Logique du Coeur

Die letzte Woche habe ich etwas Wichtiges gelernt: Die Logique du Coeur. Die Ordnung des Herzens. Das immer – wirklich immer! – nicht die Sprache des Verstandes ist. Nicht, dass das neu für mich gewesen wäre. Ist überhaupt irgendwas für uns wirklich neu? Nein, wir werden vielmehr daran erinnert, immer und immer wieder. In Kunst. Literatur. Musik. Landschaft. Kultur. Theater. Philosophie. Oder auch nur ein dahingeworfener Satz eines Anderen…

Den Begriff hat übrigens ausgerechnet ein Mathematiker und Physiker geprägt. Im 17. Jahrhundert wurde Blaise Pascal für die Erfindung des Barometers gefeiert. Später in seinem Leben wandte er sich (wie viele Naturwissenschaftler) der Theologie und den Gedanken über das Leben zu.

Am Samstagabend also war ich im Theater. Es ging um einen Musical Autor. Der an seinen Träumen festhielt. Obwohl alles dagegen sprach. Der immer wieder scheiterte und sich mühsam durchs Leben arbeitete, während er in seinem Kopf voll war mit Musik und Texten. Und dann auch seine Geliebte laufen liess, weil er nicht aufhören konnte, in New York City an den grossen Durchbruch zu glauben. Er hat es geschafft. Nach einigem Scheitern mit unausgegorenen Stücken hat er endlich den Coup gelandet. Sein Musical „Rent“ lief 12 Jahre am Broadway. Sein Name war Jonathan Larson.

Tragisch ist die Geschichte trotzdem: Am Abend vor seiner Premiere starb Larson 35jährig an einem Aortenaneurysma.
Im Theaterstück klagt Larson noch lange, dass er 30 wird und seine Jugend dann vorbei ist. Eine kleine Zeit später erfährt er, dass sein bester Freund, HIV positiv ist. In den 80er Jahren war das ein sicheres und schnelles Todesurteil. Mit dem Freund gemeinsam beschliesst er, alles dafür zu tun, seinen Traum vom grossen Erfolg am Broadway zu erfüllen. Er hat alles dafür getan, dass das Leben gelebt, geliebt und genossen wird.

Ich ging nachdenklich aus dem Theater. Was, wenn wir das aus den Augen verlieren?

Dass die Zeit kostbar ist. Dass wir nicht wissen, wieviel noch in der Sanduhr übrig ist.

Dass wir immer wieder meinen: Ach, das mache ich später, ich habe noch viel Zeit?

Was, wenn wir uns nie wagen? Weil eben der Mut auch nicht gerade wächst, wenn wir nicht Schritt für Schritt für Schritt das Eigene erobern, uns dem Herzens-sehnen widmen?

Wieviel Zeit ist für Dich schon vergangen, in der Du Dir nicht die Freiheit genommen hast, Dein Handeln ganz und gar der Herzens-Ordnung zu unterstellen?


Was, wenn Du viel zu viel Deiner kostbaren Lebenszeit mit Vernunft, mit Planung, Ordnung, Anstand, Anpassung verbracht hast?

In den letzten beiden Tagen höre ich von einer Coachee, dass sie nach einer sehr langen Beziehung über Trennung nachdenkt. Nachdem ich mit Ihr das Für und Wider besprochen habe, fällt es mir leicht zu sagen: Wenn Dein Herz nicht mehr genug Liebe zum Bleiben hat dann musst Du Dich trennen und weiterziehen!

Warum?

Weil Dein Herz auch singen, jubeln, tanzen könnte vor Glück!

Und nicht am Boden liegen, ausgelaugt und mutlos, nach zu vielen Kompromissen.

Eine andere wunderbare Frau schreibt mir, sie habe vielleicht jetzt das Haus ihrer Träume gefunden und erschreckt sich vor der eigenen Courage. Und es fällt ihr auch nicht leicht, das Vertraute zu verlassen, ein paar Kleinigkeiten zurück zu lassen.

Hallo! Aufwachen!

Dein Herz könnte jubeln, schreien und feiern und vor Glück juchzen!

Lass Dir den Mut nicht von ein paar kleingeistigen Argumenten abkaufen!

Immer nur rein, in die Vollen!

Du hast gar nichts zu verlieren, ausser Deiner Angst.

Das Leben vergeht. Mit oder ohne Deinen Mut. Mit oder ohne Deiner Liebe. Mit oder ohne deiner Herzens-Ordnung.

Frage Dich: WAS ersehnst Du mit jeder Faser Deines Herzens? Vielleicht schon ganz lange?

Und welchen ersten Schritt kannst Du tun?

Der wunderbare C.G.Jung hat einmal gesagt: „Wenn Du einmal gefunden hast, was Dein Herz zum singen bringt, dann musst Du ihm gehorchen.“

Das einzige Gehorchen, um das es in Deinem Leben geht.

Also, schwing Dich auf! Die Zeit läuft….

Willkommen in der Adlerperspektive.

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