Wenn der Wind sich dreht…

In der vergangenen Woche hatte ich eine sehr schöne zarte Frau im Coaching bei mir auf Jersey. Jeder Coachee bekommt von mir eine Hymne, einen Song, der ihn an die Zeit im Adlercoaching erinnern soll. So auch diese Elfe. Sie bekam einen Song von Rosenstolz, indem es heisst:

„Weil der Wind sich jetzt dreht * Es wird ein stürmischer Tag * Unser Leben wird wahr“

Stürmisch war es in meiner Coachee’s Seele. Es galt, alte Muster loszulassen und sich dazu zu entscheiden, vollkommen aus dem Herz authentisch zu leben. Gar nicht so einfach, wenn sich Rollenbilder und Gewohnheiten über Jahrzehnte eingebrannt haben. Wir alle verstecken unsere schönste Version von uns selbst mitunter in Schutzstrategien, um nicht verwundbar zu sein.

Authentisches Leben ist nicht einfach. Viel zu sehr haben wir uns daran gewöhnt, ein Spiel zu spielen, um etwas zu bekommen. Wir haben alle gelernt uns anzupassen, mitunter sogar über-anzupassen, um zu gefallen, Anerkennung, Liebe und Respekt zu bekommen. Und dann gibt es natürlich auch noch unsere Widerstände, die aus Angst, Ausflüchten und Frustration entstehen.

Ganz schön anstrengend, dieses innere „Schauspiel“ aus Ausweichen und sich verstellen, um nur nicht angreifbar zu sein. Und leider verlieren wir uns in diesen Strategien zunehmend und werden immer weniger echt.

Das geschieht absolut nicht aus freiem Willen, es ist die Umgebung, unsere Erziehung, die Gesellschaft, die uns zwingt, Rollen einzunehmen und uns so zu benehmen, wie es von uns erwartet wird. Und viele von uns fallen auch in die „Opferrolle“ statt das eigene Leben fest in die eigenen Hände zu nehmen und nach dem Herzen zu gestalten.

Wie wunderbar wäre es, wenn wir uns wieder auf menschlicher Ebene begegnen könnten und unsere innere Schönheit zeigen könnten. Das macht uns letztlich doch wirklich aus. Der Mensch ist vom Kern her im Grunde ein schönes, feines Wesen. Mit einem liebenden Herz. Mit einer echten Seele. In naher Zukunft wird uns dieses „unschuldige Menschsein“ irgendwann noch von der künstlichen Intelligenz unterscheiden.

Einer der Wege, wie man zu sich selbst zurück finden kann, ist, den Lärm auszuschalten, der in unserem Kopf statt findet. Nicht mehr der Stimme des Verstands – und schon gar nicht den Stimmen der anderen – zu lauschen, sondern sich zu fragen: Was fühle ich jetzt? Wie fühle ich mich gerade? Was sagt mein Herz? Was sagt mein Bauchgefühl?

Bezaubernd, wenn man dann sehen kann, was geschieht: Kommen wir ins Gefühl, dann treffen sich manche Entscheidungen ganz leicht. Und plötzlich wird alles ganz schwerelos, ganz echt, liebevoll und ganz ehrlich

Also los, sprechen wir doch mehr über unsere Gefühle. Lassen wir unsere Umgebung teilhaben an dem, was sich in uns regt. Das heisst keineswegs, dass alles rosarot und friedlich wird. Wenn wir uns überwältigt fühlen, dürfen wir uns auch einmal zurückziehen und neu sortieren. Oder einem Zustand ein Ende setzen, weil es uns nicht (mehr) gut tut.

Aber wir könnten auch einem anderen sagen, was er/sie uns bedeutet. Und wertschätzen was und wer uns gut tut. Dankbarkeit zeigen und ausdrücken. Öfters jemanden anlächeln, etwas Freundliches schenken, aus dem Herzen direkt mit-teilen was gerade schön ist.

Es gibt keinen Grund sich zu verstecken oder in einen Panzer aus Härte und Abweisung zu gehen. Das Leben ist gut! Es IST GUT. Fühle das, nimm Dir Zeit, in Dich zu gehen, bevor Du handelst, sprichst, in die Welt gehst. Mit dieser Haltung wirst Du ganz von alleine schon weich. Und wir sind alle weich und anschmiegsam, wohlwollend und freundlich, ganz tief im Inneren.

Schau Dich um: Wer umgibt Dich? Was umgibt Dich? Kannst Du mit Deinem feinen und empfindsamen Herz in die Welt gehen? Bei Dir selbst in Frieden bleiben?

Wenn es nicht geht, dann ist es der falsche Weg.

Wenn Menschen Dich umgeben, wo Du lieben kannst – dann ist es der richtige Weg.

Dann ist das Leben wahr. Dann kannst Du Dich in Deine Authentizität ausruhen. Keine Spiele mehr, kein Ablenken, kein Taxieren – einfach wahr sein. Dann kann das Leben wahr sein, dann bist Du authentisch.

So einfach, so klar.

Der Wind dreht sich. Der Herbst kommt, die Stürme, der lange dunkel Winter.

Lasst uns zusammen rücken.


Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch. C’est la Vie.

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