Licht, jetzt.

Da ist sie wieder, die dunkle Zeit. Nicht nur, dass es super früh dunkel draussen wird. Vor allem auch, dass viele Herzen sich gerade wieder verdunkeln. In den letzten Tagen kommen wieder die erste traurigen Anrufe zu mir, weil diese Zeit so heftig und schwer ist. Melancholie und Schwermut und Energielosigkeit. Na, kein Wunder. Ein Phänomen, das ich jedes Jahr beobachte. Sobald der November kommt, geht er los, der Blues der winterlichen Zurückgezogenheit.

Letzte Woche schrieb ich über Licht und Schatten und die Schattenarbeit. Heute möchte ich zum Licht machen motivieren.

Wie kommst Du durch diese Zeit?

Eigentlich ist das Lichterfest doch gerade vor der Tür – die Weihnachtsbeleuchtungen wurden auch vergangene Woche in Zürich angezündet. Ein Anlass, an dem sich alle gerne in die Bahnhofstrasse begeben und schauen wie „Lucy“ (so heisst die Weihnachtsbeleuchtung) angeschaltet wird. Und auch zuhause setzen wir jetzt auf Lichterquellen und Kerzen. Erhöhen unsere Temperatur im Aussen, um es innen kuschelig warm zu haben.

Das ist das Beste an dieser Zeit: Gemütlichkeit. Einmummeln. Tolle Filme schauen, Karten schreiben, sich mit Backen und schönen Momenten auf Weihnachten vorbereiten. Eigentlich doch die schönste Zeit des Jahres.

Wenn nicht so viele Sorgen wären. Wenn nicht die Melancholie und das Zurückgezogensein und die Dunkelheit so vielen Menschen zusetzen würden.

Gerade deswegen gibt es überall jetzt Lichterfeste. Eines davon habe ich vor 9 Jahren in Thailand mitgefeiert. Es heisst Loi Krathong. An diesem Tag basteln die Thai kleine Flösschen aus Bananenblättern und schmücken sie mit Kerzen und Räucherstäbchen und allerlei Blüten. Diese Flösschen werden dann in ein fliessendes Gewässer gesetzt, damit sie davon getragen werden. An vielen Orten werden zudem Himmelslaternen entzündet oder sogar Feuerwerke angezündet.

Das Fest stammt vermutlich aus Indien, das als ein Hindufest, als Danksagung an die Gottheit des Ganges, mit schwimmenden Laternen gefeiert wird, die das ganze Jahr lebenspendend wirken sollen. Die schwimmenden Flösse haben die Bedeutung, allen Ärger, Groll und alle Verunreinigungen der Seele loszulassen, so dass das Leben neu von einer besseren Warte aus begonnen werden kann. Die Thai machen sich mit Verwandten oder einer grösseren Gruppe von Freunden auf, im Sinne eines Volksfestes wird auf den Strassen reichlich gegessen und getrunken. Das Wässern der Flösschen ist auch besonders bei jungen Paaren beliebt, die damit auch ihre Zusammengehörigkeit unterstreichen.

Dieses Jahr ist das Loi Krathong morgen, also am 28.11. (es ist immer der 12. Vollmond des Jahres). Vielleicht ein guter Anlass auch für Dich, sich darauf zu konzentrieren?

Es gibt dieses afrikanische Zitat: Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich.

Magst Du das beherzigen jetzt, in dieser dunklen Zeit? Willst Du Dich anstecken lassen von Licht, von Wärme und von der Nähe wunderbarer Menschen?

Vielleicht kannst Du Dich in dieser Woche einmal darauf konzentrieren, viel Licht zu suchen und auch ein Licht für andere zu sein, die im Dunkeln stehen.

Stell Dir vor, Du hättest in deinem Herz einen Dimmer, den Du jetzt voll aufdrehst, damit Dein eigenes Licht flutlichtartig alle beglückt, die um Dich sind. Und wenn das gerade nicht gelingt, na dann: Kerze. Lampen. Lichterketten. Alles eben, was Dein Herz erhellt.

Alles wird gut. Versprochen.

Willkommen in der Adlerperspektive.

Hinterlasse einen Kommentar