Royal Eagle

In der vergangenen Woche kam eine wahrlich royale Adlerin zu mir nach Jersey. Gleich zu Beginn des Coachings sagte sie mir, sie wisse gar nicht so recht, um was es geht. Von den Adlern hatte sie gar keine Ahnung. Sie hatte schlichtweg niemals meine Homepage gelesen und sich auch bei mir nicht erkundigt, welche Inhalte das Coaching hat. Sie war einfach bereits so beflügelt nach dem Phönix Prozess, dass sie weiter wollte. Die Masterclass war schon das Mindeste, was sie absolvieren wollte.

Dabei war sie mitnichten eine Streberin im klassischen Sinne. Das Wort „Streberin“ hatte sie als Kind oft gehört. Es bezeichnet einen Menschen, der zielstrebig und angeblich „zu viel“ nach Erfolg und Anerkennung in seiner Laufbahn „strebt“. In den asiatischen Ländern heissen diese Menschen einfach „Bücherwürmer“. Warum ist das so negativ behaftet? Warum ist es gesellschaftlich fragwürdig, wenn ein Mensch strebt?

Ich muss schmunzeln. Was ist denn aus denen geworden, die nicht gestrebt haben? Die, sie im Stillstand blieben und sich nicht weiter entwickelten, die, die meinten das reicht schon so, es braucht ja nicht jeder eine Extrameile laufen? Nun, die Antwort kannst Du Dir selber geben.

Ent-wicklung ist ein sehr wichtiger Akt. Man muss sich ent-wickeln, die schützende Hülle abarbeiten und zu seinem innersten Kern eindringen. Damit man irgendwann das Juwel offenbaren kann, das man ist – ohne Masken, ohne Konditionierungen und ohne oft zweifelhafte Muster, werden kann.

Werde, der Du bist.

Ein Titel vieler Bücher und Coachingleitlinien. Und so wahr.

In uns allen steckt ein ganz und gar wertvoller Kern. Etwas, das einzigartig ist. Etwas, das nur Dir gehört, das nur Du kannst, das nur Du bist.
In den letzten Jahren habe ich auf Jersey so viel innere Schönheit gesehen, dass ich bisweilen ganz betrunken davon war. Was hat sich mir alles offenbart. Wie sehr habe ich gejubelt mit jedem einzelnen Coachee, der hier war und sich ent-wickelt hat, um schliesslich ganz bei sich, ganz in seinem eigenen Glanz, ganz in seiner eigenen grossartigen, intimen Wahrheit zu sein.

Unvergesslich mein Südtiroler Adler, der hier seine ersten Schreie in das eigene Leben gemacht hat. Wild entschlossen, sich der Welt zu zeigen wie er wirklich ist. Oder die wunderbare Frau aus Bayern, die radikal eine schützende Hülle, ihr Schicksal abgelegt hat – sie hat es beendet, das Leid, das sonst noch ewig nachgehallt hätte. Ist aufgebrochen in ein freies und selbstbestimmtes Leben, hat sich der Sonne zugewandt…

So viele Adler waren es hier, so viele Geschichten, so viele Menschen, die sich mir anvertraut haben, die mit dem einzigartigen Flow der Insel gingen, die sich einlassen konnten und wollten auf einen radikalen und mutigen Prozess. Ich bin reich beschenkt worden, weil ich Zeugin sein durfte bei

Ent – wicklungen

und Neugeburten und Neubeginnen. Beim Umkehren und Kreieren, beim Schreien und Lachen und Weinen und dem ganz grossen Sprung in eine innere Freiheit. Mein Herz ist voll mit Dankbarkeit und Glück.

Auch für diese royale und goldene Adlerin, die letzte Woche hier ihren Abflug gemacht hat. Sie, die gar nicht wusste, auf was sie sich einliess. Und doch intuitiv wusste, dass das wertvoll werden würde. Vom ersten Tag an hat sie ihre schönen Augen aufgerissen und alles aufgenommen und absorbiert.

Sie ist gesprungen, getanzt, gerannt, sie hat sich und den Prozess gefeiert, bei beinahe 80 km/h dem Wind entgegen gestemmt und der Flut zu gejubelt. Ist mit mir in den eiskalten Ozean gesprungen, hat sich eingelassen und hingegeben.

Schliesslich stand sie auf der Absprungklippe. Über 60 Meter hoch ragen hier die Felsen der Insel aus dem wilden Atlantik. Sie hat sich aufgerichtet und der Welt gezeigt, dass ab sofort mit ihr gerechnet werden muss.


Sie war meine „Royal Eagle“ Expertin. Diese spezielle Adlerart hat einen goldenen (Feder) Ring um ihren Hals. Weil sie eben schon immer royal, erhaben, goldig und majestätisch sind. Die Royalen müssen sich nicht anstrengen, sondern nur zeigen. Jede(r) weiss dass mit ihnen zu rechnen ist. Jede(r) sieht ihren Glanz.

Ihre Freundin hat mir geschrieben, sie glaube, diese schöne Adlerin würde am höchsten fliegen. Aber das wird sie nicht. Sie wird mit allen anderen Adlern hier über der kleinen Insel im grossen Meer fliegen. Sich zeigen. Sich ausbreiten und ihren Raum einnehmen. Und uns anderen zulächeln. Eine eingeschworene Gemeinschaft von Menschen, die sich wagen nackt und echt zu sein. Und ihr Herz sprechen zu lassen.

Ach. Hatte ich erwähnt? Einer kommt noch.

Man sagt ja so schön: Das Beste kommt zum Schluss.

Ich bin gespannt, was sich da ent-wickelt.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich nicht nur eine Adlerin, sondern auch ein Glücksschwein bin?

Da, wo Du, (wo Ihr), das Leben spüren kannst, da ist es auch. C’est la Vie!

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