Toxisch

In den vergangenen zwei Wochen hatte ich mit ganz viel Gift zu tun. Nicht persönlich, zu meinem Glück. Aber ich habe beobachtet.

Und wie immer weiss ich, dass es schwer für die Menschen ist, die dieses Gift schon gewöhnt sich, sich da heraus zu winden. Man hat sich an die tägliche Dosis gewöhnt. Das Gift ist jeden Tag da. In unseren Gedanken. In unseren Äusserungen. Manchmal sogar in unseren Handlungen. Und, leider nicht zu vergessen: In den Gedanken, Äusserungen und Handlungen von anderen, oft sogar von unseren Liebsten.

Ein kleiner Test, ob Du mit Gift zu tun hast:

Fühlst Du Dich schlapp, energielos, immer müde?

Leidest Du an Schwierigkeiten in Deinen Verdauungsorganen?

Leidest Du an unerklärlichen Stimmungsschwankungen?

Hast Du das Gefühl Deine innere Glühbirne ist nicht mehr angeknipst? Braucht Strom?

Schmerzen Deine Muskeln und lassen Dich „lahm“ werden?

Riechst Du anders als sonst?

Ich spreche hier keineswegs über Gifte, die unser Körper aufnimmt. Sei es durch Umgebungsgifte wie Rückstände von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden in der Nahrung oder im Trinkwasser. Oder Medikamente, Nahrungsmittel, Zucker und Suchtmittel. Diesem Gift sind wir in aller Regel täglich ausgesetzt. Unser Körper lernt damit zu leben und es zu verarbeiten, dafür hat er unsere fantastischen Entgiftungsorgane konstruiert, die lange lange viel aushalten.

Ich denke an die tägliche kleine Dosis böses Gift, das wir selbst ausschütten oder mit dem wir konfrontiert sind. Da werden unnötig kleine Giftpfeile abgeschossen, mit der inneren Befindlichkeit (und Empfindlichkeit) der eigene Druck kompensiert und munter auf andere all das projiziert, was bei uns alles nicht „geheilt“ ist.

Und nicht zu vergessen die giftigen Beziehungen, die wir führen. Oft auch in der Partnerschaft, in Freundschaften, in den Arbeitsbeziehungen. Menschen, die therapeutisch arbeiten bekommen grosse Mengen Gift, immer wieder, bis das „Fass“ irgendwann voll ist und sich eine gewisse Mitgefühlsmüdigkeit breit macht.

Hier sind die Indikatoren für eine giftige Beziehung:

Häufiger Streit und Meinungsverschiedenheiten

Eifersucht

Einseitiger Egoismus

Permanente Vorsicht vor Fehlern

Abhängigkeitsgefühle

Übergriffigkeit

Gewalt (verbal, emotional, physisch)

Wir alle müssen das überprüfen und nachschauen in unserem Alltag: Bin ich solche Indikatoren ausgeliefert? Oder verursache ich sie sogar?

Die Kunst ist: Den Zeigefinger auf das eigene Herz zu richten und zu fragen:

Ist meine Anwesenheit hier wertschätzend und unterstützend?

Fühle ich mich wertgeschätzt und unterstützt?

Tue ich anderen gut? Tun andere mir gut?

Fühle ich mich wohl wo ich bin, morgens, mittags, abends?

Als Coach gibt es für mich eigentlich nur einen Weg bei einer giftbeladenen Situation: ABSTAND.

Mit Distanz zu dem, was uns gerade nicht gut, tut können wir überlegen: Kann ich das ändern? Habe ich etwas, vielleicht auch in mir, zu klären? Kann diese Situation oder Beziehung noch mal gesund werden? Gibt es Wege zum Glück? Habe ich sie schon gesucht? Sind sie geglückt?

Und wenn die Distanz uns zeigt: Das tut mir nicht gut! Es lähmt mich! Es vergiftet mich! Dann, ja dann gibt es nur einen Weg:

Nichts wie weg da.

Niemand würde sich bei einer Nussallergie den Mund voller Wal- oder Erdnüsse vollstopfen. Niemand würde bei einer Tierhaarunverträglichkeit das Katzenfell tief inhalieren. Niemand würde sich bei einer Stauballergie den Staubbeutel in die Haut einreiben. Kein Heuallergiker würde in einem Stall schlafen. Wir alle gehen unseren Allergien entsprechend vorsichtig um und nehmen Abstand von dem, was für unsere Gesundheit bedrohlich ist. Nur ignorante Menschen werden weiterhin das Gift zuführen, das unseren Körper zerstört.

Was aber ist es mit unserer täglichen Dosis Schmerz, den wir in Kauf nehmen, der uns aber auch – jeden Tag einen Schritt mehr – ins absolute Elend bringt.

Mach Dich frei, wenn Du erkennst, dass Du unter solchen Einflüssen stehst.

Sei frei. Das Leben ist zum Geniessen da. Niemals -niemals! um etwas auszuhalten das Dir nicht gut tut. Die Uhr tickt. Auch Deine.

Ich puste Dir mal ein bisschen Mut unter Deine Flügel. Der Himmel ist weit und offen.


Willkommen in der Adlerperspektive.

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