Deep dive

In der vergangenen Woche hatte ich ein fantastisches Erlebnis, das ich Dir gerne sehr ans Herz lege. Ich ging mit einer Freundin zum Gong-Bad. Wir konnten uns beide nichts Genaues darunter vorstellen, dachten an Klangschalen und Yogagestik. Und dann wurde es etwas Unglaubliches.

Nach einer kurzen Einführung liess der Musiker uns auf den Boden legen und uns gemütlich für eine Stunde einmummeln. Und dann ging es los. Er sass im Kreise seiner Gongs, die er nicht einfach nur anschlug, sondern auch mit den Schlägern Kreise strich und die Schwingung der Töne im Tempo und Lautstärke und Ausstrahlung veränderte. Während dessen lagen wir auf Yogamatten, gemütlich mit Kissen und Decken und zum Teil Augenkissen und – lauschten. Liessen die Musik durch uns hindurch rieseln und strömen. Und in jedem und jeder von uns gingen ganz eigene Gefühle und Bilder auf Reisen.

Die Welt ist Klang.

Wie sehr passte dazu, dass Alan, der Musiker vorher sagte, wir sollten nicht schwatzen im Raum. Wir haben unendlich viele Gelegenheiten, sagte er, im Alltag zu reden. Aber nur sehr wenige Chancen die Stille zu erfahren. Und tatsächlich hörten wir unsere eigene Stille hinter diesen Tönen bald sehr deutlich. Alan nennt das „deep dive“ – und so ist es auch. Ein ganz tiefes Eintauchen in das Eigene, die ungeheilten Stellen, das verborgene Glück, das pochende Herz, das Rauschen des Blutes durch unseren Körper. Ich glaube, ich war noch nie im Leben so entspannt. Obwohl diese Klangreise durchaus nicht nur angenehm war. Ganz deutlich zeigen die Bilder, was noch in Dir arbeitet, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt und was noch zu Ende gefühlt werden darf.

Das Auftauchen nach dieser Reise war sanft und still. Tatsächlich sassen wir noch eine halbe Stunde in der Stille miteinander und Alan’s sanfte Stimme holte uns behutsam zurück in die Realität. Was für eine grandiose Erfahrung!

Das war ein sehr besonderer Tag. Am Nachmittag waren wir in dem autobiografischen Film „Bolero“ über das Leben von Maurice Ravel. Ein fürchterlich deprimierendes Werk. Wir verliessen den Film, bevor Ravel den Verstand verlor. Waren aber auch da schon inspiriert, was Klang und Musik mit uns macht.

Ein bisschen erinnerte mich das an einen Film vor 20 Jahren mit dem Titel „Rhythm is it“ mit dem grandiosen Dirigent Sir Simon Rattle. Er sagt damals in einem Interview, dass er schon als Jugendlicher spürte, dass alles, was uns ursprünglich ausmacht, Rhythmus ist. Und – dass er, als er das erste Mal klassische Musik dirigierte, spürte, wie jeder Ton durch seinen Körper hindurch liefe. Der Dokumentationsfilm zeigt ein Ballett Projekt mit Laien, dem grossartigen Choreograph Royston Maldoom und eben – den Berliner Philharmonikern mit Sir Simon und „Le sacre du Printemps“ von Stravinsky.

Eine tolle Vorbereitung also auf das Gong-Bad. Das ganz und gar nichts mit dem superklugen und niemals müden Verstand zu tun hat. Gong hören heisst vor allem: Dich selbst hören. Vor allem aber – ganz tief in Dich abtauchen. Wunderschön, berührend, wertvoll und wahr.

ES hat noch lange in mir weiter ge-gongt. Dieses Schwingen und Spüren und die Hingabe. Kinderleicht und ganz frisch und neu. Ganz leicht und ganz tief.

Na, was soll ich noch mehr sagen: www.dasgongbad.com

Das darfst Du erleben.

(ich werde es auch noch oft wiederholen, so eine erholsame Stille: Die beste Wellness, die man sich wünschen darf)

Und dann ist da ja auch noch der Sommer, der jetzt kommen will. Heute fuhr ich über einen Pass und sah, dass das sehr lange Berggras mit Sensen geschnitten worden war. Ich konnte nicht anders als anzuhalten und mich ein paar Minuten ins Heu zu legen und mich zu besaufen an diesem wunderbaren Duft. Ich muss wohl ein Glücksschwein sein, dass ich das Leben auf diese intensive Weise erleben darf.

Und DU? Was passiert gerade bei Dir? Hast Du Zeit für Sinnlichkeit?

Da, wo Du das Leben spüren kannst, da ist es auch. C’est la vie.

… vielleicht spürst du es mal wieder – hier? https://www.youtube.com/watch?v=_e-cwOn5w3A

oder hier…

Hinterlasse einen Kommentar