Sprachlose Pause

Mein Blog kommt einmal zu einer ungewöhnlichen Zeit. Ich war aus der Zeit herausgefallen und sprachlos geworden, das gibt es selten bei mir, aber es kommt vor, wenn etwas passiert, für das es keine Worte gibt. Ich hatte einen Abschied von einem geliebten Weggefährten, der mich hart traf. Natürlich war ich vorbereitet und hatte es sogar geplant und war dabei, als seine letzten Atemzüge ihn verliessen. Ich musste etwas erfahren, das ich in diesen Tagen oft erfahre: Dass ich etwas „das letzte Mal“ mache.

Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass es mich so umhauen würde. Auch wenn ich gut im Loslassen bin und eigentlich nie an etwas festhalte – und mich auch nicht festhalten lasse.

Ich ging durch eine bewegte Woche und musste über mich selbst schmunzeln. Denn noch vor kurzem hatte ich geschrieben: Bis die Liebe fliesst. Der Blog vor zwei Wochen. Jetzt spürte ich selbst, wie die Liebe und der Schmerz Hand in Hand in mir blockiert waren. Also ging ich in den Wald und schlich um die Bäume und atmete und zählte mir auf, was alles an Wunderbarem in meinem Leben ist und immer sein wird.

Und dann ereilte mich das Video eines anderen Mental-Coaches. Sie sagte: Du bist dir nicht begegnet, bevor du nicht in deine dunkelsten Momente abgestiegen bist. Und erst da erfährst Du, wer Du selber bist. Und das wird deine Superpower. Denn: In Dir selbst liegt die Person, die Dir am besten helfen kann.

Geh dem einmal nach und sehe, wie es Dich vielleicht liebevoll berühren kann. Mehr als es ein anderer Mensch kann – und wenn er noch so wunderbar ist.

Nach dem Abschied von George bekam ich unheimlich schöne und liebevolle Worte und Gesten. Jede einzelne half ein bisschen. Nur: Am Ende des Tages war ich diejenige, die mit der Realität konfrontiert wurde. Und niemandem hatte er so viel bedeutet wie mir und niemandem wird er so fehlen wie mir. Also: In meine eigene Dunkelheit absteigen und in meiner geheimen Schatzkammer nach meinem Lieblingsmenschen suchen. Und: Es klappte!

Ich fand viele Variationen von mir, in allen Lebensaltern, in diversen Lebenssituationen, in vielen unterschiedlichen Momenten mit unterschiedlichen Gefühlslagen. Eine war nur für Liebeskummer zuständig, eine Krankheit, die mich in den 20er und 30er Jahren begleitet hatte. Eine war für Lebensumbrüche zuständig mit den ängstlichen Momenten des Zweifels, sie war das ganze Leben anwesend und ist es auch jetzt wieder. Eine hatte mich als Kind vor Grobheit und Einsamkeit beschützt. Eine war mir Trost, wenn die harte Welt mir verbal entgegenschlug (sie strich Poesie und Feinsinn aufs Honigbrot) …Eine war für Verluste zuständig, diese war ganz besonders zart. Eine hat mich ermuntert wenn ich gescheitert war und mir Mut eingeflüstert es weiter zu versuchen. Ich fand die besten Freundinnen in mir selbst – und müsste ich es benennen, dann würde ich sagen, sie behauptet: Du wirst alles schaffen, überleben, durchleben und in Dir selbst heil sein wenn du an dich glaubst und bei dir bleibst.

Also ja, die letzten Male kommen die nächsten Wochen immer mehr. Ich habe auch das gewählt. Ich hätte weitermachen können und einfach da bleiben wo ich bin und tun was ich immer getan habe. Das hat gut funktioniert und man kann das Leben so führen und auf Nummer Sicher gehen und sich nirgends mehr hin bewegen. Das hat geklappt und mich auch oft glücklich gemacht.

Aber bei meinem Abstieg in die Schatzkammer meines Herzens habe ich auch die wilde Rebellin wieder gefunden, die Wagemutige und Riskante. Die Geschichtenerzählerin die ihre Geschichten erzählen will. Die Meertänzerin die in den Wellen tanzen will. Die Französin und Irin und Schottin und Weltreisende in mir, die nach Heimat verlangt. Meine Geschichte ist noch nicht fertig, erkannte ich da – sie muss weiter erzählt werden und komplett ausgelebt werden. Es warten noch einige Ichs und dafür muss ich die, die ich war – und auch die, die mit George durch die Schweizer Wälder streifte und die, die mit den wunderbaren Menschen in meinem Coaching mit mir lachten und weinten – verlassen. Das sichere Nest, die Anforderungen, die Pflichten, die Anstandsregeln, die Arbeit, meine liebste Praxiskollegin, meine Routinen… Also dies und das noch das letzte Mal. Das letzte köstliche Mal.

Und dann weiter. Den Kopf hoch. In den Himmel schauen.

Meine Geschichte geht weiter. In die Tiefe, geradeaus und nach vorne.

CG.Jung hat einmal gesagt: Irgendwann in deinem Leben musst Du Dich entscheiden: Willst Du gut sein? Oder ganz.

Ganz.

Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch. C’est la vie.

Bis die Liebe fliesst…

Vor sehr vielen Jahren hatte ich eine eindrückliche Begegnung, die mein Leben – aber vor allem meinen beruflichen Werdegang verändern sollte. Ich muss heute noch schmunzeln.

Ich besuchte einen Kongress für Psychologie mit dem Titel „Was ist ein gut gelebtes Leben?“. Am ersten Tag hatten wir viele spannende Impulse und Referenten, am zweiten und dritten Tag konnten wir uns in Workshops einschreiben, nach dem wir das „Amuse Bouche“ (ein Appetithäppchen) als köstlich empfunden hatten.

Ich entschied mich für Jirina Prekop. Eine tschechische Psychologin vom „alten Schlag“. Ein Monsterweib, unglaublich überzeugend. Damals war sie schon an die 80 Jahre alt, eine gewaltige Erscheinung von dynamischer und extrovertierter Art, die uns am ersten Tag ihre Festhaltetherapie vorgestellt hatte. Sie gehörte zu der konfrontativen und provokativen Art. Durchgreifend, autonom und furchtlos.

Bei der Festhaltetherapie halten sich Erwachsene in gegenseitiger Umarmung. Sie schauen sich dabei in die Augen, bis schmerzliche Gefühle, aggressive Impulse oder Ängste auftauchen. Das Halten und In-die Augen-Schauen wird so lange fortgesetzt, bis sich die negativen Gefühle auflösen und das Festhalten zur liebevollen Umarmung wird. Ursprünglich war die Therapie vor allem für Menschen mit Bindungsstörung entwickelt worden.

Jirina machte uns klar, dass wir alle meist eine tiefe Angst vor Hingabe und Mitfliessen entwickelt haben, vor allem wenn wir in Kindheit und Jugend keine oder zu wenig oder eine gestörte persönliche Nähe bekommen hatten. Bevor wir das als „Bindungsstörung“ wahrnehmen, steht erst einmal die oft nicht erlernte gesunde Form der Berührung und das „ursprüngliche“ Gefühl, Liebe überhaupt annehmen zu können.

Studien haben gezeigt, dass bei zwischenmenschlichen Bindungen Botenstoffe im Gehirn, so genannte Neurotransmitter, eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören das Bindungshormon Oxytocin, das „Belohnungshormon“ Dopamin und endogene Opioide. Sie werden bei Berührungen und zwischenmenschlicher Nähe ausgeschüttet und lösen positive Gefühle und das Gefühl von Nähe und Verbundenheit aus. Das führt dazu, dass jemand die Nähe zu diesem Menschen immer wieder erleben möchte – es entsteht eine Bindung zu dieser Person.

Jirina erklärte uns diese Zusammenhänge anschaulich und gipfelte schliesslich in ihrer Überzeugung, dass wir – in einer zunehmend distanzierenden Gesellschaft – immer mehr Misstrauen gegen menschliche Begegnung entwickeln und im Laufe des Lebens zusehends „zumachen“ statt ein liebevolles Einlassen auf andere Menschen zu zulassen. Dann fehlt das Ausschütten von Oxytocin und mehr und mehr vereinsamen wir innerlich, mauern, verschliessen uns und werden schliesslich irgendwann auch unerreichbar für die Menschen, die uns am nächsten stehen.

Während sie das proklamierte ging sie durch die Reihen und ihr Blick fiel auf Teilnehmer, die wegschauten oder sich zu entziehen versuchten. Wie konnte es anders sein: Sie wählte mich aus. Sie zog mich hoch und sagte: Du kommst mit!

Mit ihrem starken Balkandeutsch und ihrer ganz und gar einnehmenden Art sagte sie, sie würde jetzt zeigen wie es geht. Fragte mich aus und fand – natürlich! das ungeliebte Kind in mir. Dann sagte sie: So! Ich werde Dich jetzt halten bis die Liebe fliesst! Und damit umarmte sie mich fest und drückte mich (damals noch schmal und steif wie ein Brett) an ihrer riesige mütterliche Brust. Sie hielt mich fest und fester und ich wollte sofort loslassen. Aber sie liess mich nicht heraus und ich schwitzte Blut, Schweiss und Tränen. Es war fürchterlich! Jede Zelle meines Körpers war Widerstand. Aber immer mehr kroch sie mir in mein selbst gebautes Zwangsjäckchen aus Widerspenstigkeit und Wegdrücken von allen Emotionen, denen drinnen und denen draussen.

Um es zu verkürzen: Nach einer ewig scheinenden Zeit hatte sie mich soweit. Ich wurde zusehends weicher und durchlässiger und schliesslich gab ich alle Gegenkraft ganz auf und floss in ein Gefühl der Geborgenheit. Erst dann war es möglich, den inneren Schmerz der Vereinsamung zu spüren.

Das Festhalten wurde schliesslich eine Form meiner eigenen Arbeit. Und nicht nur physisch, sondern vor allem als ver-bindliche Energie im Coachingprozess. Einen Menschen halten, auch verbal, auch in dem man einen Raum von Intimität erschafft, der echte Begegnung mit sich selbst ermöglicht, das braucht Mut auf beiden Seiten. Man muss sich eben einlassen. Vertrauen und anvertrauen.

Kein Platz für die Gegenseite der Liebe – die Angst.

Wie oft verweigern Menschen sich aus Angst. Begegnen dem anderen lieber mit Schönreden, Ausweichen, übertriebener Vorsicht, Zurück-haltung und Gesicht wahren statt in ein echtes Zusammensein zu kommen. Ich bin selbst auch nicht immer eine Heldin darin, mich einzulassen. Menschen, die es als Kind nicht erfahren und gelernt haben, bleiben ewig ein bisschen misstrauisch. Aber jeder kann das lernen, jeder kann den Moment der Zurück-haltung überwinden und sich einlassen, wenn er die Stufe der Furcht überschreitet, vom anderen verletzt oder zurück gewiesen zu werden.

In den vergangenen beiden Wochen hatte ich zwei wunderschöne Paare im Coaching, die lernen wollten, wieder aufeinander zu zugehen und sich wieder aufeinander einzulassen. Nach einer langen „Eiszeit“ den Taupunkt zu verschieben und einander wieder zu vertrauen. Wie schön war es, zu beobachten, wie die Liebe wieder floss. Sie war in beiden Fällen einfach angestaut und nicht mehr ausgedrückt worden.

Es brauchte nur das Aufräumen einiger trennender Faktoren, die den beiden im Weg standen. Ein spielerisch leichter Prozess, der vor allem darin besteht, wieder ehrlich und intim miteinander zu sprechen, sich den anderen mitzuteilen und die vielen Facetten der Angst hinter sich zu lassen.

Ich winde noch mal ein Ehrenkränzchen für meine Mentorin Jirina Prekop. Wie viel habe ich die Jahren nach dem Workshop von ihr gelernt! Als Person und auch als Coach. Die Liebe nicht mehr als Wagnis zu sehen ist heute fast natürlich geworden und inzwischen umarme ich seit zwei Jahrzehnten richtig gerne, ehrlich und innig. Und die Coachees der letzten beiden Paarcoachings tun das auch wieder. Sie halten wieder Hände, liegen sich in den Armen, offenbaren ihren inneren schönen Kern. Vertrauen und lassen sich ein, sehen sich wieder, nehmen sich wahr und freuen sich aneinander. Wie wunderbar, dass das gelungen ist.

Im Grunde geht es immer nur darum, ob Verbundenheit möglich ist. Wir haben ein Grundbedürfnis nach menschlicher Nähe. Das macht uns wesentlich aus. Und das macht alles möglich.

Da, wo Du das Leben (und die Liebe) spüren kannst, da ist es auch: C’est la vie!

Keine schöne Geschichte.

Es war ein stürmischer Tag. Ich hatte diesen wunderbaren Coachee abgeholt als ich von der Süd- in die Nordschweiz fuhr. Ausnahmsweise. Weil dieser eine Coachee mir besonders am Herzen lag. Ich mochte ihn persönlich. Ich fand ihn schön und fein und er war zerbrechlich. So gerne wollte ich mit ihm durch den langen Tunnel fahren, der ihm grosse Probleme bereitete. Der Tunnel und das ganze Leben war schwer.

Als ich ihn schliesslich im Auto hatte, verlangte ich ihm kleine Schönheiten ab. Ich hatte ihm aufgetragen, die vergangenen Tage in seinem Ferienhaus unterhalb des Gotthards nach Juwelen des Alltags zu suchen. Ihm waren ein paar aufgefallen, ich war hoffnungsfroh für ihn. Und als wir gerade aus dem Tunnel kamen und die Achsenstrasse fuhren, war da dieser Sturm. Fasziniert schauten wir auf den tiefgrünen See, sahen Schaumkronen und gewaltige Windspiele im Wasser. Gleichzeitig hatten wir den Impuls das Auto sofort zu verlassen.

Ich fuhr in eine kleine, verkehrstechnisch allerdings verbotene Bucht. Das war es uns wert. Wir gingen auf eine kleine Landzunge und schrien vor Vergnügen. Und dann stellte er sich ganz vorne auf einen Felsen und riss seine Jacke auf. Er sammelte den stürmischen Wind unter seinen Armen und schrie vor Begeisterung. Er wollte fliegen. Ich musste mich wegdrehen, weil die Szene mich wie ein Messer ins Herz traf.

Als kleines Kind hatte ich das wieder und wieder gemacht: Bei jedem Sturm war ich rausgerannt und hatte meine Windjacke aufgerissen. Immer hatte ich mit laut klopfendem Herzen geglaubt, dass der Wind mich jetzt gleich vom Boden heben und in ein besseres Leben fliegen lassen würden, der Wunsch war so heiss und eindringlich gewesen wie die ganz tiefe Sehnsucht wo anders zu landen. Den Status Quo, das Hier und Jetzt, war das Letzte, wo ich bleiben wollte.

Und jetzt stand mein Coachee da und jubelte und schrie und verlangte vom Wind, ihn mitzunehmen. Ich verstand ihn. Sein Körper hatte Spannung, sein Gesicht war total glückselig, seine Arme spannten sich weit und hoch mit dem Stoff seiner Jacke. So feierten wir einen Moment. Ein paar köstliche Minuten die totale Hoffnung, dass nun alles anders werden würde. Bis der Wind schliesslich drehte und an anderer Stelle Wirbel produzierte. Wir gingen zurück zum Auto, beide mit kaltem Gesicht und eisigen Händen und noch getragen von dem Gefühl der eroberten Freiheit.

Und die Ernüchterung kam dann leider auch postwendend, als er sagte, dass dieses kleine gesamelte Juwel leider sein Leben nicht gerettet hatte, wie auch all die anderen nicht. Wir fuhren schweigend nach Hause. Ich wollte ihn nicht aufgeben. Aber ich wusste, ich würde seine Geschichte nicht mehr drehen können.

Mein Coachee hatte einen schweren Burnout erlitten. Seit Kindesbeinen hatte man ihm ein falsches Leben aufgezwungen. Er musste leisten, wenn er spielen wollte. Er musste mitspielen, wenn ihm nach Rückzug war. Er musste sprechen wenn er schweigend in seine eigene Welt weg träumte. Er hatte eine feine Kinderseele, war sensibel und zart und wurde gedrillt, gezwungen, verbal aufgepeitscht und grob angefasst. Viele Jahre passte er sich an. Machte, was von ihm verlangt wurde, gehorchte, folgte dem Diktat. Eines Tages wollte er nicht zu seinem Grossvater, einem Mann mit kalten Augen und stahlharter Autorität, und versteckte sich im Gartenhaus. Er wurde heraus gezerrt und gegen seinen Willen auf die Rückbank der grossväterlichen Limousine geprügelt. Seine Tränen, anfangs noch heiss und emotional, versiegten über die kommenden Jahre. Er wurde brav und tat, was alle tun, leistete und lernte, arbeitete und log sich und alle anderen vor, dass er das schon schaffen würde mit dem Leben.

Ich lernte ihn kennen als er, knapp über 40, einen gewaltigen psychopathologischen Burnout hatte.

An dem Modell des Burn-outs ist ein Aspekt kritikwürdig. Das Konzept Burn-out lebt von einer Ursachenzuschreibung. Zumeist wird die Arbeitsbelastung als Ursache der Beschwerden ausgemacht. Dies kann durchaus zutreffen, muss aber nicht. Die moderne Psychiatrie hat die klare Ursachenzuschreibung (mit wenigen Ausnahmen wie z.B. der akuten Belastungsreaktion) zugunsten einer beschreibenden Krankheitslehre aufgegeben. Hierdurch wurden die psychopathologischen Symptome als kleinste Bausteine psychischer Störungen aufgewertet. Die Störungsbilder sind damit wissenschaftlich untersuchbar und vergleichbar geworden.

Für die meisten „grossen“ Krankheiten der Psychiatrie (z.B. Depression, Schizophrenie) gelten als Ursache mehrere Faktoren – z.B. genetische, lerngeschichtliche, aber auch situative und protektive. Vererbt und lerngeschichtlich ausgeformt werden meist individuelle Anfälligkeiten und Abwehrkräfte. Für jedes Individuum ist dann eine unterschiedliche auslösende Situation erforderlich; dies kann Stress auf der Arbeit sein, aber auch ein realer oder nur befürchteter Verlust.

Oder in seinem Fall: Der Verlust der eigenen, unterdrückten Identität und den regenerativen inneren Möglichkeiten, sich selbst zu erholen über die eigenen Freuden. Er hatte eine schwere Depression. Ängste. Antriebsschwäche. Er taumelte.

Burn-out ist also keine Krankheit, sondern ein Risikozustand.

Und mein Coachee hatte dann wirklich alle Auffälligkeiten entwickelt, die dieser Risikozustand mit sich bringt.

Über die Jahre war der schöne Mensch in falsche Hände geraten. Hatte unzählige miese psychiatrische Kliniken durchlaufen, war durch viele falsche Therapieansätze gegangen, hatte händeweise Psychopharmaka bekommen, die er bald nicht mehr absetzen konnte. Der Cocktail an Psychodrogen hatte ihn im Griff, inzwischen warf er Benzodiazepine wie Smarties ein und taumelte zwischen erzwungener Beruhigung und stabilisierenden Happypills.

Ich konnte ihm auch nicht mehr helfen, das schmerzt bis heute. Aber es war zu spät.

In der vergangenen Woche bekam ich die Information, dass er mithilfe der Sterbeorganisation Exit das Leben verlassen hat. Mein Herz ist schwer. Ich hatte zehn Jahre nichts mehr von ihm gehört und kann mir vorstellen, wie seine Leidensgeschichte weiter ging. Ich ziehe den Hut vor ihm und seinem Mut, dem Leben ein Ende zu geben. Eine unendlich mutige Entscheidung. Ein letzter und konsequenter Schritt, von dem ich denke, dass er ihm endlich die Autonomie zurück gegeben hat, die er sich so sehnlichst wünschte.

Ich werde für ihn auf einer Klippe stehen und im Wind jubeln, wenn der nächste Sturm kommt.

Da, wo man das Leben – nicht – mehr spüren kann, da ist es auch nicht mehr.

Auch das: C’est la vie.

für Stefano.

Stille Wasser sind tief

In der vergangenen Woche war ich auf einer tollen Kunstausstellung. Einer der Künstler war mein Favorit. Seine Bilder waren expressiv und eigensinnig, beeindruckend und farbenfroh. Ich stand lange davor und schaute und schaute. Das Gespräch mit dem Künstler war überraschend offen. Überraschend weil er ein Introvertierter ist, der mich nicht immer an seinem Innenleben teilhaben lässt. Aber hier, mit seiner Kunst im Rücken, begann er zu glänzen und wagte sich eine kleine Öffnung in sein schönes Wesen. Überaus bezaubernd.

Zeit, sich einmal einen introvertierten Menschen genau anzusehen.

Als der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung die Unterscheidung zwischen introvertiert und extrovertiert erstmals klinisch geprägt hat, war seine Leitfrage: Wohin geht die Energie? Zwischen Intro- und Extrovertierten lassen sich da grosse Unterschiede feststellen. Introvertierte nehmen ihre Umwelt als anstrengender wahr als Extrovertierte, weil Extrovertierte ihre Energie aus der Umwelt beziehen, vergleichbar mit Windrädern.

Introvertierte geben dagegen viel Energie in die Umwelt ab. Je mehr Stimulationen die Umwelt bietet, umso anstrengender wird es für eine introvertierte Person. Je mehr Ruhe und Sicherheit sie hat, umso besser kann sie beispielsweise kreative Arbeit erledigen. Eine extrovertierte Person ist tendenziell eher risikobereit und strebt stärker nach «Belohnung». Als Jung die Unterschiede zwischen den Menschentypen beschrieben hat, wusste man noch nichts von den physiologischen Unterschieden im Gehirn, in dem je nach Ausprägung der Persönlichkeit manche Bereiche stärker erregt werden. Dies können wir heute im Brainscan erkennen. Bei einem sicherheitsbedürftigen Menschen ist beispielsweise die Amygdala hochaktiv, der Teil des limbischen Systems, in dem die Entstehung von Angstgefühlen verankert ist.

Es handelt sich also bei Extro- und Introversion nicht um Stärken oder Schwächen, sondern um Eigenschaften, die im Gehirn codiert sind.

Bevor Jung diese Termini einführte, hatte der Psychologe William James die Aufmerksamkeit auf den Unterschied zwischen „tough-minded“ und „tender-minded“ (zähen und zarten) Menschen gelenkt – also zwischen solchen, die sich nach aussen wenden und solchen, die sich nach innen wenden. Der Extravertierte, sagt Jung, wird beherrscht, durch die Aussenwelt und die soziale Realität; der Introvertierte nähert sich der Welt in subjektiver Weise – ihm ist die Relevanz für sich selbst wichtig.

Ich kenne den introvertierten Künstler (s)ein Leben lang und habe erst spät verstanden, wie vorsichtig man mit solchen Menschen umgehen muss. Sie sind gefühlsmässig scheu und gehen schnell in den Rückzug. Ihre Distanz kann missverstanden und als kühl empfunden werden. Im Umgang mit Extravertierten (wie mir) schrecken sie schnell zurück und es wird ihnen zu viel. Wenn also der Extravertierte es nicht schafft, die feine Sprache des zarten Menschen zu verstehen, dann geht sehr viel Geschirr kaputt. Aber die gute Nachricht: Auch das nimmt der Introvertierte nicht allzu lange übel. Er zieht sich einfach wieder in sein Alleinsein und die damit einhergehende Ruhe zurück. Sie brauchen diese Zeit, um sich wieder aufzutanken und in den eigenen stillen Kern zurück zu kehren. Erst dann ist die nächste Bewegung nach aussen möglich.

In einer Kunstausstellung kann man dann den ganzen Schatz sehen, der da verborgen liegt: Eine reiche Innenwelt, Phantasie, Spürsinn, Tiefe und – Schönheit.

Ach, hatte ich erwähnt dass der Künstler mein Sohn ist?

Und ich bin seine Glücksschwein-Mama.

Da, wo man das Leben spüren kann, da ist es auch: C’est la vie.

Herbstzeit

In den vergangenen Tagen ist es auf einmal blitzartig Herbst geworden. Die Blätter fielen in riesigen Mengen von den Bäumen, der Himmel verfärbt sich zweimal täglich in den wunderschönsten Farben und es duftet nach Erde, Nebel, Laub und Kastanienfeuern.
Niemand hat den Herbst so stimmungsvoll verdichtet wie Rainer Maria Rilke.

Im „Buch der Bilder“ beschreibt er:


Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Magst Du das – das Loslassen? Lässt Du gut los?

Oder hältst Du fest? Tut es Dir gut, Dingen, Situationen, alten Ideen und Plänen einen Platz einzuräumen, den sie behalten dürfen?

Ich habe immer wieder in diesem Blog geschrieben, wie gut es tut, Dinge loszulassen, wenn man zu viele davon hat. Und dann sehe ich, dass es auch ein paar Dinge gibt, die ich nicht loslassen kann oder will. Allen voran mein Auto, zu dem ich schon immer eine emotionale Bindung habe. Als ich einmal einen Monat einen Führerschein Entzug hatte habe ich mich jeden Tag in mein Auto gesetzt und bin nicht gefahren, habe aber im Auto gesessen und genossen, das ich es habe. Auto ist und war – Freiheit.

Vielleicht ist es leichter loszulassen, wenn man dem, was man hat, ein Thema geben kann. Und vorher bestimmt, welches Thema wir beschützen möchten. Und dann fragt man sich: Dient das — meiner Liebe, meiner Freiheit, meiner Leidenschaft, meinem Genuss, meiner Lebensfreude, meiner süssen Erinnerung an glückliche Tage? Wenn es so ist: Behalten. Wenn ein Ding kein Thema hat, dann leichten Herzens eine sanfte Trennung aussprechen. Weitergeben oder entsorgen. Sich er-leichtern. Neuen Raum gewinnen.

Gestern haben eine Freundin und ich ein paar Dinge geräumt. Es ging nicht um viel, wir baden beide nicht in einer Fülle von Sachen. Ich beobachtete sie, wie sie ihre Gewürze und Lebensmittelvorräte aufräumte und dabei murmelte: Davon habe ich viel zu viel, das mag ich eigentlich gar nicht so gern, das verwende ich eigentlich nie. Ich konnte sehen wie sie losliess. Der Abfallsack war nachher tonnenschwer, auch von meinen Sachen. Aber wie schön, dass nachher wieder ein bisschen mehr Raum entstand!

Nicht (mehr) festhalten ist fein.

Und festhalten ist auch fein. In meinem Fall: Ich habe jemandem seine Hände fest gehalten. Weil er Schmerz fühlte und ich ihm sagen wollte: Ich bin hier. Ich bin bei Dir. Ich fühle mit Dir. Ich gebe dir meine Hand. Ich lasse Dich nicht los. Ich bleibe mit Dir in diesem Moment.

Oder auch: Sich lange umarmen. Nicht nur drück drück schnell schnell. Sich Zeit lassen für einen oder mehrere gemeinsame Atemzüge. Zeigen: Ich bin da. Immer noch hier. Bei Dir. Weil es gerade gut ist. So lange, bis wir uns wieder loslassen aber immer noch die gemeinsame Wärme spüren. Die bleibt, auch nicht physisch. Eine schöne Erinnerung, die kein Festhalten braucht.

Alles zu seiner Zeit.

Der Herbst hat wunderschöne Farben, Düfte, Rituale, goldenes Licht, Einkehr und auch eine gewisse Eindringlichkeit. Wie wunderbar, wenn sich unser Leben wieder nach innen lenkt. Natürlich birgt das eine gewisse Melancholie. Aber auch: Schönheit. Wenn wir im Aussen loslassen können und im Innen die reiche Ernte geniessen dürfen. Das volle Herz, mit Erinnerungen und Schätzen angefüllt, ausgefüllt mit dem, um was es wirklich geht.

Magst Du mit mir feiern? Den Herbst?

Bist Du bereit, mutig loszulassen was Dir nicht mehr gut tut? Und gleichzeitig zu feiern, was Du behalten willst und kannst?

Lass Dich verzaubern. Auch nochmals von Rilke.

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süsse in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Aus: Das Buch der Bilder, Rilke

Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch: C’est la vie.

Das Ende der Welt

In der vergangenen, wunderschönen Woche habe ich meinen grossartigen Adler von Jersey verabschiedet und den Tag darauf meine Siebensachen gepackt und das Schiff nach St.Malo genommen. Nach einer herrlichen stürmischen Atlantiknacht bin ich am nächsten Tag in die Finistère gefahren. Es liegt im Nordwesten des Landes in der Bretagne und ist das westlichste kontinentale Département Frankreichs.

Ich hatte mir für drei freie Tage einen Ort ausgewählt, an den ich schon lange reisen wollte, den ich auf der Karte und in meinem Reiseführer schon studiert hatte und von dem ich glaubte, es müsse ein herrlicher Ort sein. Nach einer kurzen regnerischen Anreise landete ich schliesslich in einer etwas grauen Hafenstadt, die sich mittelalterlich und eng, düster und verwinkelt präsentierte. Als ich das Auto am Hafen abstellte spürte ich – nichts. Die sonst so liebliche Atmosphäre der Bretagne entfaltete sich nicht. Es roch nicht gut. Mein Blick fiel auf nichts, was ich sehen wollte. Ich lief ein bisschen durch die Gassen, schaute hier und da hin, ver-suchte den Zauber zu finden, den ich erwartet hatte.

Ich bin nicht nur ein Glücksschwein, sondern durchaus auch ein Trüffelschwein. Ich finde immer etwas Kostbares, wenn ich mich darauf einstelle. Und doch fand ich dann in dieser kleinen Stadt, die mit ihren engen und pittoresken Gassen den Flair des 19.Jahrhunderts spiegelt – nichts! das mein Herz begehrte. In einer der vielen kleine Crêperien ass ich eine Galette mit ganz besonderen Zwiebeln aus diesem Ort. Lecker, aber leider konnte das meine Enttäuschung über den Ort nicht gut machen.

Ich schlenderte in den Hafen, noch immer auf der Suche nach etwas. Dort kam ich mit einem Fischer ins Gespräch, der gerade seine gewaltigen Netze auseinander knüpfte und mir erzählte, wie man mit Schleppleinen den weissen Thunfisch fängt, den es nur in der Bretagne gibt. Mein Blick fiel auf die Netze, auf Leinen und Seile und Taue und in weisse Plastikwannen. Ich musste weiter.

Nach zwei Stunden wusste ich, dass dies nicht der Ort ist, an dem ich eine längere Zeit verweilen könnte. Ich fühlte mich dort gefangen, wie einer der Thunfische, verloren in einer Zeit, die ich nicht mochte und in einer Enge, die ich nicht ertrage.
Gleich am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg in die nächsten Buchten. Richtung Brest sollte es gehen, immer dem Meer – oder der Nase – entlang. Ich fuhr erst mit dem Navi, aber irgendwann ging es nicht mehr weiter, viele Strassen waren gesperrt, das Ding „Route barrée“, das mir schon im Frühling so viele Wege versperrt hatte, begegnete mir wieder. Die Umleitungen in Frankreich sind äusserst verwirrend und nicht selten landet man schliesslich im Nirgendwo. Ich musste schmunzeln und liess mich vom Gefühl leiten.

Wie ich dort hinkam, wo es mich hinleitete, weiss ich nicht mehr. Aber schliesslich fand ich einen grossen Parkplatz irgendwo im Nirgendwo. Ein ganz und gar unspektakulärer Ort. Aber: ich sah einen dieser typischen Dünenzugänge ans Meer. Folgte den vielen Spuren von Menschen und Hunden. Kam über eine kleine Dünenlandschaft und – da war es: Mein Schatz.

Vor mir eröffnete sich ein wunderschöner Strand. Die Sonne brach gerade durch die dichten Wolken und die Flut donnerte schon heran. Überall blau-blau-blau in unendlich vielen Nuancen. Und dazu die Wolkenbilder und Sonnenspiegelungen in den spiegelglatten Flächen am Strand. Ein Bild wie gemalt. Das Licht! Das Licht! Genau so kenne ich die Bretagne. Bezaubernd. Wunderschön! Einzigartig! Traumhaft! Der Atlantik! Wild und eigensinnig, stark und zauberhaft.

Ich war sehr lange an dem Strand. Faltete meinen Klappstuhl auf und sass dort stundenlang und schaute und schaute. Jedes Zeitgefühl ging verloren. Ich konnte eintauchen und da-sein und ankommen und atmen. Unbeschreiblich. Mich satt sehen, mich visuell betrinken an diesem wunderschönen Ort. Und ja, die Bretonen! Sie gingen einzeln und zusammen spazieren, mit Hunden und Freunden und sie plauderten und viele sprachen mich auch an. Ein fantastischer, ein glücklicher Tag. Ich wurde sehr sehr reich beschenkt.

In diesem Blog möchte ich vor allem Bilder sprechen lassen, weil es nicht möglich ist, die richtigen Worte zu finden für meinen Ort in der Finistère. Übersetzt: Fisterra (galic.), abgeleitet von lat. finis terrae (‚Ende der Welt/des Festlandes‘), also: Das Ende der Welt.

Der allerschönste Tag am allerschönsten Ort für mich. Das Trüffelschwein war mal wieder ganz in seinem (ganz eigenen) Element.

Ach, und dann wäre ja noch: Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch. C’est la vie!

Der Schöne und das Glück

Vor vielen Jahren hatte ich diesen herrlichen Mann bei mir im Coaching, der mit Nachnamen „Schön“ hiess. Und er war tatsächlich auch eine Augenweide. Zudem sehr sehr klug, ein Doktor der Experimentalphysik. Auf den ersten Blick hatte er alles, was ein Herz begehren kann. Ich blickte ihm gerne in sein schönes Gesicht, beobachtete seine geschmeidige Körpersprache und mochte seine absolut umwerfend geschliffene und wohl klingende Wortwahl.

Nur, dem Herrn Schön waren seine Gefühle abhanden gekommen. Er hatte sie mit dem Streben nach oben verwechselt. Mit viel Fleiss und Aufwand hatte er seinen nimmermüden Geist gefüttert, sich in die schwindelnden Höhen der Intelligenz entwickelt und – ja, perfektioniert. Keine Frage, dass es ein grosses Vergnügen war, mit ihm zu arbeiten. Aber – er fühlte nichts, so sagte er es mir.

Ich erinnere mich, dass unser erstes Gespräch zum Anfang des Winters stattfand. Es hatte eine kleine Lage pudrigen Schnee auf den Wegen, als ich mit ihm über eine Halbinsel lief, um seinen Coachingwünschen auf den Grund zu kommen. Irgendwann war es etwas steil und ich trug wie immer mein Markenzeichen, spiegelglatte Sneaker. Ich bat ihn, mich an ihm festhalten zu dürfen, hakte mich bei ihm unter und wir schlitterten gemeinsam nach unten. Noch nie hatte ich mich bei jemandem festgehalten, der so stocksteif und unberührbar war.

Im Laufe seines sehr herausfordernden Coachings habe ich ihn genau da gepackt: An seiner Unberührbarkeit. Einmal nahm ich die Bandagen meines Pferdes mit und band zwei unserer Beine aneinander. So mussten wir dreibeinig durch den Wald laufen. Ich übergab ihm die Verantwortung, dass wir nicht zu Boden gingen. Er versuchte es mit militärischen Befehlen, mit einem angeleiteten Marsch. Schon bald brach er in Schweiss aus. Denn: Es ging einfach nicht, ohne sich den Oberkörper zu stabilisieren indem man sich umarmt. Ein riesiger Stress für ihn.

Irgendwie erkannte ich intuitiv, dass er mehr von diesem Stress brauchte, er musste aus seiner Komfortzone heraus. Ich gab ihm viele unglaublich peinliche Herausforderungen zu meistern. Zusammen laut singen in einem offenen Auto, auf einem Hügel sitzen und Töne machen, sich breitbeinig auseinander stellen und anschreien. Ich engagierte eine liebe schauspielernde Freundin, die er küssen sollte, er musste mit einer wildfremden Person in der „Blinden Kuh“ (einem Restaurant, das in totaler Dunkelheit von blinden Menschen serviert wird) essen gehen und Körpersprache anwenden. Er liess sich ein. Stück für Stück brachte ich seine mentale Intelligenz, von der er so reich beschenkt worden war, zum Schweigen. Es gab Raum. Er taute auf. Das Ganze gipfelte darin, dass ich ihn zu einem Abendessen zu mir einlud, bei dem mein Herzensbruder Georg seine wunderschöne Harfe spielte.

Georgs Harfe (Google: Georg Baum) und sein feines Spiel bringt selbst Steine zum Weinen und so passierte es auch mit meinem schönen Coachee. Nach nur wenigen Tönen brach er fast in Tränen aus. Sein so mühsam zugemauertes Herz konnte den vielen Rissen, die es im Coaching schon bekommen hatte, nicht mehr stand halten und seine Gefühle brachen aus ihm heraus.

Leonard Cohen singt: „Ring the bells that still can ring. Forget your perfect offering. There is a crack, a crack in everything. That’s were the light gets in“

und diesen Songtext habe ich auch in den letzten Tagen hier auf Jersey, bei meinem allerletzten, wunderschönen Adler, wieder gebraucht. Auch sein Herz: Tonnenschwer und verklebt von dem Versuch, das perfekte Leben, den Plänen über seine Laufbahn, seiner Idee, wie man(n) zu sein hat zu folgen. Und dabei hatte er diese Pläne nicht einmal selbst gemacht. Es wurde von ihm erwartet, wie er zu sein hat. Und er wurde demoralisiert, seine eigenen Ambitionen und Gefühlen keinen Raum geschenkt, er wurde zu vielem gezwungen, die Schule, die Uni, die Gesellschaft hatten ihn immer mehr in einen Concon gezwungen, in dem es keinen Platz für Feinheit mehr geben durfte. Das Herz – von ihm auf Leben und Tod beschützt – verhungerte allmählich.

Warum hatten der kluge Herr Schön und der schöne Eliteadler sich so sehr auf ihren scharfen Verstand verlassen? Weil Fühlen lebensgefährlich erscheint in einer Welt, die von uns Haltung verlangt, Ratio, Gehorchen, Mitspielen und Anpassung.

Wie glücklich bin ich, wenn ich jetzt zurück denke an den Herrn Schön, der lieben konnte, als sein Herz „gecrackt“ war. An den älteren Holländer, der vor vielen Jahren bei mir war und seine Liebe frei äussern lernte, an die wunderbare Frau, die hier ihre lebenslange Kontrolle in Flammen aufgehen liess und ihre Arme öffnete um das Leben zu umarmen.

Und jetzt, der grossartige Adler mit dem feinen Herz, der sich öffnen, öffnen und öffnen kann, wenn er auf dieses edle Herz hört und sich der Welt schenkt, statt nur seinen Verstand zu servieren.

Ich bin reich beschenkt worden in den vielen Coachingjahren. Mit Geschichten, mit Durchbrüchen uns Ausbrüchen und Aufbrüchen, mit Entfaltungen und Entwicklungen und Menschen, die sich mir vertrauensvoll öffnen konnten um sich dann den schönsten Seiten der Welt zu widmen. Was für ein Geschenk!

So viele haben ihr Glück gefunden, die meisten hier auf Jersey, wenn sie die Arme öffneten und frei flogen, sich fallen liessen in die Gefühle und das wirkliche, echte Leben. Und wie sehr habe ich mit ihnen gelitten, wenn der starke Verstand sie nicht aus dem eisernen Griff lassen wollte. Wie sehr habe ich mit ihnen gejubelt und gefeiert, wenn die verrostete und tonnenschwere Herzenstür sich öffnete und sie das Leben endlich, endlich – lieben und umarmen konnten.

Was für ein unglaubliches Geschenk, dass ich das initiieren, begleiten, provozieren und herauslocken durfte.

Ich muss ein Glücksschwein sein! Und diese fantastischen Menschen auch.

Heute darf ich Dich mal wieder fragen:

Öffnest Du Dein Herz jeden Tag? Liebst Du das Leben? Bist Du bereit, Dein Bestes zu geben? Schenkst Du Dich?

Darum – und nur darum geht es.

Denn: Da, wo Du das Leben fühlen kannst, da ist es auch.

C’est la vie!

Royal Eagle

In der vergangenen Woche kam eine wahrlich royale Adlerin zu mir nach Jersey. Gleich zu Beginn des Coachings sagte sie mir, sie wisse gar nicht so recht, um was es geht. Von den Adlern hatte sie gar keine Ahnung. Sie hatte schlichtweg niemals meine Homepage gelesen und sich auch bei mir nicht erkundigt, welche Inhalte das Coaching hat. Sie war einfach bereits so beflügelt nach dem Phönix Prozess, dass sie weiter wollte. Die Masterclass war schon das Mindeste, was sie absolvieren wollte.

Dabei war sie mitnichten eine Streberin im klassischen Sinne. Das Wort „Streberin“ hatte sie als Kind oft gehört. Es bezeichnet einen Menschen, der zielstrebig und angeblich „zu viel“ nach Erfolg und Anerkennung in seiner Laufbahn „strebt“. In den asiatischen Ländern heissen diese Menschen einfach „Bücherwürmer“. Warum ist das so negativ behaftet? Warum ist es gesellschaftlich fragwürdig, wenn ein Mensch strebt?

Ich muss schmunzeln. Was ist denn aus denen geworden, die nicht gestrebt haben? Die, sie im Stillstand blieben und sich nicht weiter entwickelten, die, die meinten das reicht schon so, es braucht ja nicht jeder eine Extrameile laufen? Nun, die Antwort kannst Du Dir selber geben.

Ent-wicklung ist ein sehr wichtiger Akt. Man muss sich ent-wickeln, die schützende Hülle abarbeiten und zu seinem innersten Kern eindringen. Damit man irgendwann das Juwel offenbaren kann, das man ist – ohne Masken, ohne Konditionierungen und ohne oft zweifelhafte Muster, werden kann.

Werde, der Du bist.

Ein Titel vieler Bücher und Coachingleitlinien. Und so wahr.

In uns allen steckt ein ganz und gar wertvoller Kern. Etwas, das einzigartig ist. Etwas, das nur Dir gehört, das nur Du kannst, das nur Du bist.
In den letzten Jahren habe ich auf Jersey so viel innere Schönheit gesehen, dass ich bisweilen ganz betrunken davon war. Was hat sich mir alles offenbart. Wie sehr habe ich gejubelt mit jedem einzelnen Coachee, der hier war und sich ent-wickelt hat, um schliesslich ganz bei sich, ganz in seinem eigenen Glanz, ganz in seiner eigenen grossartigen, intimen Wahrheit zu sein.

Unvergesslich mein Südtiroler Adler, der hier seine ersten Schreie in das eigene Leben gemacht hat. Wild entschlossen, sich der Welt zu zeigen wie er wirklich ist. Oder die wunderbare Frau aus Bayern, die radikal eine schützende Hülle, ihr Schicksal abgelegt hat – sie hat es beendet, das Leid, das sonst noch ewig nachgehallt hätte. Ist aufgebrochen in ein freies und selbstbestimmtes Leben, hat sich der Sonne zugewandt…

So viele Adler waren es hier, so viele Geschichten, so viele Menschen, die sich mir anvertraut haben, die mit dem einzigartigen Flow der Insel gingen, die sich einlassen konnten und wollten auf einen radikalen und mutigen Prozess. Ich bin reich beschenkt worden, weil ich Zeugin sein durfte bei

Ent – wicklungen

und Neugeburten und Neubeginnen. Beim Umkehren und Kreieren, beim Schreien und Lachen und Weinen und dem ganz grossen Sprung in eine innere Freiheit. Mein Herz ist voll mit Dankbarkeit und Glück.

Auch für diese royale und goldene Adlerin, die letzte Woche hier ihren Abflug gemacht hat. Sie, die gar nicht wusste, auf was sie sich einliess. Und doch intuitiv wusste, dass das wertvoll werden würde. Vom ersten Tag an hat sie ihre schönen Augen aufgerissen und alles aufgenommen und absorbiert.

Sie ist gesprungen, getanzt, gerannt, sie hat sich und den Prozess gefeiert, bei beinahe 80 km/h dem Wind entgegen gestemmt und der Flut zu gejubelt. Ist mit mir in den eiskalten Ozean gesprungen, hat sich eingelassen und hingegeben.

Schliesslich stand sie auf der Absprungklippe. Über 60 Meter hoch ragen hier die Felsen der Insel aus dem wilden Atlantik. Sie hat sich aufgerichtet und der Welt gezeigt, dass ab sofort mit ihr gerechnet werden muss.


Sie war meine „Royal Eagle“ Expertin. Diese spezielle Adlerart hat einen goldenen (Feder) Ring um ihren Hals. Weil sie eben schon immer royal, erhaben, goldig und majestätisch sind. Die Royalen müssen sich nicht anstrengen, sondern nur zeigen. Jede(r) weiss dass mit ihnen zu rechnen ist. Jede(r) sieht ihren Glanz.

Ihre Freundin hat mir geschrieben, sie glaube, diese schöne Adlerin würde am höchsten fliegen. Aber das wird sie nicht. Sie wird mit allen anderen Adlern hier über der kleinen Insel im grossen Meer fliegen. Sich zeigen. Sich ausbreiten und ihren Raum einnehmen. Und uns anderen zulächeln. Eine eingeschworene Gemeinschaft von Menschen, die sich wagen nackt und echt zu sein. Und ihr Herz sprechen zu lassen.

Ach. Hatte ich erwähnt? Einer kommt noch.

Man sagt ja so schön: Das Beste kommt zum Schluss.

Ich bin gespannt, was sich da ent-wickelt.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich nicht nur eine Adlerin, sondern auch ein Glücksschwein bin?

Da, wo Du, (wo Ihr), das Leben spüren kannst, da ist es auch. C’est la Vie!

Wenn der Wind sich dreht…

In der vergangenen Woche hatte ich eine sehr schöne zarte Frau im Coaching bei mir auf Jersey. Jeder Coachee bekommt von mir eine Hymne, einen Song, der ihn an die Zeit im Adlercoaching erinnern soll. So auch diese Elfe. Sie bekam einen Song von Rosenstolz, indem es heisst:

„Weil der Wind sich jetzt dreht * Es wird ein stürmischer Tag * Unser Leben wird wahr“

Stürmisch war es in meiner Coachee’s Seele. Es galt, alte Muster loszulassen und sich dazu zu entscheiden, vollkommen aus dem Herz authentisch zu leben. Gar nicht so einfach, wenn sich Rollenbilder und Gewohnheiten über Jahrzehnte eingebrannt haben. Wir alle verstecken unsere schönste Version von uns selbst mitunter in Schutzstrategien, um nicht verwundbar zu sein.

Authentisches Leben ist nicht einfach. Viel zu sehr haben wir uns daran gewöhnt, ein Spiel zu spielen, um etwas zu bekommen. Wir haben alle gelernt uns anzupassen, mitunter sogar über-anzupassen, um zu gefallen, Anerkennung, Liebe und Respekt zu bekommen. Und dann gibt es natürlich auch noch unsere Widerstände, die aus Angst, Ausflüchten und Frustration entstehen.

Ganz schön anstrengend, dieses innere „Schauspiel“ aus Ausweichen und sich verstellen, um nur nicht angreifbar zu sein. Und leider verlieren wir uns in diesen Strategien zunehmend und werden immer weniger echt.

Das geschieht absolut nicht aus freiem Willen, es ist die Umgebung, unsere Erziehung, die Gesellschaft, die uns zwingt, Rollen einzunehmen und uns so zu benehmen, wie es von uns erwartet wird. Und viele von uns fallen auch in die „Opferrolle“ statt das eigene Leben fest in die eigenen Hände zu nehmen und nach dem Herzen zu gestalten.

Wie wunderbar wäre es, wenn wir uns wieder auf menschlicher Ebene begegnen könnten und unsere innere Schönheit zeigen könnten. Das macht uns letztlich doch wirklich aus. Der Mensch ist vom Kern her im Grunde ein schönes, feines Wesen. Mit einem liebenden Herz. Mit einer echten Seele. In naher Zukunft wird uns dieses „unschuldige Menschsein“ irgendwann noch von der künstlichen Intelligenz unterscheiden.

Einer der Wege, wie man zu sich selbst zurück finden kann, ist, den Lärm auszuschalten, der in unserem Kopf statt findet. Nicht mehr der Stimme des Verstands – und schon gar nicht den Stimmen der anderen – zu lauschen, sondern sich zu fragen: Was fühle ich jetzt? Wie fühle ich mich gerade? Was sagt mein Herz? Was sagt mein Bauchgefühl?

Bezaubernd, wenn man dann sehen kann, was geschieht: Kommen wir ins Gefühl, dann treffen sich manche Entscheidungen ganz leicht. Und plötzlich wird alles ganz schwerelos, ganz echt, liebevoll und ganz ehrlich

Also los, sprechen wir doch mehr über unsere Gefühle. Lassen wir unsere Umgebung teilhaben an dem, was sich in uns regt. Das heisst keineswegs, dass alles rosarot und friedlich wird. Wenn wir uns überwältigt fühlen, dürfen wir uns auch einmal zurückziehen und neu sortieren. Oder einem Zustand ein Ende setzen, weil es uns nicht (mehr) gut tut.

Aber wir könnten auch einem anderen sagen, was er/sie uns bedeutet. Und wertschätzen was und wer uns gut tut. Dankbarkeit zeigen und ausdrücken. Öfters jemanden anlächeln, etwas Freundliches schenken, aus dem Herzen direkt mit-teilen was gerade schön ist.

Es gibt keinen Grund sich zu verstecken oder in einen Panzer aus Härte und Abweisung zu gehen. Das Leben ist gut! Es IST GUT. Fühle das, nimm Dir Zeit, in Dich zu gehen, bevor Du handelst, sprichst, in die Welt gehst. Mit dieser Haltung wirst Du ganz von alleine schon weich. Und wir sind alle weich und anschmiegsam, wohlwollend und freundlich, ganz tief im Inneren.

Schau Dich um: Wer umgibt Dich? Was umgibt Dich? Kannst Du mit Deinem feinen und empfindsamen Herz in die Welt gehen? Bei Dir selbst in Frieden bleiben?

Wenn es nicht geht, dann ist es der falsche Weg.

Wenn Menschen Dich umgeben, wo Du lieben kannst – dann ist es der richtige Weg.

Dann ist das Leben wahr. Dann kannst Du Dich in Deine Authentizität ausruhen. Keine Spiele mehr, kein Ablenken, kein Taxieren – einfach wahr sein. Dann kann das Leben wahr sein, dann bist Du authentisch.

So einfach, so klar.

Der Wind dreht sich. Der Herbst kommt, die Stürme, der lange dunkel Winter.

Lasst uns zusammen rücken.


Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch. C’est la Vie.

Aufbruch

In den vergangenen Tagen habe ich von allen Seiten und auch aus mir heraus das Thema Abschied und Neubeginn erlebt. Es ist eine Umbruch- und Aufbruchszeit und ich sehe einmal mehr, wie schwer es ist, gewohntes Terrain zu verlassen und einen grossen Schritt in eine neue Welt zu machen. Das vermeintlich Sichere zu verlassen ist ein grosses Wagnis.

Unsere Gewohnheiten sind es, die uns mitunter (fest)halten. Und sie fühlen sich geborgen an, wir sind verankert. Wir bewegen uns alle in Rollen oder Positionen, die wir uns einmal erschaffen haben. Diese Haut abzustreifen bedeutet letztlich, wieder nackt und verwundbar zu sein. Die meisten Menschen versuchen das unter allen Umständen zu vermeiden. Ich habe das auch lange getan.

Was wird das Neue bringen? Werden wir da glücklicher sein? Wird es hoffentlich besser sein? Was wird es mit mir machen?

Ich habe dieses Zitat von C.G. Jung schon öfters erwähnt und einmal mehr trifft es den Punkt:

„Wenn man einmal den Ruf seines Herzens gehört hat, dann kann man nicht anders, dann muss man ihm gehorchen.“

Ja, aber wie schwer ist es oft, das zu tun. Die Umgebung will uns nicht hergeben, wir sind auch im Leben von anderen eine „sichere Nummer“. Wenn wir unsere Rolle eingenommen haben, dann sind wir immer auch im Leben anderer eine Sicherheit, ein Garant für Glück, Wärme und Geborgenheit.

Loslassen war für mich persönlich nie besonders schwer. Aber weg gehen… Und etwas, jemanden, verlassen, sich anderen entziehen das war schwer, sehr oft.

Ein Neuanfang ist immer auch eine Ent-scheidung. Wir verlassen, müssen etwas verlassen um an einen neuen Punkt zu kommen. Dieser Schritt hinaus in eine neue Welt ist unumstösslich und die Wenn’s und Aber’s von unserem sicherheitsliebenden Kopf und den Menschen, die uns vertrauen und vertraut sind, sind schmerzhaft und laut.

In der vergangenen Woche also spüre ich die Melancholie des Abschieds. Plötzlich gibt es Dinge, die man jetzt „ein letztes Mal“ macht, man plant vielleicht Abschiedsbesuche und entfernt sich jeden Tag ein bisschen mehr.

Was ich oft höre: Ich werde Dich vermissen.

Aber – wir gehen ja nicht ganz. Nur einen neuen Weg. Nur ein anderes Kapitel wird geschrieben. Nur eine andere Sicht, eine neue Perspektive wird sich eröffnen.

Was mich dann tröstet: Alle meine engsten Freunde sind schon jahrzehntelang an meiner Seite, egal wo ich gerade bin, was ich gerade tue. Ein paar kleine Ankerpunkte gibt es ja und die Flügel sind trotzdem offen. Man muss sich dem Leben (noch mal) anvertrauen.

Wie schön ist da das Bild des Adlers, um es wieder einmal zu erwähnen. Wenn Aufwind herrscht (in diesem Sinne unsere innere Sehnsucht, die uns zum Absprung gebracht hat) dann lässt sich der Adler scheinbar ins Nichts fallen. Aber: Er hat einen Aufwind gesehen. Er geht zwar in den freien Fall, fällt aber auch in eine grosse Kraft, in den Aufwind/Wirbel, die ihn anstrengungslos nach oben tragen wird. Jetzt muss der Adler nur noch die Flügel stellen und die Kapriolen werden ihn nach oben tragen. Die Sehnsucht des Adlers trägt ihn schliesslich dahin, wohin er wollte: In den weiten freien Himmel. Schon bald hat er den sicheren Boden verlassen und alles Vertraute sieht er aus weiter Ferne.

Was werden wir finden im Neuen?

Vielleicht wieder etwas, das immer da ist, so lange wir leben: Uns selbst.

Also auf, also los. Alles im Leben ist ein Geschenk. Das Leben selbst ist ein Geschenk. Freuen wir uns auf Abenteuer, die gelebt werden können.

Da, wo Du das Leben spüren kannst (und das pochende Herz) – da ist es auch. C’est la vie!