Rebellion!

In der vergangenen Woche hatte ich eine schöne Begegnung in einem Workshop. Es ging eigentlich um ein ganz seriöses Thema: Die Transaktionsanalyse. Im Rahmen der Erklärung der unterschiedlichen Kommunikationsrollen stellte ein Teilnehmer fest: OH! Da schlummert ein „rebellisches-Kind-Ich“ in mir! Sein Lachen ging über das ganze Gesicht und er freute sich, inclusive ungestümen Herzklopfen – über die innerliche Freiheit, irgendwie doch, jenseits seines sehr seriösen Berufs, ein Kind und dazu noch ein Rebell! geblieben zu sein.

Rebellion ist ein so herrliches Thema. Und es polarisiert. Die einen finden Rebellen die verrückt schönsten Typen überhaupt und die anderen rümpfen die Nase und pochen auf Ordnung und Rationalität. Beides hat seinen Platz in der Gesellschaft, beides braucht es, um Dinge voran zu bringen.

Das Wort „Rebell“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Aufrührer“, „Aufständischer“. In Filmen, Romanen und Theaterstücken sieht und liest man von Rebellen wie Robin Hood oder Wilhelm Tell.

Rebellen stellen das Bestehende radikal in Frage, gehen mitunter dagegen an und zeigen Widerstand gegen das, was allgemeingültig als richtig und „anständig“ gilt.

In meinen Augen machen Rebellen vor allem eins: Sie richten den Finger auf ihr eigenes Herz und sagen laut und deutlich: Mit dem was ist, bin ich nicht einverstanden. Ich mache das auf meine eigene Art.

So können Rebellen also Neues initiieren, kreativ werden, Dinge verändern und damit gegebenenfalls auch verbessern, Alternativen finden, Variationen durch spielen.

Wie es der Zufall so will, hatte ich gestern gleich zwei grossartige ehemalige Coachees zu Gast. Der eine rebellierte gegen die Meinung anderer, die ihn als intellektuell etwas zurück geblieben abstempeln wollten. Er hat das lange geglaubt, was andere ihm gesagt haben. Auch die ADS Diagnose, die er als Kind bekam.

Und musste dann doch nur feststellen: Ich bin anders. Und ich mache vieles anders. Aber ich mache es genau so gut und auch manchmal besser als andere! Weil eben die Schranken im Kopf und in der Gesellschaft eng sind und der vorgefertigte Weg gerade und durchgeordnet. Heute ist er befreit von dem Korsett, sein zu wollen wie andere. Seine Rebellion hat ihn befreit, er fliegt sehr hoch!

Der zweite Coachee litt ein bisschen an Scham, war in seiner Zurück-Haltung gefangen, konnte sich nicht gut positionieren. Man hatte ihm aufgezeigt, dass er sich ducken, anpassen und klein bleiben sollte. Sich benehmen. Seine jugendlichen Jahre bestanden aus Wenn-Dann Sätzen und die Qual, sich schwarzweiss einzuordnen in das kleingeistige enge System. Seine Rebellion war radikal und explosiv. Jetzt zeigt er sich, nimmt Raum ein, feiert sich, expandiert in alle Richtungen und ist stolz auf sich. Wie schön er geworden ist! Und wie hemmungslos! Halleluja!

Wie herrlich, die Beiden nach dem Adlerflug Coaching auf Jersey im Mai wieder zu sehen! Die Augen waren klar und präsent, scharf und unerschrocken, von beiden. Die Rebellion gegen das Einengen hat ihnen einen riesigen Entfaltung-Spielraum eröffnet.

Rebellion kann in ganz vielen Kontexten enorme Kraft haben, in die Freiheit führen, alle alten Grenzen auflösen und dazu animieren das Leben an sich zu erobern.

Und so sollte Rebellion in meinen Augen auch unbedingt stattfinden: Den Finger auf sich selbst richten mit der Frage:

Wo fühle ich mich gefangen?

Von was will ich mich befreien?

Welche Grenzen muss ich einreissen?

Welchen Rucksack muss ich endlich, endlich loswerden?

Was gehört nicht zu mir, muss abgestreift werden?

Und wohin darf ich mich aufschwingen? In die unerhörten Höhen?!

Rebellieren kann man in jedem Alter, in jedem Umfeld, in jeder Lebenslage. Das radikale Verlassen der Komfortzone ist die allererste Bedingung. Ein Gang, der Blut, Schweiss und Tränen kostet. Deshalb gibt es so wenige davon. Gut so, damit fallen „wir“ auch mehr auf.

Das Gegenteil von WILD ist nicht kultiviert. Es ist gefesselt.

Auf geht’s in die Freiheit!

Willkommen in der Adlerperspektive.

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