ein bisschen Wärme und Sonne in die Welt bringen?
Vielleicht hast Du jetzt gerade Zeit und Lust und simst/whatsappst den Menschen, die gerade vor deinem inneren Auge aufgetaucht sind, eine schöne wertschätzende Botschaft?
Oder Du lässt Dir ein bisschen mehr Zeit und schreibst eine Mail oder einen handgeschriebenen Brief? Eine Karte? Verschickst eine Erinnerung?
Nimm Dir aber in jedem Fall Zeit, den Mensch zu spüren, dem Du diese Botschaft sendest. Du weisst ja nicht, ob er gerade auf Empfang ist. Und wieviel Du ihm zumuten kannst.
Meinem Herzensbruder darf ich hin und wieder so eine Riesenladung schicken, er kann das aushalten. Stopft seine Kammern dann voll damit, weil er lange davon zehren kann. Denn, wie es eben so meine Art ist, manchmal bin ich dann auch wirklich sehr lange wieder unsichtbar. So geniesst er dann immer wieder ein bisschen, bis die nächste Wagenladung kommt.
Wir alle wählen die Menschen, die uns umgeben. Gleiches zieht Gleiches an. Jeder Mensch in deinem Leben ist mit guten Gründen da. Du hast ihn verdient und er Dich. Wie schön, wenn man das Band dann immer wieder schön bestätigen kann.
Lass die Blümchen aufblühen! Mal sehen, wie sie glänzen.
Da, wo du das Leben spüren kannst, da ist es auch. C’est la vie.
Heute beim Spaziergang sah ich durch Zufall einen Baum, der mitten in einer üppigen Wiese stand. Ist Dir schon aufgefallen, wie sehr grün und saftig die Wiesen schon sind?
Der Baum trägt vermutlich im Sommer Früchte, die Knospen waren schon überall in grosser Menge vorhanden und sie waren zum Bersten prall. Ich musste eine anfassen, hart und ausladend und gefüllt mit den Blüten, die sehr sehr bald aufplatzen und ihre Schönheit zeigen werden.
Ich musste ein bisschen schmunzeln über dieses „zum Bersten gefüllt“.
Wie oft waren wir das in unserem Leben? Und mit was?
Hast Du schon einmal gefühlt, dass du in voller Rage randvoll mit Wut warst und nur noch explodieren wolltest? Weil der Druck so hoch war, dass es Dich fast verjagt?
Oder Leidenschaft, hat sie mal so richtig ultimativ und elementar, fast schon animalisch, in Dir gebrannt und Du konntest nicht mehr ausweichen oder wegleugnen sondern musstest sie einfach mal rauslassen und ausleben?
Oder warst Du schon einmal randvoll mit aufgesparten Tränen? Aus Glück, Verzweiflung, Berührtsein oder Frustration? Weisst Du noch, wie Du sie dann einmal wohltuend loslassen konntest?
Ach ja – und Lust: Kannst Du Dich erinnern, etwas einmal mit allen Sinnen komplett und ausgiebig zu geniessen und zu spüren wie Dich eine Lawine ergreift? Vielleicht auf einem Konzert? Im Endorphin Rausch bei Deinem Sport?
Oder noch eine Emotion – Angst! Hat sie Dich schon einmal ganz und gar überwältigt? So dass Dir die Haare zu Berge standen und Du das lähmende Gefühl in jeder Zelle gespürt hast?
Und – Liebe! Wann hast Du einmal dieses überwältigende Liebesgefühl gehabt, eins das Dir fast die Sinne raubt und alles, wirklich alles, in Dir in Bewegung setzt um etwas zu erreichen, zu berühren, zu haben, einzunehmen.
Ach, herrliche Gefühle sind das. E-motionen. Sie bringen uns oder etwas in uns in Bewegung, sie lassen uns keine Wahl mehr, sie zwingen uns in eine Handlung, einen Ausdruck, eine Explosion oder Implosion: Sie nehmen sich jeden verfügbaren Raum.
Während ich die Knospe in den Fingern hielt kamen all diese Gefühle wieder in mein Bewusstsein, meine Er-inner-ung. Ich ging nach innen und fand sie, die Intensität, das Ausgeliefertsein und die Hingabe. Die GROSSEN Gefühle. Die, die nur in eine einzige Richtung gehen. Die sich nicht wie unser nimmermüder ach-so-schlauer Geist/Verstand im Kreise drehen.
Die Natur des Laubbaums macht alles richtig: Schläft tief und fest im Winter. Taut langsam auf im frühen Frühling, beginnt zaghaft wieder zu trinken und das Sonnenlicht zu nutzen. Füllt sich an mit Leben. Explodiert in die Expansion. Steht in voller Blüte. Reift in süsse Früchte. Stellt ihre Gaben zur Verfügung und nährt damit andere. Zieht sich ausgereift zurück, lässt Altes und schützende Hüllen nach unten rieseln, lässt los. Gleitet sanft in die Ruhe, überlässt sich dem Nebel, dem Regen, der ersten Kälte, schläft wieder ein … und dann wieder und wieder und wieder das selbe Spiel.
Niemals verharrt die Natur in einem einzigen Zustand, sie wandelt und verändert sich, geht mit dem Flow der Jahreszeiten, der Gegebenheiten, trotzt den widrigen Umständen oder zerbricht komplett daran. Aber lauwarm, halbherzig, zögerlich, widerspenstig – das kennt die Natur nicht.
Darin sind wir Menschen die Meister. Die, die etwas verweigern, die so grosse Mühe mit Hingabe haben, die den nächsten Schritt nicht gehen wollen. Ich kenne leider leider so viele Menschen, die das Bersten nicht wagen. Die ihre Knospen nicht öffnen wollen. Die die eigene herrliche Kraft nicht aushalten.
Lieber sind sie Nadelbäume. Immergrün. Stoisch und mit langen Nadeln, die das Ungetier von sich fern halten. Die sich an Felsen krallen, auf karge Böden setzen und versuchen zu überleben, in dem sie die gesamte Kraft darauf verwenden, den widrigen Umständen zum Trotz da zu bleiben.
Als ich einen Kamin hatte verbrannte ich Nadelholz und Laubholz. Das Nadelholz hielt nicht lange durch, ging schnell in Flammen auf. Das Laubholz blutete das Leben aus sich heraus, bevor es sich den Flammen übergab.
Wer bist Du? Spürst du Deine Kraft? Jetzt – und jetzt – und jetzt?
Und wohin wirst Du expandieren, explodieren?
Geniesst Du das Sammeln in der Knospe?
Und – was wirst Du mit beiden Händen inflationär der Welt schenken, wenn Deine Blüten zu Früchten werden?
Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch. C’est la vie.
Steckt in Dir noch der kindliche Eroberungsdrang? Die Neugier? Die Lust und die Frechheit und der absolute Wille, Dich zu entfalten? Wieviel von dem Sturm und dem Drang spürst Du noch, etwas zu erreichen und die (scheinbaren, antrainierten) Grenzen zu sprengen?
Gestern habe ich auf einer längeren Autofahrt ein Interview mit dem wunderbaren Bertrand Piccard gehört. Ein Umweltpioneer. Ein Abenteurer. Aber auch: Ein excellenter Psychiater. Mehr als Rekorde und Abenteuer fesseln ihn beim Fliegen das Studium des menschlichen Verhaltens und die Beobachtung der verschiedenen Bewusstseinsebenen in Extremsituationen. Und so kam er auch zu seinem allerersten Abenteuer: Als er zu spät auf einen Kongress kam, gab es nur noch einen einzigen freien Platz. Durch Zufall – wie es eben so zufiel – war sein Sitznachbar ein Mann, der als Ballonflieger um die Welt fahren wollte. Er erzählte Bertrand, dass er noch einen Partner sucht. Und dieser bot ihm an, als psychologische Stütze mitzufahren, um ihm mit Hilfe von Hypnose (sein bevorzugtes Therapieangebot) zu helfen, die Dinge mental zu schaffen und auch schlafen und ruhen zu können. Der Deal war gemacht, Bertrand Piccard war an Bord – und seitdem folgt Bertrand seinen Ahnen – er erobert die Welt. Die Luft, der Himmel, hat es ihm besonders angetan.
Im Interview erzählt Bertrand auch, dass er als Kind sehr stark durch die beiden grossen Eroberer, seinen Vater und Grossvater, inspiriert wurde. Schon als 11 Jähriger durfte er in den USA die Starts der Apollo Raketen erleben. Seinen Vater bei U-Boot-Fahrten in den Marianengraben beobachten.
Ja, so sagt er, sein Abenteuerdrang wurde sicher durch seine Vorfahren und seine faszinierende Kindheit begünstigt.
Er sagt aber auch: Jeder Mensch könne diese Kraft entwickeln, Grosses zu leisten, den eigenen Bezugsrahmen zu sprengen, sich selbst bis zum Limit entfalten. Glücklichsein hängt nicht davon ab, dass jedem alles gelingt. Glücklichsein heisst: Sich selbst erkunden und entdecken und sich dann zur besten Version für sich selbst zu entwickeln.
Ent – wickeln
ein schönes Wort. Sich also aus etwas heraus wickeln. Vielleicht aus den eigenen Einschränkungen aus Angst und Zweifel? Vielleicht aus selbst auferlegten Pflichten und Perfektionswahn? Vielleicht aus limitierenden Ideen, wie etwas zu sein hat? Vielleicht aus der Angst nicht zu genügen? Vielleicht aus der Unsicherheit, wie man mit etwas Neuem umgehen soll? Vielleicht aus der vermeintlichen Komfortzone?
Leider sehe ich immer wieder Menschen, die sich in ein eigenes bequem gepolstertes Gefängnis aus Verpflichtungen, Gewohnheiten, Kompensationshandlungen, Beruhigungsmitteln aller Art, Beziehungen und To-Do’s begeben haben und ihr Leben nur noch verwalten statt zu geniessen. Das macht mich sehr traurig und während den vielen vielen Jahren in meinem Job als Coach bin ich wohl vor allem einer Mission nach gegangen: Den Mensch zum AUSBRECHEN zu bewegen und zu ermutigen.
Ich sehe heute deutlicher als früher, dass die Zeit läuft. Und viele, auch bisweilen ich selbst, immer noch an der selben Stelle stehen und blind und abgestumpft gehorchen, weil es leichter ist, sich anzupassen, mitzuspielen, sich zu fügen und zu funktionieren. Leider, leider – sind viele dabei zutiefst unglücklich. Weil eben so viel mehr möglich gewesen wäre. Weil eben so viele andere Wege noch offenstehen würde. Weil es eben auch noch Leben 2.0, 3.0, 4.0 geben könnte – wenn man sich eben trauen würde. VERTRAUEN würde.
Es geht nicht darum, völlig egoistisch nur den eigenen Impulsen zu folgen und sich nicht mehr um Dinge zu kümmern, die wir zu verantworten haben. Auch nicht darum, autonom und ohne gesellschaftliche Anpassung zu leben. Aber es geht darum, sich zu fragen: Zu was wäre ich in der Lage? Was könnte ich in meinem Leben erreichen? Was könnte ich ganz persönlich tun, um meinen Herzschlag zu spüren, meine Freiheit auszuweiten, mich aufs Leben vollständig einzulassen?
Es geht schliesslich im Leben nicht nur darum, etwas zu beobachten und zu beurteilen und sich irgendwie durchzukämpfen und einen Lebensstandart zu erreichen, der vermeintlich erstrebenswert ist. Glück, so sagt auch Bertrand Piccard, ist nicht, möglichst reich und erfolgreich zu werden – sondern sich selbst gut kennengelernt zu haben und sich selbst das gewagt zu haben, wonach wir uns sehnen.
Wonach sehnst Du Dich?
Spürst Du (noch, wieder, jetzt gerade) Deinen Herzschlag?
Als ich nach zwei Stunden Autofahrt das Interview zu Ende gehört hatte, hörte ich mein Lieblingslied in Endlosschlaufe „Überdosis Glück“ von Rosenstolz. Ich sang laut mit. Auf einer gerade Strecke einer Landstrasse gab ich – vollkommen verboten und absolut unvernünftig – richtig Gas. Ich spürte wie mein Motor die Kraft übertrug, mich in den Sitz presste und mein Auto losschoss. Die Kraft der Beschleunigung und der Reiz des Verbotenen liess mein Herz laut und stürmisch schlagen. Was für ein herrlicher Rausch.
Ich will mehr davon. Ich glaube, ich mache eine Liste von Unmöglichkeiten, die ich dieses Jahr alle realisieren will.
Und Du?
Da, wo Du das Leben spürst, da ist es auch. C’est la Vie.
Pioniere sind bahnbrechende Menschen, die erst in sich selbst alle Grenzen sprengen und dann in der Welt.
In der vergangenen Woche hatte ich gleich mehrere wundersame Begegnungen. Astrid Lindgren ist mir begegnet. In einer Dokumentation über ihr nicht ganz einfaches Leben. Am Ende des Films singt ein Kinderchor für sie: Du musst springen. Durch den Tod ins Leben. Durch die Dunkelheit ins Licht. Pass auf, dass Du wirklich lebst. Astrid Lindgren wurde die Geschichten Erzählerin für Kinderherzen. Auch für meins. Wenn es etwas gab, das mir als Kind Mut gegeben hat, dann war es die Geschichte von Pipi Langstrumpf.
Und dann bin ich einem schönen Menschen wieder begegnet, der vor einigen Jahren in meinem Coaching war. Er hat seinen Vater verloren. Es war keine einfache Beziehung zwischen den beiden aber mein Coachee war immer loyal und auf die Familie bezogen. Er hatte das Privileg, den letzten Tag mit seinem Vater zu haben. Aus seinen Erzählungen hörte ich viel Dankbarkeit und Respekt. Auch wenn der Vater kein einfacher Mensch war – mein Coachee hält noch immer die Familie zusammen und sorgt sich auch um seine eigene mentale Gesundheit. Ich sah einen aufrechten Mann, einen, der verzeihen konnte. Einen, der sich selbst nicht zu wichtig nimmt und seiner eigenen Herzenswahrheit folgt.
Und dann sprach ich noch mit einer lieben Freundin, die zur Opernsängerin ausgebildet wurde. Sie singt eine seltene Stimme, den lyrischen Sopran. In einem schönen und tiefen Gespräch erzählte mir sie von frühkindlichen Ereignissen, die in ihr viel Schmerz und Trauer hinterlassen haben. Auf meinen Einwand hin, das habe sie mir nie erzählt, das hätten wir doch gemeinsam heilen können, sagte sie: Ich brauche diesen Schmerz für meine Stimme. Nur so ist sie beseelt.
Schöne, tiefe Begegnungen in einer einzigen Woche, in der ich glaubte, dass nichts Bedeutendes passiert wäre. Und doch war es etwas Wertvolles, einige Perlen sind mir wieder in den Schoss gefallen.
Kennst Du die Geschichte der Entstehung einer Perle?
Am Anfang dringt ein Sandkorn in die Muschelschale. Es reibt an dem feinen Muschelfleisch. Die Muschel will sich vor dem Schmerz schützen und beginnt, ein Sekret aus ihrer Schale (das Perlmutt) um das Sandkorn zu schlingen, damit es nicht mehr schmerzt. Hunderte, tausende Lagen an Perlmutt werden um das Korn gelegt, bis es eine feine, glatte Oberfläche bekommt und schliesslich zu einem wunderschönen Juwel wird.
Aus Schmerzen werden also – im besten Fall – wunderschöne, glänzende und wertvolle Edelsteine.
Auch deshalb kann man Perlen erst in einem höheren Alter tragen: Weil man schon Schmerz überlebt hat. Weil man ihn betrachtet, ausgehalten, mühsam umschlungen (umarmt) hat und etwas daraus transformiert hat.
Eine ganze Reihe an Schicksalen fallen mir zu dieser Geschichte ein. In loser Folge erinnere ich mich an die Gesichter meiner Coachees, deren Schmerzen ich betrachten und beim Entwickeln eines Juwels helfen durfte. Immer mehr Bilder kommen in meinen Kopf. Momentaufnahmen. Wie ein Film mit vielen Gesichtern. Auch meine Geschichte. Auch die meiner Liebsten. Meiner Freunde und Familie. Und am Ende sehe ich nur eins: Schönheit.
Schönheit, die wachsen konnte. Das bedeutet wirklich zu leben:
Das Schmerzhafte zu wandeln. Das Leben zu umarmen. Die Perlen – sichtbar oder unsichtbar zu tragen.
Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch: C’est la Vie.
Gestern kam ich in den eigenartigen Genuss in einem Restaurant zu sitzen, in das nach und nach immer mehr Fastnächtler herein kamen. Es wurde sehr sehr laut und sehr sehr bunt, es wurde gelacht und ausgelassen mit jedem gesprochen und gefeiert. Eigentlich, dachte ich, eigentlich sind die hier ja jetzt endlich mal locker. Etwas, das ich mir ja oft wünsche, da in der Schweiz vor allem Tradition, Anstand und höfliche Distanz gelebt wird.
Menschen in aussergewöhnlichen Kostümen zogen durch die Stadt und plötzlich war ich die Ordentliche, weil ungeschminkt und ungeschmückt und zudem noch in einem schwarzen Auto mit Zürich Kennzeichen unterwegs. Plötzlich war ich die Spassbremse. Vielleicht, weil ich Fastnacht, Fasching, nicht verstehe. Weil ich es komisch finde, dass Menschen einmal im Jahr so richtig losgelöst von der Etikette und ausschweifend lustig sind. Die Betonung liegt hier bei „einmal im Jahr“.
Was soll das Ganze eigentlich?
Erste Vorläufer des Karnevals liegen bereits 5000 Jahre zurück. Alte Schriften berichten von ausgelassenen Festen in Mesopotamien. Dabei verkleideten sich die Menschen auch schon als Geister und Dämonen. Bei dem Fest zum Ende des Winters wurden die bösen Geister vertrieben. Die Frühlingsgeister wurden mithilfe von Schellen und Trommeln geweckt.
Wahrscheinlicher ist jedoch ein christlicher Ursprung des Faschings. Das Wort leitet sich wie Fas(t)nacht auch vom mittelhochdeutschen „vaschang“ ab, was „Ausschank des Fastentrunks“ bedeutet. Der Begriff Karneval stammt vom lateinischen „carne vale“, übersetzt „Fleisch, lebe wohl“.
Fasching hat also etwas mit der Fastenzeit zu tun. Diese dauert im Christentum von Aschermittwoch bis Ostern, also immer 40 Tage lang. In der Zeit davor – dem Fasching – finden ausgiebige Feiern statt, begleitet von Essen und Trinken, um noch mal richtig auf den Putz zu hauen.
Nachdem ich die Erklärungen im Netz nochmals recherchiert hatte, fing mir diese Tradition an, Spass zu machen. Warum denn auch nicht? Warum denn nicht noch mal richtig feiern? Sozusagen vor dem Torschluss, wenn alles wieder rationiert wird und wir uns in Askese begeben.
Nur: Ich bin hedonistisch veranlagt. Ich finde, wir sollten jeden Tag das Leben feiern. Jeden Tag zelebrieren was wir sind und was wir haben. Die Masken zum Spass tragen – aber auch immer wieder fallen lassen. Andere Menschen einfach anstecken mit guter Laune und herzlicher Offenheit. Auf die Strasse gehen, durch die Häuser ziehen, das Bunte in uns ausleben. Die Lässigkeit in die Welt tragen.
Vor einigen Wochen habe ich mit einer Dame gesprochen, die sich unheimlich exponierte, mit dem was sie alles weiss und kann. Und dass sie den Menschen „helfen“, ihnen „den Weg weisen“ und sie „retten“ möchte. Sie glühte geradezu vor Opferbereitschaft und Hilfs-Lust. Ich musste schmunzeln: Ich sagte ihr, wir müssen ALLE mal anfangen, uns weniger wichtig zu nehmen. Ganz egal welchem Beruf wir nachgehen. Ganz egal wieviele akademische Würden uns schmücken. Ganz egal wie sehr wir uns unserer mühsam gefundenen „Lebensaufgabe“ versklaven.
Vielleicht ist das Leben einfach zum Feiern da?
Zum Geniessen?
In einigen Jahrzehnten wird keiner von uns mehr hier sein und alles, was wir gelernt, gelehrt, gewusst und gesagt haben wird Schutt und Asche sein. Mit dem Wind abgeflogen.
Das Leben – ein Geschenk!
Wetten?
Ach, ich hab gut reden. Ich wurde an einem Faschingssonntag geboren. Draussen haben Kinder Konfetti geworfen. Die Narrenkappe hatte ich immer an. Die gebe ich nicht ab.
Was meinst Du, willst Du das Leben feiern? Oder bist Du lieber wichtig ?
Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch: C’est la vie.
Die Tage hörte ich dieses Lied von Rosenstolz: „Wir küssen Amok im schönsten Regen“… ich wanderte mit meinen Gedanken in meine Kussbilanz… sie war gewaltig. Ich habe schrecklich viele Menschen geküsst. Vielleicht unzählig. Ich griff ein paar Juwelen aus meiner Schatzkiste und muss sagen, es fiel mir schwer, mich zu entscheiden, welche ich am bemerkenswertesten fand.
Ein Kuss ist eigentlich doch immer das ganz sichere Indiz ob etwas Erotisches entstehen kann zwischen zwei Menschen oder nicht. Hast Du das auch so erfahren?
Wie war dein erster Kuss?
Meinen bekam ich mit 13. Es war schockierend. Und ich wollte es nie mehr wiederholen. Heute muss ich lachen, dass ich sogar noch weiss wo und wer es war. Der Mensch hatte keinerlei Relevanz in meinem Leben. Viel später erst war der zweite erste Kuss eine richtige Bombe. Das wollte ich dann ganz oft wiederholen. Ich war gerne eine Küsserin, es gab allerlei Abenteuerland im Küssen.
Mein geistiger Freund Napoleon, den ich schon im letzten Blog erwähnte, schrieb seiner liebsten Josephine: „Inzwischen, mon amour, empfange Millionen Küsse, aber schick mir selbst keinen, denn Du verbrennst mir das Blut“.
Hat Dich mal ein Kuss so voll erwischt und angezündet?
Und küsst Du männliche und weibliche Partner? Wohin? Warum?
Und was küsst Du sonst noch so? Dein Haustier? Dein Pferd auf die Nüstern?
Ich habe mal eine 1000Franken Note geküsst, weil ich sie geschenkt bekam und dachte: kann doch nicht wahr sein… und ich habe auch meinen Füller geküsst, als ich ihn wieder fand. Und ein Haus, das ich unbedingt bekommen wollte (hat genützt). Ich habe fatale Sachen geküsst und die Muse küsst mich auch hin und wieder.
Diese unsäglichen drei Begrüssungs-Bussis haben wir dankbarerweise abgeschafft, als die Pandemie kam. Was für eine Erleichterung für mich! Ich küsse nicht gern Fremde und Menschen, die mir nicht nah stehen. Du?
Meine armen Söhne habe ich oft geküsst. Als sie noch klein waren, spielten wir „Kussmonster“. Ich jagte sie durch alle Zimmer und wenn ich einen der beiden zu greifen bekam, küsste ich ihn ab. Das hat viel Lachen ausgelöst bei uns dreien und irgendwann musste ich leider damit aufhören: es gibt den Tag, an dem man sein Kind nicht mehr abküssen darf, nicht mal mehr auf die Backe, schon gar nicht in der Öffentlichkeit und sie wollen es auch nicht zugeben, dass sie mal von Mama geküsst worden sind. Na gut. Der Storch hat sie ja auch gebracht, was soll man da sagen….
Ja, die drei Juwelen…. unter wirklich sehr vielen Küssen. Ich bin dankbar für alle. Auch für die gestohlenen. Und die, die mir aufgedrückt und von mir händeklatschend beantwortet wurden…
Das erste Juwel. Ich war vielleicht 20. Meine Güte, in dem Alter waren es wirklich viele. Ein verbotener Kuss. Ich wusste sofort, dass das nie und niemals richtig war oder je sein würde. Gut, dass wir es versucht haben. Die Sache war sofort erledigt. Wir wurden ganz ganz eng, ich würde sagen, zwischen uns passt kein Blatt Papier. Aber das war klar: geküsst wird nie mehr.
Das zweite Juwel. Ein Eroberungskuss. Vielleicht auch ein verbotener. Weil er mein Lehrer war. Ich wollte ihn unbedingt. Aber 15 Jahre älter, weise, abgebrüht, der Lehrer eines Fachs in dem ich versagte – und ausserdem ging das gar nicht. So kurz vor dem Abitur wurde kein Lehrer geküsst. War dieses verbotene Ding nicht etwas, das den Kuss begünstigte? Ich kann mich nur noch an meine Frechheit und sein Erstaunen erinnern. Nicht daran, ob es Spass machte, das war irgendwie zweitrangig. Also ein Kuss, dessen Zweck die Mittel heiligte. Ich muss heute noch schmunzeln.
Das dritte Juwel: Einer, der mir das Blut verbrannte. Ein Mann, den ich lange wollte. Aber er war unberührbar und unerreichbar. Ich war Anfang 20, als er mich einmal vor meiner Haustür küsste. Habe ich danach etwas gesagt? Ich glaube nicht. Vermutlich war es nachtschwarz, denn ich bin sicher, ich hatte einen knallroten Kopf. Ich taumelte durch die Haustür und weiss heute noch, dass ich eine schrecklich lange Zeit mit weichen Knien auf der steinernen Treppe sass. Bis heute schmunzle ich bei der Erinnerung. Wir haben das nie wiederholt und wurden kein Paar. Aber ein schönes Juwel.
Ach, das war schon tol,l das Amok-Küssen.
Welche Juwelen ziehst Du aus dem Zauberhut?
Spürst Du der Magie nach, wenn Du daran denkst?
Mach doch einen kleinen Gedankenspaziergang. Und geniesse.
Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch: C’est la vie.
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Diesen Ring bekam ich vor kurzem geschenkt. Er heisst: Gegen den Strom.
Ich trage ihn sehr gerne und schaue ihn oft an. Ein kleiner goldener Fisch der entgegen der Richtung der anderen silbernen Fische schwimmt. Darin erkenne ich mich wieder.
Ich musste schmunzeln als ich ihn bekam. Viele Menschen sehen mich so: Eine die einen anderen und eigenen Weg geht und sich nicht anpassen will. In der Tat, eine wunderbare Art zu leben. Immer aufregend, immer abenteuerlich, unsicher und gefährlich. Ehrlich gesagt: Auch unheimlich anstrengend.
Und warum denn überhaupt gegen den Strom? Vielleicht, weil mich der Strom, der Mainstream, immer schon so langweilt. Das was alle machen. Das, was „man“ macht. Was „man“ über etwas denkt. Das was „man“ für richtig hält.
Schon als kleines Kind interessierten mich die Motive von Menschen, dies oder das zu tun. Beim Mainstream, bei den Konventionen, den „normalen“ Abläufen fühlte ich mich irgendwie veralbert. Das stellte niemand in Frage, es wurde einfach getan wie es getan wird. Weil das immer schon so war. Weil das jeder so macht. Weil man das eben genau so tut. Ich fand es komisch.
Eine Situation: Autos halten an Zebrastreifen an. Der Passant, der die Strasse da überquert, beeilt sich. Er rennt fast. Warum? Ich habe einmal eine Dame gefragt warum sie sich so beeilt. Sie sagte
„Ich will Ihnen nicht so viel Zeit stehlen“. Ich sagte: „Aber ich habe ja angehalten, auf die paar Sekunden kommt es nicht mehr an“. Sie beeilte sich trotzdem. Weil alle anderen es auch so tun.
Ich wurde ein Frage-Kind. Dauernd wollte ich wissen warum Menschen machen was sie machen.
Das hat sich nicht verändert.
Und es hält mich im Lebendigsein: Die Dinge zu hinterfragen.
Müssen wir das Leben so führen wie es von uns erwartet wird? Müssen wir dem Strom folgen?
Und wohin wird das führen? Zu einem Leben in dem wir zu-verlässig-sind? Hast Du Dir das einmal angeschaut dieses Wort?
Zu – also nicht offen
verlässig – also sich selbst verlassend für das/den der davon profitiert
Ich will nicht zuverlässig sein. Ich will nicht, dass jeder weiss, was er von mir erwarten kann. Ich weiss nicht einmal selbst, was ich erwarte. Von mir und Dir und vom Leben.
Wäre es nicht besser, das Leben zu leben? Zu erleben? Jeden Moment neu?
Wäre es nicht besser, zu überlegen ob du jetzt gerade gemütlich im Strom mitschwimmst ODER ob sich die Anstrengung lohnt, die Richtung zu wechseln?
Die Komfortzone ist nichts anderes als das: Gemütlich im Strom mitschwimmen. Nichts in Frage stellen, einfach mitmachen.
In meinen Augen: Das Leben vergeuden.
Denn: Wenn Du Deinem eigenen Wesen entsprichst, dann musst du ab und zu den gemütlichen Weg verlassen. Oder wie sagte schon der wunderbare Walt Whitman:
Im Wald zwei Wege boten sich mir dar – und ich ging den, der weniger begangen war. Und das veränderte mein Leben.
Schau einmal zurück diese Woche: Wo bist Du im Fischschwarm und schwimmst mit? Und willst Du das noch? Zieht die Strömung da stark?
Und: Wo bist Du einmal gegen den Strom unterwegs? Was macht es mit Dir? Bist Du glücklich? Auf Deinem eigenen Weg? Fühlst Du Dich lebendig?
Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch: C’est la vie.
In der vergangenen Woche habe ich einen grossartigen Film gesehen und der französische Teil meiner Seele kam ins Schwingen. Es war der Film
Sur les chemins noirs – (dt: Auf dem Weg)
und einmal mehr durfte ich erinnert werden, dass ich gerne Kapriolen mache und Richtungswechsel und plötzliche radikale Entscheidungen liebe. Der Film liess mich die ganze Nacht atemlos schreiben. Und neue Gedanken denken.
Und einen davon möchte ich mit Euch teilen, den Lesern meines Blogs, von denen ich mich vor einer Woche verabschiedet habe. Denn ich bekam sehr viele Rückmeldungen und auch viel Bedauern, dass ich den Blog nicht mehr weiter schreibe. Ich habe gesehen, dass das vielen Menschen viel bedeutet hat und wie ich eben bin: Ich darf meine eigene Entscheidungen auch revidieren. Aber: Ich möchte etwas anders schreiben als bis jetzt.
Bislang schrieb ich aus der Adlerperspektive und auch aus der Perspektive eines psychologischen Coaches. Ich liebte die Idee, einen motivierenden und aufwühlenden Blog zu schreiben. Konfrontativ und provokativ zu sein – aus dieser Arbeit ist die Luft raus.
Aber was ich kann und will – ist einen nachdenklichen Blog zu schreiben, über Lebensthemen, vielleicht auch über Poesie und Philosophie und Weltbetrachtung. Es heisst von einem Dichter, dass er die Welt verdichtet, also nicht nur beschreibt, sondern quasi als sprachliche Essenz zu Ende denkt und ausformuliert.
Möchtest Du so einen Blog lesen?
Und ist er Dir etwas wert?
Für 2024 habe ich ein grosses und radikales Ziel gefasst: Ich möchte künftig viel mehr mit dem Schreiben mein Geld verdienen. Und ich möchte sehr viel Zeit in Frankreich verbringen im nächsten Jahr. Dazu braucht es: Möglichkeiten, das Schreiben zu vergolden.
Möchtest Du ein Teil davon sein?
Ich habe hin und her überlegt, ob ich für einen Blog bezahlt werden möchte. Und fand ein Zitat, das mir die Antwort gab.
Meine Herren, Sie haben nichts anderes als Wenns, Denns und Abers vorgebracht. Ich bin sprachlos vor Empörung.
Auch hier war ein Franzose mir ein guter Ratgeber, ich war von mir selbst empört. Denn: Mein Blog war und ist vielen Menschen viel wert. Warum also nicht (m)eine Einnahmequelle daraus machen? In einer Welt in der es viele „Influencer“ gibt, die nichts Wertvolles haben mit dem sie „influencen“ weiss ich meinen Wert und den meines Schreibens durchaus als wertvoll einzustufen.
Also:
Bist Du an Bord?
Ich denke an meine Lieblingszahl, die 33.
Und mache eine Jahresgebühr von 133,– Goldstücken daraus.
Möchtest Du also weiterhin jeden Montag eine Mail mit dem neuen Blog in Deiner Mailbox finden, die Dich zum Nachdenken anregt, berührt, erschüttert, überrascht und verzaubert?
Dann sende mir eine Antwort und ich sende Dir die Daten meines Goldspeichers.
Du darfst bei einem Geburtsprozess dabei sein, denn in diesem Jahr werde ich „spruchreif“.
Jetzt ist es da, das neue Jahr. Was tust Du damit?
Und, was noch viel wichtiger ist: Brauchst Du einen Jahreswechsel, um Dich das zu fragen?
Kürzlich traf ich einen wunderbaren Menschen der mir sagte: Ich wollte doch immer die Welt retten. Und ich fragte: Hast Du Dich schon gerettet? Seine Antwort war die einzig Richtige: Er brach in Tränen aus.
Weil er es eben nicht getan hatte. Weil er den Blick nach Aussen gerichtet hatte, sein ganzes kostbares Leben lang. Eine Mammutaufgabe hatte er sich da vorgenommen, dabei lag das einzig Wichtige immer genau da, wo er selbst war.
Niemand von uns wird je die Welt retten. Das geht gar nicht. Alleine das „Projekt“ anzuschauen und die vielen kleinen Baustellen zu überblicken, wo man damit anfangen könnte, wäre nicht möglich. Und dann ist da noch die Tatsache, dass die Welt nicht danach gefragt hatte, von Dir gerettet zu werden.
Und dann gibt es da noch die Spezialisten, ich gehöre auch dazu, andere Menschen retten zu wollen. Als ob das möglich wäre! Hat jemand aufgrund Deines Rats, Deiner Hilfeleistung JE wirklich etwas verändert und wurde dadurch geläutert, transformiert, in eine Wende geführt? Nein, das ist nicht so. Du kannst einen Impuls setzen. Aber bewegen muss sich jeder selbst. Wenn er sich nicht bewegt, könnte es sein, dass Du frustriert darüber bist und meinst, Deine Anstrengung sei sinnlos. Das ist es aber nicht. Die Initialzündung ist wertvoll. Aber umsetzen und LEBEN muss das jeder selbst.
Die meisten Menschen wollen keine Lösungen und auch keine Antworten. Sie wollen sich nur dabei selbst zuhören, wenn sie zu Dir sprechen. Sie wollen nur senden und dass Du empfängst.
Kürzlich sagte eine tolle Coachee zu mir: Ja ich weiss, es ist Dein freier Tag. Aber ich wollte eben bei Dir deponieren, abladen. Die Sondermülldeponie war in diesem Fall meine Whatsapp Voicemail Inbox. 11 Minuten. Selbst als ich die Nachricht mit Geschwindigkeit 2.0 abhörte, waren es noch fünfeinhalb Minuten. Nicht schlimm eigentlich. Es ist mein Job, zuzuhören, Rat zu geben, zu begleiten und weiter zu helfen. Ich mache das gerne. Ich kann das auch gut. Aber – es ist eben nicht mein Leben. War es nie. Wird es auch nicht ewig sein.
Ich habe mal ausgerechnet: Ich lebe jetzt schon 21.875 Tage. Inclusive aller Schalttage.
Wenn man den Statistiken glaubt und nichts Plötzliches dazwischen kommt, werden noch ca. 9300 Tage auf mich warten. Ganz schön wenig ohnehin. Und leider nicht die aller-dynamischten Tage meines Lebens, eher die Restzeit, eher die Zeit, in der immer mehr Ruhe einkehren wird. Was tue ich damit?
Und: Was tust Du mit Deiner Restzeit?
Meinst Du, Du hast ewig Zeit und das Leben wird sich an dessen statistischer Länge orientieren?
Meinst Du, es wird alles wieder besser? Ganz von allein und ohne Dein Zutun?
Meinst Du, der Himmel, das Universum, Dein Partner, Dein Umfeld, Deine Eltern, das Schicksal, das LEBEN wird es schon für Dich richten, so wie Du es haben willst?
Wartest Du mal ab?
Und rettest vielleicht noch ein bisschen das Leben eines Anderen? Oder die Welt überhaupt?
Weisst Du noch? Ich hatte das vergangene Jahr mit einer Entscheidung angefangen, diesen Blog nur noch 2023 zu führen. Ich wollte Dir genug Impulse geben um zu radikalen Schritten zu kommen, um Dich dahin zu motivieren etwas wirklich Grosses zu tun. Hast Du die Zeichen der Zeit erkannt? Hast Du sie genutzt?
Ich rette die Welt in diesem Leben nicht mehr. Und auch sonst niemanden. Das ist meine Erkenntnis des Jahres. Gerne werde ich noch eine kleine Weile bleiben um zu inspirieren, um voran zu gehen oder auch hinter meinen Coachees her zu traben und sie voran zu treiben. Das ist mein Job.
Aber – das Beste kommt zum Schluss!
Ich bin wild entschlossen, habe die richtigen Weichen gestellt, habe die ersten Entscheidungen getroffen, die radikalen Erkenntnisse umgesetzt, den Mut gesammelt und die Kraft um
B Ä M M M M
alle restlichen Tage mir selbst zu widmen. Meiner Stimme zuzuhören (und zwar vor allem der stillen intuitiven Herzensstimme), nicht (mehr) der Stimme, die zu anderen spricht. Meinen Impulsen zu folgen und meiner Sehnsucht.
Alles zu opfern, was mich Zeit, Ruhe und Frieden kostet. Der Preis ist mir zu hoch.
Und DU?
Kommst Du hoch in den Himmel, wo die Adler fliegen?
Oder bleibst Du da wo Du bist und lenkst Dich weiter ab?
Das Leben ist kurz, meine Freunde. Es ist nicht mehr viel Zeit. Egal wie alt Du bist.
Was wirst Du tun, mit Deinem wilden, mutigen, abenteuerlichen, freien Herz? Mit Deiner kostbaren Zeit? Mit Deiner Welt?
Du hast immer die Wahl.
Sehen wir uns? In der Adlerperspektive?
Ich danke Dir für Dein Zuhören, Nachspüren und Deine Antworten auf meinen Blog, für Dein stilles Begleiten in die vielen Höhenflüge. Für Deine Wertschätzung.
Das ist mein letzter Blogeintrag. Oder, wie mein Sohn es genannt hat: DAS FINALE.
ICH WÜNSCHE DIR, DASS DU DICH RETTEST. IMMER.
kommt, meine Freunde noch ist es nicht zu spät eine neue Welt zu suchen
denn ich will weitersegeln über den Sonnenuntergang hinaus und obwohl wir nicht mehr die Kraft besitzen die in den alten Tagen Himmel und Erde bewegten sind wir dennoch was wir sind
noch immer sind wir Helden deren Herzen im Gleichklang schlagen
zwar schwächt das Schicksal uns von Zeit zu Zeit doch stark ist unser Wille zu streben zu suchen, zu finden und nicht zu verzagen
(Walt wWhitman) aus dem wunderbaren Film: Der Club der toten Dichter
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Jetzt ist es da, das neue Jahr. Was tust Du damit?
Und, was noch viel wichtiger ist: Brauchst Du einen Jahreswechsel, um Dich das zu fragen?
Kürzlich traf ich einen wunderbaren Menschen der mir sagte: Ich wollte doch immer die Welt retten. Und ich fragte: Hast Du Dich schon gerettet? Seine Antwort war die einzig Richtige: Er brach in Tränen aus.
Weil er es eben nicht getan hatte. Weil er den Blick nach Aussen gerichtet hatte, sein ganzes kostbares Leben lang. Eine Mammutaufgabe hatte er sich da vorgenommen, dabei lag das einzig Wichtige immer genau da, wo er selbst war.
Niemand von uns wird je die Welt retten. Das geht gar nicht. Alleine das „Projekt“ anzuschauen und die vielen kleinen Baustellen zu überblicken, wo man damit anfangen könnte, wäre nicht möglich. Und dann ist da noch die Tatsache, dass die Welt nicht danach gefragt hatte, von Dir gerettet zu werden.
Und dann gibt es da noch die Spezialisten, ich gehöre auch dazu, andere Menschen retten zu wollen. Als ob das möglich wäre! Hat jemand aufgrund Deines Rats, Deiner Hilfeleistung JE wirklich etwas verändert und wurde dadurch geläutert, transformiert, in eine Wende geführt? Nein, das ist nicht so. Du kannst einen Impuls setzen. Aber bewegen muss sich jeder selbst. Wenn er sich nicht bewegt, könnte es sein, dass Du frustriert darüber bist und meinst, Deine Anstrengung sei sinnlos. Das ist es aber nicht. Die Initialzündung ist wertvoll. Aber umsetzen und LEBEN muss das jeder selbst.
Die meisten Menschen wollen keine Lösungen und auch keine Antworten. Sie wollen sich nur dabei selbst zuhören, wenn sie zu Dir sprechen. Sie wollen nur senden und dass Du empfängst.
Kürzlich sagte eine tolle Coachee zu mir: Ja ich weiss, es ist Dein freier Tag. Aber ich wollte eben bei Dir deponieren, abladen. Die Sondermülldeponie war in diesem Fall meine Whatsapp Voicemail Inbox. 11 Minuten. Selbst als ich die Nachricht mit Geschwindigkeit 2.0 abhörte, waren es noch fünfeinhalb Minuten. Nicht schlimm eigentlich. Es ist mein Job, zuzuhören, Rat zu geben, zu begleiten und weiter zu helfen. Ich mache das gerne. Ich kann das auch gut. Aber – es ist eben nicht mein Leben. War es nie. Wird es auch nicht ewig sein.
Ich habe mal ausgerechnet: Ich lebe jetzt schon 21.875 Tage. Inclusive aller Schalttage.
Wenn man den Statistiken glaubt und nichts Plötzliches dazwischen kommt, werden noch ca. 9300 Tage auf mich warten. Ganz schön wenig ohnehin. Und leider nicht die aller-dynamischten Tage meines Lebens, eher die Restzeit, eher die Zeit, in der immer mehr Ruhe einkehren wird. Was tue ich damit?
Und: Was tust Du mit Deiner Restzeit?
Meinst Du, Du hast ewig Zeit und das Leben wird sich an dessen statistischer Länge orientieren?
Meinst Du, es wird alles wieder besser? Ganz von allein und ohne Dein Zutun?
Meinst Du, der Himmel, das Universum, Dein Partner, Dein Umfeld, Deine Eltern, das Schicksal, das LEBEN wird es schon für Dich richten, so wie Du es haben willst?
Wartest Du mal ab?
Und rettest vielleicht noch ein bisschen das Leben eines Anderen? Oder die Welt überhaupt?
Weisst Du noch? Ich hatte das vergangene Jahr mit einer Entscheidung angefangen, diesen Blog nur noch 2023 zu führen. Ich wollte Dir genug Impulse geben um zu radikalen Schritten zu kommen, um Dich dahin zu motivieren etwas wirklich Grosses zu tun. Hast Du die Zeichen der Zeit erkannt? Hast Du sie genutzt?
Ich rette die Welt in diesem Leben nicht mehr. Und auch sonst niemanden. Das ist meine Erkenntnis des Jahres. Gerne werde ich noch eine kleine Weile bleiben um zu inspirieren, um voran zu gehen oder auch hinter meinen Coachees her zu traben und sie voran zu treiben. Das ist mein Job.
Aber – das Beste kommt zum Schluss!
Ich bin wild entschlossen, habe die richtigen Weichen gestellt, habe die ersten Entscheidungen getroffen, die radikalen Erkenntnisse umgesetzt, den Mut gesammelt und die Kraft um
B Ä M M M M
alle restlichen Tage mir selbst zu widmen. Meiner Stimme zuzuhören (und zwar vor allem der stillen intuitiven Herzensstimme), nicht (mehr) der Stimme, die zu anderen spricht. Meinen Impulsen zu folgen und meiner Sehnsucht.
Alles zu opfern, was mich Zeit, Ruhe und Frieden kostet. Der Preis ist mir zu hoch.
Und DU?
Kommst Du hoch in den Himmel, wo die Adler fliegen?
Oder bleibst Du da wo Du bist und lenkst Dich weiter ab?
Das Leben ist kurz, meine Freunde. Es ist nicht mehr viel Zeit. Egal wie alt Du bist.
Was wirst Du tun, mit Deinem wilden, mutigen, abenteuerlichen, freien Herz? Mit Deiner kostbaren Zeit? Mit Deiner Welt?
Du hast immer die Wahl.
Sehen wir uns? In der Adlerperspektive?
Ich danke Dir für Dein Zuhören, Nachspüren und Deine Antworten auf meinen Blog, für Dein stilles Begleiten in die vielen Höhenflüge. Für Deine Wertschätzung.
Das ist mein letzter Blogeintrag. Oder, wie mein Sohn es genannt hat: DAS FINALE.