Gegen den Strom

Diesen Ring bekam ich vor kurzem geschenkt. Er heisst: Gegen den Strom.

Ich trage ihn sehr gerne und schaue ihn oft an. Ein kleiner goldener Fisch der entgegen der Richtung der anderen silbernen Fische schwimmt. Darin erkenne ich mich wieder.

Ich musste schmunzeln als ich ihn bekam. Viele Menschen sehen mich so: Eine die einen anderen und eigenen Weg geht und sich nicht anpassen will. In der Tat, eine wunderbare Art zu leben. Immer aufregend, immer abenteuerlich, unsicher und gefährlich. Ehrlich gesagt: Auch unheimlich anstrengend.

Und warum denn überhaupt gegen den Strom? Vielleicht, weil mich der Strom, der Mainstream, immer schon so langweilt. Das was alle machen. Das, was „man“ macht. Was „man“ über etwas denkt. Das was „man“ für richtig hält.

Schon als kleines Kind interessierten mich die Motive von Menschen, dies oder das zu tun. Beim Mainstream, bei den Konventionen, den „normalen“ Abläufen fühlte ich mich irgendwie veralbert. Das stellte niemand in Frage, es wurde einfach getan wie es getan wird. Weil das immer schon so war. Weil das jeder so macht. Weil man das eben genau so tut. Ich fand es komisch.

Eine Situation: Autos halten an Zebrastreifen an. Der Passant, der die Strasse da überquert, beeilt sich. Er rennt fast. Warum? Ich habe einmal eine Dame gefragt warum sie sich so beeilt. Sie sagte

„Ich will Ihnen nicht so viel Zeit stehlen“. Ich sagte: „Aber ich habe ja angehalten, auf die paar Sekunden kommt es nicht mehr an“. Sie beeilte sich trotzdem. Weil alle anderen es auch so tun.

Ich wurde ein Frage-Kind. Dauernd wollte ich wissen warum Menschen machen was sie machen.

Das hat sich nicht verändert.

Und es hält mich im Lebendigsein: Die Dinge zu hinterfragen.

Müssen wir das Leben so führen wie es von uns erwartet wird? Müssen wir dem Strom folgen?

Und wohin wird das führen? Zu einem Leben in dem wir zu-verlässig-sind?
Hast Du Dir das einmal angeschaut dieses Wort?

Zu – also nicht offen

verlässig – also sich selbst verlassend für das/den der davon profitiert

Ich will nicht zuverlässig sein. Ich will nicht, dass jeder weiss, was er von mir erwarten kann. Ich weiss nicht einmal selbst, was ich erwarte. Von mir und Dir und vom Leben.


Wäre es nicht besser, das Leben zu leben? Zu erleben? Jeden Moment neu?

Wäre es nicht besser, zu überlegen ob du jetzt gerade gemütlich im Strom mitschwimmst ODER ob sich die Anstrengung lohnt, die Richtung zu wechseln?

Die Komfortzone ist nichts anderes als das: Gemütlich im Strom mitschwimmen. Nichts in Frage stellen, einfach mitmachen.

In meinen Augen: Das Leben vergeuden.

Denn: Wenn Du Deinem eigenen Wesen entsprichst, dann musst du ab und zu den gemütlichen Weg verlassen. Oder wie sagte schon der wunderbare Walt Whitman:

Im Wald zwei Wege boten sich mir dar – und ich ging den, der weniger begangen war. Und das veränderte mein Leben.

Schau einmal zurück diese Woche: Wo bist Du im Fischschwarm und schwimmst mit? Und willst Du das noch? Zieht die Strömung da stark?

Und: Wo bist Du einmal gegen den Strom unterwegs? Was macht es mit Dir? Bist Du glücklich? Auf Deinem eigenen Weg? Fühlst Du Dich lebendig?

Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch: C’est la vie.

Ein neuer Blog: C’est la vie.

In der vergangenen Woche habe ich einen grossartigen Film gesehen und der französische Teil meiner Seele kam ins Schwingen. Es war der Film

Sur les chemins noirs – (dt: Auf dem Weg)

und einmal mehr durfte ich erinnert werden, dass ich gerne Kapriolen mache und Richtungswechsel und plötzliche radikale Entscheidungen liebe. Der Film liess mich die ganze Nacht atemlos schreiben. Und neue Gedanken denken.

Und einen davon möchte ich mit Euch teilen, den Lesern meines Blogs, von denen ich mich vor einer Woche verabschiedet habe. Denn ich bekam sehr viele Rückmeldungen und auch viel Bedauern, dass ich den Blog nicht mehr weiter schreibe. Ich habe gesehen, dass das vielen Menschen viel bedeutet hat und wie ich eben bin: Ich darf meine eigene Entscheidungen auch revidieren. Aber: Ich möchte etwas anders schreiben als bis jetzt.

Bislang schrieb ich aus der Adlerperspektive und auch aus der Perspektive eines psychologischen Coaches. Ich liebte die Idee, einen motivierenden und aufwühlenden Blog zu schreiben. Konfrontativ und provokativ zu sein – aus dieser Arbeit ist die Luft raus.

Aber was ich kann und will – ist einen nachdenklichen Blog zu schreiben, über Lebensthemen, vielleicht auch über Poesie und Philosophie und Weltbetrachtung. Es heisst von einem Dichter, dass er die Welt verdichtet, also nicht nur beschreibt, sondern quasi als sprachliche Essenz zu Ende denkt und ausformuliert.

Möchtest Du so einen Blog lesen?

Und ist er Dir etwas wert?

Für 2024 habe ich ein grosses und radikales Ziel gefasst: Ich möchte künftig viel mehr mit dem Schreiben mein Geld verdienen. Und ich möchte sehr viel Zeit in Frankreich verbringen im nächsten Jahr. Dazu braucht es: Möglichkeiten, das Schreiben zu vergolden.

Möchtest Du ein Teil davon sein?

Ich habe hin und her überlegt, ob ich für einen Blog bezahlt werden möchte. Und fand ein Zitat, das mir die Antwort gab.

Meine Herren, Sie haben nichts anderes als Wenns, Denns und Abers vorgebracht. Ich bin sprachlos vor Empörung.

Napoleon I. (Bonaparte, 1769-1821), Kaiser d. Franzosen

Auch hier war ein Franzose mir ein guter Ratgeber, ich war von mir selbst empört. Denn: Mein Blog war und ist vielen Menschen viel wert. Warum also nicht (m)eine Einnahmequelle daraus machen? In einer Welt in der es viele „Influencer“ gibt, die nichts Wertvolles haben mit dem sie „influencen“ weiss ich meinen Wert und den meines Schreibens durchaus als wertvoll einzustufen.

Also:

Bist Du an Bord?


Ich denke an meine Lieblingszahl, die 33.

Und mache eine Jahresgebühr von 133,– Goldstücken daraus.

Möchtest Du also weiterhin jeden Montag eine Mail mit dem neuen Blog in Deiner Mailbox finden, die Dich zum Nachdenken anregt, berührt, erschüttert, überrascht und verzaubert?

Dann sende mir eine Antwort und ich sende Dir die Daten meines Goldspeichers.

Du darfst bei einem Geburtsprozess dabei sein, denn in diesem Jahr werde ich „spruchreif“.

La vie est belle,

Maren



Das Beste kommt zum Schluss

Jetzt ist es da, das neue Jahr. Was tust Du damit?

Und, was noch viel wichtiger ist: Brauchst Du einen Jahreswechsel, um Dich das zu fragen?

Kürzlich traf ich einen wunderbaren Menschen der mir sagte: Ich wollte doch immer die Welt retten. Und ich fragte: Hast Du Dich schon gerettet? Seine Antwort war die einzig Richtige: Er brach in Tränen aus.

Weil er es eben nicht getan hatte. Weil er den Blick nach Aussen gerichtet hatte, sein ganzes kostbares Leben lang. Eine Mammutaufgabe hatte er sich da vorgenommen, dabei lag das einzig Wichtige immer genau da, wo er selbst war.

Niemand von uns wird je die Welt retten. Das geht gar nicht. Alleine das „Projekt“ anzuschauen und die vielen kleinen Baustellen zu überblicken, wo man damit anfangen könnte, wäre nicht möglich. Und dann ist da noch die Tatsache, dass die Welt nicht danach gefragt hatte, von Dir gerettet zu werden.

Und dann gibt es da noch die Spezialisten, ich gehöre auch dazu, andere Menschen retten zu wollen. Als ob das möglich wäre! Hat jemand aufgrund Deines Rats, Deiner Hilfeleistung JE wirklich etwas verändert und wurde dadurch geläutert, transformiert, in eine Wende geführt? Nein, das ist nicht so. Du kannst einen Impuls setzen. Aber bewegen muss sich jeder selbst. Wenn er sich nicht bewegt, könnte es sein, dass Du frustriert darüber bist und meinst, Deine Anstrengung sei sinnlos. Das ist es aber nicht. Die Initialzündung ist wertvoll. Aber umsetzen und LEBEN muss das jeder selbst.

Die meisten Menschen wollen keine Lösungen und auch keine Antworten. Sie wollen sich nur dabei selbst zuhören, wenn sie zu Dir sprechen. Sie wollen nur senden und dass Du empfängst.

Kürzlich sagte eine tolle Coachee zu mir: Ja ich weiss, es ist Dein freier Tag. Aber ich wollte eben bei Dir deponieren, abladen. Die Sondermülldeponie war in diesem Fall meine Whatsapp Voicemail Inbox. 11 Minuten. Selbst als ich die Nachricht mit Geschwindigkeit 2.0 abhörte, waren es noch fünfeinhalb Minuten. Nicht schlimm eigentlich. Es ist mein Job, zuzuhören, Rat zu geben, zu begleiten und weiter zu helfen. Ich mache das gerne. Ich kann das auch gut. Aber – es ist eben nicht mein Leben. War es nie. Wird es auch nicht ewig sein.

Ich habe mal ausgerechnet: Ich lebe jetzt schon 21.875 Tage. Inclusive aller Schalttage.

Wenn man den Statistiken glaubt und nichts Plötzliches dazwischen kommt, werden noch ca. 9300 Tage auf mich warten. Ganz schön wenig ohnehin. Und leider nicht die aller-dynamischten Tage meines Lebens, eher die Restzeit, eher die Zeit, in der immer mehr Ruhe einkehren wird. Was tue ich damit?

Und: Was tust Du mit Deiner Restzeit?

Meinst Du, Du hast ewig Zeit und das Leben wird sich an dessen statistischer Länge orientieren?

Meinst Du, es wird alles wieder besser? Ganz von allein und ohne Dein Zutun?

Meinst Du, der Himmel, das Universum, Dein Partner, Dein Umfeld, Deine Eltern, das Schicksal, das LEBEN wird es schon für Dich richten, so wie Du es haben willst?

Wartest Du mal ab?

Und rettest vielleicht noch ein bisschen das Leben eines Anderen? Oder die Welt überhaupt?

Weisst Du noch? Ich hatte das vergangene Jahr mit einer Entscheidung angefangen, diesen Blog nur noch 2023 zu führen. Ich wollte Dir genug Impulse geben um zu radikalen Schritten zu kommen, um Dich dahin zu motivieren etwas wirklich Grosses zu tun. Hast Du die Zeichen der Zeit erkannt? Hast Du sie genutzt?

Ich rette die Welt in diesem Leben nicht mehr. Und auch sonst niemanden. Das ist meine Erkenntnis des Jahres. Gerne werde ich noch eine kleine Weile bleiben um zu inspirieren, um voran zu gehen oder auch hinter meinen Coachees her zu traben und sie voran zu treiben. Das ist mein Job.

Aber – das Beste kommt zum Schluss!

Ich bin wild entschlossen, habe die richtigen Weichen gestellt, habe die ersten Entscheidungen getroffen, die radikalen Erkenntnisse umgesetzt, den Mut gesammelt und die Kraft um

B Ä M M M M

alle restlichen Tage mir selbst zu widmen. Meiner Stimme zuzuhören (und zwar vor allem der stillen intuitiven Herzensstimme), nicht (mehr) der Stimme, die zu anderen spricht. Meinen Impulsen zu folgen und meiner Sehnsucht.

Alles zu opfern, was mich Zeit, Ruhe und Frieden kostet. Der Preis ist mir zu hoch.

Und DU?

Kommst Du hoch in den Himmel, wo die Adler fliegen?

Oder bleibst Du da wo Du bist und lenkst Dich weiter ab?


Das Leben ist kurz, meine Freunde. Es ist nicht mehr viel Zeit. Egal wie alt Du bist.

Was wirst Du tun, mit Deinem wilden, mutigen, abenteuerlichen, freien Herz? Mit Deiner kostbaren Zeit? Mit Deiner Welt?


Du hast immer die Wahl.

Sehen wir uns? In der Adlerperspektive?

Ich danke Dir für Dein Zuhören, Nachspüren und Deine Antworten auf meinen Blog, für Dein stilles Begleiten in die vielen Höhenflüge. Für Deine Wertschätzung.


Das ist mein letzter Blogeintrag. Oder, wie mein Sohn es genannt hat: DAS FINALE.

ICH WÜNSCHE DIR, DASS DU DICH RETTEST. IMMER.


kommt, meine Freunde
noch ist es nicht zu spät
eine neue Welt zu suchen

denn ich will weitersegeln
über den Sonnenuntergang hinaus
und obwohl wir nicht mehr die Kraft besitzen
die in den alten Tagen
Himmel und Erde bewegten
sind wir dennoch was wir sind

noch immer sind wir Helden
deren Herzen im Gleichklang schlagen

zwar schwächt das Schicksal
uns von Zeit zu Zeit
doch stark ist unser Wille
zu streben
zu suchen, zu finden
und nicht zu verzagen

(Walt wWhitman)
aus dem wunderbaren Film: Der Club der toten Dichter







































































P { margin-bottom: 0.21cm }


Jetzt
ist es da, das neue Jahr. Was tust Du damit?

Und,
was noch viel wichtiger ist: Brauchst Du einen Jahreswechsel, um Dich
das zu fragen?


Kürzlich
traf ich einen wunderbaren Menschen der mir sagte: Ich wollte doch
immer die Welt retten. Und ich fragte: Hast Du Dich schon gerettet?
Seine Antwort war die einzig Richtige: Er brach in Tränen aus.


Weil
er es eben nicht getan hatte. Weil er den Blick nach Aussen gerichtet
hatte, sein ganzes kostbares Leben lang. Eine Mammutaufgabe hatte er
sich da vorgenommen, dabei lag das einzig Wichtige immer genau da, wo
er selbst war.


Niemand
von uns wird je die Welt retten. Das geht gar nicht. Alleine das
„Projekt“ anzuschauen und die vielen kleinen Baustellen zu
überblicken, wo man damit anfangen könnte, wäre nicht möglich.
Und dann ist da noch die Tatsache, dass die Welt nicht danach gefragt
hatte, von Dir gerettet zu werden.

Und
dann gibt es da noch die Spezialisten, ich gehöre auch dazu, andere
Menschen retten zu wollen. Als ob das möglich wäre! Hat jemand
aufgrund Deines Rats, Deiner Hilfeleistung JE wirklich etwas
verändert und wurde dadurch geläutert, transformiert, in eine Wende
geführt? Nein, das ist nicht so. Du kannst einen Impuls setzen. Aber
bewegen muss sich jeder selbst. Wenn er sich nicht bewegt, könnte es
sein, dass Du frustriert darüber bist und meinst, Deine Anstrengung
sei sinnlos. Das ist es aber nicht. Die Initialzündung ist wertvoll.
Aber umsetzen und LEBEN muss das jeder selbst.


Die
meisten Menschen wollen keine Lösungen und auch keine Antworten. Sie
wollen sich nur dabei selbst zuhören, wenn sie zu Dir sprechen. Sie
wollen nur senden und dass Du empfängst.


Kürzlich
sagte eine tolle Coachee zu mir: Ja ich weiss, es ist Dein freier
Tag. Aber ich wollte eben bei Dir deponieren, abladen. Die
Sondermülldeponie war in diesem Fall meine Whatsapp Voicemail Inbox.
11 Minuten. Selbst als ich die Nachricht mit Geschwindigkeit 2.0
abhörte, waren es noch fünfeinhalb Minuten. Nicht schlimm
eigentlich. Es ist mein Job, zuzuhören, Rat zu geben, zu begleiten
und weiter zu helfen. Ich mache das gerne. Ich kann das auch gut.
Aber – es ist eben nicht mein Leben. War es nie. Wird es auch nicht
ewig sein.


Ich
habe mal ausgerechnet: Ich lebe jetzt schon 21.875 Tage. Inclusive
aller Schalttage.

Wenn
man den Statistiken glaubt und nichts Plötzliches dazwischen kommt,
werden noch ca. 9300 Tage auf mich warten. Ganz schön wenig ohnehin.
Und leider nicht die aller-dynamischten Tage meines Lebens, eher die
Restzeit, eher die Zeit, in der immer mehr Ruhe einkehren wird. Was
tue ich damit?


Und:
Was tust Du mit Deiner Restzeit?


Meinst
Du, Du hast ewig Zeit und das Leben wird sich an dessen statistischer
Länge orientieren?

Meinst
Du, es wird alles wieder besser? Ganz von allein und ohne Dein Zutun?

Meinst
Du, der Himmel, das Universum, Dein Partner, Dein Umfeld, Deine
Eltern, das Schicksal, das LEBEN wird es schon für Dich richten, so
wie Du es haben willst?


Wartest
Du mal ab?

Und
rettest vielleicht noch ein bisschen das Leben eines Anderen? Oder
die Welt überhaupt?


Weisst
Du noch? Ich hatte das vergangene Jahr mit einer Entscheidung
angefangen, diesen Blog nur noch 2023 zu führen. Ich wollte Dir
genug Impulse geben um zu radikalen Schritten zu kommen, um Dich
dahin zu motivieren etwas wirklich Grosses zu tun. Hast Du die
Zeichen der Zeit erkannt? Hast Du sie genutzt?


Ich
rette die Welt in diesem Leben nicht mehr. Und auch sonst niemanden.
Das ist meine Erkenntnis des Jahres. Gerne werde ich noch eine kleine
Weile bleiben um zu inspirieren, um voran zu gehen oder auch hinter
meinen Coachees her zu traben und sie voran zu treiben. Das ist mein
Job.


Aber
– das Beste kommt zum Schluss!


Ich
bin wild entschlossen, habe die richtigen Weichen gestellt, habe die
ersten Entscheidungen getroffen, die radikalen Erkenntnisse
umgesetzt, den Mut gesammelt und die Kraft um


B Ä
M M M M


alle
restlichen Tage mir selbst zu widmen. Meiner Stimme zuzuhören (und
zwar vor allem der stillen intuitiven Herzensstimme), nicht (mehr)
der Stimme, die zu anderen spricht. Meinen Impulsen zu folgen und
meiner Sehnsucht.


Alles
zu opfern, was mich Zeit, Ruhe und Frieden kostet. Der Preis ist mir
zu hoch.


Und
DU?



Kommst
Du hoch in den Himmel, wo die Adler fliegen?


Oder
bleibst Du da wo Du bist und lenkst Dich weiter ab?

Das
Leben ist kurz, meine Freunde. Es ist nicht mehr viel Zeit. Egal wie
alt Du bist.


Was
wirst Du tun, mit Deinem wilden, mutigen, abenteuerlichen, freien
Herz? Mit Deiner kostbaren Zeit? Mit Deiner Welt?

Du
hast immer die Wahl.


Sehen
wir uns? In der Adlerperspektive?




Ich
danke Dir für Dein Zuhören, Nachspüren und Deine Antworten auf
meinen Blog, für Dein stilles Begleiten in die vielen Höhenflüge.
Für Deine Wertschätzung.

Das
ist mein letzter Blogeintrag. Oder, wie mein Sohn es genannt hat: DAS
FINALE.


ICH
WÜNSCHE DIR, DASS DU DICH RETTEST. IMMER.

Vom Wundern über Wunderbares

In der vergangenen Woche wurde ich unerwartet zum Wundern verführt. Ich hatte einen sehr raren freien Vormittag und beschloss, ein paar Besorgungen zu machen. Als ich auf die Strassenbahn wartete, fing ich an, mich zu wundern. Über die digitalen Anzeigen, wann die nächsten Bahnen kommen. Über Menschen mit allerlei technischen Gadgets. Unabhängig von den Smartphones auch Köpfhörer(knöpfe), E-Scooter, Tablets, I-watches, Puls- und Schrittzähler und eine junge Frau, die mit einer App ihren Blutzucker mass und mit ihrer Freundin über ihre Insulinpumpe sprach.

Dann sass ich in der Tram und fragte mich: Wie lange gibt es schon Strassenbahnen? Aha. Frau Google wusste das, seit 1880. Ich sah meine Mitreisenden an. Ihre Schuhe, wattierten Jacken (1936), ihre Taschen und Regenschirme (1928). Viele mit einer Zeitung (1650) unter dem Arm, Schmuck an den Händen, Taschen voller Weihnachtsgeschenke dabei, eine scharfe Brille (1746) auf der Nase. Plötzlich änderte sich mein Blick. Ich schaute die Dinge an wie jemand, der sie noch nie vorher gesehen hat.

Und so ging die Zeitreise dann auch weiter. Vor weniger als 100 Jahren waren die Suffragetten um Emily Pankurst unterwegs, um in England die Rechte der Frauen zu erkämpfen. Noch lange war es nicht normal, dass Frauen studieren und arbeiten gehen würden. Ich dankte im Geist meinen Vorfahrerinnen, dass sie die Rechte, die wir alle heute so selbstverständlich in Anspruch nehmen, zum Teil mit enormen Einsätzen erobert haben.

Mein Weg führte mich in die Buchhandlung (ach Dankeschön, lieber Herr Gutenberg, für die Erfindung der Druckkunst in 1440). Ich schlenderte durch die Regale und suchte mir ein paar schöne Titel aus. An der Kasse zeigte ich meine Geschenkkarte, deren Wert über einen Strichcode (erfunden 1952) ermittelt wurde und mit der ich „bezahlen“ konnte. Dann weiter über die Strasse um meinen Lieblingstee von Fortnum & Mason zu kaufen. Die English East India Company hat den Tee damals, im 17.Jahrhundert über eine sehr sehr lange Seereise nach Europa gebracht.

Wie so oft frage ich mich: Wie konnten die Portugiesen, Engländer, Holländer, damals wissen, dass es über dem grossen Meer wieder Land gibt? Und wie konnten sie diese aufwändigen Seereisen durchführen, mit denen sie uns die Köstlichkeiten aus fernen Ländern brachten?

Ich streichelte ein bisschen dankbar und gedankenverloren meine Teedosen und ging zur Kasse, vorbei an internationalen Delikatessen aus aller Herren Länder, an exotischen Früchten und fremden Köstlichkeiten und schaute meine Mitmenschen an, die auch im Laden Kunden waren. Sie schaufelten sich die Einkäufe auf die Förderbänder und legten sie selbstverständlich in die Taschen. Bezahlten (Erfindung von Bargeld 4500 v Chr., Erfindung der Kreditkarten 1950) leichtherzig ihre Schätze und bekamen ein Lächeln und eine edle Tasche mit auf den Weg.

Als ich den Laden verliess, war mir wunder-bar bewusst wie sehr wir heute profitieren von Menschen, die harte Arbeit leisteten, Erfindungen und Erforschungen machten, Rechte und Handelsgesetze einführten, unser Leben vereinfachten, die Freiheit erkämpften, das moderne, komfortable, gemütliche und luxuriöse Leben ebneten. Versorgung mit Heizung, mit fliessendem Wasser, Elektrizität, Sicherheit, Komfort, alles erarbeitet, ausgefeilt, zur Verfügung gestellt.

Das Wundern ging weiter und vielleicht magst Du das auch mal tun: Wo sitzt, liegst, stehst Du gerade? Ist es warm? Hast Du Dir ein warmes Getränk gemacht, während Du diesen Blog liest? Woher kommen die Kaffeebohnen, die Du vielleicht gerade gefiltert hast? Wer hat welche Kuh gemolken, die die Butter für deinen Keks herstellt? Wer das Gemüse geerntet und wer das Tier geschlachtet, wer das Getreide gemahlen, wer den Topf hergestellt, die Rohstoffe für deine Einrichtung und dein Geschirr gemacht für dein Abendessen? Wer hat das Fernsehen erfunden, den Podcast hergestellt, das Buch geschrieben und gedruckt, die Stifte erdacht, das Telefon, den Satellit installiert für deine Abendbeschäftigung? Ich meine: die n o r m a l e n Dinge, die Du jeden Tag berührst, die Grundversorgung, das Fundament für dein komfortables Leben gelegt?

Ich spreche nicht von Nano-Technologie, KI oder Medizinaltechnik. Alles grossartige neue Erfindungen. Aber hier, in den Basics, findet sich unser eigentlicher Reichtum.

In einer Zeit, in der wir alles haben, uns alles leisten, alles benutzen, alles tun können was wir wollen, können wir das Wundern auch wieder kultivieren.

Wie schnell sind wir dann in einer ganz anderen Haltung zur Welt. Zu jedem Geschehen.

Auf der Basis von allem: Weil das Leben eben eigentlich aus Wundern besteht. Und wir alle mit der Dankbarkeit in jeden Tag gehen können, wie gut wir es heute haben.

Das war mal ein nachdenklicher Blog-Post auf den Adlerperspektiven. Sozusagen die Mikroperspektive. Auch wertvoll.

Willkommen in der Wunderzeit. Und ein schönes Weihnachtsfest für meine Leser.

Licht, jetzt.

Da ist sie wieder, die dunkle Zeit. Nicht nur, dass es super früh dunkel draussen wird. Vor allem auch, dass viele Herzen sich gerade wieder verdunkeln. In den letzten Tagen kommen wieder die erste traurigen Anrufe zu mir, weil diese Zeit so heftig und schwer ist. Melancholie und Schwermut und Energielosigkeit. Na, kein Wunder. Ein Phänomen, das ich jedes Jahr beobachte. Sobald der November kommt, geht er los, der Blues der winterlichen Zurückgezogenheit.

Letzte Woche schrieb ich über Licht und Schatten und die Schattenarbeit. Heute möchte ich zum Licht machen motivieren.

Wie kommst Du durch diese Zeit?

Eigentlich ist das Lichterfest doch gerade vor der Tür – die Weihnachtsbeleuchtungen wurden auch vergangene Woche in Zürich angezündet. Ein Anlass, an dem sich alle gerne in die Bahnhofstrasse begeben und schauen wie „Lucy“ (so heisst die Weihnachtsbeleuchtung) angeschaltet wird. Und auch zuhause setzen wir jetzt auf Lichterquellen und Kerzen. Erhöhen unsere Temperatur im Aussen, um es innen kuschelig warm zu haben.

Das ist das Beste an dieser Zeit: Gemütlichkeit. Einmummeln. Tolle Filme schauen, Karten schreiben, sich mit Backen und schönen Momenten auf Weihnachten vorbereiten. Eigentlich doch die schönste Zeit des Jahres.

Wenn nicht so viele Sorgen wären. Wenn nicht die Melancholie und das Zurückgezogensein und die Dunkelheit so vielen Menschen zusetzen würden.

Gerade deswegen gibt es überall jetzt Lichterfeste. Eines davon habe ich vor 9 Jahren in Thailand mitgefeiert. Es heisst Loi Krathong. An diesem Tag basteln die Thai kleine Flösschen aus Bananenblättern und schmücken sie mit Kerzen und Räucherstäbchen und allerlei Blüten. Diese Flösschen werden dann in ein fliessendes Gewässer gesetzt, damit sie davon getragen werden. An vielen Orten werden zudem Himmelslaternen entzündet oder sogar Feuerwerke angezündet.

Das Fest stammt vermutlich aus Indien, das als ein Hindufest, als Danksagung an die Gottheit des Ganges, mit schwimmenden Laternen gefeiert wird, die das ganze Jahr lebenspendend wirken sollen. Die schwimmenden Flösse haben die Bedeutung, allen Ärger, Groll und alle Verunreinigungen der Seele loszulassen, so dass das Leben neu von einer besseren Warte aus begonnen werden kann. Die Thai machen sich mit Verwandten oder einer grösseren Gruppe von Freunden auf, im Sinne eines Volksfestes wird auf den Strassen reichlich gegessen und getrunken. Das Wässern der Flösschen ist auch besonders bei jungen Paaren beliebt, die damit auch ihre Zusammengehörigkeit unterstreichen.

Dieses Jahr ist das Loi Krathong morgen, also am 28.11. (es ist immer der 12. Vollmond des Jahres). Vielleicht ein guter Anlass auch für Dich, sich darauf zu konzentrieren?

Es gibt dieses afrikanische Zitat: Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich.

Magst Du das beherzigen jetzt, in dieser dunklen Zeit? Willst Du Dich anstecken lassen von Licht, von Wärme und von der Nähe wunderbarer Menschen?

Vielleicht kannst Du Dich in dieser Woche einmal darauf konzentrieren, viel Licht zu suchen und auch ein Licht für andere zu sein, die im Dunkeln stehen.

Stell Dir vor, Du hättest in deinem Herz einen Dimmer, den Du jetzt voll aufdrehst, damit Dein eigenes Licht flutlichtartig alle beglückt, die um Dich sind. Und wenn das gerade nicht gelingt, na dann: Kerze. Lampen. Lichterketten. Alles eben, was Dein Herz erhellt.

Alles wird gut. Versprochen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Von Licht und Schatten

Wenn man sich jemanden vorstellt, der tapfer genug ist, die Projektionen seiner Illusionen allesamt zurück zu ziehen,dann ergibt sich ein Individuum, das sich eines beträchtlichen Schattens bewusst ist.

Solch ein Mensch weiss, dass, was immer in der Welt verkehrt ist, auch in ihm selber ist – und wenn er nur lernt, mit seinem eigenen Schatten fertig zu werden, dann hat er etwas Wirkliches für die Welt getan

(C.G.Jung)

In der vergangenen Woche hatte ich ein Coachinggespräch zum Schatten.

Ein mutiger Mann sass vor mir und stellte sich den verdrängten und vor allem meist unbewussten Teilen in seiner Persönlichkeit. Solch ein Prozess ist sehr schmerzhaft und gleichzeitig enorm befreiend.

Mein geistiger Freund C.G.Jung hat die Fundamente zur Schattenarbeit gelegt. Kein anderer Psychiater hat sich so ausführlich mit diesem Phänomen auseinander gesetzt. Und er hat uns eine riesige therapeutische Schatzkiste hinterlassen, mit deren Tools wir an der Befreiung von den Schattenseiten in uns basteln können.

Schatten sind die Teile von uns, die wir irgendwann abgespalten und unterdrückt haben oder ablehnen. Sie sind Teile unserer Persönlichkeit, die wir aus Angst nicht zeigen wollen. Diese Teile — sie können positiv oder negativ sein — haben wir in einen „Sack“ gestopft.
Oft verwenden wir unbewusst soviel Zeit und Energie darauf, die Dinge im Sack versteckt zu halten, dass wir keine Kraft mehr haben, das Leben zu führen, das wir möchten. In Schattenarbeit halten wir es für angebracht und nützlich einen Schattensack zu besitzen und einige Schatten darin zu verstauen. Doch wenn uns das Gewicht des Sacks herunterzieht, wenn es uns daran hindert, der zu sein der wir eigentlich gerne sein möchten, ist es an der Zeit den Sack aufzuschnüren und die belastenden Steine daraus zu entfernen.

Mitunter kann ein kleiner Auslöser oder auch eine Krise dazu führen, dass wir „aus der Spur laufen“ und plötzliche psychische Phänomene wie z.B. auftretende Panikattacken haben. In einem Gespräch mit dem Therapeut oder Mental-Coach kommen wir dann sehr schnell an den beschwerenden Sack voller Schattengeister, die wir aus dem Leben entlassen dürfen.
Unsere Schatten sind wie verborgenen Schätze, gefüllt mit unbekannter schöpferischer, nützlicher Energie. Sobald ein Schatten jedoch längerer Zeit im Sack gesteckt hat, stellen wir zuweilen fest, dass er verkrustet ist und schlecht riecht.
Wenn wir uns entschliessen den Sack zu öffnen und einen Teil des darin befindlichen Materials zu betrachten, ist eine sichere Umgebung sehr wichtig. Unser Alltagsleben bietet oft nicht den besten Rahmen, um einen Schatten in Angriff zu nehmen. Wahrscheinlich möchte niemand lang unterdrückte Trauer ausleben, wenn er sich am Arbeitsplatz befindet oder in der eigenen Beziehung erste Experimente mit Wut durchführen.


Unsere Schatten können uns das Leben schwer machen, deshalb haben wir sie ja anfänglich auch in den Sack gesteckt. Schattenarbeit bietet einen Raum in dem wir die Schatten vorsichtig, sicher und nach unserer freien Entscheidung aus dem Sack holen.

Zu meinem Glück durfte ich dem Coachee helfen, die Aufgabe in zu bewältigende Teile zu zerlegen, damit wir nicht die (Adler-)Perspektive aus den Augen verlieren. Ein Schatten kann sehr verführerisch sein. Oft dient er als Ausrede, sich dem Leben und den eigenen Dämonen nicht zu stellen.

Hier ein ganz populäres Beispiel: „Meine Eltern haben mich nicht geliebt, sie wollten mich eigentlich gar nicht, deswegen kann ich mich ganz schwer auf Beziehungen einlassen“. Ich frage im Coaching dann gerne etwas konfrontativ: „Wie lange ist das her? Und willst Du das ein Leben lang weiter als Ausflucht benutzen, Dich Deinen Ängsten nicht zu stellen?

Ein ausgebildeter Coach kann uns immer wieder an das Ziel erinnern, dass wir uns gesetzt haben, in dem Falle meines Coachees war es Leichtigkeit und Freiheit von Altlast.

Schattenarbeit bietet uns dann die Möglichkeit unser neues Wachstum in einem Umfeld zu beginnen, das frei von Urteilen, Verurteilungen oder Kritik ist. Denn: Ehrlichkeit über alle Gefühle, auch für die dunklen, gibt ungeheuer grosse Freiheit.

Wir können unsere Schatten aufspüren, indem wir uns u.a. Folgendes bewusst machen:

Wir reagieren sehr heftig oder sogar irrational auf manche Menschen, weil sie Eigenschaften repräsentieren, die wir in uns zu unterdrücken versuchen.

Wir machen andere zu Stars oder Idolen, weil sie die Eigenschaften repräsentieren, denen wir aus falscher Bescheidenheit abgeschworen haben.

Wir tun immer wieder bestimmte Dinge ohne Absicht, so als stünden sie nicht unter unserer Kontrolle.

Wenn wir unbewusst ein Verhalten wiederholen, ist das ein Hinweis auf einen Schatten, der das Ruder übernommen hat.

Ich hatte grosses Glück mit meinem Coachee. Er wollte sich stellen, er ging jeden einzelnen Schritt mit, er liess sich ein, er vertraute dem Prozess, er konnte heilen. Und zuletzt konnten wir auch lachen. Was für ein Glück!

Über welchen Schatten springst Du als nächstes?

Welche Schatten willst Du hinter Dir lassen?

Vergiss nicht: Der Himmel ist nicht das Limit. Du bist es.

Auf geht’s in die Adler-Perpsektive.

Rebellion!

In der vergangenen Woche hatte ich eine schöne Begegnung in einem Workshop. Es ging eigentlich um ein ganz seriöses Thema: Die Transaktionsanalyse. Im Rahmen der Erklärung der unterschiedlichen Kommunikationsrollen stellte ein Teilnehmer fest: OH! Da schlummert ein „rebellisches-Kind-Ich“ in mir! Sein Lachen ging über das ganze Gesicht und er freute sich, inclusive ungestümen Herzklopfen – über die innerliche Freiheit, irgendwie doch, jenseits seines sehr seriösen Berufs, ein Kind und dazu noch ein Rebell! geblieben zu sein.

Rebellion ist ein so herrliches Thema. Und es polarisiert. Die einen finden Rebellen die verrückt schönsten Typen überhaupt und die anderen rümpfen die Nase und pochen auf Ordnung und Rationalität. Beides hat seinen Platz in der Gesellschaft, beides braucht es, um Dinge voran zu bringen.

Das Wort „Rebell“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Aufrührer“, „Aufständischer“. In Filmen, Romanen und Theaterstücken sieht und liest man von Rebellen wie Robin Hood oder Wilhelm Tell.

Rebellen stellen das Bestehende radikal in Frage, gehen mitunter dagegen an und zeigen Widerstand gegen das, was allgemeingültig als richtig und „anständig“ gilt.

In meinen Augen machen Rebellen vor allem eins: Sie richten den Finger auf ihr eigenes Herz und sagen laut und deutlich: Mit dem was ist, bin ich nicht einverstanden. Ich mache das auf meine eigene Art.

So können Rebellen also Neues initiieren, kreativ werden, Dinge verändern und damit gegebenenfalls auch verbessern, Alternativen finden, Variationen durch spielen.

Wie es der Zufall so will, hatte ich gestern gleich zwei grossartige ehemalige Coachees zu Gast. Der eine rebellierte gegen die Meinung anderer, die ihn als intellektuell etwas zurück geblieben abstempeln wollten. Er hat das lange geglaubt, was andere ihm gesagt haben. Auch die ADS Diagnose, die er als Kind bekam.

Und musste dann doch nur feststellen: Ich bin anders. Und ich mache vieles anders. Aber ich mache es genau so gut und auch manchmal besser als andere! Weil eben die Schranken im Kopf und in der Gesellschaft eng sind und der vorgefertigte Weg gerade und durchgeordnet. Heute ist er befreit von dem Korsett, sein zu wollen wie andere. Seine Rebellion hat ihn befreit, er fliegt sehr hoch!

Der zweite Coachee litt ein bisschen an Scham, war in seiner Zurück-Haltung gefangen, konnte sich nicht gut positionieren. Man hatte ihm aufgezeigt, dass er sich ducken, anpassen und klein bleiben sollte. Sich benehmen. Seine jugendlichen Jahre bestanden aus Wenn-Dann Sätzen und die Qual, sich schwarzweiss einzuordnen in das kleingeistige enge System. Seine Rebellion war radikal und explosiv. Jetzt zeigt er sich, nimmt Raum ein, feiert sich, expandiert in alle Richtungen und ist stolz auf sich. Wie schön er geworden ist! Und wie hemmungslos! Halleluja!

Wie herrlich, die Beiden nach dem Adlerflug Coaching auf Jersey im Mai wieder zu sehen! Die Augen waren klar und präsent, scharf und unerschrocken, von beiden. Die Rebellion gegen das Einengen hat ihnen einen riesigen Entfaltung-Spielraum eröffnet.

Rebellion kann in ganz vielen Kontexten enorme Kraft haben, in die Freiheit führen, alle alten Grenzen auflösen und dazu animieren das Leben an sich zu erobern.

Und so sollte Rebellion in meinen Augen auch unbedingt stattfinden: Den Finger auf sich selbst richten mit der Frage:

Wo fühle ich mich gefangen?

Von was will ich mich befreien?

Welche Grenzen muss ich einreissen?

Welchen Rucksack muss ich endlich, endlich loswerden?

Was gehört nicht zu mir, muss abgestreift werden?

Und wohin darf ich mich aufschwingen? In die unerhörten Höhen?!

Rebellieren kann man in jedem Alter, in jedem Umfeld, in jeder Lebenslage. Das radikale Verlassen der Komfortzone ist die allererste Bedingung. Ein Gang, der Blut, Schweiss und Tränen kostet. Deshalb gibt es so wenige davon. Gut so, damit fallen „wir“ auch mehr auf.

Das Gegenteil von WILD ist nicht kultiviert. Es ist gefesselt.

Auf geht’s in die Freiheit!

Willkommen in der Adlerperspektive.

Das Leben lieben

Anlehnend an meinen Blog von letzter Woche schreibe ich jetzt ein paar neue Texte zum Thema: Liebe. Bei mir geht es meistens um die Liebe zum Leben, für die Zweisamkeit gibt es andere Spezialisten…

Den Augenblick leben, in die Liebe zum Leben kommen, wie geht das denn nun?

Es gibt eine sehr alte Lehre, die das hervorragend erklärt…

Sie nennt sich Tan-tra und kommt aus dem sanskrit Wort tan, das Weite, Ausdehnung und Ganzheit bedeutet. Es hat mit den sexuellen Praktiken, die man in den westlichen Schulen findet, nur wenig zu tun. Es ist vielmehr ein Jahrtausend alter Weg der Rückkehr zu unserem ursprünglichen Wesen, das die Vollkommenheit in sich trägt.

Die tantrische Lehre beruht auf der Idee, dass dem inneren Kern nichts hinzugefügt oder genommen werden kann. Die Suche nach diesem vollkommenen Kern führt uns nicht in die Abgeschiedenheit, sondern mitten ins Leben, in dem wir in die Realität eintauchen und mit der Welt der Materie, die uns umgibt, kommunizieren. Der Tantriker findet Erfüllung, indem er mit all seinen Sinnen das Leben umarmt und durchdringt.

Wie also kommen wir dahin zurück, das Leben, uns selbst und unsere Umgebung wirklich wirklich wirklich zu spüren?

Die tantrische Lehre ist eine einfache Lehre, in der der Mensch die tägliche Realität als Praxisfeld wählt, ohne auf irgend etwas zu verzichten und indem er die Welt vollständig umarmt.

Auf diesem Yoga Weg geht es also darum, in tiefen Kontakt mit seinen Gedanken, seinen Emotionen und seinen körperlichen Empfindungen zu treten. Dem Körper wird dabei ein wunderbarer Platz eingeräumt. Er wird überhaupt nicht abgelehnt oder eingeengt oder unter Kontrolle gebracht. Nie. Im Gegenteil, er ist ein fabelhaftes Instrument, aus einem einfachen Grund, nämlich weil er die natürliche Fähigkeit besitzt, Eins zu werden, mit allem was ihm begegnet – mit grosser Anmut und Spontanität.

Für unseren Körper ist das die normale und natürliche Reaktionsweise!

Dies geht ausschliesslich durch die Sinneswahrnehmungen.

Derjenige, der den tantrischen Weg geht, ermöglicht all seinen Sinnesorganen, in andauerndem Fühlen bzw. innerer Vibration (spanda) zu sein.

Du kannst es jetzt sofort ausprobieren: Spür mal, während du das hier liest und ohne sie zu bewegen oder etwas anzufassen – Deine Hand: Die Vibration, das Rauschen des Blutes, den Puls, den eigenen Rhythmus und die Energie, Wärme und Beschaffenheit der Haut. Spürst Du wie Du sofort etwas fühlst statt zu denken?

Tantra lehrt uns, in das Leben hinein zu tauchen und die einfachen Freuden des Alltags zu geniessen. Zum Beispiel: Werde Dir beim Aufwachen am Morgen Deiner Haut bewusst, dusche mit Wohlgefühl in dem Du spürst wie das Wasser an Deinem Körper hinunter läuft. Um zu einer tieferen Präsenz zu gelangen ist es unerlässlich, dass unser Körper – wie ein Instrument – auch immer wieder gestimmt wird um seine eigene Melodie zu entfalten. Und hier kommen die Sinneswahrnehmungen ins Spiel. Die erste Etappe ist also, all diese Funktionen wieder herzustellen, unseren Geschmack am Leben wieder zu entdecken, sich dem Leben vollkommen hin zu geben.

Die Lust, im Leben vollkommen präsent zu sein macht für Dich aus der banalsten Sache die wunderbarste, wie das Trinken einer Tasse Tee, der Duft des Toasts am Morgen, ein Fenster, das sich zum Himmel öffnet, ein Lichtstrahl auf der Bettdecke.

Tantra ist einfach und gleichzeitig schwierig, denn es fordert einen komplett anderen Umgang mit dem Alltäglichen.

Wir können also beginnen mit wenigen Sekunden am Tag: der erste Schluck Kaffee am Morgen. Die ersten Sekunden einer Dusche. Du kannst es sogar geniessen auf die Toilette zu gehen und Deine angestauten Körpersäfte langsam aus Dir heraus fliessen zu lassen!

Der erste Atemzug wenn wir aus dem Haus gehen und die Umgebung riechen, den Himmel betrachten, das Wetter wahrnehmen, unsere Schritte spüren, den Kontakt mit dem Boden.

Wenn wir dann einige Sekunden in der totalen Präsenz sind, seien es auch nur wenige Sekunden am Tag, wird sie sich mit jedem Augenblick ausdehnen und unser Leben wird sich verwandeln. Unsere Begierde wird uns mehr solche Momente ermöglichen. Unsere Begierde, die Gier nach dem Leben, wird uns dazu antreiben diese Präsenz wieder und wieder herzustellen.

Magst Du Dich auf dieses Experiment einlassen?

Dann wird das ein aufregender – herrlicher – sinnlicher Winter! Das Leben ist hier! Und es ist wunderbar! Spürst Du es?

Willkommen in der Adlerperspektive!

Liebe

Ist es wahr, ich habe in diesem Blog noch nie über das grösste aller Gefühle geschrieben?

Fünf Jahre ohne das einzig wichtige Thema? Das schreit geradezu nach einigen Einträgen über diese so wichtige, wichtigste Haltung. Na also, auf geht’s…

Letzte Woche habe ich eine alte Liebe gefunden…ach was sag ich! Dutzende! Ich musste sehr schmunzeln… bei der Suche nach wichtigen Steuerdokumenten kramte ich in einem ganz kleinen Fundus an Sachen… ich habe nicht viel Ballast aus früheren Zeiten, ich bin eine Wegschmeisserin, keine Bewahrerin… aber dann fiel mir ein Karton in die Hand, dessen Inhalt ich vergessen hatte. Ich zog den Deckel ab und fand alte, sehr alte Tagebücher. 1981 bis 1998. Ich gab dem Schicksal eine Chance und zog eins heraus, ohne zu wissen, wem ich da begegnen würde.

Und ich begegnete vor allem…mir. Und musste ganz tief abtauchen und sehr viel schmunzeln.

Das Buch war voll mit Namen, die ich vergessen hatte. Es schien, ich war alle 5 Seiten in jemand anderen verliebt. Ich war eine Schwärmerin, eine Romantikerin. Den jedem der Namen schwor ich die ewige Liebe. Ich sass in meinem Büro und schwelgte in den Erinnerungen und Fotos, den eingeklebten Zettelchen und Briefen. Und den „für immer und ewig“ Herzchen. Dann erinnerte ich mich, dass ich noch eine Schachtel habe, in der ich alte silberne Namensplättchen habe. Früher trug man Kettchen um den Hals mit den Namen des Liebsten graviert. Ich fand die Schachtel und las „Axel, Harry, Michael?, Günther?, Marco?, Stefan?“ Und dann noch die vielen Namen in den Büchern!

Nur ein einziger Mann aus den damaligen Zeiten ist noch in meinem Leben und das auch nur mit sehr viel Zu-Fall. Und eine schöne Verbindung, die nicht nur aus Vergangenheit, aber wegen der Vergangenheit, lebt.

Warst Du auch oft verliebt?

Erinnerst Du Dich?

Wie ging es Dir mit dem Objekt der Begierde? Kanntest Du ihn/sie wirklich oder war es vielmehr eine Idee, eine Projektion?

Warst Du jemand, der Vorbilder hatte? Einen Schwarm? Hattest Du Dein Zimmer tapeziert mit Postern der Angebeteten?

Ach herrjee, ich war mein Leben lang immerzu verliebt. Ich konnte super schnell in die Liebe fallen und genauso schnell wieder hinaus. Und ich habe leider viele Herzen gebrochen, weil ich nicht bleiben wollte. Mein Leben war immer schnell und riss mich mit. Es war toll. Es war aufregend und ich möchte nichts eintauschen. Aber ja, die Liste ist lang…

Magst Du mal zurück reisen in Deine Verliebtheitsmomente?

Wann hat das angefangen? Wer war die erste grosse Liebe?

Erinnerst Du Dich gerne?
War es bunt?

Hat es Dich glücklich gemacht?

Und vor allem: Kannst Du darüber lächeln?

Irgendwann kommt jeder von uns an den Punkt, an dem man versteht, dass Liebe eine Haltung ist, vielleicht manchmal auch ein Verb. Aber eigentlich IMMER nicht die kleine Liebe, die man auf ein Objekt, einen Menschen projiziert. Sondern dieser Entschluss, dem Leben an sich, jedem Tag, etwas Liebe abzugewinnen. Dann kann man auf einmal den neuen und jungfräulichen Tag lieben, Düfte, Farben, haptische Sensationen, die warme Dusche, das gute Gefühl von frisch geputzten Zähnen, das Frühstück, die Jahreszeit, das Wetter, die Kleidung, den Weg den man als erstes macht, vielleicht – im günstigsten Fall – auch seine Arbeit, die Kollegen, die Freunde, die Passanten, Tiere, den Himmel, die Geräusche, die Geschwindigkeit – und irgendwann, wen man noch mehr Glück hat – viel Glück! – Das ganze Leben lieben.

In einem Buch, das ich gerade fertig gelesen habe, heisst es:

Ein Leben ohne Liebe ist ohne Bedeutung. Frag Dich nicht, welche Art von Liebe du suchen sollst. Spirituelle oder materielle, göttliche oder weltliche, östliche oder westliche… Teilung führt nur zur weiteren Teilung. Die Liebe kennt keine Bezeichnungen, keine Begriffe. Sie ist, was sie ist, rein und schlicht.

(aus: Elif Shafak: Die vierzig Geheimnisse der Liebe)

Dankbar habe ich das Tagebuch von 1992 zurück gelegt und den Deckel wieder geschlossen. Ich bin dankbar, dass ich so geschwärmt habe. Das war ein Warmlaufen, ein Annähern an die Haltung, dass das Leben liebenswert ist.

So wie auch DU – total liebenswert!

Der neue Tag! Wert geliebt zu werden! Das Leben, Dein Körper. Deine Möglichkeiten. Deine geistigen und emotionalen Kapriolen! Ach, wie herrlich!

Lass Dich ein, öffne Dein Herz wie ein Scheunentor!

Na und wenn Du dann da bist, dann kannst Du auch gleich ein bisschen singen:

Willkommen in der (einzigen) Adlerperspektive.

Diesen Blog widme ich zwei Liebenden, die ich letzte Woche sehen durfte. Rosa und Stevo.

Il vostro amore mi ha toccato molto e mi ha reso felice. Grazie per questo!

Geheimnisse

Wer wir auch sind und wo wir auch leben,

tief im Inneren fühlen wir uns alle unvollkommen.

Als hätten wir etwas verloren und müssten es wiederfinden.

Aber was das ist, ergründen die meisten von uns nicht.

Und nur eine Minderheit von denen, die es ergründen,

macht sich auf den Weg und sucht danach.

(Elif Shafak: Die vierzig Geheimnisse der Liebe)

Suchst Du?

Nach was suchst Du?

In der vergangenen Woche hatte ich Kontakt mit zwei Aussteigenden. Beide haben sich auf einen Weg ohne doppelten Boden, ohne Sicherheit, gemacht. Die eine war lange in der sicheren Anstellung einer Behörde, die andere hat schon vor vielen Jahren jede „Normalität“ abgelegt. Sie sind losgefahren mit einem One-way-Ticket. Nicht, dass sie nicht nach Hause zurück kehren wollen, sie lassen sich einfach die Option offen, ob das Leben sie vielleicht irgendwohin leitet, wo sie richtig sind.

Bewundernswert! Mutig!

Aber warum gibt es diese Suche nach den Puzzlestücken in unserem Leben? Warum sind wir immer ein bisschen auf Erkundungstour was und wer zu uns passt, was uns kompletter machen würde? Woher kommt diese Sehnsucht?

Unvollkommenheit ist das Gegenteil von Vollkommenheit. Und interessanterweise streben wir alle danach vollkommen zu werden. Wir nennen es dann Selbstverwirklichung oder Erfüllung oder das Ausschöpfen aller Potentiale. Ein Streben, dem wir partiell tatsächlich fast alle folgen.

Wenn der Mensch ins Leben tritt, ist sein Geist „substantielle Seinsempfänglichkeit“, blosses Seinkönnen, reine Möglichkeit, noch nicht qualitativ und quantitativ bestimmt.

Mit seiner schöpferischen Kraft gestaltet der Mensch in sich ein Modell der Wirklichkeit. Wir bauen sozusagen einen Avatar nach dem, was uns begegnet: Erfahrungen, Lernerfolge, Talente, Wegweiser, Zufälle, Projektionen, Inspirationen die uns in die eine oder andere Richtung leiten… unser selbst erschaffenes Wesen entwickelt sich aufgrund unserer Entscheidungen.

Die Individualpsychologie nennt dieses mit Irrtümern behaftete Modell „Lebensstil“. Mit der Bildung des Lebensstils beginnt der Mensch in einem Spannungsfeld zu leben: Einerseits gaukelt ihm seine „private Logik“ eine scheinbare Realität vor, andererseits spürt er in sich den naturhaften Drang zur Vollkommenheit. Er erlebt seine Situation als Minderwertigkeitsgefühl, der er durch Überlegenheitsstreben zu entkommen versucht. So kämpfen wir also mit uns und mit den anderen um weiter zu kommen, in Wirklichkeit aber bewegen wir uns nicht von der Stelle.

Wie kommen wir denn jetzt da hin wohin wir wollen und müssen?

Ganz und gar nicht und weit entfernt von – der Logik.

Unser Image (der Avatar) das wir 24/7 füttern und pflegen und immer besser zusammen bauen, reicht uns am Ende des Tages eben dann doch nicht. Weil unser Herz keine Ruhe gibt. Es ruft und ruft, sehnt sich, zieht und schiebt uns und versucht durch die laute Stimme unserer Vernunft, unserer Kreation oder auch unseres Egos durchzudringen. In der Regel, leider, ist die Stimme des Herzens zu leise und zu sanft. Oder das Ego schon zu aufgeblasen 😉

Die wichtigste Frage ist immer:

Wo ist Deine Sehnsucht? Was will sie von Dir?

Je älter wir werden, desto mehr bekommt unsere scheinbare „Realität“ Risse, desto mehr haben wir das Gefühl, die Zeit liefe uns davon, weil wir doch alle (noch) etwas anderes brauchen, suchen, wollen.

Wie schön: Die eine Aussteigerin schrieb mir: Ich musste es tun.

Wie herrlich, ein Mensch, der auf sein Herz hört. Und es jubelt laut und spürbar.

Gehe doch diese Woche einmal diesem Gefühl nach: Was ersehne ich? Was zieht mich? Wohin will meine Sehnsucht mit mir?

Ob Du es Dir erfüllst?

Willkommen in der Adlerperspektive.